Adventskalender: Die 12

Jesus hatte 12 Jünger. In amerikanischen Gerichtssälen gibt es 12 Geschworene. Das Jahr hat 12 Monate.  Und wer „voll eins auf die zwölf” bekommt, dem knallt irgendetwas Unangenehmes mitten auf die Nase. Einer der größten Western-Klassiker ist der Film „Zwölf Uhr mittags” mit Gary Cooper und Grace Kelly in den Hauptrollen.

„12 Uhr mittags” heißt auch eine Buchreihe, die Tipps fürs Mittagessen in verschiedenen Großstädten serviert. Wir wollen heute mal unsere „Pommes rut/wiess” beiseite schieben, um über den Tellerrand auf das Dorf an der Düssel schauen. Einfach, um rauszukriegen, wer dort was unter der Woche anbietet, wenn mittags der Magen knurrt.

 Also „Ab der Fisch” (Szeneladen ohne Fischgerichte) rheinabwärts zur „Dorfschänke” (gutbürgerlich) oder in die „Erbse” („aufregender als die Hülsenfrucht”). Alternativ ins „Amtsgericht” (Kantine im Tiefgeschoss von Justitia). Vergleichbare locations finden sich im „Straßenverkehrsamt” und im „Finanzamt Mettman”.

Und warum nicht  zum Mittagstisch ins Gotteshaus? Die „Johanniskirche” tischt lecker Vollwert auf. Genußfroh lockt ein „Happy Meeting” (China). Heimlich ahnen (oder fürchten) wir, wie es im „Liebevoll” (Szene-Liebling) oder bei der „Zicke” (Mutter aller Szene-Cafés) zugehen mag? Wer das für kaum „Fassbar” (Bistro) hält, steuert vielleicht gern auch die Suppen in der „Löffelbar” an. Arm und reich sitzen im „Grenzenlos” an einer Tafel. Außerirdische Bratklopse werden im „Spaceburger” gegrillt. Und wer alles „nett” finden will, geht ins gleichnamige „Café nett”. Letzte Hoffnung für Asia-Gourmets ist die „Rote Laterne”. Und wer schon mittags den Abend spürt, landet – vermuten wir – unweigerlich im schummrigen „Café Knülle”.

Blass von Neid und Verlangen schauen wir in diesen Vulkan der Gaumenfreuden. Ein Tipp des appetitfördernden Büchleins ist allerdings problemlos auf Köln übertragbar. Wenn mittags der Düsseldorfer partout nicht mehr weiß wohin, fährt er einfach ins Möbelhaus. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis schlägt die IKEA-Kantine einfach alle(s)! Sic!

Signatur: Nb Düsseldorf Müller

gp

Wie die anderen betrieblich Weihnachten feiern…

 Landauf, landab gibt es derzeit die betrieblichen Weihnachtsfeiern. Diese schöne Tradition pflegen auch Bibliotheken. Bei uns geht man da abteilungsweise vor, d.h. in entsprechender Runde begibt man sich in ein vorher ausgewähltes Restaurant. Vorher buchen ist wichtig, sonst sind ab Ende November die besten Plätze weg. Üblicherweise verlaufen die Feiern (bei denen das Essen und das Gespräch die zentralen Vergnügungen sind) in gemütlicher Geselligkeit ab.

Aber wie feiern Bibliotheksmitarbeiter woanders? Mal eben irgendwo reinschneien nach dem Motto „Hallo, ich wollte mal nur…” geht gar nicht. Aber es gibt zum Glück die hausgemachten Videos auf YouTube! Wie dieses hier von der Belegschaftsfeier der British Library. Viel zu sehen ist nicht (vielleicht absichtlich…), um so phantasieanregender klingt die Geräuschkulisse.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=V8GLy5tR0Lk]

Mehr Licht haben die Kolleginnen und Kollegen von der „National Library of Australia”. Und jede Menge Pfeffer, was die Performances als auch die Geselligkeit betrifft. Liegt vielleicht auch daran, dass dort Weihnachten immer Sommer ist. Und die Party (s.u.)  erinnert eher an unsere Karnevalsparty.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=pVosHcun6Uw]

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=zW9SCeAICjc]

P.S.: Tja, da bleibt uns die Spucke weg!

