Tag Archives: Bona Peiser

Bona-Peiser-Bibliothek bleibt

19 Jan

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Aufatmen im Kiez! Die von der Schließung bedrohte Bona-Peiser-Bibliothek im Berliner Stadtteil Kreuzberg bleibt erhalten. Ein neues Konzept sorgt dafür, dass sie zumindest an zwei Tagen pro Woche geöffnet sein wird.

Als Kultur- und Medienzentrum bietet sie ab heute einen attraktiven Lern-, Lese- und Arbeitsraum, in dem nicht nur Integrationskurse stattfinden, sondern auch Lesungen, Workshops und weitere Veranstaltungen. Die Ergänzung zum herkömmlichen Bibliotheksangebot wird durch eine Kooperation zwischen dem Bezirk und der Public School Berlin ermöglicht.

gp

P.S.: Bona Peiser (geb. 1864) war die erste deutsche Bibliothekarin und nur eine deutsche Bibliothek (s. Bild) trägt ihren Namen.

 

Vor 150 Jahren geboren: Bona Peiser

26 Apr

Bona Peiser, geboren am 26. April 1864, war die erste deutsche Bibliothekarin. Als Pionierin der Bücher- und Lesehallen-Bewegung setzte sie sich ihr Leben lang für die Frauenarbeit in Bibliotheken ein. Als Ausbilderin einer ganzen Generation bibliothekarisch arbeitender Frauen kämpfte sie für die Qualitätssicherung des Berufs und vertrat engagiert die Interessen des Berufsstandes.

Um so bedauerlicher ist es heute, dass die einzige Bibliothek Deutschlands, die ihren Namen trägt (im 50 Jahr ihres Bestehens) von der Schließung bedroht ist.

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Blog-Beitrag über die Biograpie.

In unserem Bestand unter der Signatur  Ark 9 Peiser, Bona.

gp

Zwei Pioniere des Bibliothekswesens

23 Apr

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Letzten Oktober wurde Ranga Yogeshwar in der Kölner Zentralbibliothek mit der Karl-Preusker-Medaille geehrt. Die Auszeichnung erinnert an den Beamten aus Sachsen, der in Großenhain 1828 die erste öffentliche Bibliothek Deutschlands begründete.  Auf dieses Ereignis bezieht sich seit 1995 auch der „Tag der Bibliotheken“.
Die vielschichtige Persönlichkeit dieses Bibliothekspioniers beleuchtet das Buch:  „Karl Benjamin Preusker. Archäologe – Reformer – Netzwerker“ (Sax-Verlag 2011), das die Städte Großenhain und Löbau sowie das Landesamt für Archäologie Sachsen gemeinsam herausgegeben haben. 17 Wissenschaftler befassen sich darin mit dem Leben und Wirken Preuskers.
Der Beitrag von Felicitas Marwinski behandelt die 185jährige Geschichte der Großenhainer Bibliothek. Preuskers Idee von einer „wahren Bürgerbibliothek“ fand großen Zuspruch, weil er „die Bedeutung der berufs- und praxisbegleitenden Fachliteratur erkannte“. Für ihn waren „Bibliotheken untrennbar mit dem Schul- und Bildungswesen verbunden.“ Mit seiner Bibliothekspraxis und -theorie löste Preusker eine Gründungswelle von öffentlichen Bibliotheken in Deutschland aus. Heute ist die Großenhainer Bücherei längst im Internet-Zeitalter ankommen. In ihr verbinden sich Moderne und Museales in einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex.

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67 Jahre sollte es dauern, bis die erste Frau in Deutschland hauptberuflich in einer Bibliothek arbeitete. 1895 beginnt Bona Peiser mit ihrer Tätigkeit gleich in zwei Bibliotheken. Zur Hälfte in der „Ersten öffentlichen Lesehalle zu Berlin“, zur anderen in der „Bibliothek des Kaufmännischen und gewerblichen Hilfsvereins für weibliche Angestellte“.
Diplom-Bibliothekarin Frauke Mahrt-Thomsen aus Berlin hat sich akribisch auf die Suche nach den verschütteten Spuren der Pionierin begeben und in Sisyphos-Arbeit ihr Leben rekonstruiert. Ihre Biographie „Bona Peiser. Die erste deutsche Bibliothekarin“ (BibSpider 2013) rückt die „Wegbereiterin der Bücher- und Lesehallen-Bewegung“ sowie „die Frauenarbeit in Bibliotheken“ in ein erhellendes Licht. Insbesondere würdigt sie Bona Peisers Einsatz für hohe Ausbildungsstandards, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Einflussnahme auf Ausrichtung und Ziele der Bibliotheksarbeit. Das Buch, so die Verfasserin, will „einer geschlechtssensibleren Darstellung der Bibliotheksgeschichte endlich zum Durchbruch verhelfen.“ Mittlerweile tragen in Berlin eine Straße und eine Bibliothek den Namen der Pionierin.

gp

Beide Bücher sind im Bestand der Stadtbibliothek unter der Signatur Ark 9 (Peiser bzw. Preusker) zu finden.

Layout / Umschlag oben: Birgit Röhling.

Layout / Umschlag unten: Heidi Sorg & Christof Leistl