Auf Hinterlassenschaften der Römer trifft man in Köln und Umgebung überall. Warum nicht mal der Route eines römischen Bauwerks folgen, das sich von Nettersheim in der Eifel bis nach Köln zieht?
Um schönes frisches Quellwasser für Thermen & Co. in Colonia Claudia Ara Agrippinensium zu haben, bauten römische Ingenieure um das Jahr 80 n. u. Z. eine 120 Kilometer lange Wasserleitung, den Römerkanal.
Der Römerkanal-Wanderweg folgt der Route dieser Wasserleitung, führt zu römischen Relikten – wie z. B. Aufschlüssen des Kanals oder Aquädukten – inklusive Infotafeln und vor allem durch die wunderschöne Eifellandschaft bis nach Köln. Dabei startet man im malerischen ruhigen Naturpark Nordeifel und arbeitet sich in sieben Etappen in eine immer städtischer werdende Umgebung bis ins quirlige Köln-Sülz vor.
Seit vielen Jahren werden jährlich Gesellschaftsspiele mit dem „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet. Dabei werden im Vorfeld jeweils drei Spiele für die Wahl zum „Spiel des Jahres“, zum „Kinderspiel des Jahres“ und zum „Kennerspiel des Jahres“ nominiert.
Dieses Jahr kann auch bei uns über das „Spiel des Jahres“ abgestimmt werden: Dazu gibt es ein Formular und jede/r kann tippen, welches der nominierten Spiele am Ende der Sieger werden wird.
Nach der offiziellen Bekanntgabe des „Spiel des Jahres 2021“ am 19.07.2021 verlosen wir unter allen Teilnehmenden, die richtig getippt haben, einmal das jeweilige Spiel des Jahres.
Bei allen drei nominierten Spielen des Jahres handelt es sich um sogenannte Kampagnenspiele, das sind Spiele mit Gemeinschaftserlebnissen über mehrere Kapitel, die das gemeinsame Erleben einer Geschichte in den Vordergrund rücken:
“Die Abenteuer des Robin Hood” von Michael Menzel
Kosmos Verlag
Vielseitiges Storyspiel für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren
Alle drei nominierten Spiele sind direkt nach der Nominierung am 17.05.2021 bestellt worden und können somit bald auch bei uns in der Stadtbibliothek ausgeliehen werden.
Die nominierten Spiele für das Kinderspiel des Jahres und das Kennerspiel des Jahres sowie weitere Spiele auf den Empfehlungslisten findet man auf der offiziellen Website.
Auch diese Titel werden so schnell wie möglich zur Ausleihe in der Stadtbibliothek bereitgestellt werden.
Also, ran ans Spielbrett und tippt auf das „Spiel des Jahres 2021“!
Mögt ihr Geheimnisse? Fiebert ihr bei der Aufklärung von Mordfällen mit? Dann könnte „One of us is lying“ von Karen M. McManus genau das richtige Buch für euch sein. Denn hier geht es um fünf Jugendliche, die alle mindestens ein Geheimnis haben. Oder vielmehr vier von ihnen, denn Simon ist derjenige, der die Fehltritte und Geheimnisse der anderen aufdeckt und das über seine App. Doch als er beim Nachsitzen plötzlich einen anaphylaktischen Schock bekommt und kurz darauf stirbt, geraten die vier anderen immer mehr in den Fokus der Ermittlungen. Denn Simon hatte für den nächsten Tag Enthüllungen über die vier in seiner App geplant. Und so stellt sich die Frage: Wer lügt?
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, besonders, weil abwechselnd alle vier Beteiligten (Bronwyn, Nate, Abby und Cooper) zu Wort kommen und man sich so nicht nur dem Rätsel um Simons Tod immer weiter nähert, sondern auch allen Geheimnissen nach und nach auf die Spur kommt. Man weiß nicht, inwieweit man den Vieren trauen kann und so habe ich beim Lesen immer wieder versucht, hinter die Worte zu blicken, ob nicht vielleicht doch mehr dahinter steckt. Und trotzdem konnte ich nicht vermeiden, die Protagonist*innen zu mögen. Am Ende konnte mich die Autorin mit ihrer Auflösung erstaunen und begeistern.
