Da capo! Otto Sander

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Otto Sander

* 30. Juni 1941  –  † 12. September 2013

Schauspieler, Synchronsprecher, Hörspielsprecher

Otto Sander über seine Studienzeit:

“Da saß ich in der Bibliothek, das weiß ich noch heute, und habe die Aufführungsgeschichte der „Maria Stuart“ studiert. Ich wollte aber in die Praxis, nicht hinter Büchern hocken bleiben und bin dann parallel zur Schauspielschule gegangen.”

Filmausschnitt oben: Der Himmel über Berlin, 1987. Film von Wim Wenders. Otto Sander als Engel Cassiel, ab 0:50 allein im Bild.

gp

Glückliches Island

Dass Lesen und Bibliotheksbesuche das Leben länger und glücklicher machen, davon ist der isländische Dichter und Leiter der Bibliothek von Kópavogur, Hrafn Andrés Hardarson, überzeugt. Inwieweit e-books zur Lese- und Bibliothekskultur beitragen, interessierte seine Mitarbeiter Hallur Guðmundsson und Sigrún Guðnadóttir so sehr, dass sie die weite Anreise zur Stadtbibliothek Köln gerne in Kauf nahmen.

Den Kontakt stellte ein EKZ-Mitarbeiter her, der letztes Jahr in Island beruflich unterwegs war. Von den Kópavogur-Kollegen befragt, welche Bibliothek in Deutschland e-book-Vorreiter sei, kam spontan der Tip „Geht nach Köln!” Dr. Hannelore Vogt und das EU-Leonardo-Projekt ermöglichten den Besuch und so können jetzt Hallur und Sigrún eine Woche bei uns hospitieren.

Die beiden wollten aber nicht nur Informationen über die E-Ausleihe, sondern auch über PR und Management einer deutschen Großstadtbibliothek. Ergänzt durch viele Fachgespräche in den Abteilungen. Beeindruckt zeigten sie sich  von den Möglichkeiten per E-reader an Lesestoff zu kommen (in Island sperren sich die Verlage diesbezüglich gegenüber Bibliotheken). Großartig finden sie das Moderations-Konzept unserer „Wissenswert”-Veranstaltungen, den Krimi-Automaten und die minibib. Und geradezu begeistert ist der aktive Bassist Hallur von den musikalischen Möglichkeiten auf der 4. Etage.

gp

 P.S.: Warum in Island Bücher wie ein Jungbrunnen wirken und die Intelligenz erhöhen (s.o. erster Satz) kann man hier nachlesen.

Die Bibliothek als Kulisse für Fotoshootings – ein Trend?

Komisch eigentlich, dass wir zwischen unseren Regalen nicht ständig über sich fotografierende Paare oder Kinder mit Nickelbrillen stolpern. Wenn man sich im Netz die Fülle an Fotoshootings mit Bibliotheksregalen im Hintergrund ansieht, müsste man meinen wir könnten Stromkosten sparen, indem wir einzig auf das Blitzlicht unserer Besucher setzen. Vielleicht ist dies aber noch ein US-amerikanischer Trend, der noch ein wenig braucht um bei uns anzukommen. Solange lassen wir die Deckenbeleuchtung also noch an, keine Sorge.
 
Tipps für gelungene Fotoshooting-Kulissen via Etsy.com:

 
Sogar auf Pinterest, der persönlichen Pinnwand im Netz, finden sich ganze Sammlungen von Fotos in Bibliotheksumgebung. Hier sehr beliebt: Knutschen zwischen den Regalen:

 
Auch für Familienfotos eine gern genutzte Kulisse. Da werden Kinder zu kleinen Professoren und Literaten mit Hornbrille:

Und dann gibt’s auch die Werbeindustrie, die sich dann was ganz anderes einfallen lässt. Und einen kleinen Skandal lostritt. Wir lassen das hier mal auf dem Link beruhen. 😉

(mks)

 

