Schon gelesen? Teil 22 – „Magi – The Labyrinth of Magic“

29 Jun

„Magi – The Labyrinth of Magic“ von Shinobu Ohtaka

Jeder kennt die bekannten Figuren aus den Märchen aus 1001 Nacht.
In der Mangaserie von Shinobu Ohtaka werden diese Charaktere aber in ein völlig neues Licht gerückt. Hier kreuzen sich die Wege unserer beliebten Märchenhelden Aladin und Ali Baba. Nicht nur das, sie werden sogar die besten Freunde!

Magi

Ali Baba möchte unbedingt einen sogenannten „Dungeon“ erobern. Dungeons sind mysteriöse Baustätten, die eines Tages plötzlich aus dem Nichts auf der Erde erschienen sind. Jeder Dungeon wird dabei von einem Dschinn gehütet. Wenn man alle Gefahren und Prüfungen übersteht, gelangt man zu Macht und Reichtum. Für die Eroberung des Dungeon bekommt Ali Baba magische Unterstützung von dem mysteriösen Jungen Aladin, den er kurz zuvor kennengelernt hat. So beginnt die abenteuerliche Reise unserer beiden Helden.

Diese gänzlich andere Version der Märchen aus 1001 Nacht beschert vor allem Märchenliebhabern (wie mir) eine große Freude. Es macht Spaß, zu entdecken, welchen bekannten Charakteren man noch begegnet und wie diese völlig auf den Kopf gestellt werden.

Doch es bleibt nicht immer so märchenhaft. Politische Machtkämpfe, Sklaverei und Krieg sind auch Themen, denen man im Manga zwar leider öfters begegnet, die aber gleichzeitig durch eine realitätsnahe Erzählweise für viele spannende Momente sorgen. Die Handlung hält dabei so einige tückische Wendungen bereit und begeistert mit magischen Kampfszenen. Für mich persönlich sticht aber die Beziehung und enge Freundschaft unserer Protagonisten besonders heraus, die diese Serie so liebenswert macht.

Mit 37 Bänden ist die Reihe bereits abgeschlossen und wurde auch schon als Animeserie (2 Staffeln) umgesetzt.

Schon gelesen? Teil 21 – „The Hate U Give“

25 Jun

 

„The Hate U Give“ von Angie Thomas

The Hate U Give von Angie Thomas

Die 16-jährige Starr führt zwei Leben: Tagsüber ist sie eine von sehr wenigen schwarzen Schüler*innen einer Privatschule in einem Reichenviertel; außerhalb der Schule lebt sie mit ihrer Familie in einem schwarzen Armenviertel, das von Bandenkriegen und Drogen beherrscht wird, und hilft ihrem Vater im Lebensmittelladen. Um in beiden Welten anerkannt zu werden, hat sie gelernt, sich perfekt anzupassen. Das funktioniert so lange, bis sie eines Abends nach einer Party in ihrem Viertel die einzige Zeugin wird, als Khalil, ein enger Freund aus Kinderzeiten, bei einer Polizeikontrolle erschossen wird. Die Polizei stellt es als Notwehr gegen einen bewaffneten schwarzen Drogendealer dar, und Starr ist die einzige, die bezeugen kann, dass er unbewaffnet war und bei der Kontrolle keinen Widerstand geleistet hat. Aber dazu muss sie ihr perfektes Doppelleben aufgeben und sich zu ihren Wurzeln bekennen.

Sehr überzeugend schildert die Autorin Starrs Weg vom Schock über Trauer, Reue und Wut zu Mut und Selbstbewusstsein – und vom passiven Erdulden zum aktiven Handeln. So ist Starr zunächst sehr enttäuscht, als sie mitbekommt, dass Khalil in Drogengeschäfte verwickelt war, aber sie erkennt im Laufe ihres Reifungsprozesses, welche Mechanismen sozialer Ungerechtigkeit dazu führen, dass Menschen in dem Armenviertel zu Gang-Mitgliedern und Drogendealern werden. Und die tiefe Überzeugung, dass der Tod eines Menschen nicht weniger schlimm ist, wenn er vorher Falsches getan hat, lässt sie den Mut finden, für die Gerechtigkeit einzustehen – auch wenn sie damit sich selbst und ihre Familie in Gefahr bringt. Dabei lernt sie, auch in ihrem Freundeskreis offen zu ihrer Identität zu stehen und rassistische Verhaltensmuster klar zu benennen.

