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Ein Stadtplan für die Kölner Literatur

27 Apr

Ein lang gehegter Wunsch wird endlich Wirklichkeit – das Online-Portal www.literaturinkoeln.de inklusive der „LiK.map“ mit Adressen und Geschichten für literarische Spaziergänge durch unsere Stadt.

LiK.map – interaktive Karte und neues Online-Portal regen zum Entdecken der Kölner Literatur an

Wo steht Heinrich Bölls Geburtshaus? Warum gibt es in Köln den Heinzelmännchenbrunnen? Welche Spuren hat Johann Wolfgang von Goethe in der Domstadt hinterlassen und was hat Hilde Domin im Agnesviertel unternommen? Diese und andere Fragen beantwortet zukünftig die LiK.map – ein virtueller und interaktiver Stadtplan von Köln, der mit audiovisuellen und textuellen Inhalten sukzessive gefüllt wird: Wohnhäuser, Denkmäler, Texte von Autorinnen und Autoren über Kölner Orte werden in den Fokus gerückt und lebendig dargestellt. Die LiK.map berücksichtigt sowohl historische als auch zeitgenössische Landmarken der lokalen Literaturgeschichte.

Screenshot vom Portal, hier: Ubierring

Interessierte erhalten somit Anregungen für Spaziergänge und Entdeckungstouren durch den realen und virtuellen Stadtraum. Mit der Zeit entsteht ein spannender Blick auf das literarische Köln, eine Verortung von Literatur im urbanen Raum – eine Kartographie der Kölner Literatur.

Der direkte Zugang zu den literarischen Orten kann entweder direkt über die Marker in der Stadtkarte oder über die Kartenlegende am linken Seitenrand erfolgen. Weiterführende Informationen bieten Beiträge und Kurzbiographien über Kölner Autorinnen und Autoren, die ebenfalls über die Legende oder Menüleiste aufgerufen werden können. Die LiK.map schreibt sich fort und versteht sich als „work in progress“.

Neben der LiK.map stellt das Portal www.literaturinkoeln.de das Heinrich-Böll-Archiv und das Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek vor und bietet weitere interessante und beachtenswerte Aspekte der Kölner Literatur. Das Portal wird natürlich laufend aktualisiert.

Von Büchern und ihren Orten – jüdische Bibliotheken weltweit

22 Apr

Der Blog „Von Büchern und ihren Orten“ ist gestartet: Im Zwei-Wochen-Rhythmus stellt er im „Festjahr 2021 – Jüdisches Leben in Deutschland“ jüdische Bibliotheken weltweit vor.

Der Bogen spannt sich dabei von öffentlichen Stadt- und jüdischen Gemeindebibliotheken über weltberühmte historische Büchersammlungen bis hin zu international renommierten akademischen Einrichtungen. Der zweisprachige Blog – Deutsch und Englisch – richtet sich an Bibliophile, an Menschen, die sich für jüdische Kultur interessieren und an alle Neugierigen, die unbekannte Kultur-Orte kennenlernen möchten:

https://www.jewish-libraries.com

Die Juden gelten als das Volk des Buches. Fast überall dort, wo es jüdisches Leben gibt, gibt es auch jüdische Bibliotheken. Die Wurzeln hierfür liegen im religiösen Studium, für das Bücher, wie etwa die hebräische Bibel und rabbinische Kommentare, unverzichtbar sind. Schon für das Mittelalter lassen sich bedeutende Manuskriptsammlungen jüdischer Gelehrter und Gemeinden nachweisen. Jedes jüdische Lehrhaus ist daher gleichzeitig auch Bibliothek. Die Liebe zu Büchern hat sich in der jüdischen Gesellschaft auch auf die säkulare Bildung übertragen. Auch unter den bedrohlichsten Bedingungen bauten Jüdinnen und Juden Sammlungen und Bibliotheken auf, selbst in der Zeit der Schoa.

