Schon gelesen? Teil 49 – „84 Charing Cross Road“ und „Die Herzogin der Bloomsbury Street“

„84 Charing Cross Road – Eine Freundschaft in Briefen“ und „Die Herzogin der Bloomsbury Street – Eine Amerikanerin in London“ von Helene Hanff

Auf der Suche nach interessanter Literatur über London stolperte ich über ein Buch der amerikanischen Autorin Helene Hanff. Die Wahl-New-Yorkerin war, wie ich, eine England- und Bücher-Närrin, die auf der Suche nach Büchern von britischen Autoren auf eine Anzeige der Londoner Buchhandlung „Marks & Co.“ stieß. Da sie antiquarische Bücher bevorzugte, die zugleich günstig waren und die Geschichte der Vorbesitzer in sich trugen, schrieb sie die Buchhandlung 1949 an und nannte ihnen ein paar Titel, an denen sie Interesse hatte.

Einer der Mitarbeiter, Frank Doel, antwortete ihr ein paar Wochen später und schickte ihr direkt ein paar der gewünschten Titel zu.

In „84 Charing Cross Road – Eine Freundschaft in Briefen“ veröffentlicht Helene Hanff den Briefwechsel zwischen ihr und Doel, dessen Ehefrau und auch einiger anderer Mitarbeiter*innen von Marks & Co., der sich über einen Zeitraum von ca. 20 Jahren aufrecht erhält.

Was mit einer einfachen Anfrage beginnt, entwickelt sich zu einer Freundschaft mit dem Ziel der Autorin, einmal ihr geliebtes London zu besuchen und damit auch die Buchhandlung.

1971 schafft sie es endlich, sich ihren Traum zu erfüllen.

In „Die Herzogin der Bloomsbury Street – Eine Amerikanerin in London“ erzählt sie in Tagebuchform, was sie dort erlebt.

Der Film „Zwischen den Zeilen“ mit Anne Bancroft als Helene Hanff und Anthony Hopkins als Frank Doel ist sehr sehenswert und meiner Meinung nach wundervoll umgesetzt.

Die Bücher und der Film können unabhängig voneinander genossen werden, ergeben aber ein schönes Gesamtbild dieser besonderen Freundschaft.

Naturnahe Ernährung mit Dr. Rudolf Bolzius und Kerstin Wolf

Online-Veranstaltung zur gesunden Ernährung

06. Mai 2021

17:30 bis 19 Uhr

Foto: ©pixabay

Ausgehend von der Annahme, dass die Ursachen von Krankheiten zum großen Teil in der Lebensweise des Menschen begründet liegen, stellen die Vortragenden ihr biologisches Ernährungs-, Denk- und Handlungsmodell vor. Vorgestellt wird eine Ernährung, die – jenseits von Schubladen wie low-carb, vegan oder vegetarisch – frisch, vielfältig und möglichst unverarbeitet ist. So steht dem Körper ein Maximum an Vitalstoffen (u. a. Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Enzyme) zur Verfügung. 

Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Veranstaltung findet über die Online-Seminar-Plattform Edudip statt. Eine Anmeldung ist für die Teilnahme notwendig.

Schon gelesen? Teil 48 – Ein Leben in Extremen – das literarische Debüt von Tennisprofi Andrea Petković

“Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht” von Andrea Petković

Autorinnen und Autoren, die über Sport geschrieben haben, fallen mir einige ein – aber Sportler*innen, die literarisch schreiben? 

Die ehemalige Top-Ten-Tennisspielerin Andrea Petković hat letztes Jahr einen Erzählband veröffentlicht – und er ist fantastisch! Ich schaue kein Tennis, spiele kein Tennis und doch haben mich die Erzählungen, die alle autobiographisch sind und im Paralleluniversum des Profi-Tennis spielen, eingesogen in diese fremde Welt. Dabei geht es um viel mehr als Tennis.

Andrea Petkovic, CC BY-SA 2.0, Tatiana

Erzählt wird eine Coming-of-Age-Geschichte: wie es ist, als Kind eines serbischen Vaters und einer bosnischen Mutter in Darmstadt aufzuwachsen. Der Vater ist Tennistrainer und schuftet von morgens bis abends – bis die Familie es geschafft hat: Das Reihenhaus wird für Petković Zeichen des Ankommens in der deutschen Gesellschaft. Bald rollt die kleine Andrea nicht mehr das R, strengt sich in der Schule besonders an und aus dem Spiel auf dem Tennisplatz wird Ernst. Nicht auffallen und gleichzeitig die Beste sein wird zum ihrem Mantra. 