gp

Adventskalender: Die 11

Die 11 ist so kölsch wie die 3. Schließlich beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr die Kölner Karnevalssession. Bei Karnevalssitzungen thront auf der Bühne ein Elferrat (“Elferrot”), zusammengesetzt aus Vorstandsmitgliedern einer Karnevalsgesellschaft. Als Schnapszahl lässt sich der Ursprung der 11 in Köln bis in das Jahr 1823 zurück verfolgen. Und warum man im Kölner Wappen unter den 3 Kronen 11 Flammen (oder – wie mal will – auch Tränen) sieht, geht auf die Legende der heiligen Ursula von Köln zurück, die im 4. Jahrhundert n.Ch. gelebt haben soll. Die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielenden 11 Jungfrauen wurden später zu 11.000. Diese Zahl geht (laut Wikipedia) vermutlich auf einen Lesefehler zurück. In frühen Quellen ist nur von 11 Jungfrauen die Rede. Wahrscheinlich wurde die Angabe „XI.M.V.” statt als „11 martyres virgines” fälschlich als „11 milia virgines” gelesen.

 Wie dem auch sei: Ganz frisch ist die jüngste Recherche!

Auch Ralf König begab sich auf die Suche nach den elftausend Jungfrauen: Im Rahmen des Ursula-Projektes findet im Kölnischen Stadtmuseum noch bis zum 09. Februar 2013 die Ausstellung des Comiczeichners zur Geschichte von Sankt Ursula statt. Den entsprechenden Comic findet ihr im Kulturschaufenster der Zentralbibliothek. Sobald die Ausstellung vorbei ist, könnt ihr den Katalog ausleihen!

gp

Geek Content: “Beat the Beat” für die Wii

Auch wenn die Wii vor 2 Wochen um einen Buchstaben und einen Touchscreen erweitert wurde, hier noch ein Tipp aus der vorangegangenen Ära. Bei “Beat the Beat – Rhythm Paradise” seid ihr ohne Rhythmusgefühl verloren. In etlichen Minispielen gilt es, im Takt der Musik auf Signale zu reagieren oder Abläufe zu wiederholen. Darunter sind Perlen wie das Robbenrollen, die Roboterfabrik und das Wrestler-Interview. Wegen der Wrestler hatte ich das Spiel übrigens auch ausgeliehen. 😉

Die Minispiele müssen allerdings nacheinander freigeschaltet werden. Und diesen Hürden sind teilweise härter als man es sich bei einem Wii-Spiel selbst eingestehen möchte. Verfluchte Affenuhr, verdammte Rap-Einlagen und von den Remixes nach jedem 4. Spiel schweige ich lieber ganz. Leider sind nur wenige der Spiele im Multiplayer umgesetzt und bieten dort auch kaum Mehrwert. Außer die Wrestler … mit denen  man übrigens auch auf höherem Testosteronlevel ein perfektes Interview schafft. 😉

 
Interesse geweckt?
Beat the Beat – Rhythm Paradise
USK ohne Alterseinschränkung
Veröffentlicht Juli 2012
Mehrfach im Bestand der Stadtbibliothek Köln
(Mit “Geek Content” bringen wir euch geekige Blogbeiträge im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe geeks@cologne)

 (ba)

Adventskalender: Die 10

Unser Dezimalsystem findet seinen Ursprung in den zehn Fingern. Das Christum kennt die 10 Gebote, die Buddhisten 10 Betrachtungen. Und auf der Fußballplatz ist der Spieler mit der Nr. 10 auf der Rücken der Spielmacher, d.h. der Stratege.

Spannend geht es auch in unserem skandinavischen Lesetipp zu. „Ein Krimi wie eine Gletscherspalte – da geht es tief runter in eisige Kälte” schrieb die tz München, als 2006 Åke Edwardsons Roman „Zimmer Nr. 10″ erschien. Kommissar Erik Winter gerät darin selbst in das Visier des Mörder.

Adventskalender: Die 9

Die 9 ist etwas ganz Besonderes. Die Neun ist die Ziffer, welche (im Dezimalen Zahlensystem) nach Multiplikation mit einer beliebigen ganzen Zahl als einstellige Quersumme grundsätzlich immer selbst auftritt. Sie ist auch die Zahl, welche zu jedweder anderen (außer 0 und -9) addiert, als einstellige Quersumme das gleiche Ergebnis liefert wie die Ausgangszahl selbst. Sie verhält sich also quasi neutral. Dieses Verhalten hat sie nur mit der Null gemeinsam.

