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Tipps und Tricks zum Sprachenlernen – vom Mastermind Matthew Youlden

8 Jul

Der Mann ist multilingual, hat in Berlin Übersetzen und Dolmetschen studiert und im über „angewandte Linguistik“ promoviert.

Sprachen lernt er mit Inbrunst. Und neben den Vokabeln und der Grammatik fasziniert ihn die Begegnung mit Menschen, Kulturen und Gesellschaften:

„Am Wichtigsten ist, zu variieren, wenn man stundenlang lernen will. Ich lerne zum Beispiel erst mit einem Buch, mache eine Pause und höre Musik, dann mache ich mit dem PC weiter, dann mit dem Smartphone. Viel Variation, dann steigt die Motivation.“

Und hier mehr über seine wichtigsten Tipps und Tricks.

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Happy B… Ringo!

7 Jul

Als er vor 10 Jahren zum 65. nach seinen Wünschen zum Geburtstag gefragt wurde, antwortete Beatle Ringo Starr: „More Love and Peace!“ Seit dem gehört es zum alljährlichen Ritual am 7. Juli um 12 Uhr mittags Ringo, sich und allen, die sich gerade in der Nähe befinden „Love and Peace!“ zu wünschen. Dazu gehört ein „V“ aus Zeige- und Mittelfinger zu formen und in den Himmel zu strecken.

Da sind  wir dabei und wünschen Ringo zum 75., dass er seinen unnachahmlichen Humor nicht verliert und uns lange erhalten bleibt: „Happy Birthday!“.

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Summertime

10 Jun

Ok. Er scheint da zu sein: Mr. Summer! Auf dem Kalender dauert es zwar noch 10 Tage, aber wen interessiert das, wenn er schon mal den Fuß in der Tür hat.

Um uns auf den Zustand ein zu  grooven, hier drei Versionen des ultimativen Summer-Sellers:. „Summertime“, die Arie aus der Oper „Porgy and Bess“ (Musik: George Gershwin, Libretto: DuBose Heyward) von 1935 entpuppte sich als der meistgecoverte Jazz- und Popstandard aller Zeiten.

Booker T. & the M.G.’s , die Instrumental-Band, die maßgeblich den Sound des „Memphis Soul“ prägte, stimmt uns sanft und relaxt ein. Bei dieser Interpretation kann man sich locker das Meeresrauschen und eine kleine Brise im Gesicht dazu fantasieren. Cooler geht’s nimmer!

Einen Zahn zu legt Billy Stewart mit seinem Sommer-Feeling von 1965. Die Scat-Version fällt von den unzählbaren Cover-Version am weitesten aus dem Rahmen und bescherte dem Song auch die besten Charts-Platzierungen.

Was alles in dem Stück steckt, holte Miles Davis 1991 mit seiner Trompete heraus. Zu den Wetterkapriolen des Sommers in Zeiten der globalen Erwärmung scheint das der passende Sound zu sein.

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Erinnerung an Hans Bender

29 Mai

„Auch sonst interessiert mich, welches Buch Menschen, die mir gegenübersitzen, im Zugabteil, auf der Parkbank, gewählt haben. Ihr Buch sagt, wer sie sind.“*

Hans Bender

 * 1. Juli 1919 –   † 28. Mai 2015

Deutscher Schriftsteller und Herausgeber

* Das Zitat entnahmen wir dem Beitrag „Die Ferien gehen zu Ende. Tagebuchblätter, Juli 1990“ aus dem ersten Band der neuen Schriftenreihe der Literaturarchive der Stadtbibliothek „In der Stadt, wo du lebst – Hans Bender in Köln”.

Wie klaut man eine geschlossene Busbibliothek?