Und Literatur wird Andrea Petković, die bereits als Jugendliche ständig von Turnier zu Turnier reist, zur treuen Begleiterin: David Foster Wallace und Philip Roth sind ihre TOP 2, irgendwo dahinter folgen Haruki Murakami, Jonathan Franzen, Dostojewski, Zadie Smith, Sylvia Plath, Odessa Moshfegh und Virginia Woolf. 

Andrea Petković ist eine leidenschaftliche Sportlerin, kompetitiv, emotional – für ihre Wutausbrüche und das Zertrümmern ihrer Schläger ebenso bekannt wie für den „Petko Dance“, wenn sie gewonnen hat. Auch ihr Erzählen lebt von Extremen. Dabei macht Petkovićs Stil der Kontrast aus: Fast schon weise essayistische Passagen über Literatur, Freundschaft, Rivalität, Selbstzweifel und Größenwahn oder den Mut zur Hässlichkeit gehen über in ihren manchmal schnoddrigen Ton, wobei sie immer einen empathischen Blick auf ihre Figuren wahrt. Oft ist das witzig. Und oft wird man nachdenklich. Auf jeden Fall aber wird man am Ende „andrea petkovic vs maria sharapova“ bei Youtube eintippen. 

Andrea Petković, Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht. Erzählungen. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2020. Als Buch und E-Book in der Bibliothek. 

Ein Stadtplan für die Kölner Literatur

Ein lang gehegter Wunsch wird endlich Wirklichkeit – das Online-Portal www.literaturinkoeln.de inklusive der „LiK.map“ mit Adressen und Geschichten für literarische Spaziergänge durch unsere Stadt.

LiK.map – interaktive Karte und neues Online-Portal regen zum Entdecken der Kölner Literatur an

Wo steht Heinrich Bölls Geburtshaus? Warum gibt es in Köln den Heinzelmännchenbrunnen? Welche Spuren hat Johann Wolfgang von Goethe in der Domstadt hinterlassen und was hat Hilde Domin im Agnesviertel unternommen? Diese und andere Fragen beantwortet zukünftig die LiK.map – ein virtueller und interaktiver Stadtplan von Köln, der mit audiovisuellen und textuellen Inhalten sukzessive gefüllt wird: Wohnhäuser, Denkmäler, Texte von Autorinnen und Autoren über Kölner Orte werden in den Fokus gerückt und lebendig dargestellt. Die LiK.map berücksichtigt sowohl historische als auch zeitgenössische Landmarken der lokalen Literaturgeschichte.

Screenshot vom Portal, hier: Ubierring

Interessierte erhalten somit Anregungen für Spaziergänge und Entdeckungstouren durch den realen und virtuellen Stadtraum. Mit der Zeit entsteht ein spannender Blick auf das literarische Köln, eine Verortung von Literatur im urbanen Raum – eine Kartographie der Kölner Literatur.

Der direkte Zugang zu den literarischen Orten kann entweder direkt über die Marker in der Stadtkarte oder über die Kartenlegende am linken Seitenrand erfolgen. Weiterführende Informationen bieten Beiträge und Kurzbiographien über Kölner Autorinnen und Autoren, die ebenfalls über die Legende oder Menüleiste aufgerufen werden können. Die LiK.map schreibt sich fort und versteht sich als „work in progress“.

Neben der LiK.map stellt das Portal www.literaturinkoeln.de das Heinrich-Böll-Archiv und das Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) der Stadtbibliothek vor und bietet weitere interessante und beachtenswerte Aspekte der Kölner Literatur. Das Portal wird natürlich laufend aktualisiert.

Von Büchern und ihren Orten – jüdische Bibliotheken weltweit

Der Blog „Von Büchern und ihren Orten“ ist gestartet: Im Zwei-Wochen-Rhythmus stellt er im „Festjahr 2021 – Jüdisches Leben in Deutschland“ jüdische Bibliotheken weltweit vor.