Obwohl es ein Jugendthriller ist, kann der Roman durchaus auch erwachsene Leser*innen für sich einnehmen. Wer auf spannende Rätsel steht, kommt hier voll auf seine Kosten.
Das Buch könnt ihr nicht nur bei uns im Regal finden, sondern auch als eBook und eAudio in der Onleihe und wer es gerne auf Englisch lesen möchte, findet es zusätzlich bei Overdrive. Und wer danach noch nicht genug hat, kann bei uns auch den Nachfolgeband „One of us is next“ finden.
Unserem 3D-Drucker wurde eine große Ehre zu Teil. Als Musikinstrument spielte er zur Uraufführung im SWR2 auf. Natürlich fragt man sich, wie das sein kann und dafür lohnt ein kleiner Schlenker in das Themengebiet der Neuen Musik. Denn hier ist so vieles möglich, da neben herkömmlichen Musikinstrumenten und Tonalitäten auch alle anderen akustischen Kreationen denkbar sind.
3D-Druck im Zeitraffer, hier noch gänzlich ohne Ton, wir wollen ja die Spannung aufrecht erhalten …
Der Kölner Künstler Niklas Seidl, ein großer Verfechter der Neuen Musik, hat für dieses Stück ausführliche Ton-Aufnahmen unseres 3D-Druckers gemacht, um sie dann neu zu arrangieren und ein Stück zu komponieren. Was im ersten Moment ungewohnt klingt, ermöglicht durchaus die Entdeckung von Melodien und Rhythmen, wenn man sich darauf einlässt.
Mit der Radiosendung macht der SWR2 uns eine fast so große Freude, wie dem Künstler selbst. Aber hört selbst!
Bei dem aktuell trüben Wetter ist das Fernweh besonders groß. Man träumt von fernen, sonnigeren Orten. Getreu dem Motto “Lesen ist Reisen im Kopf” unternehmen wir deshalb eine Krimireise durch verschiedene Länder und Regionen.
Wer mit auf die Reise gehen möchte, findet die Bücher und Hörbücher in der Bibliothek oder der Onleihe.
Wir starten im Nachbarland Frankreich, das mit seinen vielfältigen Regionen wunderbare Schauplätze für viele Kriminalgeschichten bietet.
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Los geht es im Norden Frankreichs, in der Normandie.
Malerische Landschaften und die Küste mit ihren imposanten Kreidefelsen bieten eine traumhafte Kulisse für diverse Krimis. Im idyllischen Badeort Deauville spielt das kürzlich erschienene Buch „Schattenland“ von Benjamin Cors. Hierbei handelt es sich um den sechsten Band der Reihe um Personenschützer Nicolas Guerlain.
Benjamin Cors
Reihe: Nicolas Guerlain
Strandgut
Küstenstrich
Gezeitenspiel
Leuchtfeuer
Sturmwand
Schattenland
In der Normandie sind auch Philippe Lagarde und Kommissar Leblanc für die Aufklärung von Verbrechen zuständig.
Maria Dries
Reihe: Philippe Lagarde ermittelt
Der Kommissar von Barfleur
Die schöne Tote von Barfleur
Der Kommissar und der Orden von Mont-Saint-Michel
Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Hague
Der Kommissar und der Tote von Gonneville
Der Kommissar und die Morde von Verdon
Der Kommissar und die verschwundenen Frauen von Barneville
Der Kommissar und das Rätsel von Biscarrosse
Der Kommissar und das Biest von Marcouf
Der Kommissar und die Toten von der Loire
Der Kommissar und die Tote von Saint-Georges
Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc
Catherine Simon
Reihe: Ein Fall für Kommissar Leblanc
Kein Tag für Jakobsmuscheln
Wintergäste in Trouville
Bitterer Calvados
Falsche Austern
Kalter Hummer
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Weiter geht unsere Reise in die Bretagne. Die westlichste Region Frankreichs bietet mit ihren Gegensätzen zwischen rauer Küste, malerischen Stränden und beschaulichen Dörfern unter anderem die Kulisse für die Fälle von Kommissar Dupin, die bereits fürs Fernsehen verfilmt wurden. Für Juni ist “Bretonische Idylle”, der zehnte Band der Reihe, angekündigt.
