Kirschblüte – Es rührt sich was…

Lange kann es nicht mehr dauern und vor der Tür der Zentralbibliothek entfaltet sich die volle Kirschblütenpracht. Die ersten zarten Töne deuten an, dass die Explosion kurz bevor steht. Ein Bibliotheksbesuch beginnt dann mit einem rosafarbenen Teppich über dem Kopf und von den Logenplätzen auf den Etagen lässt sich der ganze verzauberte Josef-Haubrich-Hof überschauen.

Aber auch daheim kann die Kirschblüte gefeiert werden. Zum Beispiel mit einer Origami-Arbeit.

Hier die Instruktion und die weiteren Schritte im Video:

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Und als süße Köstlichkeit kann man die Kirschblüte auch genießen. Hier ein Sakura Mochi Repzept.

gp

Bild oben: ba

Bild unten: wikimedia commons, Masgatotkaca

Bist Du schlauer als ein Schimpanse?

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Schimpanse Ayumu reicht ein Blick auf zufällig angeordnete Zahlen zwischen 1 und 9, um seine Merkfähigkeit unter Beweis zu stellen. Nacheinander kann er sie antippen. Auch wenn die Zahlen auf dem Bildschirm hinter einem weißen Feld verschwinden, merkt er sich die richtige Reihenfolge und klickt sie blitzschnell an.

Mit der gleichen Geschwindigkeit löst er auch andere Aufgaben, an denen Studenten scheitern. Dies fand der japanische Schimpansen-Forscher Tetsuro Matsuzawa  heraus. Seit 30 Jahren erforscht er das Verhalten von Menschenaffen in seinem Labor an der Universität von Kyoto und in der westafrikanischen Wildnis. Ergebnis: die Affen sind viel klüger als bisher gedacht.

Zumindest was das Erfassen von Bildern betrifft. Geht es aber um die Deutung derselben, sind wir besser (manche zumindest). Im Memory jedenfalls hätten wir keine Chance gegen einen trainierten Schimpansen und sein unschlagbares Kurzzeitgedächtnis.

Das bezweifelst Du! Dann versuch doch mal bei diesem Test gegen Ayumu anzutreten!

gp

Die Daddy-Charts

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Aus erfreulichem Anlass und weil sich ein glücksfrisch gebackenes Exemplar im Kollegenkreis findet, heute und hier die ultimativen Daddy-Charts: Die besten Lieder über Väter aus den letzten 75 Jahren.

 Platz Nr. 1:

Papa was a rollin’ stone” The Temptations (1972)

Fünf Söhne besingen ihren Daddy, dessen Lebensleistung darin bestand, keinen einzigen Tag gearbeitet zu haben. Ein cooler groove katapultierte den Song auf Platz 1 der US-charts und später zu einem der „500 greatest songs of all time”. Psychedelic soul nannte man das in den 70zigern. Allein das Intro garantiert Ohrwurm-Qualität.

 Nr. 2

My heart belongs to Daddy(1938).

Welche Art von Daddy hier besungen wird, wollen wir mal unbeleuchtet lassen. Cole Porter schrieb den Song für das Musical „Leave it to me” (deutsche Version: „Wodka-Cola”) und fand dabei höchst kreative Reime auf „Daddy”. Zahllose Coverversionen, unsere drei besten: Ella Fitzgerald, Eartha Kitt und Marilyn Monroe.

 Nr. 3

Papa’s got a brand new bag” James Brown (1966)

Erster Erfolgskracher des „Godfathers of Soul”. Zählt inzwischen auch zu den „500 greatest songs of all time“. Schmeißt Justin Biebers Scheiben in den Mülleimer und holt James Brown aus dem Plattenschrank. Yeah! Papa „’s doing the twist” und die Beinarbeit des Godfathers macht ihm so schnell keiner nach.

Nr. 4

„Papa don’t preach” Madonna (1986):

Vierter Nr. 1-Hit in den USA für Madonna. Flotter dance-pop mit einem Text, der gleichzeitig Abtreibungsbefürworter und den Vatikan auf die Palme brachte. Ungeachtet dessen steht fest: Madonna liebt ihren Vater. Unvergessen, wie er sich einmal auf die Bühne verirrte und sie vor ihm die Knie ging.

