Bibliothekarisches Austauschprojekt Köln – Indianapolis

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 Im Mai besuchte Cordula Nötzelmann die Indianapolis Public Library. Zweieinhalb Wochen hospitierte sie in der Bibliothek der Kölner Partnerstadt. Ihr Aufenthalt war Teil eines Austauschprojektes, das der „Freundeskreis Köln – Indianapolis e.V” initiiert hatte. Im letzten Jahr hatten wir zum Auftakt Nicole James bei uns begrüßen können.

Am Ende ihres Aufenthaltes erstellten die Kollegen und Kolleginnen der IPL ein Interview mit Cordula Nötzelmann. Jon Barnes befragte sie nach ihrer Sicht auf das dortige Bibliothekssystem und ihren Erlebnissen in der Hauptstadt des Bundesstaates Indiana.

Ihr Fazit als sie wieder hier war: „Die Reise nach Indianapolis war eine großartige berufliche und persönliche Erfahrung!”

Ausführlicher nachlesen lässt sich der Besuch in ihrem Blog:

Interessant auch das YouTube-Engagement der IPL.

gp

Design-Ikone in der Zentralbibliothek

Eileen Gray war in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts die feminine Persönlichkeit des Art Deco. Die irische Designerin, Architektin und Freundin wie Nachbarin von Le Corbusier liebte das Leben und Licht an der Côte d’Azur. Zwischen 1925 und 1929 widmete sie sich ganz dem Bau ihres ersten Hauses (E.1027) an der Küste bei Menton. Beraten ließ sie sich dabei vom rumänischen Architekten und Herausgeber der wichtigen Architekturzeitschrift L’Architecture Vivante Jean Badovici. Und bei der Konzeption berücksichtigte sie Le Corbusiers Architektur-Prinzipien.

Mit dem Hausbau gelang ihr ein eigener Stil, der Freiheit und Geborgenheit vereinte. Äußeres und Inneres sah sie als homogene Ganzheit. Gekennzeichnet durch Geräumigkeit, fließende Übergänge und überraschende Gestaltungsideen, die sich ebenso praktisch wie originell erwiesen. Gleichzeitig zitierte sie mit Gestaltungselementen des Schiffbaus die Nähe zu Meer (u.a. Relings, Liegestühle bis hin zur Fahnenstange auf dem Dach).

Parallel entwarf sie Möbel speziell für dieses Haus. Tisch und Stühle, Schränke und Spiegel konnten mit leichten Handgriffen neue Funktionen erfüllen. Mit viel praktischer Phantasie begnadet fand sie ungewöhnliche ästhetische Lösungen. Dazu gehört der höhenverstellbare Glastisch von 1927, der mit „E 1027″ den gleichen Namen wie das Haus trägt und inzwischen als eine der beliebtesten Design-Ikonen des 20. Jahrhunderts gilt. Kompakt und funktional aus Stahlrohr und Glas, ursprünglich von ihr als Beistelltisch für Bettfrühstücker gedacht, lässt er sich bequem unter das Bett schieben und umgreift durch die Höhenverstellbarkeit der Tischplatte auch hohe Betten.

In der Zentralbibliothek finden sich auf den Etagen mehrere „E 1027″. Als praktische Beistelltische zu unseren Palladio-Sesseln laden sie dazu ein, sich mit dem Design von Eileen Gray zu beschäftigen.

 P.S.: Das Centre Pompidou in Paris widmete ihr kürzlich eine Ausstellung und als virtuelles Erlebnis wurde der Tisch zum Aushängeschild der Präsentation.

gp

Bei uns im Bestand:

Peter Adam: Eileen Gray. Architektin – Designerin. 1989.  Signatur: Gv Gray, Eileen  Adam

Bild unten: wikimedia commons

Kirschblüte – Der Countdown

Die ersten Fotografen pirschen schon unter den Zweigen. Die ersten Blüten haben sich geöffnet. Und diese Woche wird sie nichts mehr aufhalten. Optimales frühsommerliches Wetter ist vorausgesagt. Der Knospenknall kann vor unserer Haustür in Echtzeit und Kirschblütengeschwindigkeit betrachtet werden. Zeit für Hanami op Kölsch, Entspannung pur mit japanischem Flair, all das im Josef-Haubrich-Hof, der Oase am Neumarkt. Und die besten Plätze gibt es auf den Etagen der Zentralbibliothek.

