8 lohnende Websites zum getrosten Verweilen

Wer seine Zeit nicht nur mit social media à la facebook, dem schwankenden Online-Wetterbericht und seinem Mailprogramm verbringen will, jenseits seiner bekannten Anlaufstellen mal Qualität gepaart mit Spaß sucht, für den könnten die aktuellen Preisträger des Grimme Online Awards für Abwechslung auf dem Bildschirm sorgen:

Neben dem YouTube-Kanal MusikTraining mit Videos zum Erweitern seiner Musikkenntnisse und den bereits von uns in der Vergangenheit vorgestellten berlinfolgen, fiel mir besonders das Format 140 Sekunden auf. Hier werden originelle Twitterer vorgestellt – anstatt mit den für Twitter vorgegebenen 140 Satzzeichen in 140 Sekunden mit Bild und Ton.
Die Jury des Wettbewerbs hat das Ganze recht schön zusammengefasst:

“Themen werden im Internet einmal mehr anders erzählt, anders präsentiert, die Leserschaft wird anders beteiligt.” Dabei kristallisiere sich “eine neue Strömung heraus, die verstärkt einen Protagonisten in den Mittelpunkt stellt: den Menschen” (Zeit Online)

(mks)

Geek Content: “Ico & Shadow of the Colossus” für die PS3

Letztes Jahr erhielten mit “Ico” und “Shadow of the Colossus” zwei großartige PlayStation-Klassiker einen neuen Anstrich (sprich: verbesserte Grafik) und erschienen unter kombiniertem Titel als PS3-BluRay. Klassiker heißt in dem Fall: Die Spiele stammen ursprünglich aus den Jahren 2001 (Ico) und 2005 (Colossus). Dank des Neu-Releases kam auch die Stadtbibliothek (und damit ich) in den Genuss dieser beiden atmosphärischen, fast kunstvollen Videospiele.
Bei Ico spielt ihr einen kleinen Jungen, der auf Grund der ihm gewachsenen Hörner von der verängstigten Dorfgemeinschaft ausgestoßen und in eine scheinbar verlassene Festung verbannt wird. Dort macht er die Bekanntschaft eines jungen schüchternen Mädchens namens Yorda. Mit ihrer Hilfe könnte er der magisch versiegelten Festung entkommen, doch Schattenwesen wollen die Flucht des Mädchens verhindern. Im Spiel geht ihr mit Yorda eine enge Bindung ein, da ihr sie buchstäblich an die Hand nehmen und beschützen müsst.
Bei Shadow of the Colossus spielt ihr einen jungen Mann, der zu einem entlegenen Tempel reitet, um ein totes Mädchen wiederbeleben zu lassen. Die Gottheit des Tempels willigt ein, stellt ihn aber vor die Aufgabe, die Umgebung des Tempels zunächst von 16 mächtigen Kolossen zu säubern. Auf dem Rücken eures Pferdes erkundet ihr die weitläufige und abwechslungsreiche Landschaft und tretet in epischen Kämpfen gegen gigantische, verwitterte, moosbewachsene Kreaturen an. Jeder Koloss hat dabei seine eigenen Stärken und Schwächen, die es herauszufinden gilt.
Ein kurzer Clip für einen kurzen Einblick in die Spiele (beide USK 12):
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TtwsWMOlfpo]
(Mit “Geek Content” bringen wir euch geekige Blogbeiträge im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe geeks@cologne)

(ba)

Ich lese gerade… Benjamin Stein

Replay

Klaus Bittner

Ich bin aber wirklich!” sagte Alice und fing an zu weinen. “Du machst dich kein bißchen wirklicher, indem du weinst”, bemerkte Tweedledee, “hier gibt es nichts zum Weinen.” “Wenn ich nicht wirklich wäre, dann könnte ich ja gar nicht weinen.” “Du nimmst doch hoffentlich nicht an, dass das wirklich Tränen sind?” (Lewis Carroll, Through the Looking-Glass)

Ganz ruhig wird in Replay erzählt, was es mit einem UniCom auf sich hat. Es hat kein Gewicht, und nur ein dezentes Leuchten an der Schläfe verrät Mitmenschen, wer ein solches Implantat trägt. Das UniCom ermöglicht es Menschen, alle erlebten Situationen ihres Lebens nach Lust, Laune und (ganz wichtig) Variationen wieder erleben zu lassen. Verführerisch, da es wie Internet funktioniert: man kann sich stets online bewegen, ohne Kabel, ohne Gerätschaften. Ed Rosen, der es mit erfunden hat, trägt es von Anfang an, denn er ist Informatiker und maßgeblich am Erfolg dieses Projektes beteiligt.
Ja und dann merkt man ganz klammheimlich, dass es jetzt spannend wird, denn man steckt schon längst drin in einem Vexierspiel: Was oder wo ist eigentlich DIE Realität?! Und wo ist eigentlich Ed Rosen?
Verlag C.H. Beck, 176 Seiten, € 17,95
 

