Christmas-Countdown-Charts Nr. 3: “Fairytale Of New York” von The Pogues & Kirsty McColl

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Für viele der beste Christmas-Song aller Zeiten! Angeregt vom fast gleichnamigen Roman des irischen Autors J.P. Donleavy geht es im Lied um die Träume eines irischen Immigranten in einer New Yorker Ausnüchterungszelle. Den aussichtslosen Wunsch nach einem besseren Leben teilt er mit der ebenso alk- und drogenabhängigen Freundin.

Den Pogues gelang 1987 mit diesem Lied die gelungene Verbindung von Celtic Folk und geigenhimmlischer Weihnachtsstimmung. Die leider im Jahr 2000 tödlich verunglückte Kirsty MacColl reisst beim Call and Response Shane Mac Gowans trunkene Stimme aus der Lethargie und treibt das Duett in jubelnde Höhen, die alle Tristesse vergessen lassen.

Wohl dem, der diesen Song live in einer irischen Kneipe hört und aus voller Brust mitsingen kann.

gp

Der Polizist am Anfang des Videos ist übrigens Matt Dillon.

Spielen im Namen der Bildung – Next Level Conference im Dortmunder U

Foto: Svenja Isken

In beeindruckender Kulisse des Dortmunder U’s besuchte ich vor kurzem für die Stadtbiliothek Köln, in der ich für den Bereich Gaming zuständig bin, die Next Level Conference. Auf insgesamt fünf Etagen wurde das Thema „Kunst und Kultur der digitalen Spiele“ nicht nur in Vorträgen und Workshops behandelt, sondern konnte auch selbst beim Spielen an den zahlreichen Gamingstationen erfahren werden. Die Ausstellung „Computerspielen – Perspectives of Play“ zeigte außerdem eindrucksvoll wie aus Spielen Kunst werden kann.
Foto: Nina Kiel

In seiner Eröffnungsrede „Spielräume eröffnen – Gamification in Bildungskontexten“ berichtete Markus Haberkorn von der Universität Trier, dass Kinder mit wachsendem Alter den Spaß am Lernen verlieren. Gamification, also das spielerische Vermitteln von Wissen, kann diesen wieder zurückbringen. So kann Angry Birds verwendet werden um die Newtonschen Gesetze zu erklären und auszutesten oder mit Civilization eine Ergänzung zum Geschichtsunterricht geschaffen werden.
In Vorträgen wie „Spielen ist gut für dich“ von Prof. Linda Breitlauch wurde anschaulich gezeigt, was mit Spielen gerade im Bereich der Serious Games möglich ist. So haben britische Studenten in Zusammenarbeit mit der British Library u.a. in mühevoller Kleinarbeit eine Computersimulation erstellt, in welcher man nun das London des 18. Jahrhunderts erforschen kann. Die Initiative „Teach with Portals“ ermöglicht es Schulen und Bildungsträgern eine vereinfachte Form des Spiels Portal kostenlos zu nutzen, um eigene Rätsel und Level zu kreieren, in denen z.B. physikalische Problemstellungen praktisch gelöst werden.
Dass Spiele auch auf einer anderen Ebene nicht mehr nur ausschließlich Spaß sind, zeigten auch die Vorträge unter dem Thema „eSport als jugendkulturelles Phänomen“. Mit zunehmender Verbreitung des Internets entwickelt sich eSport immer mehr zu einem Sport, in dem nicht nur die Preisgelder, sondern auch die Akzeptanz immer weiter steigt. Erst vor kurzem stellten die USA einem südkoreanischen Profispieler ein offizielles Sportlervisum aus.
Neben Wirtschaft, Kunst und Bildung wurde auch das Thema Gender näher betrachtet. Während im Panel „Women N Games“ vor allem Erfahrungen ausgetauscht wurden, berichtete am Samstag Journalistin Helga Hansen von der Konstruktion von Geschlecht in den Medien und zeichnete das Bild einer immer noch von Männern dominierten Spielewelt. Mit „Zelda starring Zelda“, in dem die Rollen getauscht werden und Zelda Link rettet oder dem Blog Repair her Armor, der den weiblichen Protagonistinnen per Retusche eine richtige Rüstung verpasst, zeigte Sie interessante Beispiele zur andauernden Diskussion zur Gleichberechtigung von Frauen im Spielesektor.
Wie sieht also die Zukunft des Gaming aus? In fast allen Vorträgen wurden die Chancen der Spielbranche gerade jenseits des Mainstreams im Bereich der Independent Spiele gesehen. Neue und offenere Spielkonzepte deren spielerische Möglichkeiten nur durch die eigene Kreativität beschränkt sind, waren allgemein gewünscht. Marco Siegmund von den Spieletestern NRW wünschte sich für die Zukunft allgemein eine Dezentralisierung des Marktes, eine Personalisierung der Geschichten und einen Schritt hin zur Deprofessionalisierung. Als Positivbeispiel wurde nicht selten das Spiel Minecraft genannt, welches in die Kategorie der Open-World-Spiele fällt. Solche bieten nahezu unendliche Möglichkeiten und Freiheiten kreativ tätig zu werden. Vom detailgetreuen Nachbau der Enterprise bis zur eigenen Stadt ist alles möglich.
Neue Spielkonzepte wie Second Screen (z.B. Wii U, Google Glasses), ein wachsender Markt im Bereich des mobilen Spielens auf Smartphones und Tablets sowie immer mehr Spiele die Sensorik (z.B. Xbox Kinect) nutzen, zeichnen zusätzlich ein spannendes Zukunftsbild.
Foto: Nina Kiel

