Tag Archives: 3D-Drucker

Von Markisen. Eine Begegnung im Makerspace

21 Apr

Neulich kam eine Dame an die Auskunft und zückte ein sonderbares Ding aus Plastik

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Eine Blende für eine alte Markise, fast marode. Foto: Stadtbibliothek Köln

„Meine Markise ist bestimmt schon 50 Jahre alt und ich glaube, dieses Teil hier gibt demnächst den Geist auf.“

Sie hatte gehört, dass man bei uns Dinge einscannen und auch ausdrucken kann – also ab zur Stadtbibliothek! Nach kundiger bibliothekarischer Analyse des Gegenstandes war klar: Unser 3D-Scanner wird davon keine maßgetreue Kopie herstellen können, sondern höchstens eine künstlerisch wertvolle Interpretation. Und der Hersteller der Markise ist ebenfalls nicht aufzutreiben…

Und nun? War guter Rat teuer. „Kennen Sie vielleicht Designer oder Ingenieure in Ihrem Umfeld?“, fragten wir. „Ach, wissen Sie, ich bin schon über 80, die sind alle so alt wie ich…“

Und gerade, als wir sie auf kostenpflichtige Dienstleister aufmerksam machen wollten – die Rettung! Namens Tobias Bode. Aus Overath. Student der Fahrzeugtechnik. Inhaber einer 3D-Lizenz. Belegt zur Zeit verstärkt unseren 3D-Drucker, weil er an seiner Bachelor-Arbeit werkelt.

Er hörte das Gespräch zufällig mit und machte sich mit einem Messschieber aus dem Inventar unseres Hausmeisters freimütig an die Arbeit. Kaum 30 Minuten später war der Zauber mit Solidworks vollbracht.

Weitere 45 Minuten später können wir das Ergebnis in Händen halten. Sieht ziemlich präzise aus, oder?

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Rechts das Original, links die Kopie. Foto: Stadtbibliothek Köln

Herr Bode wurde währenddessen von unserer Markisen-Dame mit Kaffee und Brötchen versorgt. Und Schokolade! Win-Win!

Und was lernen wir daraus?

Ein Makerspace ist nicht nur eine Ansammlung von Technik und Werkzeug – das sind höchstens Startbedingungen. Viel wichtiger: er bringt Menschen unterschiedlichster Interessen und Herkünfte zusammen. Gerade in Bibliotheken, deren Besucherstruktur äußerst heterogen ist, sind die Chancen auf solch fruchtbare Begegnungen hoch.

Die Effekte daraus sind nicht abzusehen – aber umso schöner zu beobachten. Danke, Herr Bode!

sa

Schmuck aus unserem 3D-Drucker

17 Mrz

Was gibt es nicht mittlerweile alles aus dem 3D-Drucker! Und was wird noch kommen? Barilla möchte individualisierte Nudeln drucken, in Amsterdam entstehen bald gedruckte Häuser (die FAZ berichtete am 16.2.2014, Seite V 7 und http://neuerdings.com/2014/03/16/3d-druck-kanalhaus/ ), Gartenfreunde drucken ihre Gras- und Blumenarrangements und sogar Prothesen können – wenn man einmal eine gute angepasste Vorlage erstellen konnte – mittlerweise mit äußerst geringen Materialkosten hergestellt werden.

Dass der Drucker auch ganz tollen Schmuck zaubern kann, haben uns zwei Studenten bewiesen. Für ein Studienprojekt haben sie mehrfach den Weg von Wuppertal nach Köln nicht gescheut und das Ergebnis spricht doch wirklich für sich! 🙂

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Copyright: Christian Pfeil

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Copyright: Tim Löttgen

Schmuck aus dem 3D-Drucker konnten wir auch im Herbst auf der Euromold in Frankfurt in die Hand nehmen und bestaunen. Eine finnische Firma repräsentierte hier ihre gedruckten Metallanhänger für Ketten, die im Inneren zum Teil mit Elektronik ausgestattet waren, so dass der Anhänger auf Knopfdruck aus kleinen Aussparungen leuchtet.

