Intelligente Werkzeuge in der HWK Köln

Wie viele Diplom-Ingenieure braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?
Keine Ahnung, aber wahrscheinlich finden sie eine Lösung. Und ab demnächst könnte diese Lösung durchaus mit 3D-Druck zu tun haben.
Am vergangenen Freitag trafen sich nämlich Dipl.-Ing.s, Dipl.-Kfm.s und jede Menge anderer Dipl.s auf Einladung des Technologie-Transfer-Rings Handwerk NRW in den Hallen der Handwerkskammer zu Köln, um über 3D-Druck zu diskutieren. Unter dem Titel 3D # Daten Digital Drucken sollte der Frage nachgegangen werden, ob 3D-Druck (und 3D-Scan) denn nun tatsächlich die oft propagierte dritte industrielle Revolution einläute – oder ob es sich nur um einen Medienhype handele.
Um sich dieser Frage anzunähern, kamen verschiedene Experten aus dem Bereich der generativen Fertigungsverfahren zu Wort. Den Anfang machte René Bohne vom FabLab der RWTH Aachen. Der Fachmann für Mensch-Computer-Interaktion kam über das wearable computing (das sind in die Kleidung integrierte Minicomputer) an den 3D-Druck. Mit viel Witz legte er die handwerklichen Defizite von Informatikern dar – sie hätten keine Ahnung von Material und Statik geschweigedenn irgendwelche handwerklichen Fähigkeiten. Für solcherlei Dinge programmieren sie lieber Maschinen, die dann das Handfeste für sie erledigen. Und so hat das FabLab in Aachen bis heute einen beachtlichen Gerätepark zusammengestellt: 3D-Drucker Dimension Elite, selbst gebauter MakerBot Cupcake CNC, Lasercutter… und mehr. Bohne erklärte Funktionsweisen und Vor- und Nachteile der einzelnen Geräte. Sehr spannend!

René Bohne demonstriert nach seinem Vortrag den FabScan – ein 3D-Scanner, den man sich für rund 100 Euro selbst zusammenbauen kann.

Als nächstes durfte Alexander Speckmann, Gründungsmitglied der Kölner Dingfabrik, über Druck und Scan referieren. Seine Prämisse: Einzuordnen ob 3D-Druck nun Revolution oder Evolution ist, sei Aufgabe der Historiker – viel wichtiger sei, was aktuell geschehe und wie man damit umzugehen habe. In einem kreativen Rundumschlag stellte Speckmann das grundlegende Konzept der 3D-Drucker als “Materialportionierer” dar: von Zucker über Speisepüree bis zu Mäusenieren – ein 3D-Drucker tut eigentlich nichts anderes, als ein gewisses Basismaterial sehr genau, automatisch und mechanisch präzise zu organisieren. Und darum sei 3D-Druck besonders bei Einzelstücken stark, wie sie die Prothetik z.B. fordert.

Ein anderes Beispiel ist eine tatsächlich funktionierende Stradivari aus dem Drucker. Sie diente Speckmann als Indikator dafür, dass durch die automatisierte Fertigung der Geige das traditionelle Handwerk sogar aufgewertet werde. Logisch: In der handgemachten Meistergitarre steckt im Zweifel mehr Arbeitskraft und echtes Holz klingt für den Kenner wohl besser als die Kompromisslösung aus dem Drucker. Und um dem aktuellen Hype etwas entgegenzuwirken betonte Speckmann, dass nicht jedes Druckverfahren mittel- bis langfristig für’s Wohnzimmer tauge. Das Basismaterial für Pulverdrucker ist umständlich, teilweise entstehen giftige Dämpfe und es gibt Preisgrenzen, die nicht unterschritten werden können.

