Karten gewinnen: Mozart auf der Reise nach Prag

Theaterabend mit der Schauspielerin Barbara Kratz nach Eduard Mörikes berühmter Novelle
Wir schreiben das Jahr 1810. Mozart ist berühmter als zu Lebzeiten und seine Witwe Constanze inzwischen wohlhabend. Noch einmal fährt sie mit der prachtvollen Kutsche, die reiche Gönner dem verehrten Meister 1787 auf der Reise nach Prag geschenkt hatten, und zwar direkt vor die Zuschauer — eine Reise mit Hindernissen und viel Musik.
Wo: Stadtteilbibliothek Rodenkirchen
Wann: 20. September 2013, 19.30 Uhr
Für die Veranstaltung verlosen wir 2×2 Karten unter allen, die hier bis zum 12. September einen Kommentar hinterlassen!
Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.
Viel Erfolg! 🙂
 
Informationen zur Veranstaltung und zum Vorverkauf gibt es hier im Kalender der Stadt Köln.

(mks)

(Foto: © Hydra Productions)

Five minutes – Poetry Slam 4

Am 11. Oktober 2013 veranstaltet die Stadtteilbibliothek Rodenkirchen wieder einen Poetry Slam. Wer traut sich auf die Bühne?
Laut, leise, wild, dramatisch oder lässig – die Vortragsweise ist den Teilnehmern selbst überlassen und genauso vielfältig wie die Textauswahl. Das Publikum fiebert mit – und entscheidet als Jury. Die Texte sind selbst geschrieben – Gedichte, Geschichten, Essays – alles ist möglich, aber nur innerhalb von 5 Minuten.
Ihr möchtet mitmachen? Dann einfach losschreiben und einsenden: Abgabeschluss ist der 23. September 2013.
Reicht die Texte in 3-facher Ausfertigung unter dem Stichwort “Poetry Slam 2013” bei uns ein. Bitte benutzt Schriftgröße 12 und vermerkt auf einem Exemplar euren Namen sowie Anschrift, Telefonnummer und Email-Adresse. Abgabe entweder direkt bei uns in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen oder per Post an:

Stadtteilbibliothek Rodenkirchen

Schillingsrotter Str. 38

50996 Köln

Bei Fragen erreicht ihr uns unter 0221/ 221-92370.
Wir freuen uns auf euch und eure Texte!

(Stb Rodenkirchen & ba)

Stadtteilbibliothek Neubrück macht Anfänger zu Profis!

Mein persönliches Highlight der Woche:
Wii für Senioren!

Jeden Donnerstag treffen sich unsere Senioren von 10:00 – 12:00 Uhr in der Stadtteilbibliothek Neubrück im Pavillon (An St.Adelheid 2-8) zum Wii spielen.

Kurz vor 10 bekomme ich beim Aufbau der Leinwand und der Konsole tatkräftige Unterstützung von unseren Senioren und dann kann es auch schon losgehen…
Beim Bowlen, Tennis, Golf oder Baseball zeigen wir was wir drauf haben.


Und auch ich wurde längst von unseren Senioren in jeglichen Disziplinen an der Wii-Konsole überholt und habe große Mühe mich den Erfolgen unserer Senioren anzuschließen. Übung macht bekanntlich den Meister!
Das heißt natürlich nicht, dass man ein Profi an der Konsole sein muss um sich unserer Truppe anzuschließen – GANZ IM GEGENTEIL:
Es ist JEDER herzlich eingeladen um die Wii zu erproben, zu spielen oder einfach bei einem Kaffee zu plaudern!

Wir freuen uns auf Sie!
E.Yüksel

Philosophierende Radler: Erwarte das Unerwartete

Ein philosophisches Buch steht bei uns unter der Signatur X (= Sport) im Regal? Der Titel „Die Philosophie des Radfahrens” lässt nicht zwingend schlussfolgern, dass die „Liebe zur Weisheit” dort gut aufgestellt ist. Jedoch – näheres Hinsehen bestätigt die Lektoratsentscheidung. Neun der 15 enthaltenen Essays befassen sich mit Radrennen und Nachdenklichkeit über Hochleistung bis hin zum Doping.

