Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek ab 16.08.2020

11 Aug

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Die Stadtbibliothek Köln öffnet ab dem 16. August 2020 auch sonntags von 13 bis 18 Uhr ihre Zentralbibliothek. Mit eigens für die Sonntage eingestelltem Zusatzpersonal, ausgewählten Serviceangeboten und einem attraktiven Rahmenprogramm bietet die Stadtbibliothek ein offenes Haus.

 

„Die Stadtbibliothek ist die meist frequentierte Kultur- und Bildungseinrichtung in Köln und steht den Bürgerinnen und Bürgern künftig sieben Tage in der Woche mit ihren Kultur- und Bildungsangeboten zur Verfügung“,

so Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach. Damit werde die wichtige gesellschaftliche und soziale Rolle der Bibliothek als Ort des lebenslangen Lernens, des Austausches sowie der kulturellen und digitalen Bildung in Köln weiter manifestiert.

Die Kölner Stadtbibliothek ist die erste Großstadtbibliothek Deutschlands, die sonntags mit eigenen Mitarbeitenden qualitativen Service anbieten kann. Am Eröffnungssonntag erhalten die ersten 100 Besucher einen kostenlosen Quartalsausweis. Ein weiteres Highlight ist der Auftritt der Band „StadtRand“ rund um den ESC-erprobten Sänger Roman Lob, die mit Indiepop und „kölsche Tön“ die Bühne erobert.

Während der Sonntagsöffnung wird künftig ein breit gefächertes Programm geboten: von der italienischen Kaffeebar bis hin zu Vorlesestunden, Theater, Kulturprogrammen oder digitalen und interaktiven Mitmach-Angeboten. Dafür wurden spezielle Raum- und Hygienekonzepte entwickelt. Köln ist als erste Millionenstadt Trägerin des Siegels „Kinderfreundliche Kommune“, eine Auszeichnung der UNICEF und des Deutschen Kinderhilfswerks und auch beim Bibliotheks-Sonntag stehen Programme für Kinder und Familien besonders im Mittelpunkt.

In ihrem zentral gelegenen Haus in Neumarktnähe bietet die Stadtbibliothek einen konsumfreien Ort mit hoher Aufenthalts- und Kommunikationsqualität:

„Wir wollen sonntags nicht nur das Haus öffnen, sondern mit vielfältigen Angeboten den Sonntag gestalten und wichtige Impulse setzen“,

sagt Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek. Ausdrücklich seien auch die Besucherinnen und Besucher zur Mitgestaltung und Eigeninitiative eingeladen.

„Erwachsene, Kinder und Jugendliche sind gefragt, ihre Ideen, Wünsche und ihr Engagement mit uns zu teilen und selbst aktiv zu werden“,

so Vogt.

Möglich macht die Sonntagsöffnung das NRW-Bibliotheksstärkungsgesetz, das Oktober 2019 vom Landtag verabschiedet wurde. Damit werden Bibliotheken anderen Kulturinstitutionen gleichgestellt und können ab sofort auch sonntags von Bürgerinnen und Bürgern besucht werden.

Die Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek ist zunächst als Pilotprojekt für die Jahre 2020 und 2021 angelegt, das bei Erfolg fortgeführt werden soll. Finanziert wird das Vorhaben über das städtische Budget. Das Land NRW hat nun zusätzliche Unterstützung zusagt. Ein Projektantrag der Stadtbibliothek beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen wurde positiv beschieden. Über das „Programm zur Stärkung der Sonntagsöffnung in Bibliotheken“ werden 102.400 Euro bereitgestellt. Die Stadtbibliothek möchte beim Sonntagsprogramm auch die Kölner Kulturschaffenden unterstützen und ihnen in den nächsten Monaten ein Forum für Auftritte bieten.

 

NEUVERORTUNG – Stadtbibliothek Köln eröffnet Diskurs über neue Themen der Architektur

7 Aug

Die Stadtbibliothek Köln startet ein neues Veranstaltungsformat im Kontext der geplanten Generalsanierung der Zentralbibliothek. Das dreiteilige Programm „Neuverortung“ wird in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Haus der Architektur und mit Unterstützung des Königreichs der Niederlande durchgeführt.