 Nr. 5

„Do it yourself” Gloria Gaynor (1975)

Den Daddy-Ratschlag: “If you want it, go out and get it” hat Gloria für bare Münze genommen, und mit diesem Song die charts und die Herzen der schwulen Disco-Community erobert.

 Nr. 6:

“Daddy Cool” Boney M. (1976)

Keine wollte die Scheibe kaufen, bis die Retorten-Truppe im ARD- „Musikladen” auftrat. 3 Monate später war sie ein Millionenseller und eine goldene Schallplatte. Zum Mitgröhlen reichen zwei Zeilen: „She’s crazy like a fool. What about it Daddy Cool!”

 Nr. 7

„Papa, can you hear me?” Barbra Streisand (1983)

Nichts für Menschen mit Tränendrüsenschwäche und Herzerweichungtendenz. Die Liebeserklärung an den einzigen, den wahren, den unvergleichlichen… Erstmals von Barbra-Super-Star für den Film „Yentl” gesungen. Wahlweise zum Wegschmelzen noch die Versionen von Donna Summer (1984) oder Nina Simone (1993)

 Nr. 8

 „Don’t cry Daddy!” Elvis Presley (1969)

Der King bettelt aus der Sicht eines Kindes: „Weine nicht, Daddy!”. Denn Daddy ist (warum auch immer) Alleinerziehender von zwei Kindern und sehnt sich nach einer Mommy. Nur einer kann das so singen, dass ihm es jeder abkauft. (Wir bitten derweil für einen Song über das Heer der alleinerziehenden Mütter.)

 Nr. 9

„Papa” Paul Anka (1974)

 Inbrünstig und mit Elan singt hier ein Kanadier das hohe Lied auf den Vater. Diesmal ein täglich hart arbeitendes Exemplar, das auch als Witwer mit seiner ganzen Kraft dafür sorgt, dass der Nachwuchs auf die eigenen Beinen kommt und damit erfolgreich durchs Leben geht.

 Nr. 10

„Oh, mein Papa” Lilli Palmer (1954)

Einziger deutscher Daddy-Song (von Paul Burkhard), der es über die Landesgrenze schaffte. Nötig war dazu die Verfilmung der Musik-Komödie „Feuerwerk”, in der das Lied vom Star des deutschen Nachkriegsfilm gesungen wurde. Die englische Version von Eddie Fisher hielt sich acht Wochen auf Platz eins der US-charts.

Und hier die restlichen 90 der 100 besten Daddy-Songs aller Zeiten.

gp

Karten gewinnen: Marcel Pott – “Der Kampf um die arabische Seele”

Wieder einmal hat die Losfee Karten für eine Veranstaltung in Rodenkirchen für euch.
“Ist der “arabische Frühling” schon vorbei? Wie geht der Syrienkrieg aus? Wurden in Tunesien, Ägypten, Libyen oder im Jemen nur die Machteliten ausgetauscht? Oder kann eine islamische Demokratie erkämpft werden? Und was bedeutet dieses geschichtliche Novum für den Westen?” (Aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Köln)
Die Veranstaltung mit dem Nahost- und Islam-Experten Marcel Pott findet am 19. April 2013 um 19:30 Uhr in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen statt.
Wenn ihr gerne zwei Karten gewinnen möchtet, hinterlasst uns bis zum 16. April einen Kommentar. Der Gewinner wird wie immer per Mail benachrichtigt.
Viel Glück dabei!
cd

Kompetent im Internet

Stadtbibliothek  Köln beteiligt sich an EU-Trainingskampagne
Mit seinen vielen Möglichkeiten erscheint das Internet manchen Menschen ganz schön kompliziert, besonders wenn sie spezielle Informationen suchen oder selbst aktiv werden und sich mit anderen austauschen möchten. Aber es kann den Alltag auch erheblich erleichtern, abhängig davon, wie gut man sich damit auskennt und wofür man welche Anwendung nutzt.