Bücherzwerge – eine literarische Krabbelgruppe in Bocklemünd

Im Zentrum der Bücherzwerge steht die Sprach- und Sinnesförderung der Kleinsten (von 6 Monaten bis 2 Jahre) mit Liedern, Singspielen, Kniereitern und Fingerspielen. Wir sehen uns gemeinsam ein Bilderbuch an oder die Kleinen stöbern mit ihren Eltern in einer Bilderbuchkiste.
Am 08.10. um 10.15 Uhr geht es los, Dauer ca. 45 Minuten. Weitere Termine sind der 15.10. und 22.10.
Der Eintritt ist frei – Anmeldung erforderlich
Wir freuen uns auf Euch!
Stadtteilbibliothek Bocklemünd-Mengenich
Görlinger Zentrum 13-15
50829 Köln
Tel.: 0221503276
E-Mail: bocklemuend@stbib-koeln.de

Karten gewinnen: Mozart auf der Reise nach Prag

Theaterabend mit der Schauspielerin Barbara Kratz nach Eduard Mörikes berühmter Novelle
Wir schreiben das Jahr 1810. Mozart ist berühmter als zu Lebzeiten und seine Witwe Constanze inzwischen wohlhabend. Noch einmal fährt sie mit der prachtvollen Kutsche, die reiche Gönner dem verehrten Meister 1787 auf der Reise nach Prag geschenkt hatten, und zwar direkt vor die Zuschauer — eine Reise mit Hindernissen und viel Musik.
Wo: Stadtteilbibliothek Rodenkirchen
Wann: 20. September 2013, 19.30 Uhr
Für die Veranstaltung verlosen wir 2×2 Karten unter allen, die hier bis zum 12. September einen Kommentar hinterlassen!
Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt.
Viel Erfolg! 🙂
 
Informationen zur Veranstaltung und zum Vorverkauf gibt es hier im Kalender der Stadt Köln.

(mks)

(Foto: © Hydra Productions)

Five minutes – Poetry Slam 4

Am 11. Oktober 2013 veranstaltet die Stadtteilbibliothek Rodenkirchen wieder einen Poetry Slam. Wer traut sich auf die Bühne?
Laut, leise, wild, dramatisch oder lässig – die Vortragsweise ist den Teilnehmern selbst überlassen und genauso vielfältig wie die Textauswahl. Das Publikum fiebert mit – und entscheidet als Jury. Die Texte sind selbst geschrieben – Gedichte, Geschichten, Essays – alles ist möglich, aber nur innerhalb von 5 Minuten.
Ihr möchtet mitmachen? Dann einfach losschreiben und einsenden: Abgabeschluss ist der 23. September 2013.
Reicht die Texte in 3-facher Ausfertigung unter dem Stichwort “Poetry Slam 2013” bei uns ein. Bitte benutzt Schriftgröße 12 und vermerkt auf einem Exemplar euren Namen sowie Anschrift, Telefonnummer und Email-Adresse. Abgabe entweder direkt bei uns in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen oder per Post an:

Stadtteilbibliothek Rodenkirchen

Schillingsrotter Str. 38

50996 Köln

Bei Fragen erreicht ihr uns unter 0221/ 221-92370.
Wir freuen uns auf euch und eure Texte!

(Stb Rodenkirchen & ba)

Stadtteilbibliothek Neubrück macht Anfänger zu Profis!

Mein persönliches Highlight der Woche:
Wii für Senioren!

Jeden Donnerstag treffen sich unsere Senioren von 10:00 – 12:00 Uhr in der Stadtteilbibliothek Neubrück im Pavillon (An St.Adelheid 2-8) zum Wii spielen.

Kurz vor 10 bekomme ich beim Aufbau der Leinwand und der Konsole tatkräftige Unterstützung von unseren Senioren und dann kann es auch schon losgehen…
Beim Bowlen, Tennis, Golf oder Baseball zeigen wir was wir drauf haben.


Und auch ich wurde längst von unseren Senioren in jeglichen Disziplinen an der Wii-Konsole überholt und habe große Mühe mich den Erfolgen unserer Senioren anzuschließen. Übung macht bekanntlich den Meister!
Das heißt natürlich nicht, dass man ein Profi an der Konsole sein muss um sich unserer Truppe anzuschließen – GANZ IM GEGENTEIL:
Es ist JEDER herzlich eingeladen um die Wii zu erproben, zu spielen oder einfach bei einem Kaffee zu plaudern!