Der Bogen spannt sich dabei von öffentlichen Stadt- und jüdischen Gemeindebibliotheken über weltberühmte historische Büchersammlungen bis hin zu international renommierten akademischen Einrichtungen. Der zweisprachige Blog – Deutsch und Englisch – richtet sich an Bibliophile, an Menschen, die sich für jüdische Kultur interessieren und an alle Neugierigen, die unbekannte Kultur-Orte kennenlernen möchten:

https://www.jewish-libraries.com

Die Juden gelten als das Volk des Buches. Fast überall dort, wo es jüdisches Leben gibt, gibt es auch jüdische Bibliotheken. Die Wurzeln hierfür liegen im religiösen Studium, für das Bücher, wie etwa die hebräische Bibel und rabbinische Kommentare, unverzichtbar sind. Schon für das Mittelalter lassen sich bedeutende Manuskriptsammlungen jüdischer Gelehrter und Gemeinden nachweisen. Jedes jüdische Lehrhaus ist daher gleichzeitig auch Bibliothek. Die Liebe zu Büchern hat sich in der jüdischen Gesellschaft auch auf die säkulare Bildung übertragen. Auch unter den bedrohlichsten Bedingungen bauten Jüdinnen und Juden Sammlungen und Bibliotheken auf, selbst in der Zeit der Schoa.

Bibliotheken als Spiegel jüdischen Lebens

„Jüdische Bibliotheken sind Wissensspeicher, Lehrhäuser, Räume der Begegnung und Gedenkorte. Als Spiegel jüdischen Lebens überliefern sie einzigartiges Wissen über jüdische Geschichte und Gegenwart“, erläutert Ursula Reuter, unter deren Federführung der Blog entstanden ist. Als Geschäftsführerin der Germania Judaica leitet sie die weltweit renommierte Spezialbibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums. Die Bibliothek wurde in Köln gegründet, ist heute in der Stadtbibliothek Köln beheimatet und auch organisatorisch eng mit ihr verknüpft. Der Blog, den die Germania Judaica gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner, dem Salomon Ludwig-Steinheim-Institut initiiert hat, ist ein Projekt im Rahmen des „#JLID Festjahr 2021 – Jüdisches Leben in Deutschland“. Finanziell ermöglicht hat es das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

In kompakten Texten stellen sich die Einrichtungen selbst vor, zahlreiche Bilder zeigen die verborgenen Schätze, die es dort zu entdecken gilt. Zur Idee zum Blog erklärt Ursula Reuter: „Jüdische Bibliotheken sind als kleine, von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommene Einrichtungen häufig in ihrer Existenz bedroht. Sie brauchen gerade heute Aufmerksamkeit, Vernetzung und vor allem auch virtuelle Sichtbarkeit.“


Die Germania Judaica

http://www.germaniajudaica.de

1959 gründeten engagierte Kölner Bürger die Germania Judaica. Sie wollten der interessierten Öffentlichkeit Geschichte und Kultur der deutschen Juden näherbringen und damit die „Unkenntnis, die heute noch die alten Vorurteile nährt“ (so der Mitgründer Heinrich Böll) bekämpfen. Aus dieser Initiative ist eine der größten Spezialbibliotheken zum deutschsprachigen Judentum weltweit entstanden. Sie kooperiert mit vielen ähnlichen Bibliotheken und Sammlungen in Deutschland, Europa, Israel, den USA und weiteren Ländern. Die „GJ“ hat ihren Sitz heute in der Kölner Stadtbibliothek.

Das Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e. V.

http://www.steinheim-institut.de

Das Steinheim-Institut mit Sitz in Essen wurde 1986 gegründet und ist nach dem jüdischen Mediziner, Religionsphilosophen und Gelehrten Salomon Ludwig Steinheim benannt. Es erforscht Geschichte und Kultur der Juden im deutschen Sprachraum. Das wissenschaftliche Forschungsinstitut ist als An-Institut mit der Universität Duisburg-Essen verbunden. Es pflegt intensiven Kontakt mit jüdischen Institutionen in Israel, den USA und europäischen Nachbarländern und versteht sich als kompetenter Ansprechpartner, wann immer es darum geht, Zugänge zur jüdischen Geschichte und Kultur zu erlangen.

Literatur für alle – Texte in Einfacher Sprache

“Ich heiße Ismael.

Ich habe fast kein Geld mehr.

Und ich habe genug vom Leben an Land.

Ich will hinaus aufs Meer.

Als Matrose. Auf einen Walfänger.

Das ist ein Schiff, mit dem man Wale jagt.

Ich bin sehr neugierig auf diese riesigen Tiere.”

Aus welchem Roman war das nochmal? Das ist natürlich der Anfang von “Moby Dick” von Herman Melville.

Und doch ist der Text irgendwie … anders. Es handelt sich nicht um das Original, sondern um eine Version in Einfacher Sprache (Herman Melville: Moby Dick. In Einfacher Sprache. Spaß am Lesen Verlag: Münster 2018).

