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Festtage in Sülz

24 Nov

Sechs Wochen lang war die Stadtteilbibliothek Sülz wegen einer umfassenden Renovierung geschlossen und erstrahlt nun  im neuen Glanz. Das wurde letzte Woche vom 17.11. bis 19.11.2011 zum Anlass genommen, um mit einem bunten Programm für Jung und Alt, die renovierte Bibliothek zu feiern.

Walter Filz liest aus "Der Affe zu Köln"

Am ersten Festtag fand eine Kinderlesung für Kinder ab 3 statt. Damit die Eltern dabei nicht zu kurz kamen, bot der Förderverein der Stadtteilbibliothek Sülz Lesezeichen e.V. kostenlos Kaffee und Kuchen an. Um 20 Uhr lass dann der Kölner Autor und Journalist Walter Filz aus seinem Buch Der Affe zu Köln. Oder: Petermanns Rache. In diesem Buch vergleicht er den berühmten Kölner Affen Petermann mit der Mentalität der Kölner, was nicht nur einen echten Kölner zum Schmunzeln brachte.

Kinder spielen Wii

Am nächsten Festtag wurde nachmittags die neue Wii der Stadtteilbibliothek bespielt. Die spielfreudigen Kinder konnten mit Hilfe von unseren Azubis verschiedene Wii-Spiele ausprobieren. Und auch an diesem Tag lud der Förderverein zu Kaffee und Kuchen ein.

Lale Akgün liest "Der getürkte Reichstag"

Am Abend fand schließlich eine Lesung mit Lale Akgün statt. Die Politikerin und Autorin lass Auszüge aus ihrem Buch Der getürkte Reichstag, das einen amüsanten Einblick in den deutschen Bundestag und in ihre türkische Familie zeigt.

Am letzten Festtag gab es ein buntes Kinderprogramm mit Kinderschminken, Lesezeichen bemalen, Glücksrad drehen und Wii-Spielen. Um 12 Uhr wurde außerdem das Bilderbuch Elmar erst auf Spanisch und dann auf Deutsch vorgelesen.

Johannes Kleist und der "Wi-Wa-Wackelzahn"

Während ihre Kinder durch die verschienden Aktionen „bespaßt“ wurden, konnten sich die Eltern bei einem Kaffee und Kuchen vom Förderverein ruhig zurücklehnen.

Der krönende Abschluss des Tages war dann das Kinder-Mitmachkonzert Wi-Wa-Wackelzahn von Johannes Kleist. Mit seinen Liedern und Texten, unterstützt von seiner Gitarre, brachte er nicht nur die kleinen, sondern auch die „großen Kinder“ zum Mitsingen, Mithüpfen und Mitklatschen.

Einen kleinen Eindruck von den drei ereignisreichen und bunten Festtagen können vielleicht die Bilder vermitteln!

Kinderschminken

Spanisch-Deutsche Kinderlesung

Glücksrad

Lesezeichen bemalen

„Köln ist affenartig…“

16 Nov

 

 

 

Drei Tage feiert die Stadtteilbibliothek Sülz in dieser Woche die Wiedereröffnung nach umfassender Renovierung. Auf Einladung des Fördervereins Lesezeichen e.V.  stellt der Kulturjournalist und Kölner Dr. Walter Filz  (im Bild) sein Buch „Der Affe zu Köln“ vor, das mit verblüffenden Erkenntnissen zur Kölner Mentalität und der Geschichte des Affen Petermann aufwartet. Anläßlich seiner Lesung, die morgen, Donnerstag, 17.11.11, um 20 Uhr in der Stadtteilbibliothek Sülz stattfinden, hat er uns ein kleines Interview gegeben.

Herr Dr. Filz, wieviele Affen gibt es in Köln?

Das kommt – wie immer – auf die Definition an. 100prozentige Affen gibt es (hoffentlich) nur im Kölner Zoo. Mindestens 95prozentige Affen sind wir alle, denn so hoch schätzen Forscher die genetische Übereinstimmung zwischen Schimpansen und Menschen. (Manche behaupten sogar, es seien mehr als 98 Prozent). Noch höher können die seelisch-mentalen Übereinstimmungen sein. Allerdings scheint es hier regionale Varianten zu geben. Meiner Einschätzung nach kann die seelisch-mentale Übereinstimmung zwischen Kölnern und Menschenaffen bis zu 99 Prozent betragen, in Einzelfällen liegt sie vielleicht noch darüber. Man könnte also durchaus behaupten, dass es in Köln so viel Affen wie Einwohner gibt. Allerdings ist dieser Bereich noch weitgehend unerforscht. Man ist auf Beobachtung und Hypothesen angewiesen…

 Warum ist ausgerechnet Köln so affengeil?

Ob Köln „affengeil“ im wörtlichen Sinn ist, weiß ich nicht. (Ist dieses ehemalige Jugendsprachwörtchen nicht fast schon wieder ausgestorben?) Außer auf dem Pavianfelsen im Zoo scheint mir der Testosteron-Ausstoß in der Stadt im deutschen Durchschnittsmaß zu liegen. Köln ist aber – anders als andere deutsche Städte – „affenartig“ und manchmal auch unartig. Das liegt unter anderem an einer gewissen – sagen wir – offensiven Unkenntnis von Pflicht- und Moralvorstellungen und einer relativ ungebändigten Trieborientierung bei gleichzeitiger Verweigerung von Verantwortung. Zum Triebhaften passt natürlich das Adjektiv „geil“. Aber ich möchte trotzdem nicht von „affengeil“ sprechen – um die Affen nicht zu diskriminieren.

