Steffi Graf kocht armenisch…

Die Headline mag angesichts des Datums von heute despektierlich erscheinen. Denn genau vor 100 Jahren, am 24. April 1915 begann die Deportation der armenischen Elite aus Konstantinopel und jährlich wird der 24. April in  Armenien als “Genozid-Gedenktag” begangen. Wer in den letzten Tagen und Wochen die diesbezügliche Medienberichterstattung verfolgt hat, weiß um die aktuelle Bedeutung der “Völkermord“-Diskussion.
Aber an dieser Stelle soll der Anlass genutzt werden, um auf die Leistungen einiger armenischer und armenisch-stämmiger Persönlichkeiten hinzuweisen. Manche Namen werden bekannt sein, aber nicht unbedingt deren armenische Wurzeln. Und auch die Frage warum unsere Tennis-“Gräfin” Steffi armenisch kochen gelernt hat, wird hier eine Antwort finden.
Aram Chatschaturjan, armenisch Արամ Խաչատրյան, wissenschaftliche Transliteration Aram Xač‘atryan. Die Die Werke des berühmten Komponisten sind beeinflusst von der armenischen-georgischen und kaukasischen Volksmusik. Hierzulande am bekanntesten ist sein “Säbeltanz“.

Charles Aznavour  (eigentlich Schahnur Waghinak Asnawurjan,  armenisch Շահնուր Վաղինակ Ազնավուրյան / Šahnowr Vałinak Aznavowryan, auch Charles Aznavourian) – Der Chansonnier, Liedtexter, Komponist und Filmschauspieler ist auch armenischer Botschafter in der Schweiz und bei den Vereinten Nationene in Genf. Hier singt er mit seiner Tochter Seda ein armenisches Lied:

https://www.youtube.com/watch?v=Eoxr2N0w9K4

Cher (Cherilyn Sarkissian), der Vater der Sängerin und Schauspielerin aus den USA  ist Armenier. In ihrem Hit “Half Breed” setzt sie ihm ein musikalisches Denkmal:

Andre Agassi (Andre Kirk Agassi) –  Der Tennisspieler aus den USA stammt von einem iranischen Vater armenischer Herkunft ab. Verheiratet ist er mit Steffi Graf, die inzwischen alle armenischen Nationalgerichte kochen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=yjuV_2v2IB4

Garri Kasparow,  jüngster Schachweltmeister der Schachgeschichte und Schachbuchautor armenischer Abstammung. Tigran Vartanovich Petrosian (armenisch: Տիգրան Պետրոսյան) war ein anderer berühmter armenischer Schachweltmeister.

Mike Connors, US-amerikanischer Schauspieler armenischer Herkunft. Vor allem bekannt durch die Titelrolle in der Krimi-Serie “Mannix”:

Balyan (oft auch Balian) ist der Familienname mehrerer bedeutender osmanischer Baumeister und Architekten armenischer Abstammung.

https://www.youtube.com/watch?v=1rfk7FM_6LY

Atom Egoyan, armenisch Ատոմ Էգոյան – In Kanada lebender Regisseur.  Sein Filmdrama Ararat von 2002 erinnert an den Völkermord und dessen filmischer Darstellbarkeit. 

https://www.youtube.com/watch?v=PmNw_7NoWms

William Saroyan, US-amerikanischer Schriftsteller armenischer Herkunft. Seine Geschichten handelten meist über das Aufwachsen als Sohn armenischer Einwanderer.

Samvel Yervinyan (Սամվել Երվինյան) armenischer Violinist. Hier einer seiner temperamentvollsten Auftritte:

Arto Tunçboyacıyan, armenisch Արտո Թունջբոյաջյան.  Musiker und Angehöriger der armenischen  Minderheit der Türkei. 2008 komponierte und arrangierte er für die türkischen Pop-Sängerin Sezen Aksu und begleitete sie bei der Aufnahme ihres  Albums Deniz Yıldızı.

https://www.youtube.com/watch?v=SnscAiHSDro

Gerade das letzte Lied ist als Hoffnungschimmer hinzugefügt worden. Es geht um Frühling, einen Neubeginn und die Möglichkeit über kulturelles Zusammenwirken Signale zu setzen.

gp

Warten auf die Blüte

 

Der Eindruck täuscht! Es handelt sich bei den beiden Bäumchen (Bild oben und unten) um zwei Ausreißer. Offensichtlich wurden sie später hinzugepflanzt und es handelt sich um eine andere Art die älteren Kirschblüten-Kollegen. Oder es sind hitzige Jungspunde, die es nicht erwarten können. Im Gesamtbild fallen sie nicht groß auf, aber nichts wird die großen Brüder (bzw. Schwestern) mehr davon abhalten, in Kürze zu explodieren.