Leichte Sprache, Einfache Sprache – was ist das?

Leichte Sprache folgt einem festen Regelwerk (wobei es mehrere gibt, z. B. die Regeln des Netzwerks Leichter Sprache oder die Empfehlungen von Inclusion Europe). Leichte Sprache verwendet kurze Sätze (maximal sieben Wörter pro Satz), keine Passivkonstruktionen, keinen Konjunktiv und keine Fremdwörter. Der Text soll übersichtlich gegliedert sein, so steht beispielsweise jeder Satz in einer eigenen Zeile.

Einfache Sprache ist demgegenüber ein wenig freier. Hier werden die Regeln der Leichten Sprache als Empfehlung verstanden. In einem Text in Einfacher Sprache wird vielleicht auch einmal der Konjunktiv verwendet oder nicht jeder Satz steht in einer eigenen Zeile.

An wen wendet sich die Leichte/Einfache Sprache?

Die Leichte Sprache soll Menschen das Verstehen von Texten erleichtern, die aus verschiedensten Gründen über eine geringere Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen. Das können Menschen mit Lernschwierigkeiten sein genauso wie Menschen mit Demenz, mit einer anderen Muttersprache oder funktionale Analphabet*innen.

Laut BITV 2.0 (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) muss jede öffentliche Stelle wesentliche Informationen auch in Leichter Sprache bereitstellen, was die Stadt Köln auch tut.

Literatur in Einfacher Sprache

Seit einigen Jahren bietet die Stadtbibliothek Literatur in Einfacher Sprache an (einfach mal in unserem Katalog mit “einfache sprache” suchen). Die meisten Titel stehen im Fachgebiet “Sprache” in der “Zentralbibliothek”.

Es kann sich dabei um Adaptionen klassischer oder zeitgenössischer Texte handeln oder um Texte, die im Original in Einfacher Sprache geschrieben sind.

Dabei ermöglicht Leichte/Einfache Sprache auch denjenigen Menschen einen Zugang zu Literatur, denen dieser bislang versperrt war. Die Schriftstellerin Alexandra Lüthen schreibt in ihrem Plädoyer für Leichte Sprache “Allen eine Chance”, das 2019 im Duden Verlag erschienen ist:

“Lesen war im Fall von Menschen mit Behinderungen etwas für andere, im Fall von Menschen mit degenerativen Gehirnerkrankungen etwas, das man früher gern gemacht hat, jetzt aber nicht mehr kann, bei den Deutsch-als-Zweitsprache-Lesern etwas, für das man erst noch besser Deutsch lernen muss, und bei Menschen mit funktionalem Analphabetismus erfahrungsgemäß etwas, das mit Scham verbunden ist. Ein Großteil dieser Menschen würde aber gern lesen […]” (S. 47).

Und das ist auch möglich! Besonders beeindruckend ist das Projekt, das das Literaturhaus Frankfurt am Main mit der Anthologie “LIES. Literatur in Einfacher Sprache” vorstellt (auch als E-Audio): Hier hat man namhafte Autor*innen wie Arno Geiger, Judith Hermann oder Olga Grjasnowa gebeten, einen Text in Leichter Sprache beizusteuern. Entstanden ist eine für alle lesenswerte Anthologie von Kurzgeschichten, die den Vergleich mit Texten in Standardsprache nicht scheuen müssen.

Und natürlich gibt es in der Bibliothek neben dem erwähnten Band von Alexandra Lüthen auch andere Bücher, die sich theoretisch mit Leichter oder Einfacher Sprache auseinandersetzen, wie z. B. den „Ratgeber Leichte Sprache“.

Serientipp: Haikyu!!/Haikyuu

Für alle, die aktuell auf der Suche nach einer neuen Serie sind, habe ich hier die perfekte Mischung aus Spannung, Motivation, Mitfiebern, Humor und epischen Momenten: Haikyu!! (oder auch Haikyuu) ist die animierte Version des gleichnamigen Mangas von Haruichi Furodate.

Haikyu!!-Mangas sind in der Stadtbibliothek unter 22.5 Furudate zu finden.

Aktuell gibt es von der Serie vier Staffeln, wovon die ersten drei auf Netflix verfügbar sind, die vierte findet sich auf Crunchyroll und Wakanim. Haikyu bedeutet aus dem Japanischen übersetzt „Volleyball“, es handelt sich also um eine Volleyball-Animeserie. HALT! Nicht weglaufen!