Nach der Theorie die Praxis: Oliver Rosito ist Designer aus Köln und hat sich aus Interesse einen MakerBot Replicator 2 gekauft. Und sofort taten sich neue und spannende Anwendungsmöglichkeiten für ihn auf. So kamen etwa etliche Anfragen aus dem Handwerk zu kleinen Ersatzteilen. Einen Halterungsring, der nicht produziert wird, konnte Rosito für 30 Euro umsetzen – inklusive Design am Computer und Ausdruck. Ein anderer Kunde brauchte für seinen Oldtimer eine möglichst originalgetreue Tachonadel und Gummidichtungen. Zwar kann Rositos Replicator weder Gummi noch Glas verarbeiten, aber er modellierte Negativformen, die dann nur mit dem entsprechenden Material gefüllt werden mussten. Diese und weitere Beispiele belegen, dass es durchaus praktische Anwendungen für 3D-Drucker gibt, welche sich explizit an Privatleute und Kleinunternehmer richten.

Oliver Rosito holt das Maximum aus seinem MakerBot raus: u.a. ein Dom-Förmchen und ein Prototyp für eine Maus aus Holz-Filament

Das Preisspektrum rollte Harald Schmitz der HWK Köln von der anderen Seite auf: Wo ein MakerBot rund 2.000 Euro kostet, müsste man für einen Computertomographen von Zeiss ca. 500.000 Euro berappen. Das ist dann aber ein 3D-Scanner, der auch das Innenleben von Objekten erfasst und mit acht Tonnen etwa die Dimensionen eines Kinderzimmers aufweist.
Schmitz bilanzierte: Das Handwerk wird auf keinen Fall ersetzt! Ganz im Gegenteil. Symptomatisch für den 3D-Druck und die Gesellschaft, in der er möglich ist, sind:

  • fortschreitende Individualisierung der Gesellschaft,
  • kürzere Produktzyklen,
  • automatisierte Herstellung,
  • kaum Nacharbeit,
  • große Materialvielfalt.

Und angesichts dieser Trends zeigt sich, dass die Expertise des Handwerks wichtiger denn je werde. Wo Prozesse und Materialien im Zentrum stehen, wird die Kenntnis um ebendiese zentral. Nach Schmitz sind die folgenden Handwerke von 3D-Druck und -Scan betroffen: Konditoren, Tischler, Elektriker, Formen- und Modellbauer, Zahntechniker, Hörgeräteakuster, Orthopäden, Schuhmacher, Schneider, Kürschner, Modisten… und Goldschmiede. Tendenz steigend.
In einem angenehm bodenständigen Fazit charakterisiert Schmitz das Thema 3D weder als Weltrevolution, noch als inhaltslosen Hype – denn die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen. Und so ist seine Formulierung des 3D-Drucks als “intelligentes Werkzeug” sehr treffend.

sa

PS: Wir konnten auf der Veranstaltung einige Kontakte für unseren 3Day knüpfen, der im Sommer in der Zentralbibliothek stattfindet: Wir versammeln Enthusiasten und Firmen aus Köln und Umgebung, die sich mit den Technologien beschäftigen, und bestücken unseren Veranstaltungsraum mit ihren 3D-Druckern und 3D-Scannern. Während unserer Öffnungszeiten führen die Aussteller ihre Hard- und Software vor, zeigen Projekte, die mit 3D-Druck und 3D-Scan verwirklicht wurden, und stehen für Erklärungen und zum Fachsimpeln bereit. Nebenher wird live 3D-modelliert und auch die ein oder andere Aktion wird nicht fehlen. Mehr Informationen auf unserer geeks@cologne-Seite.

Pilotprojekt: Google Glass in der Stadtbibliothek

Am Puls der Zeit zu bleiben, ist eine mühsame und aufreibende Arbeit. Doch meist zahlt sich die investierte Energie doppelt und dreifach aus. Und so sind wir sehr stolz, ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt ankündigen zu können, das uns in den letzten Monaten bewegt hat. Und vom dem ihr in den kommenden Monaten profitieren werdet.
Als weltweit erste Bibliothek werden wir in einer einzigartigen Kooperation mit Google jede Bibliotheksmitarbeiterin und jeden Bibliotheksmitarbeiter mit Google Glass ausstatten!