Jean-Luc Bannalec
Reihe: Kommissar Dupin
Bretonische Verhältnisse
Bretonische Brandung
Bretonisches Gold
Bretonischer Stolz
Bretonische Flut
Bretonisches Leuchten
Bretonische Geheimnisse
Bretonisches Vermächtnis
Bretonische Spezialitäten
“Im Zeichen der Triskele” von Eva Bernier, “Späte Vergeltung” von Emmanuel Grand und “Das dunkle Haus am Meer” von Susanne Mischke sind ebenfalls Vertreter bretonischer Krimis.
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Blau und lila sind die Farben, die die Buchcover vieler Provence-Krimisprägen. Autor*innen wie Sophie Bonnet, Christine Cazon, Remy Eyssen und Pierre Martin schicken ihre Protagonist*innen auf Ermittlungen, bei denen immer ein Hauch Meeresbrise und Lavendelduft mitschwingen.
Sophie Bonnet
Reihe: Pierre Durand
Provenzalische Verwicklungen
Provenzalische Geheimnisse
Provenzalische Intrige
Provenzalisches Feuer
Provenzalische Schuld
Provenzalischer Rosenkrieg
Provenzalischer Stolz
Christine Cazon
Reihe: Kommissar Duval
Mörderische Côte d’Azur
Intrigen an der Côte d’Azur
Stürmische Côte d’Azur
Endstation Côte d’Azur
Wölfe an der Côte d’Azur
Das tiefe blaue Meer der Côte d’Azur
Vollmond über der Côte d’Azur
Lange Schatten über der Côte d’Azur
Anthony Coles
Reihe: Peter Smith
Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften
Ein Gentleman in Arles – Gefährliche Geschäfte
Ein Gentleman in Arles – Tödliche Täuschung
Remy Eyssen
Reihe: Leon Ritter
Tödlicher Lavendel
Schwarzer Lavendel
Gefährlicher Lavendel
Das Grab unter Zedern
Mörderisches Lavandou
Dunkles Lavandou
JulieLescault
Reihe: Rosalie
Rosalie und der Duft der Provence
Rosalie und die Farben des Südens
Rosalie und das Land des Lichts
Mademoiselle Rosalie und der tote Chocolatier
Pierre Martin
Reihe: Madame le Commissaire
Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer
Madame le Commissaire und die späte Rache
Madame le Commissaire und der Tod des Polizeichefs
Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild
Madame le Commissaire und die tote Nonne
Madame le Commissaire und der tote Liebhaber
Madame le Commissaire und die Frau ohne Gedächtnis
Cay Rademacher
Reihe: Capitaine Roger Blanc
Mörderischer Mistral
Tödliche Camargue
Brennender Midi
Gefährliche Côte Bleue
Dunkles Arles
Verhängnisvolles Calès
Verlorenes Vernègues
“Stille Nacht in der Provence” und “Ein letzter Sommer in Méjean” sind weitere Provence-Krimis von Cay Rademacher, welche unabhängig von der Reihe um Roger Blanc erschienen sind.
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Unsere Reise endet heute auf der Mittelmeerinsel Korsika. Zwischen Bergen und Meer ist Krimi-Schriftsteller Eric Marchand dem Verbrechen auf der Spur.
Vitu Falconi
Reihe: Ein Fall für Eric Marchand
Das korsische Begräbnis
Korsische Gezeiten
Korsische Vendetta
Mit sonnigen Regionen geht es nächstes Mal weiter: Das nächste Ziel unserer Krimireise ist Spanien.
Jedes Jahr kürt eine Jury bestehend aus Kölner Stadt-Anzeiger, Literaturhaus und Vertreter*innen aus dem Kölner Buchhandel das „Buch für die Stadt“. Der Roman wird im Sommer in einer günstigen Sonderausgabe neu herausgegeben. Im Herbst wird das Buch dann Gegenstand vieler verschiedener Veranstaltungen in Köln und Umgebung. In diesem Jahr hat es Jackie Thomaes Roman „Brüder“ geschafft und wird uns also in den nächsten Monaten begleiten.
