Die Obstlieferanten Jack und Johnny sind unterwegs nach Osten. Es gibt viel zu tun an diesem Tag. Und endlich sind sie im Osten angekommen. Auf der Liste steht als erstes der Markt in der Stadt Wismar. In Wismar ist heute Wochenmarkt. Jack parkt den LKW am Straßenrand.
Multivisionsvortrag per Zoom mit Musik und Übungen von Dr. Ralf Maria Hölker
Gemeinsam mit dem Arzt und Autor Dr. Ralf Maria Hölker, den viele bereits von unserer gemeinsamen Veranstaltung über erholsamen Schlaf kennen, erfahren wir sehr plastisch und teils verblüffend einfach nachhaltige Zugänge zur Energie der Achtsamkeit.
Wer in den letzten Jahren während der Sommerferien auf der 3. Etage der ZB vorbeigeschaut hat, konnte einen Blick auf die fantasievoll bunten Ausstellungen der Paul-Kraemer-Schule Frechen werfen. Wir freuen uns immer, wenn die Zeit der Ausstellung wieder vor der Tür steht, denn wir werden jedes Jahr wieder aufs Neue überrascht, was die Kinder der Förderschule zusammen mit Kindern verschiedener Partnerschulen in einem Jahr Kunstunterricht erschaffen.
Da gibt es Vitrinen voller Fantasiewesen aus Ton, Bilder an den Wänden, und sogar in den Regalen der Schülerhilfen findet man überall weitere Exponate – mal sind es gestaltete Teller, mal beleuchtete Dioramen. Auch in diesem Jahr können wir wieder eine wundervolle Ausstellung zeigen, an der neben der Paul-Kraemer-Schule auch die KGS Lohrbergstraße beteiligt ist.
„Was und wenn sind zwei völlig harmlose Wörter. Aber setzt man sie nebeneinander haben sie plötzlich die Macht einen für den Rest des Lebens zu verfolgen. Was wenn…?“ – Briefe an Julia (Concorde Entertainment, 2010)
Jeder kennt wohl das Gefühl, nicht zu wissen, ob eine Entscheidung, die man getroffen hat, richtig war und fragt sich hin und wieder, was gewesen wäre, hätte man nicht diesen, sondern jenen Weg im Leben eingeschlagen. Nicht selten sind solche Überlegungen mit Schuld und Sorge verknüpft. Hätte man nicht diese Karriere gemacht, in einer bestimmten Situation anders reagiert, ein Familienmitglied öfter angerufen. Was wenn? Ein Gedankenspiel zu solchen Überlegungen bietet dieses Buch.
Auf Hinterlassenschaften der Römer trifft man in Köln und Umgebung überall. Warum nicht mal der Route eines römischen Bauwerks folgen, das sich von Nettersheim in der Eifel bis nach Köln zieht?
Um schönes frisches Quellwasser für Thermen & Co. in Colonia Claudia Ara Agrippinensium zu haben, bauten römische Ingenieure um das Jahr 80 n. u. Z. eine 120 Kilometer lange Wasserleitung, den Römerkanal.
Der Römerkanal-Wanderweg folgt der Route dieser Wasserleitung, führt zu römischen Relikten – wie z. B. Aufschlüssen des Kanals oder Aquädukten – inklusive Infotafeln und vor allem durch die wunderschöne Eifellandschaft bis nach Köln. Dabei startet man im malerischen ruhigen Naturpark Nordeifel und arbeitet sich in sieben Etappen in eine immer städtischer werdende Umgebung bis ins quirlige Köln-Sülz vor.
Seit vielen Jahren werden jährlich Gesellschaftsspiele mit dem „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet. Dabei werden im Vorfeld jeweils drei Spiele für die Wahl zum „Spiel des Jahres“, zum „Kinderspiel des Jahres“ und zum „Kennerspiel des Jahres“ nominiert.
Dieses Jahr kann auch bei uns über das „Spiel des Jahres“ abgestimmt werden: Dazu gibt es ein Formular und jede/r kann tippen, welches der nominierten Spiele am Ende der Sieger werden wird.