Tatsächlich zielt der kölsche Trieb auch weniger in den sexuellen Bereich. Der Kölner will ganz allgemein: nur spielen. 

Allenthalben klagt man in Köln oft über den Niedergang der kölschen Art. Die Kinder können kein Kölsch mehr sprechen, wollen es auch gar nicht. Und die Imis feiern schon ihren eigenen Karneval. Droht dem Äffischen im Kölner die Nische in der eigenen Heimatstadt?

Die „kölsche Art“ wandelt sich – wie alle Sitten und Gebräuche und wie der Mensch überhaupt. Und wer da „Artenschutz“ fordert, der verwechselt Lebensgefühl mit historischen Denkmälern. Andererseits: der Dom bleibt ja stehen, die geographische Lage Kölns verändert sich auch nicht. Und auch andere äußere und innere Gegebenheiten der Stadt erweisen sich als erstaunlich beharrlich. Deshalb glaube ich, dass „Imis“ in Köln nur begrenzt ihren eigenen Karneval in Kölner Kulissen feiern können. Denn die Stadt und ihre „Art“ lässt das gar nicht zu. Ob mit mehr oder weniger kölscher Sprache: wer hier ist, der wird Kölner – ob er will oder nicht und oft, ohne dass er (oder sie) es merkt. Daher mache ich mir ums Äffische keine Sorge. Petermann lebt… und lässt sich täglich aufs Neue erleben.

gp

Die Stadtteilbibliothek Sülz wird 85 Jahre alt : ein kleiner Rückblick

18 Mrz

Am 18.03.1926 wurde die Volksbücherei IV in Sülz eröffnet.

Die Bibliothek in der Palanterstraße

Allerdings existierte die Volksbibliothek IV durch eine großzügigen Spende des Bankiers Camphausen bereits seit 1897 in der Richard-Wagner-Straße. Die Gründung hatte das Ziel, den sozialen Misständen entgegenzuwirken. Die Bibliothek sollle sich daher an alle Bevölkerungsschichten richten. Das Personal der Volksbibliothek IV war zunächst ehrenamtlich und die Bücher waren nur am Schalter erhältlich.

Thekenausleihe 1957

Ab 1914 sollte die Volksbibliothek IV dann einen neuen Standort in Sülz erhalten und erstmalig nur mit städtischen Mitteln finanziert werden. Doch durch den 1. Weltkrieg musste dieses Vorhaben ersteinmal verschoben werden.

1926 wurde schließlich die Volksbibliothek in der Palanter Str. in Sülz mit einem Bestand von 4600 Büchern eröffnet.

Doch dort konnte die Bibliothek nur bis 1942 bleiben, denn nach einem Luftangriff war das Gebäude schwer beschädigt worden. Im 2. Weltkrieg musste die Bibliothek zweimal umziehen. Zunächst fand sie ein Café in der Zülpicher Str. als Bleibe, musste jedoch, nach erneuten Zerstörungen mit dem übriggebliebenen Bestand in den Keller einer Schule in der Euskirchener Straße, erneut umziehen. Ab 1944 wurden schließlich alle Kölner Bibliotheken komplett geschlossen.

Das neue Gebäude in der Wichterichstraße 1966

Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Bibliothek IV in der Euskirchener Straße wieder eröffnet werden und hatte einen Bestand von 5100 Büchern. Bereits 3 Jahre später zog sie wieder um, diesmal in die Emmastraße.

Am 10.01.1966 gab es dann den letzten Umzug in die Wichterichstraße 1, wo sich die Bibliothek noch heute befindet. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Bibliothek IV eine reine Thekenbibliothek gewesen. Doch in den neuen Räumlichkeiten wurde auf einer Fläche von 390 m² eine moderne Bibliothek aufgebaut, dessen Buchbestand für jedem frei zugänglich sein sollte.

Die hellen neuen Räumlichkeiten in der Wichterichstraße 1966

Mittlerweile befindet sich die Stadtteilbibliothek Sülz schon seit 45 Jahren in dem jetzigen Gebäude und ist fest verankert in dem Stadtteil Sülz. Als 2003 die Schließung der Stadtteilbibliothek Sülz drohte, setzten sich viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil für den Erhalt der Bibliothek ein, woraus der Förderverein der Stadtteilbibliothek Sülz lesezeichen e.V. entstand.

Das Medienangebot (insgesamt über 30.000 Medien) umfasst nun nicht nur mehr Bücher, sondern auch DVDs, Hörbücher, Musik-CDs und Games. Es finden regelmäßig Lesungen für Kinder und Erwachsene statt. Ganz neu sind zweisprachige Kinderbuchlesungen in Italienisch, Spanisch und Englisch, die einmal im Monat stattfinden.

Weitere Informationen zu der Stadtteilbibliothek Sülz finden Sie hier.

aFri