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Copyright: Stadtbibliothek Köln

Ihr wollt gerne eigene 3D-Modelle erstellen? Einen Einblick in die Welt der 3D-Modellierung bekommen? Dann werft doch einen Blick in unser Makerspace-Programm. Bei Workshops für Selbermacher darf 3D-Modellieren natürlich nicht fehlen 🙂 Momentan gibt es noch freie Plätze für den Workshop am 24. Mai „123D Creature – Digitales Modeling auf dem iPad“ und für den Workshop am 28. Juni „Von der Idee zum 3D-Druck – Ein 3D-Crashkurs für Anfänger mit SketchUp“.

Eine weitere Möglichkeit bietet unser 3D-Scanner, den ihr eigenständig nutzen und bedienen könnt.

(ck)

Herbstnews vom 3D-Drucker und zum 3D-Druck

25 Nov

Was soll ich sagen: Unser 3D-Drucker (aka 3-D-Drucker ;-)) ist nach wie vor heiß begehrt. Samstags kann er immer so richtig zeigen, was er auf dem Kasten hat, wenn ihr mit euren Dateien kommt! Ab sofort übrigens schon ab 10 Uhr bis bei uns die Lichter ausgehen!

Kugelbahn

Foto und Objekt: Tilmann Wendt

Ein besonders schönes und spannendes Objekt hat Tilmann neulich bei uns gedruckt. Sieht im ersten Moment nur wie ein quadratischer Würfel mit Durchlässen aus, in Wirklichkeit steckt aber viel mehr dahinter! Das Quadrat dient als eine Art Weiche und ist nun Teil eines Kugelbahnsystems.  Mit jedem Durchlauf wird die Richtung der Kugel gezielt gewechselt.

Dahinter steckt viel Bastelgeist :-). Genial!

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3D-Modell erstellt mit Blender von Tilmann Wendt

Kugelsystem stl

Druckansicht mit Makerware

Vor einigen Tagen lief auf 3sat eine interessante Dokumentation zum Thema 3D-Druck. Dabei wurden viele verschiedene Bereiche angesprochen, in denen 3D-Druck schon angewendet wird und wo für die Zukunft Anwendungsmöglichkeiten gesehen werden. Außerdem konnte man in der Dokumentation auch eine andere Art von 3D-Druck als unsere kennenlernen, das Lasersintern.

Auch Forscher der Paläontologie haben sich zum Thema wieder gemeldet. Sozusagen die Deluxe-Version von unserer Kooperation mit der Universität Köln (Druck eines Schafsknochen aus Namibia, dessen Original für die Forschung beschädigt werden musste, wir berichteten) fand jetzt in Berlin statt. Mit Hilfe eines Computertomographen (der uns zugegebenermaßen noch fehlt ;-)), konnte ein nicht freigelegter Dinosaurierknochen aus einem Fossil ausgemessen und schließlich eine Nachbildung mit einem 3D-Drucker ausgedruckt werden. Dadurch blieb das Original unbeschädigt.

ck

Stadtbibliothek Köln im Dienst der Wissenschaft

22 Aug

Knochen und Druck korr

(Foto: © Heinrich-Barth-Institut e.V.)

Eine Anfrage besonderer Art hat uns kürzlich von der „Forschungsstelle Afrika“ des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln erhalten. Diese benötigte unseren 3-D-Drucker in wissenschaftlicher Mission. Eine bedeutende Grabungskampagne in Namibia hatte unter anderem einen Schafsknochen zu Tage gebracht, der auch Auskunft über die Wirtschaft und Ernährung prähistorischer Menschen liefern kann. Invasive Untersuchungsmethoden beschädigen ein Original-Fossil meist weitgehend und es geht damit der Wissenschaft als haptisches Objekt verloren.

