Ich lese gerade…„Geschenkt” von Daniel Glattauer


Daniel Glattauer gelingt es erfolgreich an seinen E-Mail-Roman „Gut gegen Nordwind“ anzuknüpfen.
Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich 2011 in Braunschweig abspielte. Ein Unbekannter schickte immer wieder Geldspenden an Bedürftige. Das „Wunder von Braunschweig“ spielt jetzt in Wien und erzählt über das Geben und Nehmen.
Der Protagonist ist anfangs eher ein Versager, entwickelt sich jedoch zu einem verantwortungsvollen und fürsorglichen Menschen, der sein Leben ändert und plötzlich offen ist für eine neue Liebe und eine herzliche Beziehung zu seinen beiden Kindern aufbaut.
Das alles gepaart mit ungeheurem Wortwitz und einer Spur Zynismus macht diesen Roman einfach lesenswert.
Unterhaltung pur!

lab

Kalk es e Jeföhl!

Karneval im Bezirksrathaus Kalk, 30.01.2015

Unsere KollegInnen in der Stadtteilbibliothek saßen mittendrin und waren nachhaltig beeindruckt – vom Karneval im Bezirksrathaus Kalk am Freitag Abend.
Es war eine sehr schöne gelungene Karnevalsveranstaltung mit dem echten Kölner Dreigestirn: Prinz Holger ist hier in Kalk zur Schule gegangen. Er kennt den Stadtteil und seine Probleme und hat dies sehr schön in Worte gefasst. Der Reiter-Korps Jan von Werth war mit 110 Männern hier und zeigte einen beeindruckenden Reitertanz. Als dann von einer Band das Lied “En unserem Veedel” gespielt wurde, hat der ganze Saal dieses “Veedel-Gefühl” gespürt. Ein paar ältere Damen, schön verkleidet, haben ausdauernd getanzt – sie sind hier im Rathaus im Tanzverein.
Es war eine sehr schöne Mischung von professionellen und ein paar Anfänger-Auftritten und auch der Karnevals-Nachwuchs wurde gefeiert. Die völkerverbindenen toleranten und generationenverbindenen Aspekte des Kölner Karnevals waren sichtbar und wurden gelebt. Der Sitzungsleiter, der Bezirksvorsteher Herr Thiele und alle anderen haben sich sehr gefreut, dass durch das Kölner Dreigestirn, Jan-von-Werth Reiter-Korps etc. eine Veranstaltung auf der “Schäl Sick” so gewürdigt wurde. Alle sind ausdauernd motiviert, das Beste aus ihrem Stadtteil zu machen und haben sich, ihre Anstrengungen und Erfolge einfach mal gefeiert. Die Veranstaltung war sehr inspirierend für alle – Karneval in seinem besten Sinne.
Warum wir hier von dieser Veranstaltung so ausführlich berichten? Eine Stadtteilbibliothek ist natürlich ein Teil der Stadtbibliothek, aber ebenso ein Teil des Stadtteils. Sie wirkt in den Stadtteil hinein und ist auch für die Stadtteilkulturarbeit, Kontakt- und Netzwerkarbeit zuständig und versucht, für die Leser da zu sein und ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Und in Momenten wie dem oben beschriebenen ist das einfach sehr deutlich zu spüren <3
(ua)

Ich lese gerade…„Mitternachtsweg” von Benjamin Lebert


Benjamin Lebert liefert hier einen grossartigen Schauerroman, der auf drei Erzählebenen basiert.
Zum einen der Journalist Peter Maydell, der hintergründige Geschichten liebt. Dann ein junger Historiker Johannes Kielland, der eine junge Dame kennen lernt, die von Toten und dem Mitternachtsweg erzählt. Beide sind fasziniert von den Ereignissen und verfallen zunehmend der Geschichte.
Spannend wie ein Krimi mit bemerkenswerter Tiefgründigkeit!
Die Geschichte ist einfach einzigartig.

lab

Unser Leseclub – eine Erfolgsstory!