Nach der offiziellen Bekanntgabe des „Spiel des Jahres 2021“ am 19.07.2021 verlosen wir unter allen Teilnehmenden, die richtig getippt haben, einmal das jeweilige Spiel des Jahres.
Bei allen drei nominierten Spielen des Jahres handelt es sich um sogenannte Kampagnenspiele, das sind Spiele mit Gemeinschaftserlebnissen über mehrere Kapitel, die das gemeinsame Erleben einer Geschichte in den Vordergrund rücken:
“Die Abenteuer des Robin Hood” von Michael Menzel
Kosmos Verlag
Vielseitiges Storyspiel für 2 bis 4 Personen ab 10 Jahren
Alle drei nominierten Spiele sind direkt nach der Nominierung am 17.05.2021 bestellt worden und können somit bald auch bei uns in der Stadtbibliothek ausgeliehen werden.
Die nominierten Spiele für das Kinderspiel des Jahres und das Kennerspiel des Jahres sowie weitere Spiele auf den Empfehlungslisten findet man auf der offiziellen Website.
Auch diese Titel werden so schnell wie möglich zur Ausleihe in der Stadtbibliothek bereitgestellt werden.
Also, ran ans Spielbrett und tippt auf das „Spiel des Jahres 2021“!
Mögt ihr Geheimnisse? Fiebert ihr bei der Aufklärung von Mordfällen mit? Dann könnte „One of us is lying“ von Karen M. McManus genau das richtige Buch für euch sein. Denn hier geht es um fünf Jugendliche, die alle mindestens ein Geheimnis haben. Oder vielmehr vier von ihnen, denn Simon ist derjenige, der die Fehltritte und Geheimnisse der anderen aufdeckt und das über seine App. Doch als er beim Nachsitzen plötzlich einen anaphylaktischen Schock bekommt und kurz darauf stirbt, geraten die vier anderen immer mehr in den Fokus der Ermittlungen. Denn Simon hatte für den nächsten Tag Enthüllungen über die vier in seiner App geplant. Und so stellt sich die Frage: Wer lügt?
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, besonders, weil abwechselnd alle vier Beteiligten (Bronwyn, Nate, Abby und Cooper) zu Wort kommen und man sich so nicht nur dem Rätsel um Simons Tod immer weiter nähert, sondern auch allen Geheimnissen nach und nach auf die Spur kommt. Man weiß nicht, inwieweit man den Vieren trauen kann und so habe ich beim Lesen immer wieder versucht, hinter die Worte zu blicken, ob nicht vielleicht doch mehr dahinter steckt. Und trotzdem konnte ich nicht vermeiden, die Protagonist*innen zu mögen. Am Ende konnte mich die Autorin mit ihrer Auflösung erstaunen und begeistern.
Obwohl es ein Jugendthriller ist, kann der Roman durchaus auch erwachsene Leser*innen für sich einnehmen. Wer auf spannende Rätsel steht, kommt hier voll auf seine Kosten.
Das Buch könnt ihr nicht nur bei uns im Regal finden, sondern auch als eBook und eAudio in der Onleihe und wer es gerne auf Englisch lesen möchte, findet es zusätzlich bei Overdrive. Und wer danach noch nicht genug hat, kann bei uns auch den Nachfolgeband „One of us is next“ finden.
Unserem 3D-Drucker wurde eine große Ehre zu Teil. Als Musikinstrument spielte er zur Uraufführung im SWR2 auf. Natürlich fragt man sich, wie das sein kann und dafür lohnt ein kleiner Schlenker in das Themengebiet der Neuen Musik. Denn hier ist so vieles möglich, da neben herkömmlichen Musikinstrumenten und Tonalitäten auch alle anderen akustischen Kreationen denkbar sind.
3D-Druck im Zeitraffer, hier noch gänzlich ohne Ton, wir wollen ja die Spannung aufrecht erhalten …
Der Kölner Künstler Niklas Seidl, ein großer Verfechter der Neuen Musik, hat für dieses Stück ausführliche Ton-Aufnahmen unseres 3D-Druckers gemacht, um sie dann neu zu arrangieren und ein Stück zu komponieren. Was im ersten Moment ungewohnt klingt, ermöglicht durchaus die Entdeckung von Melodien und Rhythmen, wenn man sich darauf einlässt.
