Noch 1 Tag: Das neue Jahr und … Sci-Fi-Theorien

Am 1. Januar beginnt nicht nur das neue Jahr, auch die Stadtbibliothek hat etwas Neues auf Lager. Bis es soweit ist, hüllen wir uns jedoch in Schweigen … und in Anspielungen. Morgen lösen wir auf, aber heute erzählen wir euch noch was über Sci-Fi-Theorien.
Science Fiction hat auf mich seit jeher eine große Anziehungskraft. Allerdings nicht die Space Operas mit ihren Weltraumschlachten, sondern die Bücher, Serien und Filme, die sich um ethische und wissenschaftliche Fragestellungen drehen. Sie garantieren einen Blick über den Tellerrand – egal ob sie tatsächliche Fakten aufgreifen oder bloße Gedankenspiele weiterentwickeln. Zu den astronomischen Theorien, die bei mir hängenblieben, zählen zum Beispiel die Dyson-Sphäre und das Terraforming. Zwei Ideen, die in der Wissenschaft diskutiert werden, aber ihre Ursprünge in der Science Fiction haben.
Dyson-Sphäre

Animierte Dyson-Sphäre

Eine Dyson-Sphäre ist eine künstlich geschaffene Hülle, die einen Stern umschließt, um seine Energie auf ganzer Fläche zu nutzen. Angeregt von dem Roman „Star Maker“ von Olaf Stapledon, brachte der Physiker und Mathematiker Freeman Dyson dieses hypothetische Megakonstrukt 1960 in die Wissenschaft ein. In seinem Artikel „Search for Artificial Stellar Sources of Infrared Radiation” schlug er vor, sich auf der Suche nach extraterrestrischem Leben nicht nur auf Radiosignale zu konzentrieren, sondern auch auf Infrarot-Strahlung zu achten, also auf die Abwärme hochentwickelter Zivilisationen. Als extremsten Fund stellte er sich eine sphärische Objektwolke vor, die in großer Entfernung (am Beispiel unseres Sonnensystems nannte Dyson die doppelte Entfernung zwischen Sonne und Erde, also 2 AE) einen Stern umschließt. Die einzelnen Objekte wären voneinander unabhängig auf einer kontrollierten Umlaufbahn um den Stern. Die so entstehende Hülle wäre bewohnbar und würde der Zivilisation die Ernte eines hohen Prozentsatzes von Sonnenenergie ermöglichen.
In der Science Fiction wurde die Idee der Dyson-Sphäre immer wieder mehr oder weniger realistisch aufgegriffen. Varianten reichen von einem flachen Ring um eine Sonne (Larry Nivens “Ringwelt”) bis zu einer komplett geschlossenen Kugel (Star Trek – Die nächste Generation, Episode “Relikte”).
Terraforming
Künstlerische Darstellung eines terraformten Mars

