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Thomas Metzinger: Virtual Reality und Künstliche Intelligenz

21 Aug

Dieses Jahr befasst sich die Stadtbibliothek Köln verstärkt mit den Themen Robotik und Virtuelle Realität.

In der Zentralbibliothek kann man die Funktionsweise des humanoiden Roboters NAO erkunden und die VR-Brillen Oculus Rift und HTC Vive testen. In unserer Veranstaltungsreihe geeks@cologne konnten die Besucherinnen und Besucher im Juli bereits Roboter und die Künstliche Intelligenz Watson live erleben und erhielten von Vortragenden von IBM, dem Fraunhofer Institut, Kuka Robotics und der Universität Bonn einen Überblick über den aktuellen Stand von Robotik und Künstlicher Intelligenz. Ebenso könnt ihr euch bei uns am 23. September detailliert über die Ausprägungen und Anwendungsgebiete der Virtuellen und Erweiterten Realität informieren und verschiedenste Hardware live ausprobieren: an unserem Tag der virtuellen Realität.

Ein besonderes Highlight: Am Dienstag, 12. September um 19:30 Uhr widmen wir uns in unserer Veranstaltungsreihe „wissenswert – Gespräche am Puls der Zeit“  den ethischen und gesellschaftlichen Konsequenzen von Virtual Reality und Künstlicher Intelligenz. Dazu haben wir zwei renommierte Gäste eingeladen: Philosoph Thomas Metzinger und Wissenschaftsjournalist Gert Scobel.

Virtual Reality und Robotic Re-Embodiment erlauben es prinzipiell durch den Einsatz von Gehirn-Maschine-Schnittstellen, dass ein Mensch nicht nur die Bewegungen eines Roboters kontrolliert, sondern diesen zunehmend auch zur Wahrnehmung benutzt und sich erlebnismäßig mit ihm zu identifizieren beginnt. Die neue Technologie berührt nicht nur die tiefsten Grundlagen unseres Ichgefühls, sondern verändert schrittweise auch das allgemeine Bild des Menschen. In den letzten Jahren ist hier ein interdisziplinärer Forschungsbereich entstanden, in dem Neurowissenschaftler, Informatiker, Ingenieure und Philosophen intensiv zusammenarbeiten. Die moderne Philosophie muss sich dringend um die ethischen und gesellschaftlichen Konsequenzen dieser neuen Handlungsmöglichkeiten kümmern. Das gilt besonders auch für die Künstliche Intelligenz, deren immer komplexer werdende Algorithmen unser Leben stärker denn je beeinflussen.

Im Gespräch wird auch auf die Stiftung für effektiven Altruismus (2015) Bezug genommen, die mit der Unterstützung von Experten aus Informatik und KI ein umfassendes Diskussionspapier zu den Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz verfasst hat und darin auf aktuelle, mittel- und langfristige Herausforderungen im Bereich der KI-Entwicklung eingeht.

Thomas Metzinger

ist Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Mainz, leitet dort den Arbeitsbereich Neuroethik und gilt weltweit als einer der profiliertesten Philosophen des Geistes. Seine Ergebnisse hat er auch in seinen Monographien „Subjekt und Selbstmodell“, „Being No One“ und „Der Ego-Tunnel“ veröffentlicht.

Gert Scobel

ist vielfach ausgezeichneter Wissenschaftsjournalist und verantwortlich für die Wissenschaftssendung „scobel“ (3sat). Seit 2016 ist er Professor für Interdisziplinarität und Philosophie an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Informationen zur Veranstaltung und zum Vorverkauf gibt es im Veranstaltungskalender. Wir laden alle Interessierten ein, sich im Vorfeld mit der Thematik zu befassen und geben euch dazu einige weiterführende Links:

Wir freuen uns auf euren Besuch!

 

 

„Tag der virtuellen Realität“ in der Zentralbibliothek

4 Aug

Virtuelle Elemente und virtuelle Umgebungen – am Samstag, dem 23. September, werfen wir einen Blick auf die Technologien, die unsere Sicht auf die Realität verändern wollen!

Mann mit VR-Brille

Mit einer VR-Brille eine virtuelle Umgebung sehen! (Abb.: © contrastwerkstatt – Fotolia.com)

Für euch laden wir Firmen, Institutionen und Privatpersonen ein, die sich mit Augmented Reality und Virtual Reality beschäftigen. An ihren Ständen könnt ihr von 10 bis 15 Uhr ausprobieren, euch informieren, fachsimpeln, vergleichen und auf andere treffen, die sich für VR und AR interessieren!

Wovon ist die Rede? Hier eine kurze Erklärung zu den beiden Technologien:

Augmented Reality (AR): Über eine durchsichtige Augmented-Reality-Brille, ein Smartphone oder ein Tablet sieht der Nutzer sowohl seine Umgebung als auch zusätzliche virtuelle Objekte und Informationseinblendungen. Letztes Jahr sorgte mit Pokémon Go eine Augmented-Reality-App für weltweites Aufsehen.