Auch wer jetzt sagt: „Ich kann mit Animes nichts anfangen“ oder „Sport-Animes sind nichts für mich“ (das war auch meine erste Reaktion), sollte dieser Serie trotzdem eine Chance geben! Warum, erzähle ich später noch.

Zunächst einmal zum Inhalt:
Die Serie erzählt die Geschichte des Hauptcharakters, Shoyo Hinata, dessen Leidenschaft für Volleyball geweckt wurde, als er die Übertragung eines Meisterschaftsspiels schaute. Ein Spieler, der ebenso klein war, wie er selbst, lieferte in diesem Spiel eine überragende Leistung und wurde als „kleiner Titan“ gefeiert. Davon angespornt, möchte er selbst Volleyball spielen. Leider gibt es an seiner Mittelschule (in Japan etwa die 6. bis 9. Klasse) kein Jungsteam und so trainiert er mit der Mädchenmannschaft, allein oder mit Freunden in den Pausen. Als ein Turnier ansteht, überredet er einige Freunde, mit ihm gemeinsam teilzunehmen. Die unerfahrene Mannschaft hat bereits im ersten Spiel überhaupt keine Chance, doch Hinata findet auf der anderen Seite des Netzes einen Rivalen fürs Leben. Den brillanten Zuspieler Tobio Kageyama, der seinerseits von Hinatas Schnelligkeit und Sprungkraft beeindruckt ist.
Als Hinata in die Oberschule (10. bis 13. Klasse) wechselt, wählt er natürlich die Karasuno-Schule, auf die auch der von ihm verehrte „kleine Titan“ ging. Hier stellt er zu seiner Überraschung fest, dass das Karasuno-Team schon seit Jahren nicht mehr als ernstzunehmender Gegner oder gar als Anwärter auf die Meisterschaft gilt. Zu Beginn wirkt die Mannschaft wie eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus Individualisten, die nicht wirklich gut harmonieren. Zu allem Überfluss soll er nun mit seinem Erzrivalen Kageyama im selben Team spielen.
An dieser Stelle geht die Handlung so richtig los, es wird viel trainiert, gekämpft, gelacht, gestritten und es entstehen neue Freundschaften und Rivalitäten, sowohl innerhalb der Mannschaft von Karasuno als auch mit anderen Teams.

Das ist auch einer der Gründe, warum diese Serie so großartig ist. Es geht zwar um Volleyball, aber das dient eigentlich nur als Rahmen für die Entwicklung der zahlreichen unterschiedlichen komplexen Charaktere. Sie kämpfen mit Alltagsproblemen, die vielen vielleicht auch im eigenen Leben schon begegnet sind und es gibt in jedem von ihnen viel Identifikationspotenzial. Schwerpunktmäßig begleitet die Handlung das Team von Karasuno aber auch Charaktere aus anderen Teams, wie Nekoma, Aoba Johsai und anderen treten regelmäßig auf.

Die Animation ist enorm gut gelungen, die Sprecher liefern eine großartige Leistung und man wird förmlich die Handlung hineingesaugt. Die Serie bleibt dabei nah am realen Volleyball, natürlich mit einigen kleinen Kunstgriffen, aber sie schafft es ständig, nervenzerfetzende Spannung aufzubauen und den Zuschauer völlig mitzureißen. Man fühlt mit diesen Charakteren mit, sowohl die Verzweiflung bei Niederlagen als auch die absolute Euphorie bei Siegen.

Diese Serie ist in der Lage, so viel Motivation zu vermitteln, dass ein absoluter Sportmuffel (ich) das Gefühl hatte, sofort aufspringen und Sport machen zu wollen und das ist schon eine Leistung an sich. Außerdem illustriert sie wunderschön, wie sehr die Leidenschaft für eine Sache, sei es nun Volleyball oder etwas anderes, Menschen beflügeln und dazu bringen kann, über sich hinauszuwachsen.

Also, wer dieser Serie eine Chance gibt, kann nur gewinnen. Fliegt!

Schon gelesen? Teil 47 – Autobiografie von Marcel Reich-Ranicki

„Mein Leben“ von Marcel Reich-Ranicki

Ich muss gestehen, ich hatte noch nie eine Folge “Das Literarische Quartett” gesehen und kannte Marcel Reich-Ranicki nur vom Namen her, als mir seine Autobiografie in die Hände fiel.