Mit der Radiosendung macht der SWR2 uns eine fast so große Freude, wie dem Künstler selbst. Aber hört selbst!
Bei dem aktuell trüben Wetter ist das Fernweh besonders groß. Man träumt von fernen, sonnigeren Orten. Getreu dem Motto “Lesen ist Reisen im Kopf” unternehmen wir deshalb eine Krimireise durch verschiedene Länder und Regionen.
Wer mit auf die Reise gehen möchte, findet die Bücher und Hörbücher in der Bibliothek oder der Onleihe.
Wir starten im Nachbarland Frankreich, das mit seinen vielfältigen Regionen wunderbare Schauplätze für viele Kriminalgeschichten bietet.
Bild von tony knight auf Pixabay
Los geht es im Norden Frankreichs, in der Normandie.
Malerische Landschaften und die Küste mit ihren imposanten Kreidefelsen bieten eine traumhafte Kulisse für diverse Krimis. Im idyllischen Badeort Deauville spielt das kürzlich erschienene Buch „Schattenland“ von Benjamin Cors. Hierbei handelt es sich um den sechsten Band der Reihe um Personenschützer Nicolas Guerlain.
Benjamin Cors
Reihe: Nicolas Guerlain
Strandgut
Küstenstrich
Gezeitenspiel
Leuchtfeuer
Sturmwand
Schattenland
In der Normandie sind auch Philippe Lagarde und Kommissar Leblanc für die Aufklärung von Verbrechen zuständig.
Maria Dries
Reihe: Philippe Lagarde ermittelt
Der Kommissar von Barfleur
Die schöne Tote von Barfleur
Der Kommissar und der Orden von Mont-Saint-Michel
Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Hague
Der Kommissar und der Tote von Gonneville
Der Kommissar und die Morde von Verdon
Der Kommissar und die verschwundenen Frauen von Barneville
Der Kommissar und das Rätsel von Biscarrosse
Der Kommissar und das Biest von Marcouf
Der Kommissar und die Toten von der Loire
Der Kommissar und die Tote von Saint-Georges
Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc
Catherine Simon
Reihe: Ein Fall für Kommissar Leblanc
Kein Tag für Jakobsmuscheln
Wintergäste in Trouville
Bitterer Calvados
Falsche Austern
Kalter Hummer
Bild von Eric M. auf Pixabay
Weiter geht unsere Reise in die Bretagne. Die westlichste Region Frankreichs bietet mit ihren Gegensätzen zwischen rauer Küste, malerischen Stränden und beschaulichen Dörfern unter anderem die Kulisse für die Fälle von Kommissar Dupin, die bereits fürs Fernsehen verfilmt wurden. Für Juni ist “Bretonische Idylle”, der zehnte Band der Reihe, angekündigt.
Jean-Luc Bannalec
Reihe: Kommissar Dupin
Bretonische Verhältnisse
Bretonische Brandung
Bretonisches Gold
Bretonischer Stolz
Bretonische Flut
Bretonisches Leuchten
Bretonische Geheimnisse
Bretonisches Vermächtnis
Bretonische Spezialitäten
“Im Zeichen der Triskele” von Eva Bernier, “Späte Vergeltung” von Emmanuel Grand und “Das dunkle Haus am Meer” von Susanne Mischke sind ebenfalls Vertreter bretonischer Krimis.
Bild von RD LH auf Pixabay
Blau und lila sind die Farben, die die Buchcover vieler Provence-Krimisprägen. Autor*innen wie Sophie Bonnet, Christine Cazon, Remy Eyssen und Pierre Martin schicken ihre Protagonist*innen auf Ermittlungen, bei denen immer ein Hauch Meeresbrise und Lavendelduft mitschwingen.