Virtual Reality (VR): Über eine undurchsichtige Virtual-Reality-Brille (verbunden mit einem Smartphone oder einem PC) sieht der Nutzer eine computergenerierte Umgebung, die ihn komplett umgibt und in der je nach Brille und Programm auch Bewegung und Interaktion möglich sind. Eine weitere und eigentlich die ursprüngliche Version der Virtuellen Realität ist die stereoskopische Projektion der virtuellen Umgebung auf eine große Leinwand oder die Wände eines Raumes. Dabei wird meist die Position des Betrachters im Raum erfasst (getrackt).

Freut euch auf:

  • Anwendungen aus Bereichen wie Bildung, Architektur, Raumfahrt und Gaming
  • VR- und AR-Brillen wie die Oculus Rift, die Microsoft Hololens, die Occipital Bridge und die IDEALENS
  • neue Erfahrungen wie Duft-VR, einen VR-Multiplayer, eine Reise in die Vergangenheit Kölns oder reale Bedienelemente für ein virtuelles Flipperspiel

Sprecht mit Experten, die an VR und AR forschen, es zu Bildungszwecken nutzen oder es in ihrer Firma einsetzen. Alle Infos zu den Ausstellern und der Hardware und alle weiteren Infos zur Veranstaltung findet ihr auf unserer Veranstaltungsseite.

Das Event ist in unsere Veranstaltungsreihe geeks@cologne eingebunden, die sich an Technikinteressierte und Pixelverliebte aus Köln und Umgebung wendet.

(ba)

Galerie

Das war „Robotik und Künstliche Intelligenz“

25 Jul

Am 10. Juli widmete sich unsere Veranstaltungsreihe geeks@cologne den Themen Robotik und Künstliche Intelligenz. Ein Abend mit Roboter-Live-Demos, Kurzvorträgen und einer abschließenden Diskussion. Hier unser Nachbericht mit Fotos, Vortragsfolien und Mitschnitten der Vorträge!

geeks@cologne

Wer am 10. Juli zu uns in die Zentralbibliothek kam wurde zunächst von drei Robotern empfangen.

Am Eingang wartete die Firma „Humanizing Technologies“ mit der französisch-japanischen Roboterdame Pepper. Sie ist 1,20m groß, bewegt sich auf Rädern und trägt ein Tablet auf der Brust. Als Service-Roboter wird sie vor allem im Dienstleistungssektor ihre Heimat finden. In Geschäften kann sie z.B. Kunden begrüßen, Fragen beantworten, Bestellungen aufnehmen, die Kunden zum richtigen Regal führen und für Unterhaltung sorgen. Für all diese Anwendungen schreibt Humanizing Technologies die passenden Programme. Auf unserer Veranstaltung konnte man sich über Peppers Fähigkeiten informieren. Sie erzählte auch gern selbst über sich und beantwortete Fragen. Außerdem tanzte sie für ihr Publikum, posierte für Selfies und ahmte Tiere nach.

Am Nachbarstand wartete der TJBot auf die Besucher. In dem kleinen, 3D-gedruckten Roboter steckt ein Raspberry Pi, ein günstiger Minicomputer von der Größe einer Kreditkarte. Aber noch wichtiger: Der TJBot…

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Consumer Electronics und die Virtuelle Realität

12 Dez

Hier im Blog konntet ihr in den letzten Monaten Freikarten für die Bitkom-Seminare der „deutschen medienakademie“ gewinnen. Eines dieser Seminare haben wir auch selbst besucht und möchten euch unseren Nachbericht nun nicht vorenthalten.

Am frostigen 29. November ging es in Sank Augustin um Consumer Electronics, genauer gesagt um das Thema „Wearables, Augmented und Virtual Reality, Künstliche Intelligenz, IoT und die Folgen“. Die Veranstaltung fand auf dem Gelände des Fraunhofer Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) statt – ein thematisch absolut passender Ort. In starkem Kontrast dazu, standen die ausgewählten Räumlichkeiten: das mit etwas über 100 Jahren noch junge, aber doch sehr romantisch-herrschaftliche Schloss Birlinghoven auf dem FIT-Gelände.

Die Veranstaltung dauerte von 13 bis 18 Uhr und umfasste 7 Vorträge, die sich den genannten Themen aus verschiedenen Blickwinkeln widmeten. Wie üblich bei den Seminaren der medienakademie beteiligten sich die Teilnehmenden außerdem rege mit Fragen und eigenem Wissen. Den ganzen Nachmittag zusammenzufassen, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Daher folgen nun Einblicke in drei der Vorträge:

Klaus Böhm von der Deloitte GmbH stellte die Ergebnisse des Global Mobile Consumer Survey in Bezug auf Deutschland vor. Es zeigt sich, dass der Boom mobiler Endgeräte seinen Zenit erreicht hat. Die Verbreitung von Laptops und E-Readern stagniert, die Nachfrage nach Tablets hat sich seit 2014 halbiert. Nur das Smartphone zeigt moderates Wachstum und verdrängt zuverlässig das Standardhandy. Durch den Wunsch nach aktuellen Modellen geben immerhin 30% der Befragten an, sich in naher Zukunft ein neues Smartphone kaufen zu wollen – ein leichter Anstieg gegenüber 2015. Neues Wachstum könnte über neue Geräteklassen generiert werden. Ein möglicher Kandidat war die Smart Watch, doch sie hat die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen können. Mit einer Verbreitung von 4% fristet sie in Deutschland ein Nischendasein; die Nachfrage sinkt. Laut einigen Seminarteilnehmenden liegt dies zum Beispiel an der geringen Größe der Smartwatch-Displays und an der Abhängigkeit vom Smartphone. Standalone-Produkte oder Kombinationen mit Augmented-Reality-Brillen könnten den Markt beleben.