„Ach, du Grüne Neune!” mag da der ein oder andere ausrufen, der noch aus dem vorigen Jahrhundert stammt.

„Alle Neune!” schallt es über die Kegelbahn, wenn abgeräumt wurde. Einer Katze werden neun Leben nachgesagt und ein Sudoku besteht üblicherweise aus neun mal neun Kästchen, in die neunmal die Zahlen von 1 bis 9 eingetragen werden müssen.

Der Frage, was  tatsächlich während der ersten 9 Monate im Mutterleib passiert, gingen Gerald Hüther und Inge Krens nach. In ihrem Buch: „Das Geheimnis der ersten neun Monate” begeben sie sich auf die Spur der frühesten Prägungen.

  

 Signatur: Wcn Hüther

 gp

Adventskalender: Die 8

Jetzt mal Acht gegeben! (Hat mit 8 nichts zu tun, aber das hier):

Spinnen haben 8 Beine, Kraken 8 Arme. 1884 führte des ersten deutsche Unternehmen den Achtstundentag ein und die erste richtige Achterbahn (in Form der Ziffer 8) wurde 1898 (wie passend) auf Coney Island eröffnet.

Wer noch ein bisschen schlauer werden möchte, dem empfehlen wir das Buch „Schlau nach acht” von Thomas de Padova. „Wissen für den Feierabend” bietet 101 spannende Rätsel mit wissenschaftlich fundierten Antworten.

Z.B.: Warum spucken Lamas? Warum sind Geier kahlköpfig? Warum hat das Universum keine Mitte?

Signatur: An Padova

gp

Film-Premiere in der Zentralbibliothek

 

Im Juli 2012 ist einer der „bedeutendsten Schriftsteller und Dichter der deutschen Gegenwartsliteratur” (Kölner Stadt-Anzeiger) 80 Jahre alt geworden. Bewusst gibt Filmemacher Christoph Felder in seinem ca. 80-minütigen Porträt das Wort nur dem Schriftsteller selbst – bis auf kurze Ausschnitte der damals jungen Kollegen Grass, Johnson und Enzensberger (im „Zusammenhang mit der legendären „Gruppe 47″).

Die Zuschauer sollen sich selbst ein Bild machen. Der imposante Schwarzweiss-Dokumentarfilm ist auch ein erhellender Blick in die Befindlichkeiten des Nachkriegsdeutschland. Der Schriftsteller spricht über „die Hölle des Schweigens”, über „die Gedanken, Wörter und Sätze, die formuliert werden wollen”, den Prozess den das Schreiben an sich ausmacht. Wo der Kopf nicht immer weiß, was die schreibende Hand da eigentlich macht. Dies alles zeigt Felder in ruhigen und langen Einstellungen, beginnend mit dem legendären „Max Frisch-Fragebogen”, der Zeit mit dem Kollegen in New York, den fotografischen Eindrücken entlang des Broadway, seiner persönlichen Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Hier und Jetzt. Ein Film, der sich die Zeit nimmt. Eine selten gewordene, authentische Nähe entsteht, die wohl auch jüngere Zuschauer ansprechen dürfte. 

Jürgen Becker erhielt u.a. den Preis der Gruppe 47, den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der schönen Künste, das Villa Massimo Stipendium, den Bremer Literaturpreis, den Heinrich Böll Preis. 

Christoph Felder arbeitet seit 1986 als mehrfach ausgezeichneter Filmemacher u.a. für die ARD, das ZDF, für arte und 3sat.

 In der Hölle des Schweigens

Der Schriftsteller Jürgen Becker

Ein neuer Film von Christoph Felder

Deutschland 2012, ca. 80min., s/w, Regie: Christoph Felder, Produktion: CFF (www.cff-online.de), Verlag: Die Neue Sachlichkeit, Ch. Schroer

 

Öffentliche Erstaufführung

Mittwoch, 12.12.12, 19 Uhr

Zentralbibliothek, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln

Eintritt: 5 Euro

 

Bei der Filmpremiere sind Jürgen Becker und Christoph Felder anwesend.