Neben aktuellen Trends und spannenden Konzepten, bot die Next Level Conference vor allem aber auch die Möglichkeit nach Herzens Lust verschiedenes anzuspielen und auszutesten. Im interaktiven Workshop „Street Games“ wurde deutlich, dass für Spaß am Spielen nicht zwingend Konsole oder PC nötig sind. Benötigt wird lediglich ein System, Spieler, klare Regeln und ein angestrebtes Ziel – gespielt werden kann letztendlich überall.
Foto: Svenja Isken

Im Abschlusspanel „Spiele machen ernst – Games in der Kulturgesellschaft“ wurde diskutiert wie Spiele zukünftig stärkeren Einzug in den Bildungs- und Kultursektor halten können. Hierzu müssen Angebote geschaffen werden, die das Spielen allen Akteuren – auch generationsübergreifend – nahebringen.
Die Next Level Conference trägt jedes Jahr mit ihrem vielfältigen Programm einen wichtigen Teil zu dieser Entwicklung bei.
Fotos: Svenja Isken / Nina Kiel

Chrismas-Countdown-Charts Nr. 4: “Angels We Have Heard on High” von The Piano Guys

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Noch nicht in Weihnachtsstimmung? Mit diesem Video kann sich das sofort ändern. Ein Piano, 32 Finger, 8 Daumen und die 4 Stimmen von Paul Anderson, Jon Schmidt, Al van der Beek und Steven Sharp Nelson entlocken dem Weihnachtsklassiker “Angels We Have Heard on High”  ein völlig neues Klanggefühl.

The Piano Guys ist ein Quartett aus Utah (USA), dass sich 2013 mit einem Video bei YouTube in die Christmas Charts katapultiert hat. Über 5 Millionen Klicks und der Beweis, das Weihnachtsmusik auch frisch produziert blitzschnell erfolgreich sein kann. Die vier Tonakrobaten:

“Our vision to create music and videos that inspire & uplift.
Whatever we do, we put our heart and souls into every note and frame.”

gp

Ein Weihnachtsgruß aus Maryland

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Die “final exams” an den Unis der USA führen im Dezember regelmäßig zu Angstzuständen bei den Studenten. Zwischen einer Überdosis Koffein und einem Nervenzusammenbruch taumeln sie vor Weihnachten den Prüfungen entgegen.

Die Kolleginnen und Kollegen der University of Maryland libraries haben ein prima Rezept für dieses Problem gefunden. Zur Melodie des beliebten Weihnachtsliedes „Carol of the bells”, schrieben sie einen neuen Text: „The Carol of Final Exams”. Das einminütige Weihnachtsgruß-Video hat therapeutische Qualität und  ist ebenso witzig wie unterhaltsam.

Am besten gefiel uns natürlich der Reim:

“No need to fear,

Library’s here”

Dankeschön liebe Kolleginnen und Kollegen und „Happy Holidays” wünschen wir Euch nach Maryland!

gp

Christmas-Countdown-Charts Nr. 5: “Driving home for Christmas” von Chris Rea

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Viele werden jetzt unterwegs sein. Massen bewegen sich in Richtung Weihnachtsbaum und möchten eingestimmt werden. Musikalisch fahren wir deshalb heute mitten im Mainstream. Und wer passt besser zur Reise nach Weihnachten als die rauchig-sanfte Stimme von Chris Rea. 1988 entstand dieser Song des Briten, der uns gemächlich in Festtagslaune schaukelt.

gp

Christmas-Countdown-Charts Nr. 6: “Coming home” von K.D. Lang

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Vergessen wir für einen Moment Zeit und Raum. Bevor wir uns auf den Weg machen, um Weihnachten zu feiern, besteht noch die Möglichkeit anzukommen. Und zwar bei sich selber. „Coming home” in diesem Sinne dient der Selbstfindung: Wer bin ich? Was will ich? Was erwarte ich eigentlich von den kommenden Tagen?