Weitere neue Geräte drängen über das Internet der Dinge auf den Markt: die Zahnbürste mit App, der Heizungsregler der von unterwegs gesteuert werden kann und der Kühlschrank mit WLAN. Doch der Hype ist bisher kaum beim Endverbraucher angekommen. Das Internet der Dinge entwickelt sich an den Bedürfnissen der Konsumenten vorbei – es fehlen Anwendungen mit echtem Mehrwert. Dazu kommen Datenschutz- und Sicherheitsprobleme sowie fehlende Standards, durch die die einzelnen Geräte zu Inseln werden.

Ein weiterer aktueller Hype ist die Virtuelle Realität, getrieben durch die Markteinführung mehrerer Full-Feature-, also smartphoneunabhängiger VR-Brillen. Die Unterhaltungsbranche bastelt an Angeboten im Bereich Gaming, News, Film, Musik und Sport. Doch noch lässt die Geräteverbreitung auf sich warten. Nur 2,5% der Deutschen besitzen überhaupt VR-Hardware und auch die Kaufabsicht für die nächsten Monate ist gering. Noch fehlt es an attraktiven Inhalten. Ohne Frage treibt der Gaming-Sektor den VR-Markt voran. Für Anwendungen in der Sportübertragung ist in der Branche bereits Zurückhaltung eingekehrt, da viel Geld für wenig Mehrwert in die Hand genommen werden muss. In der Filmbranche hat VR zwar viel Potential, aber noch muss Pionierarbeit geleistet werden, um den nun nicht mehr gänzlich passiven Zuschauer in den Film zu integrieren. Ein Teilnehmender hielt es außerdem für unwahrscheinlich, dass die Deutschen bereit sind, für das Anschauen von Filmen, Musik oder sonstigen Fernsehinhalten zusätzliche Anschaffungen von VR-Hardware auf sich zu nehmen. Trotz alledem: Für das Jahr 2020 rechnet Deloitte im deutschen Consumer-Markt mit Virtual-Reality-Umsätzen von über einer Milliarde Euro, die sich aus den Verkaufserlösen von Hardware und Virtual-Reality-Inhalten zusammensetzen.

Dr. Wolfgang Prinz vom Fraunhofer Instituts für Angewandte Informationstechnik beleuchtete das Thema VR von der technischen Seite. Den heutigen Ausprägungen von Virtual und Augmented Reality geht eine lange Entwicklungszeit voraus. Schon in den 50er Jahren arbeitete zum Beispiel Morton Heilig an dem so genannten Sensorama, einem Arcade-ähnlichen Aufbau mit einem Trichter für den Kopf. Im Sensorama erlebte der Benutzer eine Motorradfahrt in einer 3D-Umgebung mit Fahrtwind, Gerüchen und den Vibrationen des Motorrads. In den 60er Jahren ermöglichte Ivan Sutherlands „Sword of Damocles“ das Tracking der Augen- und Kopfbewegungen. Der Nutzer trug dabei einen brillenähnlichen Aufsatz, der wegen des noch enormen Gewichts an der Decke befestigt war. In den 80er und 90er Jahren experimentierte Steve Mann, der Vater der Wearables, mit allen Variationen selbstgebauter AR-Brillen. In den Spielhallen lockte Dactyl Nightmare in eine klobige Mehrspieler-3D-Welt und im Kino weckten Filme wie Tron und der Lawnmower Man Erwartungen, die die (virtuelle) Realität nicht erfüllen konnte.

Nach der großen VR-Desillusionierung der 90er Jahre ist die Technologie nun zurück. Viele aktuelle Entwicklungen tragen zu diesem zweiten Frühling bei: die stark verbesserte Grafikleistung moderner Computer, Vernetzung, der Trend zu mobilen Endgeräten und die Fortschritte bei Sensorik und Lokalisierung. Wo früher Ultraschallempfänger und GPS den Nutzer verorteten, sorgen heute Tiefenbildkameras und stark verkleinerte Initialsensoren für realitätsnahe Erfahrungen. Solche Technologien werden sich in Zukunft auch in Tablets und Smartphones finden, wie Googles Tango-Projekt nahelegt.

