Ein Jahr im Bett

„Er sagte: ‚Es ist nichts zu essen da.’

‚Was zu essen gibt’s im Supermarkt’, sagte sie.”

Vermutlich kennt ihn jeder: den Traum, einfach im Bett liegen zu bleiben, die täglichen Pflichten vergessend sich rein dem süßen Nichtstun zu widmen.

Eva Beaver erfüllt ihn sich. Am Tag, an dem ihre 17jährigen Zwillinge von zu Hause ausziehen, geht sie mit dem Beschluss ins Bett, vorerst nicht mehr aufzustehen. Als Ehe- und Hausfrau tritt sie in den Totalstreik! Und tatsächlich schafft sie es, ein Jahr durch zu halten (Eva: „Ich will mich sortieren.”).

Ihr Verhalten ist so ungeheuerlich, dass es ihr komplettes Umfeld in Turbulenzen stürzt. U.a. ihren intellektuellen Gatten Brian (von Beruf Astronom), ihre mathematisch hochbegabten und durchgeknallten Kinder, ihre nervtötende Mutter sowie ihre Schwiegermutter.

Versuche, sie für verrückt zu erklären, scheitern. Die Medizin attestiert ihr Normalität (Eva: „Ich bin nicht krank. Ich ziehe mich zurück von der Welt…”).

Während sie über sich selbst und ihr Leben nachdenkt, versinkt alles im Chaos. Der Gatte, stellt sich heraus, hat seit 8 Jahren eine Geliebte. Mehr oder weniger gestörte Menschen bevölkern das Haus. Niemand scheut sich mehr, auch unangenehme Wahrheiten offen aus zu sprechen. Die Medien wittern eine Sensation. Eva bekommt Fans, die in ihr eine „Heilige” sehen. Das alles bringt sie nicht aus dem Schlafgemach („Ich mache Urlaub von meinem ich”).

Über 445 Seiten schafft Autorin Sue Townsend (bekannt auch durch ihre „Adrian-Mole”-Bücher) mit abgrundtiefem britischem Humor puren Lesespaß. Mühelos schlägt sie Bögen zwischen Kosmos und Küche, Astronomie und Apathie, Mathematik und Muße. Überzeugend bestätigt sie die Tatsache, dass wer nichts tut, auch nichts verkehrt machen kann. In diesem Sinne ist die Lektüre das perfekte Vergnügen für relaxte Feiertage.

gp

P.S.: Aus Bibliothekssicht müssen wir anfügen, das Eva in ihrem (für die Story nebensächlichen) Berufsleben als angelernte Bibliotheksassistentin gejobbt hat. Bei dieser Arbeit lernte sie auch ihren Ehemann Brian kennen. Er hatte von ihr einen bösen Brief bezüglich eines nicht zurück gegebenen Buches bekommen. Seine Begründung dürfte selbst für gestandene Bibliotheksmitarbeiter nicht alltäglich sein: „Ich werde [es] nicht zurückgeben […] weil es voll von theoretischen Fehlern und inhaltlichen Narreteien ist, dass ich es in den Soar [Fluss von Leicester] geworfen habe. Ich kann nicht riskieren, dass es meinen Studenten in die Hände fällt”.

P.P.S.: Aus nicht nachvollziehbaren Gründen wird aus Eva gegen Ende des Buches eine ehemalige „Bibliothekarin”. Ob das aufs englische Original oder die Übersetzung zurück zu führen ist, konnte nicht ermittelt werden. Wie auch immer ist Fakt, dass die Ausübung dieses Berufes ein abgeschlossenes Studium voraussetzt. Eva Bieber ist zwar Bücherfreundin und vielseitig interessiert, aber ansonsten gänzlich unakademisch gezeichnet.

Bei uns im Bestand:

Sue Townsend: Die Frau, die ein Jahr im Bett blieb. Berlin 2013. (Signatur:  U Townsend, Sue)

Christmas-Countdown-Charts Nr. 12: “Lametta” von Erdmöbel und Maren Eggert

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Höchste Zeit mal zu schauen, was in der heimischen Plattenküche komponiert wird. In der musikalischsten Stadt Deutschlands wird sich doch irgendwo ein Christmas-Knaller finden. Schwups! Da ist er schon!