Die Technik des 3-D-Drucks kann heute eine präzise Dokumentation des Originals liefern. In einer spektakulären Aktion verwandelte unser MakerBot Replicator 2 die vorher vom Neanderthal Museum gefertigten hochauflösenden 3D-Scans in eine originalgetreue Replik des begehrten Schafknochens.

Der 3-D-Drucker steht im Makerspace auf der neu gestalteten Etage „4″ in der Zentralbibliothek am Neumarkt. Dort bieten wir jedermann Zugang zu neuen technischen Entwicklungen. Dabei geht es nicht nur darum, Bücher und Medien zu nutzen, sondern auch selbst kreativ zu werden und eigene Inhalte zu produzieren.

Schaut doch mal vorbei!

Weiterführende Informationen:

http://www.cceh.uni-koeln.de/rti

http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/bibliotheken-archive/zentralbibliothek/die4/

http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/lesen-und-lernen/12535/

https://stadtbibliothekkoeln.wordpress.com/2013/02/26/wir-haben-einen-3-d-drucker/

https://stadtbibliothekkoeln.wordpress.com/2013/03/27/der-erste-monat-mit-unserem-3d-drucker/

https://stadtbibliothekkoeln.wordpress.com/2013/06/22/was-wird-eigentlich-mit-eurem-3d-drucker-gedruckt/

ck

„Was wird eigentlich mit eurem 3D-Drucker gedruckt?“

22 Jun

Unser lieber 3D-Drucker läuft und läuft und euer Interesse und Spaß an der Sache lässt nicht nach. Wir finden das ganz prima!

Nun werden wir immer wieder gefragt, was unsere Besucher denn eigentlich bei uns ausdrucken.

Neben Schlüsselanhängern, Spielfiguren und dem Dom 😉 passiert an den Samstagen noch sehr viel mehr! Eine ganz kleine Auswahl stellen wir euch heute einmal vor.

Ganz frisch am Samstag zur Neueröffnung unserer „4“ entstand diese Duschhalterung. Damit hat der Modellierer beim Duschen wieder beide Hände frei 🙂

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(Foto und Objekt: David Ziai)

Wir hatten auch schon verschiedene kreative Modellbauer zu Besuch. So entstanden Bauteile für Modellflugzeuge oder Lokomotiven. Hier eine – wie ich finde wirklich prachtvolle –  Preußische S1.

Preußische S 1

Preußische S 1

Desweiter konnte sich ein Oldtimer-Fan eine Scheinwerferkappe für sein Fahrzeug ausdrucken, das er selbst nachmodelliert hat und welches käuflich nicht mehr zu erwerben ist.

Auch sportlich ging es schon zu, als eine Kamerahalterung zur Befestigung am Fahrradhelm entstand.

Wer in letzter Zeit bei uns zur Vorführung des 3D-Druckers war, kennt dieses sympathische bunte Kerlchen schon. Mit Revell-Modellbaufarbe bemalt strahlt er uns jeden Tag entgegen. Vielen Dank an Sebastian, der uns das Modell als Vorführungsstück wieder zur Verfügung gestellt hat.

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(Fotos: Sebastian Kirchheiner. Sein Blog: bitbastler.info   Modell: http://www.thingiverse.com/thing:52922, von Sebastian Kirchheiner individualisiert)

Schon dieser kleine Einblick zeigt, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten mit unserem Makerbot Replicator 2 sind und wir sind immer wieder auf’s Neue gespannt und überrascht, welche Ideen unsere Besucher mitbringen.

