Porz-Blitz!

Freitag (18.11.), spät abends, als es draussen schon schaurig dunkel war,  fanden sich in der Bibliothek allerlei Gauner, Räuber und Abenteurer
zusammen. Die Ansprüche waren hoch, schliesslich sollte eine neue Bande gegründet werden. Und da brauchte es keine Saubermänner! Ob man die Schuhe
ausziehen durfte? “Nur wer Stinkefüsse hat. Der Rest muss sie anbehalten!”
Und wie sollte die Bande heissen? Ganz klar… Porz-Blitz!
Angeführt von zwei erfahrenen Gaunern, Chris Boge und Ralf Paprotta (Referenten von Jugendstil, dem Kinder-und Jugendliteraturzentrum NRW),
wurde gebastelt, gemalt, gejagt, gelesen und nach den Vorbildern Räuber Hotzenplotz und der Roten Zora, das ein oder andere Abenteuer durchlebt!
Die mal etwas anderen (drei) Stunden in der Bibliothek waren rasend schnell rum!

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Bla

Wir trauern…


Mit großer Betroffenheit haben wir erfahren, dass Matthias Sommer am Montag dieser Woche plötzlich verstorben ist. Über fünf  Jahre stand er  als Wachdienst am Eingang der Zentralbibliothek. Viele von uns und viele Besucher des Hauses haben ihn in sehr guter Erinnerung.
Er war über sein Aufgabengebiet hinaus immer hilfsbereit und freundlich. Aber auch in kritischen Situationen hat er nie den Überblick verloren und sich immer vorbildlich verhalten. Nicht zuletzt deshalb war er vielen seiner Kolleginnen und Kollegen, die mit ihm im Wachdienst tätig waren, ein wichtiger Ratgeber.
In der Zentralbibliothek und  besonders im Erdgeschoß wird man ihn noch lange vermissen.
Am Eingang haben wir ein kleines Kondolenzbuch ausgelegt, in das unsere Besucher einen Abschiedsgruß an die Hinterbliebenen schreiben bzw. Gedanken oder einfach nur den Namen als Zeichen der Anteilnahme eintragen können.

gp

Festtage in Sülz

Sechs Wochen lang war die Stadtteilbibliothek Sülz wegen einer umfassenden Renovierung geschlossen und erstrahlt nun  im neuen Glanz. Das wurde letzte Woche vom 17.11. bis 19.11.2011 zum Anlass genommen, um mit einem bunten Programm für Jung und Alt, die renovierte Bibliothek zu feiern.

Walter Filz liest aus "Der Affe zu Köln"

Am ersten Festtag fand eine Kinderlesung für Kinder ab 3 statt. Damit die Eltern dabei nicht zu kurz kamen, bot der Förderverein der Stadtteilbibliothek Sülz Lesezeichen e.V. kostenlos Kaffee und Kuchen an. Um 20 Uhr lass dann der Kölner Autor und Journalist Walter Filz aus seinem Buch Der Affe zu Köln. Oder: Petermanns Rache. In diesem Buch vergleicht er den berühmten Kölner Affen Petermann mit der Mentalität der Kölner, was nicht nur einen echten Kölner zum Schmunzeln brachte.

Kinder spielen Wii

Am nächsten Festtag wurde nachmittags die neue Wii der Stadtteilbibliothek bespielt. Die spielfreudigen Kinder konnten mit Hilfe von unseren Azubis verschiedene Wii-Spiele ausprobieren. Und auch an diesem Tag lud der Förderverein zu Kaffee und Kuchen ein.

Lale Akgün liest "Der getürkte Reichstag"

Am Abend fand schließlich eine Lesung mit Lale Akgün statt. Die Politikerin und Autorin lass Auszüge aus ihrem Buch Der getürkte Reichstag, das einen amüsanten Einblick in den deutschen Bundestag und in ihre türkische Familie zeigt.

Am letzten Festtag gab es ein buntes Kinderprogramm mit Kinderschminken, Lesezeichen bemalen, Glücksrad drehen und Wii-Spielen. Um 12 Uhr wurde außerdem das Bilderbuch Elmar erst auf Spanisch und dann auf Deutsch vorgelesen.

Johannes Kleist und der "Wi-Wa-Wackelzahn"

Während ihre Kinder durch die verschienden Aktionen “bespaßt” wurden, konnten sich die Eltern bei einem Kaffee und Kuchen vom Förderverein ruhig zurücklehnen.