Die beste Band Mitteleuropas arbeitet in Köln. Beschert sie doch ihren Fans eigens fürs Fest immer ein kleines Liedchen. Erdmöbel (DDR-Sprachgebrauch für „Sarg”) stammen ursprünglich aus den Westfälischen Wäldern sind aber schon seit ewigen Zeiten echte „Imis”, denen im Schatten des Domes (am Eigelstein) geniale Songs einfallen.

Dieser von 2011 ist einem besonderen Baumschmuck gewidmet. Wir erinnern uns: Deutsche Tannen tragen immer weniger Lametta. Durften früher die glitzernden Stanniolfäden an keinem Baum fehlen, werden sie heute verschmäht. Als Grund wird oft angegeben, dass sowohl das Anbringen als auch das Abschmücken der widerspenstigen Spagetti-Streifen nervt, und die Abfallbetriebe Bäume mit Metall-Müll nicht entsorgt.

Zack(!) beamt einen das Lied in Zeiten zurück, als die Hausfrau das Lametta (zwecks Wiederverwendung) nach dem Fest wieder schön glatt bügelte .

Wie dem auch sei, wir sind mehr als neidisch auf Sänger Markus Berges, der es geschafft hat, eine leibhaftige „Tatort”-Polizeipsychologin zum Duett zu überreden. Be- und verzaubernde Maren, wenn Du mal in Köln bist, schau doch bitte mal bei der Stadtbibliothek rein und sing für uns ein kleines Lied.

gp

Christmas-Countdown-Charts Nr. 13: “Le noël de la rue” von Edith Piaf

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Persönlichkeiten wie sie nennen die Franzosen ein „monstre sacré”. Die Göttin, die Ikone des französischen Chansons wurde in allen ihren Widersprüchlichkeiten verehrt und geliebt. „Die Stimmen vieler singen in mir”, sagte sie einst.

In diesem Lied von 1951 stellte sie sich voller Wehmut auf die Seite der Pariser Straßenkinder, denen Weihnachten nichts geschenkt wird. Nur aus der Ferne und Kälte erahnen sie, was sich hinter den Fensterscheiben abspielt. Für sie fällt kein Stern vom Himmel.

gp

Le noël français au cœur de Cologne: Köln – Lille

Vom 25. November 2013 bis 12. Januar 2014 heißt es »Joyeux Noël!« bei einem vielseitigen Programm für Kinder und Erwachsene. So locken neben französischen Weihnachtsbräuchen, stimmungsvolle Musik aus Nordfrankreich und kulinarische Spezialitäten auf den Weihnachtsmärkten. Zeitgleich wird mit entsprechenden Aktionen in der Partnerstadt Lille für Köln als Weihnachtsstadt geworben. Die jährliche Veranstaltungsreihe „Weihnachten der Städtepartner“ stellt diese Städtepartnerschaft unter dem Aspekt der Weihnachtszeit in den Vordergrund.

Die Stadtbibliothek beteiligt sich mit einer Lesereise für Kinder in französischer und deutscher Sprache. Monique Wetzels  vom Vorstand der Deutsch-Französisch-Belgischen Gesellschaft Köln e.V.   wird noch an zwei Adventssamstagen (14.12. und 21.12.) in der Zentralbibliothek am Neumarkt von 11.00 Uhr bis 11.30 Uhr Kindern von 3 bis 8 Jahren  vorlesen.

Christmas-Countdown-Charts Nr. 14: “När Det Lider Mot Jul” von Agnetha och Frida (ABBA)

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ABBA gehört zu den seltenen Pop-Sternen, die nie ein Weihnachtslied aufgenommen haben. Dafür danken wir nachträglich herzlich! Aber als Solistin präsentierte Frida „När det lider mot jul” schon zwei Jahre bevor die Band 1974 kometenhaft abging. “Es geht auf Weihnachten zu” wurde 1909 vom Ruben Liljefors geschrieben und ist ein schwedischer Klassiker.

Im Lied geht es nicht nur um Frieden und Freude und Sternefunkeln, sondern (wer hätte das bei den reservierten Nordländern gedacht) um in die Hände klatschen und um den Weihnachtsbaum tanzen.