Hinter der Theorie des Terraformings steht die Idee, auf einem für menschliches Leben ungeeigneten Planeten erdähnliche Zustände zu schaffen. Es wird vermutet, dass es mit großangelegten chemischen oder physikalischen Eingriffen möglich ist, globale Prozesse in Gang zu setzen, die z.B. den Atmosphärendruck, die Oberflächentemperatur oder die Atmosphärenzusammensetzung verändern. Bei einem Planeten mit zu tiefen Durchschnittstemperaturen könnte das Terraforming auf dem Treibhauseffekt beruhen. Die dazu benötigten Treibhausgase könnten zum Beispiel durch das Abschmelzen von Kohlenstoffeis und Permafrost in die Atmosphäre gelangen. Diesbezügliche Vorschläge reichen von der Erwärmung des Eises durch riesige Weltraumspiegel bis zum Zünden von Nuklearsprengkörpern in Minenschächten.
Den Begriff des Terraformings prägte der Science-Fiction-Autor Jack Williamson 1942 mit seiner Geschichte “Collision Orbit”. Die Idee ist jedoch älter und findet sich bereits 1909 in James B. Alexanders Roman “The Lunarian Professor and His Remarkable Revelations Concerning the Earth, the Moon, and Mars”. Dort wird der Marsmond Deimos mit einem Kabel am Mars befestigt. Besucher die über das Kabel auf den Mond gelangen, sind dazu angehalten, Sauerstoffbehälter mitzubringen und dort auszuleeren. Außerdem sorgen mobile Gärten dafür, dass das ausgeatmete CO2 wieder in Sauerstoff umgewandelt wird. Die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema startete der Astronom Carl Sagan 1961 mit seinem Aufsatz “The Planet Venus”. Darin argumentierte er, dass die hohen Oberflächentemperaturen der Venus und der hohe Kohlenstoffdioxidgehalt ihrer Atmosphäre durch Einbringen von Cyanobakterien verändert werden könnten. Die Bakterien würden sich in der Wolkenschicht des Planeten unter Abbau von Kohlenstoffdioxid vermehren. Dadurch entsteht Sauerstoff, der Treibhauseffekt verringert sich, die Temperaturen fallen. Beim Absinken der Organismen werden sie in den noch heißen Luftschichten “geröstet” und setzen Wasserdampf frei, woraufhin Regen einsetzt. Der Vorschlag stellte sich aus mehreren Gründen als unrealistisch heraus und je mehr Details über die wahre Beschaffenheit der Venus bekannt wurden (z.B. Temperaturmittel von 465 Grad Celsius und Luftdruck von 95 bar) desto geringer wurde die theoretische Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Terraforming. In unserem Sonnensystem gilt -wenn überhaupt- am ehesten der Mars als Kandidat für ein Terraforming-Projekt.
In diesem Sinne,
Khaaaaaan!
Kommt gut ins neue Jahr. 🙂

(ba)

Quellen Dyson-Sphäre:
Interview mit Freeman Dyson
Scholarpedia-Artikel “Dyson Sphere”

Freeman Dyson: „Search for Artificial Stellar Sources of Infrared Radiation” (1960)

Quellen Terraforming:

James B. Alexander: The Lunarian professor and his remarkable revelations concerning the Earth, the moon, and Mars : together with an account of the cruise of the Sally Ann (1909)

Deutsche Raumfahrt Gesellschaft: Terraforming – Die Venus

Deutsche Raumfahrt Gesellschaft: Terraforming – Der Mars

Peter Allon Schmidt, Jr.: “Terraforming: An Investigation of the Boundaries Between Science and Hard Science Fiction” (Dissertation, 2010)

Noch 2 Tage: Das neue Jahr und … Graphic Novels

Am 1. Januar beginnt nicht nur das neue Jahr, auch die Stadtbibliothek hat etwas Neues auf Lager. Bis es soweit ist, hüllen wir uns jedoch in Schweigen … und in Anspielungen. Heute sind es noch 2 Tage und wir erzählen euch was über Graphic Novels.
„Für die einen ist es Duplo, für die anderen die längste Praline der Welt.“ Ähnlich verhält es sich auch mit Graphic Novels, die eigentlich nur eine Spielart der Comics bezeichnen, nämlich abgeschlossene längere Comicerzählungen in einem Band. Mittlerweile hat sich der Terminus „Graphic Novel“ auch als beliebtes Label bei Verlagen etabliert, die ihre Comics nicht nur über den Fachhandel, sondern auch über den normalen Buchhandel vertreiben möchten. Eingeschworene Comicfans tun die Verwendung des Begriffs aber gerne auch als Anbiederung beim Feuilleton ab. Ich halte mich da raus und freue mich einfach nur über jeden zusätzlichen Leser 🙂
Welches sind nun die Titel des noch laufenden Jahres, die ein neugieriger Leser an Comics respektive Graphic Novels nicht verpasst haben sollte? Zum Glück konnte dieses Jahr mit einigen großen Comics aufwarten, die nicht nur für eingefleischte Spezialisten eine Bereicherung darstellten, sondern die auch im Feuilleton abgefeiert und damit auch von Literatur-Fans akzeptiert wurden. Hier also die drei interessantesten Graphic Novels des Jahres 2011:

 Platz 3: Craig Thompson: Habibi

Mit Sicherheit die umfangreichste Graphic Novel, die in diesem Jahr erschienen ist. Craig Thompson beschreibt eine ungewöhnliche Geschichte zweier Sklaven, die nicht nur um ihre Freiheit, sondern auch um ihre Liebe kämpfen müssen. Graphisch ist diese Erzählung umwerfend, mit orientalischer Kalligraphie ausgeschmückt, jede Seite ist für sich durchkomponiert. Bei aller graphischen Opulenz kommt jedoch die erzählerische Seite zu kurz – was bei 600 Seiten doch etwas verwundert. Den Charakteren mangelt es an Tiefe, sie können nicht überzeugen. Einige Erzählstränge werden nicht ausgeführt und versanden im Nichts, was in Einzelfällen durchaus schade ist. Trotzdem gehört diese Graphic Novel zu den großen Werken des Jahres, denn graphisch werden hier neue Maßstäbe gesetzt.

 Platz 2: David Mazzucchelli: Asterios Polyp

Trotz der Insolvenz des Eichborn Verlags konnte diese Graphic Novel noch auf den deutschen Markt kommen – eine echte Bereicherung. Mazzucchelli zeichnet gewohnt souverän, doch erzählt leicht unterkühlt die Geschichte der Titelfigur, eines 50jährigen Architekten, dessen ganzes Leben zusammenbricht: die Frau verlässt ihn, seine Wohnung brennt ab. Der notwendige Neubeginn führt ihn ins Hinterland zu einer Tätigkeit als Hilfsmechaniker. In Rückblenden erfährt der Leser Asterios’ Lebensgeschichte, die geprägt ist durch Antinomien. Zusätzliche Schmuckfarben helfen dabei, zeitliche Ebenen auseinanderzuhalten, unterschiedliche Fonts verdeutlichen die Charaktere der Figuren. Mazzucchelli spielt mit den graphischen Möglichkeiten des Comics und findet neue mikroskopische Feinheiten des graphischen Ausdrucks. Dieser Band ist ein Muss für den Liebhaber graphischer Erzählungen mit mathematisch-philosophischen Spielereien.

 Platz 1: Bastien Vivès: Polina

Kurz vor dem Jahresende (und deshalb auch noch nicht in unserem Bestand) erschien Vivès’ Erzählung „Polina“ über eine junge Balletttänzerin, die ihre eigene Ausdrucksform sucht und dabei die künstlerische Erleuchtung findet. Mit der Fernsehserie „Anna“ hat das zum Glück nichts gemeinsam. Polina muss sich mit der Rolle ihres Mentors in ihrem Leben auseinandersetzen und entscheiden, wie weit sich ihr künstlerischer Ausdruck an seine Lehre anlehnt. Mit scheinbar hingehuschten und doch gekonnten Skizzen zeichnet der junge Franzose Vivès lebhaft und überzeugend, wie Ballett als Kunstform gelebt werden kann. Dieses Buch enthält magische Momente – nicht nur deshalb, weil die Story absolut rund ist und sein Artwork sich souverän an große Vorbilder wie Baudoin anlehnt, sondern auch weil die Charaktere glaubwürdig rüberkommen.
(cd)

