Tag Archives: Japan

Steffi I. – unsere Kirschblütenprinzessin 2017!

5 Apr

Copyright: Stadtbibliothek Köln

Gestern war es wieder soweit! Bei schönstem Sonnenschein haben wir die diesjährige Kirschblütenprinzessin gekrönt!
Die Jury hielt kurz untereinander Rücksprache und nachdem alle zustimmend nickten, wurde Steffi, die I. mit einem Blumenstrauß überrascht. Strahlend nahm Sie diesen in Empfang und ließ sich auch das Krönchen aufsetzen.

Das sind die Facts, die ihr über Steffi, die I. wissen solltet: Sie ist 26 Jahre alt, und lebt seit einem halben Jahr in Köln. Als Volontärin ist sie beim WDR angestellt und geht heute zum 1. Mal in die Stadtbibliothek am Neumarkt, um dort den 3-Drucker zu inspizieren.

Zum Thema Japan fällt ihr spontan natürlich die Kirschblütenzeit ein. Sushi, die wohl bekannteste Spezialität aus Japan, mag sie selber nicht so gerne, weil sie keinen Fisch isst. Letztens hat sie dann aber stattdessen vegetarisches Sushi probiert, mit Avocado und Frischkäse. Mmmh, das würde sie noch mal essen.
Steffi, die I. war bisher noch nicht in Japan. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Zumindest ihr Bruder war jetzt vor kurzem schon mal in Japan und hat ihr was vorgeschwärmt. Von verkleideten Leuten, die in Manga-Outfits am Straßenverkehr teilnehmen, als wäre es das normalste der Welt.

 

Copyright: Stadtbibliothek Köln

Zum Schluss noch schnell ein paar bezaubernde Bilder vom Josef-Haubrich-Hof mit Sonne, Blütenmeer und Bibliothek im Hintergrund. Und dann schwebte Steffi, die I. von dannen.

Die Kirschblütenprinzessinnen aus den Jahren 2014-2016 findet ihr hier:

fh

Kirschblüte – Das Lied

3 Apr

Noch immer lässt sich die Kirschblüte vor unserer Haustür nicht blicken. Genug Sonnenlicht war ja da, aber wie sollen bei der Kälte Frühlingsgefühle in den Knospen aufkommen. Zum Trost heute ein Video mit Bildern vom letzten Jahr. Musikalisch unterlegt ist es vom populärsten japanischen Lied „Sakura, Sakura“, das gegen Ende der Edo-Periode  (1603 – 1868) entstand. Das Kirschblüten-Lied kennt jedes japanische Kind, aber auch außerhalb des Landes ist es vielen ein Begriff. Giacomo Puccini hat es in seiner Oper „Madama Butterfly“ verarbeitet. Und der renommierte Kammersänger Ernst Haefliger bekannte:  „In der Tat sind mir die japanischen Lieder ein echtes Anliegen, zeichnen sie sich doch durch große Ausdrucksfülle und intensive Stimmungsfarben aus“.

Und hier der Text aus Wikipedia:

Sakura, sakura             Sakura (Kirschblüte), sakura

sakura sakura               Sakura, Sakura,

noyama mo sato mo    in den Feldern und Hügeln und den Dörfern

miwatasu kagiri           So weit das Auge reicht.

kasumi ka kumo ka     Wie Nebel, wie Wolken.

asahi ni niou                Duftend und glänzend in der aufgehenden Sonne,

sakura sakura               Sakura, Sakura

hana zakari                    Die Blütezeit

sakura sakura                Sakura, sakura,

yayoi no sora wa           der Frühlingshimmel

miwatasu kagiri            So weit das Auge reicht

kasumi ka kumo ka     Wie Nebel, wie Wolken.

nioi zo izuru                  Der Duft und die Farben,

izaya izaya                      gehen wir, gehen wir

mi ni yukan                   Uns am Anblick erfreuen

gp

Bisherige Artikel zur Kirschblüte

Yohio – Big in Japan

28 Mrz

Er ist 17, wuchs in einer Musikerfamilie auf und kommt aus Sundsvall, einem mittelschwedischen Kaff. Und in Japan war er schon eine große Nummer, als ihn in Schweden noch keiner kannte. Früh interessierte er sich für japanische Kultur und visual kei, lernte autodidaktisch die Sprache und wurde Gitarrist und Sänger.