Den Roman findet Ihr auf der 2. Etage der Zentralbibliothek unter “U Stein, Benjamin”.

bit/mks

Geek Content: Die X Price Foundation – Anreiz für wissenschaftlichen Fortschritt

Die X Price Foundation springt dort ein, wo staatliche Mittel für die Erforschung wissenschaftlicher Problemstellungen nicht ausreichen oder Themen es noch nicht auf die staatliche Agenda geschafft haben. Die gemeinnützige Organisation des amerikanischen Luftfahrtingenieurs Peter Diamandis schreibt Wettbewerbe mit hohen Preisgeldern aus, in denen privat finanzierte Forscherteams gegeneinander antreten. Die Themenfelder sind “Energie und Umwelt”, “Bildung und Entwicklung”, “Exploration” und “Biowissenschaften”.
Der erste Erfolg in der noch recht jungen Geschichte der Stiftung war der Ansari X Price – zu großen Teilen gesponsort von der iranischen Unternehmerin Anousheh Ansari. Für den Gewinn des Wettbewerbs und das Preisgeld in Höhe von 10 Millionen US-Dollar, mussten bis spätestens 1. Januar 2005 die folgenden Bedingungen erfüllt werden:

  • Bau eines Raumfahrzeugs von dem nach einem Flug mind. 90% wiederverwendet werden kann
  • das Raumfahrzeug muss bei 2 Flügen innerhalb von 2 Wochen die Kármán-Linie erreichen (Grenze zum Weltraum)
  • bei den Flügen müssen 1 Pilot und mind. 2 Passagiere (oder eine entsprechende Last) an Bord sein

Insgesamt nahmen 26 Teams die Herauforderung an, bis im Herbst 2004 das Unternehmen Scaled Composites mit ihrem Raumfahrzeug SpaceShipOne den Wettbewerb für sich entschied.
Seitdem wurden eine Reihe neuer Wettbewerbe gestartet. Bereits abgeschlossen sind u.a. der “Progressive Insurance Automotive X-Prize” (Ziel:  Entwicklung eines Autos mit einem Verbrauch unter 2,35 Litern auf 100km) und der “Wendy Schmidt Oil Cleanup X-Challenge” (Ziel: Effiziente Entfernung von Ölverschmutzungen bei mindestens 9500 Liter pro Minute).
Hier ein PR-Clip der Stiftung, der die Ziele und die bisherigen Erfolge erläutert. (Die X Price Foundation ist meiner Meinung nach eine der wenigen Organisationen, die sich eine solche Menge von Buzzwords erlauben darf.)
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=OBjFA1XtD9k#!

Unter den aktuellen Wettbewerben befinden sich solche Perlen wie der Google Lunar X Price (Ziel: Landung einer Sonde auf dem Mond und Aussetzen eines Rovers) und der “Qualcomm Tricorder X PRIZE” (Ziel: Entwicklung eines handlichen medizinischen Diagnosegeräts für den Heimgebrauch).

(Mit “Geek Content” bringen wir euch geekige Blogbeiträge im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe geeks@cologne)

(ba)

Judy bibliothekarisch

O.k., die Szene hat für den Film (es geht um eine Band-Gründung) keine große Bedeutung. Es die einzige, die in einer Bibliothek gedreht wurde. Judy Garland (gerade 18) spielt die Bibliotheks-Assistentin Mary Holden.

Aber für alle, die jemals in einer Bibliothek gearbeitet haben, ist sie höchst unterhaltsam. Etwa wenn Mary Bücher einstellt. Passgenau wartet da jede Lücke und der Blick aufs Signaturschild erscheint überflüssig. Aber Mary beschäftigt gerade auch etwas ganz anderes. Freund Jimmy hat sie versetzt. Umgeben von Leserinnen, die in Büchern Antworten auf romantische Fragen suchen, platzt sie fast vor Frust.

Allein diese wenigen Momente verdeutlichen, die große Vielseitigkeit der Schauspielerin und Sängerin, die heute noch hymnisch verehrt wird. Aus der Berufsperspektive fällt wieder auf, wie Judy alias Mary den Lesern Auskunft gibt. Ohne sich zu rühren verweist sie bei Standortnachfragen auf die Sachgruppen.  

Und es dauert auch nicht lange bis sie mit dem Song „Nobody” von Roger Edens Ihren Gefühlen freien (traurigen) Lauf lässt…

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=6zC2NcR3ajU]

Heute wäre Judy Garland 90 Jahre alt geworden.

gp

Ein Kämpfer für Bibliotheken: Thank you, Ray Bradbury!

“Libraries raised me,” sagte Ray Bradbury in einem Gespräch der New York Times. “I don’t believe in colleges and universities. I believe in libraries because most students don’t have any money. When I graduated from high school, it was during the Depression and we had no money. I couldn’t go to college, so I went to the library three days a week for 10 years.”