Alicia Maria mag Pferde, Gespenster und Dinos und sie findet „ausgedachte Sachen schön”, besonders „wenn sie lustig sind”. Die achtjährige fleißige Leserin ist Mitglied in unserem Leseclub und führt (wie sich das für ein Club-Mitglied gehört) ihr persönliches Lesetagebuch. Auf die eingehefteten Fragebögen schreibt sie wichtige Informationen zu ihrer Lektüre. Titel und Autor, Personen und Dinge, die eine Rolle spielen. Zusätzlich malt oder beschreibt sie die schönste Stelle des Buches. Schließlich begründet sie, warum ihr das Buch gefallen hat (bzw. warum nicht). Für jedes ausgefüllte Blatt bekommt sie 10 Punkte. Die Punkte kann sie sammeln und später in Preise einlösen. (In der Vitrine auf dem Bild oben sieht man einige davon.)

 Den „Leseclub” der Stadtbibliothek Köln gibt es seit 2003. Das Konzept wurde von unseren Experten zusammen mit Pädagogen entwickelt. Vermittelt werden soll nicht nur Lesefähigkeit, sondern auch Interesse und Freude am Lesen und an der Literatur. Der „Club” will zum regelmäßigen Lesen motivieren, die Lesefertigkeit fördern und zum „Viellesen” animieren. Und der nachhaltige Erfolg des mittlerweile fest institutionalisierten Projekts belegt, dass man nicht früh genug mit der Leseförderung beginnen kann. Seit dem Start 2003 haben über 20.000 Kinder begeistert und engagiert beim Leseclub mitgemacht.

gp

Weitere Angebote der Stadtbibliothek:

Bücherbabys – Sprach- und Sinnesförderung der Kleinsten.

Papalapap – frühkindliche Leseförderung für Kinder von 3 bis 6 Jahren

Ran ans LesenEin Projekt für die Offenen Ganztagsgrundschulen

LeseWelten – Vorlese-Initiative

Kinder in aller Welt -Mehrsprachige Leseförderung

Hinzu kommt die Beteiligung an der Initiative der Stiftung Lesen:

Lesestart – Programm zur Sprach- und Leseförderung für 3-4jährige

Und hier drei Seiten, die Alica Maria gestaltet hat:

 


 
 
 
 
 
 
 

Wir feiern eine Cryptoparty

1 | Information

Norbert Wiener hat einmal gesagt, dass wir heute in der Informationsgesellschaft leben. Das bedeutet, dass unser Zusammenleben auf Kommunikations- und Informationstechnologien basiert. Wer vom Partner schon einmal per WhatsApp daran erinnert wurde noch ein Paket Milch mitzubringen weiß, wie wichtig das ist.

2 | Netzwerk

Manuel Castells hat einmal gesagt, dass wir heute in der Netzwerkgesellschaft leben. Das bedeutet, dass die globalisierte Gesellschaft in Bezug auf Macht, Geld, Technologie usw. stark vernetzt ist. Anders ausgedrückt: Alles hat mit allem zu tun.

3 | Information & Netzwerk

Nun – beide haben Recht. Aber was heißt es in einer vernetzten Gesellschaft zu leben, in der Information und IT eine tragende Rolle spielen? Die Gleichzeitigkeit beider Gesellschaftsmodelle bedeutet, dass die Übertragungswege, über die Informationen miteinander vernetzt sind, an Bedeutung gewinnen. Denn zuerst war wichtig, was gesagt wurde  (die Information) – heute ist mindestens ebenso wichtig, wie sie übertragen wird (das Netzwerk).

Das erklärt, warum die Enthüllungen von Edward Snowden rund um die Geheimdienste nun seit bald zwei Jahren in der Presse thematisiert werden.

Und es erklärt, warum wir eine Cryptoparty veranstalten.

4| Cryptoparty?

Cryptoparties sind Veranstaltungen einer globalen Initiative, bei denen man sich unter Anleitung darum kümmert, wie die eigenen Informationen im Netz übertragen werden. Will heißen: Man installiert Programme und -algorithmen, die die eigenen Mails oder das eigene Surfen im Internet verschlüsseln. Damit man die Kontrolle über seine eigenen Informationen behält.

Cryptoparties sind prinzipiell kostenlos und öffentlich. Jeder ist willkommen, unabhängig von Vorwissen, Alter oder Geschlecht. Sie sind nicht-kommerziell und überparteilich.

Für Marcin de Kaminski, Hacker, ist die Cryptoparty das “wichtigste zivilgesellschaftliche Projekt” heute. Und Autor Cory Doctorow sagt, eine Cryptoparty sei wie eine Tupperparty – nur dass man keine Plastikboxen austauscht, sondern Wissen von und Software zur Verschlüsselung.