Und so finden VR und AR langsam geeignete Anwendungsbereiche, die über das medienträchtige Gaming hinausgehen. Zum Beispiel im Bildungssektor für die Visualisierung von Lerninhalten wie dem Doppler-Effekt oder Luftströmungen. Oder in Laboren zur Begleitung von Arbeitsschritten durch die Einblendung von Bedienungsanleitungen, Arbeitsabläufen und Benachrichtigungen sowie der Möglichkeit zur Live-Dokumentation. Oder aber in Architekturbüros zum Visualisieren der Planungen. Aufbauend auf dem Building Information Modelling (BIM) werden die Gebäude von Anfang an in 3D angelegt. Dies ermöglicht unter anderem ein Durchschreiten der zukünftigen Räumlichkeiten mit einer VR-Brille oder das Betrachten des neuen Gebäudes in seiner realen Umgebung.

In der Kaffeepause konnte man eine BIM-Umsetzung für HTC Vive, Samsung Gear VR und das Tango-Tablet ausprobieren.

 


Prof. Dr. Heiko Hecht vom psychologischen Institut der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz beschäftigt sich damit, wie Körper und Gehirn auf Aufenthalte in der virtuellen Welt reagieren. Was passiert in unserem Gehirn, wenn einige unserer Sinne die virtuelle Welt wahrnehmen und andere die wirkliche Welt? Hier zeigen einige Menschen ähnliche Symptome wie ein Beifahrer im Auto: die Reisekrankheit nennt sich im VR-Kontext Cybersickness.

Ein wichtiger Punkt für eine gelungene VR-Erfahrung ist die Immersion, also das vollständige, ungestörte Eintauchen in die virtuelle Welt. Aber wie real erscheint uns das Virtuelle tatsächlich und welches Suchtpotential birgt dies bei längerer Nutzung?

Und noch ein interessanter Punkt: Wie so vieles in der modernen Welt ist die virtuelle Realität eine Quelle exogener Aufmerksamkeit. Das heißt in vieler Hinsicht bestimmt nicht der Nutzer, auf welche Objekte und Stimuli der virtuellen Welt er seine Aufmerksamkeit bündelt, sondern die VR-Welt tut es für ihn. Im Allgemeinen gilt: Wenn Menschen ihre Aufmerksamkeit immer weniger selbst steuern, können Aufmerksamkeitsdefizite entstehen. Gibt es hier Unterschiede zwischen Virtual Reality und Augmented Reality? Da AR-Brillen die reale Welt zeigen und sie mit zusätzlichen Details und Informationen erweitern, gibt es hier eine Chance auf mehr endogene Aufmerksamkeit. Voraussetzung ist jedoch, dass die Einblendung der AR-Elemente vom Nutzer selbst gesteuert werden kann. Hierfür kommen die üblichen Steuerungsmechanismen, wie Sprach-, Tasten oder Gestensteuerung in Frage, doch für eine effizientere, unangestrengtere Interaktion fällt der Blick bereits auf ein anderes Mittel: das Brain Interface, welches die Absichten des Nutzers direkt umsetzt.

Und damit endet der Nachbericht, der nur einen kleiner Einblick in einen gelungenen Nachmittag in royaler Atmosphäre geben konnte. Wir danken ganz herzlich, dass wir dabei sein durften!

(ba)

 

Zuckersüß ohne Zucker

2 Dez
Kuchen ohne Zucker

Kuchen ohne Zucker

Kuchen, Schokolade und Pralinen versüßten einen vorweihnachtlichen Mitmach-Workshop auf der 3. Etage. In diesem Teil der Veranstaltungsreihe “Gesund leben – Körper Geist Gesellschaft ” ging es um zuckerfreie Süßigkeiten. Wie die beiden vorangegangenen Veranstaltungen war diese auch gut besucht (über 50 Teilnehmer). Viele bekannte Gesichter – darunter auch eine Menge junger Leute – konnten begrüßt werden. Die Reihe entwickelt sich eindeutig zu einer Institution für Fans!

Einführend ging es um die Geschichte des Süßens vom Honig bis zum Zuckerersatzstoff, wobei nicht unerwähnt blieb, dass hinter den Themen Industriezucker und Süßstoff auch gewaltige wirtschaftliche Interessengruppen stehen.

Vorher - nachher

Vorher – nachher

Andere Süßungsmittel wie z.B. Honig, Stevia, Datteln und Kokosblütenzucker wurden vorgestellt, beschnuppert und diskutiert, insbesondere im Hinblick auf biologische Wertigkeit, chemische Zusammensetzung und Verstoffwechselung im Körper. In Rohform oder zu Kuchen verarbeitet konnten verschiedene Kombinationen der vorgestellten Zuckervarianten verkostet werden.

Rezept Dunkle Schokolade

Rezept Dunkle Schokolade

Viel Spaß bereitete den Teilnehmern,  eigene Pralinen zu komponieren.  Wahlweise aus Cashew- und Kürbiskernen, Mandeln, Rosenblüten und dattelgesüßter Schokolade. Nach Lust und Laune wurden diese sofort vernascht oder als kleiner Vorrat mit nach Hause genommen.

Das überarbeitete Skript zum Workshop ist ab Montag, dem 05.12.  an der Infotheke der 3. Etage erhältlich.