Und es war in einem Arbeitsraum der Powell Library (L.A.), wo man Schreibmaschinen ausleihen konnte, in dem er seinen größten Erfolg “Fahrenheit 451” mit der Novelle „The Fireman” vorbereitete. Das kostete ihn 9,80 Dollar, weil die Ausleihgebühr der Schreibmaschine 10 Cents betrug.

In einem Tagesspiegel-Interview betonte er nochmals: „Die ideale Ausbildung besteht in meinen Augen darin, dass man sich zehn Jahre in eine Bibliothek setzt, ein Buch nach dem anderen liest und auf diese Weise allmählich zu Sinn und Verstand kommt.”

 Diese Erfahrungen prägten den Schriftsteller Ray Bradbury und er zahlte sie zurück, in dem er sich immer wieder für die öffentlichen Bibliotheken einsetzte. Ständig sammelte er Geld für deren Erhalt und  bei seinen Auftritten in Bibliotheken ermunterte  er besonders gerne die Kinder zu lesen.

Bis an sein Lebensende konnte man ihn in der Zweigstelle Palms-Rancho Park  der Los Angeles Public Library antreffen, die er schon als Teenager oft aufgesucht hatte.

 Ein oft zitiertes Wort von ihm war: „Without libraries what have we? We have no past and no future.”

Am Dienstag dieser Woche ist Ray Bradbury 91jährig in Los Angeles gestorben.               

  gp

Bild: wikimedia commons

Werdet Ihr auch sofort todmüde, sobald Ihr ein Hörbuch eingelegt habt?

Dafür  (und für alle Ratlosen im immer dichter werdenden Hörbuch-Dschungel) gibt es die Seite http://www.zehnseiten.de/.
Dort lesen die Autoren höchstpersönlich 10 Seiten aus Ihrem Buch vor – das Ganze als Video. Seltsam, aber irgendwie hilft das meinem rastlosen Kopf bei der Konzentration. Das Auto zum Hörbuchhören fehlt mir jedenfalls. Oder wo hört Ihr – ohne mit den Gedanken abzuschweifen?

(mks)

Geek Content: World War Z – An oral history of the Zombie wars

Ein Roman über Zombies? Lass mich raten: Stöhnende lebende Tote, Schusswaffen und ein paar Eingeschlossene, die ums Überleben kämpfen. Wer so denkt, wird von World War Z überrascht sein. In seinem schon 2006 publizierten Roman arbeitet Max Brooks mit Hilfe von Augenzeugeninterviews eine bereits erfolgte und erfolgreich zurückgedrängte Pandemie auf. Nur handelt es sich hierbei nicht um SARS oder die Vogelgrippe, sondern den Zombie-Virus.
Die betrachteten Einzelschicksale fügen sich mit Leichtigkeit zu einer Übersicht der Geschehnisse. Erst einmal ausgebrochen, öffnet nicht nur der internationale Personen- und Frachtverkehr dem Virus Tür und Tor – vor allem grenzüberschreitende,  illegale Geschäftspraktiken wirken wie Zunder. In der ersten Verunsicherung überwiegen irrationale Reaktionen: Schuldzuweisungen, Massenpanik, Impfbetrug und makabre TV-Shows. Offizielle Reaktionen der Regierungen lassen (mit einer Ausnahme) lange auf sich warten und spiegeln die Ratlosigkeit der Bevölkerung. Erst nach und nach kristallisiert sich eine erfolgversprechende Strategie heraus. Dass sie die Pandemie zurückdrängen wird, steht dank des reisenden UN-Interviewers von Anfang an nicht in Frage. Genausowenig aber auch die globalen und lokalen Konsequenzen der Pandemie: von psychischer Erschöpfung über wirtschaftlichen Ruin bis zur Verschiebung der internationalen Machtverhältnisse.
World War Z ist ein Highlight der Genre-Literatur und nun endlich auch in unserem Bestand – zumindest die englische Fassung, da der deutsche Titel (“Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot”) nichts Gutes ahnen lässt.
Noch habt ihr die Chance, den Roman ganz unbeeinflusst zu lesen, bevor 2013 die Verfilmung mit Brad Pitt in die Kinos kommt.
(Mit “Geek Content” bringen wir euch geekige Blogbeiträge im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe geeks@cologne)

(ba)

Was machen Eure Strickräder im Regen?

[Im Agnesviertel von meinem Kollegen gesichtet]
…frage ich mich jedes Mal nachdem ich den spontanen Impuls verspüre, mein leider nicht sehr hübsches Rad auch mit so einem wollig-flauschigen Pelz zu versehen. Nur was, wenn der Regen kommt? Oder Schnee? Frost? Dann ist mindestens ein bisschen Spagat auf dem Rad angesagt. Im trockenden Sommer ist so ein Fahrradfell aber sicher ganz gemütlich.
Der Besitzer des Rennpferd-Sattelbezugs (da hatten wir doch vor Kurzem so einen Facebook-Post..) hat es da sicher leichter..
 

(mks)

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