Google Glass (CC-BY-SA 2.0 Ted Eytan, http://www.flickr.com/photos/taedc/8714927697/)

Wer es nicht kennt: Google Glass wird mit der Technik der erweiterten Realität (augmented reality) höchstwahrscheinlich die Welt so grundlegend verändern wie es einst Steve Jobs’ iPhone tat. Es ist ein Miniaturcomputer inklusive Kamera, Spracherkennung, Beschleunigungssensor und Gyroskop, der am Kopf getragen wird. Ein kleines Display projeziert Informationen aus dem Web (wie z.B. Straßenkarten oder Kochrezepte) direkt ins Blickfeld. Der gesenkte Blick aufs Smartphone entfällt endgültig – und damit auch die drohende Kollision mit dem nächsten Laternenmasten.
Anwendungsmöglichkeiten gibt es viele: Den Kindergeburtstag kann ich aus der Ich-Perspektive mitfilmen und live auf YouTube streamen. Das Telefonat mit der Mutter kann ich führen, während ich zwei Hände frei habe um das Bad zu putzen oder Fahrrad zu fahren. Den Tisch für’s Abendessen kann ich per Sprachbefehl reservieren. Und so weiter und so fort. Google Glass erweitert die eigene Wahrnehmung mit einer transparenten Informationsschicht aus dem Internet, die ich überall und jederzeit mit anderen teilen kann.
Derzeit befindet sich das ambitionierte Projekt noch im Entwicklungsstadium, ausgewählte Personen und Institutionen bekommen aber bereits Testversionen ausgeliefert. Es gibt schon einige amerikanische Bibliotheken, die Google Glass an findige Entwickler ausleihen.
Wir aber gehen einen Schritt weiter.
Beginnend ab Juni werdet ihr uns nur noch mit Google Glass antreffen. Das erleichtert uns die Arbeit und steigert die Servicequalität für euch. In enger Kooperation mit Google haben wir das Android-Betriebssystem von Glass an die Bedürfnisse von Bibliotheken angepasst. Das deutsche, selbst programmierte Interface erfasst Kundendaten qua Gesichtserkennung, ortet über eine RFID-Schnittstelle Medien im Haus und informiert die Mitarbeiter automatisch über anstehende Termine. Das integrierte Display erleichtert die Hausaufsicht ungemein, da jeder Kunde als ein Punkt auf einer Karte erscheint.
In einer Galerie haben wir bereits einige Anwendungsmöglichkeiten zusammengefasst.

Gesteuert wird Glass per Sprache. Unsere spezielle Bibliotheksversion ist dabei nicht nur mit dem World Wide Web vernetzt, sondern auch mit unserem Katalogsystem und der E-Ausleihe. Die Zusammenführung beider Systeme erfolgte über eine Representational State Transfer-Schnittstelle. Im Ergebnis kann der Servicemitarbeiter z.B. nun folgende Sprachbefehle erteilen:

OK Glass, auf welcher Etage befindet sich die dritte Staffel Breaking Bad?

oder

OK Glass, wie lautet der heutige Toilettencode?

oder

OK Glass, eine Leuchtstoffröhre ist kaputt. Bitte benachrichtige den Hausmeister.

Entweder vernetzt sich Glass dann automatisch mit den jeweiligen Mitarbeitern oder projeziert die angeforderten Informationen direkt ins Sichtfeld. Und wir geben die Info dann an euch weiter. Anders herum merkt sich Glass euer Gesicht und verknüpft die Daten mit eurem Leserausweis. So können wir euch direkt sagen, wie viele Medien ihr noch ausleihen dürft, ob ihr überfällige Lesegebühren habt und auf welcher Etage ihr heute schon wart. Das alles – und mehr. Das System wird laufend weiter entwickelt.
Zuletzt noch eine Ansicht aus der Ego-Perspektive, also das, was der Mitarbeiter im Glass-Display sieht. Der Rotstich ist produktionsbedingt.

So sieht es aus, wenn Glass live Informationen zu einem Kunden abruft. Unten rechts eine Übersicht über die jeweilige Etage, rote Punkte markieren Kunden.

