Intelligente Werkzeuge in der HWK Köln

Wie viele Diplom-Ingenieure braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?
Keine Ahnung, aber wahrscheinlich finden sie eine Lösung. Und ab demnächst könnte diese Lösung durchaus mit 3D-Druck zu tun haben.
Am vergangenen Freitag trafen sich nämlich Dipl.-Ing.s, Dipl.-Kfm.s und jede Menge anderer Dipl.s auf Einladung des Technologie-Transfer-Rings Handwerk NRW in den Hallen der Handwerkskammer zu Köln, um über 3D-Druck zu diskutieren. Unter dem Titel 3D # Daten Digital Drucken sollte der Frage nachgegangen werden, ob 3D-Druck (und 3D-Scan) denn nun tatsächlich die oft propagierte dritte industrielle Revolution einläute – oder ob es sich nur um einen Medienhype handele.
Um sich dieser Frage anzunähern, kamen verschiedene Experten aus dem Bereich der generativen Fertigungsverfahren zu Wort. Den Anfang machte René Bohne vom FabLab der RWTH Aachen. Der Fachmann für Mensch-Computer-Interaktion kam über das wearable computing (das sind in die Kleidung integrierte Minicomputer) an den 3D-Druck. Mit viel Witz legte er die handwerklichen Defizite von Informatikern dar – sie hätten keine Ahnung von Material und Statik geschweigedenn irgendwelche handwerklichen Fähigkeiten. Für solcherlei Dinge programmieren sie lieber Maschinen, die dann das Handfeste für sie erledigen. Und so hat das FabLab in Aachen bis heute einen beachtlichen Gerätepark zusammengestellt: 3D-Drucker Dimension Elite, selbst gebauter MakerBot Cupcake CNC, Lasercutter… und mehr. Bohne erklärte Funktionsweisen und Vor- und Nachteile der einzelnen Geräte. Sehr spannend!

René Bohne demonstriert nach seinem Vortrag den FabScan – ein 3D-Scanner, den man sich für rund 100 Euro selbst zusammenbauen kann.

Als nächstes durfte Alexander Speckmann, Gründungsmitglied der Kölner Dingfabrik, über Druck und Scan referieren. Seine Prämisse: Einzuordnen ob 3D-Druck nun Revolution oder Evolution ist, sei Aufgabe der Historiker – viel wichtiger sei, was aktuell geschehe und wie man damit umzugehen habe. In einem kreativen Rundumschlag stellte Speckmann das grundlegende Konzept der 3D-Drucker als “Materialportionierer” dar: von Zucker über Speisepüree bis zu Mäusenieren – ein 3D-Drucker tut eigentlich nichts anderes, als ein gewisses Basismaterial sehr genau, automatisch und mechanisch präzise zu organisieren. Und darum sei 3D-Druck besonders bei Einzelstücken stark, wie sie die Prothetik z.B. fordert.

Ein anderes Beispiel ist eine tatsächlich funktionierende Stradivari aus dem Drucker. Sie diente Speckmann als Indikator dafür, dass durch die automatisierte Fertigung der Geige das traditionelle Handwerk sogar aufgewertet werde. Logisch: In der handgemachten Meistergitarre steckt im Zweifel mehr Arbeitskraft und echtes Holz klingt für den Kenner wohl besser als die Kompromisslösung aus dem Drucker. Und um dem aktuellen Hype etwas entgegenzuwirken betonte Speckmann, dass nicht jedes Druckverfahren mittel- bis langfristig für’s Wohnzimmer tauge. Das Basismaterial für Pulverdrucker ist umständlich, teilweise entstehen giftige Dämpfe und es gibt Preisgrenzen, die nicht unterschritten werden können.

Nach der Theorie die Praxis: Oliver Rosito ist Designer aus Köln und hat sich aus Interesse einen MakerBot Replicator 2 gekauft. Und sofort taten sich neue und spannende Anwendungsmöglichkeiten für ihn auf. So kamen etwa etliche Anfragen aus dem Handwerk zu kleinen Ersatzteilen. Einen Halterungsring, der nicht produziert wird, konnte Rosito für 30 Euro umsetzen – inklusive Design am Computer und Ausdruck. Ein anderer Kunde brauchte für seinen Oldtimer eine möglichst originalgetreue Tachonadel und Gummidichtungen. Zwar kann Rositos Replicator weder Gummi noch Glas verarbeiten, aber er modellierte Negativformen, die dann nur mit dem entsprechenden Material gefüllt werden mussten. Diese und weitere Beispiele belegen, dass es durchaus praktische Anwendungen für 3D-Drucker gibt, welche sich explizit an Privatleute und Kleinunternehmer richten.