Die Zentralbibliothek wird noch stärker als bisher zu einem „Dritten Ort“ umgestaltet – einem öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität. Vor 30 Jahren stellte der amerikanische Soziologe Ray Oldenburg seine Theorie der „Dritten Orte“ vor: das sind Orte, an denen sich Menschen willkommen fühlen, sich austauschen und lernen können. Dieses Credo lebt die Stadtbibliothek seit Jahren und ist damit gefragte Impulsgeberin für die Zukunft des Wissens und ein multikultureller Treffpunkt im urbanen Raum.

Alltag im Wandel

Die Rahmenbedingungen unseres Alltags haben sich radikal verändert. Themen wie Digitalisierung oder Klimaschutz werden uns nachhaltig beschäftigen. Wie richten wir uns in diesem neuen Leben ein? Welche Prioritäten setzen wir und welchen Prämissen folgen wir?

Mit der Architekturreihe „Neuverortung“ möchte die Stadtbibliothek den Blick weiten und Überlegungen und Ansätze präsentieren, die im öffentlichen Diskurs noch weitgehend Neuland sind. Neuverortung thematisiert Konsequenzen für die grundsätzliche Neuausrichtung des städtischen Leben und der städtischen Kultur. Soziologische Fragestellungen in einer modernen Stadtgesellschaft kommen ebenso zur Sprache wie die Herausforderungen in digitalisierten Smart Cities.

Für die Architekturreihe wurden renommierte Persönlichkeiten aus Architektur, Politik und Gesellschaft eingeladen, an drei Abenden miteinander und dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

Der Stadtbibliothek ist sehr daran gelegen, den langjährigen Sanierungsprozess mit informativen Veranstaltungen zu begleiten und die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und kontinuierlich einzubinden. Das Bauprojekt wird mit dem niederländisch-deutschen Architekten Aat Vos realisiert, der schon die Stadtteilbibliothek Kalk erfolgreich gestaltet hat.

Auftakt

Mittwoch, 26. August, 19 Uhr:
„Ein warmes Plätzchen für nomadische Wissensarbeiter“ mit Julia Hagenberg, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und Ronald van den Hoff, europäischer Unternehmer und Visionär. Moderation: Claudia Dichter, Kunsthistorikerin und Moderatorin des Kulturmagazins Scala auf WDR 5, Dolmetscherin: Sarah King.

Zur Anmeldung.

Dienstag, 29. September, 19 Uhr
„Bibliothek gleich Starbucks minus Starbucks“ mit dem niederländischen Architekten Aat Vos und Petra Rinnenburger, Gebäudewirtschaft der Stadt Köln. Moderation: Gisela Steinhauer, freie Journalistin und Redakteurin mit eigener Sendung „Sonntagsfragen“ bei WDR 2.

Zur Anmeldung.

Donnerstag, 19. November, 19 Uhr
„Zwischen digitalem Glanz und den Problemen der Provinz“ mit Martina Löw, Professorin für Architektursoziologie an der TU Berlin, Ton van Vlimmeren, Direktor der Öffentlichen Bibliothek in Utrecht und Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW. Moderation: Gisela Steinhauer, Dolmetscherin: Sarah King.

Zur Anmeldung.

Alle Veranstaltungen finden in der Zentralbibliothek, Josef-Haubrich-Hof 1, statt. Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter www.stbib-koeln.de/buchung.

Schon gelesen? Teil 27 – „Battle Mage – Kampf der Magier“

5 Aug

High Fantasy Roman, der Lust auf mehr macht

„Battle Mage – Kampf der Magier“ von Peter A. Flannery

Es gibt so viele Fantasy-Romane, die demselben Schema folgen und die immer gleichen Elemente in die Geschichte einfließen lassen. Und auch in „Battle Mage“ gibt es Ritter, Magier*innen und Drachen.

Falco Dantés Welt wird von finsteren Mächten heimgesucht. Horden von Besessenen drohen unter der Führung von Dämonen die Menschheit in tiefe Verzweiflung zu stürzen und sie auszulöschen. Einzige Hoffnung sind die Kampfmagier. Nur mit ihrer Hilfe vermögen es die Menschen Widerstand zu leisten. Und auch nur sie sind in der Lage, Drachen zu beschwören und zu zähmen. Seite an Seite sind Kampfmagier*innen und Drachen mächtige Verbündete gegen die Dunkelheit. Doch bei der Beschwörung können auch schwarze Drachen erscheinen. Scheinbar wahnsinnige Wesen, die die Menschen hassen und sich nicht besänftigen lassen.