Sophie Bonnet
Reihe: Pierre Durand
Provenzalische Verwicklungen
Provenzalische Geheimnisse
Provenzalische Intrige
Provenzalisches Feuer
Provenzalische Schuld
Provenzalischer Rosenkrieg
Provenzalischer Stolz
Christine Cazon
Reihe: Kommissar Duval
Mörderische Côte d’Azur
Intrigen an der Côte d’Azur
Stürmische Côte d’Azur
Endstation Côte d’Azur
Wölfe an der Côte d’Azur
Das tiefe blaue Meer der Côte d’Azur
Vollmond über der Côte d’Azur
Lange Schatten über der Côte d’Azur
Anthony Coles
Reihe: Peter Smith
Ein Gentleman in Arles – Mörderische Machenschaften
Ein Gentleman in Arles – Gefährliche Geschäfte
Ein Gentleman in Arles – Tödliche Täuschung
Remy Eyssen
Reihe: Leon Ritter
Tödlicher Lavendel
Schwarzer Lavendel
Gefährlicher Lavendel
Das Grab unter Zedern
Mörderisches Lavandou
Dunkles Lavandou
JulieLescault
Reihe: Rosalie
Rosalie und der Duft der Provence
Rosalie und die Farben des Südens
Rosalie und das Land des Lichts
Mademoiselle Rosalie und der tote Chocolatier
Pierre Martin
Reihe: Madame le Commissaire
Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer
Madame le Commissaire und die späte Rache
Madame le Commissaire und der Tod des Polizeichefs
Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild
Madame le Commissaire und die tote Nonne
Madame le Commissaire und der tote Liebhaber
Madame le Commissaire und die Frau ohne Gedächtnis
Cay Rademacher
Reihe: Capitaine Roger Blanc
Mörderischer Mistral
Tödliche Camargue
Brennender Midi
Gefährliche Côte Bleue
Dunkles Arles
Verhängnisvolles Calès
Verlorenes Vernègues
“Stille Nacht in der Provence” und “Ein letzter Sommer in Méjean” sind weitere Provence-Krimis von Cay Rademacher, welche unabhängig von der Reihe um Roger Blanc erschienen sind.
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Unsere Reise endet heute auf der Mittelmeerinsel Korsika. Zwischen Bergen und Meer ist Krimi-Schriftsteller Eric Marchand dem Verbrechen auf der Spur.
Vitu Falconi
Reihe: Ein Fall für Eric Marchand
Das korsische Begräbnis
Korsische Gezeiten
Korsische Vendetta
Mit sonnigen Regionen geht es nächstes Mal weiter: Das nächste Ziel unserer Krimireise ist Spanien.
Jedes Jahr kürt eine Jury bestehend aus Kölner Stadt-Anzeiger, Literaturhaus und Vertreter*innen aus dem Kölner Buchhandel das „Buch für die Stadt“. Der Roman wird im Sommer in einer günstigen Sonderausgabe neu herausgegeben. Im Herbst wird das Buch dann Gegenstand vieler verschiedener Veranstaltungen in Köln und Umgebung. In diesem Jahr hat es Jackie Thomaes Roman „Brüder“ geschafft und wird uns also in den nächsten Monaten begleiten.
Jackie Thomae, 1972 in Halle an der Saale geboren, Tochter einer ostdeutschen Mutter und eines Vaters aus Guinea, hat bereits mehrere Bücher – Ratgeber und zwei Romane – veröffentlicht und arbeitet außerdem als Journalistin. Ihr Roman „Brüder“ ist von der Presse gefeiert oder zumindest sehr positiv besprochen worden (alle überregionalen Zeitungen außer die NZZ) und verrissen worden (NZZ).
Der Roman handelt von den Lebenswegen zweier sehr unterschiedlicher Männer, die nur ihr gemeinsamer Vater verbindet. Der Vater, ein Austauschstudent aus dem Senegal, bleibt den Brüdern lange Zeit unbekannt. Sie werden bei zwei unterschiedlichen Müttern groß, ohne voneinander zu wissen. Zwei Schwarze Jungen wachsen in der DDR auf – und ihr Leben und Streben verläuft komplett verschieden. Mick lebt in den Tag hinein, zieht durch die Berliner Clubs, ein sympathischer Hedonist, Charmeur und Taugenichts. Gabriel macht Karriere als Architekt in London, gründet eine Familie und wird Teil des steifen Gesellschaftslebens der gehobenen englischen Mittelklasse.