Bibliotheken als Spiegel jüdischen Lebens

„Jüdische Bibliotheken sind Wissensspeicher, Lehrhäuser, Räume der Begegnung und Gedenkorte. Als Spiegel jüdischen Lebens überliefern sie einzigartiges Wissen über jüdische Geschichte und Gegenwart“, erläutert Ursula Reuter, unter deren Federführung der Blog entstanden ist. Als Geschäftsführerin der Germania Judaica leitet sie die weltweit renommierte Spezialbibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums. Die Bibliothek wurde in Köln gegründet, ist heute in der Stadtbibliothek Köln beheimatet und auch organisatorisch eng mit ihr verknüpft. Der Blog, den die Germania Judaica gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner, dem Salomon Ludwig-Steinheim-Institut initiiert hat, ist ein Projekt im Rahmen des „#JLID Festjahr 2021 – Jüdisches Leben in Deutschland“. Finanziell ermöglicht hat es das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

In kompakten Texten stellen sich die Einrichtungen selbst vor, zahlreiche Bilder zeigen die verborgenen Schätze, die es dort zu entdecken gilt. Zur Idee zum Blog erklärt Ursula Reuter: „Jüdische Bibliotheken sind als kleine, von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommene Einrichtungen häufig in ihrer Existenz bedroht. Sie brauchen gerade heute Aufmerksamkeit, Vernetzung und vor allem auch virtuelle Sichtbarkeit.“


Die Germania Judaica

http://www.germaniajudaica.de

1959 gründeten engagierte Kölner Bürger die Germania Judaica. Sie wollten der interessierten Öffentlichkeit Geschichte und Kultur der deutschen Juden näherbringen und damit die „Unkenntnis, die heute noch die alten Vorurteile nährt“ (so der Mitgründer Heinrich Böll) bekämpfen. Aus dieser Initiative ist eine der größten Spezialbibliotheken zum deutschsprachigen Judentum weltweit entstanden. Sie kooperiert mit vielen ähnlichen Bibliotheken und Sammlungen in Deutschland, Europa, Israel, den USA und weiteren Ländern. Die „GJ“ hat ihren Sitz heute in der Kölner Stadtbibliothek.

Das Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e. V.

http://www.steinheim-institut.de

Das Steinheim-Institut mit Sitz in Essen wurde 1986 gegründet und ist nach dem jüdischen Mediziner, Religionsphilosophen und Gelehrten Salomon Ludwig Steinheim benannt. Es erforscht Geschichte und Kultur der Juden im deutschen Sprachraum. Das wissenschaftliche Forschungsinstitut ist als An-Institut mit der Universität Duisburg-Essen verbunden. Es pflegt intensiven Kontakt mit jüdischen Institutionen in Israel, den USA und europäischen Nachbarländern und versteht sich als kompetenter Ansprechpartner, wann immer es darum geht, Zugänge zur jüdischen Geschichte und Kultur zu erlangen.

Literatur für alle – Texte in Einfacher Sprache

21 Apr

„Ich heiße Ismael.

Ich habe fast kein Geld mehr.

Und ich habe genug vom Leben an Land.

Ich will hinaus aufs Meer.

Als Matrose. Auf einen Walfänger.

Das ist ein Schiff, mit dem man Wale jagt.

Ich bin sehr neugierig auf diese riesigen Tiere.“

Aus welchem Roman war das nochmal? Das ist natürlich der Anfang von „Moby Dick“ von Herman Melville.

Und doch ist der Text irgendwie … anders. Es handelt sich nicht um das Original, sondern um eine Version in Einfacher Sprache (Herman Melville: Moby Dick. In Einfacher Sprache. Spaß am Lesen Verlag: Münster 2018).

Leichte Sprache, Einfache Sprache – was ist das?

Leichte Sprache folgt einem festen Regelwerk (wobei es mehrere gibt, z. B. die Regeln des Netzwerks Leichter Sprache oder die Empfehlungen von Inclusion Europe). Leichte Sprache verwendet kurze Sätze (maximal sieben Wörter pro Satz), keine Passivkonstruktionen, keinen Konjunktiv und keine Fremdwörter. Der Text soll übersichtlich gegliedert sein, so steht beispielsweise jeder Satz in einer eigenen Zeile.

Einfache Sprache ist demgegenüber ein wenig freier. Hier werden die Regeln der Leichten Sprache als Empfehlung verstanden. In einem Text in Einfacher Sprache wird vielleicht auch einmal der Konjunktiv verwendet oder nicht jeder Satz steht in einer eigenen Zeile.

An wen wendet sich die Leichte/Einfache Sprache?

Die Leichte Sprache soll Menschen das Verstehen von Texten erleichtern, die aus verschiedensten Gründen über eine geringere Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen. Das können Menschen mit Lernschwierigkeiten sein genauso wie Menschen mit Demenz, mit einer anderen Muttersprache oder funktionale Analphabet*innen.

Laut BITV 2.0 (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) muss jede öffentliche Stelle wesentliche Informationen auch in Leichter Sprache bereitstellen, was die Stadt Köln auch tut.