Battle

Aber auch wenn sich die Geschichte nicht sehr originell anhört: Es macht Spaß, den Roman zu lesen. Die Handlung ist spannend und braucht nicht lange, um in Fahrt zu kommen. Der Schreibstil ist so flüssig, dass man die Seiten einfach so weg liest. Die Haupt- und Nebencharaktere sind interessant und vielschichtig. Ihr Schicksal lässt mich als Leserin nicht unberührt. Um nur ein paar Protagonist*innen zu nennen:

Falco Danté ist ein kränklicher junger Mann mit einem dunklen Erbe. Er scheint einer der wenigen zu sein, die das Potenzial zum Kampfmagier haben. Sein bester Freund Malaki zeichnet sich als herausragender Schwertkämpfer aus, der trotz seiner niederen Abstammung davon träumt, ein Ritter zu werden. Bryna will sich als letztes lebendes Kind einer Adelsfamilie als Bogenschützin in der von Männern dominierten Armee beweisen.

„Battle Mage – Kampf der Magier“ ist ein spannender Fantasy Roman, der alles andere als langweilig ist und Spaß auf mehr macht.

Einziger Wermutstropfen: Der englische Originalband wurde im Deutschen wieder einmal in zwei Bände aufgeteilt („Kampf der Magier“ und „Rückkehr des Drachen“). Der erste deutsche Band endet also unbefriedigender Weise eher abrupt. Aber keine Sorge: Band 2 ist natürlich schon erschienen und lässt auf weitere Teile hoffen.

Schon gelesen? Teil 26 – „Als Larson das Glück wiederfand“

27 Jul

„Als Larson das Glück wiederfand“ von Martin Widmark und Emilia Dziubak

– Eine vielschichtige Bilderbuchgeschichte mit viel Herz (nicht nur für Kinder!) –

Man möchte ungern bei einer Rezension zu viel vom Inhalt verraten. Bei kurzen Bilderbuchgeschichten ist dies noch mal besonders schwierig umzusetzen. Leider lassen sich hier ein paar „Spoiler“ nicht vermeiden, um dieser wunderschön illustrierten und erzählten Geschichte gerecht zu werden.

Der alte Mann Larson lebt seit dem Tod seiner Frau vollkommen alleine. Er bewegt sich antriebslos durch das große Haus und hängt seinen Erinnerungen nach. Eines Abends steht der kleine Nachbarsjunge vor seiner Tür. Er bittet Larson darum, sich in den Ferien um seine Topfpflanze zu kümmern. Die Samen haben allerdings noch nicht angefangen zu sprießen, weshalb Larson ganz besonders Acht darauf geben soll. Widerwillig nimmt Larson den Blumentopf mit ins Haus, ohne zu ahnen, was diese kleine Geste in ihm auslösen sollte.

LarsonTrauer, Liebe, Familie und Glück sind nur die ersten Motive, die mir spontan einfallen, um dieses Buch zu beschreiben. Ohne aufdringlich zu erscheinen, bringt der Autor Martin Widmark all diese Themen unter. Die Illustrationen von Emilia Dziubak unterstützen dabei die sanfte Erzählweise und hinterlassen einen harmonischen Gesamteindruck. Beim Cover würde man vielleicht auf den ersten Blick denken, dass es für Kinder etwas zu „düster“ ist. Doch genau diese düsteren Illustrationen erlauben den Kindern einen Einblick in Larsons Wahrnehmung seiner Umwelt. Durch den Verlust seiner Frau findet Larson kaum noch die Kraft, sich um sich selbst und sein Haus zu kümmern. Die kleine Topfpflanze und der Kontakt zum Nachbarsjungen schenken ihm wieder mehr Lebensmut. Diese Veränderungen werden auch in den Illustrationen sehr gut widergespiegelt. Dabei lassen manche Seiten viel Raum für Interpretationen zu, sodass man länger bei diesen Seiten verweilen und darüber sprechen möchte. Leider endet die Geschichte auf der letzten Seite etwas zu abrupt. Man möchte gerne wissen, wie es mit Larson und dem Nachbarsjungen weitergeht. Aber insgesamt ist das Bilderbuch sehr realitätsnah und macht Lust auf mehr.

„Als Larson das Glück wiederfand“ ist nicht für Kinder, sondern auch für Erwachsene einen Blick wert. Da mich Larson etwas an Carl aus dem Pixar-Film „Oben“ erinnert hat, fand ich schnell Zugang zur Geschichte. Für Eltern ist das Buch ein schönes Vorlesebuch, um auch über ernste Themen mit den Kindern sprechen zu können. Eine klare Empfehlung.