Dann wird der Josef-Haubrich-Hof wieder zum rosa Hotspot der Kölner City! Im globalen Herz der der Kirschblüte im japanischen Kyoto wird übrigens seit 1300 Jahren der Beginn der Blütenzeit registriert. Das durchschnittliche Datum dieses Zeitraums war der 15. April. In den letzten 40 Jahren hat sich das allerdings nach vorne verschoben (Erderwärmung?). Wir zeichnen das Datum seit 2013 auf. Letztes Jahr (bibber…) war es erst der 24. April. Im Jahr davor der 4. Diesmal liegen wir auf jeden Fall dazwischen.

gp

 

Günter Grass: “Es gibt keinen Ersatz fürs Lesen!”

https://www.youtube.com/watch?v=ESs9CfB982g

“Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Mutter war zwar Mitglied in einem Buchclub, es gab also ein paar Bücher zu Hause, aber die hatte ich bald durch. Als Zwölfjähriger bin ich dann zur Stadtbibliothek gegangen und habe mir dort die Backen rot gelesen. Diese Eindrücke und Erlebnisse wirken ein ganzes Leben nach.”*

Günter Grass

* 16. Oktober 1927   † 13. April 2015

 Deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker

Nobelpreis für Literatur 1999

* Interview in BuB 5, 2011

Was für ein Knaller: Der Lenz ist da!

https://www.youtube.com/watch?v=rQlsmw4Yhr4

“Die erste Nummer muß gleich knallen!” Für Robert Biberti, die markante Bass-Stimme der Comedian Harmonists stand fest: „wenn wir dann ‘Veronika, der Lenz ist da’ sangen, da hatten wir das Publikum und konnten nachher singen, was wir wollten”.

Das ulkige Frühlingslied von 1930 knallt bis heute! Mit seiner schwungvollen Melodie und den erotischen Anspielungen ist es längst ein deutscher Schlager-Klassiker. Ein Ohrwurm, der es sich im Gehörgang gerne gemütlich macht.

Und was beschert uns der heutige Tag sonst noch?

Es ist jetzt kurz nach 9 Uhr, gleich ist So-Fi, aber im Moment sieht es hier in Köln eher nach nebeligem Winterabschied aus. Mal sehen, wer schneller ist? Die Sonne oder die Finsternis.

Gefeiert wird heute u.a. der “Tag der Frankophonie“; Höhepunkt bei uns ist die Party in Berlin.  Geschichte gemacht hat bereits der Welt-Geschichtentag, Motto diesmal: “Wünsche”. Viele Wünsche und noch mehr Forderungen prägen seit 1966 den Equal Pay Day, der auf die Gender Pay Gap aufmerksam macht (auf deutsch: Geschlechter-Einkommenslücke, geschlechtsspezifischer Lohnunterschied, geschlechtsspezifisches Lohngefälle).

Wenn das alles nicht knallt, weiß ich’s auch nicht!

gp

P.S.: Was vergessen? Ach ja, heute ist Frühlingsanfang!

 

Frühlingstanz auf Mallorca mit Maria und Nacho

Als Hommage an die Kraft der Erde, die Explosion des Lebens und der Farben sieht Maria de Mar Bonet ihre Lyrik im Lied „La Dansa de la Primavera”. Mallorca steht für diesen Rausch der Farben und berühmteste Sängerin der Insel schuf mit diesem Lied 1985 einen katalanischen Klassiker. Schon als Kind beschäftigte sie sich mit den Volksliedern der Balearen. 20jährig begann ihre Karriere gleich mit einem Aufführungsverbot, weil sie sich mit dem franquistischen Regime anlegte. Bekannt wurde sie als herausragende Interpretin der katalanischen Bewegung der Nova Cançó.

In den 80er Jahren beflügelte ihr Gesang die Phantasie des Choreographen Nacho Duato . Tänzerisch wie musikalisch ein Glücksfall für die Kultur Spaniens und international. Klang und Bewegung brachen damals zu neuen Ufern auf. Und bis heute bewahren der Tanz und das Lied mediterrane Frühlingsfrische.

gp

Die schönste Sucht ist doch die Lesesucht!

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Inzwischen gibt es wohl kaum ein Verhalten, dem nicht das Etikett „Sucht” angeheftet werden kann. Ob Kaufen, Sport, Sex oder was sonst Spaß macht. Die Zeitstaubsauger TV, Smartphone, Internet, aber auch gänzlich Negatives wie Tob-, Eifer- oder Herrschsucht lassen sich so ins Extrem steigern, dass sie sozial unverträglich werden.

Eine besondere Form (für die wir Bibliotheken den begehrten „Stoff” liefern) ist die Lesesucht. Lexikalisch erstmals erfasst im Jahre 1809 von Joachim Heinrich Campe:

„Lesesucht, die Sucht, d.h. die unmäßige, ungeregelte auf Kosten anderer nöthiger Beschäftigungen befriedigte Begierde zu lesen, sich durch Bücherlesen zu vergnügen.”