Hier setzt “Digital Literacy 2.0” an – ein Projekt, das die EU unter Leitung der Stiftung Digitale Chancen (Berlin) im Rahmen des Programms “Lebenslanges Lernen” fördert. Es soll sozial- und bildungsbenachteiligte Erwachsene in ganz Europa mit Web 2.0-Anwendungen und neuen Endgeräten vertraut machen und sie so zu einer stärkeren gesellschaftlichen Teilhabe befähigen. Das praxisnahe Konzept legt Wert darauf, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Umgang mit den verschiedenen Diensten und Geräten vor allem selbst ausprobieren und einüben können – unter fachlicher Anleitung versteht sich. Deswegen verläuft die Trainingskampagne nach dem Motto “Trainer trainieren & Nutzer qualifizieren” in zwei Stufen. Dabei werden vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von nicht schulähnlichen Bildungseinrichtungen ausgebildet weil diese einen niederschwelligen Zugang zur Zielgruppe haben.
Zusammen mit Bibliotheken, Gemeindezentren und sozialen Einrichtungen aus Belgien, Bulgarien, Frankreich, Großbritannien, Portugal und Polen schulen professionelle Trainer auch die Bibliothekarinnen und Bibliothekare der Kölner Stadtbibliothek. Im zweiten Halbjahr sollen sie den weniger technikaffinen Kölner Bürgerinnen und Bürgern auf einfache und leicht verständliche Weise den Umgang mit Social Media, Tablets, Clouds, Wikis, Internettelefonie und anderen Diensten vermitteln können.
Nach den Sommerferien ist es dann soweit: In einer Veranstaltungsreihe mit dem Namen “Digitale Werkstatt” bietet die Stadtbibliothek zu den verschiedenen Diensten und Geräten öffentlich und kostenlos kurze Einführungen mit einer Dauer zwischen 90 und 120 Minuten an. Rechtzeitig vor dem Start gibt es detaillierte Informationen zu den Terminen und wo man sich anmelden kann.
Schon jetzt informiert die Zentralbibliothek am Neumarkt regelmäßig über neue Technologien – jeden Freitag von 16 bis 17 Uhr bei der “E-Reader-Sprechstunde”. Dabei kann man die neuesten Modelle und das Herunterladen von E-Book-Dateien ausprobieren (Anmeldung nicht erforderlich). Am 16. Mai und 11. Juni 2013 jeweils um 18 Uhr heißt es wieder “Was Google nicht findet” – Literatursuche in den professionellen Datenbanken der Stadtbibliothek (Anmeldung erforderlich unter 0221 / 221-23937).

Weitere Information zu dem EU-Projekt (finanziert durch Lifelong Learning) findet man im Internet.

“Lichtjahre voraus” am 24.4.

Astronaut (DLR CC-BY 3.0)

Wer hat gewusst, dass Köln eine Hochburg der Weltraumforschung ist? Tatsächlich befindet sich in Köln-Porz/Wahnheide sowohl der Hauptsitz des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) als auch das Europäische Astronautenzentraum der ESA. Mit welchen Projekten in Köln momentan die internationale Raumfahrt unterstützt und vorangebracht wird, erzählen uns bei “Lichtjahre voraus – Weltraumforschung in Köln” am 24. April Mitarbeiter der beiden Institutionen. Freut euch auf 3 halbstündige Vorträge:

  • Rosetta – Reise zum Ursprung des Sonnensystems” (Weltraumsonde und Landeeinheit zur Erforschung eines aktiven Kometen) – Den Vortrag hält Dr. Stephan Ulamec, Systemingenieur und Projektleiter des Rosetta Landers beim DLR.
  • C.R.O.P. – Combined Regenerative Organic-Food Production” (Biofilter-Systeme für Exploration und Langzeitmissionen) – Den Vortrag hält Dr. Jens Hauslage, Botaniker am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR.
  • Astronautentraining für die Internationale Raumstation – Wie bereitet sich ESA-Astronaut Alexander Gerst auf seinen Langzeitaufenthalt auf der Raumstation vor?” – Den Vortrag hält Dr. Hans Bolender, seit 2001 Leiter der Abteilung “Astronautentraining” des European Astronaut Centre der ESA.