gp

 Bilder: oben (ba) unten (gp)

Kirschblüte – Es rührt sich was…

Lange kann es nicht mehr dauern und vor der Tür der Zentralbibliothek entfaltet sich die volle Kirschblütenpracht. Die ersten zarten Töne deuten an, dass die Explosion kurz bevor steht. Ein Bibliotheksbesuch beginnt dann mit einem rosafarbenen Teppich über dem Kopf und von den Logenplätzen auf den Etagen lässt sich der ganze verzauberte Josef-Haubrich-Hof überschauen.

Aber auch daheim kann die Kirschblüte gefeiert werden. Zum Beispiel mit einer Origami-Arbeit.

Hier die Instruktion und die weiteren Schritte im Video:

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Und als süße Köstlichkeit kann man die Kirschblüte auch genießen. Hier ein Sakura Mochi Repzept.

gp

Bild oben: ba

Bild unten: wikimedia commons, Masgatotkaca

Bist Du schlauer als ein Schimpanse?

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Schimpanse Ayumu reicht ein Blick auf zufällig angeordnete Zahlen zwischen 1 und 9, um seine Merkfähigkeit unter Beweis zu stellen. Nacheinander kann er sie antippen. Auch wenn die Zahlen auf dem Bildschirm hinter einem weißen Feld verschwinden, merkt er sich die richtige Reihenfolge und klickt sie blitzschnell an.

Mit der gleichen Geschwindigkeit löst er auch andere Aufgaben, an denen Studenten scheitern. Dies fand der japanische Schimpansen-Forscher Tetsuro Matsuzawa  heraus. Seit 30 Jahren erforscht er das Verhalten von Menschenaffen in seinem Labor an der Universität von Kyoto und in der westafrikanischen Wildnis. Ergebnis: die Affen sind viel klüger als bisher gedacht.

Zumindest was das Erfassen von Bildern betrifft. Geht es aber um die Deutung derselben, sind wir besser (manche zumindest). Im Memory jedenfalls hätten wir keine Chance gegen einen trainierten Schimpansen und sein unschlagbares Kurzzeitgedächtnis.

Das bezweifelst Du! Dann versuch doch mal bei diesem Test gegen Ayumu anzutreten!

gp

Die Daddy-Charts

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Aus erfreulichem Anlass und weil sich ein glücksfrisch gebackenes Exemplar im Kollegenkreis findet, heute und hier die ultimativen Daddy-Charts: Die besten Lieder über Väter aus den letzten 75 Jahren.

 Platz Nr. 1:

Papa was a rollin’ stone” The Temptations (1972)

Fünf Söhne besingen ihren Daddy, dessen Lebensleistung darin bestand, keinen einzigen Tag gearbeitet zu haben. Ein cooler groove katapultierte den Song auf Platz 1 der US-charts und später zu einem der „500 greatest songs of all time”. Psychedelic soul nannte man das in den 70zigern. Allein das Intro garantiert Ohrwurm-Qualität.

 Nr. 2

My heart belongs to Daddy(1938).

Welche Art von Daddy hier besungen wird, wollen wir mal unbeleuchtet lassen. Cole Porter schrieb den Song für das Musical „Leave it to me” (deutsche Version: „Wodka-Cola”) und fand dabei höchst kreative Reime auf „Daddy”. Zahllose Coverversionen, unsere drei besten: Ella Fitzgerald, Eartha Kitt und Marilyn Monroe.

 Nr. 3

Papa’s got a brand new bag” James Brown (1966)

Erster Erfolgskracher des „Godfathers of Soul”. Zählt inzwischen auch zu den „500 greatest songs of all time“. Schmeißt Justin Biebers Scheiben in den Mülleimer und holt James Brown aus dem Plattenschrank. Yeah! Papa „’s doing the twist” und die Beinarbeit des Godfathers macht ihm so schnell keiner nach.

Nr. 4

„Papa don’t preach” Madonna (1986):

Vierter Nr. 1-Hit in den USA für Madonna. Flotter dance-pop mit einem Text, der gleichzeitig Abtreibungsbefürworter und den Vatikan auf die Palme brachte. Ungeachtet dessen steht fest: Madonna liebt ihren Vater. Unvergessen, wie er sich einmal auf die Bühne verirrte und sie vor ihm die Knie ging.