Ein sehr guter und wichtiger All-Age-Roman im Kontext der Diskussionen und Proteste über Rassismus und der Black Lives Matter-Bewegung. Überzeugend aus der Perspektive eines schwarzen Mädchens geschrieben, lässt es (weiße) Leser*innen nachdenken über ihre eigenen Privilegien und unbewusste rassistische Handlungs- und Denkmuster. Dabei ist die Handlung so spannend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag, bis man die letzte Seite gelesen hat. Zurecht wurde es in den USA und Deutschland mehrfach ausgezeichnet.

Das Buch ist bei uns als gedruckte Ausgabe und als e-book in Deutsch und Englisch ausleihbar.

Kinder- und Jugendkrimis für die Stadtteilbibliothek Nippes

16 Jun

Die Kinderbuchautorin Charlotte Habersack und der für seine Thriller mit Nervenkitzel bekannte Wulf Dorn wurden im Rahmen einer feierlichen Online-Preisverleihung vom SYNDIKAT mit dem Kinder- und Jugend-Glauser-Preis ausgezeichnet. Alle im Jahr 2019 eingereichten und nominierten Bücher wurden nun von Christina Bacher – selbst Krimiautorin und außerdem Mitglied der Jury – als Spende an die Stadtteilbibliothek in Nippes übergeben. 

glauser preisträger

Krimipreis 2Jeweils am Geburtstag des Krimiautors Friedrich Glauser gibt das SYNDIKAT, der Verein zur Förderung deutschsprachiger Kriminalliteratur, die Nominierungen der diesjährigen Friedrich-Glauser-Krimipreise sowie den Preisträger des Ehrenglausers bekannt. Erstmals wurden nun auch die Kinder- und Jugendkrimis in zwei unterschiedlichen Kategorien geehrt: Als Preisträgerin für den besten Kinderkrimi wurde Charlotte Habersack für „Bitte nicht öffnen – Feurig“ ausgezeichnet, den Jugendkrimi-Glauser erhielt Wulf Dorn für „21 – Dunkle Begleiter“.  

 

frau

Krimi-Autorin Christina Bacher mit zwei der ausgezeichneten Bücher

Als Jurymitglied hat sich die Kölner Krimi-Autorin Christina Bacher mit drei weiteren Kollegen und einer gut besetzten Jugendjury aus Seewalchen in Österreich ein Jahr lang durch alle eingereichten Romane gekämpft und Ende Januar zunächst eine Shortlist erstellt. Nachdem die Preisträger feststehen, übergibt sie die 35 besten Krimis als Spende an die Stadtteilbibliothek in Nippes. „Wir freuen uns sehr über den Lesestoff, gerade, weil die Bücher ja zuvor durch eine fachkundige Jury gegangen sind“, sagt Tracy Riemer, Leiter der Stadtteilbibliothek und selbst großer Krimifan. Was aber, wenn Bachers eigene Kinder mal Lust auf einen guten Krimi haben sollten? „Dann können sie ja in die Stadtbücherei gehen und sich die Krimis ausleihen“, sagt die Autorin augenzwinkernd, die sich mit der renommierten Krimireihe Bolle und die Bolzplatzbande aus dem Emons Verlag einst selbst dem Genre verschrieben hat. 

Krimipreis 1

Alle Nominierten des Krimipreises stehen in der Stadtteilbibliothek Nippes zur Ausleihe bereit!

Die Bücher sind für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren geeignet. Eine vollständige Liste der nominierten kann in der Stadtteilbibliothek Nippes eingesehen werden. Die Bücher selbst werden passend zum Genre präsentiert und können ab sofort in der Stadtteilbibliothek Nippes entliehen werden! 

(is)

 

Schon gelesen? Teil 20 – Ein Cornwall-Krimi

10 Jun

Der erste Fall für Detective Chief Inspector Fiona Sutherland in Cornwall!

„Tod auf St. Michael’s Mount“ von Angela Richford

Fiona Sutherland zieht nach der Trennung von ihrem Mann mit ihrem Sohn nach Cornwall, ins beschauliche Dorf Camborne.