20 Mai

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Bibliotheken sind Paradiese für die Fantasie! Und wenn sie geschlossen werden, stirbt weit mehr als eine Dienstleistungseinrichtung, die Medien zur Verfügung stellt.  Vor dem Hintergrund des Kahlschlags öffentlicher Bibliotheken in Großbritannien liest sich dieses Buch mit anderen Augen. Denn prekär ist hier nicht nur die Situation der Bibliothekslandschaft, sondern auch die der Protagonisten. Als da wären: die alleinerziehende Putzfrau Val und ihre 13jährige behinderte Tochter Rosa. Der 12jährige Bobby aus desaströsen Familienverhältnissen sowie der später dazu stoßende geheimnisvolle Outlaw und Ex-Soldat Joe.

Ins Rollen kommt die Geschichte, als Val erfährt, dass der Bücherbus, den sie putzt, geschlossen werden soll. „Die Fördermittel waren ausgegangen.“ Val trauert weniger um ihrem Job als um den Lesestoff: „Die Entdeckungen, die sie darin gemacht hatte… als seien dies alles Geschichten aus ihrem eigenen Leben. Teile ihrer selbst, versteckte in der Druckerschwärze der Bücher.“

Bobby erlebt die Welt der Bücher zu diesem Zeitpunkt gerade erst sechs Wochen und leidet noch mehr. Hatten sich doch „…seiner Fantasie durch den Bücherbus unzählige neue Welten erschlossen.“ Einschließlich seinem Gespür, mit Rosa, Val und ihrem Hund Bert eine neue Familie gefunden zu haben.

Aus dem Gefühl größter Aussichtslosigkeit entführt das Gespann den Bus. „Und dann waren sie fort, in ihrer riesigen, rasenden Bibliothek… Es fühlte sich an, als würde man ein Buch aufschlagen, von dem man nicht das Geringste wusste.“ Da sind wir auf Seite 130 und 192 Seiten später endet das tragikomische Abenteuer dieser Flucht.

Unbeirrt wird dabei nach dem Glück gesucht und die Magie der Literatur gefunden. Ob „Moby Dick“, „Der kleine Prinz“, „Alice im Wunderland“ oder „Gullivers Reisen“… Sobald der Bus hält und „…sie die Tür geschlossen hatten, kam es ihnen so vor, als könnten sie überall sein… Die Wände waren mit Fluchtwegen und Ausgängen bestückt, die direkt in die Wüste führten, in den Weltraum, mitten in den Ozean hinein und zu noch viel seltsameren Orten.“

Doch ihre Oase auf Rädern wird erbarmungslos gejagt. Von der Polizei, den Medien und selbsternannten Ordnungshütern. Ganz nebenbei brennt Autor David Whitehouse bisweilen die Fantasie durch. Aber er schafft am Ende genau die Punktlandung, die das Buch nach etwas rumpelndem Start (dafür über weite Strecken rasend schnell) in der Wirklichkeit aufschlagen lässt.

„Wir haben ein ziemlich tolles Abenteuer erlebt, nicht wahr?“ meint Bobby am Ende. Und Leser, die der Story bis dahin treu geblieben sind, vermutlich auch.

gp

P.S.: Im Original heißt der Roman „Mobile Library“, was immer noch besser ist als der deutsche Titel „Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek“.

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David Whitehouse: „Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek“, J.G. Cotta’sche Buchhandlung 2015. Signatur: UJ Whitehouse.

Bye Bye B.B.

15 Mai

Der „Blues Boy“ (= B.B.) King spielt nicht mehr auf seiner „Lucille„. Einer der einflussreichstenBlues-Könige starb gestern 89jährig. Über seiner Gibson-Gitarre sagte er einst:  „Abgesehen von richtigem Sex mit einer richtigen Frau gibt es nichts, was mir solch eine innere Ruhe gibt wie Lucille“.

Zur Erinnerung hier ein besonders schönes Video, das in einer Kooperation mit der  Kinderbuch-Autorin Sandra Boynton entstand. Behandelt wird darin ein Problem, das jeder kennt: Die Suche nach dem zweiten Schuh (wobei die „sock puppets“ jedes Kind begeistern werden!).