 Nr. 5

„Do it yourself” Gloria Gaynor (1975)

Den Daddy-Ratschlag: “If you want it, go out and get it” hat Gloria für bare Münze genommen, und mit diesem Song die charts und die Herzen der schwulen Disco-Community erobert.

 Nr. 6:

“Daddy Cool” Boney M. (1976)

Keine wollte die Scheibe kaufen, bis die Retorten-Truppe im ARD- „Musikladen” auftrat. 3 Monate später war sie ein Millionenseller und eine goldene Schallplatte. Zum Mitgröhlen reichen zwei Zeilen: „She’s crazy like a fool. What about it Daddy Cool!”

 Nr. 7

„Papa, can you hear me?” Barbra Streisand (1983)

Nichts für Menschen mit Tränendrüsenschwäche und Herzerweichungtendenz. Die Liebeserklärung an den einzigen, den wahren, den unvergleichlichen… Erstmals von Barbra-Super-Star für den Film „Yentl” gesungen. Wahlweise zum Wegschmelzen noch die Versionen von Donna Summer (1984) oder Nina Simone (1993)

 Nr. 8

 „Don’t cry Daddy!” Elvis Presley (1969)

Der King bettelt aus der Sicht eines Kindes: „Weine nicht, Daddy!”. Denn Daddy ist (warum auch immer) Alleinerziehender von zwei Kindern und sehnt sich nach einer Mommy. Nur einer kann das so singen, dass ihm es jeder abkauft. (Wir bitten derweil für einen Song über das Heer der alleinerziehenden Mütter.)

 Nr. 9

„Papa” Paul Anka (1974)

 Inbrünstig und mit Elan singt hier ein Kanadier das hohe Lied auf den Vater. Diesmal ein täglich hart arbeitendes Exemplar, das auch als Witwer mit seiner ganzen Kraft dafür sorgt, dass der Nachwuchs auf die eigenen Beinen kommt und damit erfolgreich durchs Leben geht.

 Nr. 10

„Oh, mein Papa” Lilli Palmer (1954)

Einziger deutscher Daddy-Song (von Paul Burkhard), der es über die Landesgrenze schaffte. Nötig war dazu die Verfilmung der Musik-Komödie „Feuerwerk”, in der das Lied vom Star des deutschen Nachkriegsfilm gesungen wurde. Die englische Version von Eddie Fisher hielt sich acht Wochen auf Platz eins der US-charts.

Und hier die restlichen 90 der 100 besten Daddy-Songs aller Zeiten.

gp

Das Fundlesezeichen der Woche


Irgendwie vergessen ja am liebsten Kinder ihre Malereien in unseren Medien – oder sind es etwa die Eltern? Hoffentlich gibt’s da keine Tränen. Im Zweifelsfall ist dieses hoffnungsmachende Bild auf der zweiten Etage der Zentralbibliothek am Neumarkt abholbar (kurzer Kommentar vorher hilft!)

(mks)

Kirschblüten-Phantasie

Keine andere Blüte der Welt wird so bewundert und verherrlicht wie die japanische Kirschblüte. Ihr Siegeszug erstreckt sich über den ganzen Globus. Ob Washington, Melbourne oder Hamburg, die Zahl der Städte, in denen die Blüte groß gefeiert wird, wächst ständig. Für ihre Fans symbolisiert die japanische Kirschblüte Perfektion. Kein Wunder, dass sie die Phantasie der Poeten besonders entfesselt.

Unzählbar sind die Haiku, die von der Schönheit der Blütenpracht zeugen. Auch die Kirschbäume vor der Zentralbibliothek, die längst blühen sollten, aber noch vor Kälte bibbern, haben unsere Kollegin Rita Rahmann zu Haikus inspiriert. Eine Kostprobe und ein schöner Vorgeschmack auf kommende Tage:

„Kirschblütenreife.

Wenige Tage Schönheit –

Blütenteppich bald.”

Rita Rahmann schreibt seit 1988 Gedichte, seit dem Jahr 2000 auch Haikus. Der zitierte Haiku stammt aus ihrem unveröffentlichten Buch „Chrysanthemenzeit.” von 2002. Ihr Gedichtband „Impressionen” von 1997 aus dem Snayder-Verlag ist unter der Signatur „Ub Rahmann” auffindbar und ausleihbar.