Literatur in Einfacher Sprache

Seit einigen Jahren bietet die Stadtbibliothek Literatur in Einfacher Sprache an (einfach mal in unserem Katalog mit „einfache sprache“ suchen). Die meisten Titel stehen im Fachgebiet „Sprache“ in der „Zentralbibliothek“.

Es kann sich dabei um Adaptionen klassischer oder zeitgenössischer Texte handeln oder um Texte, die im Original in Einfacher Sprache geschrieben sind.

Dabei ermöglicht Leichte/Einfache Sprache auch denjenigen Menschen einen Zugang zu Literatur, denen dieser bislang versperrt war. Die Schriftstellerin Alexandra Lüthen schreibt in ihrem Plädoyer für Leichte Sprache „Allen eine Chance“, das 2019 im Duden Verlag erschienen ist:

„Lesen war im Fall von Menschen mit Behinderungen etwas für andere, im Fall von Menschen mit degenerativen Gehirnerkrankungen etwas, das man früher gern gemacht hat, jetzt aber nicht mehr kann, bei den Deutsch-als-Zweitsprache-Lesern etwas, für das man erst noch besser Deutsch lernen muss, und bei Menschen mit funktionalem Analphabetismus erfahrungsgemäß etwas, das mit Scham verbunden ist. Ein Großteil dieser Menschen würde aber gern lesen […]“ (S. 47).

Und das ist auch möglich! Besonders beeindruckend ist das Projekt, das das Literaturhaus Frankfurt am Main mit der Anthologie „LIES. Literatur in Einfacher Sprache“ vorstellt (auch als E-Audio): Hier hat man namhafte Autor*innen wie Arno Geiger, Judith Hermann oder Olga Grjasnowa gebeten, einen Text in Leichter Sprache beizusteuern. Entstanden ist eine für alle lesenswerte Anthologie von Kurzgeschichten, die den Vergleich mit Texten in Standardsprache nicht scheuen müssen.

Und natürlich gibt es in der Bibliothek neben dem erwähnten Band von Alexandra Lüthen auch andere Bücher, die sich theoretisch mit Leichter oder Einfacher Sprache auseinandersetzen, wie z. B. den „Ratgeber Leichte Sprache“.

Jetzt neu: Nähmaschinen ausleihen!

12 Mrz

Ab sofort können in der Zentralbibliothek und in der Stadtteilbibliothek in Nippes Nähmaschinen entliehen werden. Mit dabei sind eine Zubehörbox mit 11 Teilen, eine Transporttasche, die Bedienungsanleitung und das Pedal. Die Nähmaschinen kann vier Wochen für eigene Projekte ausgeliehen werden. Eine Vormerkung in andere Stadtteilbibliothek ist auch möglich. Im Katalog findet man die Nähmaschine mit dem Suchbegriff “Nähmaschine Elna 160 eXplore“

Flachkopfnadeln und Faden sind nicht inklusive.  

Wir wünschen viel Spaß beim Nähen!

Neue Instrumente zum Ausleihen in der Stadtbibliothek!

18 Sep

Wir haben kürzlich unser Repertoire an entleihbaren Instrumenten erweitert und präsentieren nun stolz die Neuzugänge, die ab sofort ebenfalls zur Ausliehe zur Verfügung stehen!

Ob Violine, Konzertina, oder Banjo: im vielseitigen, neuen Angebot ist für jeden etwas dabei. Die Instrumente können von jeder/jedem ausgeliehen und ausprobiert werden, die/der einen gültigen Bibliotheksausweis hat. Musikalisches Vorwissen ist nicht erforderlich.

Wer schon immer einmal Musikinstrumente aus anderen Kulturen kennen lernen oder ausprobieren wollte, der hat jetzt die Möglichkeit, sich eine Saz, eine Doumbek, eine Daf oder eine Mandoline einfach mit nach Hause zu nehmen. Aber auch Zubehör, wie beispielsweise ein Vibrations-Metronom oder eine Gesangsloopstation, können ausgeliehen werden.

Die Instrumente sind in der Zentralbibliothek verfügbar, können aber bei Bedarf selbstverständlich auch in jede der Stadtteilbibliotheken bestellt werden. Die Leihfrist beträgt vier Wochen und kann bis zu zweimal verlängert werden. Eine vollständige Liste mit allen Instrumenten ist im Katalog unter dem Suchbegriff „entleihbares Instrument“ zu finden.

Viel Spaß beim Ausprobieren!