Jackie Thomae, 1972 in Halle an der Saale geboren, Tochter einer ostdeutschen Mutter und eines Vaters aus Guinea, hat bereits mehrere Bücher – Ratgeber und zwei Romane – veröffentlicht und arbeitet außerdem als Journalistin. Ihr Roman „Brüder“ ist von der Presse gefeiert oder zumindest sehr positiv besprochen worden (alle überregionalen Zeitungen außer die NZZ) und verrissen worden (NZZ).
Der Roman handelt von den Lebenswegen zweier sehr unterschiedlicher Männer, die nur ihr gemeinsamer Vater verbindet. Der Vater, ein Austauschstudent aus dem Senegal, bleibt den Brüdern lange Zeit unbekannt. Sie werden bei zwei unterschiedlichen Müttern groß, ohne voneinander zu wissen. Zwei Schwarze Jungen wachsen in der DDR auf – und ihr Leben und Streben verläuft komplett verschieden. Mick lebt in den Tag hinein, zieht durch die Berliner Clubs, ein sympathischer Hedonist, Charmeur und Taugenichts. Gabriel macht Karriere als Architekt in London, gründet eine Familie und wird Teil des steifen Gesellschaftslebens der gehobenen englischen Mittelklasse.
Positiv bemerken die Rezensentinnen, dass die Frage der Identität, die Frage der Hautfarbe eine so untergeordnete Rolle im Roman spielt. Für Marie Schmidt von der Süddeutschen Zeitung ist der Roman „deswegen so beeindruckend, weil es Thomae schafft, dass darin ‚race, class and gender‘ Thema sind und gleichzeitig nicht das Thema sind“. Auch „Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland ist nicht das Thema des Romans“, stellt Katrin Bettina Müller in der taz fest:
„Zwar erleben Idris [der Vater der Brüder] – als Student in Leipzig – und Mick – in den Nachwendejahren in Pankow – rassistische Übergriffe, ziehen es aber vor, die nicht zur grundierenden Erfahrung ihres Lebens zu machen. Das ist zwar einerseits eine Leistung von Verdrängung, die ihnen aber andererseits auch ihre Offenheit und Zugewandtheit erhält. Ob diese Konstruktion der Wahrnehmung ihrer Wirklichkeit womöglich auch eine Verklärung ist, um Anpassung zu erleichtern – darüber denken sie nach, aber nur gelegentlich.“
Immer wieder werden Parallelen zu angloamerikanischen Erzähltraditionen gezogen, die Paul Jandl in der Neuen Zürcher Zeitung allerdings für ein Missverständnis hält. Für ihn strotzt „Brüder“ nur so von Klischees, Oberflächlichkeit, Trivialitäten. „Ist das der Trommelwirbel eines positiven Rassismus oder einfach nur Quatsch?“, fragt er sich.
Die SZ dagegen feiert „Brüder“ als deutsches Pendant zur „Great American Novel“ (SZ). „Brüder“ sei auf eine „angelsächsisch anmutende Art ungemein intelligent, humorvoll und unterhaltsam zugleich geschrieben und bringt damit eine sonst weitgehend fehlende Qualität in die deutsche Literatur ein“, findet auch Katharina Granzin in der Frankfurter Rundschau.
Den Vergleich mit Zadie Smith findet man gleich mehrfach (DIE ZEIT, FAZ). Andrea Diener schreibt dazu:
„So, da ist er, der Vergleich, es wundert einen, dass er nicht schon viel früher irgendwo gefallen ist. Er liegt auch auf der Oberfläche so nahe: Die eine Autorin jamaikanisch-britisch, die andere mit einer ostdeutschen Mutter und einem Vater aus Guinea, beide aufgewachsen in Europa. Aber die Sache geht tiefer, denn beide, Smith wie Thomae, haben sich für das Prinzip des Erzählens entschieden und füllen ihre Bücher mit überbordenden, fiktionalen Biographien, beide haben ein Händchen für und einen sehr genauen Blick auf Lebensläufe und Zeitgeistumstände und einen Humor, der nie ins Zynische kippt – um jetzt nicht auch noch das fürchterliche Wort „warmherzig“ zu verwenden, auch wenn es die Sache trifft.“
Soviel zu den Meinungen in der überregionalen Presse. Der Kölner Stadt-Anzeiger bespricht sein „Buch für die Stadt“ auch sehr positiv. Für Anne Burgmer ist „Brüder“ „ein großer deutscher Gesellschaftsroman, in dem Thomae mit erstaunlicher Leichtigkeit die schwierigsten Themen verhandelt“.
