Tag Archives: Stadtteilbibliothek Kalk

Countdown 125 Jahre Stadtbibliothek Köln: Prolog

19 Nov

Am 3. Dezember 2015 ist es soweit: Wir feiern 125jähriges Jubiläum! Ein besonderer Grund einmal mehr allen zu danken, die an unserer Erfolgsgeschichte mitgeschrieben haben. Und in der ersten Dezember-Woche soll ordentlich gefeiert werden. Was genau geplant ist, steht bereits teilweise auf unserer Homepage.

Heute wollen wir noch weiter als 125 Jahre zurückgehen, denn die erste Volksbibliothek im Rheinland eröffnet schon 1884 in Kalk. Kalk gehörte damals noch nicht zu Köln, es wurde erst 1910 eingemeindet.

Verbunden mit dem Kalker Start ist ein bis heute populärer Kölner.

Hier seine Geschichte:

Jeder Kölner Jeck kennt es! Jedes kölsche Kind kann es! Und jeder Imi lernt es in seiner ersten Session kennen und singen! Das Lied  mit seiner klaren mathematischen Beweisführung (3 x 0 = 0) gehört zu den kölschen All-Time-Karneval-Classics. Gewidmet ist es dem berühmtesten Lehrer Kölns:  Heinrich Welsch.

Welsch

“En dr Kaygass Nummero null steiht en steinahl Schull,
und do hammer drin studeet.
Unsere Lehrer, dä heeß Welsch, sproch en unverfälschtes Kölsch,
un do hammer bei geliehrt.”

Und wie so manches Mal im kölschen Liedgut darf man nicht alles wörtlich nehmen. Besagte (bzw. besungene) Schule steht längst nicht mehr und Lehrer Welsch hat auch nie dort unterrichtet.

Was aber stimmt ist, dass Heinrich Welsch 1905 in Kalk eine Sonderschule (”Hilfsschule”) gründete und dass er sich in dem Arbeiter-Veedel besonders für die Ärmsten der Armen und die unverheirateten Mütter einsetzte. Geehrt wird seine Name nicht nur im Liedgut. Heute gibt es eine  Heinrich-Welsch-Schule und einen Heinrich-Welsch-Preis.

Jedoch! Was kaum jemand weiss:  Lehrer Heinrich Welsch gehörte zu den ersten bibliothekarischen Aktivisten des Rheinlandes. In Kalk wurde 1884 die erste Volksbibliothek gegründet. Die Firma Humboldt und andere Industriebetriebe spendeten zum Start 1700 Bücher und stellten einen Raum an der Kalker Hauptstraße zur Verfügung. Vier Lehrer übernahmen Bibliothekarsfunktion. Einer von Ihnen war Heinrich Welsch. Dies waren gleichzeitig die Ursprünge der Stadtteilbibliothek Kalk.

Also beim nächsten Singen des Karnevalshits daran denken: dies ist nicht nur die Hymne auf den Kölner Kult-Lehrer sondern auch auf den Kölner Kult-Bibliothekar!

gp

Skulpturen im Innenhof der Stadtteilbibliothek Kalk!

24 Sep

Im Rahmen von „Kalk-Kunst 2014“ sind seit dem 19.09. 2014 zahlreiche Skulpturen des Landschafts-Architekten Dr. Paul Seitz in unserem Innenhof ausgestellt. Die Kunstwerke wurden aus Sandstein, Lahn- und Eifel-Marmor (Traventin), Granit, Quarz und Schiefer geschaffen.

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Natursteine sind die geheimnisvollsten, aber auch faszinierensten Werkstoffe der bildenden Kunst.

Sie beeindrucken vor allem durch ihre klare natürliche Formensprache.

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Der Künstler, Dr. P. Seitz ist am Montag, den 06. Oktober 2014 um 17 Uhr persönlich in der Bibliothek anwesend.

