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JPG to STL: Wie erstellt man aus einem Foto eine 3D-Druck-Datei?

15 Jun

Seit über fünf Jahren sind wir nun in der Thematik 3D-Druck unterwegs. Mit eigenen 3D-Druckern, der Möglichkeit bei uns selbst zu drucken oder auch einfach nur etwas über die Technologie zu lernen. Regelmäßig kommt dann die Frage, ob man auch etwas „von einem Foto“ drucken kann. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass ein Foto zweidimensional und nicht dreidimensional ist. Der Drucker benötigt jedoch eine dreidimensionale Vorlage – speziell eine Datei im STL-Format.

Wir haben uns daher einmal auf die Suche nach einer (möglichen) Lösung gemacht, die wir hier vorstellen wollen.

Du hast ein Foto, ein Logo oder einen Schriftzug und möchtestdas jeweilige Objekt gerne von einem 3D-Drucker ausdrucken lassen. Wir gehen nun also davon aus, dass das Foto digital im JPG-Format vorliegt, das in eine dreidimensionale Datei im STL-Format umgewandelt werden soll.

Anleitung JPG in STL umwandeln mit selva3D.com:

Zum Umwandeln von JPGs in ein STL-Format benötigt man eine spezielle Software. Da kommt natürlich gleich die Befürchtung auf, dass so etwas entsprechend kostet. Nein, muss nicht sein! Neben vielen kostenpflichtigen Programmen es gibt auch Webseiten, die einen nicht dazu zwingen, das Portemonnaie zu zücken.

Wir möchten hier die Seite https://www.selva3d.com/  vorstellen.

Bei dieser ist es zwar erforderlich sich einen Account anzulegen, mehr aber auch nicht. E-Mail-Adresse eingeben, ein Passwort festlegen und schon kann’s losgehen!

Nach erfolgreicher Anmeldung erscheint folgende Seite:

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Rechts zeigt das Programm beispielhaft ein 3D-Modell an. Über den Button „Upload Image“ könnt ihr nun eine eigene Bild-Datei hochladen. Wichtig hierbei: Wählt bei „Transformation Type“ aus, um welche Art von Bild es sich handelt. Ist ein Logo oder ein Schriftzug/Text dargestellt oder ist es ein Foto (bspw. von einem Gesicht)?

Sobald die Datei hochgeladen wird, beginnt das Programm zu rechnen und wandelt deine Datei in ein 3D-Objekt um. Je nach Komplexität des Bildes kann der Vorgang ein paar Minuten dauern.

Anstelle des beispielhaften Würfelblocks erscheint dann dein Bild als ein Objekt. Mit dem Mauszeiger könnt ihr das Objekt anklicken und drehen. Mit dem Schieberegler „Treshold“ können Bereiche des Objekts verringert oder stärker dargestellt werden und bei „Height“ lässt sich die Höhe/Dicke anpassen.

Wenn du zufrieden mit den Einstellungen bist, kannst du die STL-Datei herunterladen.

Aufpassen! Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auf der linken Seite siehst du eine Auflistung unterschiedlicher Download-Optionen. Einige davon kosten etwas! Klicke einfach unten auf „Download a Standard Quality STL for Free“.

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Die Datei wird nun auf deinen PC heruntergeladen und muss nur noch mit dem 3D-Drucker gedruckt werden!

Unsere Erfahrungen

Wir haben verschiedene JPGs getestet und festgestellt, dass besonders Logos, Texte oder auch Cliparts sehr gut umgewandelt werden (der Vogel in der Abb. oben ist aus einer Clipart-Datei entstanden).

Nicht so gut wird das Ergebnis bei Fotos, die sehr realistisch und detailliert sind (beispielsweise Portraits).

Lässt man bei einer Fotografie die Einstellung „Transformation Type“ auf „Logo/Text“ sucht das Programm nach den Kontrasten im Bild und macht daraus ein Objekt.

Beispiel:

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Ist die Einstellung „Photograph“ ausgewählt, macht die Software aus dem Foto eine Art Relief:

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Hinweis:

Allgemein ist zu beachten, dass die Software aus den JPGs zwar dreidimensionale Objekte macht, diese sind aber auf einer Seite immer flach.

Zur Verdeutlichung: Ein Bild von einem Kreis wandelt das Programm nicht zu einem dreidimensionalen Ball um, sondern es bleibt ein Kreis und wird lediglich in die Höhe gezogen. In dem Fall entsteht ein Zylinder.