Schon gelesen? Teil 25 – „Bella Ciao“

21 Jul

„Bella Ciao“ von Raffaella Romagnolo

Bella Ciao

Kurz vor der geplanten Hochzeit verlässt Giulia Masca, schwanger und mittellos, ihre Heimatstadt Borgo di Dentro im italienischen Piemont. Mit dem für die Aussteuer ersparten Geld bezahlt sie die Überfahrt nach New York. Erst 45 Jahre später, im Ausland zu Ansehen und Wohlstand gelangt, kehrt sie an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurück. Zwei Weltkriege, Arbeiterbewegung, Feudalherrschaft, Faschismus und Widerstand haben das Land verändert und Familienschicksale geprägt. Giulia, für die sich der amerikanische Traum erfüllt hat, begibt sich auf Spurensuche…

Schon gelesen? Teil 24 – „Nebelinsel“

9 Jul

Mystische Inselmärchen für erwachsene Leser*innen

„Nebelinsel“ von Zoe Gilbert

Ich gebe es zu: Ich habe mir „Nebelinsel“ zum Teil nur gekauft, weil ich das Cover so schön finde. Aber auch beim Lesen überzeugt das Buch auf ganzer Linie.

Nebelinsel

Melancholisch-düster und auch eigentümlich schön, aber immer auf eine ruhige Weise spannend – so kommen die Kurzgeschichten daher, die inhaltlich alle auf der geheimnisvollen Nebelinsel spielen. Die Welt dieser Insel mutet märchenhaft an. Es ist ein traditionelles, altmodisches Umfeld. Es gibt keinen Strom. Die Bewohner sind Fischer oder Viehzüchter. Anders als bei klassischen Märchen sind die Charaktere realistisch beschriebene Wesen mit individuellen Eigenschaften und Träumen.

Da es sich um einzelne Geschichten handelt, die nicht direkt im Zusammenhang zueinanderstehen, bietet sich das Buch auch für Personen an, die nicht die Zeit dazu haben, eine Geschichte am Stück zu lesen. Anderseits machen die einzelnen Geschichten Lust auf mehr, so dass man das Buch eigentlich gar nicht weglegen möchte. Auch wenn man die Geschichten unabhängig voneinander betrachten kann, so begegnet man vorherigen Protagonist*innen und Figuren doch immer wieder als Nebencharakteren. Im voranschreitenden Geschehen kann man dadurch erahnen, wie viel Zeit zwischen den Kapiteln vergangen ist. Am Ende sind die Kinder des Dorfes erwachsen geworden und haben eigene Kinder.

„Nebelinsel“ ist ein etwas anderes Buch, das ich allen empfehlen kann, die nicht immer nur die gleichen Krimis, Familien- oder Fantasyromane lesen möchten.

Schon gelesen? Teil 23 – Young Sherlock Holmes

3 Jul

Jugendbuchreihe: „Young Sherlock Holmes“

In der „Young Sherlock Holmes“-Reihe von Andrew Lane erfahren wir alles über die Jugend des berühmten Ermittlers.

Als er mit 14 Jahren (auf Wunsch seines großen Bruders Mycroft) die Sommerferien bei seiner Tante und seinem Onkel auf dem Land verbringen soll, ist er alles andere als erfreut. Doch schon bald lernt er neue Freunde kennen, die ihn auf seinen ersten, spannenden Abenteuern begleiten.

Als erstes Matty, der schlaue Junge vom Hausboot, der durch die Straßen streunt und sich mit allerlei Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Er zeigt Sherlock das „wahre“ Leben, ohne Privilegien und einen wohlhabenden Bruder, der zur Not stets zur Stelle ist.

Zudem Amyus Crowe, sein amerikanischer Hauslehrer. Sherlocks väterlicher Freund, der ihm hilft, sein analytisches Denken zu perfektionieren und sich jeder Situation zu stellen.

Hinzu kommt Amyus‘ Tochter Virginia, für die Sherlock zärtliche Gefühle hegt. Kann es eine gemeinsame Zukunft geben, obwohl Sherlock seinen Hang zu mysteriösen Fällen und Gefahren nicht ablegen kann?