Kr / An

Mehrsprachige Lesungen in der Stadtteilbibliothek Kalk

21 Nov

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 Wir sprechen viele Sprachen

Wegen des großen Erfolgs baut die Stadtbibliothek die mehrsprachigen Lesungen im Rahmen des Projekts „Kinder in aller Welt“ weiter aus. Erstmalig gibt es das Projektsegment „Wir sprechen viele Sprachen“ auch in der Stadtteilbibliothek Kalk im Bezirksrathaus, Kalker Hauptstraße 247-273. Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Westerwaldstraße lesen am

Montag, 25. November 2013, um 15 Uhr

in vielen Sprachen aus dem Kinderbuch „Das Allerwichtigste“ von Antonella Abbatiello vor. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen dabei zu sein, wenn die Kinder in ihren Herkunftssprachen auf Albanisch, Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Kölsch, Kroatisch, Kurdisch, Pakistanisch, Russisch und Türkisch vortragen.

Nach der Lesung gibt es bei Kaffee und türkischem Tee Gelegenheit zu Fragen und persönlichen Gesprächen. Zum Abschluss der Veranstaltung besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch die Stadtteilbibliothek Kalk teilzunehmen. Wer einen Ausweis dabei hat, kann sich oder seine Kinder auch sofort anmelden und dann direkt die passende Lektüre mit nach Hause nehmen.

Buch-Cover: Edition bi:libri

Wiedersehen auf DVD: „Im Jahr der Schildkröte“

26 Jun

Im Jahr der Schildkröte

Zugegeben, hätte dieser Film von 1988 nicht Szenen, die in unserer Stadtteilbibliothek Kalk spielen, würde er kaum an dieser Stelle Erwähnung finden. Aber eben weil „Im Jahr der SchildkröteEinblicke in die Bibliotheksvergangenheit gewährt und weil die Bibliotheksleiterin Doris Köpping damals dabei war, ist es für uns interessant, ihn jetzt auf DVD im Bestand zu haben. Andere wiederum freuen sich über zusätzliches Kölner Lokalkolorit der achtziger Jahre, etwa das Krankenhaus Holweide, den Kölner Zoo oder das Lokal „Blue Shell“ an der Luxemburger Straße.

In gewisser Weise bildeten die „Stadtbücherei Kalk“ und das „Blue Shell“ die passenden Gegensätze zur Story des Streifens: der unmöglichen Liebe zwischen dem 60jährigen arbeitslosen Buchhalter Heinz August Kamp (gespielt Heinz Bennent) und der 21jährigen vermeintlichen „Studentin“ Claudia (Karina Fallenstein). Als Vorlage diente der Roman von Hans Werner Kettenbach „Sterbetage“ (ebenfalls bei uns im Bestand).  „Oldie und Girlie“, schrieb damals die Kritik oder „Opa und Twen“ und „bitter-süß“. So richtig konnte man sich nicht entscheiden zwischen Veriss und gelungenem Regiedebüt. Regisseurin Ute Wieland wurde für den Bundesfilmpreis nominiert, aber letztlich ging er an Heinz Bennent, der den drögen kaufmännischen Angestellten überzeugend ins Bild rückte.

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„Vermutlich wurde die 1957 gebaute Kalker Bibliothek an der Hollwegstraße als Drehort ausgewählt, weil sie auch noch in der Einrichtung an die 50ziger Jahre erinnerte“, meint Doris Köpping im Rückblick. „Aber schon 1987 war klar, dass die Tage dieses Hauses gezählt waren und der Umzug ins Bezirksrathaus anstand.“

Kalk

Das Flachdachgebäude verfügte im öffentlichen Bereich über zwei Stockwerke, in denen die rund 30.000 Bände der Erwachsenen- und Kinderbibliothek untergebracht waren. Im lichtdurchfluteten Raum befand sich eine Galerie, zu der eine Treppe hinauf führte. Vor dieser Treppe wurden die Bibliotheksszenen gedreht. U.a. gibt es ein Wiedersehen mit dem Mikrofiche-Gerät und auf der Auskunftstheke steht bereits der erste Computer. Und das Schöne an einer DVD ist ja die Stop-Taste, die ein ausgiebiges Beschäftigen mit den Details ermöglicht. Als diensttuende Bibliothekarinnen bewährten sich die Schauspielerinnen Anke Tegtmeyer („Herta Klose“) und Claudia Burkhardt („Frau Hohlsaum“), s. Bild oben.

Alles in allem das passende Ambiente für die Recherchen des Heinz August Kamp, der sich (in seinem Bemühen, für die flippige „Studentin“ Bafög-Tips zu finden) zum August macht. „Freundin“ Claudia wiederum ist freizeit-technisch eher im „Blue Shell“ angesiedelt und für alle, die den Laden aus den 80ziger Jahren kennen, gibt es einen flashback in die gruftig-punkige Kneipen-Atmosphäre jener Jahre.