Rest in peace B.B.! Deine Musik wird weiterleben solange es Gitarren auf dieser Erde gibt.

gp

Versunkene Bibliotheken: „Biblioteca international“ Formentera

7 Mai

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Wer als Zugezogener hier lebt, will nie mehr zurück in seine alte Heimat. Lieber reserviert er sich schon mal ein Plätzchen auf dem Friedhof von Sant Francesc. Seit 1997 liegt dort auch Robert „Bob“ Baldon aus den USA, der 1967 nach Formentera kam.

Einer Zeit, von der noch heute auf der Balearen-Insel geschwärmt wird. Amerikanische Hippies waren die touristische Vorhut. Sie konnten mit Dollar bezahlen, hausten in Höhlen und in Frieden mit den Einwohnern. In der Folge belebten Künstler, Individualisten und jede Menge Freaks die Sommermonate und bastelten mit am „Mythos Formentera“. Heute erinnern lediglich die legendäre Fonda Pepe, eine Gitarrenbauschule und ein Hippiemarkt an diese Zeiten.

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Bob Baldon war kein Hippie. Er hatte als Architekt Supermärkte und Hochhäuser konzipiert und die kleine Insel und ihre relaxte Atmosphäre machten ihn zum Aussteiger. Sinn gab er dem Ganzen durch den Aufbau einer Bücherei. Schräg gegenüber der Fonda Pepe wuchs durch seine Sammlung die „Biblioteca Internacional“. 30.000 Bücher in einem Dutzend Sprachen kamen in 30 Jahren zusammen. Wer das Glück hatte, ihn und sein Haus kennen zu lernen, wird sich an einen charismatischen Mann erinnern. Zurückhaltend, bedächtig und sorgfältig in seinem Reden und Tun. Jedes (gegen eine kleine Gebühr) ausgeliehene Buch schlug er in Zeitungspapier ein, so dass es die Lektüre am Strand unbeschädigt überstehen konnte. Zur Aktualität des Bestandes trugen viele Leser bei, indem sie ihre mitgebrachte Urlaubslektüre vor der Abreise der Bibliothek vermachten.

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Und wer Bobs Vertrauen gewann, dem zeigte er hinterm Haus die Sammlung seiner Lebensgefährtin. In unzähligen Tiegeln und Töpfen wuchs und blühte dort eine Bibliothek der Insel-Flora.

Als er 1997 plötzlich starb, verschwand mit ihm die „Biblioteca International“ und Formentera, als Ort genussvollen Lesens, verarmte von einem Tag auf den anderen. Jahrelang lagerten die Bücher in Kisten in einer Schule. 1999 gründete sich der Verein „Asociación Amig@s de la Biblioteca Internacional de Formentera“, um das kulturelle Erbe von Bob Baldon wiederzubeleben. Mit Erfolg: auf Formentera entstand ein modernes Kulturzentrum, in das die öffentliche Bibliothek der Insel einzog.

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Und darin finden sich einige Regale mit Büchern aus dem Bestand der ehemaligen „Biblioteca international“, die die Erinnerung an Bob Baldons Werk wachhalten.

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P.S.: Zu Mythos von Formentera gehört auch, das Inselbesucher wie Nina Hagen , Bob Dylan, Chis Rea, Pete Sinfield (King Crimson ) Bobs Bibliothek besucht haben sollen, was vermutlich (angesichts der Popularität des Selfmade-Bibliothekars) stimmen wird.

P.P.S.: Bobs letzte Ruhestätte erhielt am23. April 1998, dem internationalen Tag des Buches, einen Grabstein in Form eines aufgeschlagenen Buches.

Bisher erschienen in der Reihe „Versunkene Bibliotheken“:

Bayern München

Die Titanic

Nationalbibliothek Bosnien und Herzegowina

Die Universitätsbibliothek von Löwen