Inzwischen singt er auf Japanisch, trat sieben Mal in Japan auf, und ist in der Szene ein Star. Musikalisch lässt er sich nicht einsortieren: von Dubsteb bis Deathcore bringt er alles, was so grad in seinen Kram passt. Aber was ihn in Europa aus allen Rastern fallen lässt, ist sein Aussehen. Wenn er in die Kunst- und Bühnenfigur „Yohio“ schlüpft, verwandelt er sich in ein wunderhübsches Mädchen, dessen blonde Haare rosa Spitzen verzieren.

 Die große Bühne in Schweden betrat Yohio kürzlich beim „Melodifestivalen“, der nationalen Ausscheidungsrunde für den Eurovision Song Contest  im Mai in Malmö (s. Video). Äußerst knapp verpasste er mit seinem Song „Heartbreak Hotel“ die Chance, sein Land beim ESC-Heimspiel zu vertreten.

 Wäre es nur nach dem schwedischen TV-Publikum gegangen, hätte er gesiegt. Aber eine ebenfalls stimmberechtigte europäisch zusammengesetzte Jury, verwies ihn auf Platz 2. „Europa hat mich gedisst“, meinte Yohio anschließend lakonisch. Offensichtlich waren die kontinentalen Musikexperten noch nicht bereit für einen Typ wie ihn.

Am Song kann es nicht gelegen haben. Der war bereits auf ESC- und Radiotauglichkeit getrimmt. Aber ein enger weißer Lederdress, rosa Federn, Make-up und die androgyne Irritation wollte man vielleicht dem Rest Europas ersparen. Selbstbewusst wischt Yohio jede Vermutung vom Tisch, dass sein Faible für „visual kei“ etwas mit Sex zu tun hat. „Manche Leute mögen das denken“, meint er, „aber in Japan, wo die Szene entstand, ist daran nichts Sexuelles! Ein Kerl trägt ein Kleid, na und! Es ist nur eine Bühnenshow.“

 Mit „Heartbreak Hotel“ will er nicht in eine Schublade. Diese Woche erschien in Schweden sein erstes Solo-Album „Break the border“ und daran soll man ihn messen. Privat ist der bekennende Hetero eher schüchtern, hängt  am liebsten zu Hause mit Freunden ab. Seine Botschaft ist unmißverständlich: „Die nächste Generation nach mir wird schlauer sein. Die Werte der westlichen Musik werden an Dominanz verlieren, ebenso die Demütigung von Frauen durch Sexualisierung und Romantisierung.“

gp

P.S.: Selbst Schuld die Schweden, wenn sie den ESC nicht gewinnen wollen! Der Vollständigkeit halber hier der Siegertitel und schwedische Beitrag für das ESC-Finale. Und hier mal  Yohio auf Japanisch und im Interview.

Kirschblüte – Frühling

20 Mrz

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Von wegen, Veronika! Der Lenz ist alles andere als da….  Ab 12.02 Uhr zwar astronomisch, die Sonne lauert über dem Äquator. Aber wir können noch so sehr auf den Kalender starren, der Blick aus dem Fenster sagt nur: Ätsch!

Hilfe kommt auch nicht von der Statistik oder der Bauernregel und mit den Prognosen wollen wir uns heute gar nicht erst beschäftigen.

Glückliches Japan, dort feiert man den Frühling vorwiegend phänologisch. Das heißt, wenn die Kirsche blüht. Das tut sie und deshalb gibt es heute doppeltes japanisches Glück: der kalendarische Frühling fällt mit der Kirschblüte zusammen. Da bleibt die Tokioter Börse geschlossen, vor der Tür hats 19 Grad und im Süden des Landes gar 20. Neidvoll blicken wir durchs Internet, wie dort die Kirschblüte den warmen Teil des Jahres einläutet.

 Die Blütezeit der Kirsche versinnbildlicht in Japan die verschiedenen Stufen des Lebens: das Aufblühen und die Schönheit bis hin zu Vergänglichkeit und Tod. Das Farbenspektakel des Frühlings steht für Aufbruch und Zerbrechlichkeit.