Zu guter Letzt Rufus Stone, (Spoiler: verdeckter Agent von Mycroft, und) Sherlocks Freund und Geigenlehrer. Zusammen meistern sie einige gefährliche Situationen.Young Sherlock

Nicht nur die Fälle sind spannend und führen Sherlock und seine Freunde in verschiedenste Länder, sondern es ist auch interessant, die Entwicklung des späteren Meisterdetektivs zu verfolgen. Viele Eigenschaften, Laster und Leidenschaften des erwachsenen Sherlocks, z.B. die Geige, werden aufgegriffen und nehmen hier ihren Anfang.

Interessant für Jugendliche und alle Fans von Sherlock Holmes!

Empfehlenswert auch als Hörbuch gesprochen von Jona Mues!

  1. Der Tod liegt in der Luft
  2. Das Leben ist tödlich
  3. Eiskalter Tod
  4. Nur der Tod ist umsonst
  5. Der Tod kommt leise
  6. Der Tod ruft seine Geister
  7. Tödliche Geheimnisse
  8. Daheim lauert der Tod

Schon gelesen? Teil 22 – „Magi – The Labyrinth of Magic“

29 Jun

„Magi – The Labyrinth of Magic“ von Shinobu Ohtaka

Jeder kennt die bekannten Figuren aus den Märchen aus 1001 Nacht.
In der Mangaserie von Shinobu Ohtaka werden diese Charaktere aber in ein völlig neues Licht gerückt. Hier kreuzen sich die Wege unserer beliebten Märchenhelden Aladin und Ali Baba. Nicht nur das, sie werden sogar die besten Freunde!

Magi

Ali Baba möchte unbedingt einen sogenannten „Dungeon“ erobern. Dungeons sind mysteriöse Baustätten, die eines Tages plötzlich aus dem Nichts auf der Erde erschienen sind. Jeder Dungeon wird dabei von einem Dschinn gehütet. Wenn man alle Gefahren und Prüfungen übersteht, gelangt man zu Macht und Reichtum. Für die Eroberung des Dungeon bekommt Ali Baba magische Unterstützung von dem mysteriösen Jungen Aladin, den er kurz zuvor kennengelernt hat. So beginnt die abenteuerliche Reise unserer beiden Helden.

Diese gänzlich andere Version der Märchen aus 1001 Nacht beschert vor allem Märchenliebhabern (wie mir) eine große Freude. Es macht Spaß, zu entdecken, welchen bekannten Charakteren man noch begegnet und wie diese völlig auf den Kopf gestellt werden.

Doch es bleibt nicht immer so märchenhaft. Politische Machtkämpfe, Sklaverei und Krieg sind auch Themen, denen man im Manga zwar leider öfters begegnet, die aber gleichzeitig durch eine realitätsnahe Erzählweise für viele spannende Momente sorgen. Die Handlung hält dabei so einige tückische Wendungen bereit und begeistert mit magischen Kampfszenen. Für mich persönlich sticht aber die Beziehung und enge Freundschaft unserer Protagonisten besonders heraus, die diese Serie so liebenswert macht.

Mit 37 Bänden ist die Reihe bereits abgeschlossen und wurde auch schon als Animeserie (2 Staffeln) umgesetzt.

Schon gelesen? Teil 21 – „The Hate U Give“

25 Jun

 

„The Hate U Give“ von Angie Thomas

The Hate U Give von Angie Thomas

Die 16-jährige Starr führt zwei Leben: Tagsüber ist sie eine von sehr wenigen schwarzen Schüler*innen einer Privatschule in einem Reichenviertel; außerhalb der Schule lebt sie mit ihrer Familie in einem schwarzen Armenviertel, das von Bandenkriegen und Drogen beherrscht wird, und hilft ihrem Vater im Lebensmittelladen. Um in beiden Welten anerkannt zu werden, hat sie gelernt, sich perfekt anzupassen. Das funktioniert so lange, bis sie eines Abends nach einer Party in ihrem Viertel die einzige Zeugin wird, als Khalil, ein enger Freund aus Kinderzeiten, bei einer Polizeikontrolle erschossen wird. Die Polizei stellt es als Notwehr gegen einen bewaffneten schwarzen Drogendealer dar, und Starr ist die einzige, die bezeugen kann, dass er unbewaffnet war und bei der Kontrolle keinen Widerstand geleistet hat. Aber dazu muss sie ihr perfektes Doppelleben aufgeben und sich zu ihren Wurzeln bekennen.

