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125. Geburtstag von Agatha Christie

15 Sep

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1890 gab eine Reihe historischer Ereignisse: In Ulm wird der höchste Kirchturm der Welt fertiggestellt, in England wird Agatha Christie geboren und in Köln wird die Stadtbibliothek gegründet (letzteres feiern wir im Dezember). Hier und jetzt widmen wir uns der Autorin, die vor 125 Jahren zur Welt kam und deren Erfolg auf der Insel nur noch von Shakespeare übertroffen wird.

Weltweit ist Agatha Christie mit über 4 Milliarden verkauften Werken jedoch die erfolgreichste Autorin. Mit ihrer Schreibmaschine tötete sie mehr Menschen als jede andere Frau. Dabei sah sie sich nie als Genie sondern als „eine ganz normale, erfolgreiche, schwer arbeitende Schriftstellerin“. Am Ende ihres Lebens konnte sie auf 85 Romane, viele Kurzgeschichten und Hörspiele sowie 17 Theaterstücke zurückblicken. Zwei ihrer Figuren blieben vor allem im Gedächtnis ihrer Millionen Fans. Hercule Poirot und Miss Jane Marple, beide ebenso skurril wie scharfsinnig und mit außergewöhnlicher Beobachtungsgabe gesegnet.

Kongenial verkörperte die Schauspielerin Margaret Rutherford die schrullige, teetrinkende und von ihren Widersachern ständig unterschätzte Jane Marple. Miss Rutherford war es auch die (unabhängig von den Buchvorlagen) einen Bibliothekar in ihren berühmten Marple-Filmen unterbrachte. Dieser (und gleichzeitig ihr) Mann hieß im Drehbuch wie im wirklichen Leben „Stringer“ und in einer Szene des Films „Murder, she said“ (deutscher Titel: „16 Uhr 50 ab Paddington“) kommt die Innigkeit dieser Verbindung gleich zu Anfang des Films besonders schön zum Ausdruck.

Miss Marple hat einen Mord beobachtet, doch der Polizei-Inspektor zweifelt an ihrer Wahrnehmungsfähigkeit. Fassungslos macht sie sich auf den Weg zur Bibliothek, um mit Mr. Stringer diese Impertinenz zu erörtern. Bei ihrem Eintreffen stellt Bibliothekar Stringer seine Gefühle für sie über das professionelle Gebot, ein vorgemerktes Buch ordnungsgemäß zur Abholung bereit zu legen.

In seinem kleinlauten wohlsituierten Umgang mit dem Konflikt, bestätigt Mr. Stringer vorzüglich das Klischee vom devoten Dorf-Bibliothekar, der es sich mit keiner seine Leserinnen verscherzen will.

gp

Die Szene kann ab Minute 06:30 genossen werden.

Les Bibliothécoeurs de Gutenberg

7 Aug

 

oder von der Schwierigkeit, einen Job in einem Satz zu erklären…

Kein Zweifel, das Bibliothekswesen ist vielfältig und der Beruf der Bibliothekarin erfordert multiple Fähigkeiten, wie die der Animation, der Mediation und Organisation, der Beratung, bisweilen die des beherzten Eingreifens, wobei sie sich im Laufe eines Tages quasi übergangslos in eine Psychologin, Detektivin oder eine Gewichtheberin verwandeln können muss, die ganz nebenbei noch informationskompetent, teamfähig und stets am Puls des technischen Fortschritts doch immer das Herzstück einer unverzichtbaren Bildungseinrichtung bleiben wird.

Die Kolleginnen der „Bibliothèque Gutenberg“ in Paris haben unter der Regie von Alice Morelli dieses witzige Video erstellt und sich als „Les Bibliothécoeurs“ geoutet. Da erheben wir uns doch vor dem PC und spenden Standing Ovation!!!

gp

P.S.: Auch wer nur ein paar Brocken Französisch kann, wird an diesem kurzen Streifen Spaß haben und lernt sogar noch was dazu.

Rufus Wainwrights Song zum Einstieg ins Wochenende: „Out of the Game“

11 Apr

Dieses Gefühl gibt’s freitags gratis. Und zwar wenn das Wochenende greifbar nahe ist. Dann geht es einem vielleicht wie dieser entnervten Bibliothekarin, die gegen nervtötende Nutzer den letzten Kampf des Tages führt. Gleichzeitig wartet sie auf die dringende Lieferung ihrer Matratze, die noch bis 16 Uhr kommen soll.

Die sexy Bibliothekarin ist längst eine pop-kulturelle Fantasie. Im Musikvideo zu „Out of the Game“ perfekt parodiert durch die Schauspielerin Helena Bonham Carter (u.a. bekannt als Bellatrix Lestrange aus den letzten drei Harry-Potter-Filmen). Täuschend exakt synchronisieren ihre Lippen den Gesang von Rufus Wainwright, während dieser in die Klamotten von bösen Buben (und die einer Drag) schlüpft.

Die Bibliothekarin ist zwar streng und unerbittlich (no smoking), aber hinter ihrer prüden Seite und zwischen den Regalen lauert die lüsterne Raserei. Als Lesefördernde verzeiht sie ungehobelten Männern jedoch vieles, solange diese auch zum Buch greifen.