Wir freuen uns sehr auf den 2. Februar, wenn wir zusammen mit dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zur TupperCryptoparty laden. Das Event ist schon ausgebucht und die Warteliste randvoll. Wer Lust bekommen hat, findet auf der Webseite der Organisatorinnen und Organisatoren noch weitere Termine für den Raum Köln/Bonn.

In diesem Sinne:

Die Cryptoparty ist Teil unserer Reihe geeks@cologne, die sich an Technikaffine und Pixelverliebte in und um Köln wendet. Vielen Dank an Kölncampus für die Unterstützung. Mehr Informationen zur Reihe und zur Veranstaltung findet Ihr unter geekscologne.mixxt.de.

sa

Ich lese gerade… “Augustas Garten” von Andrea Heuser


Andrea Heuser, die sich bisher durch ihr lyrisches Werk hervorgetan hat, legt hier einen erstklassigen Debütroman vor.

Wie fühlt sich ein sechsjähriges Mädchen, dass plötzlich von seinem Vater getrennt wird. Auf die Frage, wann sie endlich wieder nach Hause fahren, antwortet die Mutter nur mit einem unbestimmten „Bald“.
Ein Roman, der nicht nur die Beziehung von Mutter und Tochter beschreibt, sondern auch das Schweigen und Verschweigen.
Einfühlsam und voller Poesie schildert Andrea Heuser die Grenze zwischen Beschützen und Verdrängen.
Wie kann ein Buch so traurig und gleichzeitig so schön sein?


lab

Die schönste Sucht ist doch die Lesesucht!

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Inzwischen gibt es wohl kaum ein Verhalten, dem nicht das Etikett „Sucht” angeheftet werden kann. Ob Kaufen, Sport, Sex oder was sonst Spaß macht. Die Zeitstaubsauger TV, Smartphone, Internet, aber auch gänzlich Negatives wie Tob-, Eifer- oder Herrschsucht lassen sich so ins Extrem steigern, dass sie sozial unverträglich werden.

Eine besondere Form (für die wir Bibliotheken den begehrten „Stoff” liefern) ist die Lesesucht. Lexikalisch erstmals erfasst im Jahre 1809 von Joachim Heinrich Campe:

„Lesesucht, die Sucht, d.h. die unmäßige, ungeregelte auf Kosten anderer nöthiger Beschäftigungen befriedigte Begierde zu lesen, sich durch Bücherlesen zu vergnügen.”

Einmal in die Welt gesetzt, meldeten sich gleich eine Vielzahl mahnender Stimmen, die vor dem Lesen warnten. Heute wären viele froh, wenn wieder mehr Menschen lesen würden.

Wie dem auch sei, in der amerikanischen TV-Serie „The Twilight Zone” (eine wilde Mischung von „Mystery” und „Science Fiction”) aus den Jahren 1959 – 1964 gibt es eine Folge, in der es explizit um „Lesesucht” geht. Bankangestellter Henry Bemis riskiert Job und Frau für seine Passion. Selbst der Weltuntergang hält ihn nicht davon ab, angesichts einer „Public Library” großes Glück zu empfinden. Lesesüchtige, die eine Brille benötigen, werden nach dem Genuss (übrigens auch eine Suchtfalle) dieser Folge, ein besonderes Augenmerk auf ihre Sehhilfe richten.

Und hier kann man sich das ansehen.

gp

P.S.: Die Serie “The Twilight Zone” ist bei uns im Bestand.

Bona-Peiser-Bibliothek bleibt

Aufatmen im Kiez! Die von der Schließung bedrohte Bona-Peiser-Bibliothek im Berliner Stadtteil Kreuzberg bleibt erhalten. Ein neues Konzept sorgt dafür, dass sie zumindest an zwei Tagen pro Woche geöffnet sein wird.

Als Kultur- und Medienzentrum bietet sie ab heute einen attraktiven Lern-, Lese- und Arbeitsraum, in dem nicht nur Integrationskurse stattfinden, sondern auch Lesungen, Workshops und weitere Veranstaltungen. Die Ergänzung zum herkömmlichen Bibliotheksangebot wird durch eine Kooperation zwischen dem Bezirk und der Public School Berlin ermöglicht.

gp

P.S.: Bona Peiser (geb. 1864) war die erste deutsche Bibliothekarin und nur eine deutsche Bibliothek (s. Bild) trägt ihren Namen.