Überwiegend positive Kritiken also, in denen die Leichtigkeit des Erzählers in eine angloamerikanische Tradition gestellt wird. Es ist auch im Kontext gesellschaftlicher Debatten zum Thema Identitätspolitik interessant, dass in allen Rezensionen thematisiert wird, dass es im Roman erstaunlich wenig um Rassismus geht, obwohl die Protagonisten doch Schwarz sind. Darf es in Deutschland etwa nur in Romanen mit Weißen Protagonist*innen um allgemeinmenschliche Themen gehen?
Hier gibt es also viel Diskussionsstoff. Genug Gelegenheit zum Diskutieren wird es im Laufe des Jahres geben. Wer schon jetzt anfangen möchte, sich ein eigenes Bild zu machen, findet das Buch natürlich in der Bibliothek, als Buch und E-Book.
„84 Charing Cross Road – Eine Freundschaft in Briefen“ und „Die Herzogin der Bloomsbury Street – Eine Amerikanerin in London“ von Helene Hanff
Auf der Suche nach interessanter Literatur über London stolperte ich über ein Buch der amerikanischen Autorin Helene Hanff. Die Wahl-New-Yorkerin war, wie ich, eine England- und Bücher-Närrin, die auf der Suche nach Büchern von britischen Autoren auf eine Anzeige der Londoner Buchhandlung „Marks & Co.“ stieß. Da sie antiquarische Bücher bevorzugte, die zugleich günstig waren und die Geschichte der Vorbesitzer in sich trugen, schrieb sie die Buchhandlung 1949 an und nannte ihnen ein paar Titel, an denen sie Interesse hatte.
Einer der Mitarbeiter, Frank Doel, antwortete ihr ein paar Wochen später und schickte ihr direkt ein paar der gewünschten Titel zu.
In „84 Charing Cross Road – Eine Freundschaft in Briefen“veröffentlicht Helene Hanff den Briefwechsel zwischen ihr und Doel, dessen Ehefrau und auch einiger anderer Mitarbeiter*innen von Marks & Co., der sich über einen Zeitraum von ca. 20 Jahren aufrecht erhält.
Was mit einer einfachen Anfrage beginnt, entwickelt sich zu einer Freundschaft mit dem Ziel der Autorin, einmal ihr geliebtes London zu besuchen und damit auch die Buchhandlung.
1971 schafft sie es endlich, sich ihren Traum zu erfüllen.
In „Die Herzogin der Bloomsbury Street – Eine Amerikanerin in London“erzählt sie in Tagebuchform, was sie dort erlebt.
Der Film „Zwischen den Zeilen“ mit Anne Bancroft als Helene Hanff und Anthony Hopkins als Frank Doel ist sehr sehenswert und meiner Meinung nach wundervoll umgesetzt.
Die Bücher und der Film können unabhängig voneinander genossen werden, ergeben aber ein schönes Gesamtbild dieser besonderen Freundschaft.
Ausgehend von der Annahme, dass die Ursachen von Krankheiten zum großen Teil in der Lebensweise des Menschen begründet liegen, stellen die Vortragenden ihr biologisches Ernährungs-, Denk- und Handlungsmodell vor. Vorgestellt wird eine Ernährung, die – jenseits von Schubladen wie low-carb, vegan oder vegetarisch – frisch, vielfältig und möglichst unverarbeitet ist. So steht dem Körper ein Maximum an Vitalstoffen (u. a. Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Enzyme) zur Verfügung.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Die Veranstaltung findet über die Online-Seminar-Plattform Edudip statt. Eine Anmeldung ist für die Teilnahme notwendig.
“Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht” von Andrea Petković
Autorinnen und Autoren, die über Sport geschrieben haben, fallen mir einige ein – aber Sportler*innen, die literarisch schreiben?
Die ehemalige Top-Ten-Tennisspielerin Andrea Petković hat letztes Jahr einen Erzählband veröffentlicht – und er ist fantastisch! Ich schaue kein Tennis, spiele kein Tennis und doch haben mich die Erzählungen, die alle autobiographisch sind und im Paralleluniversum des Profi-Tennis spielen, eingesogen in diese fremde Welt. Dabei geht es um viel mehr als Tennis.