(wk)

Nancy Fraser und Wolfgang Streeck: Die Krise des demokratischen Kapitalismus

21 Nov
(c) Stadtbibliothek Köln

(c) Stadtbibliothek Köln

Eine Zusammenfassung des Gesprächs am Freitag, 18. 11. 2016 um 19:30 in der Zentralbibliothek  der Stadtbibliothek Köln

Der rote Faden des Gesprächs rankte sich um die zentrale Auffassung, dass das grundsätzliche Problem, das allen kapitalistischen Systemen innewohne, der Widerspruch zwischen der Produktion, also der monetarisierten Arbeit, und der (sozialen) Reproduktion, also der meist unbezahlten, im häuslichen Bereich geleisteten und für selbstverständlich hingenommenen Arbeit der Fürsorge im weitesten Sinne, sei.

 

Die Unzulänglichkeiten des heutigen Kapitalismus

In dem derzeit bestehenden kapitalistischen System, das Fraser den „finanzialisierten Kapitalismus“ nennt, stehe die Erhöhung der Produktion an erster Stelle. Hierfür würden nun auch Frauen auf ausbeuterische Weise in Arbeit gebracht – mit allen Vorteilen, die eine Erwerbstätigkeit selbstverständlich auch für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen habe – und unter enormen Druck gesetzt, da eine Familie heutzutage nicht mehr nur von einem Einkommen leben könne.

Die Reproduktion, die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes System der Produktion sei, werde marginalisiert und regelrecht aus dem gesellschaftlichen Bewusstsein verdrängt. Unternehmen böten ihren Mitarbeitern mittlerweile systematisch Möglichkeiten, die reproduktive Arbeit auf einen späteren Lebensabschnitt zu verlegen (Einfrieren von Eizellen).

Gleichzeitig zögen sich Staat und Unternehmen aus der sozialen Verantwortung zurück und entzögen dem reproduktiven System unter der Überschrift „Austerität“ das wenige Geld, das ihm zur Verfügung stand. Renten und andere Sozialleistungen würden gekürzt, um den stets weiter wachsenden Schuldenberg abtragen zu können.

Auf diese Weise unterminiere und erodiere das produktive System das für sein Fortbestehen unerlässliche reproduktive System.

Es werde jeder/jedem Einzelnen überlassen, die reproduktive Sphäre selbst zu organisieren. Das führe u.a. zu einer Verlagerung des Problems in ärmere Länder, da die privilegierten Frauen im globalen Nord-Westen häusliche Tätigkeiten gewissermaßen auslagern und dafür Frauen aus dem globalen Süd-Osten (unter)bezahlen, deren reproduktive Arbeitskraft wiederum in ihren Herkunftsländern fehle. Die privilegierten Familien dort kauften diese Arbeit dann wiederum in noch ärmeren Ländern ein und so fort.

Nancy Fraser (c) Stadtbibliothek Köln

Nancy Fraser (c) Stadtbibliothek Köln

Mögliche Lösungen

Während Frau Fraser und Herr Streeck sich einig waren, dass ihnen als Soziologen nicht die Erarbeitung von Lösungen, sondern vielmehr eine möglichst treffende Analyse der jeweiligen gesellschaftlichen Lage obliege, ließ sich Nancy Fraser dennoch darauf ein, einen experimentellen Vorschlag für einen Lösungsansatz zu machen. Die Elemente einer Lösung kämen schließlich aus einer guten Diagnose, wie sie konstatierte. Reduzierung der Arbeitszeit, Erhöhung von Arbeitsentgelt, Verringerung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums und der Verschuldung – dies alles seien selbstverständlich notwendige Ansätze. Darüber hinaus müsse man aus feministischer Perspektive politische Anreize zum „Degendering“, also der Aufhebung klassischer Geschlechterrollen, fordern, um dem Widerspruch zwischen der produktiven und reproduktiven Sphäre zu überwinden.

Eine Lösung dürfe sich nicht nur auf eine der Sphären konzentrieren und dürfe nicht auf dem Rücken von Frauen (oder auch einer Untergruppe beispielsweise weniger privilegierter Frauen) oder bestimmter ethnischer Gruppen ausgetragen werden. Es gelte, das Zusammenspiel der produktiven und der reproduktiven Sphäre neu zu definieren. Denkbar wäre hier ein System der „universellen Fürsorge“ (universal care). Die Politik müsse Arbeit, Familie und Sozialleistungen gleichermaßen regeln, wobei die Grundlage sein müsse, dass jeder Mensch, ob Mann oder Frau, dieselbe Verantwortung für grundlegende fürsorgliche Aufgaben habe. Hier ergebe sich ein besonderes Problem für Single-Haushalte, in denen Aufgaben nicht gemeinschaftlich übernommen werden können.