Aber ganz so holzschnittartig überlässt uns Ute Wieland nicht dem Geschehen. Bibliothekarin Herta und Buchhalter Heinz haben Sex und die Bedienung der Männerphantasie von der wesentlich jüngeren Geliebten entpuppt sich als komisch-tragischer Versuch, dem Lebensrest noch etwas Liebenswertes abzugewinnen. Heinz August: „Ich geh’ kaputt daran!“ Claudia: „Riskier doch mal was, dann hast Du wenigstens geliebt.“

„Irre Tage waren das“, erinnert sich Doris Köpping an die Dreharbeiten. „Das ganze fand bei laufendem Betrieb statt, und manchmal schrillte mittendrin das Telefon und die Szene musste wiederholt werden.“

gp

P.S.: Für den Film wurde am Bibliothekseingang das Plakat von Klaus Staek aufgehängt, auf dem er den Zensor-Spruch: „Bibliotheken sind gefährliche Brutstätten des Geistes“ mit dem Spitzwegschen „Bücherwurm“ kombinierte. Dieses Plakat hing damals tatsächlich in der Kalker Stadtbücherei.

Bild oben: Heinz Bennent, Anke Tegtmeier und Claudia Burkhardt.

Bild Mitte: DVD Cover

Diese beiden Bilder oben wurden uns freundlicherweise von der STUDIOCANAL GmbH zur Verfügung gestellt.

Bild unten: Die ehemalige Kalker Stadtbücherei an der Hollweghstr. 21

Qualifiziere Dich für das Finale der Deutsch-Amerikanischen Gaming Liga in den USA!

23 Nov

Und das gleich um’s Eck:

Im neuen Gaming-Bereich der Stadtteilbibliothek Kalk: games4kalk

Beeilt Euch, es ist nicht mehr viel Zeit bis zur ersten Runde!

Alle Infos erhaltet Ihr im Video – und natürlich vor Ort in Kalk.

mks

Der berühmteste Bibliothekar Kölns

1 Mrz

 

Jeder Kölner Jeck kennt es! Jedes kölsche Kind kann es! Und jeder Imi lernt es in seiner ersten Session kennen und singen! Das Lied gehört mit seiner klaren mathematischen Beweisführung zu den kölschen All-Time-Karneval-Classics. Gewidmet ist es dem berühmtesten Lehrer Kölns:  Heinrich Welsch.

En dr Kaygass Nummero null steiht en steinahl Schull,
und do hammer drin studeet.
Unsere Lehrer, dä heeß Welsch, sproch en unverfälschtes Kölsch,
un do hammer bei geliehrt.“

Und wie so oft im kölschen Liedgut darf man nicht alles wörtlich nehmen. Besagte (bzw. besungene) Schule steht längst nicht mehr und Lehrer Welsch hat auch nie dort unterrichtet.

Was aber stimmt ist, dass Heinrich Welsch 1905 in Kalk eine Sonderschule (“ Hilfsschule“) gründete und dass er sich in dem Arbeiter-Veedel besonders für die Ärmsten der Armen und die unverheirateten Mütter einsetzte.

Geehrt wird seine Name nicht nur im Liedgut. Heute gibt es eine Heinrich-Welsch-Schule und den renommierten Heinrich-Welsch-Preis.

Jedoch! Was kaum jemand weiss:  Lehrer Heinrich Welsch gehörte zu den ersten bibliothekarischen Aktivisten des Rheinlandes. In Kalk wurde 1884 die erste Volksbibliothek gegründet. Die Firma Humboldt und andere Industriebetriebe spendeten zum Start 1700 Bücher und stellten einen Raum an der Kalker Hauptstraße zur Verfügung. Vier Lehrer übernahmen Bibliothekarsfunktion. Einer von Ihnen war Heinrich Welsch. Dies waren gleichzeitig die Ursprünge der Stadtteilbibliothek Kalk.

Also beim nächsten Singen des Karnevalshits daran denken: dies ist nicht nur die Hymne auf den Kölner Kult-Lehrer sondern auch auf den Kölner Kult-Bibliothekar!

 gp