Adventskalender: Die 5

5 Finger, 5 olympische Ringe und der Seestern mit seinen 5 Armen. Wer sich überflüssig findet, fühlt sich wie das „fünfte Rad am Wagen” und wer nicht alles genau nimmt, lässt mal „fünfe grade sein”. Wie z.B. Carmen Thomas, die mal eine Sportsendung moderierte, und „Schalke 05″ sagte. Das ist gefühlte Lichtjahre her, aber immer noch ein Dauerbrenner am Tresen.

Nach taoistischer Tradition gibt es die fünf Elemente: Wasser, Feuer, Erde, Holz und Metall. Vorbeugung gilt in China als Voraussetzung eines langen gesunden Lebens. Auf dem jahrtausende alten Erfahrungsschatz der traditionellen chinesischen Medizin basiert das Buch „Ernährung nach den Fünf Elementen” von Barbara Temelie, die „verblüffende Geschmackserlebnisse” verspricht.

Signatur: Wdk 9.1 Temelie

gp

Adventskalender: Die 4

Die 4 ist vielseitig. Ob nun die 4 Elemente der griechischen Naturphilosophie (Feuer, Wasser, Erde, Luft), die 4 Himmelsrichtungen, die 4 Jahreszeiten, die „Fantastischen Vier” oder noch vier – pardon – viel mehr.

Wie wär’s heute mal mit einer Sherlock-Holmes-Story? Der Detektiv des britischen Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle bleibt unsterblich. Seine Methode detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung fasziniert jede Generation von Krimi-Lesern wieder neu. In dem 1890 erschienenen Roman „Im Zeichen der vier” geht es um einen Mord, einen Schatz und vier Mitwisser. Eine wilde Verfolgungsjagd führt durch die verwinkelten Gassen des viktorianischen London.

Signatur: U Doyle, Arthur C

gp

Adventskalender: Die 3

Köln ist die Stadt der Drei. Seien es:

  • die 3 Kronen im Stadtwappen (für die Heiligen Drei Könige, die übrigens keine Könige waren, niemals heilig gesprochen wurden und deren vermeintliche Knochen im Dom liegen); 
  • das Dreigestirn des Kölner Karnevals (Prinz, Bauer, Jungfrau); 
  • die drei Aggregatzustände des Kölschen (Sprache, Bier, „Jeföhl”).

 Auch jenseits von Köln sprengt die 3 jeden Rahmen. Gibt man in unseren Katalog unter „Stichwörter aus dem Titel” die „drei” ein, bekommt man 2.671 Resultate. Das ist Zahlen-Rekord und sagt mehr als 10.000 Worte.

Unser Lesetipp von heute: „Drei Könige, elftausend Jungfrauen und noch etwas mehr”. Friedhelm Baumanns unterhaltsamer Streifzug durch die Kölner Jahrhunderte.

 

Signatur: Ncm Biermann

gp

Adventskalender: Die 2

Zwei sind gerne ein Paar. Ying und Yang, „Das doppelte Lottchen” oder die Brüder Grimm. Es sind auch die stärksten Gegensätze: Sonne und Mond, Ebbe und Flut, richtig und falsch. In unserem Katalog („Stichworte aus dem Titel”) finden sich unter „zwei” 2378 Einträge. Damit belegt die 2 – was sonst – einen zweiten Platz.

Der Liebesroman steht nahezu ausnahmslos im Zeichen der mehr oder weniger trauten Zweisamkeit. Unser Paar ist heute Jutta Speidel und Bruno Maccallini. Ihr deutsch-italienisches Abenteuer heißt „Zwei Esel auf Sardinien”. Es geht um eine Einladung zur Hochzeit. Auf der Insel gelandet, werden die beiden mit der ersten Katastrophe konfrontiert. Ein Streik zwingt sie, sich mit Eseln ins entlegene Hochzeits-Dorf zu begeben. Das allein reicht für eine Kette wunderbar komischer Erlebnisse.

 

Sign: Mkn 3.0 Sardinien Speidel

Adventskalender: Die 1

Eins steht für einzigartig, für den Anfang und für alles. Für das Beste in der Schule und für den Sieg, wenn der Gegner kein Tor schießt. Jedes Kind sagt 1 bevor es 2 und 3 lernt.