In drei weiteren Texten führen extreme Touren (ein Autor radelt täglich 22 Kilometer zur Arbeit nach Reykjavik) zu tieferen Erkenntnissen. Bleiben zwei eher verkehrpolitische Betrachtungen: eine über die Critical-Mass-Bewegung und eine über die Gründe, warum Kopenhagen, das Radlerparadies ist. Die Vertreibung aus Letzterem beklagt Maximilian Probst, der auf einem klappernden Holland-Rad durch die Stadt rollt. Ihm verdanken wir den Gedanken, dass wir durchs Strampeln, dem Treten in die Pedale, uns daran gewöhnen, den Körper aus eigener Kraft von A nach B zu befördern „immer auch, um ihn selbst zu bewegen, er ist nie nur ein Mittel (dafür da, um unseren Geist in die Bibliothek zu lotsen), er ist immer auch Zweck in sich. Das Fahrrad trägt dem Rechnung.”

Schön, dass da einer mal erkannt hat, wofür Bibliotheken gut sind und wie man sich ihnen nähern sollte!

Die erhellensten „philosophischen Lektionen” verpasst uns Steven D. Hales, Philosophie-Professor aus den USA, der sich neben so langweiligen Themen wie Erkenntnistheorie und Metaphysik mit den spannenderen Beziehungen zwischen Bier, Katze, Hund und Philosophie beschäftigt. Und mit dem Fahrrad, das ihm sechs deutliche Mahnungen erteilt.

Er schlägt den Bogen von Platon zur Pedale. Im Höhlengleichnis halten die Gefangenen die Schatten an der Wand für die Wirklichkeit. Philosophie holt uns aus der Höhle. Auf dem Fahrrad können wir heraus fahren. Hales schwingt sich auf den Sattel, völlig unerfahren wagt er sich auf 152 km bergiger Strecke. Nietzsche folgend, der meinte, dass nichts von Wert leicht zu erreichen sei. Bei einer anderer Tour überholt ihn Thoreau, der in „Walden” empfiehlt: „Warum sollen wir in solcher Eile, solcher Lebensverschwendung leben?” Am eigenen Leibe prüft Hales Argument für Argument. Etwa Descartes, für den Weisheit uns zum Herrn der Leidenschaften macht, auf „dass die Übel, welche sie bringen, sich leicht ertragen lassen.”

Setzt mit Hume dagegen, dass die „Vernunft nur Sklave der Affekte ist“. Stoiker Epiktets Ideal der Unerschütterlichkeit lässt ihn Stürze vom Rad unbewegt von Gefühlen ertragen. Wie Grübler Kierkegaard findet er gar Gefallen an Schwierigkeiten. Wiederum Hume bringt ihn davon ab, Erfahrungswerten zu trauen. „Erwarte das Unerwartete”, weissagt ihm diese die Lektion. Dabei lernt er viel über Einfallsreichtum und Selbstgenügsamkeit. Die letzte Etappe führt ihn nach Delphi und zur Freude an der Selbsterkenntnis.

Dies sind kleine Streifzüge aus 206 Seiten philosophischer Streckenführung, alle verbindend der Nietzsche-Rat, „keinem Gedanken Glauben zu schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung, – in dem nicht auch die Muskeln ein Fest feiern.”

gp

 P.S.: Für Herausgeber Peter Reichenbach „verändert Radfahren unsere Sicht auf die Welt”. Nektar saugen vermutlich eher die Radelnden aus diesem Buch. Wen es allerdings motiviert, die enthalten Weisheiten auf dem Drahtesel zu überprüfen, dem sei „Unerwartetes” garantiert.

 Die Philosophie des Radfahren. Mairisch Verlag 2013. Signatur: Xas Philosophie des

 Hier der komplette Text von Maximilian Probst.