Der Abend wird vom Kölner Elektro-Pop-Soloprojekt airman mit Musik und Visualisierungen atmosphärisch begleitet. In der Einlassphase und in einer 15-minütigen Pause zwischen dem 2. und dem 3. Vortrag lassen wir außerdem unseren 3-D-Drucker laufen und drucken euch was Spaciges. Die Ergebnisse verlosen wir dann zusammen mit CDs von airman und ein paar coolen Büchern von O’Reilly!
Die Veranstaltung ist kostenlos und startet am 24. April um 19 Uhr im Erdgeschoss der Zentralbibliothek am Neumarkt (Josef-Haubrich-Hof 1). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wenn ihr bei Facebook seid, könnt ihr uns aber mit einem Klick auf “Teilnehmen” bei der Getränkeschätzung helfen: “Lichtjahre voraus” bei Facebook.

“Lichtjahre voraus” findet passend zum “Themenjahr 2013 – Luft und Raumfahrt” der Kölner Wissenschaftsrunde statt und ist Teil unserer Reihe geeks@cologne, die sich an Technikaffine und Pixelverliebte in und um Köln wendet. Mehr Informationen findet ihr unter geekscologne.mixxt.de.
(ba)

Kirschblüte – Kyoto

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Die schönste Kirschblüte Japans, so eine verbreitete Meinung, findet sich in Kyoto. Wer sich also zur Kirschblütenzeit dort aufhält, dem wird oft ein Besuch in der alten Kaiserstadt empfohlen. Das Video zeigt nicht nur einige aktuelle Impressionen aus Kyoto, sondern macht auch etwas von der Ergriffenheit sichtbar, mit der die Japaner der Blütenpracht begegnen. Auch diese Bilder vom letzten Jahr zeugen von der Blütenverbundenheit der Einwohner und Besucher.

Der Kirschblüte in Kyoto hat  der japanische Schriftsteller Yasunari Kawabata besonders gewürdigt. Der Nobelpreisträger von 1968 beschreibt in seinem Roman Kyoto oder Die jungen Liebenden in der alten Kaiserstadt (1962) die Bäume im Heian-Schrein: „Das prächtigste sind die Kirschbäume mit ihrem scharlachroten Blüten und den Zweigen, die tief herabhängen. Sie verleihen dem Garten des Schreines sein Gepräge. Was könnte besser als diese Kirschblüten den Frühling der alten Kaiserstadt versinnbildlichen?” Hier ein aktuelles Bild aus dem Garten.

gp

Das Buch bei uns unter der Signatur  U Kawabata ausleihbar.

Andere Beiträge zur Kirschblüte und Kyoto.

Das Fundlesezeichen der Woche


Irgendwie vergessen ja am liebsten Kinder ihre Malereien in unseren Medien – oder sind es etwa die Eltern? Hoffentlich gibt’s da keine Tränen. Im Zweifelsfall ist dieses hoffnungsmachende Bild auf der zweiten Etage der Zentralbibliothek am Neumarkt abholbar (kurzer Kommentar vorher hilft!)

(mks)

Kirschblüte – Das Lied

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Noch immer lässt sich die Kirschblüte vor unserer Haustür nicht blicken. Genug Sonnenlicht war ja da, aber wie sollen bei der Kälte Frühlingsgefühle in den Knospen aufkommen. Zum Trost heute ein Video mit Bildern vom letzten Jahr. Musikalisch unterlegt ist es vom populärsten japanischen Lied „Sakura, Sakura”, das gegen Ende der Edo-Periode  (1603 – 1868) entstand. Das Kirschblüten-Lied kennt jedes japanische Kind, aber auch außerhalb des Landes ist es vielen ein Begriff. Giacomo Puccini hat es in seiner Oper „Madama Butterfly” verarbeitet. Und der renommierte Kammersänger Ernst Haefliger bekannte:  „In der Tat sind mir die japanischen Lieder ein echtes Anliegen, zeichnen sie sich doch durch große Ausdrucksfülle und intensive Stimmungsfarben aus”.