Oliver Rosito holt das Maximum aus seinem MakerBot raus: u.a. ein Dom-Förmchen und ein Prototyp für eine Maus aus Holz-Filament

Das Preisspektrum rollte Harald Schmitz der HWK Köln von der anderen Seite auf: Wo ein MakerBot rund 2.000 Euro kostet, müsste man für einen Computertomographen von Zeiss ca. 500.000 Euro berappen. Das ist dann aber ein 3D-Scanner, der auch das Innenleben von Objekten erfasst und mit acht Tonnen etwa die Dimensionen eines Kinderzimmers aufweist.
Schmitz bilanzierte: Das Handwerk wird auf keinen Fall ersetzt! Ganz im Gegenteil. Symptomatisch für den 3D-Druck und die Gesellschaft, in der er möglich ist, sind:

  • fortschreitende Individualisierung der Gesellschaft,
  • kürzere Produktzyklen,
  • automatisierte Herstellung,
  • kaum Nacharbeit,
  • große Materialvielfalt.

Und angesichts dieser Trends zeigt sich, dass die Expertise des Handwerks wichtiger denn je werde. Wo Prozesse und Materialien im Zentrum stehen, wird die Kenntnis um ebendiese zentral. Nach Schmitz sind die folgenden Handwerke von 3D-Druck und -Scan betroffen: Konditoren, Tischler, Elektriker, Formen- und Modellbauer, Zahntechniker, Hörgeräteakuster, Orthopäden, Schuhmacher, Schneider, Kürschner, Modisten… und Goldschmiede. Tendenz steigend.
In einem angenehm bodenständigen Fazit charakterisiert Schmitz das Thema 3D weder als Weltrevolution, noch als inhaltslosen Hype – denn die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen. Und so ist seine Formulierung des 3D-Drucks als “intelligentes Werkzeug” sehr treffend.

sa

PS: Wir konnten auf der Veranstaltung einige Kontakte für unseren 3Day knüpfen, der im Sommer in der Zentralbibliothek stattfindet: Wir versammeln Enthusiasten und Firmen aus Köln und Umgebung, die sich mit den Technologien beschäftigen, und bestücken unseren Veranstaltungsraum mit ihren 3D-Druckern und 3D-Scannern. Während unserer Öffnungszeiten führen die Aussteller ihre Hard- und Software vor, zeigen Projekte, die mit 3D-Druck und 3D-Scan verwirklicht wurden, und stehen für Erklärungen und zum Fachsimpeln bereit. Nebenher wird live 3D-modelliert und auch die ein oder andere Aktion wird nicht fehlen. Mehr Informationen auf unserer geeks@cologne-Seite.

Lena, Bücher und die Macht der Gesellschaft

Wenn eine schnöde Sparkasse auf einmal einen tiefer gebauten Automaten hat, damit auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer Geld abheben können, muss das heutzutage immer noch als Errungenschaft gelten. Denn ohne diese Automaten werden behinderte Menschen erst zu Behinderten gemacht. Und wäre es nicht auch denkbar, dass die Stadt wirklich barrierefrei gestaltet ist, damit wirklich jeder Rolli überall hinkommen kann?

Darüber macht sich Lena Gedanken. Die junge Frau, gerade von ihrem 6-wöchigen Schulpraktikum in Gambia zurück, studiert in Bochum Heilpädagogik und weiß schon seit sie 15 ist, dass sie mit behinderten Menschen arbeiten möchte. Nebenbei hat sie ihr Herz komplett an die Stadt Köln verloren und nimmt dafür das Pendeln zum Studium in Kauf. Da sie drei mal im Monat in der Zentralbibliothek vorbeischaut und sich in den Ferien dafür auch immer einen kompletten Tag frei nimmt, könnte man behaupten, dass ihr die Bücherei ebenso mächtig ans Herz gewachsen ist.