Noch 3 Tage: Das neue Jahr und … game glitches

Am 1. Januar beginnt nicht nur das neue Jahr, auch die Stadtbibliothek hat etwas Neues auf Lager. Bis es soweit ist, hüllen wir uns jedoch in Schweigen … und in Anspielungen. Heute sind es noch 3 Tage und wir werfen einen Blick auf game glitches.
Glitches sind Lücken oder Fehler in der Programmierung von Computerspielen, durch die das Verhalten der Umgebung und der Figuren von dem abweicht was die Spieleentwickler im Sinn hatten. Versagt zum Beispiel die automatische Kollisionserkennung, die normalerweise den Zusammenstoß von Objekten koordiniert, so kann sich der Spieler durch Wände und andere solide Gegenstände bewegen. Im schlechtesten Fall sorgen Glitches dafür, dass der Spielfluss gestört oder sogar unterbrochen wird, wenn sie z.B. Gegner unverwundbar machen oder man sich plötzlich nicht auf sondern in einem Felsen wiederfindet.
Für einige Zwecke kommt ein Glitch aber gerade recht. Im Multiplayer kann man sich durch Glitches einen Vorteil verschaffen … wenn man denn das Echo vertragen kann. Auch bei Speedruns, also dem möglichst schnellen Absolvieren aller Spiellevel, werden Glitches genutzt. Die Spieler gehen durch Wände und sorgen durch Sprung- oder Laufglitches für Extra-Beschleunigung. Bei Speedruns für den genialen Puzzle-Plattformer „Portal“ treten die Spieler sogar aus der normalen Spielumgebung heraus. So ein Out-of-Bounds-Glitch findet sich zum Beispiel in diesem extremen Speedrun für das 13. Level:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=KsdMWRfe2As&feature=related]
Aber ein spektakulärer Glitch kann bei einem ansonsten gut gemachten Spiel auch einfach nur das Sahnehäubchen sein. So passiert es zum Beispiel in Red Dead Redemption, dass menschliche und tierische Spielfiguren verschmelzen. Die bekannteste Kreation dieses Glitches ist die Donkey Lady mit der man im Galopp über Stock und Stein reiten kann.
Habt ihr einen (jugendfreien) Lieblings-Glitch? Bei mir stehen die folgenden grad ganz hoch im Kurs:
Der Evil Swing Glitch aus GTA 4:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=kN58iDVmL6Y]
Der Gate Glitch aus Skyrim:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=MTMwjYgJsFQ]
Der Wagon Glitch aus Red Dead Redemption:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=DKbTVOV6xpI]
In diesem Sinne:
Start thinking with portals … and glitches.

(ba)

Noch 4 Tage: Das neue Jahr und … rocket science

Am 1. Januar beginnt nicht nur das neue Jahr, auch die Stadtbibliothek hat etwas Neues auf Lager. Bis es soweit ist, hüllen wir uns jedoch in Schweigen … und in Anspielungen. Heute sind es noch 4 Tage und wir erzählen euch was über rocket science.

Kristian von Bengtson
und Peter Madsen
Foto: Erik Sellgren

Es gibt Menschen, die bauen Modellflugzeuge, wenn sie etwas mit ihren eigenen Händen erschaffen möchten. Es gibt Menschen, die laufen einen Marathon, um ihre Grenzen auszuloten. Und es gibt Menschen wie Kristian von Bengtson und Peter Madsen, die ihre eigene Rakete bauen, um sich damit ins All zu schießen. Die Wege der beiden Dänen kreuzten sich 2008. Architekt Kristian hatte 2 Jahre zuvor in einem postgradualen Studium seinen Masterabschluss in Space Studies abgelegt und kehrte gerade von einem NASA-Projekt zurück. Peter dagegen feierte die Jungfernfahrt seines dritten Do-it-Yourself-U-Bootes. Kein Scherz. Es brauchte nicht viel, um die beiden in neue Bahnen zu lenken. Noch im gleichen Jahr gründeten sie die non-profit Organisation “Copenhagen Suborbitals”. Ihr Ziel: der Bau einer Rakete inklusive bemannter Raumkapsel, die auf ihrem Flug die 100km-Marke und damit die Kármán-Linie überquert: die Grenze zwischen Erdatmosphäre und Weltall. Der Clou dabei: das Projekt sollte gänzlich aus Spenden finanziert werden und auf ganz alltägliche Materialien zurückgreifen. Sie mieteten eine Lagerhalle in einer verlassenen Schiffswerft bei Kopenhagen und begannen mit der Arbeit.
Die Tycho Brahe und Randy
Foto: Thomas Pedersen