Unterteilt hat Herr Reich-Ranicki seine Lebensgeschichte in unterschiedlich lange Zeitabschnitte. Mal sind es 18 Jahre, mal nur sechs. Er beginnt seine Erzählung mit seinen Eltern und seiner Geburt im Jahre 1920 und beendet das Buch 1999 mit dem 79. Geburtstag seiner Frau Teofila.

Dazwischen berichtet er von seinem langen Weg, angefangen vom Warschauer Ghetto im 2. Weltkrieg, über sein Leben im Polen der Nachkriegszeit, bis hin zu seiner Rückkehr nach Deutschland, wo er als Literaturkritiker groß und bekannt wurde.

In seinem Buch erfährt man nicht nur etwas über einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte, sondern natürlich auch viel über die deutsche Literaturszene.

Durch Reich-Ranickis flüssigen Erzählstil vergeht die Zeit mit diesem umfangreichen Buch wie im Flug.

Buchvorstellung für Erstleser – “Zombert”

Wer auf der Suche nach dem richtigen Erstlesebuch ist, der könnte einmal die Bücher aus dem Tulipan-Verlag ausprobieren, z.B. “Zombert – Hilfe die Autos” kommen.

In diesem Buch geht es um Zombert, einen Zombie, der auf dem ur-ur-ur-alten Friedhof lebt. Er hat einen allerbesten Freund: Konrad aber auch einen allerbesten Feind. Der heißt Ignaz und ist der Friedhofswächter.

Zombert ist sauer, denn durch den Friedhof soll eine große Straße gebaut werden und wie sich herausstellt, ist auch Ignaz nicht begeistert von der Straße. Deshalb tun die beiden sich zusammen, um die Straße zu verhindern. Ob sie das schaffen und wie die Geschichte ausgeht, das erfahrt ihr, wenn ihr das Buch lest.

Finden könnt ihr die Erstlesebücher aus dem Tulipan-Verlag, wenn ihr in unserem Online-Katalog in der Schnellsuche „Erstlesebuch“ und „Tulipan“ eingebt. Viel Spaß beim Lesen!

Die neue Kinderbuch-Reihe “Die Tierpolizei” – Spannung, Witz und Freundschaft

Die Katzenbärin Flopson stolpert unverhofft in ihren ersten Kriminalfall: Ihr Käfiggenosse Tjalle, ein kleiner Streifentenrek, ist verschwunden. Gutes Rüstzeug zur Lösung des Falls bringt Flopson allerdings mit, hat sie sich doch bei ihrer Besitzerin Frau Huppenschuh täglich beim abendlichen Fernsehkrimi kriminalistisch weiterbilden können.

Plötzlich sitzt Flopson vor der Tür, in der Freiheit, hat einen Kriminalfall zu lösen – und braucht dazu dringend Freunde und ein Team, das sich in Gestalt des Zwergponys Fridolin, der Blaumeise Meili und des mürrischen Teddyhamsters Jack auch bald findet. Gemeinsam wollen sie Tjalle wiederfinden – als DIE TIERPOLIZEI.

Die beiden Bände sind spannend, aber auch witzig und so schön harmlos, dass sie sich auch schon für Kinder ab 6 Jahren eignen (der Verlag empfiehlt sie ab 8 Jahren). Natürlich geht es nicht nur um die Fälle, sondern auch immer wieder um das Thema Freundschaft, darum, wie schmerzhaft es ist, von “Stadt-Tieren” als “Käfig-Tier” bezeichnet zu werden, um alte Traumata und wie man sie gemeinsam überwindet und und und.

© Sarah Dudek
Der kleine Fan vor den Büchern und E-Audios meint: “Da sind immer so spannende Fälle und das ist auch immer interessant, das mitzukriegen, wie die die lösen. Band 2 ist noch besser.”

Auch im zweiten Band, der Anfang des Jahres erschienen ist, gibt es wieder einen Fall für die Tierpolizei: Das Kaninchenkind Rosine sucht seine Mama, die zusammen mit anderen Park-Kaninchen verschwunden ist. Bei Youtube kann man schonmal reinhören, wenn die Autorin Anna Böhm, die unverkennbar aus Berlin stammt, selbst liest und uns außerdem schonmal in den dritten Band spinksen lässt, der im Juli erscheinen soll.

Parallel zu den Büchern sind Teil 1 “Kommissare mit Fell und Feder” und Teil 2 “Ohren hoch oder es knallt!” auch als Hörbücher erschienen. Sprecherin Carmen-Maja Antoni erweckt die verschiedenen Tier-Charaktere mit ihrer markanten Stimme zum Leben.

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