Der krönende Abschluss des Tages war dann das Kinder-Mitmachkonzert Wi-Wa-Wackelzahn von Johannes Kleist. Mit seinen Liedern und Texten, unterstützt von seiner Gitarre, brachte er nicht nur die kleinen, sondern auch die “großen Kinder” zum Mitsingen, Mithüpfen und Mitklatschen.

Einen kleinen Eindruck von den drei ereignisreichen und bunten Festtagen können vielleicht die Bilder vermitteln!

Kinderschminken

Spanisch-Deutsche Kinderlesung
Glücksrad
Lesezeichen bemalen

Demnächst in Porz…

Literaturheilkunde

Rezeptfreie Geschichten mit garantierten Nebenwirkungen

 

Erzählabend mit Robert Pfeffer

 

Donnerstag, 01.12.11, 19 Uhr

Stadtteilbibliothek Porz

Eintritt frei!

 

Foto von Christian Steinkrüger
  

Alles wird komplizierter und auch Kulturelles können Sie heute nicht mehr bedenkenlos konsumieren. Lernen Sie wahrhaft Erhebendes von lauernden Gefahren zu unterscheiden und studieren Sie ein bisschen die Literaturheilkunde. Aus erzähl-ärztlicher Sicht verabreicht Robert Pfeffer unter dem Arbeitstitel Lese und genese!“ rezeptfreie Geschichten mit garantierten Nebenwirkungen!

Hören Sie Episoden aus Werken von Rafik Schami, Marc-Uwe Kling und Jürgen von der Lippe sowie zwei Kurzgeschichten-Gewächse aus seiner eigenen Feder.

Robert Pfeffer, 45, bekennender Rheinländer, ist seit 2006 jedes Jahr mit einem neuen Bühnenprogramm in der Region unterwegs, erzählt aber auch in Hessen und Bayern.

 Wer mehr erfahren möchte:

www. gepfeffertes.de

                                                                                                                                                    Bla

Schnell noch Hugo Cabret lesen, bevor er am 9.2. ins Kino kommt!

Wer lieber die Romanvorlage kennt, bevor er ins Kino geht, hat jetzt noch 48 Tage Zeit um sich diese hereinzuziehen – was hier wirklich die treffendste Bezeichnung darstellt. Denn nicht nur Kinder und Jugendliche sondern auch illustrations- und graphic-novell-affine Leser des höheren Semesters wird dieser Roman von Brian Selznick ansprechen.

“Die Entdeckung des Hugo Cabret” lässt sich aber, was sein Genre angeht, nicht wirklich einordnen. Kein Bilderbuch, kein Comic und auch nicht wirklich eine graphic novel. Der Verlag nennt es einen “Roman in Worten und Bildern”.
Seht selbst:

Wie das filmisch umgesetzt wurde, kann hier schonmal vorab angesehen werden. Eines sei verraten: In untypischer Rolle sieht man hier den in der Vergangenheit als “Sexiest Man Alive” (People Magazine) gekürten Jude Law und den aus seinen Blödel-Rollen bekannten Sacha Baron Cohen (Ali G, Borat, Brüno). Kein geringerer als Martin Scorsese hat hier die Regie geführt – das ganze kommt dann auch gleich dreidimensional in die entsprechenden Filmspielhäuser.

mks

Bei uns finden Jungs den richtigen Stoff!


Heute ist Internationaler Männertag. Seit 1999 wird er immer am 19. November gefeiert.  Zu den Gründen, diesen Tag zu feiern, sagen die Initatoren:
“Ziele des Internationalen Männertages sind es, den Fokus auf Männer- und Jungen-Gesundheit zu legen, das Verhältnis der Geschlechter zu verbessern, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern und männliche Vorbilder hervorzuheben. Es ist ein Anlass die Benachteiligung von Männern und Jungen aufzuzeigen und ihren Einsatz für die Gemeinde, Familie, Ehe und Kinderbetreuung zu würdigen.”
Der Tag steht immer unter einem Motto. 2011 lautet es:
 “GIVING BOYS THE BEST POSSIBLE START IN LIFE”
Literatur zur Situation von Jungen in unserer Gesellschaft findet sich reichlich in unserer Bibliothek (u.a.s. Bild). Und für Jungs aller Altersstufen gibt es regalmeterweise spannenden Lesestoff.

gp

Karten gewinnen: Kurt Flasch – Einladung, Dante zu lesen

Am 29. November liest der Philosophiehistoriker Kurt Flasch mit uns und Euch in der Zentralbibliothek Dante.