Welche Bibliothekarin wäre nicht davon beigeistert zu hören, dass sie lieber im Kochbuch nach Rezepten stöbert, als sich dabei im Internet zu verlieren, oder dass ihr eine Meinung eines Buches lieber ist, als 500 unterschiedliche im Netz? Vor allem über die Auswahl der Fachbücher zeigt sie sich begeistert, da sie dafür nicht durch zig Unibibliotheken rennen muss. Und wenn sie sich dann noch mit neuer Musik versorgt hat, macht sie das ziemlich glücklich. Klingt also logisch, dass sie mit ihrer Begeisterung schon ihre halbe WG angesteckt hat. Im Moment verfolgt sie vor allem die aktuelle Inklusionsdebatte und ist gespannt, wie die Stadt es schafft behinderte und nicht-behinderte Schülerinnen und Schüler zusammenlernen zu lassen. In ihren Augen bekommen behinderte Menschen nicht immer die Betreuung, die sie in einer inklusiven Klasse brauchen. Für sie einer der Gründe sich weiter in dem Bereich zu engagieren.

Text u. Bild: Karen Schierhorn (Gastbloggerin)

 

So schnell wird man Kirschblütenprinzessin der Stadtbibliothek Köln!

Das ist doch die Krönung! Alljährlich versammelt sich die Jury des Hauses unter den Zweigen vorm Eingang der Zentralbibliothek. Und zwar just dann, wenn die Kirschblüten in ihrer atemberaubenden Schönheit leuchten. Dann heißt es warten, aber das dauert nur wenige Minuten. Denn dann nähert sich eine nichtsahnende Kandidatin dem Eingang. Innerhalb von drei Sekunden nickt die Jury gemeinsam und die Wahl der Kirschblütenprinzessin ist erfolgt. Jetzt braucht künftige Prinzessin nur noch einzuwilligen und ihrer Jahresregentschaft steht nicht mehr im Wege.
Der Zufallsgenerator entschied sich für Helin, die sofort bereit erklärte, Kirschblütenprinzessin 2014 zu werden. Die Studentin der FHM Köln war auf dem Weg in die Bibliothek um für ihre Bachelorarbeit über Scripted Reality zu recherchieren. Standesgemäß erhielt sie das Krönchen, einen Kirschblütenzweig und ein Überraschungspaket mit japanischen Spezialitäten (alles in Bio-Qualität) für ein Festmahl sowie Japan-Lektüre. Und weil Helin I. gerne Sushi isst, passte der Inhalt diesmal besonders.

Das Reich unserer Prinzessin, nur der Sonnenschein fehlte am Krönungstag.

gp

Kirschblütenprinzessin 2013

Games4Kalk: Komm spiel mit uns!

Einmal die Woche ist es soweit: Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren treffen sich jeden Dienstag zwischen 16:00 und 17:30 Uhr in einem extra hierfür eingerichteten Raum der Stadtteilbibliothek Kalk. In Begleitung eines Medienpädagogen testen sie Spiele für die Xbox 360, PS 3 und Nintendo Wii, welche im Anschluss anhand eines hierfür angefertigten Fragebogens bewertet werden. Dieser wiederum dient als Grundlage für eine ausführliche Spielebeurteilung. Das Angebot richtet sich primär an Eltern und pädagogisch Tätige.
Ob Adventure, Rennspiel oder Jump’n’Run – alle erhalten die Chance ihr Vorwissen einzubringen und sich gemeinsam mit Gleichaltrigen den Herausforderungen der Spielewelten zu stellen. Doch damit nicht genug – neben dem Spielen wird eifriger Meinungsaustausch über bestehende Alterseinstufungen der USK oder inhaltliche Vergleiche aktueller Spiele und Serien betrieben.   Hierbei nutzen die Jugendlichen das ihnen dargebotene Forum, um Fragen und Interessen nicht nur mit Gleichaltrigen, sondern auch mit einem Erwachsenen in einem geschützten Rahmen zu thematisieren. Doch an erster Stelle stehen das gemeinsame Erleben und die Faszination virtueller Spielewelten.