Stadtbibliothek Köln im Dienst der Wissenschaft

(Foto: © Heinrich-Barth-Institut e.V.)

Eine Anfrage besonderer Art hat uns kürzlich von der „Forschungsstelle Afrika” des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln erhalten. Diese benötigte unseren 3-D-Drucker in wissenschaftlicher Mission. Eine bedeutende Grabungskampagne in Namibia hatte unter anderem einen Schafsknochen zu Tage gebracht, der auch Auskunft über die Wirtschaft und Ernährung prähistorischer Menschen liefern kann. Invasive Untersuchungsmethoden beschädigen ein Original-Fossil meist weitgehend und es geht damit der Wissenschaft als haptisches Objekt verloren.
Die Technik des 3-D-Drucks kann heute eine präzise Dokumentation des Originals liefern. In einer spektakulären Aktion verwandelte unser MakerBot Replicator 2 die vorher vom Neanderthal Museum gefertigten hochauflösenden 3D-Scans in eine originalgetreue Replik des begehrten Schafknochens.
Der 3-D-Drucker steht im Makerspace auf der neu gestalteten Etage „4″ in der Zentralbibliothek am Neumarkt. Dort bieten wir jedermann Zugang zu neuen technischen Entwicklungen. Dabei geht es nicht nur darum, Bücher und Medien zu nutzen, sondern auch selbst kreativ zu werden und eigene Inhalte zu produzieren.
Schaut doch mal vorbei!
Weiterführende Informationen:
http://www.cceh.uni-koeln.de/rti
http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/bibliotheken-archive/zentralbibliothek/die4/
http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/lesen-und-lernen/12535/
http://stadtbibliothekkoeln.blog/2013/02/26/wir-haben-einen-3-d-drucker/
http://stadtbibliothekkoeln.blog/2013/03/27/der-erste-monat-mit-unserem-3d-drucker/
http://stadtbibliothekkoeln.blog/2013/06/22/was-wird-eigentlich-mit-eurem-3d-drucker-gedruckt/
ck

Wiedersehen auf DVD: “Moonrise Kingdom”

Bob Balaban kehrt als Bonus zurück. Der begleitende Erzähler aus „Moonrise Kingdom” (Fans des schönsten Films von 2012 erinnern sich…),  jener namenlose Berichterstatter, der die faszinierende Story von Sam und Suzy mit Fakten über die fiktive Insel New Penzance unterfüttert.. dessen Wissensschatz ihn auch als Kartograph oder Heimathistoriker qualifiziert hätte…  der alle Winde, Wege und das Wetter dieses Eilands aus der Westentasche kennt…  aber auf der Leinwand der kauzige Kerl des Jahres 1965 bleibt… eine Mischung aus Gartenzwerg und Weihnachtsmann im grün-roten Outfit, dessen Blick und Stimme sich immer direkt an die Kamera wenden, d. h. zu uns im Zuschauerraum.

Auf der DVD – und das ist in diesem Fall das Erhellende am Bonus-Material – outet er sich zusätzlich als Bibliothekar. Vor standesgemäßem Hintergrund nutzt er die Gelegenheit, uns jene sechs Bücher vorzustellen, aus denen Suzy ihrem Sam während der gemeinsamen Flucht vorliest. Diese Bücher würden nun zu gern viele (denen der Film besonders wertvoll ist) lesen, jedoch die Cover und die Zitate sind allesamt reine Erfindungen. Dafür entschädigt uns die bibliothekarische Präsentation durch kleine und sehr fein gesponnene Animationen:

 [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=-jNc7HuatHQ]

Bob Balaban, der nicht nur schauspielert, Filme produziert und Regie führt, schreibt auch Kinderbücher. Dies mag erklären, warum er für die Rolle des Bibliothekars prädestiniert ist, und warum er wie viele andere große Schauspieler der USA Schlange stehen würde, um in einem Wes-Anderson-Film mitzuspielen. Der 44jährige Regisseur von „Moonrise Kingdom” genießt mittlerweile Kultstatus, gleichzeitig kann er als ebenbürtiger Nachfolger von Robert Altman gelten. Wie der, vermag er storytelling weit weg und jenseits von Hollywood in Szene zu setzen.

