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Achtsamkeitspraxis – Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) – Neurowissenschaft

16 Apr

Am Dienstag, 24. April um 19:30 Uhr findet in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Kölnein Gespräch über Achtsamkeitspraxis und Neurowissenschaft statt.

Eingeladen sind drei ausgewiesene Persönlichkeiten zum genannten Themenkomplex: Britta Hölzel, Ulrich Ott und Gert Scobel.

„Unsere Welt wird zunehmend komplexer und unüberschaubarer. Gleichwohl müssen wir unser Leben bewältigen – gesellschaftlich, ökonomisch, aber auch existenziell im Alltag. Dabei zeigt sich, dass vor allem psychische, aber auch spirituelle Probleme in der säkularisierten Welt eher zu- als abnehmen. Das Streben nach Kohärenz, Stimmigkeit und innerer Festigung scheint mehr denn je überlebenswichtig. Weitgehend unbemerkt von der westlichen Mainstreamkultur haben sich seit Jahrtausenden Traditionen der Meditation und Einübung von Achtsamkeit entwickelt, die derartige Probleme durch systematisches Üben zu

bewältigen versuchen. Achtsamkeit bedeutet, dem eigenen Erleben im gegenwärtigen Moment mit Bewusstheit und Offenheit, d.h. ohne Bewertung, zu begegnen. Lassen sich diese Praktiken der Bewusstseinsschulung mit dem westlichen Bildungsideal verbinden? Oder sind sie in Wahrheit antiaufklärerisch und rückwärtsgewandt?

Britta Hölzel und Ulrich Ott haben mit ihrer eigenen Forschung die Effekte von
Achtsamkeitsübungen und Meditation untersucht. Zusammen stellen Sie vor, was sich aus naturwissenschaftlicher Sicht zum Thema Achtsamkeit sagen lässt. Darüber hinaus diskutieren sie die Möglichkeiten, die in der achtsamen Emotionskontrolle, von Mitgefühl und der Kultivierung von ethischem und sozialem Verhalten liegen.

Sind Achtsamkeit und Meditation tatsächlich Mittel, um mehr Toleranz zu ermöglichen und die Widerstandfähigkeit gegen Ideologien zu stärken? Oder handelt es sich um eine Mode, die dazu dient, Menschen durch Selbstkontrolle noch mehr einspannen und optimieren zu können?“ (Text: Gert Scobel)

Dr. Britta Hölzel ist Diplom-Psychologin, Neurowissenschaftlerin, Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)- und Yoga-Lehrerin. Als Wissenschaftlerin untersucht sie die neuronalen Mechanismen der Achtsamkeitsmeditation mittels magnetresonanztomographischer Aufnahmen. Die Ausbildung zur MBSR Lehrerin erhielt sie an dem von Jon Kabat-Zinn gegründeten Center for Mindfulness an der University of Massachusetts Medical School. Nach ihrem Psychologiestudium in Deutschland promovierte sie am Bender Institute of Neuroimaging, Universität Gießen, über die neuronalen Mechanismen der Achtsamkeitsmeditation. Nach fünfjähriger Tätigkeit als Wissenschaftlerin an der Harvard Medical School in Boston ist sie heute als Referentin in Ausbildungslehrgängen für Achtsamkeitstrainer tätig und hat das IAM – Institut für Achtsamkeit und Meditation https://www.brittahoelzel.de/ gegründet.

Dr. Ulrich Ott ist Diplom-Psychologe und erforscht seit über fünfzehn Jahren an der
Universität Gießen veränderte Bewusstseinszustände und Meditation. Sein
Forschungsschwerpunkt sind Effekte von Meditation auf die Funktion und Struktur des Gehirns, die er am Bender Institute of Neuroimaging (BION)

http://www.uni-giessen.de/fbz/fb06/psychologie/weitere-inst/bion mittels Magnetresonanztomographieuntersucht. Außerdem lehrt er im Fachbereich Psychologie Yoga und Meditation.

Gert Scobel wurde mehrfach als Wissenschaftsjournalist ausgezeichnet. Er moderierte 14 Jahre „Kulturzeit“ bei 3sat, war Anchorman des ARD-Morgenmagazins und ist seit 2008 verantwortlich für die Wissenschaftssendung Sendung „scobel“ (3sat). http://www.3sat.de/scobel/ Seit 2016 ist er Professor für Interdisziplinarität und Philosophie an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „wissenswert – Gespräche am Puls der Zeit“ statt.

Weitere Veranstaltungen im Kulturprogramm.
Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro für Schüler, Studenten und Köln-Pass-Inhaber.

Karten sind im Vorverkauf über KölnTicket und an der Abendkasse erhältlich.