 

Warum wir andere Häuser brauchen


Niklas Maak zu Gast in der Kölner Zentralbibliothek
Unsere Städte veröden. Viele Menschen ziehen ins Umland, wo sich ein trostloser Siedlungsbrei in die Landschaft ergießt. Warum versprechen sich viele Leute vom Einfamilienhaus ein besseres Leben? Häuser für Kleinfamilien, wie wir sie heute kennen, werden wir uns in Zukunft ökonomisch und ökologisch ohnehin nicht mehr leisten können. Diese provokanten Thesen stammen aus dem neuesten Buch „Wohnkomplex: Warum wir andere Häuser brauchen” von Niklas Maak. Er stellt es am
Dienstag, 20. Januar 2015, um 20 Uhr in der Zentralbibliothek am Neumarkt vor. Dazu präsentiert er Fotos, anschließend gibt es Gelegenheit zur Diskussion.
Maak erläutert auch, wie unsere Häuser in Zukunft aussehen sollen, was sie über unser Leben verraten und ob man sie sich ganz anders vorstellen könnte. Sein Buch, witzig, streitbar und bestens recherchiert, zeigt, dass das Bauen in Deutschland neu gedacht werden muss. Und wie man andernorts in Europa, Japan und Amerika bereits wohnt – jenseits von Vorstadteinöde und Apartmentriegel.
Maak studierte in Hamburg und Paris Kunstgeschichte, Philosophie und Architektur. Er promovierte in Kunstgeschichte und übernahm zahlreiche Gastprofessuren für Architekturgeschichte. Maak lebt in Berlin und leitet das Kunstressort der FAZ. Für seine Arbeit erhielt er den George-F.-Kennan-Preis, 2012 den Henri-Nannen-Preis und zuletzt den COR-Preis 2014 für Architekturkritik.
Die Buchvorstellung läuft in der Reihe „wissenswert – Themen am Puls der Zeit” der Stadtbibliothek. Kooperationspartner der Veranstaltung sind das Haus der Architektur Köln (hdak) und die Buchhandlung Klaus Bittner.
Der Eintritt beträgt acht Euro, ermäßigt sechs Euro. Karten sind im Vorverkauf bei „Köln Ticket” im Internet oder telefonisch unter 0221/2801 und ab 19.30 Uhr an der Abendkasse in der Zentralbibliothek erhältlich.
 

Dachverband der bibliothekarischen Verbände in Deutschland (BID) tief erschüttert über Anschlag auf Meinungs- und Pressefreiheit in Paris

Der Dachverband der bibliothekarischen Verbände in Deutschland Bibliothek & Information Deutschland (BID) zeigt sich zusammen mit dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv), dem Berufsverband Information Bibliothek (BIB) sowie dem Verein Deutscher Bibliothekare (VDB) tief erschüttert über den niederträchtigen Anschlag auf die Pariser Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo” am 07. Januar 2015. Diese blutige Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben der französischen Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs. Sie stellt auch einen Angriff auf das europaweit verbriefte Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur.

Die BID unterstützt das Team des für seine religionskritischen Karikaturen bekannten Satire-Magazins nachdrücklich. Sie bekräftigt die große Bedeutung der Pressefreiheit und des freien Zugangs zu allen Informationen und Ausdrucksformen für unsere Gesellschaft, was eine freie Presse genauso wie z.B. frei zugängliche Bibliotheken voraussetzt.

BID-Präsident Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen: „Diese gezielte Tötung von Menschen im Namen einer extremen Ideologie, dieser Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit ist durch nichts zu rechtfertigen. Wir trauern um den Chefredakteur Stéphane Charbonnier und seine Mitarbeiter. Ich möchte den Opfern des Terroranschlages, ihren Familien und allen französischen Bürgerinnen und Bürgern mein aufrichtiges Beileid und mein persönliches Mitgefühl aussprechen.”

Eine Beschneidung der persönlichen Freiheiten oder auch politische Extreme können keine adäquate Reaktion auf die Ereignisse sein und bieten keine Lösung. Gemeinsam muss es uns gelingen, die Meinungs- und Pressefreiheit zu wahren.

Berlin, den 9. Januar 2015

 

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