Wir freuen uns auf Sie!
E.Yüksel

Philosophierende Radler: Erwarte das Unerwartete

Ein philosophisches Buch steht bei uns unter der Signatur X (= Sport) im Regal? Der Titel „Die Philosophie des Radfahrens” lässt nicht zwingend schlussfolgern, dass die „Liebe zur Weisheit” dort gut aufgestellt ist. Jedoch – näheres Hinsehen bestätigt die Lektoratsentscheidung. Neun der 15 enthaltenen Essays befassen sich mit Radrennen und Nachdenklichkeit über Hochleistung bis hin zum Doping.

In drei weiteren Texten führen extreme Touren (ein Autor radelt täglich 22 Kilometer zur Arbeit nach Reykjavik) zu tieferen Erkenntnissen. Bleiben zwei eher verkehrpolitische Betrachtungen: eine über die Critical-Mass-Bewegung und eine über die Gründe, warum Kopenhagen, das Radlerparadies ist. Die Vertreibung aus Letzterem beklagt Maximilian Probst, der auf einem klappernden Holland-Rad durch die Stadt rollt. Ihm verdanken wir den Gedanken, dass wir durchs Strampeln, dem Treten in die Pedale, uns daran gewöhnen, den Körper aus eigener Kraft von A nach B zu befördern „immer auch, um ihn selbst zu bewegen, er ist nie nur ein Mittel (dafür da, um unseren Geist in die Bibliothek zu lotsen), er ist immer auch Zweck in sich. Das Fahrrad trägt dem Rechnung.”

Schön, dass da einer mal erkannt hat, wofür Bibliotheken gut sind und wie man sich ihnen nähern sollte!

Die erhellensten „philosophischen Lektionen” verpasst uns Steven D. Hales, Philosophie-Professor aus den USA, der sich neben so langweiligen Themen wie Erkenntnistheorie und Metaphysik mit den spannenderen Beziehungen zwischen Bier, Katze, Hund und Philosophie beschäftigt. Und mit dem Fahrrad, das ihm sechs deutliche Mahnungen erteilt.

Er schlägt den Bogen von Platon zur Pedale. Im Höhlengleichnis halten die Gefangenen die Schatten an der Wand für die Wirklichkeit. Philosophie holt uns aus der Höhle. Auf dem Fahrrad können wir heraus fahren. Hales schwingt sich auf den Sattel, völlig unerfahren wagt er sich auf 152 km bergiger Strecke. Nietzsche folgend, der meinte, dass nichts von Wert leicht zu erreichen sei. Bei einer anderer Tour überholt ihn Thoreau, der in „Walden” empfiehlt: „Warum sollen wir in solcher Eile, solcher Lebensverschwendung leben?” Am eigenen Leibe prüft Hales Argument für Argument. Etwa Descartes, für den Weisheit uns zum Herrn der Leidenschaften macht, auf „dass die Übel, welche sie bringen, sich leicht ertragen lassen.”

Setzt mit Hume dagegen, dass die „Vernunft nur Sklave der Affekte ist“. Stoiker Epiktets Ideal der Unerschütterlichkeit lässt ihn Stürze vom Rad unbewegt von Gefühlen ertragen. Wie Grübler Kierkegaard findet er gar Gefallen an Schwierigkeiten. Wiederum Hume bringt ihn davon ab, Erfahrungswerten zu trauen. „Erwarte das Unerwartete”, weissagt ihm diese die Lektion. Dabei lernt er viel über Einfallsreichtum und Selbstgenügsamkeit. Die letzte Etappe führt ihn nach Delphi und zur Freude an der Selbsterkenntnis.

Dies sind kleine Streifzüge aus 206 Seiten philosophischer Streckenführung, alle verbindend der Nietzsche-Rat, „keinem Gedanken Glauben zu schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung, – in dem nicht auch die Muskeln ein Fest feiern.”

gp

 P.S.: Für Herausgeber Peter Reichenbach „verändert Radfahren unsere Sicht auf die Welt”. Nektar saugen vermutlich eher die Radelnden aus diesem Buch. Wen es allerdings motiviert, die enthalten Weisheiten auf dem Drahtesel zu überprüfen, dem sei „Unerwartetes” garantiert.

 Die Philosophie des Radfahren. Mairisch Verlag 2013. Signatur: Xas Philosophie des

 Hier der komplette Text von Maximilian Probst.

Stadtbibliothek Köln im Dienst der Wissenschaft

(Foto: © Heinrich-Barth-Institut e.V.)

