Tag Archives: games

Eltern-LAN in der Stadtteilbibliothek Chorweiler

14 Jun

Bei schwülen Temperaturen trafen sich letzten Donnerstag die Teilnehmer der Eltern-LAN in der Stadtteilbibliothek Chorweiler, um die Faszination von Gaming kennen zu lernen.

Neben einer allgemeinen Einführung zum Thema Games, stieg man auch praktisch in die Thematik ein: Erst fuhren Eltern und Pädagogen beim Rennspiel TrackMania um die beste Rundenzeit. Im Anschluss wagten sich die Teilnehmenden an den Taktik-Team-Shooter Call of Duty. Nach zwei 20-Minuten-Spielrunden schätzte keiner der Spielenden die Spielzeit so hoch ein – der sogenannte (Spiel-)Flow hatte dafür gesorgt, dass die Zeit wie im Flug verging.

Zum Abschluss sprach Markus Sindermann von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW über die Risiken von exzessivem Spielverhalten und ging dabei auf die Fragen und Sorgen der Anwesenden ein.

Die Eltern-LAN ist eine gemeinsame Veranstaltung von spielbar.de, der Plattform der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Computerspiele, dem Spieleratgeber-NRW des Vereins ComputerProjekt Köln e.V., der Akademie Remscheid für Kulturelle Bildung e.V. und Turtle Entertainment, dem Veranstalter der Electronic Sports League, mit freundlicher Unterstützung von BITKOM – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Die Eltern-LAN in der Stadtteilbibliothek Chorweiler wurde in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW veranstaltet.

Weitere Informationen unter Eltern-LAN – Eine LAN-Party für Eltern und Pädagogen .

(si)

Rückblick – Stay Forever Live

16 Aug

Am 14.07. machten Gunnar Lott und Christian Schmidt bei uns Halt, um ihren gemeinsamen Podcast „Stay Forever“ im Live-Format „Stay Forever Live – Du kämpfst wie eine Kuh!“ vorzustellen.

Gunnar Lott und Christian Schmidt waren früher beide Journalisten beim Spielemagazin Gamestar und sind auch heute weiterhin im weiteren Umfeld der Gaming-Szene anzutreffen. In ihrem Podcast diskutieren sie mal mehr mal weniger fundiert aber immer extrem unterhaltsam über alte Computerspiele.

„Es gibt immer ein übergreifendes Thema, ansonsten aber keine Regeln oder gar Rubriken oder sowas. Es ist den Herren auch nicht recht klar, warum das jemand außer ihren Müttern interessant finden sollte.“ – stayforever.de

Zumindest in Schrift scheinen sich die Herren in Bescheidenheit zu üben, an diesem Freitagabend jedoch warten bereits eine Stunde vor Einlass die ersten Zuschauer vor den Türen der Stadtbibliothek – bis 19 Uhr formt sich eine beachtliche Schlange.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Als die zwei eine Stunde später unter Applaus auf die Bühne des ausverkauften Veranstaltungssaals treten merkt man davon nicht mehr viel. Es wird geklotzt, nicht gekleckert – in rasantem Tempo bewegen sich die beiden in Anekdoten durch ihre Gaming-Vergangenheit.

Erfrischend zu hören, dass selbst Vielspieler wie diese beiden häufig ganz anders an diverse (Text-)Adventures heran gehen: So klagt Christian darüber, dass er stundenlang den Ausweg aus Geheimraum im Spiel „Die Kathedrale“ suchte, nur um später von Gunnar zu erfahren: „Ja das war einfach – ich hab mich halt in den Sarg gelegt – dann wurde ich rausteleportiert.“ Passend dazu zieht Gunnar sein T-Shirt aus nur um ein anderes offen zulegen: „Zertifizierter Sarkophag-Teleportierer“ Die Show lebt zum einen vom gewitztem Erzählfluss der geübten Unterhalter, zum anderen vom anwesendem Zielpublikum, dass das richtige Hintergrund(nerd)wissen mitbringt. So ist eben dieses T-Shirt eine Anspielung an ein ganz anderes berüchtigtes Computerspiel Puzzle aus dem Jahr 1984: Im „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ muss an einer Stelle des Spiels ein sogenannter „Babelfisch“ aus einem Automaten geholt werden. Der Fisch kann ins Ohr gesetzt werden und fungiert fortan als geübter Übersetzer alle Sprachen. Der Weg zum Fisch im Ohr gestaltet sich besonders schwierig und erst nach einer langwierigen Abfolge von Rätseln ist der Spieler erfolgreich. Seither berühmt gab es seither das T-Shirt „I got the babel fish“ (Ich habe den Babelfisch bekommen). Ausführlicher kann man das auch hier lesen „The Six Most Infamous Puzzles In Adventure Game History“.

Der Abend schreitet locker und erfreulich kurzweilig voran, zu späterer Stunde nutzen die Podcaster ihr Sponsoring durch eine Pizzakette, um Pizza im Saal zu verteilen.