 

Die US-Wahlen

Im Hinblick auf die US-Wahlen, die nicht unerwähnt bleiben durften, teilte Frau Fraser die Gender-Problematik des US-Wahlkampfs in zwei Aspekte ein: den rhetorisch-idiomatischen Aspekt und den Aspekt des gesellschaftlichen Versäumnisses. Zunächst betonte sie jedoch, dass in ihren Augen die Genderfrage nicht den Wahlkampf beherrschte, sondern die Frage von gesellschaftlicher Klasse und von Sektoren (beispielsweise ländlich vs. städtisch). Trump habe sich hierbei des Strukturwandels (Rückgang von Produktionsstätten im Zentrum des Systems), Clinton des Finanzsektors und der prekären unterbezahlten Dienstleistungen angenommen. Clinton habe also einen neoliberalen Feminismus verkörpert.

Die echte Spannungslinie sei, genau wie beim Brexit, dort verlaufen, wo die Menschen sagten: „Wir haben genug von diesem System! Das Leben wie wir es kennen, wird uns genommen. Unsere Kinder werden es nicht besser haben als wir.“

Betrachte man sich nun den rhetorischen Aspekt, so sei zu sagen, dass Trump frauenfeindliche und rassistische Phrasen drosch, während Clinton sich auf der Zielgeraden des Wahlkampfs einem regelrechten moralischen Kreuzzug gegen unanständiges Verhalten verschrieben habe. Und wenn eine Person den moralischen Zeigefinger erhebe, die Millionen von Dollar für Reden bei Goldman Sachs kassiere und sich in einem Strafverfolgungsverfahren weigere, ihre Korrespondenz offen zu legen, dann könne dies nicht als rechte Hetze abgetan werden, sondern komme bei der Bevölkerung verständlicherweise „nicht so gut“ an. Trotz aller zu verurteilenden rassistischen und frauenfeindlichen Trump‘scher Phrasen sei das Wahlergebnis nachvollziehbar und zu erwarten gewesen.

Ins Gewicht falle in diesem Zusammenhang auch, dass die US-Amerikaner vor acht Jahren mit der Wahl Obamas bereits einen historischen Durchbruch erlebt hatten. Die Tatsache, dass in einem Land, das auf Sklaverei aufbaue, ein Afro-Amerikaner Präsident wurde, sei bereits bahnbrechend gewesen. „Und was haben wir Amerikaner davon gehabt?“ fragte Nancy Fraser provokativ. „Enttäuschung!“ Der versprochene Wandel sei nicht eingetreten. Man habe also daraus seine Lehre gezogen. Auch in diesen Wahlen sei es um einen bahnbrechenden Wandel gegangen, doch diesen habe Hillary Clinton nicht verkörpert.

Frau Fraser forderte an dieser Stelle die Frauenbewegung und andere progressive gesellschaftliche Bewegungen dazu auf, das Wahlergebnis als Weckruf zu betrachten. Es gelte, die Haltung zu gesellschaftlicher Klasse und zur politischen Volkswirtschaft zu überdenken und sich nicht auf Lippenbekenntnisse zur Diversität zu beschränken.

Wolfgang Streeck (c) Stadtbibliothek Köln

Wolfgang Streeck (c) Stadtbibliothek Köln

Frage aus dem Publikum: Hätte Obama es besser machen können?

Möglicherweise schon, meinte Nancy Fraser, auch wenn sich dies schwierig gestaltet hätte. Er sei zwar rhetorisch versiert gewesen und habe, wie beispielsweise der brillante Rhetoriker Franklin D. Roosevelt, auch ein Narrativ geschaffen, habe die Menschen erreichen können – letzten Endes habe er jedoch nur Gesetze auf den Weg gebracht, die der Regierung und ihrer Entourage nutzen (inside the Beltway, wie die Amerikaner sagen). Das Volk hätte ihm verziehen, wenn er es anders versucht hätte und dabei gescheitert wäre. Es verzeihe ihm jedoch nicht, dass er es nicht einmal versucht habe.

 

Das Ende des Kapitalismus?

In der abschließenden Frage nach dem Ende des Kapitalismus bezog Nancy Fraser klar Stellung. Sie sei sich sicher, dass die derzeitige Form des Kapitalismus zwar nicht von heute auf morgen verschwinden, jedoch in dieser Form nicht mehr lange Bestand haben könne. Wir befänden uns an einem Wendepunkt, an dem eine neue Abmachung getroffen werden müsse. Der Kapitalismus habe historisch in Krisenzeiten durchaus eine Fähigkeit unter Beweis gestellt, sich stets neu zu definieren – möglicherweise würden wir es also mit einer abgewandelten Form des Kapitalismus zu tun bekommen. Andererseits sei auch eine nichtkapitalistische Alternative denkbar. Hierbei obliege es Soziologen wie Nancy Fraser selbst, die gesellschaftlichen Kräfte zu identifizieren, die in der Lage sind, eine wertvolle (nicht neoliberale) Alternative zu schaffen.

Zusammenfassung von Sarah King, die das Gespräch am Abend ins Deutsche gedolmetscht hat

Nancy Fraser ist Politikwissenschaftlerin und eine der bekanntesten US-amerikanischen Feministinnen. Zurzeit ist Fraser Henry A. and Louise Loeb Professor of Political and Social Science an der New School for Social Research in New York City.

Wolfgang Streeck ist ein deutscher Soziologe und Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln.