Den allgemeinen Glückseligkeitstaumel trübt  nur die Erinnerung an den Tsunami und die Nuklearkatastrophe im März vor zwei Jahren. Vor einem Jahr begannen die Japaner die Linie, an der die fürchterliche Riesenwelle auslief, mit Kirschbäumen zu bepflanzen. Damit soll künftigen Generationen ein hunderte Kilometer langes Naturmahnmal gesetzt werden.

gp

Bild: Heute 12.02 Uhr, der Blick aus dem Bibliotheksfenster. Trister gehts nimmer. Kein Wunder, dass unsere Kirschblüten nicht aus der Knospe wollen.

Kirschblüten – Der Film

19 Mrz

Um die Wartezeit auf die Kirschblüte vor der Zentralbibliothek  zu verkürzen, erinnern wir heute an den Film „Kirschblüten – Hanami“ von Doris Dörrie von 2008. Nach „Erleuchtung garantiert“ (2000) und „Der Fischer und seine Frau“ (2005) spielte auch dieser Film teilweise in Japan.

„Hanami“ bedeutet „Blüten betrachten“. Im Film liegt der Blick auf  menschlicher Vergänglichkeit, Abschied und Tod. Es geht um die Tragik nicht gelebten Lebens und die Möglichkeit ein letztes Mal aufzublühen, bevor es zu spät ist.

2006 sieht Doris Dörrie zum ersten Mal in ihrem Leben die japanische Kirschblüte in Tokio. „Ein weißer Rausch hatte die Stadt überfallen, die Menschen blieben stehen, um die Kirschblüte zu betrachten und lächelten“.

 Für sie stand fest: die Kirschblüte musste in ihren nächsten Film. Als sie ein Jahr später drehbereit vor den Bäumen stand, wäre beinahe alles umsonst gewesen.

„Tatsächlich verhielt sich dann die Kirschblüte 2007 so kapriziös wie nie zuvor. Händeringend standen wir wochenlang unter den winzigen Knospen in Tokio und beschworen die Bäume, sie endlich aufplatzen zu lassen. Ganz Japan war außer sich vor Verzweiflung. Der offizielle Kirschblütenvorhersager wurde gezwungen, sich im Fernsehen öffentlich zu entschuldigen, weil er sich in der seiner Vorhersage um glatte zwei Wochen geirrt hatte. Ich wurde krank vor Kummer über die Kirschblüte.

Und dann, im allerletzten Moment, zwei Tage vor unserer beim besten Willen nicht mehr aufschiebbaren Abreise, blühte sie endlich in all ihrer umwerfenden Schönheit auf und entschädigte uns für die ganze Warterei.“

gp

Der Film „Kirschblüten – Hanami“ kann bei uns als DVD oder Blu-ray ausgeliehen werden.

Das Buch zum Film findet Ihr unter der Signatur „Len 3  Dörrie“. (Zitate aus dem Buch)

Kirschblüten-Alarm

18 Mrz

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Am Samstag platzten in Japan die erst Knospen. 10 Tage früher als normal, 15 Tage eher als letztes Jahr. Ungewöhnlich warme Temperaturen meldeten die Wetterstationen. Des Landes schönster Zeitvertreib, das Betrachten von Kirschblüten, nimmt Fahrt auf. Bis zum 10. April (so die Hoffnung) soll das Vergnügen dauern.

Das beliebteste Rosa Japans wird sehr ernst genommen. Nachrichtendienste und Wetterberichte senden live von den Blüten-Hotspots.

An den schönsten Aussichtpunkten hängen bereits die Laternen. Stände mit Speisen und Getränke werden vorbereitet. Was schon daraufhin deutet, dass weniger die Kontemplation als das feucht-fröhliche Vergnügen unter der rosa Herrlichkeit bevorsteht.

Kennern schwärmen vom prachtvollen Nachteffekt bei künstlicher Beleuchtung. Der soll den Tageslichtanblick bei weitem in den Schatten stellen.

Auch in unserer Zentralbibliothek herrscht schon fiebrige Erwartung. Steht doch von unserer Haustür ein wunderschönes Ensemble japanischer Kirschbäume. Täglich werden hier die Knospen vermessen, aber (dank überflüssiger Winterverlängerung) müssen wir uns noch wenige Tage gedulden.

gp

P.S.: Bild oben aus unserem Archiv.