Das höchste Glück aber einer noch so erotischen Bibliothekarin findet – so die Botschaft des letzten Bildes – auf der Matratze statt. Mit einem guten Buch. In diesem Falle „The way we live“ von Anthony Trollope. Darin beschreibt er satirisch die großen Finanzskandale seiner Zeit, den frühen 1870er Jahren.

Das komplette Video kann hier gesehen werden.

gp

 PS: Der zwei Jahre alte Song ist auch auf der gerade erschienenen CD „Vibrate: The Best of Rufus Wainwright“, bei uns im Bestand unter der Signatur 472.3 Wainwright.

Der Wutbürger im Bibliothekar

17 Okt

Foto:  Pepijn Vlasman

Sebastian Schüttlöffel greift zur Waffe. Kaltwütig verteidigt er seine Stadtteilbibliothek, die von der Schließung bedroht ist. Denn der Kämmerer will sparen.  Vor der Tür fährt ein Sonderkommando der Polizei auf. Ein Psychologe versucht den Bibliothekar und Bücherfreund zur Aufgabe zu überreden. Schüttlöffel wird zum Besatzer seines Arbeitsplatzes und verschanzt sich hinter 5.800 Bücher-Geiseln. Er weigert sich, zumindest die „Frauenromane und Kinderbücher“ herauszugeben…

Das war nur eine Frage der Zeit bis die Humorbranche die Bibliothek entdecken würde. Wo sonst finden sich alle Themen dieser Welt (und des Universums) so greifbar. Das kabarettistische Schwergewicht Thomas Freitag gibt den durch geknallten Kollegen, der das Land der Dichter und Denker vor dem geistigen Ruin retten will. Von Gutenberg (über Guttenberg) zu Facebook, von früher gewichtigen Idealen zum heutigen Ideal-Gewicht, von Marx zu Merkel: der in die Enge der Regale getriebene Bücherwurm geht auf  „eine Reise von den Gipfeln – bis ins Flachland unserer Kultur und Politik“.

Am Samstag, 10. November, 20 Uhr, gastiert Thomas Freitag mit seinem neuen Programm im Kölner Comedia Theater.

gp

P.S.: Und was fällt uns an diesem Plakat auf? Erstens, die Signatur-Schilder fehlen. Die Regal-Böden auch, aber vielleicht hat er die ja schon entfernt, um die Tür zu verbarrikadieren. Und wer jemals in Deutschland einen Bibliothekar in diesem out-fit gesehen hat, möge sich bitte umgehend melden. Aber wir drücken ein Auge zu! Sollte tatsächlich ein Kollege Ähnliches wie Schüttlöffel planen, schmeißt er sich vielleicht ja gerade deshalb so richtig in Schale.

Eine schrecklich nette Bibliothekarin

5 Jul

 

Beim Stöbern auf dem Speicher entdeckt Al unter anderem ein Buch aus der Bibliothek, das er sich 1957 ausgeliehen hat. Al hat das Buch nie zurückgegeben, weil er sich schon als Junge vor der unausstehlichen Bibliothekarin Mrs. De Groote gefürchtet hat. Als Al in die Bibliothek kommt, sitzt die alte Dame immer noch am Schalter…

Wer Spaß hat am Bundy-Witz und Bibliotheken mag, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Die „Familien“-Sitcom strapaziert so jedes denkbare Klischee bis zur Schmerzgrenze und deshalb muss in diesem Fall auch die Bibliothekarin dran glauben. Lu Leonard in der Rolle von Miss DeGroote löst diese Aufgabe so unnachahmlich, dass man sie glatt nominieren würde, gäbe es einen Oscar für die beste Darstellung einer Bibliothekarin.

 gp

Neulich, an der Infotheke der Stadtbibliothek…

23 Jan

…fragte ein Kunde, ob er denn auch selbst mitgebrachte Bücher bei uns konsumieren darf.

🙂

mks

Supercut!!!

18 Jan

Was haben diese Streifen gemeinsam?

Seinfeld, Sesame Street, Disney’s Beauty and the Beast, The Golden Girls, No Man of Her Own, The Shawshank Redemption, Philadelphia Story, Philadelphia, Harry and the Hendersons, Party Girl, Ghostbusters, Clean Shaven, Phineas and Ferb, The Music Man, Mr. Bean, Shadow of a Doubt, The Breakfast Club, Only Two Can Play, Harold and Kumar Escape from Guantanamo Bay, Star Trek: The Animated Series, Twisted Nerve, The Man Who Never Was, Indiana Jones and the Last Crusade, JAG, The FBI Story, On the Wings of Desire, Se7en, Harry Potter, With Honors, All the President’s Men und Strike Up the Band.

Nun, sie enthalten alle mindestens eine Szene, die in einer Bibliothek spielt. Die Idee, aus den Schnipseln ein witziges Video zu basteln, hatte die Green County Public Library (Ohio). Entdeckt habe ich es in der größten Fundgrube für Bibliotheksvideos:  http://bibvideo.blogspot.com/.

gp