Unser Adventskalender, der dieses Jahr ganz im Zeichen der Zahlen steht, beginnt mit einem Buch, das „Nr. 1″ heißt. Es passt bestens zum 1. Dezembertag, weil die kommenden 23 noch genutzt werden können, um Kochen zu lernen. „Das kann jeder” verspricht der Untertitel. Und als „Vorspeise” serviert es die Erkenntnis: „Es ist einfacher, als mache denken. Ein großartiges Vergnügen, schnell was mit frischen Ideen und ein paar Zutaten zu zaubern und mit lieben Leuten lecker zu genießen.”

Signatur: Vgn1 Doktor Oetker No. 1 Kochen

gp

Ich lese gerade… Don Winslow

Kings of Cool

Klaus Bittner

 

Seit Mitte Oktober läuft die Verfilmung von „Zeit des Zorns“ in unseren 
Kinos. Regie hat Oliver Stone geführt, das Drehbuch hat Don Winslow 
selber geschrieben.
Kalifornien in den Sechzigern. In Laguna Beach regieren die Surfer und  die Hippies. Und aus dem friedfertigen Zusammenleben wird ein  mörderischer Trip aus Gier, Drogen und  Verkommenheit, der das Leben in  diesem Paradies für immer verändert.  40 Jahre später leben hier Ben,  Chon und O ( s. „Zeit des Zorns“ ).  Sie sind Freunde, jung,  ideenreich und vor allem erfolgreich durch den Vertrieb von  erstklassigem Dope. Doch das ging schon in den Sechzigern schief.
Korrupte Cops, rivalisierende Dealer wollen mitverdienen. Die Drei  wehren sich, jeder auf seine Art.  Die Schatten der Vergangenheit  werden immer länger, ein brutaler, blutiger Kampf der Generationen  beginnt. Fesselnd bis zum Schluss. Großartig.

„Ich verlange nicht von dir, dass du’s selbst tust“, sagt Chon.“ Ich  bitte dich nur, mir aus dem Weg zu gehen, damit ich’s tun kann.“ Ben sagt- Nein.

Den Roman findet Ihr auf der 2. Etage der Zentralbibliothek unter “U *Krimi/Thriller* Winslow, Don” sowie bald auch in einigen unserer Stadtteilbibliotheken.

bit/mks

“Wetten, dass….


… Sie hier einen zukünftigen Nobelpreisträger kennen lernen?” schrieb die New Yorker „Village Voice“ als vor 14 Jahren Haruki Murakamis „Gefährliche Geliebte“ auf Englisch erschien. Kann sein, dass das Blatt übermorgen die Bestätigung dieser Prognose erleben wird. Der 1949 in Kyoto geborene Japaner hat bereits eine Reihe von Preisen abgeräumt und aktuell liegt er bei großen Wettbüros ganz vorne. Deswegen gibt’s höchstens 5 Euro, wenn man einen auf ihn setzt.
Platz zwei belegt der Ire William Trevor, Jahrgang 1928. Auch er gilt seit Jahren als  nobelpreisverdächtig. Mo Yan, geboren 1956 in China, und im deutschsprachigen Raum bekannt durch „Das rote Kornfeld“ (später auch verfilmt) belegt den dritten Platz bei den Buchmachern. „Mo Yan“ ist ein Pseudonym und bedeutet sinngemäß „der Sprachlose“.
Also genau das, was viele Zocker und wir vielleicht übermorgen sind, wenn am Donnerstag, 13 Uhr, in Stockholm der Gewinner der Literaturnobelpreises bekannt gegeben wird.

gp

John-Irving-Fans aufgepasst: Der Neue ist da!

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Heute erscheint der neue Roman von John Irving (“In einer Person“) auf deutsch und heute steht er bei uns im Regal. Im Buch geht es um die fiktive Autobiographie von Billy Abbot, geschrieben aus dem Rückblick eines 70jährigen. Und wie so oft bei John Irving dreht sich die Geschichte um die vielschichtigen Aspekte sexueller Intoleranz, denn Billy ist bisexuell.