P.S.: 2012 auf der Kino-Leinwand erfuhren wir bereits, dass die sechs Bücher von Suzy aus der Bibliothek entwendet wurden. Aber zu gerne nehmen wir ihr das Versprechen ab, sie wieder zurück zu bringen.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=2OOenYz6tfc]

gp

Bilder: oben (movie picture), darunter (DVD-Bonus)

Stadtbibliothek startet „Digitale Werkstatt“


Schulungen sollen Beitrag zur Chancengleichheit leisten
Speziell für Interneteinsteiger gibt es nach den Sommerferien ab 5. September 2013 in der Zentralbibliothek am Neumarkt ein neues Schulungsangebot. An jeweils zwei Abenden in der Woche – immer dienstags und donnerstags – öffnet die „Digitale Werkstatt” ihre Pforten. Sie vermittelt leicht und kompetent sowohl Grundlagen als auch Neuheiten auf dem digitalen Sektor. Jeder Abend steht unter einem anderen Motto. Vom ersten Mal am PC über das Erstellen einer eigenen E-Mail-Adresse und den sicheren Umgang mit Browser und Passworten bis zum Einkaufen im Internet, der Nutzung von iPads und zur Online-Kommunikation mit der Stadtverwaltung können hier auch absolute Neulinge die ersten Schritte tun. Statt langer theoretischer Erklärungen stehen Spaß und praktisches Ausprobieren im Vordergrund, speziell geschultes Personal hilft jederzeit, wenn man nicht mehr weiter weiß oder Fragen hat.
Über die Grundlagen hinaus richtet sich die Reihe im späteren Verlauf mit entsprechenden Workshops aber auch an Menschen, die zwar das Internet regelmäßig nutzen, aber neuere Entwicklungen bisher noch nicht so intensiv verfolgt haben. Dazu gehören Werkzeuge zur Kommunikation und zum gegenseitigen Austausch von Wissen wie Blogging, Wikis, Skype, Podcasts, Facebook, Twitter, E-Books, Fotobearbeitung, Dropbox, Mindmapping und andere praktische Dinge für den Online-Alltag.
Das praxisorientierte Konzept haben Pädagogen zusammen mit der Berliner Stiftung Digitale Chancen und sechs weiteren Bibliotheken und Bildungseinrichtungen aus den Niederlanden, Großbritannien, Portugal, Polen, Bulgarien und Frankreich im Rahmen des EU-Projekts „Digital Literacy 2.0″ entwickelt. Mit diesem modulartig aufgebauten Programm wendet sich die Stadtbibliothek ausdrücklich auch an bisher bildungsferne und sozial benachteiligte Gruppen. Sie ermöglicht so die gesellschaftliche Teilhabe und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Chancengleichheit.
Einmal im Monat heißt es auch weiterhin „Was Google nicht findet”. Hier lernt man insbesondere die von der Stadtbibliothek lizenzierten Datenbanken kennen, die professionelle Literatur- und Presserecherchen ermöglichen.
Das Programm ist gerade erschienen und liegt in der Stadtbibliothek aus. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung für die einzelnen Abende aber unbedingt erforderlich. Weitere Informationen unter www.stbib-koeln.de/digitale-werkstatt oder telefonisch unter 0221/221-23937.