 

In einem unterhaltsamen Rollenspiel versucht Christian als fiktiver Entwickler Gunnar (als Geldgeber) angepasst an populäre Gaming-Regeln des jeweiligen Jahrzehnts  den Spielklassiker „Pac-Man“ zu verkaufen. Unterhaltsam, fast beiläufig wird so auch gleich Spielegeschichte abgehandelt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf eben die kommt es auch beim Publikums-Quiz an, dass die beiden in jeder Stadt durchführen. Maximal acht Punkte können erlangt werden. Schnell wird ein Freiwilliger ausgewählt, der mithilfe des Publikums, die ausschlaggebende Antwort geben darf. Köln ist erfolgreich und kann gemeinsam mit Berlin die aktuelle Höchstpunktzahl von sieben Punkte erreichen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach knapp 100 Minuten verabschieden sich Gunnar Lott und Christian Schmidt unter tosendem Beifall vom Kölner Publikum.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

(si)

Lasst die Würfel entscheiden

23 Mai

Am vergangenen Freitag trafen sich in gemütlichem Rahmen Tabletop-Nerds und Neuinteressierte, um gemeinsam Blood Bowl und Warhammer: The End Times zu testen.

Der Abend wurde durch Andreas Pfüller – Kapitän der deutschen Blood Bowl Nationalmannschaft – mit einem Kurzvortrag eingeleitet. Was ist eigentlich Blood Bowl? Was macht den Reiz aus? Wie sieht eine Weltmeisterschaft aus? Zum Schluss beschäftigte sich Pfüller ebenfalls mit der Frage, die unserer Veranstaltungsreihe ihren Namen gab: Welcher Unterschiede finden sich zwischen digitaler und analoger Version? Der Vortrag kann auf der Homepage des DBBC abgerufen werden.

Andreas Pfüller – Kapitän der deutschen Blood Bowl Nationalmannschaft und sein Team aus der DBBC beantworteten alle Fragen der Neugierigen und  erleichterten so den Einstieg ins Spiel Blood Bowl. Eine Partie kann dabei locker 2-3 Stunden dauern. Langweilig wurden den Teilnehmer der Veranstaltung trotzdem nicht: Hier wurde über das Bemalen der Figuren diskutiert, im nächsten Satz ging es wieder um Spielstrategie: Wie blocke ich den Spieler, damit er keinen Touchdown schafft? Welcher Würfel wird bei für welche Spielaktion genutzt und warum werden die Figuren nach einem Spielzug umgedreht? Andreas Pfüller und sein Team erklären mit viel Geduld und Witz die Kniffe und Tücken einer Blood Bowl Partie.

Das Team von Hiveworld unterstütze uns dabei mit den Blood Bowl Figuren und Bretten und bestach selbst auch durch Fachwissen und spannende Anekdoten, die es zu erzählen gab.
Im Raum nebenan wurde an den Konsolen gegen mutierte Ratten gekämpft – das Hauptinteresse lag jedoch eindeutig auf dem Tabletop Spiel Blood Bowl.

„Blood Bowl & Warhammer: The End Times“ ist Teil der Reihe „Analog vs. Digital“, in der wir uns mit Spielkonzepten auseinandersetzen, die sowohl analog als auch digital adaptiert wurden.

Vielen Dank für die Unterstützung an Andreas Pfüller & sein Team, FJMK und Hiveworld. Das Konzept wurde von Jan Scheurer im Rahmen seines Praxisphasenpraktikums im Studium der Bibliothekswissenschaft Ende 2016 in der Stadtbibliothek Köln entwickelt.

(si)

Game-Rezension: Dark Souls 3

16 Aug
DARK SOULS™ III_20160806113513

FROM SOFTWARE – Dark Souls™ III

Bereits seit Demon’s Souls bzw. Dark Souls 1 weiß man um den Schwierigkeitsgrad dieser Reihe. Vermutlich sind seit Release des 3. Teils wieder einmal unzählige Controller durch die Gegend geflogen und es wurde mehr denn je gezetert und geflucht. Denn eins ist sicher bei Dark Souls: Der digitale Tod und damit das Versagen im Spiel. Bereits 2012 erschien eine Neuauflage des ersten Teils, die sich nicht umsonst „Prepare to Die – Edition“ nannte. Aber ein Gutes hat das erbarmungslose Gameplay: Es bringt den Spieler dazu seine Taktik zu überdenken, andere Vorgehensweisen auszuprobieren, zu beobachten, besser zu werden – und damit  einhergehend auch weiterzukommen und schlussendlich zu siegen. Man könnte also von einer Entwicklung des Spielers sprechen, analog zum Spielverlauf selbst.

Und umso intensiver ist das Erfolgserlebnis, wenn endlich mal eine besonders schwierige Passage überwunden oder ein Boss besiegt wird, dem man zuvor schon dutzendfach selbst erlegen war.