 

Mini Maker Faire 2016: So war’s

10 Nov

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Entschuldigen Sie, wo geht’s denn hier zur Laserharfe? Dritter Stock, hinter den Lektürehilfen, gleich neben den Amateurfunkern? Und die tanzenden Pflanzen? Erdgeschoss? Danke.

Im Jahr 2016 können diese und ähnliche Sätze in einer Bibliothek fallen, ohne dass man sich in ein Paralleluniversum begeben muss. Hintergrund: Die erste Mini Maker Faire in Köln, die wir in Kooperation mit Heise/Maker Media GmbH ausgerichtet haben.

Die Faire ging am vergangenen Samstag über die Bühne und könnte kaum angenehmer gewesen sein. Nach mehr als einem halben Jahr intensiver Planung waren wir entsprechend aufgeregt – um dann im Laufe des Tages festzustellen, dass es sich gelohnt hat. Yes! Ein schlaglichtartiger Rückblick. (Wem das zu viel Text ist: siehe Video und Bildergalerie!)

Ein Samstag wie kein anderer

Rund 3.600 Besucher haben wir gezählt – das ist fast doppelt so viel wie an einem regulären Samstag. Hammer! Das gut gelaunte Gewusel startete ab 10 Uhr und ließ erst am späten Nachmittag nach. Familien, Techniker, Alte, Nerds, Junge, Dickdünngroßkleine spiegelten horizontal wie vertikal ein Abbild der Gesellschaft wieder, wie wir es ohnehin jeden Tag in der Bibliothek erleben. Gekommen waren sie, um sich die Maker-Projekte einzuverleiben, die unsere Bibliothek an diesem Tag grundlegend verwandelten.

Tanzende Pflanzen mit Pflegeroboter treffen auf kaputte Kaffeemühlen

Im Erdgeschoss ging es sehr technisch-mechanisch zu. So waren 3D-Drucker, CNC-Maschinen und Steuerungstechnik zu sehen, während Frank Mengel an seinem stets vollen Stand seine selbst entworfenen und 3D-gedruckten Roboter präsentierte – ungefähr acht Stunden am Stück, ohne Pause. Der Mann ist selbst ein Roboter! Er hätte sich also beim Repair Café generalüberholen lassen können, aber die Kollegen aus Porz waren schon beschäftigt mit defekten Radios, Kaffeemühlen, Tintenstrahldruckern und dem Messer aus unserem eigenen Schneideplotter – und vielem mehr.

Eines der Highlights war sicherlich das Projekt TAMULIMOBA – das steht für Tanz, Musik, Licht & Modellbau und ist eine crazy machine von Ralf, der Steuerungstechnik und Modellbau fusionieren wollte. Heraus kam eine Garde aus animatronisch anmutenden Gewächsen, die sich zu unterschiedlicher Musik bewegen können (hier im Video). Als Ralf sich um den Servomotor einer Pflanze sorgte – denn auch Maschinen bekommen manchmal steife Gelenke -, wussten die Freunde von der DingFabrik Abhilfe qua Ersatzmotor. Letztere präsentierten das gesamte Spektrum ihres sympathischen FabLabs, vom Origami über das internet of things bis zum CNC-motorisierten Filzstift. Plus Nähmaschine.

Das Jungvolk interessierte sich sehr für die World Robot Olympiad – das sind Mindstorms-Bots von Lego, die zusammen mit ihren menschlichen Kolleginnen und Kollegen an einer Weltmeisterschaft der Roboterprogrammierung teilnehmen. Noch in diesem Monat steigt das Finale in Indien – und das Team der Mini Maker Faire ist dort am Start! Besonders freuten wir uns auch über Vladimir aus Sankt Petersburg, der gleich neben TAMULIMOBA seinen Roboter zur Pflanzenpflege präsentierte – ein einfallsreiches Projekt aus Lego Mindstorms, das eine Pflanze vollautomatisch bewässert und beleuchtet.

An dieser Stelle sei auch herzlich unseren drei Food Trucks gedankt: mit Crêpes aus der Bretagne, Premium-Hotdogs und taiwanesischen Burgern konnte man sich multikulturell für’s Maker-Gewusel stärken.

Musikprojektion, Laserharfen und viel, viel Lötzinn

Auf der dritten Etage liefen dagegen die Lötkolben heiß. An drei Stationen kamen vor allen Dingen jüngere Menschen mit Kolben und Lötzinn in Kontakt, wenn sie sich ein wearable Display oder einen Tannenbaum bauen wollten. So hatte der Stand des DARC e.V. bis zum Abend sein komplettes Material von Kinderhand weglöten lassen – schön!

Aber nicht nur das: Musikalisch interessierte Feingeister konnten entweder airman mit seiner selbstgebauten Laserharfe lauschen, oder beim Projekt Musik für alle mit der Musik zu einer Klanginstallation verschmelzen. Der abgedunkelte, gedämpfte Raum transportierte eine sehr kontrastive Stimmung zur quirligen Lebendigkeit im Haus. Wir beobachteten eine Familie dabei, wie sie zwanzig Minuten ganz bei sich war, mit der Musik, der Projektion und dem Raum verschmolz.