“Dantes Commedia durchmisst den gesamten metaphysischen Kosmos der damaligen Zeit – Hölle, Fegefeuer und Paradies – und durcheilt gleichzeitig die dunklen Gassen und verschwiegenen Hintertreppen. Mit seiner Übertragung legt Kurt Flasch die Frucht seiner lebenslangen Beschäftigung mit Dante vor. Seine elegante Sprache, seine Kunst zur plastischen Darstellung und sein enzyklopädisches Wissen greifen ineinander und erschließen Dantes Kosmos neu. Flasch entdeckte, dass nicht der Vers, sondern der Satz das eigentliche Architekturelement Dantes ist, und übersetzt sein Meisterwerk in eine rhythmisch federnde Prosa.” (aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Köln)
Beginn ist um 20 Uhr.
Die Moderation übernimmt Gerd Scobel (u.a. Journalist und Philosoph).
Wir verlosen an dieser Stelle wieder 2×2 Karten für die Veranstaltung. Schreibt uns bis zum 21. November hier in einem Kommentar, warum Ihr gerne Karten gewinnen möchtet!
Viel Spaß!

ck

“Köln ist affenartig…”

 

 

 

Drei Tage feiert die Stadtteilbibliothek Sülz in dieser Woche die Wiedereröffnung nach umfassender Renovierung. Auf Einladung des Fördervereins Lesezeichen e.V.  stellt der Kulturjournalist und Kölner Dr. Walter Filz  (im Bild) sein Buch “Der Affe zu Köln” vor, das mit verblüffenden Erkenntnissen zur Kölner Mentalität und der Geschichte des Affen Petermann aufwartet. Anläßlich seiner Lesung, die morgen, Donnerstag, 17.11.11, um 20 Uhr in der Stadtteilbibliothek Sülz stattfinden, hat er uns ein kleines Interview gegeben.

Herr Dr. Filz, wieviele Affen gibt es in Köln?

Das kommt – wie immer – auf die Definition an. 100prozentige Affen gibt es (hoffentlich) nur im Kölner Zoo. Mindestens 95prozentige Affen sind wir alle, denn so hoch schätzen Forscher die genetische Übereinstimmung zwischen Schimpansen und Menschen. (Manche behaupten sogar, es seien mehr als 98 Prozent). Noch höher können die seelisch-mentalen Übereinstimmungen sein. Allerdings scheint es hier regionale Varianten zu geben. Meiner Einschätzung nach kann die seelisch-mentale Übereinstimmung zwischen Kölnern und Menschenaffen bis zu 99 Prozent betragen, in Einzelfällen liegt sie vielleicht noch darüber. Man könnte also durchaus behaupten, dass es in Köln so viel Affen wie Einwohner gibt. Allerdings ist dieser Bereich noch weitgehend unerforscht. Man ist auf Beobachtung und Hypothesen angewiesen…

 Warum ist ausgerechnet Köln so affengeil?

Ob Köln “affengeil” im wörtlichen Sinn ist, weiß ich nicht. (Ist dieses ehemalige Jugendsprachwörtchen nicht fast schon wieder ausgestorben?) Außer auf dem Pavianfelsen im Zoo scheint mir der Testosteron-Ausstoß in der Stadt im deutschen Durchschnittsmaß zu liegen. Köln ist aber – anders als andere deutsche Städte – “affenartig” und manchmal auch unartig. Das liegt unter anderem an einer gewissen – sagen wir – offensiven Unkenntnis von Pflicht- und Moralvorstellungen und einer relativ ungebändigten Trieborientierung bei gleichzeitiger Verweigerung von Verantwortung. Zum Triebhaften passt natürlich das Adjektiv “geil”. Aber ich möchte trotzdem nicht von “affengeil” sprechen – um die Affen nicht zu diskriminieren.

Tatsächlich zielt der kölsche Trieb auch weniger in den sexuellen Bereich. Der Kölner will ganz allgemein: nur spielen. 

Allenthalben klagt man in Köln oft über den Niedergang der kölschen Art. Die Kinder können kein Kölsch mehr sprechen, wollen es auch gar nicht. Und die Imis feiern schon ihren eigenen Karneval. Droht dem Äffischen im Kölner die Nische in der eigenen Heimatstadt?