Haus Balchem wird saniert


Stadtbibliothek startet „All you can read“ und feiert Schließfest
Haus Balchem, eines der ältesten Profangebäude in Köln, muss grundlegend saniert werden. Deshalb schließt die seit 1970 dort beheimatete Stadtteilbibliothek vom 16. September 2013 bis Juni 2014. Damit die Bibliothekskunden in der Interimszeit nicht gänzlich auf die Angebote von Haus Balchem verzichten müssen, plant die Stadtbibliothek zahlreiche Aktivitäten für die Südstädterinnen und Südstädter.
Ab sofort heißt es: „All you can read – Lesen Sie so viel Sie möchten“. Die Nutzerinnen und Nutzer können sich ohne Begrenzung Medien ausleihen und müssen diese erst nach der Wiedereröffnung zurückbringen. Die Rückgabe in der Zentralbibliothek oder in anderen Zweigstellen ist natürlich auch jederzeit vorher möglich. Unter dem Motto „Wir packen ein – Südstädterinnen und Südstädter packen mit an“ lädt Haus Balchem am Samstag, 14. September 2013, ab 10 Uhr zu einem Schließfest ein. Für „zo müffele und zo süffele“ ist ebenfalls gesorgt. Während die Stadtteilbibliothek geschlossen ist, laufen die „Bücherbabys“ weiter und für die Schulen gibt es Bücherkisten. Eine Zusatzhaltestelle des Bücherbusses in der Nähe von Haus Balchem und ein Stand auf dem Wochenmarkt sind ins Auge gefasst.
Die Stadtbibliothek informiert die Bürgerinnen und Bürger über alle Aktivitäten während der Bauphase möchte sie auch aktiv in die Neugestaltung der Bibliothek einbeziehen.
Als Alternative zu Haus Balchem stehen alle Einrichtungen der Stadtbibliothek zur Verfügung.

Bastelstunde in Bocklemünd: Wir bedrucken Stoffbeutel

Auf die Farben, fertig, los! Am Samstag den 27. Juli von 11 bis 12 Uhr wird es in der Stadtteilbibliothek Bocklemünd-Mengenich wieder kreativ. Wir bedrucken Stoffbeutel. Wie man auf dem Bild sehen kann sind beim letzten Mal sehr tolle Ergebnisse entstanden.

Alle Kinder ab 8 Jahren sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

 

Stadtteilbibliothek Bocklemünd-Mengenich
Görlinger Zentrum 13-15
50829 Köln
Tel.: 0002/503276
E-Mail: bocklemuend@stbib-koeln.de

Zombies – ein Nachtrag

Ein Zombiecomic als Bibliotheksführer

Zum gestrigen Blogbeitrag „Zombies in Köln“ gab es einige Fragen, die ich an dieser Stelle gesammelt beantworten möchte. Sie betreffen hauptsächlich den organisatorischen Background und passen deshalb gut zusammen in einen Artikel.
Zur Idee
Diese Zombie-Idee spukt schon eine Weile in meinem Gehirn rum. Eigentlich kam sie übers Hintertürchen rein, nämlich über einen Bibliotheksführer in Comicform – das hatte mich primär interessiert, und dann ging es in diesem Comic halt um Zombies. Berk, dachte ich, aber was soll’s, Hauptsache, die Studis lesen es … Und dann stellte sich in einer Konversation auf Twitter heraus, dass eine Kollegin mal privat an einem Zombie-Survival-Training teilgenommen hat. Immer diese Zombies. Also habe ich die Zombie-Idee einfach in unser normales Methodentraining eingesetzt.
Das ursprüngliche Schulungskonzept
Normalerweise führen wir mit Schülern der Stufe 10 ein 2,5-stündiges Methodentraining durch. Den Ablauf seht ihr an dieser Prezi . Nach kurzem theoretischen Input üben die Schüler an ihrem eigenen Thema, dann kommt wieder Input mit praktischer Phase usw.
Manche Schulen machen schon in der 10. Stufe kurz vor den Sommerferien eine Projektwoche mit Methodenschwerpunkt und nutzen das, um den Bibliotheksbesuch vorzuziehen. Diese Schüler sind gedanklich noch weit weg von ihrer Facharbeit – die Ferien liegen sehr viel näher. Da hat die Motivation nicht ganz so große Chancen. Für die schien das Zombieszenario eine gute Idee zu sein. Also: ausprobieren!
Was meinten die Schüler…
 … zum Zombiethema?
Natürlich gab es Schüler, die das Thema nicht mochten. Eklig fand’s keiner, da wir ja nicht anhand von Bild- oder Filmmaterial gearbeitet haben. Es ging immer nur um die Theorie. Peinlich fand es auch keiner. Aber ich habe die Schüler vorher gefragt, ob sie Lust dazu haben. Bei der zweiten und dritten Gruppe habe ich zur Auflage gemacht, dass höchstens drei Leute dagegen sein dürfen – bei nur einem mehr hätte ich das normale Programm durchgezogen.
Der Vorteil lag auf der Hand: Bei diesem Thema fängt man die ein, die sonst wenig Lust mitbringen – die aber zum Teil unglaublich fundiertes Wissen haben, nicht nur, wenn es um Zombies geht. Dieses Szenario bietet endlich mal eine sinnvolle Anwendung von Schulwissen über Elektrik, Biologie usw. Schüler, die im Unterricht vielleicht eher stören, können sich super einbringen und bekommen für ihr Expertenwissen auch noch Anerkennung.
… zum ausgefallenen Methodentraining?
Die kritischen Stimmen bezogen sich zumeist auf zwei Punkte:

  • Das Thema sei zu fiktiv, um damit wissenschaftlich zu arbeiten. (Mein Einwand: Das trifft nur auf die medizinische Ursachenforschung zu.)
  • Sie hätten nicht gelernt, für die Facharbeit im Katalog und in Datenbanken zu recherchieren. (Mein Eindruck: Diese Schüler wollten offensichtlich nur eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Recherche.)

Die Schüler, die hinterher sagten, sie hätten es als verschenkte Zeit empfunden, hätten das aber auch über das normale Methodentraining gesagt (bestätigte mir die Lehrerin hinterher ungefragt). Denn die Veranstaltung ist, was sie selbst daraus machen. Wer lernen will, kann das auch mit Zombies tun – das haben einige messerscharf erkannt und ihre Mitschüler auch darauf hingewiesen 😉 Es gab dieselben Inhalte (Einführung in den Katalog, in die Digitale Bibliothek), aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vorgesetzt, sondern kontextbezogen eingebunden. Das war wohl einigen nicht deutlich genug …
Und was sagen die Lehrer dazu?
Drei Lehrer, drei Meinungen. Von Begeisterung über stille Akzeptanz bis hin zur Besorgnis, ob die Schüler genügend Recherchemethodik gelernt hätten. Schwierig ist das Unterthema „Selbstverteidigung“. Da kommen die Schüler leider schnell zum Thema Waffen – das mochten die Lehrer nicht so gern, und mir gefielen die besuchten Internetseiten auch nicht so recht. Da musste ich halt eingreifen. (Running Gag in einer Gruppe war dann mein Spruch „Lasst uns mal versuchen, legal zu bleiben.“ 😉  )
Im  Kollegenkreis hatten wir schon überlegt, ob wir die Lehrer vorher über das Thema informieren. Letzten Endes wird das Zombie-Szenario aber vermutlich eher selten eingesetzt, nämlich wenn Gruppen sehr unmotiviert sind oder das Wetter der Konzentration entgegenspielt – das wissen wir aber vorher nicht unbedingt. Solange ich aber weiß, welche Inhalte ich da unterschummele, kann ich das den Lehrern gegenüber aber auch verantworten.
Wie geht es damit weiter?
Wenn ihr diese Idee gut findet, probiert sie aus. Passt sie an eure Bibliothek bzw. eure Gruppen an. Und erzählt davon! (Mir bitte auch!) Wenn euch das Thema Gamifizierung generell interessiert, meldet euch mal auf Facebook in der Gruppe Games4culture. Und wenn ihr es nicht selbst anwenden könnt oder wollt, aber einen Verbesserungsvorschlag habt, dann her damit!
(cd)

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