Wir sind sehr gespannt auf die Zukunft, wenn wir unseren Arbeitshorizont in die augmented reality erweitern! Und die Zukunft ist jetzt.

 sa

 

Bibliothek analog + digital = Quellentaucher

Der vielbeschworene Untergang der Bibliotheken löst immer wieder neue und heiß geführte Debatten aus. Ohnehin, so scheint es, geht jede Woche irgendetwas Neues unter. Oft wegen neuer Medien, meistens wegen dem Internet. Und das Abendland ist eigentlich schon immer untergegangen. Ob man sich nun euphorisch oder eher apokalyptisch – mit Umberto Eco gesprochen – gegenüber neuen Medien verhält: Debattieren kann man viel…
… oder eben handeln.
Wir entscheiden uns prinzipiell lieber für die zweite Option. Und im Team handelt es sich umso besser. So haben wir zusammen mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, der Universät Konstanz (und hier insbesondere der AG Mensch-Computer-Interaktion) und der Bezirksregierung Düsseldorf eine von vielen möglichen Antworten auf den Wandel der Bibliotheken umgesetzt.
Grundgedanke war, dass die sich verändernde Bibliothek stets die Grenzverschiebung zwischen analog und digital verhandelt. Ist sie ein analoger Ort? Funktioniert sie (rein) digital? Wie sehen die Verschränkungen, die Brüche dazwischen aus?
Eine mögliche Antwort auf diese Fragen hat das Team am Mittwoch bei uns vorgestellt. Das Kind des Verbundprojekts namens “Bibliotheksservice digital und real” heißt Quellentaucher.

Der Quellentaucher auf der 3. Etage der Zentralbibliothek


Der Quellentaucher besteht aus zwei Modulen: Expedition und Tiefenrausch. Die Expedition ist bereits in Betrieb, wird im Verlauf des Jahres aber noch weiter ergänzt. Der Tiefenrausch wird bis Ende 2014 installiert. Tritt ein Besucher in die Nähe des großen Touchscreens, stellt ihn eine Tiefenkamera in Form einer dynamischen Silhouette dar. Geht er noch näher heran, erscheint eine Landschaft aus Kacheln mit Informationen zum aktuellen Weltgeschehen. Berührt man nun eine dieser Kacheln, liest man Nachrichtendetails und verwandte Informationen aus dem Web (z.B. Tweets und Wikipedia-Artikel, die die entsprechenden Schlagworte enthalten). Gleichzeitig stellt ein digitales Regal dazu passende Medien aus unserem Bestand dar.

Die Silhouetten regen zum erkunden an. Foto: Uni Konstanz

Im Ergebnis vereint der Quellentaucher als Hybrid die Vorteile des physischen Regals mit der dynamischen digitalen Welt. Der Bruch zwischen analog/digital ist hier nicht Hindernis, sondern Chance, umgesetzt aus der Perpektive der Mensch-Computer-Interaktion.
Bei unserer Kick-Off-Veranstaltung am Mittwoch in der Q-thek der Zentralbibliothek stellte Petra Büning von der Bezirksregierung ausführlich die Hintergründe des Projekts vor, während Prof. Dr. Harald Reiterer und seine Doktoranden Jens Mueller und Simon Butscher aus Konstanz auf Technik und Umsetzung eingingen. Unsere Direktorin Dr. Hannelore Vogt provozierte mit einer Präsentation zu aktuellen Trends in Bibliotheken ein Werkstattgespräch. Wir konnten rund 80 Kolleginnen und Kollegen bei uns begrüßen und ihnen den Quellentaucher zeigen.
Er steht auf der dritten Etage der Zentralbibliothek, ist nicht zu übersehen und freut sich auf Eure Recherche! Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

(sa)

Weiterführende Links:

Du & Ich inmitten aller Bücher

Meine Liebe zu Stadtbüchereien kennt keine Grenzen. Ich meine, wie großartig ist denn diese Idee, dass man sich Kultur ausleihen kann und dann einfach für andere wiederbringt? Denn niemand braucht doch wirklich alles! Fast schon sozialistisch. 

Und dann ist es auch ein Ort, um Leute kennenzulernen. Manchmal passiert das ja.

So wie heute. So wie Thomas. Thomas muss man sich als grundausgeglichenen und gleichzeitig ziemlich aktiven Menschen vorstellen. Einen Thomas, wie ihn eigentlich jede Stadt gebrauchen kann.