Die “kölsche Art” wandelt sich – wie alle Sitten und Gebräuche und wie der Mensch überhaupt. Und wer da “Artenschutz” fordert, der verwechselt Lebensgefühl mit historischen Denkmälern. Andererseits: der Dom bleibt ja stehen, die geographische Lage Kölns verändert sich auch nicht. Und auch andere äußere und innere Gegebenheiten der Stadt erweisen sich als erstaunlich beharrlich. Deshalb glaube ich, dass “Imis” in Köln nur begrenzt ihren eigenen Karneval in Kölner Kulissen feiern können. Denn die Stadt und ihre “Art” lässt das gar nicht zu. Ob mit mehr oder weniger kölscher Sprache: wer hier ist, der wird Kölner – ob er will oder nicht und oft, ohne dass er (oder sie) es merkt. Daher mache ich mir ums Äffische keine Sorge. Petermann lebt… und lässt sich täglich aufs Neue erleben.

gp

Ich lese gerade… Véronique Bizot

Meine Krönung

Klaus Bittner

Was braucht man mehr als eine Haushälterin und deren köstliche Linsengerichte? Gilbert Kaplan, unser Titelheld, ist zufrieden damit und mit seinem Leben. Vielleicht noch ab und an eine kleine Plauderstunde und ein Gläschen Wein mit seinem Nachbarn, einem alten Veterinär, wenn man sich elend fühlt oder erkältet ist. Der hat zwar auch keine Ahnung von Erkältungskrankheiten, dennoch fühlt man sich hinterher leichter und besser, fast geheilt, vor allem wenn Monsieur Kaplan aus seiner Pariser Wohnung dann noch dem Treiben auf den Straßen zuschauen kann. Wenn nur nicht dieser große Preis wäre, den man ihm neuerdings verleihen will. Es ist ihm peinlich, für etwas geehrt zu werden, das so viele Jahre zurückliegt und an das er sich nicht mehr erinnern kann. Erinnern tut er sich allerdings noch an viele kleine Episoden seines Lebens, z. B. an seine unglückliche Frau oder seinen eigenwilligen Sohn, den er so viele Jahre nicht mehr gesehen hat. Nach China fährt er aber auf jeden Fall nicht, die Chinesen haben ihn zwar eingeladen, aber das ist ihm zu weit und dort gibt es auch viel zu viele Menschen, dies ist ihm unangenehm. Und einen neuen Anzug will er auch nicht haben. Am Besten er geht gar nicht zur Preisverleihung. Doch Madame Ambrunanz wünscht es sich so sehr! Véronique Bizot gelingt mit dieser knappen Novelle ein kleines Meisterwerk, das uns gerührt, melancholisch, nachdenklich, aber auch amüsiert und beschwingt zurücklässt.
Dem Roman finden Sie in der Zentralbibliothek unter “U Bizot, Véronique”.
 

bit/mks

Ich lese gerade… Yuri Herrera

Abgesang des Königs

Klaus Bittner

Er sang die Geschichte hingebungsvoll wie eine Hymne und energisch wie ein Anrufer, aber vor allem machte er sie anschmiegsam, damit die Leute sie mit Beinen und Hüften lernten und später wiederholen konnten.“
Mit diesem Auftritt beginnt der Dienst des Sängers, der im Mittelpunkt des kleinen Romans steht und aus dessen Sicht und durch seine Balladen seine und die Geschichte des Königs erzählt wird.  Aber wer ist der König? Nur ein Drogenboss, nur ein Herrscher über ein riesiges Gebiet in der Wüste Mexikos, von dem alle abhängig sind in Gutem wie im Bösen? Der die Polizei oder Politiker, eigentlich alle an „Hof“, für sich arbeiten lässt, solange sie seinen Interessen dienen. Das erinnert natürlich an Mafiastrukturen. Und natürlich ist der Künstler der Hofnarr, solange gewünscht und geduldet, wie er die Heldentat seines „Königs“ besingt und seine Nase nicht zu tief in seine Geheimnisse steckt. Aber zum Glück ist unser Corrida-Sänger zu naiv oder doch instinktiv zu schlau, um sich ganz in diesem Sumpf zu verlieren. Er beobachtet, durchschaut, singt und liebt. Aber wie Herrera durch die Augen seines Sängers den Charme der Macht, die Gier, und die Verführbarkeit deren Handlanger schildert, ist so wundersam und meisterhaft, dass man sich am Ende verwundert den Sand aus den Augen reibt. „ Gehen wir, gehen wir endlich.“
Den Roman finden Sie in der Zentralbibliothek unter “U Herrera, Yuri” .

bit/mks

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