Rund 8.500 Kinder werden diese Woche in Köln eingeschult. Ein Teil von Ihnen wird schon einen haben. Aber alle anderen sollten ihn sinnvollerweise in die Schultüte bekommen: den Bibliotheksausweis. Man bekommt ihn sofort, er ist kostenlos und die Kinder haben mit Sicherheit länger Freude daran als an Süßigkeiten.
Beantragen können ihn Eltern oder Großeltern, Erziehungsberechtigte oder jeder, der eine Bürgschaft übernimmt. Wo? In der Zentralbibliothek, allen Stadtteilbibliotheken und an allen Haltestellen des Bücherbusses. Benötigte Unterlagen: Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung (Bei Bürgschaftsübernahmen bitte noch den Kinderausweis mitbringen).
Zitate kommentiert: Bakterien und Kreuzfahrtschiffe
„Nach dem Ausbruch des Darmkeims Ehec zeigte sich, wie wichtig Bakterien-Bibliotheken im Kampf gegen Seuchen sind. Doch davon hat Deutschland zu wenige.” Meint Gianna-Carina Grün (ZEIT-ONLINE).
Da sind wir doch sofort einer Meinung! Natürlich kann ein Land nicht genug Bibliotheken haben. Von uns aus auch solche, die nur aus Bakterien bestehen. Nicht zuletzt weil, so schlussfolgert Frau Grün: „Vergessene Keime können jederzeit wieder auftreten.” Und erfasst damit das Wesen der Bibliothek, das in der Nicht-Vergesslichkeit besteht. Selbstredend sind uns gut geführte Bakterien-Bibliotheken allemal lieber als bislang unbekannte Bibliotheks-Bakterien.
„Warum fehlen meist richtige Bibliotheken an Bord?” fragt Brigitte Scherer (FAZ.NET) angesichts eines Kreuzfahrt-Booms in Deutschland. Immer mehr schwimmende Freizeitinseln sieht sie am Horizont auftauchen, immer größere und „mit immer mehr Freizeitblendwerk ausgestattet“. So verwandeln sich Schiffe in „Rummelplätze“. Sie aber vermisst den Ort für den intellektuellen Austausch an Bord. Den Ort, an denen man seine Gedanken sammelt.
Wir gehen noch einen Schritt weiter und fordern „Bibliotheks-Kreuzfahrtschiffe” (natürlich mit qualifiziertem Personal), um für Menschen wie Brigitte Scherer die perfekte Traum-Seereise anzubieten. Und vermuten mal, dass sich auf dem Meer eine riesige, noch zu entdeckende Marktlücke versteckt.
gp
P.S.: Im Bild die passenden Literaturtips aus unserem Hause.
27x das Buch für Köln ausleihen!
Auch dieses Jahr wurde wieder ein Buch für die Stadt ausgewählt, womit sich in der ersten Dezemberwoche zig Veranstaltungen – eine davon auch in der Stadtbibliothek Köln – beschäftigen werden.
Dieses Jahr ist es “Weißer Rabe, schwarzes Lamm” von Jovan Nikolic: Einzelne, in sich geschlossene Erzählungen über eine Kindheit in einem Romadorf, erzählt aus der Perspektive eines kleinen Jungen.
Am 6. Dezember wird der Autor persönlich aus seinem Werk lesen – hier bei uns in der Zentralbibliothek. Moderiert wird der Abend von Martin Stankowski. Karten dafür gibt es im Vorverkauf für 5 Euro bei Köln Ticket.
Damit Sie sich bis zum Dezember schon einmal vorbereiten können, haben wir das Buch insgesamt 27 Mal für die Stadtbibliothek gekauft – allein 15 Exemplare finden Sie in der Zentralbibliothek am Neumarkt. Wie viele davon im Neuheitenregal der 2. Etage gerade noch verfügbar waren, sehen Sie auf dem soeben geschossenen Foto.
mks
Eine Bibliothekarin muß reiten, schießen und durch dick und dünn gehen können!
Die Stellenausschreibung (s. Zitat im Bild) verfasst von der Bibliothekarin Mabel Wilkinson resultierte aus eigener Erfahrung. 1915 ritt sie über 400 Meilen auf ihrem Pferd „Joker” durch Platte County, Wyoming, um ein ländliches Bibliotheksystem aufzubauen. Ob Poststation, Stadt, Dorf oder Gemeinde, quer durch die Prärie, unter brutalen Wetterbedigungen und von Schlangen und wilden Tieren bedroht, nichts konnte die beiden stoppen. Ihre Tour erwies sich als voller Erfolg und für die Menschen in Wyoming wurde sie zu einer Kultfigur.
Die Wyoming State Library hält bis heute die Erinnerung an „ihre Mabel” wach.
gp
“Des Teufels Nichte” spielte alle an die unsichtbare Wand
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Sie studiert „Szenische Künste” an der Uni Hildesheim, besuchte bei ihrem Dozenten Mathias Mertens ein Luftgitarrenseminar, schreibt inzwischen an einer Diplomarbeit zur Kulturgeschichte der Luftgitarre und schlug dann ihren Mertens bei der Deutschen Meisterschaft der Kunst aufs unsichtbare Instrument ein zu dreschen.
Und gestern zum Abschluß der Weltmeisterschaft im finnischen Oulu ließ sie es so richtig krachen. Aline Westphal, 26, (Künstlername „Des Teufels Nichte”) wurde als erste Frau und erste Deutsche Weltmeisterin in der Luftgitarre. Zwei Auftritte zu den Klängen von “The Pretender” (Foo Fighters) und dem Rage-Against-the-Machine-Klassiker “Without A Face” überzeugten die Jury. Und wir gratulieren mit einer Wind Mill.
gp
Bibliotheken am Wegesrand: Entlang der Ruhr
Fröndenberg – Wickede – Arnsberg
Die Ruhr zählt zu den abwechslungsreichsten und vielseitigsten Flüssen Deutschlands. Kultur und Natur laden zur Entdeckung ein. Der weithin bekannte Fahrradweg am Ufer führt vorbei an den Bibliotheken von Fröndenberg, Wickede und Arnsberg.