Nach vielen Jahren Recklinghausen ist er nun also am Rhein gelandet. Als Kfz-Mechaniker hat er in seiner Heimatstadt versucht dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Nun will er aber lieber selbst neue Autos mitentwickeln. Deshalb kam er zum Technikstudium nach Köln. Und zum Fotografieren. Und zum Bloggen. Also mehr so zum Fotos bloggen. Noch. Weil eigentlich möchte er natürlich auch – so wie wir alle hier – eine Internetikone werden.

Karen Schierhorn

Foto: Thomas Mengede (tmfepictures.com)
Dieser Text entstand letzten Freitag in unserem Makerspace-Workshop “Kreatives Schreiben für Blogger”. Eine der dort gestellten Aufgaben war ein Gespräch zwischen zwei ausgelosten Teilnehmern, ein anschließender Text über den jeweils anderen. Dieser wurde dann der Gruppe vorgelesen und diskutiert. Karen lernte so Thomas kennen und heraus kam dieser Beitrag, der allen gefiel, und den wir Euch nicht vorenthalten wollen.

gp

Schmuck aus unserem 3D-Drucker

Was gibt es nicht mittlerweile alles aus dem 3D-Drucker! Und was wird noch kommen? Barilla möchte individualisierte Nudeln drucken, in Amsterdam entstehen bald gedruckte Häuser (die FAZ berichtete am 16.2.2014, Seite V 7 und http://neuerdings.com/2014/03/16/3d-druck-kanalhaus/ ), Gartenfreunde drucken ihre Gras- und Blumenarrangements und sogar Prothesen können – wenn man einmal eine gute angepasste Vorlage erstellen konnte – mittlerweise mit äußerst geringen Materialkosten hergestellt werden.
Dass der Drucker auch ganz tollen Schmuck zaubern kann, haben uns zwei Studenten bewiesen. Für ein Studienprojekt haben sie mehrfach den Weg von Wuppertal nach Köln nicht gescheut und das Ergebnis spricht doch wirklich für sich! 🙂

Copyright: Christian Pfeil

Copyright: Tim Löttgen

Schmuck aus dem 3D-Drucker konnten wir auch im Herbst auf der Euromold in Frankfurt in die Hand nehmen und bestaunen. Eine finnische Firma repräsentierte hier ihre gedruckten Metallanhänger für Ketten, die im Inneren zum Teil mit Elektronik ausgestattet waren, so dass der Anhänger auf Knopfdruck aus kleinen Aussparungen leuchtet.
Copyright: Stadtbibliothek Köln

Ihr wollt gerne eigene 3D-Modelle erstellen? Einen Einblick in die Welt der 3D-Modellierung bekommen? Dann werft doch einen Blick in unser Makerspace-Programm. Bei Workshops für Selbermacher darf 3D-Modellieren natürlich nicht fehlen 🙂 Momentan gibt es noch freie Plätze für den Workshop am 24. Mai “123D Creature – Digitales Modeling auf dem iPad” und für den Workshop am 28. Juni “Von der Idee zum 3D-Druck – Ein 3D-Crashkurs für Anfänger mit SketchUp”.
Eine weitere Möglichkeit bietet unser 3D-Scanner, den ihr eigenständig nutzen und bedienen könnt.
(ck)

Diskussionsrunde “Inside Wikipedia” am 24. März

Für viele ist das Online-Nachschlagewerk Wikipedia der erste Anlaufpunkt bei Wissensfragen. Aber wie entsteht eigentlich ein Wikipedia-Artikel? Wie kann das gutgehen, wenn jeder alles editieren kann? Über die Herausforderungen und Probleme der virtuellen Zusammenarbeit aber auch über die Motivation und die Glücksmomente der ehrenamtlichen Autoren könnt ihr euch am 24. März bei uns in der Zentralbibliothek informieren. Bei “Inside Wikipedia” werden langjährige Wikipedianer über die folgenden Themen diskutieren:

  • Wie helfen wir Anfängern?
  • Wie bewahren wir Qualität und Neutralität?
  • Angriff der PR-Agenturen?
  • Wie lösen wir Konflikte?
  • Was ist dieses “Lizenzdingens”? Oder auch: “Die freie Enzyklopädie” und das Urheberrecht. Ein Widerspruch?
  • Wikipedia wird von Nerds im dunklen Keller gemacht; oder doch nicht?