„’Coming Home’ is about finding my past,” sagte K.D. Lang über den Song aus ihrem Album „Watershed” von 2008. Mit Weihnachten hat er überhaupt nichts zu tun hat, aber er passt in  die Vorweihnachtszeit. Und jede/r kann sich vom Text und der schnurgraden klaren Melodielinie inspirieren lassen.

“Let’s write the book tomorrow!”

gp

Druckfrisch: Neue Schriftenreihe unserer Literaturarchive


Erster Band der neuen Schriftenreihe der Literaturarchive der Stadtbibliothek:
„In der Stadt, wo du lebst – Hans Bender in Köln”

Eine neue Schriftenreihe gewährt Einblick in die Schätze des Literatur-in-Köln-Archivs (LiK) und des Heinrich-Böll-Archivs der Kölner Stadtbibliothek und ehrt mit dem ersten Band einen der bedeutendsten Kölner Autoren und Herausgeber, Hans Bender. Die beiden einzigartigen Literaturarchive dokumentieren seit vielen Jahren das facettenreiche literarische Leben und bewahren das ‚literarische Gedächtnis’ der Stadt Köln. Zahlreiche international bedeutende Schriftsteller wie Jürgen Becker, Heinrich Böll, Rolf Dieter Brinkmann, Hilde Domin, Irmgard Keun und Dieter Wellershoff sind hier vertreten. Bereits in den 1970er Jahren trat das LiK-Archiv mit einem Publikationsorgan an die Öffentlichkeit, um Kölner Autoren und Autorinnen vorzustellen.

Der graue Einband erinnert an Archivboxen. Durch die Ausstanzung “lik” entsteht der Eindruck, man könne in das Buchinnere und gleichzeitig auch in die Bestände unserer Archive blicken.

Hans Bender lebt und arbeitet seit über 50 Jahren in Köln, von hier aus betrieb er bis 1980 die redaktionelle Arbeit der Zeitschrift „Akzente”, die bis heute zu den renommiertesten deutschen Literaturzeitschriften zählt. Durch die Herausgabe von Anthologien hat sich Bender um die Förderung neuer Dichtung verdient gemacht. Sein erstaunliches Gespür für schriftstellerische Qualität verhalf vielen noch unbekannten Autoren auf das literarische Parkett. Bender und Köln gehören seit mehr als einem halben Jahrhundert untrennbar zusammen. Die Stadt hinterließ Spuren im Werk des Autors und umgekehrt.
Der erste Band der neuen Schriftenreihe möchte diese Spuren sichtbar machen und die poetischen Reflexionen des Autors über die Rheinmetropole dokumentieren. Benders Texte laden gleichzeitig zu einem imaginären Spaziergang ein, sie bieten dem Lesepublikum damit auch Anlass, den Autor auf seinen Ausflügen durch die Stadt zu begleiten. Neugierig durchstreifte Bender die Straßen Kölns, besichtigte die romanischen Kirchen, die Museen, beschrieb das kulturelle und gesellschaftliche Leben und gab Einblick in den Prozess des Schreibens im privaten Domizil.
Dr. Gabriele Ewenz, Leiterin der Archive, betreut die neue Schriftenreihe namens „lik”. Die Stadtbibliothek freut sich, mit dem Verlag der Buchhandlung Klaus Bittner einen engagierten Partner für das Erscheinen der Publikation an der Seite zu haben.
„In der Stadt, wo du lebst – Hans Bender in Köln”, hrsg. von der Stadtbibliothek Köln, ausgewählt, zusammengestellt und bearbeitet von Dr. Gabriele Ewenz, Verlag der Buchhandlung Klaus Bittner, Köln 2013, ISBN 978-3-926397-16-4, Preis: 16,80 Euro, erhältlich direkt in der Buchhandlung Klaus Bittner oder über den Buchhandel.

Ein Möchtegern-Bibliothekar feiert Geburtstag: Keith Richards

Nicht wenige waren erstaunt, als Keith Richards 2010 bekannte, er wäre gerne Bibliothekar geworden. Das geschah anlässlich der Veröffentlichung seiner Autobiographie „Life” und verblüffte viele, gibt es wohl kaum einen größeren Gegensatz, als den zwischen einem rollenden und einem ruhenden (in sich gekehrten, lesenden) “Stein”. Rein fachlich könnte man sich fragen: Was wäre wenn? Tja, was hätte passieren können, wenn statt eines „Rolling Stone” ein Librarian aus Keith geworden wäre? Bzw. wenn er die Bibliothekswelt genauso gerockt hätte, wie die der Popularmusik?

