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Die neue Bibliothekarin: Ganz schön… schlau!

29 Aug

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„Wo arbeitest Du? Was machst Du?“

„Ich bin Bibliothekarin. Sieht man das nicht?“

Ich lege den Kopf zurück und denke, ja, eine sexy Bibliothekarin.*

Wann wurde eigentlich aus der grauen Maus die sexy Wissensmanagerin? Schon seit einigen Jahren beobachten wir mit Erstaunen, wie sich das Bild der Bibliothekarin in Film, Literatur und Internet von einem Extrem ins andere fällt.

Aktuell veranschaulicht uns das der amerikanische Autor Gregory Sherl in seinem Liebesroman „Ab morgen ein Leben lang“ (2014). Die fahrradfahrende Bibliothekarin Evelyn Shriner begibt sich darin auf die Suche nach Mr. Right. Und sie findet ihn (auf einem langen Weg durch fast 400 Seiten) in der obskuren Praxis eines Futurologen, wo sie mit einer nicht weniger abstrusen Maschine in ihre Zukunft schauen kann.

Abgeschwächt zukunftsorientiert geht auf den Seiten zu, die sich mit Evelyns us-amerikanischen Berufsalltag beschäftigen. Wir lesen, dass der Umgang mit Obdachlosen in der Bibliothek ein Problem ist? Oder das Evelyn nach Feierabend noch ehrenamtlich Bücher für Blinde auf einem Digitalrekorder einliest. Und wir erfahren, dass Computer und Scanner sowie Titel wie „Fifty Shades of Grey“ in die Bibliothek eingezogen sind.

Das Bibliotheksweltbild der Protagonistin (und damit das des Autors) bleibt jedoch ein nostalgisches. Bei ihr hat „jedes Buch einen Herzschlag“ und ihre Liebeserklärung ist dem „Geruch der Bücher und Staubteilchen“ sowie den Regalen und der Ordnung gewidmet. Zudem trauert ihr Chef Zeiten nach, in denen „Bibliotheken noch heilige Stätten waren„.

Empfehlung an alle gutaussehenden Frauen mit dem Berufswunsch „Bibliothekarin“: Es geht bei uns nicht „heilig“ zu, wir schnüffeln auch nicht an Büchern, aber unsere Herzen schlagen höher, wenn es um kreative Aktivität geht, von der man früher noch nicht mal geträumt hat.

gp

PS: In diesem Zusammenhang weisen wir gerne immer auf diesen Link hin.

* Zitat aus dem Buch.