Erzählt wird eine Coming-of-Age-Geschichte: wie es ist, als Kind eines serbischen Vaters und einer bosnischen Mutter in Darmstadt aufzuwachsen. Der Vater ist Tennistrainer und schuftet von morgens bis abends – bis die Familie es geschafft hat: Das Reihenhaus wird für Petković Zeichen des Ankommens in der deutschen Gesellschaft. Bald rollt die kleine Andrea nicht mehr das R, strengt sich in der Schule besonders an und aus dem Spiel auf dem Tennisplatz wird Ernst. Nicht auffallen und gleichzeitig die Beste sein wird zum ihrem Mantra.
Und Literatur wird Andrea Petković, die bereits als Jugendliche ständig von Turnier zu Turnier reist, zur treuen Begleiterin: David Foster Wallace und Philip Roth sind ihre TOP 2, irgendwo dahinter folgen Haruki Murakami, Jonathan Franzen, Dostojewski, Zadie Smith, Sylvia Plath, Odessa Moshfegh und Virginia Woolf.
Andrea Petković ist eine leidenschaftliche Sportlerin, kompetitiv, emotional – für ihre Wutausbrüche und das Zertrümmern ihrer Schläger ebenso bekannt wie für den „Petko Dance“, wenn sie gewonnen hat. Auch ihr Erzählen lebt von Extremen. Dabei macht Petkovićs Stil der Kontrast aus: Fast schon weise essayistische Passagen über Literatur, Freundschaft, Rivalität, Selbstzweifel und Größenwahn oder den Mut zur Hässlichkeit gehen über in ihren manchmal schnoddrigen Ton, wobei sie immer einen empathischen Blick auf ihre Figuren wahrt. Oft ist das witzig. Und oft wird man nachdenklich. Auf jeden Fall aber wird man am Ende „andrea petkovic vs maria sharapova“ bei Youtube eintippen.
Andrea Petković, Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht. Erzählungen. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2020. Als Buch und E-Book in der Bibliothek.
Ein lang gehegter Wunsch wird endlich Wirklichkeit – das Online-Portal www.literaturinkoeln.de inklusive der „LiK.map“ mit Adressen und Geschichten für literarische Spaziergänge durch unsere Stadt.
LiK.map – interaktive Karte und neues Online-Portal regen zum Entdecken der Kölner Literatur an
Wo steht Heinrich Bölls Geburtshaus? Warum gibt es in Köln den Heinzelmännchenbrunnen? Welche Spuren hat Johann Wolfgang von Goethe in der Domstadt hinterlassen und was hat Hilde Domin im Agnesviertel unternommen? Diese und andere Fragen beantwortet zukünftig die LiK.map – ein virtueller und interaktiver Stadtplan von Köln, der mit audiovisuellen und textuellen Inhalten sukzessive gefüllt wird: Wohnhäuser, Denkmäler, Texte von Autorinnen und Autoren über Kölner Orte werden in den Fokus gerückt und lebendig dargestellt. Die LiK.map berücksichtigt sowohl historische als auch zeitgenössische Landmarken der lokalen Literaturgeschichte.
Screenshot vom Portal, hier: Ubierring
Interessierte erhalten somit Anregungen für Spaziergänge und Entdeckungstouren durch den realen und virtuellen Stadtraum. Mit der Zeit entsteht ein spannender Blick auf das literarische Köln, eine Verortung von Literatur im urbanen Raum – eine Kartographie der Kölner Literatur.
Der direkte Zugang zu den literarischen Orten kann entweder direkt über die Marker in der Stadtkarte oder über die Kartenlegende am linken Seitenrand erfolgen. Weiterführende Informationen bieten Beiträge und Kurzbiographien über Kölner Autorinnen und Autoren, die ebenfalls über die Legende oder Menüleiste aufgerufen werden können. Die LiK.map schreibt sich fort und versteht sich als „work in progress“.
Neben der LiK.map stellt das Portal www.literaturinkoeln.de das Heinrich-Böll-Archiv und das Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek vor und bietet weitere interessante und beachtenswerte Aspekte der Kölner Literatur. Das Portal wird natürlich laufend aktualisiert.