Drei Jahre später können sich ihre Fortschritte sehen lassen. Allein durch Spenden und Sponsorengelder und mit der nebenberuflichen Unterstützung von 30 Spezialisten wurden mehrere Raketentriebwerke entwickelt und getestet. Für umfangreichere Experimente und Startversuche zieht das Team hinaus auf die Ostsee: in ein militärisches Testgebiet östlich von Bornholm. Als Abschussanlage dient ein (natürlich selbstgebauter) Stahlkatamaran. Die erste so getestete Raumkapsel des Projekts trug den Namen Tycho Brahe. Sie war für 1 Person ausgelegt, die in aufrechter Position, halb stehend halb sitzend, in der Spitze der Rakete Platz fand. Eine Glocke aus durchsichtigem Acryl sorgte für den Rundumblick. Auf welch einfache Lösungen das Team zurückgreift, sieht man zum Beispiel am Hitzeschild der Kapsel, welches aus mehreren Lagen Kork bestand. Nach einem gescheiterten Startversuch im Jahr  2010, kam es im Juni 2011 zum Lift-Off. Das HEAT1X-Triebwerk beförderte die Tycho Brahe und Crash-Test-Dummy Randy auf eine Höhe von 2,8 Kilometern. Triebwerk und Kapsel wurden erfolgreich getrennt, bevor Abweichungen in der Flugbahn schließlich zu einer frühzeitigen Wasserlandung führten.
Lift-Off im Juni 2011
Foto: Bo Tornvig

Die nächsten Hochseetests wurden erst vor 2 Wochen angekündigt und werden ab Juni 2012 stattfinden. Dabei kommen neue Triebwerke und die neue Raumkapsel Tycho Deep Space zum Einsatz. Kristian und Peter sind trotz allem Realisten. Dass es noch lange dauern wird bis einer von ihnen den Platz des Dummys einnehmen kann, ist ihnen bewusst. Bei aller DIY-Euphorie sollte jedem klar sein, dass es sich hier um ein hochkomplexes und potentiell lebensgefährliches Projekt handelt.
Wer die Fortschritte von Copenhagen Suborbitals mitverfolgen möchte, kann einen Blick auf ihre Homepage werfen. Die aktuellsten Informationen und einen persönlichen Anstrich findet man jedoch in Kristians Blog “Rocket Shop”, den er auf der Blog-Plattform des amerikanischen Geek-Magazins Wired betreibt.
In diesem Sinne:
Hooray for rocket science!

(ba)

Quellen:

Rocket Shop Blog – Welcome to Copenhagen Suborbitals

Rocket Shop Blog – Getting Airborne

Rocket Shop Blog – Launch Campaign 2012

Copenhagen Suborbitals – How we work

Noch 5 Tage: Das neue Jahr und … memes

Am 1. Januar beginnt nicht nur das neue Jahr, auch die Stadtbibliothek hat etwas Neues auf Lager. Bis es soweit ist, hüllen wir uns jedoch in Schweigen … und in Anspielungen. Heute sind es noch 5 Tage. Wir starten den Countdown und werfen heute mal einen Blick auf Memes. So.

Yes, this is dog.

Memes (sprich miems) sind die Running Gags des Internets. Ursprünglich wurde der Begriff „meme“ vom Evolutionsbiologen Richard Dawkins geprägt und beschreibt die Ausbreitung und Weiterentwicklung von Ideen und Praktiken innerhalb einer Kultur. Im Netz kann man dies bestens beobachten. Meist beginnt es mit einem untertitelten Bild das spontane Anhänger findet. Es wird kommentiert, kopiert und verlinkt und verbreitet sich wie ein Lauffeuer um den Globus. Innerhalb kürzester Zeit entstehen Neuinterpretationen der Grundidee und das Internet schüttet ein Füllhorn an Kreativität aus. Das Meme entwickelt sich weiter, wird mit anderen Memes kombiniert und muss schließlich nur noch angedeutet werden, um seinen Effekt zu erzielen.
For Sale FAIL

Eines der klassischen Memes ist der Fail. Dabei prangt der Schriftzug FAIL auf einem Bild oder in einem Clip und weist darauf hin, dass dort jemand oder etwas (episch) gescheitert ist. Die Definition von Scheitern ist dabei weit gefasst und manchmal muss man zweimal hinschauen. Wo ein FAIL ist, ist übrigens oft auch ein WIN nicht weit.
Parenting FAIL

