Ranga Yogeshwar wurde am 31. Oktober in der Kölner Zentralbibliothek mit der Karl-Preusker-Medaille geehrt

“Für mich sind Bibliotheken der Klebstoff, der in einer Kultur das Wissen zusammenhält, vielfältige Informationen zusammenführt und es gleichzeitig ermöglicht, diese zu teilen. Das Teilen von Gedanken gehört zur Offenheit und Freiheit einer Gesellschaft. Bibliotheken sind Orte, die dieses Teilen ermöglichen“.  
Über viele Jahre hat sich Ranga Yogeshwar für Bibliotheken stark gemacht, u. a. als Schirmherr der „Langen Nacht der Bibliotheken“ in Nordrhein-Westfalen. Jetzt  wurde der populäre Physiker und Wissenschaftsjournalist für dieses Engagement geehrt. In der neuen Q-thek der Zentralbibliothek am Neumarkt verlieh ihm der Dachverband der Bibliotheks- und Informationsverbände (BID – Bibliothek & Information Deutschland e.V.) die Karl-Preusker-Medaille 2012. Die Auszeichnung erinnert an Karl Benjamin Preusker (1786-1871), der am  24. Oktober 1828 im sächsischen Großenhain eine Schulbibliothek gründete, aus der wenig später die erste öffentliche Bibliothek in Deutschland hervorging. Mit der nach ihm benannten Medaille werden seit 1996 Personen und Institutionen ausgezeichnet, die den Kultur- und Bildungsauftrag des Bibliotheks- und Informationswesens fördern und unterstützen.

Zu den Persönlichkeiten, die bisher mit der Medaille ausgezeichnet wurden, gehören unter anderem Bundespräsident a. D. Horst Köhler sowie die Schriftsteller Erich Loest und Peter Härtling. Für Ranga Yogeshwar hat die Auszeichnung auch eine persönliche Bedeutung:  „Mein Großvater war ein recht bekannter indischer Bibliothekswissenschaftler. Ich bin also mit Bibliotheken und Bibliothekaren aufgewachsen. Das System Bibliothek ist für mich dadurch zu einer gewissen Lebenshaltung geworden. Dass die Bibliotheken auch mein Engagement wert schätzen, freut mich außerordentlich.“
In seiner nicht nur in Fachkreisen viel beachteten Dankesrede ging er auf den gegenwärtigen Stellenwert der Bibliotheken für unsere Gesellschaft ein. Für ihn besitzen sie „eine inhaltliche, kulturelle Qualität jenseits des Kommerzes.“
Es sind Orte, an denen Wissen geteilt wird. Gerade im digitalen Zeitalter erfüllen sie viele Funktionen, nicht nur als Wissensspeicher. „Gute Bibliothekare sind auch in der Lage, den Lesern zu helfen, ihnen Orientierung zu bieten, Wissen zu ordnen, zu priorisieren. Diese Aufgaben werden immer wichtiger. Gerade im Internet kursiert so viel Wissen, das nicht verifiziert ist.“
Gleichzeitig hob er die Rolle der Bibliothek als sozialer Ort hervor, das Lernen in Gruppen, die Leseförderung und die Veranstaltungen. Und er plädierte für einen gesetzlich geregelten uneingeschränkten Zugang zu den digitalen Medien wie E-Books oder E-Journals. Vehement forderte er mehr finanzielle Mittel für die zentrale Rolle der Bibliothek in der Kommune: „Sie haben einen offensiven Kulturauftrag!“
Für die Stadtbibliothek Köln war der Festakt ein wichtiger Moment. Leiterin Dr. Hannelore Vogt: „Die Veranstaltungen mit Ranga Yogeshwar in unserer Stadtbibliothek waren stets besondere Ereignisse. Umso mehr freut es mich, dass die höchste Auszeichnung des deutschen Bibliothekswesens mit vielen Gästen aus ganz Deutschland bei uns stattfand.“

Bild: Ranga Yogeshwar und Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Bibliothek und Information Deutschland (BID) e.V., Copyright: Stadtbibliothek Köln

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