Und hier der Text aus Wikipedia:

Sakura, sakura             Sakura (Kirschblüte), sakura

sakura sakura               Sakura, Sakura,

noyama mo sato mo    in den Feldern und Hügeln und den Dörfern

miwatasu kagiri           So weit das Auge reicht.

kasumi ka kumo ka     Wie Nebel, wie Wolken.

asahi ni niou                Duftend und glänzend in der aufgehenden Sonne,

sakura sakura               Sakura, Sakura

hana zakari                    Die Blütezeit

sakura sakura                Sakura, sakura,

yayoi no sora wa           der Frühlingshimmel

miwatasu kagiri            So weit das Auge reicht

kasumi ka kumo ka     Wie Nebel, wie Wolken.

nioi zo izuru                  Der Duft und die Farben,

izaya izaya                      gehen wir, gehen wir

mi ni yukan                   Uns am Anblick erfreuen

gp

Bisherige Artikel zur Kirschblüte

Yohio – Big in Japan

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Er ist 17, wuchs in einer Musikerfamilie auf und kommt aus Sundsvall, einem mittelschwedischen Kaff. Und in Japan war er schon eine große Nummer, als ihn in Schweden noch keiner kannte. Früh interessierte er sich für japanische Kultur und visual kei, lernte autodidaktisch die Sprache und wurde Gitarrist und Sänger.

Inzwischen singt er auf Japanisch, trat sieben Mal in Japan auf, und ist in der Szene ein Star. Musikalisch lässt er sich nicht einsortieren: von Dubsteb bis Deathcore bringt er alles, was so grad in seinen Kram passt. Aber was ihn in Europa aus allen Rastern fallen lässt, ist sein Aussehen. Wenn er in die Kunst- und Bühnenfigur „Yohio” schlüpft, verwandelt er sich in ein wunderhübsches Mädchen, dessen blonde Haare rosa Spitzen verzieren.

 Die große Bühne in Schweden betrat Yohio kürzlich beim „Melodifestivalen”, der nationalen Ausscheidungsrunde für den Eurovision Song Contest  im Mai in Malmö (s. Video). Äußerst knapp verpasste er mit seinem Song „Heartbreak Hotel” die Chance, sein Land beim ESC-Heimspiel zu vertreten.

 Wäre es nur nach dem schwedischen TV-Publikum gegangen, hätte er gesiegt. Aber eine ebenfalls stimmberechtigte europäisch zusammengesetzte Jury, verwies ihn auf Platz 2. „Europa hat mich gedisst”, meinte Yohio anschließend lakonisch. Offensichtlich waren die kontinentalen Musikexperten noch nicht bereit für einen Typ wie ihn.

Am Song kann es nicht gelegen haben. Der war bereits auf ESC- und Radiotauglichkeit getrimmt. Aber ein enger weißer Lederdress, rosa Federn, Make-up und die androgyne Irritation wollte man vielleicht dem Rest Europas ersparen. Selbstbewusst wischt Yohio jede Vermutung vom Tisch, dass sein Faible für “visual kei” etwas mit Sex zu tun hat. “Manche Leute mögen das denken”, meint er, „aber in Japan, wo die Szene entstand, ist daran nichts Sexuelles! Ein Kerl trägt ein Kleid, na und! Es ist nur eine Bühnenshow.”

 Mit „Heartbreak Hotel” will er nicht in eine Schublade. Diese Woche erschien in Schweden sein erstes Solo-Album „Break the border” und daran soll man ihn messen. Privat ist der bekennende Hetero eher schüchtern, hängt  am liebsten zu Hause mit Freunden ab. Seine Botschaft ist unmißverständlich: „Die nächste Generation nach mir wird schlauer sein. Die Werte der westlichen Musik werden an Dominanz verlieren, ebenso die Demütigung von Frauen durch Sexualisierung und Romantisierung.”

gp

P.S.: Selbst Schuld die Schweden, wenn sie den ESC nicht gewinnen wollen! Der Vollständigkeit halber hier der Siegertitel und schwedische Beitrag für das ESC-Finale. Und hier mal  Yohio auf Japanisch und im Interview.

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