„Das Spielen ist Teil unseres Alltags. Wir nehmen uns die Zeit, die Spiele für die Erwachsenen zu testen. Dabei achten wir darauf, wie das Ganze auf uns wirkt und auf andere Jugendliche wirken könnte.“

Max, 16 Jahre

„Manchmal sehe ich eine Serie oder die Nachrichten und frage mich, warum meine Eltern und Lehrer die Gewalt in Games so verurteilen. Aber eine richtige Antwort erhalte ich nicht…“

Martin, 14 Jahre

Die wöchentlichen Sitzungen ermöglichen es, Kenntnisstände und Potenziale der Jugendlichen zu erschließen und je nach Alter und Entwicklungsstand zu fördern. So konnte beispielsweise einem Spieletester, aufgrund seines umfangreichen Fachwissens über Computer- und Videospiele, ein dreiwöchiges Schülerpraktikum in einer medienpädagogischen Institution ermöglicht werden. Diese vielseitige Erfahrung festigte seinen Wunsch, eines Tages medienpädagogisch tätig zu sein. Darüber hinaus war es ihm möglich, seine Erfahrungen aus den Sitzungen der Spieletestergruppe  „The Game Connection“ weiterzuentwickeln, um in seiner Freizeit ebenfalls eigene Spielebeurteilungen anzufertigen.
Dieses Beispiel zeigt, dass durch das Angebot der Spieletestergruppe ohnehin existierende Interessen seitens der Jugendlichen aufgegriffen – durch regelmäßigen Austausch mit Gleichaltrigen und Älteren können Potenziale wahrgenommen und Ziele neu definiert werden. Der geschützte Rahmen sowie die medienpädagogischen Impulse befähigen die Jugendlichen zu kreativen und selbstständigen Handeln.
Insgesamt wurden im Jahr 2013 zehn Spiele verschiedener Genre getestet, welche in Kürze auf der Website des Spieleratgebers NRW einzusehen sind.

Ausblick 2014

Für das Jahr 2014 stehen weitere Pläne an. Zum einen will die Spieletestergruppe expandieren. Alle Jugendlichen, die Dienstagnachmittag neben ihren schulischen Verpflichtungen Zeit und Interesse haben, sind herzlich dazu eingeladen an einer Sitzung teilzunehmen. Zum anderen besteht großes Interesse daran, den Anteil weiblicher Gamer auszubauen und zu stärken. Die vielseitige Auswahl an Konsolen sowie das gut sortierte Repertoire an Spielen steht interessierten Mädchen gleichermaßen zur Verfügung.
In Kürze steht ein Ausbau des Konsolen-Sortiments an: Angekündigt sind die neue Playstation4 und Xbox One!
Die Voraussetzungen für eine Teilnahme sind die Zustimmung der Eltern und ein Mindestalter von zwölf Jahren.

Christopher Wandel

Big Data mit Reflexion, Theorie, Gesetzen und Maß verbinden

„Um in einer komplexen Welt mit gigantisch wachsenden Informa­tions- und Datenmassen zu überleben, kommt es scheinbar auf Schnelligkeit und Effektivität an. Big Data-Technologie verheißt schnelle Reaktionen, Prognosen und Geschäftsmodelle: Warum sollten wir uns lange mit dem Warum und Wieso aufhalten? Schnel­le Suchmaschinen finden scheinbar Lösungen unserer Probleme, bevor wir die Ursachen und Gesetze verstanden haben.
So taumeln wir effektivitätsversessen und mit rasanter Geschwin­digkeit in eine Zukunft, in der nur noch der schnelle Erfolg zählt. Einflussreiche Propheten der digitalen Welt propagieren bereits „das Ende der Theorie“ (Chris Anderson). Was aber passiert, wenn wir uns nur auf unverstandene Formeln und Eckdaten verlassen, hat die Wirtschaftskrise von 2008 gezeigt. Medikamente in der Me­dizin helfen wenig, wenn wir auf kurzfristige Effekte setzen, ohne die gesetzmäßigen Zusammenhänge verstanden zu haben. Die Vorausberechnung von Kriminalität, Terror und Kriegseinsätzen hilft wenig, wenn wir die zugrunde liegenden Ursachen und Wir­kungszusammenhänge nicht begreifen. Wenn staatliche Sicher­heit in totale Überwachung umschlägt, ist die Demokratie verloren.
Für die Besinnung auf die Grundlagen, die Theorien und Gesetze, die zu der komplexen Welt führen, in der wir heute leben. Wer dieses Gedankengeflecht nicht durchschaut, ist blind für die Leis­tungsmöglichkeiten, aber auch Grenzen unserer Alltags- und Be­rufswelt. Am Ende zielen wir also auf eine Stärkung unserer Ur­teilskraft, d.h. die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, das „Besondere“, wie der Philosoph Kant sagt, mit dem „Allgemeinen“ zu verbinden, in diesem Fall die Datenflut mit Reflexion, Theorie, Gesetzen und Maß, damit eine immer komplexer werdende und von Automatisierung beherrschte Welt uns nicht aus dem Ruder läuft.“
(Klaus Mainzer zum Thema „Big Data und die neue Weltordnung“ in der Zeitschrift VierNull – Magazin für phygitalen Fortschritt 02/2014).