Wir hoffen damit dem ein oder anderen 3D-Druck-Liebhaber weiterhelfen zu können ;-)

(lr)

 

User-generated Filamenthalterung

13 Nov

Wolfgang ist Inhaber einer Lizenz für den 3D-Drucker und verbrachte die letzten Wochen verstärkt im Makerspace. Sein Projekt: Halterungen für Lautsprecherboxen, die er an seinem Motorrad anbringen möchte – für vollen Musikgenuss auch ohne Kopfhörer.

Die Gehäuse sind relativ groß und brauchen dementsprechend lange zum Ausdrucken. Umso ärgerlicher für Wolfgang, dass sich das Filament auf der Spindel ganz gerne mal verheddert. Die Konsequenz: Der Druckkopf kann kein Filament nachziehen, bekommt es mangels Sensoren aber nicht mit… und bewegt sich munter weiter, ohne dass etwas rauskommt. Leerlauf.

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Et kütt wie et kütt: Wenn der eine Faden unter dem anderen landet, kann das Filament verkeilen

In der Regel muss der Druck dann neugestartet werden.

Aber so etwas lässt ein Ingenieur für Elektrotechnik und Informationsverarbeitung nicht auf sich sitzen! Statt zu lamentieren, hat sich Wolfgang einfach an die Werkbank gesetzt und den Prototypen einer Halterung gebaut, die außen am (und nicht hinter dem) 3D-Drucker befestigt wird.

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Wolfgang mit Halterung aus Holz

So hat man die Rolle besser im Blick und kann bei drohender Verhedderung frühzeitig eingreifen. Wolfgang hat etwa eine Stunde Arbeit in die Vorrichtung investiert und freut sich, dass er den 3D-Druck so für alle angenehmer gestalten kann.

Der Prototyp ist mittlerweile im Einsatz und wir sind gespannt, was unsere 3D-Druckerinnen und -Drucker zu berichten haben.

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Die Halterung im Einsatz. Das kleine Schild informiert über Herkunft und Sinn der Vorrichtung und lädt zu Feedback ein

So finden wir das übrigens sehr super: Ein engagierter Nutzer des Makerspace sieht Verbesserungsbedarf – und macht es einfach. Lädt dazu ein, seine kleine Innovation zu testen und bessert dann gegebenenfalls nach. Vielen Dank, Wolfgang!

sa

Von Markisen. Eine Begegnung im Makerspace

21 Apr

Neulich kam eine Dame an die Auskunft und zückte ein sonderbares Ding aus Plastik

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Eine Blende für eine alte Markise, fast marode. Foto: Stadtbibliothek Köln

„Meine Markise ist bestimmt schon 50 Jahre alt und ich glaube, dieses Teil hier gibt demnächst den Geist auf.“

Sie hatte gehört, dass man bei uns Dinge einscannen und auch ausdrucken kann – also ab zur Stadtbibliothek! Nach kundiger bibliothekarischer Analyse des Gegenstandes war klar: Unser 3D-Scanner wird davon keine maßgetreue Kopie herstellen können, sondern höchstens eine künstlerisch wertvolle Interpretation. Und der Hersteller der Markise ist ebenfalls nicht aufzutreiben…

Und nun? War guter Rat teuer. „Kennen Sie vielleicht Designer oder Ingenieure in Ihrem Umfeld?“, fragten wir. „Ach, wissen Sie, ich bin schon über 80, die sind alle so alt wie ich…“

Und gerade, als wir sie auf kostenpflichtige Dienstleister aufmerksam machen wollten – die Rettung! Namens Tobias Bode. Aus Overath. Student der Fahrzeugtechnik. Inhaber einer 3D-Lizenz. Belegt zur Zeit verstärkt unseren 3D-Drucker, weil er an seiner Bachelor-Arbeit werkelt.

Er hörte das Gespräch zufällig mit und machte sich mit einem Messschieber aus dem Inventar unseres Hausmeisters freimütig an die Arbeit. Kaum 30 Minuten später war der Zauber mit Solidworks vollbracht.

Weitere 45 Minuten später können wir das Ergebnis in Händen halten. Sieht ziemlich präzise aus, oder?

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Rechts das Original, links die Kopie. Foto: Stadtbibliothek Köln

Herr Bode wurde währenddessen von unserer Markisen-Dame mit Kaffee und Brötchen versorgt. Und Schokolade! Win-Win!

Und was lernen wir daraus?

Ein Makerspace ist nicht nur eine Ansammlung von Technik und Werkzeug – das sind höchstens Startbedingungen. Viel wichtiger: er bringt Menschen unterschiedlichster Interessen und Herkünfte zusammen. Gerade in Bibliotheken, deren Besucherstruktur äußerst heterogen ist, sind die Chancen auf solch fruchtbare Begegnungen hoch.

