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Ach, Anna….!

7 Aug

Die ganze Familie versammelte sich vor dem TV-Gerät um „Timm Tahler“, „Silas“ oder „Anna“ zu sehen. So war das in den 80er Jahren, der Blütezeit der ZDF-Weihnachtserien, die den deutschen Familien stressfreie Feststunden bescherten.

Zu den erfolgreichsten zählte „Anna“, ein Sechsteiler, der die Tränendrüsen strapazierte, in dem Familienglück zerstört und schnell wieder hergestellt wurde.  Anna selbst (gespielt von Silvia Seidel) wollte nur eins im Leben: Ballerina werden. Und weil die Serie (geschrieben von Justus Pfaue) quasi Klavier auf den pubertierenden Mädchenseelen spielte, löste sie prompt einen Boom in den deutschen Ballettschulen aus.

Annas Tanz war in den 80ern praktisch komplementär zum Tennisspiel von Boris Becker. Auch der brachte viele Eltern dazu, ihren Sprössling im Tennisverein anzumelden. So träumten die einen von der großen Bühne und die anderen von Wimbledon.

Alle diese Träume sind längst geplatzt. Tennis interessiert kaum noch jemanden, Ballett nur noch insider und ZDF-Weihnachtsserien sind längst aus Kostengründen eingestellt.

Der damals 18jährigen Silvia Seidel brachte der Ruhm (13 Millionen Zuschauer) kein Glück. In einem Interview von 2011 sagte sie:  Nach ‚Anna‘ stand ich unter Schock, wie nach einem Unfall. 15 Jahre hat es gedauert, bis ich aufgewacht bin. Es passierte damals einfach zu viel in zu kurzer Zeit. Seitdem habe ich einen Großteil meines Lebens damit verbracht, ‚unberühmt‘ zu werden.“

Heute wachten wir auf und die Medien gaben bekannt, dass Silvia Seidel mit 42 Jahren gestorben ist.

 

gp

Anna Ballerina sagt „Psssst“ in unserer Bibliothek?

20 Okt

Erinnert sich noch jemand an die Serie Anna aus den 80ern? Da gab es eine mir damals schon recht peinliche Szene, in welcher die Tanzschüler aus dem Nichts bzw. aus deren Handtascheninhalten eine Spontan-Percussionsession abhalten. Die letzten 20 Jahre hatte ich erfolgreich jegliche Erinnerung verdrängt, bis ich folgenden Clip gesehen habe, welcher das gleiche Prinzip in der Unibibliothek verfolgt. Die Instrumente hier: Klapptische und das allgegenwärtige Klischee-Pssssst der Bibliotheks-Anwesenden. Ob das bei uns auch möglich wäre? Naja, uns fehlen die Klapptische. Und ich glaube auch die energischen Psssssst-Sager. Was ein Glück!

Ab Minute 01:10 geht’s zur Sache:

Wer die Anna-Szene nicht kennt oder auch erfolgreich verdrängt hatte, kriegt hier geholfen :

mks