Foto: Copyright Klaus Mainzer

 
Im Gespräch mit Gert Scobel stellt Klaus Mainzer am Dienstag, 8. April um 20 Uhr in der Kölner Zentralbibliothek sein aktuelles Buch „Von der Weltformel zu Big Data“ vor.
Das Buch erscheint am 10. April im Beck Verlag. Der Stadtbibliothek Köln ist es gelungen, den Autor schon zwei Tage vorher einzuladen. Druckfrische Buchexemplare werden vorhanden sein.
Klaus Mainzer arbeitet als Direktor der Carl von Linde-Akademie an der Technischen Universität München und lehrt dort Philosophie und Wissenschaftstheorie. Seit 2012 ist er Gründungsdirektor des Munich Center for Technology in Society.
Gert Scobel leitet die 3sat-Sendung „scobel“. Wir freuen uns, dass Gert Scobel immer wieder Gesprächspartner in unserer Reihe „Wissenswert – Themen am Puls der Zeit“ ist.
Der Eintritt kostet im Vorverkauf bei KölnTicket sieben Euro, ermäßigt fünf Euro und an der Abendkasse acht Euro, ermäßigt sechs Euro.
Kulturprogramm der Zentralbibliothek

Zweite Minibib eröffnet

Kinder besangen sie, der Bürgermeister lobte sie und der Förderverein eröffnete sie…
Die zweite Minibib der Stadtbibliothek ging im Rechtsrheinischen an den Start. Und das einem ganz besonderen Ort. Im denkmalgeschützten Wasserturm der früheren Chemischen Fabrik Kalk. Quasi als Gegenstück zur ersten Minibib im Stadtgarten. Was beide verbindet ist ist originelle Architektur. Einerseits avantgardistisches Ambiente , andererseits originelle Historie. Der Förderverein betrachtet den neuen Standort als ideal, um dort Leseförderung auf breiter Ebene zu betreiben. Große Unterstützung kam vom Einkaufszentrum Köln Arcaden, dem jetzigen Eigentümer des Turms.

So freute sich Stadtbibliotheksdirektorin Dr. Hannelore Vogt über die Eröffnung durch den Förderverein. Bezirksbürgermeister Markus Thiele würdigte den kulturellen Gewinn für den Stadtteil und Fördervereinsvorsitzender Anton Bausinger das kreative Miteinander aller Beteiligten.

Prasselnden Applaus gab es bei der Eröffnung für die Kinder der Grüneberg-Grundschule. Mit ihren Lehrerinnen Veronika Franken und Barbara Westermeyer hatten sie ein Lied einstudiert, dessen Text (zu kölscher Melodie) sich eigens auf die Minibib bezog. “Loss mer lese” lautete der Song und im Refrain hieß es: “mer lese all die Bücher, he em Wasserturm, medden in unser’m Veedel”.

Dann stiegen Luftballons für den jüngsten Sympathieträger der Stadtbibliothek in den Kalker Himmel und für die Gäste wurden erste Führungen durch die Minibib angeboten.

 
Öffnungszeiten der Minibib im Wasserturm:
Montag bis Freitag, 14 bis 17 Uhr
Samstag, 12 bis 15 Uhr
Das Projekt wird ehrenamtlich betreut, die Ausleihe erfolgt völlig unbürokratisch, ohne Anmeldung darf jeder darf ein Buch für 2 Wochen ausleihen.
 