Mehr Infos zu unserem 3D-Drucker:

1. Blogartikel zu unserem 3D-Drucker

2. Blogartikel zu unserem 3D-Drucker

ck

Der erste Monat mit unserem 3D-Drucker

27 Mrz

Seit einem Monat haben wir nun schon unseren 3D-Drucker in der Stadtbibliothek!
In dieser Zeit haben wir viele Menschen kennengelernt, von ihnen und euch gelernt und Wissen rund um 3D-Modellierung und 3D-Druck getauscht.
Wir freuen uns sehr, dass das Interesse an der Technologie des 3D-Drucks so groß ist und wir die Möglichkeit haben, sie euch näher zu bringen!
Di – Fr gibt es jeweils um 11 Uhr und (Edit: ab November 2013 entfällt der 11 Uhr Termin) 17 Uhr eine Druckvorführung, bei der der Druck anhand eines kleinen Objekts demonstriert wird. Wir staunen immer wieder über die Anziehungskraft, die der Drucker ausübt. Besonders freut es uns, dass nicht nur Technikaffine, sondern auch Menschen unterschiedlichsten Alters und mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen neugierig sind und uns besuchen. Da entspinnt sich manch interessantes Gespräch – vor allem über die Möglichkeit Fleisch zu drucken wird heiß diskutiert ;-). Aber auch Gedankenspiele, inwieweit die Technologie des 3D-Drucks Produktion und Vertriebswege von Gütern in Zukunft verändern könnte und vieles mehr bieten immer wieder Diskussionsstoff.

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Foto und Objekt: Michael Winter

Jeden Samstag habt ihr die Möglichkeit von 11-15 Uhr (Edit: ab sofort) 10-15 Uhr eigene kleine 3D-Objekte ausdrucken zu lassen. Als Vorlage benötigt ihr hierfür eine Datei im STL- Format (objekt- oder thing-Format ist auch möglich). Wenn ihr selbst kein 3D-Modell erstellen könnt, habt ihr die Möglichkeit bei Thingiverse STL-Dateien für verschiedenste Objekte kostenfrei herunterzuladen. Thingisverse ist eine Online-Community, in der Privatpersonen ihre Modelle zu Verfügung stellen, solange sie als Urheber genannt werden und die Objekte nicht kommerziell verwendet werden. Neben teuren und professionellen Programmen gibt es auch kostenlose Software, um 3D-Modelle zu erstellen, wie zum Beispiel 123D, SketchUp oder Blender.
Bitte denkt daran, dass wir so vielen von euch wie möglich die Chance geben wollen etwas zu drucken und daher auf den Druck von größeren Objekten verzichten möchten. Sollte eine Vorlage von euch zu groß oder im Druck zu aufwendig sein, können wir diese vor Ort aber noch verkleinern. Der Druck ist übrigens kostenlos.Android_bemalt

Wir haben schon ganz tolle Dinge gedruckt: Von Modellbauteilen, selbst modellierten Figuren und Objekten über einen Ring mit Namensgravur. Natürlich geht auch manchmal etwas schief ;-). So bereitet es beim Druck Schwierigkeiten, wenn keine ebene oder genügend große Auflagefläche im Modell vorgesehen ist. Solche Fehler lassen sich beispielsweise mit netfabb analysieren.
Gerade samstags teilen unsere Besucher ihre Erfahrungen mit uns und allen Gästen, worüber wir uns sehr freuen. So hat ein Junge sein bei uns ausgedrucktes Modell mit Modellbaufarbe bemalt. Super Tipp! Acryllack hält auch. Auch ein Bearbeiten der Objektoberfläche mit Feile und Schmirgelpapier ist gut möglich.

Wir sind gespannt, wie alles weiter geht und freuen uns schon auf viele weitere schöne Erlebnisse und Erfahrungen mit unserem Makerbot Replicator 2 und – ganz klar – mit euch!

si & ck

Wir haben einen 3-D-Drucker

26 Feb Replicator 2 und Laptop mit MakerWare
Unser Replicator 2 plus Laptop mit MakerWare

Unser Replicator 2 plus Laptop mit MakerWare

Was für eine Schlagzeile – die Stadtbibliothek Köln hat einen 3-D-Drucker. Doch was ist das für eine Technologie, die da seit Weiterlesen