Hätte er das Bibliothekswesen revolutioniert? Leibniz-reloaded? Eine neue Systematik erfunden? Oder wären Heerscharen junger Männer vom ihm motiviert worden, den Bibliothekarsberuf zu ergreifen?

2010 erfuhren wir immerhin, wo er erstmals Disziplin lernte. “The library was the only place around where I willingly obeyed the rules.” Nicht unbedingt erfolgreich, denn 2013 gab er zu, als Teenager Bücher nicht zurück gegeben zu haben. Reumütig besuchte er kürzlich in seiner alten Heimat die Dartford Library, um seine angesammelten Schulden zu begleichen (Kumpel Mick Jagger jobbte übrigens damals vor der Bibliothek als Eisverkäufer).

Seinen Ruf als Regelverletzer kam er anlässlich eine „Life”-Lesung in der New York Public Library nach. In einem Hinterzimmer musste er unbedingt qualmen. Tage später verstarb dort eine Orchidee durch die Rauchvergiftung und die Zufuhr kalter Frischluft.

Allergrößten Respekt hatte der „Stone” vor jedweder Bibliothekssystematik. Die Bestände seiner Privatbibliotheken in Sussex und Connecticut versuchte er nach der Dewey-Dezimalklassifikation aufzustellen, scheiterte aber kläglich („to much hassle”). Das Versagen bei einem anderen, rein praktischen Ordnungssystem machte 1998 Schlagzeilen, und hätte praktisch das Ende der Rolling Stones bedeuten können. Denn die dicksten und schwersten Bücher standen bei Keith ganz oben im Regal. Also musste die Leiter her, wenn er (wie in diesem Fall in einem Buch über Anatomie) etwas nachschlagen wollte. Oben angekommen, löste sich nach einer Berührung ein Regalbrett. „Sofort krachte mir der ganze Scheiß auf den Kopf, lauter dicke Schinken. Bamm! Ich fiel runter, knallte mit dem Kopf auf den Tisch und war ausgeknockt.” Das Resultat: ein Loch im Lungenflügel und Verschiebung einer Tournee.

 Lieber Keith Richards,

wir sind froh, dass Du ein Rolling Stone geworden bist.

Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag und noch viel musikalischen Erfolg wünscht Dir heute

die Stadtbibliothek Köln

 gp

P.S.:

Immerhin hast Du es geschafft in den Zitaten-Schatz über Bibliotheken einzugehen.

‘When you are growing up there are two institutional places that affect you most powerfully: the church, which belongs to God and the public library, which belongs to you. The public library is a great equaliser.’

Christmas-Countdown-Charts Nr. 7: “2000 Miles” von The Pretenders

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Allmählich beginnen die Ersten sich auf den Weg zu machen. Nach Hause oder anderen Orten, wo gemeinsam gefeiert wird. Für alle, die lange Strecken zurück zu legen haben, aber auch für alle, die es nicht schaffen, weil es zu weit ist, hier zur Vorfreude oder zum Trost „2000 Miles” von den Pretenders.

Man könnte meinen, Sängerin Chrissie Hynde bezieht sich in ihrer Klage auf die Abwesenheit eines geliebten Menschen zur Weihnachtszeit. Aber der Text wird auch als Erinnerung an den Band-Gitarristen James Honeyman-Scott gelesen, der ein Jahr vor Veröffentlichung des Songs starb.

Für mache wird er einfach nur sentimentale Gefühle an die frühen 80er Jahre wecken.

gp

Christmas-Countdown-Charts Nr. 8: “Christmas Rappin” von Kurtis Blow

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Rap-Pionier Kurtis Blow war der erste Rapper, der bei einer großen Plattenfirma unter Vertrag kam, und das ausgerechnet mit einem Weihnachtslied. Die Firma wurde auf seine unabhängig produzierte Platte „Chrismas Rappin” aufmerksam und veröffentlichte den Ohrwurm 1979 ein zweites Mal. Mit seinem  ‚funny rhyme’ und dem  ‚funky beat” ließ er gleich 400.000 mal die Kassen klingeln. Kostprobe:

“But the noise on the top was a reindeer clop
Just a trick St. Nick, and I let the sucker in”

Mit solchen Punchlines schrieb der Old-School-Harlem-Rapper Weihnachtsgeschichte und wurde zum ersten Superstar des Genres.

gp

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