Sehr überzeugend schildert die Autorin Starrs Weg vom Schock über Trauer, Reue und Wut zu Mut und Selbstbewusstsein – und vom passiven Erdulden zum aktiven Handeln. So ist Starr zunächst sehr enttäuscht, als sie mitbekommt, dass Khalil in Drogengeschäfte verwickelt war, aber sie erkennt im Laufe ihres Reifungsprozesses, welche Mechanismen sozialer Ungerechtigkeit dazu führen, dass Menschen in dem Armenviertel zu Gang-Mitgliedern und Drogendealern werden. Und die tiefe Überzeugung, dass der Tod eines Menschen nicht weniger schlimm ist, wenn er vorher Falsches getan hat, lässt sie den Mut finden, für die Gerechtigkeit einzustehen – auch wenn sie damit sich selbst und ihre Familie in Gefahr bringt. Dabei lernt sie, auch in ihrem Freundeskreis offen zu ihrer Identität zu stehen und rassistische Verhaltensmuster klar zu benennen.

Ein sehr guter und wichtiger All-Age-Roman im Kontext der Diskussionen und Proteste über Rassismus und der Black Lives Matter-Bewegung. Überzeugend aus der Perspektive eines schwarzen Mädchens geschrieben, lässt es (weiße) Leser*innen nachdenken über ihre eigenen Privilegien und unbewusste rassistische Handlungs- und Denkmuster. Dabei ist die Handlung so spannend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag, bis man die letzte Seite gelesen hat. Zurecht wurde es in den USA und Deutschland mehrfach ausgezeichnet.

Das Buch ist bei uns als gedruckte Ausgabe und als e-book in Deutsch und Englisch ausleihbar.

Kinder- und Jugendkrimis für die Stadtteilbibliothek Nippes

16 Jun

Die Kinderbuchautorin Charlotte Habersack und der für seine Thriller mit Nervenkitzel bekannte Wulf Dorn wurden im Rahmen einer feierlichen Online-Preisverleihung vom SYNDIKAT mit dem Kinder- und Jugend-Glauser-Preis ausgezeichnet. Alle im Jahr 2019 eingereichten und nominierten Bücher wurden nun von Christina Bacher – selbst Krimiautorin und außerdem Mitglied der Jury – als Spende an die Stadtteilbibliothek in Nippes übergeben. 

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Krimipreis 2Jeweils am Geburtstag des Krimiautors Friedrich Glauser gibt das SYNDIKAT, der Verein zur Förderung deutschsprachiger Kriminalliteratur, die Nominierungen der diesjährigen Friedrich-Glauser-Krimipreise sowie den Preisträger des Ehrenglausers bekannt. Erstmals wurden nun auch die Kinder- und Jugendkrimis in zwei unterschiedlichen Kategorien geehrt: Als Preisträgerin für den besten Kinderkrimi wurde Charlotte Habersack für „Bitte nicht öffnen – Feurig“ ausgezeichnet, den Jugendkrimi-Glauser erhielt Wulf Dorn für „21 – Dunkle Begleiter“.  

 

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Krimi-Autorin Christina Bacher mit zwei der ausgezeichneten Bücher

Als Jurymitglied hat sich die Kölner Krimi-Autorin Christina Bacher mit drei weiteren Kollegen und einer gut besetzten Jugendjury aus Seewalchen in Österreich ein Jahr lang durch alle eingereichten Romane gekämpft und Ende Januar zunächst eine Shortlist erstellt. Nachdem die Preisträger feststehen, übergibt sie die 35 besten Krimis als Spende an die Stadtteilbibliothek in Nippes. „Wir freuen uns sehr über den Lesestoff, gerade, weil die Bücher ja zuvor durch eine fachkundige Jury gegangen sind“, sagt Tracy Riemer, Leiter der Stadtteilbibliothek und selbst großer Krimifan. Was aber, wenn Bachers eigene Kinder mal Lust auf einen guten Krimi haben sollten? „Dann können sie ja in die Stadtbücherei gehen und sich die Krimis ausleihen“, sagt die Autorin augenzwinkernd, die sich mit der renommierten Krimireihe Bolle und die Bolzplatzbande aus dem Emons Verlag einst selbst dem Genre verschrieben hat. 

Krimipreis 1

Alle Nominierten des Krimipreises stehen in der Stadtteilbibliothek Nippes zur Ausleihe bereit!

Die Bücher sind für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren geeignet. Eine vollständige Liste der nominierten kann in der Stadtteilbibliothek Nippes eingesehen werden. Die Bücher selbst werden passend zum Genre präsentiert und können ab sofort in der Stadtteilbibliothek Nippes entliehen werden! 

(is)