Einmal in die Welt gesetzt, meldeten sich gleich eine Vielzahl mahnender Stimmen, die vor dem Lesen warnten. Heute wären viele froh, wenn wieder mehr Menschen lesen würden.

Wie dem auch sei, in der amerikanischen TV-Serie „The Twilight Zone” (eine wilde Mischung von „Mystery” und „Science Fiction”) aus den Jahren 1959 – 1964 gibt es eine Folge, in der es explizit um „Lesesucht” geht. Bankangestellter Henry Bemis riskiert Job und Frau für seine Passion. Selbst der Weltuntergang hält ihn nicht davon ab, angesichts einer „Public Library” großes Glück zu empfinden. Lesesüchtige, die eine Brille benötigen, werden nach dem Genuss (übrigens auch eine Suchtfalle) dieser Folge, ein besonderes Augenmerk auf ihre Sehhilfe richten.

Und hier kann man sich das ansehen.

gp

P.S.: Die Serie “The Twilight Zone” ist bei uns im Bestand.

Dachverband der bibliothekarischen Verbände in Deutschland (BID) tief erschüttert über Anschlag auf Meinungs- und Pressefreiheit in Paris

Der Dachverband der bibliothekarischen Verbände in Deutschland Bibliothek & Information Deutschland (BID) zeigt sich zusammen mit dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv), dem Berufsverband Information Bibliothek (BIB) sowie dem Verein Deutscher Bibliothekare (VDB) tief erschüttert über den niederträchtigen Anschlag auf die Pariser Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo” am 07. Januar 2015. Diese blutige Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben der französischen Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs. Sie stellt auch einen Angriff auf das europaweit verbriefte Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur.

Die BID unterstützt das Team des für seine religionskritischen Karikaturen bekannten Satire-Magazins nachdrücklich. Sie bekräftigt die große Bedeutung der Pressefreiheit und des freien Zugangs zu allen Informationen und Ausdrucksformen für unsere Gesellschaft, was eine freie Presse genauso wie z.B. frei zugängliche Bibliotheken voraussetzt.

BID-Präsident Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen: „Diese gezielte Tötung von Menschen im Namen einer extremen Ideologie, dieser Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit ist durch nichts zu rechtfertigen. Wir trauern um den Chefredakteur Stéphane Charbonnier und seine Mitarbeiter. Ich möchte den Opfern des Terroranschlages, ihren Familien und allen französischen Bürgerinnen und Bürgern mein aufrichtiges Beileid und mein persönliches Mitgefühl aussprechen.”

Eine Beschneidung der persönlichen Freiheiten oder auch politische Extreme können keine adäquate Reaktion auf die Ereignisse sein und bieten keine Lösung. Gemeinsam muss es uns gelingen, die Meinungs- und Pressefreiheit zu wahren.

Berlin, den 9. Januar 2015

 

Thank You, Joe!

[vimeo http://vimeo.com/12967258]

Über Jo Cockers musikalisches Leben lässt sich heute alles nachlesen. Eher am Rand erscheint da seine „Cocker Kids‘ Foundation“, die er 1998 mit seiner Frau Pam gründete. Die CKF finanziert Kinder- und Jugendprogramme im Heimat-County der Cockers in Colorado. Das Prinzip ist „Nachbarschaftshilfe”. Zu den zahllosen Projekten, die gefördert werden, zählen auch Bücher-Gutscheine für Erstleser und die Ausstattung von Bibliotheken.

Aus unserer Sicht ein höchst löbliches Unterfangen!

Um so trauriger, dass die Welt gestern von Rock-Star Joe Cocker Abschied nehmen musste.

gp

 

“Er spricht die guten Engel in einem an!” Zum Tod von Udo Jürgens

Die deutsche Willkommenskultur steht aktuell im Blickpunkt. Einer, der sich schon vor 40 Jahren seinen eigenen Reim darauf gemacht hat, war Udo Jürgens. Obwohl der Text des Liedes „Griechischer Wein” stammt ja von Michael Kunze, aber Udo hat es komponiert und gesungen. Mittlerweile gehört es zu den Klassikern des volkstümlichen Liedgutes.

Was es bei Griechen ausgelöst hat, verdeutlicht dieses Video. Musiker Markos Koumaris gratulierte vor 3 Monaten Udo Jürgens zum 80. Geburtstag: “Er spricht die guten Engel in einem an!” Heute wurde das interessante Radio-Interview noch einmal auf WDR 2 ausgestrahlt.

Dieser Montag steht im Zeichen des Abschieds. Viel wird heute über Udo Jürgens, der gestern 80jährig starb, erzählt und geschrieben werden. Nicht zuletzt der „Griechische Wein” wird ihn unsterblich machen.

gp

Hier die Reggae-Version von Locomondo und das Original:

https://www.youtube.com/watch?v=55HcPt_pcGc

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