Eine Anfrage besonderer Art hat uns kürzlich von der „Forschungsstelle Afrika” des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln erhalten. Diese benötigte unseren 3-D-Drucker in wissenschaftlicher Mission. Eine bedeutende Grabungskampagne in Namibia hatte unter anderem einen Schafsknochen zu Tage gebracht, der auch Auskunft über die Wirtschaft und Ernährung prähistorischer Menschen liefern kann. Invasive Untersuchungsmethoden beschädigen ein Original-Fossil meist weitgehend und es geht damit der Wissenschaft als haptisches Objekt verloren.
Die Technik des 3-D-Drucks kann heute eine präzise Dokumentation des Originals liefern. In einer spektakulären Aktion verwandelte unser MakerBot Replicator 2 die vorher vom Neanderthal Museum gefertigten hochauflösenden 3D-Scans in eine originalgetreue Replik des begehrten Schafknochens.
Der 3-D-Drucker steht im Makerspace auf der neu gestalteten Etage „4″ in der Zentralbibliothek am Neumarkt. Dort bieten wir jedermann Zugang zu neuen technischen Entwicklungen. Dabei geht es nicht nur darum, Bücher und Medien zu nutzen, sondern auch selbst kreativ zu werden und eigene Inhalte zu produzieren.
Schaut doch mal vorbei!
Weiterführende Informationen:
http://www.cceh.uni-koeln.de/rti
http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/bibliotheken-archive/zentralbibliothek/die4/
http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/lesen-und-lernen/12535/
http://stadtbibliothekkoeln.blog/2013/02/26/wir-haben-einen-3-d-drucker/
http://stadtbibliothekkoeln.blog/2013/03/27/der-erste-monat-mit-unserem-3d-drucker/
http://stadtbibliothekkoeln.blog/2013/06/22/was-wird-eigentlich-mit-eurem-3d-drucker-gedruckt/
ck

Wiedersehen auf DVD: “Moonrise Kingdom”

Bob Balaban kehrt als Bonus zurück. Der begleitende Erzähler aus „Moonrise Kingdom” (Fans des schönsten Films von 2012 erinnern sich…),  jener namenlose Berichterstatter, der die faszinierende Story von Sam und Suzy mit Fakten über die fiktive Insel New Penzance unterfüttert.. dessen Wissensschatz ihn auch als Kartograph oder Heimathistoriker qualifiziert hätte…  der alle Winde, Wege und das Wetter dieses Eilands aus der Westentasche kennt…  aber auf der Leinwand der kauzige Kerl des Jahres 1965 bleibt… eine Mischung aus Gartenzwerg und Weihnachtsmann im grün-roten Outfit, dessen Blick und Stimme sich immer direkt an die Kamera wenden, d. h. zu uns im Zuschauerraum.

Auf der DVD – und das ist in diesem Fall das Erhellende am Bonus-Material – outet er sich zusätzlich als Bibliothekar. Vor standesgemäßem Hintergrund nutzt er die Gelegenheit, uns jene sechs Bücher vorzustellen, aus denen Suzy ihrem Sam während der gemeinsamen Flucht vorliest. Diese Bücher würden nun zu gern viele (denen der Film besonders wertvoll ist) lesen, jedoch die Cover und die Zitate sind allesamt reine Erfindungen. Dafür entschädigt uns die bibliothekarische Präsentation durch kleine und sehr fein gesponnene Animationen:

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Bob Balaban, der nicht nur schauspielert, Filme produziert und Regie führt, schreibt auch Kinderbücher. Dies mag erklären, warum er für die Rolle des Bibliothekars prädestiniert ist, und warum er wie viele andere große Schauspieler der USA Schlange stehen würde, um in einem Wes-Anderson-Film mitzuspielen. Der 44jährige Regisseur von „Moonrise Kingdom” genießt mittlerweile Kultstatus, gleichzeitig kann er als ebenbürtiger Nachfolger von Robert Altman gelten. Wie der, vermag er storytelling weit weg und jenseits von Hollywood in Szene zu setzen.

P.S.: 2012 auf der Kino-Leinwand erfuhren wir bereits, dass die sechs Bücher von Suzy aus der Bibliothek entwendet wurden. Aber zu gerne nehmen wir ihr das Versprechen ab, sie wieder zurück zu bringen.

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gp

Bilder: oben (movie picture), darunter (DVD-Bonus)

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