Der Autor dazu im Interview: “Ich interessiere mich für Außenseiter wie Billy, weil sie uns viel über uns und unsere Gesellschaft erzählen können. Aus der Sicht eines bisexuellen Mannes ist unsere Gesellschaft alles andere als liberal und offen. Ich wollte zeigen, wie fragil unsere Toleranz ist. Billy steht außerhalb des sexuellen Mainstreams.”

Mehr aus dem Mundes des Verfassers im Video oben. Eine Lesekostprobe liefert Rufus Beck unten. Er liest aus dem 1. Kapital, in dem beschrieben wird, wie Billy sich mit 15 Jahren in die Bibliothekarin Miss Frost verknallt.

Zitat Billy aus der amerikanischen Original-Ausgabe: “Don’t put a label on me – don’t make me a category before you get to know me!”

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gp

Lesetipp: Ode an das Fahrrad

Eher steigt ein Kamel in ein Auto als eine Amerikanerin aufs Fahrrad. Zumindest wenn sie so hübsch, jung und blond ist, wie Albina aus Alabama, die in den sechziger Jahren nach Paris kommt, um orientalische Sprachen zu studieren. Stattdessen lernt sie so etwas Exotisches wie Radfahren. Wie das kommt, beschreibt der französische Humorist Jacques Faizant wundervoll witzig, poetisch und schwungvoll  in seinem Buch „Albina und das Fahrrad”.

 Aus der Perspektive des Ich-Erzählers schildert er genüsslich, wie Albina sich anfangs mit Händen, Füßen und Mundwerk dagegen wehrt, ihren kostbaren Hintern auf den harten, schmalen Sattel eines Rennrades zu schmiegen. Es folgen 17 (jedes einzelne ein Genuß) Kapitel, in denen Albina auf ihrem maßgefertigten Velo Frankreich und ihre Gastgeber im Sturm erobert. Abwechselnd mit 17 Kapiteln, die Erlebnisse von ganz gewöhnlichen Rad-Wanderern oder Hobby-Sportlern (Michel, Bernard, Sébastièn) mit ebenso hohem Unterhaltungswert erzählen.

 Zusammen ergibt das ein Kadaleiskop einer Passion! Eine zeitlose Ode an das Fahrrad, die Lust macht, sich sofort in den Sattel zu schwingen. Denn, so Jacques Faizant:

 „Wer Rad fährt, ist nicht, wie man vorzugeben beliebt, ein gescheiterter Autofahrer.

Ein Wanderer ist er, dem ein Wunder widerfährt.”

gp

Ich lese gerade… Benjamin Stein

Replay

Klaus Bittner

Ich bin aber wirklich!” sagte Alice und fing an zu weinen. “Du machst dich kein bißchen wirklicher, indem du weinst”, bemerkte Tweedledee, “hier gibt es nichts zum Weinen.” “Wenn ich nicht wirklich wäre, dann könnte ich ja gar nicht weinen.” “Du nimmst doch hoffentlich nicht an, dass das wirklich Tränen sind?” (Lewis Carroll, Through the Looking-Glass)

Ganz ruhig wird in Replay erzählt, was es mit einem UniCom auf sich hat. Es hat kein Gewicht, und nur ein dezentes Leuchten an der Schläfe verrät Mitmenschen, wer ein solches Implantat trägt. Das UniCom ermöglicht es Menschen, alle erlebten Situationen ihres Lebens nach Lust, Laune und (ganz wichtig) Variationen wieder erleben zu lassen. Verführerisch, da es wie Internet funktioniert: man kann sich stets online bewegen, ohne Kabel, ohne Gerätschaften. Ed Rosen, der es mit erfunden hat, trägt es von Anfang an, denn er ist Informatiker und maßgeblich am Erfolg dieses Projektes beteiligt.
Ja und dann merkt man ganz klammheimlich, dass es jetzt spannend wird, denn man steckt schon längst drin in einem Vexierspiel: Was oder wo ist eigentlich DIE Realität?! Und wo ist eigentlich Ed Rosen?
Verlag C.H. Beck, 176 Seiten, € 17,95
 

Den Roman findet Ihr auf der 2. Etage der Zentralbibliothek unter “U Stein, Benjamin”.

bit/mks

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