Bilder:
1.  Der alte Wasserturm an den Köln Arcaden
2. Eröffnung, von links: Anton Bausinger, Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbibliothek Köln, Dr. Hannelore Vogt und Bezirksbürgermeister Markus Thiele.
3. Die Schulklasse der Grüneberg-Schule
4. Die neue Minibib von innen
 

Pilotprojekt: Google Glass in der Stadtbibliothek

Am Puls der Zeit zu bleiben, ist eine mühsame und aufreibende Arbeit. Doch meist zahlt sich die investierte Energie doppelt und dreifach aus. Und so sind wir sehr stolz, ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt ankündigen zu können, das uns in den letzten Monaten bewegt hat. Und vom dem ihr in den kommenden Monaten profitieren werdet.
Als weltweit erste Bibliothek werden wir in einer einzigartigen Kooperation mit Google jede Bibliotheksmitarbeiterin und jeden Bibliotheksmitarbeiter mit Google Glass ausstatten!

Google Glass (CC-BY-SA 2.0 Ted Eytan, http://www.flickr.com/photos/taedc/8714927697/)

Wer es nicht kennt: Google Glass wird mit der Technik der erweiterten Realität (augmented reality) höchstwahrscheinlich die Welt so grundlegend verändern wie es einst Steve Jobs’ iPhone tat. Es ist ein Miniaturcomputer inklusive Kamera, Spracherkennung, Beschleunigungssensor und Gyroskop, der am Kopf getragen wird. Ein kleines Display projeziert Informationen aus dem Web (wie z.B. Straßenkarten oder Kochrezepte) direkt ins Blickfeld. Der gesenkte Blick aufs Smartphone entfällt endgültig – und damit auch die drohende Kollision mit dem nächsten Laternenmasten.
Anwendungsmöglichkeiten gibt es viele: Den Kindergeburtstag kann ich aus der Ich-Perspektive mitfilmen und live auf YouTube streamen. Das Telefonat mit der Mutter kann ich führen, während ich zwei Hände frei habe um das Bad zu putzen oder Fahrrad zu fahren. Den Tisch für’s Abendessen kann ich per Sprachbefehl reservieren. Und so weiter und so fort. Google Glass erweitert die eigene Wahrnehmung mit einer transparenten Informationsschicht aus dem Internet, die ich überall und jederzeit mit anderen teilen kann.
Derzeit befindet sich das ambitionierte Projekt noch im Entwicklungsstadium, ausgewählte Personen und Institutionen bekommen aber bereits Testversionen ausgeliefert. Es gibt schon einige amerikanische Bibliotheken, die Google Glass an findige Entwickler ausleihen.
Wir aber gehen einen Schritt weiter.
Beginnend ab Juni werdet ihr uns nur noch mit Google Glass antreffen. Das erleichtert uns die Arbeit und steigert die Servicequalität für euch. In enger Kooperation mit Google haben wir das Android-Betriebssystem von Glass an die Bedürfnisse von Bibliotheken angepasst. Das deutsche, selbst programmierte Interface erfasst Kundendaten qua Gesichtserkennung, ortet über eine RFID-Schnittstelle Medien im Haus und informiert die Mitarbeiter automatisch über anstehende Termine. Das integrierte Display erleichtert die Hausaufsicht ungemein, da jeder Kunde als ein Punkt auf einer Karte erscheint.
In einer Galerie haben wir bereits einige Anwendungsmöglichkeiten zusammengefasst.

Gesteuert wird Glass per Sprache. Unsere spezielle Bibliotheksversion ist dabei nicht nur mit dem World Wide Web vernetzt, sondern auch mit unserem Katalogsystem und der E-Ausleihe. Die Zusammenführung beider Systeme erfolgte über eine Representational State Transfer-Schnittstelle. Im Ergebnis kann der Servicemitarbeiter z.B. nun folgende Sprachbefehle erteilen:

OK Glass, auf welcher Etage befindet sich die dritte Staffel Breaking Bad?

oder

OK Glass, wie lautet der heutige Toilettencode?

oder

OK Glass, eine Leuchtstoffröhre ist kaputt. Bitte benachrichtige den Hausmeister.

Entweder vernetzt sich Glass dann automatisch mit den jeweiligen Mitarbeitern oder projeziert die angeforderten Informationen direkt ins Sichtfeld. Und wir geben die Info dann an euch weiter. Anders herum merkt sich Glass euer Gesicht und verknüpft die Daten mit eurem Leserausweis. So können wir euch direkt sagen, wie viele Medien ihr noch ausleihen dürft, ob ihr überfällige Lesegebühren habt und auf welcher Etage ihr heute schon wart. Das alles – und mehr. Das System wird laufend weiter entwickelt.
Zuletzt noch eine Ansicht aus der Ego-Perspektive, also das, was der Mitarbeiter im Glass-Display sieht. Der Rotstich ist produktionsbedingt.