Die Effekte daraus sind nicht abzusehen – aber umso schöner zu beobachten. Danke, Herr Bode!

sa

Schmuck aus unserem 3D-Drucker

17 Mrz

Was gibt es nicht mittlerweile alles aus dem 3D-Drucker! Und was wird noch kommen? Barilla möchte individualisierte Nudeln drucken, in Amsterdam entstehen bald gedruckte Häuser (die FAZ berichtete am 16.2.2014, Seite V 7 und http://neuerdings.com/2014/03/16/3d-druck-kanalhaus/ ), Gartenfreunde drucken ihre Gras- und Blumenarrangements und sogar Prothesen können – wenn man einmal eine gute angepasste Vorlage erstellen konnte – mittlerweise mit äußerst geringen Materialkosten hergestellt werden.

Dass der Drucker auch ganz tollen Schmuck zaubern kann, haben uns zwei Studenten bewiesen. Für ein Studienprojekt haben sie mehrfach den Weg von Wuppertal nach Köln nicht gescheut und das Ergebnis spricht doch wirklich für sich! :-)

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Copyright: Christian Pfeil

Schmuck Bild

Copyright: Tim Löttgen

Schmuck aus dem 3D-Drucker konnten wir auch im Herbst auf der Euromold in Frankfurt in die Hand nehmen und bestaunen. Eine finnische Firma repräsentierte hier ihre gedruckten Metallanhänger für Ketten, die im Inneren zum Teil mit Elektronik ausgestattet waren, so dass der Anhänger auf Knopfdruck aus kleinen Aussparungen leuchtet.

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Copyright: Stadtbibliothek Köln

Ihr wollt gerne eigene 3D-Modelle erstellen? Einen Einblick in die Welt der 3D-Modellierung bekommen? Dann werft doch einen Blick in unser Makerspace-Programm. Bei Workshops für Selbermacher darf 3D-Modellieren natürlich nicht fehlen :-) Momentan gibt es noch freie Plätze für den Workshop am 24. Mai „123D Creature – Digitales Modeling auf dem iPad“ und für den Workshop am 28. Juni „Von der Idee zum 3D-Druck – Ein 3D-Crashkurs für Anfänger mit SketchUp“.

Eine weitere Möglichkeit bietet unser 3D-Scanner, den ihr eigenständig nutzen und bedienen könnt.

(ck)

Herbstnews vom 3D-Drucker und zum 3D-Druck

25 Nov

Was soll ich sagen: Unser 3D-Drucker (aka 3-D-Drucker ;-)) ist nach wie vor heiß begehrt. Samstags kann er immer so richtig zeigen, was er auf dem Kasten hat, wenn ihr mit euren Dateien kommt! Ab sofort übrigens schon ab 10 Uhr bis bei uns die Lichter ausgehen!

Kugelbahn

Foto und Objekt: Tilmann Wendt

Ein besonders schönes und spannendes Objekt hat Tilmann neulich bei uns gedruckt. Sieht im ersten Moment nur wie ein quadratischer Würfel mit Durchlässen aus, in Wirklichkeit steckt aber viel mehr dahinter! Das Quadrat dient als eine Art Weiche und ist nun Teil eines Kugelbahnsystems.  Mit jedem Durchlauf wird die Richtung der Kugel gezielt gewechselt.

Dahinter steckt viel Bastelgeist :-). Genial!

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3D-Modell erstellt mit Blender von Tilmann Wendt

Kugelsystem stl

Druckansicht mit Makerware

Vor einigen Tagen lief auf 3sat eine interessante Dokumentation zum Thema 3D-Druck. Dabei wurden viele verschiedene Bereiche angesprochen, in denen 3D-Druck schon angewendet wird und wo für die Zukunft Anwendungsmöglichkeiten gesehen werden. Außerdem konnte man in der Dokumentation auch eine andere Art von 3D-Druck als unsere kennenlernen, das Lasersintern.

Auch Forscher der Paläontologie haben sich zum Thema wieder gemeldet. Sozusagen die Deluxe-Version von unserer Kooperation mit der Universität Köln (Druck eines Schafsknochen aus Namibia, dessen Original für die Forschung beschädigt werden musste, wir berichteten) fand jetzt in Berlin statt. Mit Hilfe eines Computertomographen (der uns zugegebenermaßen noch fehlt ;-)), konnte ein nicht freigelegter Dinosaurierknochen aus einem Fossil ausgemessen und schließlich eine Nachbildung mit einem 3D-Drucker ausgedruckt werden. Dadurch blieb das Original unbeschädigt.

ck

Stadtbibliothek Köln im Dienst der Wissenschaft

22 Aug

Knochen und Druck korr

(Foto: © Heinrich-Barth-Institut e.V.)