Was noch angesprochen wird liegt in eurer Hand. Bringt Fragen mit und bringt euch in die Diskussion ein. Auf dem Podium sitzen Elke Wetzig, Achim Raschka und Robert Schlappal. Die Moderation des Panels übernimmt Alice Wiegand, Mitglied des Kuratoriums der Wikimedia Foundation.
Die Veranstaltung ist kostenlos und startet am 24. März um 19.00 Uhr im Erdgeschoss der Zentralbibliothek am Neumarkt (Josef-Haubrich-Hof 1). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wenn ihr bei Facebook seid, könnt ihr uns aber mit einem Klick auf “Teilnehmen” bei der Getränkeschätzung helfen: “Inside Wikipedia” auf Facebook.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Kölner Wikipedia-Community rund um den Kölner Stammtisch und wird von Kölncampus unterstützt! Sie findet im Rahmen unserer Reihe geeks@cologne statt, die sich an Technikaffine und Pixelverliebte in und um Köln wendet. Mehr Informationen zur Veranstaltung und zur Reihe findet ihr unter geekscologne.mixxt.de.

(ba)

Roboter-Workshop für Mädchen

Langsam ist er Tradition: unser Lego-Mindstorms-Workshop für Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren. Schon zweimal haben Mädels bei uns mit leuchtenden Augen programmiert und an ihrem Roboter gebastelt.

Lego-Mindstorms-Programmierung

Der zweitägige Roboter-Workshop “go4IT” ist eine Kooperation mit der RWTH Aachen und dient der spielerischen Einführung von Mädchen in die Bereiche Technik und Informatik. Für den 23. und 24. April laden wir alle Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren herzlich in die Zentralbibliothek am Neumarkt ein. In Zweierteams und unter der Aufsicht von geschulten Pädagoginnen und Pädagogen bauen sie eigene Roboter aus Lego-Mindstorms-Bausätzen. Schrittweise werden die Teilnehmerinnen an die Programmierung mit NXC (Not eXactly C) herangeführt. Sie hauchen ihren Robotern Leben ein und sind bald in der Lage, sie für die Lösung komplexerer Aufgaben einzusetzen. Spielerisch lernen die Mädchen den Umgang mit Motoren, Sensoren und ihrer vermutlich ersten Programmiersprache. Ein genauer Ablauf der Tage ist in unseren Blog-Artikeln zu früheren Workshops nachzulesen: Blogeintrag 1. Workshop, Blogeintrag 2. Workshop.

Der Workshop beginnt an beiden Tagen um 10:15 Uhr und endet um 16:15 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Da die Gruppe maximal 16 Teilnehmerinnen aufnehmen kann, ist eine Anmeldung unter schulservice@stbib-koeln.de unbedingt erforderlich. Es handelt sich nicht um einen Aufbaukurs, daher gibt es außer einem allgemeinen Interesse an der Materie keine Voraussetzungen.
(ba)

Makerspace: Spannende Zeiten voraus

Harte Arbeit lohnt sich. Und darum freuen wir uns sehr und sind stolz darauf, dass wir Euch ab sofort ein innovatives und abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm im Rahmen unseres Makerspaces anbieten! Nach rund einem halben Jahr Planungsphase, Akquise von Dozenten und technischer Vorbereitungen stehen ab sofort Anmeldungen für 26 Workshops bereit, die zwischen März und Juni 2014 stattfinden.
Im Zentrum dieser Workshops steht einerseits der Do-It-Yourself-Gedanke und die Einbindung von Prosumenten (das sind Produzenten und Konsumenten in Personalunion) und andererseits die Einbindung von Profis auf dem jeweiligen Gebiet. Denkt man beides zusammen, entsteht eine experimentelle Umgebung, in der Ihr Euch ungezwungen und spielerisch Technologien, Software und Handwerk erschließen könnt.
So die Theorie. In der Praxis werden dann Songs komponiert, 3D-Modelle erstellt, Kreativtexte geschrieben, Streetart-Schablonen geschnitten, Podcasts eingesprochen, Arduinos programmiert, E-Books gelayoutet und vieles mehr. Wir sind uns sicher: Da entstehen großartige Projekte.
Das liegt insbesondere an unseren großartigen Dozentinnen und Dozenten: Viele Workshops laufen in Kooperation mit der Kaiserin Augusta Schule in Köln, die ihre junior experts entsendet. Für andere haben wir uns unter anderem den Kölner Nerd-König Thomas Riedel (@boydroid) ins Boot geholt und Reinhard Nickels und Uwe Ziegenhagen der Kölner DingFabrik sind ebenfalls am Start. Und dann noch professionelle Texter, Industrial Designer und Scrapbooker…
Wir freuen uns drauf. Spannende Zeiten voraus!
Hier könnt Ihr Euch das Programm im Detail ansehen und Euch anmelden (alternativ oben im Blog auf “Makerspace” klicken). Vor Ort gibt es das Programm natürlich auch in Papierform.
Gefördert vom Land NRW!