Adventskalender: Die 7

Die 7 ist die magische Zahl. Warum das so ist, füllt ganze Bibliotheken. Fragt man nach der Lieblingszahl zwischen eins und neun, wird die 7 am häufigsten genannt. Es gibt 7 Weltwunder, 7 Zwerge hinter 7 Bergen und der 7. Tag der Woche ist der Feiertag. Und am allerliebsten schweben wir im 7. Himmel.

In den Esoterik-Abteilungen von Bibliotheken finden sich die meisten Bücher mit einer 7 im Titel.

Als Vorbereitung für das Familientreffen in 17 Tagen empfehlen wir heute „Die 7 Gesprächsförderer” von Claus Blickhahn. Nach dieser Lektüre ist man für die Konversation beim Weihnachtsessen und nach der Bescherung gewappnet. Kostprobe: „Der Erfolg eines Gesprächs hängt davon ab, ob das Gesagte auch Gehör findet.”

 

Signatur: Ddl Blickhan

Eine Antwort zu “Offener Brief an Wikipedia”

Die Antwort von Pavel Richter, Vorstand Wikimedia Deutschland e.V., auf unseren Offenen Brief. Ganz lieben Dank dafür! 🙂

Pavel Richter, Foto: Die Hoffotografen, Berlin, CC-BY-SA 3.0

Liebe web-2.0-Redaktion der Stadtbibliothek Köln,
Bibliotheken sind ein großartiges Projekt! Wir alle nutzen sie täglich und ziehen den Hut vor diesem Konzept und seinem Erfolg. Wie ernst wir Bibliotheken nehmen, sieht man schon daran, dass wir sogar ein eigenes Bibliotheksstipendium haben. Wer für seine Mitarbeit in der Wikipedia auf eine Bibliothek zurückgreift, kann sich die anfallenden Gebühren von uns erstatten lassen. Denn hinter jedem guten Wikipediaartikel steht zumeist mindestens ein gutes Buch!
Der Vergleich mit einer Bibliothek ist auch keineswegs anmaßend gemeint, sondern anerkennend, ja bewundernd. Denn wir, die Bibliotheken und die Wikipedia, sind in ähnlicher Mission unterwegs: Wir wollen, das Menschen Zugang zu Bildung und Wissen haben, unabhängig von ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten. Und als ein junges Projekt, im Netz entstanden und dort zu Hause, können wir viel lernen von den Erfahrungen & der Expertise von Bibliotheken, Archiven, Museen und anderen Gedächtnisorganisationen.
Natürlich ist Wikipedia nicht wirklich eine Bibliothek; aber die Motive, warum Wikipedia genutzt wird sind doch vergleichbar mit dem Impuls, der jemanden wohl häufig in eine Bibliothek führt: Man möchte etwas Wissen.
Wikipedia bietet zwei Dinge, die eine Bibliothek nicht bieten kann: Erstens stellen wir nicht das Rohmaterial (also Bücher) zur Verfügung, sondern ein Kondensat des Stands der Wissenschaft und der Forschung; man kann sich also in der Wikipedia einen guten Überblick verschaffen zu einem Thema. Und zweitens ist das Wissen bei Wikipedia Frei – nicht frei wie in “Freibier”, also nur kostenlos, sondern frei wie in “Freiheit”. Alles, was man in der Wikipedia findet, kann man (unter Beachtung der einfachen Lizenz) weiterverwenden, weiterverarbeiten, verändern, kopieren, erweitern, etc.
Aber Wikipedia sieht sich keineswegs als Konkurrenz zu Bibliotheken, sondern als Ergänzung und als Ausgangspunkt. Mein Verständnis von Wikipedia ist das eines “Wissenssprungbretts”: Man startet in der Wikipedia, verschafft sich einen Überblick, und taucht dann (über weiterführende Links und über die angegebene Literatur, die man z.B. in Bibliotheken findet!) ein in ein Meer von Wissen, das außerhalb der Wikipedia liegt.
In diesem Sinne: Auf gute Zusammenarbeit.
    Herzlichst, Ihr
    Pavel Richter
    Vorstand
    Wikimedia Deutschland e.V.

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