Weitere tolle Projekte aus Aachen (FabLab, Informatik-Schülerlabor und 3D-Scanner) und zwei Klimastationen-Bausätze (OpenAir Cologne & senseBox) sorgten für einen echten hot spot auf der dritten Etage. Wie sagte ein Mitarbeiter der RWTH Aachen so schön? „Die Kinder sind toll, die stürzen sich direkt auf die ausgestellten Sachen und probieren einfach drauf los, was bei den simplen Coding-Spielzeugen am allerbesten funktioniert, und währenddessen können wir die Eltern zutexten!“ Der Stand von InfoSphere illustrierte das, weil dort Kinder auf dem Boden mit Codierblöcken und Steuerungsbrettern (Cubetto) spielten, während sich die Eltern vom Coding-Potenzial des Schülerlabors überzeugten.

 

Fotografie, Bücherkunst und viel Nähzeug

Eher handwerklich ging es auf der vierten Etage zu. Am Stand von Parlapier bestaunte man, wie aus altgedienten Büchern kleine Kunstwerke entstanden. Das Papercrafting war so beliebt, dass auch hier das Basismaterial – die alten Bücher – letztlich ausging. Gleich daneben stellte Herr Filmkorn Kameras aus den letzten 100 Jahren aus: ein verschwindendes Handwerk! Am Abend erzählte er uns wie begeistert er davon war, Kindern die aussterbende analoge Fotografie am Beispiel von alten Kameras zu erklären.

Auf der anderen Seite der Etage konnte man dabei zusehen, wie ein Bestellknopf Waren aller Art über den Äther in eine Einkaufslisten-App packt. Ein paar Meter weiter drängten sich Jung und Alt um die Upcycling-Station: Elke und Antje ließen zusammen mit euch die Nähmaschinen heiß laufen. Alabama Chanin heisst die Technik, bei der ein altes Kleidungsstück für die Verzierung eines anderen benutzt wird. Gleich daneben, sehr beliebt, konnte man sich aus alten Shirts – z.B. solche mit coolem Logo – praktische Einkaufsbeutel fertigen. Später glichen die Nähtische einem Schlachtfeld… und genau so soll es sein! Kollegin Babett kann jetzt z.B. ihr geliebtes (aber zu kleines) Heisenberg-Shirt als Heisenbag mit zum Einkaufen nehmen. Say my name!

Dahinter, in unserem gemütlichen Makerspace, zuguterletzt: Die Stadtbibliothek Köln. Unsere Auszubildenden haben sich voll ins Zeug gelegt und gezeigt, welche Making-Tools wir für euch haben: Alle meine Entchen auf dem Bananen-MaKey MaKey ging gut ab (für Frère Jacques fehlte eine Banane), genauso der 3D-Stift 3Doodler und der Schneideplotter. Besonderen Spaß hatten Kinder mit den littleBits – das sind kleine Technik-Gadgets, die sich einfach zusammenstecken und in Reihe schalten lassen. Sagt also ein Bruder zu seiner Schwester: “Guck mal, das Ding macht Furzgeräusche!”

Und genau so sieht der Erwerb digitaler Medienkompetenz aus.

Und wozu das alles?

Die Frage, warum sich eine Bibliothek mit diesem Maker-Thema beschäftigt, taucht immer wieder auf. Zum einen profitieren wir von Quersynergien: Einerseits waren am Samstag Leute im Haus, die unser alltägliches Medienangebot nutzen wollten – und dann letztlich zwei Stunden mit einer Nähmaschine verbrachten. Andererseits kamen viele Leute extra für die Mini Maker Faire zum ersten Mal in die Bibliothek und erkannten, dass wir ja auch sonst ganz nette Dinge anbieten. Beide Gruppen zeigten sich begeistert von diesem Event, das haben wir aus erster Hand erfahren.

Viel wichtiger ist aber noch etwas anderes: Die Maker-Kultur hat ihre Ursprünge in der Hackerbewegung. Also Leute, die Technologien durchdringen und verstehen wollen. Darum geht es bei Making-Themen so oft (aber eben nicht nur!) um Technologie und wie man ihre Grenzen auslotet – also auch um Coding! Und hier schließt sich der Kreis zum Auftrag von Bibliotheken, im Rahmen nonformaler Bildung zur Entwicklung von digitalen Medienkompetenzen beizutragen. Quod erad demonstrandum.

Wir danken unseren Kooperationspartnern von Heise/Maker Media, unseren Helferinnen und Helfern von der TH Köln, unseren Azubis, den Foodtrucks, unseren großartigen Hausmeistern (!) und vor allem allen Makerinnen und Makern – den Heldinnen und Helden des Gecrafteten und Gecodeten – für diesen unvergesslichen Tag.

Weitere Artikel über die Mini Maker Faire:

https://www.buchreport.de/2016/11/07/maker-mekka-in-der-domstadt/

http://machenstattkaufen.blogspot.de/2016/11/ruckblick-mini-maker-faire.html

sa