(sa)

3 neue Navigationsgeräte zum Ausleihen in der Zentralbibliothek

Ab sofort sind 3 Garmin Dakota 20 zum Ausleihen da.
Vorinstalliert sind die Feierabendtouren Köln, Band 2 von Steffi Machnik und auszugsweise die Freizeitkarte Deutschland.
Die Feierabendtouren sind in Buchform bei der Ausleihe mit dabei.

Garmin Dakota 20

Es besteht die Möglichkeit OSM (OpenStreetMap)-Karten aller Länder abzuspeichern (Micro-SD-Speicherkartenplatz), entweder zuhause oder am PC (CD-ROM-Teststation) auf der 1. Etage der Zentralbibliothek. Auch weitere Touren sind hier mit entsprechender Software zu planen und im gpx-Format auf das Navigationsgerät herunterzuladen.
Außerdem sind digitale Wander- oder Radtourvorschläge aus unseren entleihbaren Reiseführern zu übertragen.
Der nächste Urlaub oder Kurzausflug in die nähere Umgebung kann nun technisch unterstützt per Navigationsgerät erfolgen!
Übrigens die nächste GPS-Schulung mit dem Geologen Sven von Loga findet am Donnerstag, den 13.2. in der Zentralbibliothek statt.
eda

Impressionen vom Elektropop-Konzert mit airman

Es geschieht nicht tagtäglich, dass in unseren Räumlichkeiten aufwändige Elektropop-Konzerte stattfinden und Laser zucken. Aber am 27. Januar kam airman! Schon ab 11 Uhr gab es emsiges Treiben in unserer Q-thek. Transporter rollten an, Kisten in allen Größen wurden entladen, Kabel schlängelten sich durch den Raum, Stromkreise wurden angezapft und eine Schar von Beamern ging in Stellung. Langsam nahm alles Gestalt an und die Masse an Equipment zog sich entweder auf die Bühne oder an den Steuertisch zurück. Der ganze Prozess samt anschließender Veranstaltung wurde von einer Webcam in Standbildern aufgezeichnet und live auf airmans Homepage übertragen. Hier der Tag im Zeitraffer:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=2eS9xj8dBCI]
Um 18.30 Uhr begann sich die Q-thek zu füllen. Gleich neben den Merchandise-Artikeln von airman und unserem Getränkestand wartete eine kleine Technikspielerei à la Minority Report auf die Besucher. Wer wollte konnte den Leap Motion Controller ausprobieren, der seit Sommer 2013 auf dem Markt ist. (Test Englisch | Test Deutsch) Ähnlich der Kinect nimmt er Bewegungen im dreidimensionalen Raum wahr und ermöglicht so die Gestensteuerung für einen PC. In der Midnight-App, die den größten Teil des Abends lief, steuerte man Lichtpartikel auf dem Monitor, die je nach Anzahl der benutzten Finger andere Schwarmformen annahmen. Benutzte man alle 5 Finger wurde die gesamte Form in Slow Motion versetzt und konnte ganzheitlich gedreht und gewendet werden. In dieser Form sicherlich eine Spielerei und auch noch nicht ganz ausgereift, aber eine Technologie mit Potential.