Positiv bemerken die Rezensentinnen, dass die Frage der Identität, die Frage der Hautfarbe eine so untergeordnete Rolle im Roman spielt. Für Marie Schmidt von der Süddeutschen Zeitung ist der Roman „deswegen so beeindruckend, weil es Thomae schafft, dass darin ‚race, class and gender‘ Thema sind und gleichzeitig nicht das Thema sind“. Auch „Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland ist nicht das Thema des Romans“, stellt Katrin Bettina Müller in der taz fest:
„Zwar erleben Idris [der Vater der Brüder] – als Student in Leipzig – und Mick – in den Nachwendejahren in Pankow – rassistische Übergriffe, ziehen es aber vor, die nicht zur grundierenden Erfahrung ihres Lebens zu machen. Das ist zwar einerseits eine Leistung von Verdrängung, die ihnen aber andererseits auch ihre Offenheit und Zugewandtheit erhält. Ob diese Konstruktion der Wahrnehmung ihrer Wirklichkeit womöglich auch eine Verklärung ist, um Anpassung zu erleichtern – darüber denken sie nach, aber nur gelegentlich.“
Immer wieder werden Parallelen zu angloamerikanischen Erzähltraditionen gezogen, die Paul Jandl in der Neuen Zürcher Zeitung allerdings für ein Missverständnis hält. Für ihn strotzt „Brüder“ nur so von Klischees, Oberflächlichkeit, Trivialitäten. „Ist das der Trommelwirbel eines positiven Rassismus oder einfach nur Quatsch?“, fragt er sich.
Die SZ dagegen feiert „Brüder“ als deutsches Pendant zur „Great American Novel“ (SZ). „Brüder“ sei auf eine „angelsächsisch anmutende Art ungemein intelligent, humorvoll und unterhaltsam zugleich geschrieben und bringt damit eine sonst weitgehend fehlende Qualität in die deutsche Literatur ein“, findet auch Katharina Granzin in der Frankfurter Rundschau.
Den Vergleich mit Zadie Smith findet man gleich mehrfach (DIE ZEIT, FAZ). Andrea Diener schreibt dazu:
„So, da ist er, der Vergleich, es wundert einen, dass er nicht schon viel früher irgendwo gefallen ist. Er liegt auch auf der Oberfläche so nahe: Die eine Autorin jamaikanisch-britisch, die andere mit einer ostdeutschen Mutter und einem Vater aus Guinea, beide aufgewachsen in Europa. Aber die Sache geht tiefer, denn beide, Smith wie Thomae, haben sich für das Prinzip des Erzählens entschieden und füllen ihre Bücher mit überbordenden, fiktionalen Biographien, beide haben ein Händchen für und einen sehr genauen Blick auf Lebensläufe und Zeitgeistumstände und einen Humor, der nie ins Zynische kippt – um jetzt nicht auch noch das fürchterliche Wort „warmherzig“ zu verwenden, auch wenn es die Sache trifft.“
Soviel zu den Meinungen in der überregionalen Presse. Der Kölner Stadt-Anzeiger bespricht sein „Buch für die Stadt“ auch sehr positiv. Für Anne Burgmer ist „Brüder“ „ein großer deutscher Gesellschaftsroman, in dem Thomae mit erstaunlicher Leichtigkeit die schwierigsten Themen verhandelt“.
Überwiegend positive Kritiken also, in denen die Leichtigkeit des Erzählers in eine angloamerikanische Tradition gestellt wird. Es ist auch im Kontext gesellschaftlicher Debatten zum Thema Identitätspolitik interessant, dass in allen Rezensionen thematisiert wird, dass es im Roman erstaunlich wenig um Rassismus geht, obwohl die Protagonisten doch Schwarz sind. Darf es in Deutschland etwa nur in Romanen mit Weißen Protagonist*innen um allgemeinmenschliche Themen gehen?
Hier gibt es also viel Diskussionsstoff. Genug Gelegenheit zum Diskutieren wird es im Laufe des Jahres geben. Wer schon jetzt anfangen möchte, sich ein eigenes Bild zu machen, findet das Buch natürlich in der Bibliothek, als Buch und E-Book.