So sieht es aus, wenn Glass live Informationen zu einem Kunden abruft. Unten rechts eine Übersicht über die jeweilige Etage, rote Punkte markieren Kunden.

Wir sind sehr gespannt auf die Zukunft, wenn wir unseren Arbeitshorizont in die augmented reality erweitern! Und die Zukunft ist jetzt.

 sa

 

Karten gewinnen: Musik & Film in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen


 
Das Orchester Amore e Problemi begleitet am 4. April den Stummfilm “Der Vagabund” von Charlie Chaplin mit eigens komponierter Livemusik in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen. Zudem gibt es eine kurzweilige musikalische Einführung in die Stummfilmmusik vergangener Tage.
Und ihr könnt kostenfrei dabei sein! Denn wir verlosen 1×2 Karten für die Veranstaltung unter allen, die diesen Blogbeitrag bis einschließlich Mittwoch, den 2. April, kommentieren.
 
Weitere Informationen zur Veranstaltung: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/veranstaltungskalender/stadtteilbibliothek-rodenkirchen-musik-film
Viel Spaß!
ck

Street Art to go

Am Samstag, den 22. März 2014, fand im Rahmen des Makerspace-Programms der Workshop „Street Art“ statt. Geleitet wurde der Kurs von den zwei 18-jährigen Schülerinnen Meret Wellmann und Giannina Bauer des Kaiserin-Augusta-Gymnasiums in Köln. Die beiden hatten Street Art im Rahmen ihres Kunstunterrichts gelernt und gaben ihr Wissen und Können gerne an Interessierte weiter.
Nach einer einleitenden Präsentation zum Thema Street Art mit vielen Beispielen des wohl bekanntesten Street-Art-Künstlers Banksy, befasste sich der Workshop als Erstes mit dem Herstellen einer eigenen Spray-Schablone.
 Mittels des Bildbearbeitungs- programms Gimp wurden Bilder so bearbeitet, dass gute Vorlagen zum Sprayen entstanden. Anschließend folgte das Herstellen der Schablone auf Papier, indem man das fertig bearbeitete Bild auf einer Folie ausdruckte und mit Oberlichtprojektor auf eine Pappe projizierte. Mit einem Bleistift wurde die Silhouette auf die Pappe übertragen und die dunklen Flächen per Cuttermesser herausgetrennt, wodurch diese Flächen später schwarz wurden.
Zum Schluss folgte natürlich der Höhepunkt: das Sprayen.
Aber im Gegensatz zu den bekannten Künstlern der Street Art Szene benutzten die Workshopteilnehmer keine Wand, sondern große Papierbögen, auch um ihre künstlerischen Werke mitnehmen zu können, eben „Street Art to go“.
Durch kreative Hilfestellungen der Workshopleiterinnen sind, obwohl alle Teilnehmer Neulinge in Sachen Street Art waren, die Ergebnisse sehr gut gelungen. Gesprayt wurden Fußballer Lukas Podolski, der Politiker Wladimir Putin, Sängerin Madonna, die Freiheitsstatue, ein Albumcover der Band „Rage Against The Machine“ und die Schauspielerin Audrey Hepburn.
F & H

Kirschblüten-Countdown

Oops! Da hat sich jemand vorgedrängelt. Im Kirschblütengarten Josef-Haubrich-Hof. In eine Lücke der Baumreihe hatte die Kölner Grün Stiftung einen Nachwuchs eingepflanzt. Der Zwerg blüht nun weiß statt rosa. Und das schon seit Tagen. Aber jetzt kann nichts mehr die volle Prachtentfaltung stoppen. Nächste Woche wird wieder ein rosa Teppich vor unserer Bibliothekstür schweben. Drei Wochen früher als letztes Jahr knallen hier die Knospen auf und wie immer bleiben dann nur wenige Tage, um die allerschönsten Fotos zu schießen.

Und den entspanntesten Blick auf unsere japanische Oase hat man natürlich von den Etagen der Zentralbibliothek.

gp

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