Steuermöglichkeiten des Leap Motion Controllers

Bevor das Konzert begann, sprach Stefan Vallbracht aka airman zunächst über die Philosophie und die Technik hinter seiner Show. Für elektronische Musik verwenden in Minimalausstattung viele einen Laptop – dabei wird dem Zuschauer jedoch jeder Bezug zu den Klängen genommen und auch optisch hat diese Darbietung wenig zu bieten. Statt bewegungslos auf der Bühne zu sitzen, möchte der Kölner mit seinem Elektropop-Soloprojekt elektronische Musik sichtbar machen und durch seine unzähligen Steuerungsmöglichkeiten ein menschliches Element einbringen. Unter seinen Controllern befinden sich so außergewöhnliche Geräte wie z.B. Wind-Controller, eine Laserharfe und Wiimotes. Die an den Instrumenten ausgeführten Gesten und Tastenanschläge werden über die MIDI-Schnittstelle digitalisiert und an PCs oder Klangerzeuger weitergeleitet – eine Übertragung die auch kabellos über WLAN erfolgen kann. Abgesehen von seinen eigenen Gadgets stellte Stefan noch eine ganze Reihe anderer MIDI-Controller vor: beim Ribbon Controller werden Töne durch Berührungen entlang einer Leiste erzeugt, beim AirPiano reichen Handbewegungen über dem Instrument, die Marimba Lumina wird mit Schlägeln bedient, die Eigenharp enthält sowohl Wind- als auch Ribbon Controller und wertet sogar den Druck und die Fingerbewegungen aus, die der Musiker auf ihren Buttons vollführt. Wer kein fertiges Instrument kaufen möchte, kann sich seinen MIDI-Controller auch basteln, z.B. mit einem Arduino-Mikrocontroller. Für die Zukunft erhofft sich Stefan einen Wechsel von der mittlerweile über 30 Jahre alten MIDI-Schnittstelle auf OSC (Open Sound Control) und eine Standardisierung dieses Datenübertragungsprotokolls. Seine Show soll außerdem durch Pyrotechnik und großflächige, interaktive Bildschirme bereichert werden.
Das 90-minütige Konzert nahm die Zuschauer mit auf eine Reise durch Raum und Zeit – mit Zwischenmoderationen in Form von Flugzeugdurchsagen. Parallel zu einer Mischung aus SynthPop, Trance, Avantgarde und Trip-Hop, zündete airman ein Feuerwerk von Lichteffekten, Laserstrahlen und Projektionen. Je nach Lied schlüpfte er in besondere Kostüme: von seiner weiß-roten Kapitänskombo über den Matrixmantel zum Astronautenhelm. Neben den schon erwähnten MIDI-Controllern steuerte airman bei “Buddhas Puppet” per Datenhandschuh den Gesang eines virtuellen Mönchs und zückte bei mehreren Liedern die Keytar. Ruhigere Töne lieferte der Song “Weitergehen”, der Stefans verstorbener Mutter gewidmet ist. Während des Liedes wurden Blumen im Publikum verteilt. Neben den von ihm selbst komponierten Stücken spielte airman auch “Oxygene 8” von Jean Michel Jarre – natürlich auf der Laserharfe!

Nach dem Konzert klang der Abend bei einer Lasershow aus. Abgestimmt zur Musik von “Ameno” oder den “Pirates of the Caribbean” durchschnitten Laserstrahlen den benebelten Raum und erzeugten Farbwände, die fast greifbar schienen.

Unser Dank geht an airman und seine Schar der Helfer (wenn ihr airman im Bereich Booking unterstützen möchtet, kontaktiert ihn über seine Homepage), an KMC Conrad für die Laser und weiteres technisches Equipment und natürlich an das Hochschulradio Kölncampus für ihre PR-Unterstützung!
Das Elektropop-Konzert war Teil der Veranstaltungsreihe geeks@cologne der Stadtbibliothek Köln. Weiter geht es im März mit einem Web-2.0-Thema, die Ankündigung erfolgt demnächst. Alle Infos zur Reihe finden sich auf geekscologne.mixxt.de. Wenn ihr euch auf der Seite anmeldet, werdet ihr immer per E-Mail informiert, wenn eine neue Veranstaltung angekündigt wird.

(ba)

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