FAIL WIN FAIL

Arrow in the knee

Ein noch recht junges Meme ist dem Rollenspiel “Skyrim” zu verdanken, dem aktuellen Spross der Elder-Scrolls-Reihe. Die Stadtwachen, denen man im Spiel begegnet, rotieren durch verschiedene Standardsätze, zu denen auch der folgende gehört: „I used to be an adventurer like you, then I took an arrow in the knee.” („Einst war ich ein Abenteurer wie du, doch dann traf mich ein Pfeil ins Knie.“) Aus der absurden Vorstellung, dass eine ganze Wacheinheit das gleiche klägliche Schicksal teilt, erwuchs über Nacht ein neues Meme und ein Fundus an neuen Herrlichkeiten.
Aus vielen Memes gehen eigene Websites hervor, auf denen die Bilder und Videos gesammelt werden. Und wer sich einen Überblick verschaffen möchte ist bei Knowyourmeme.com gut aufgehoben.
Habt ihr ein (jugendfreies) Lieblings-Meme? Oder geht es euch wie mir und ihr könnt und wollt euch einfach nicht entscheiden? Hier mal 3 meiner vielen Favoriten:
Press Button, Receive Bacon: Das Meme versüßt das Händetrocknen, führt aber auch zu Enttäuschungen wenn wieder nur heiße Luft rauskommt.
Push Button, Receive Bacon

Om nom nom: Nahrungsaufnahme ist ein generelles Bedürfnis. Für Menschen, Tiere, Häuser, Bäume…
Om nom nom tree

Happiest Nom Ever

Soon: Das Horror-Meme über Dinge die da kommen werden.
SOON

SPOON

In diesem Sinne:
SOON

(ba)

Quellen:
Spiegel Online – Richard Dawkins

24 Library-Songs

Hier noch mal alle bibliothekarischen Musiktitel aus unserem Adventskalender zum reinhören. Viel Spaß!
1.  A music video of the classic British song “I Love Librarians”.
2. Invitation – Welcome to the Library [Remix] (japanisch).
3. “Librarian’s Blues” by Keith Johnson.
4. “Library Song” – Official WELO Video.
5. “Roving Librarians; the M.A.P.H.A.T.”  Song and Video
6. Sesamstrasse – Marius Meier und die Alphabeats – “Rock’n’Roll-Leser”
7. Nathan Triz – “Library Man” Feat. Holly Harding
8. My Morning Jacket – From The Basement – “Librarian” [live]
9. Sliders – MC Poindexter and The Study Crew – “Library Rap”
10. “T van Tollebeek”, een animatie voor Droomwevers.
11. The Librarian Song
12. “The Most Interesting Librarian in the World”, iSchool of Syracuse University.
13. “You can go there”. Sång tillägnad Borlänge bibliotek
14. “OVERDUE” – The librarian doo-wap number
15. “Du willst mich küssen”, Die Ärzte, 1984
16. Arthur: “libary card”
17. “Oh Metadata!”
18. “Get It For You” – Falvey Memorial Library
19. Library Renewal: Zine and Song Debut
20. Athlete – “In The Library”

Auf meinem Schreibtisch: Street Art Cookbook

Gestern fragte mich ein Kunde nach einem Titel zu den Techniken der Street-Art. Darüber habe ich mich sehr gefreut, da zufällig kurz vorher mein Anschaffungswunsch für das Street Art Cookbook erfüllt wurde und ich somit das Buch direkt an ihn weitergeben konnte.
Es handelt sich hier nicht um eine bloße Wiedergabe der Arbeiten verschiedener Street-Artists sondern vielmehr um ein Füllhorn an Beschreibungen und Anleitungen für einzelne Techniken der Street-Art. Das wären dann Poster, Adbusting (das Verfremden von Werbung), Stencils (Schablonenspraykunst), Siebdruck, Sticker, Freehand-Techniken, Installationen, wie u.a. Gehwegplatten oder dem hier vor kurzem besprochenen yarn bombing und Guerilla-Gardening. Detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen folgen Beispiele “aus der Praxis”, also von der Straße.
Auf die Gefahr, dass Ihr euch den Titel danach sofort kaufen möchtet – so ging es nach der Buchdurchsicht dem gestrigen Kunden – gibt es hier schonmal einen kleinen Eindruck:



Zur Zeit (11:30 Uhr ;)) steht es aber noch im Neuheitenregal der 2. Etage der Zentralbibliothek, wer also schnell ist…

(mks)

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