Eine Anfrage besonderer Art hat uns kürzlich von der „Forschungsstelle Afrika“ des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln erhalten. Diese benötigte unseren 3-D-Drucker in wissenschaftlicher Mission. Eine bedeutende Grabungskampagne in Namibia hatte unter anderem einen Schafsknochen zu Tage gebracht, der auch Auskunft über die Wirtschaft und Ernährung prähistorischer Menschen liefern kann. Invasive Untersuchungsmethoden beschädigen ein Original-Fossil meist weitgehend und es geht damit der Wissenschaft als haptisches Objekt verloren.

Die Technik des 3-D-Drucks kann heute eine präzise Dokumentation des Originals liefern. In einer spektakulären Aktion verwandelte unser MakerBot Replicator 2 die vorher vom Neanderthal Museum gefertigten hochauflösenden 3D-Scans in eine originalgetreue Replik des begehrten Schafknochens.

Der 3-D-Drucker steht im Makerspace auf der neu gestalteten Etage „4″ in der Zentralbibliothek am Neumarkt. Dort bieten wir jedermann Zugang zu neuen technischen Entwicklungen. Dabei geht es nicht nur darum, Bücher und Medien zu nutzen, sondern auch selbst kreativ zu werden und eigene Inhalte zu produzieren.

Schaut doch mal vorbei!

Weiterführende Informationen:

http://www.cceh.uni-koeln.de/rti

http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/bibliotheken-archive/zentralbibliothek/die4/

http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/lesen-und-lernen/12535/

https://stadtbibliothekkoeln.wordpress.com/2013/02/26/wir-haben-einen-3-d-drucker/

https://stadtbibliothekkoeln.wordpress.com/2013/03/27/der-erste-monat-mit-unserem-3d-drucker/

https://stadtbibliothekkoeln.wordpress.com/2013/06/22/was-wird-eigentlich-mit-eurem-3d-drucker-gedruckt/

ck

„Was wird eigentlich mit eurem 3D-Drucker gedruckt?“

22 Jun

Unser lieber 3D-Drucker läuft und läuft und euer Interesse und Spaß an der Sache lässt nicht nach. Wir finden das ganz prima!

Nun werden wir immer wieder gefragt, was unsere Besucher denn eigentlich bei uns ausdrucken.

Neben Schlüsselanhängern, Spielfiguren und dem Dom ;-) passiert an den Samstagen noch sehr viel mehr! Eine ganz kleine Auswahl stellen wir euch heute einmal vor.

Ganz frisch am Samstag zur Neueröffnung unserer „4“ entstand diese Duschhalterung. Damit hat der Modellierer beim Duschen wieder beide Hände frei :-)

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(Foto und Objekt: David Ziai)

Wir hatten auch schon verschiedene kreative Modellbauer zu Besuch. So entstanden Bauteile für Modellflugzeuge oder Lokomotiven. Hier eine – wie ich finde wirklich prachtvolle –  Preußische S1.

Preußische S 1

Preußische S 1

Desweiter konnte sich ein Oldtimer-Fan eine Scheinwerferkappe für sein Fahrzeug ausdrucken, das er selbst nachmodelliert hat und welches käuflich nicht mehr zu erwerben ist.

Auch sportlich ging es schon zu, als eine Kamerahalterung zur Befestigung am Fahrradhelm entstand.

Wer in letzter Zeit bei uns zur Vorführung des 3D-Druckers war, kennt dieses sympathische bunte Kerlchen schon. Mit Revell-Modellbaufarbe bemalt strahlt er uns jeden Tag entgegen. Vielen Dank an Sebastian, der uns das Modell als Vorführungsstück wieder zur Verfügung gestellt hat.

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(Fotos: Sebastian Kirchheiner. Sein Blog: bitbastler.info   Modell: http://www.thingiverse.com/thing:52922, von Sebastian Kirchheiner individualisiert)

Schon dieser kleine Einblick zeigt, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten mit unserem Makerbot Replicator 2 sind und wir sind immer wieder auf’s Neue gespannt und überrascht, welche Ideen unsere Besucher mitbringen.

Mehr Infos zu unserem 3D-Drucker:

1. Blogartikel zu unserem 3D-Drucker

2. Blogartikel zu unserem 3D-Drucker

ck