In Fröndenberg sind eine Buchhandlung und die Stadtbücherei in einem Gebäude untergebracht. Hinter der Fensterscheibe verbergen weit mehr Medien als man vermutet.
Originell ist die Unterbringung der Stadtbücherei in Wickede. Sie hat praktischer Weise ein Bahngleis vorm Haus und erfreut sich großer Beliebtheit.
gp
Karten gewinnen: “Ich hänge im Triolengitter” – Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen
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Karlheinz Stockhausen ist einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er experimentierte bereits in den 1950er Jahren mit elektronischer Musik und beeinflusste neben der E-Musik auch Popgruppen wie Pink Floyd und die Technomusik.
Die bildende Künstlerin Mary Bauermeister, mit der er gemeinsam mit seiner ersten Ehefrau Doris in einer ménage à trois lebte, bevor er sie 1967 heiratete, war dabei weit mehr als die Muse des genialen Komponisten. In den 1960er Jahren versammelte sich in ihrem Atelier in Köln die Avantgarde der internationalen Kunst- und Musikszene, von John Cage bis Christo.
Mary Bauermeister wirft nun in ihren Erinnerungen an Karlheinz Stockhausen erstmals einen ganz persönlichen Blick auf den großen Musiker.
Die Veranstaltung wird von Elke Heidenreich moderiert. Am Klavier sitzt Marc Aurel Floros.
Eintritt: 8 Euro / ermäßigt 6 Euro
Beginn: 15. September 2011, 20 Uhr
Wo: In der Zentralbibliothek Köln am Neumarkt
Wir verlosen 2×2 Karten für die Veranstaltung. Schreibt uns hier im Blog einen Kommentar, warum ihr gerne Karten gewinnen möchtet! Die Losbox ist bis zum 29. August geöffnet 🙂
(ck)
“Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt!”
Google erinnert heute an Jorge Luis Borges und hat zu Ehren seines 112. Geburtstages einen Doodle auf die Startseite gesetzt.
“Before there was the World Wide Web, the Internet, hypertext markup, or even a digital computer, there was Jorge Luis Borges’ idea of “forking paths.” The Argentinean writer who envisioned “a massive branching structure as a better way to organize data and to represent human experience,” was born 112 years ago today and is the subject of a special Doodle on today’s Google home page.” schreibt dazu Danny Goodwin auf searchenginewatch.com.
gp
Kleines Sommerrätsel für bibliothekarisch Bewanderte
Heute mal ein bisschen Gehirntraining für alle, die sich in der Bibliothekswelt zuhause fühlen. Die folgenden Zitate stammen aus Veröffentlichungen der letzten vier Wochen. Gesucht sind sieben mehr oder weniger prominente Persönlichkeiten.
1. “…oder dem Dichter des Deutschlandliedes, [?], der einst Bibliothekar im Kloster Corvey war.” Wormser Zeitung
2. “Unter anderem ist er Ehrenmitglied des Vereins Deutscher Bibliothekare. Was für eine Karriere! Denn eigentlich wollte [?] einst Bibliothekar werden, konnte dies aber, wie er sagt, “aus nachgewiesener Dummheit” nicht werden. Als Fachverleger für die Bibliothekare weltweit hat er sich dann “gerächt” und die Experten all die Jahre mit unendlich vielen Büchern verfolgt.” Deutschlandfunk
3. “In Amerika arbeitete [?] zuerst als Bibliothekar auf der Gefängnisinsel Rikers Island, ab 1945 als Fotograf bei den Vereinten Nationen.” SPIEGEL ONLINE
4. “Obwohl er mehrfach als Pianist auftrat, nahm er 1937, ein Jahr nach seiner Promotion, eine “sichere Stelle” an: Er wurde Bibliothekar (und später Bibliotheksdirektor) an der Technischen Universität Graz…[?] Kleine Zeitung
5. [?] “…hat lange vom Schreiben geträumt und war Arbeiter, Bibliothekar, Übersetzer und Buchhändler, bevor er Schriftsteller wurde. Er war 35, als sein erstes Buch veröffentlicht wurde.” WELT ONLINE
6. [?] “… fesselt schon lange die Menschen mit seinen Geschichten. Sein bewegtes Leben als Schulabbrecher, Großhandelskaufmann, Buchhändler, Kunsthändler, Werbetexter und Bibliothekar gab ihm genügend Stoff, um tausend Leben und Tode zu beschreiben.” hamburg-magazin.de
7. “Schon 1627 hatte der berühmte Bibliothekar [?] erklärt, eine Sammlung von 50 000 Büchern sei noch keine Bibliothek, genauso wie eine Ansammlung von 30 0000 Menschen noch lange keine Armee bilde. Erst die logische Anordnung der Bücher, und damit die Auffindbarkeit eines Buches, … mache die Bibliothek aus.” WELT ONLINE
gp
Das Fundlesezeichen der Woche
Bald dürfte es davon wieder mehr werden:
Bewusst oder unbewusst Liegengelassenes in unseren Reiseführern. Sei es die – für die meisten von uns unlesbare – Quittung aus dem Supermarkt in China, der Bierdeckel aus dem Café in Brügge oder die sichtlich gut benutzte Straßenkarte aus Amsterdam.
Kürzlich aus einem unserer Italienführer gefallen:
Die Fahrkarte aus Bologna. Hoffentlich schon entwertet…
mks