Wer sich für Haikus interessiert, dem sei die Seite der „Deutschen Haiku-Gesellschaft e.V.” empfohlen.

Auch im Bestand der Stadtbibliothek finden sich eine Reihe von Haiku-Büchern, besonders empfehlenswert davon: „Japanische Jahreszeiten” (Signatur: Ubk Japanische Jahreszeiten).

gp

Bild: Sonne da – von Teppich noch keine Spur! Kirschbäume vor der Zentralbibliothek heute um 11.30 Uhr.

Kostenloses Onlinemagazin für Kreative: Eigenwerk-Magazin #09 KIDS

Neben Buchhandel, Bibliothek und der E-Book-Ausleihe gibt es noch eine weitere Möglichkeit, jenseits von Blogs und Co., zu lesen: kostenlose Onlinemagazine, meist veröffentlicht auf issuu.com.

Eine Perle der kreativen Inspiration ist hier seit geraumer Zeit das Eigenwerk-Magazin, welches von Wiebke und Christian (hier wird geduzt) gegründet wurde.  Jedes Heft widmet sich einem übergeordneten Thema. Nach beispielsweise “Stoff”, “Erde” und “Wedding” richtet sich das aktuelle Heft nun an alle Eltern unter uns. Da die beiden Gründer hier nicht aus Erfahrung sprechen können, versuchten sie sich an ihre eigene Kindheit zurück zu erinnern und befragten Eltern zu den Herausforderungen des Alltags mit Kind, der Möglichkeit das Bloggen zwischen Nachwuchs und Job zu integrieren oder den Missstand, dass jegliche Kinderprodukte unsere Sprösslinge in “Prinzessinen und Piraten” einordnen wollen. Was mich freut aber natürlich zu erwarten war: Vorgestellt wird auch das (gedruckte) “kleinformat”-Magazin. Hier erscheinen regelmäßig Tipps für kreativ-interessierte Eltern.
Den Direktlink zum Eigenwerk-Magazin auf issuu.com gibt’s hier. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, auch den Blog der beiden Macher zu besuchen.
Inzwischen gibt es das Heft auch gedruckt für alle, welche lieber etwas Handfestes zur Kaffeepause haben.

(mks)

Kirschblüte – Frühling

Von wegen, Veronika! Der Lenz ist alles andere als da….  Ab 12.02 Uhr zwar astronomisch, die Sonne lauert über dem Äquator. Aber wir können noch so sehr auf den Kalender starren, der Blick aus dem Fenster sagt nur: Ätsch!

Hilfe kommt auch nicht von der Statistik oder der Bauernregel und mit den Prognosen wollen wir uns heute gar nicht erst beschäftigen.

Glückliches Japan, dort feiert man den Frühling vorwiegend phänologisch. Das heißt, wenn die Kirsche blüht. Das tut sie und deshalb gibt es heute doppeltes japanisches Glück: der kalendarische Frühling fällt mit der Kirschblüte zusammen. Da bleibt die Tokioter Börse geschlossen, vor der Tür hats 19 Grad und im Süden des Landes gar 20. Neidvoll blicken wir durchs Internet, wie dort die Kirschblüte den warmen Teil des Jahres einläutet.

 Die Blütezeit der Kirsche versinnbildlicht in Japan die verschiedenen Stufen des Lebens: das Aufblühen und die Schönheit bis hin zu Vergänglichkeit und Tod. Das Farbenspektakel des Frühlings steht für Aufbruch und Zerbrechlichkeit.

Den allgemeinen Glückseligkeitstaumel trübt  nur die Erinnerung an den Tsunami und die Nuklearkatastrophe im März vor zwei Jahren. Vor einem Jahr begannen die Japaner die Linie, an der die fürchterliche Riesenwelle auslief, mit Kirschbäumen zu bepflanzen. Damit soll künftigen Generationen ein hunderte Kilometer langes Naturmahnmal gesetzt werden.

gp

Bild: Heute 12.02 Uhr, der Blick aus dem Bibliotheksfenster. Trister gehts nimmer. Kein Wunder, dass unsere Kirschblüten nicht aus der Knospe wollen.

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