In dieser Version von Agnetha und Frida bekommt der Song einen typischen ABBA-Touch und landet bei uns auf Platz 14.

gp

Weihnachtsbaum schmücken in der Stadtteilbibliothek Bocklemünd-Mengenich

Es weihnachtete sehr am 09.12. in der Stadtteilbibliothek Bocklemünd-Mengenich. Gemeinsam mit der Kita-Gruppe die wilden Füchse und dem Bezirksbürgermeister Herrn Wirges wurde der Weihnachtsbaum geschmückt. Anlässlich des 25-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums Köln-Wolgograd wurde ein Austausch von landestypischem Baumschmuck vorgenommen. Die Kinder in Wolgograd haben typisch russische Weihnachtsdekorationen sehr aufwändig selbst gebastelt und es sind einige sehr schöne, aber auch ungewohnte Stücke dabei. Christbaumkugeln und Fröbelsterne sucht man hier vergeblich, dafür sind zum Beispiel ein Weihnachtshase, eine Wassermelone und ein dreiköpfiger Drache dabei. Auch die Weihnachtstraditionen sind in Wolgograd ganz anders, Weihnachten wird beispielsweise erst am 07. Januar gefeiert, da in Russland der julianische Kalender gilt.
Im Gegenzug haben wir, die Azubis der Stadtbibliothek Köln einige typische deutsche Baumanhänger gebastelt und nach Wolgograd geschickt, wo sie am 24.12. an den Baum gehängt werden.
Der Baum ist sehr schön geworden, Weihnachten kann also kommen.
Eine schöne Adventszeit wünschen die Azubis und das Team Bocklemünd.

Unsere Direktorin Frau Dr. Vogt packt mit den wilden Füchsen den russischen Baumschmuck aus

Bezirksbürgermeister Herr Wirges beim Baumschmücken mit vielen kleinen Helfern
Stadtteilbibliothek Bocklemünd-Mengenich
Görlinger Zentrum 13-15
50829 Köln
Tel.: 0221/503276
E-Mail: bocklemuend@stbib-koeln.de

Christmas-Countdown-Charts Nr. 15: “Feliz Navidad” von José Feliciano

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Let’s get international! Spanischsprachiger Dauerbrenner (wobei die englische Übersetzung gleich mitgesungen wird) ist seit 1970 dieses Weihnachtslied. Vom puertoricanischen Sänger und Gitarristen José Feliciano geschrieben, beschert es uns den latin-groove für die Vorweihnachtszeit.

Und wir üben schon mal fleißig: „I want to wish you a merry Christmas from the bottom of my heart!”

gp

Christmas Countdown Charts Nr. 17: “I Saw Mummy Kissing Santa Claus” von Amy Winehouse

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Der 13jährige Jimmy Boyd schaffte 1952 mit diesem Song eine No. 1 in den Charts. Er erzählt darin, wie er nachts heimlich die Treppe zum Wohnzimmer runter schleicht und sieht, wie seine Mama Santa küsst und ihn unterm Bart kitzelt. Wenn das der Papa wüsste…

Siegmund Freud hätte seine Freude an dieser Szene. Der kleine Jimmy bekam prompt Ärger mit der katholischen Kirche, die Unzucht unterm Weihnachtsbaum witterte. Er musste bei der Erzdiözese in Boston antanzen und Abbitte leisten.

Unsere hochverehrte und viel zu früh von uns gegangene Amy hätte gerne ein Weihnachtsalbum aufgenommen. Es blieb jedoch bei dieser fröhlichen Soul-Version des Klassikers.

gp

Christmas Countdown Charts Nr. 18: “Santa Bring My Baby Back To Me” von Elvis Presley

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Zurück zu Santa!. Wir schreiben das Jahr 1957 und die heile Kosumwelt der USA beginnt zu bröckeln. Wie sonst, ist dieser Elvis-Song zu verstehen? Er will rein gar nichts geschenkt bekommen, kein Spielzeug, keine Süßigkeiten. Er will nur eins von Santa. Claus soll ihm sein Baby zurück bringen (wohlgemerkt handelt es sich nicht um einen Säugling, sondern eine junge Frau).

Der Weihnachtsbaum steht bereit, die Kerzen glühen und Elvis fehlt nur noch die Umarmung der Geliebten. Santa soll gefälligst seine Rentiere auf Trab bringen. Wie er das Girl durch den Kamin kriegen soll, bleibt sein Problem. (Haben sich die amerikanischen Kids jemals gefragt, wieso Santa immer wie aus dem Ei gepellt aus dem Schornstein steigt?)

Das Elvis-Album „It’s Christmas Time”, auf dem das Lied Premiere feierte, findet sich 2013 wieder einmal in den Billboard-Charts. Was letztlich seine Unsterblichkeit beweist.

 

gp

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