Tag Archives: Josef-Haubrich-Hof

Warten auf die Blüte

14 Apr

 IMG_2887[1]

Der Eindruck täuscht! Es handelt sich bei den beiden Bäumchen (Bild oben und unten) um zwei Ausreißer. Offensichtlich wurden sie später hinzugepflanzt und es handelt sich um eine andere Art die älteren Kirschblüten-Kollegen. Oder es sind hitzige Jungspunde, die es nicht erwarten können. Im Gesamtbild fallen sie nicht groß auf, aber nichts wird die großen Brüder (bzw. Schwestern) mehr davon abhalten, in Kürze zu explodieren.

Dann wird der Josef-Haubrich-Hof wieder zum rosa Hotspot der Kölner City! Im globalen Herz der der Kirschblüte im japanischen Kyoto wird übrigens seit 1300 Jahren der Beginn der Blütenzeit registriert. Das durchschnittliche Datum dieses Zeitraums war der 15. April. In den letzten 40 Jahren hat sich das allerdings nach vorne verschoben (Erderwärmung?). Wir zeichnen das Datum seit 2013 auf. Letztes Jahr (bibber…) war es erst der 24. April. Im Jahr davor der 4. Diesmal liegen wir auf jeden Fall dazwischen.IMG_2884[1]

gp

 

Wer war Josef Haubrich?

3 Aug

Geschätzte 100.000 Menschen tragen seinen Namen in ihrem Portemonnaie mit herum, auf vermutlich zehntausenden von Briefen und Mails steht er wöchentlich in der Absender-Adresse, aber das Straßenschild (s.o.) zu finden ist nicht einfach.

Nun, Josef Haubrich (1889-1961) war ein Kölner Rechtsanwalt und Kunstsammler, der seine bedeutende Sammlung expressionistischer über die Jahre des Nationalsozialismus bewahren konnte und sie 1946 seiner Heimatstadt schenkte. Nach Haubrich wurde der nahe dem Neumarkt entstandene Bereich von Kultureinrichtungen Josef-Haubrich-Hof und das von 1967 bis 2001 existierende dortige Ausstellungsgebäude Josef-Haubrich-Kunsthalle genannt.

Jetzt ist die Sammlung endlich wieder in ihrem Zusammenhang zu bestaunen. Im Museum Ludwig ist ab morgen diese diese Ausstellung zu sehen:

Meisterwerke der Moderne. Die Sammlung Haubrich

im Museum Ludwig“

                                 04. August 2012 – 31. August 2013

In der Vorbereitung der Ausstellung wurden drei bemalte Gemälde-Rückseiten wiederentdeckt, von denen zwei, Ernst-Ludwig Kirchners Fränzi in Wiesen und Alexej von JawlenskysVariation, noch nie ausgestellt worden sind. Die Neupräsentation wird diese Doppelbilder besonders herausstellen.

In der Presse-Mitteilung des Museums heißt es:

Es erschien den Kölnern wie eine Botschaft aus einer besseren Welt, als Josef Haubrich 1946 seine Schätze der Stadt übergab. Diese Kunst hatte man schon verloren geglaubt. Sie zog in einer triumphalen Wanderausstellung durch Deutschland und Europa. Heute ist die Sammlung im Museum Ludwig untergebracht. Sie gilt als eine der besten des Expressionismus in Europa, berücksichtigt aber auch Neue Sachlichkeit und andere Tendenzen der Klassischen Moderne.

Rechtsanwalt Haubrich war eine typische Kölner Persönlichkeit, gesellig und großzügig. Und er besaß etwas, das nicht alle Kölner im Dritten Reich besessen haben: Mut. Die Sammlung spiegelt seine Persönlichkeit, seine Lust am Leben und am Neuen. Bereits während des Ersten Weltkriegs begann er damit, Werke zeitgenössischer vorwiegend deutscher Künstler zusammenzutragen, darunter Glanzstücke von Otto Dix,  Emil Nolde sowie  Ernst Ludwig Kirchner. Darüberhinaus zählen Werke von Marc Chagall, Karl Hofer, Heinrich Hoerle, Wilhelm Lehmbruck oder Paula Modersohn-Becker zu den Meisterwerken der Sammlung. Nach 1946, als die Sammlung  weiter wuchs, wurden Werke des Blauen Reiter, Bauhaus oder Kubismus einbezogen.

Und was den zu Beginn angesprochenen Bekanntheitsgrad betrifft: Nun, jeder Bibliotheksausweis trägt unsere Adresse Josef-Haubrich-Hof 1 und wir sind ja auch nicht die einzigen, die vom Josef-Haubrich-Hof aus Post verschicken.

gp

Bilder:
gp (oben)
unten: Portrait Dr. Josef Haubrich von Heinrich Hoerle. Museum Ludwig, Köln (Wikimedia Commons)