► Dark Souls ist herausfordernd

 

Düster, bedrohlich, melancholisch.

Das sind nur einige der Begriffe, die Dark Souls in Worte einkleiden. Die unerreichte Atmosphäre ist das, was die Souls-Reihe so besonders macht und sich von anderen Spielen abzeichnet.

Im Spiel tauchen nicht besonders viele NPCs (Non-Player Characters) auf und wenn, gibt es wenig zu bereden. Quests? Nope, zumindest nicht so, wie man sie in anderen RPGs gewohnt ist. Story? Wird einem nicht um die Ohren gehauen und die Interpretation bestimmter Verläufe bzw. Begebenheiten ist dem Spieler teilweise selbst überlassen – insbesondere auch die verschiedenen Enden des Spiels. Es gibt mittlerweile ganze YouTube Kanäle, die sich mit der Hintergrundgeschichte der Souls-Reihe beschäftigen. Die Story in Kurzform: Der Spieler ist ein so genannter Unentfachter (Unkindled One), dessen Ziel es ist, die fünf Aschefürsten (Lords of Cinder) zu suchen und zu ihren Thronen zurückzuführen. Da die Welt im Begriff ist in Finsternis zu versinken, gilt es mit ihrer Macht das Feuer erneut zu entfachen.

Das Meiste der Hintergrundgeschichte erfährt man beim Introvideo und insbesondere während des Spiels beim Lesen von Itembeschreibungen. Liest sich an dieser Stelle vielleicht ein wenig witzlos, ist bei dieser Reihe aber interessant gestaltet und macht für das Gameplay sehr viel aus; Wired beschreibt das Storytelling schön im Detail: https://www.wired.de/collection/life/wie-der-entwickler-von-dark-souls-das-geschichtenerzaehlen-games-neu-erfand

► Dark Souls ist vielschichtig

 

DARK SOULS™ III_20160806113631

FROM SOFTWARE – Dark Souls™ III

Neben dem Prinzip trial and error gestaltet sich das weitere Gameplay rollenspieltypisch: Man kann verschiedene Eigenschaften hochleveln um mächtigere Waffen zu schwingen, dickere Rüstungen tragen oder weitere Zauber sprechen zu können.

Das Sammeln von Items, speziell Ausrüstungsgegenstände, ist zwar wichtig, artet aber nicht in übliche Rollenspielverhältnisse aus, bei dem gefühlt 99% wieder in den digitalen Trash-Nexus verschwinden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Eide, die man ablegen kann: Diese bewirken jeweils etwas anderes und schalten je nach Eid und Erfolg weitere spezielle Items frei.

Kämpfen ist das Hauptelement im Spiel; es gibt viele verschiedene Waffen- und Rüstungsarten und selbst pro Waffengattung unterschiedliche Kampfstile, was das Ganze unheimlich komplex macht. Gut gelungen: Das Tragen von leichten oder besonders schweren Rüstungen wirkt sich auf die Bewegung (Laufen, Rollen, Ausweichen) der Spielfigur aus.

In der Regel kämpft man sich allein in der Welt von Lordran durch, was im Übrigen auch beim erstmaligen Spielen empfohlen wird, auch um die erwähnte Atmosphäre zu genießen. Daneben gibt es aber auch die Möglichkeit sich ingame mit anderen Dark Souls Spielern zu treffen und gemeinsam Abenteuer zu bestreiten. PVP (Player vs. Player) ist ebenfalls möglich und wird bei einigen Gamern groß geschrieben.

► Dark Souls ist kampflastig

 

Kenner der Reihe werden viele wiederkehrende Elemente der alten Teile (wie z.B. der deprimierte Ritter am Lagerfeuer, Brückendrachen, ähnliche Settings) vorfinden. Das kann man gut oder schlecht finden. Aufgrund des kaum geänderten Spielprinzips werden sie sich sehr schnell im Spiel einfinden.

Neulinge werden es am Anfang hingegen sicherlich etwas schwer haben. Wer dem Genre und allen voran der Stimmung etwas abgewinnen kann, bleibt am Ball und wird weiter kommen. Versprochen.
Unten stehend zwei Screenshots, wie die typische Ritter-Klasse aussehen und welche Settings im Spiel man bewundern kann:

Dark Souls gibt es demnächst bei uns in der Zentralbibliothek im 4. OG für die PS4 zur Ausleihe und ist ab 16 Jahren freigegeben.

 

Dazu passend Besprechungen mit medienpädagogischem Hintergrund:

Spieleratgeber NRW – Dark Souls 1

http://www.spieleratgeber-nrw.de/Dark-Souls.3329.de.1.html

 

Spieleratgeber – Dark Souls 2

http://www.spieleratgeber-nrw.de/Dark-Souls-2.3976.de.1.html

 

Die etwas andere Form des Storytelling in Video Games:

https://www.wired.de/collection/life/wie-der-entwickler-von-dark-souls-das-geschichtenerzaehlen-games-neu-erfand

(wd)