Sie will dort als Leiterin der dortigen Dienststelle einen Neuanfang wagen. Die räumliche Trennung zu ihrem Exmann kommt ihr dabei sehr gelegen, doch schon bei ihrem ersten Fall merkt sie schnell, dass auf dem Land alles etwas anders läuft, als sie es bisher gewohnt war.

Als die Leiche eines Unternehmers angespült wird und sich alsbald herausstellt, dass es sich dabei um keinen Unfall gehandelt hat, sondern Mord war, muss sie ihre Fähigkeiten als Ermittlerin unter Beweis stellen. Doch bei einem Mord soll es nicht bleiben!

Mount

Die gut skizzierten, oft verschrobenen Charaktere ziehen einen ins Geschehen. Dazu kommen die ausgiebigen Landschaftsbeschreibungen, die einen sofort ins malerische Cornwall versetzen!

Ein schönes, leichtes Krimi-Debüt mit Spannung bis zum Schluss! Gerne mehr davon!

Schon gelesen? Teil 19 – „Miracle Creek“

8 Jun

„Miracle Creek“ von Angie Kim

In der Kleinstadt Miracle Creek passiert ein Unglück. Während einer sogenannten HBO Sitzung, einer Methode, durch konzentrierte Sauerstoffzufuhr Krankheiten zu lindern, geht einer der Sauerstofftanks in Flammen auf. Das Feuer gelegt haben soll Elizabeth, die Mutter des achtjährigen Henry. Dieser und Kitt, die Mutter eines anderen Kindes, sterben bei dem Feuer. Nun muss sich Elizabeth wegen Mordes vor Gericht äußern.

Doch in dieser Geschichte geht es um mehr als nur um die Frage, ob Elizabeth schuldig ist oder nicht. Denn jeder, der an der HBO teilgenommen hat, hat etwas zu verbergen. Und nach und nach setzt sich das Bild zusammen und als Leser muss man sich fragen: Wie würde man selber handeln?

Miracle
Ein toller, tiefgreifender Roman, der einen zum Nachdenken bringt und da nicht nur Elizabeth zu Wort kommt, nähert man sich den Ereignissen am Tage des Feuers langsam an und erfährt auch vieles über die Gedanken und Beweggründe der Charaktere im Buch.

Eine Achterbahnfahrt der Emotionen erwartet einen hier und das nicht nur als physisches Buch, sondern auch als eBook in unserer Onleihe.

Neue kölsche Noten!

27 Mai

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Wir haben die Zeit der Bibliotheksschließung dazu genutzt, eine große Anzahl von kölschen Noten aus der Reihe “ Stimmung/Frohsinn“ für die Ausleihe fertigzustellen. Neben dem bekannten Musiker Karl Berbuer, dessen Notenschatz schon länger bei uns zu finden ist, gibt es jetzt z. B. auch Lieder von Willibald Quanz, August Batzem und Leo Kowalski.

Zu finden sind die Noten unter der Signatur 5 R 231, auf der 4. Etage der Zentralbibliothek.

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern!

 

Schon gelesen? Teil 18 – „Hologrammatica“

15 Mai

„Hologrammatica“ von Tom Hillenbrand

Wir befinden uns im Jahr 2088. Galahad Singh ist Quästor, das heißt, er sucht vermisste Personen. In einer Welt, in der überall das Holonet ist oder man durch Mind Uploading aussehen kann, wie man möchte, ist das nicht so einfach. Nun hat er den Auftrag erhalten, Juliette Perotte zu finden. Sie ist Computerexpertin und entwickelt Verschlüsselungen für Cogits, das sind künstliche Gehirne, mit deren Hilfe man den Körper wechseln kann. Doch je mehr er herausfindet, umso unglaublicher wird alles.

Tom Hillenbrand hat mit seiner Zukunftswelt etwas erschaffen, das mich als Leserin direkt fasziniert hat. Eine fast perfekte Welt, aber nur, wenn man nicht hinter die Fassade bzw. hinter das Holonet blickt. Zudem ist die Handlung sehr spannend und ein toll geschriebener Detektivroman. Das Buch ist also etwas für alle, die spannende Geschichten mögen, aber auch vor einer dystopischen Zukunft nicht zurückschrecken.

Hologrammatica

„Hologrammatica“ kann als Buch oder eBook ausgeliehen werden. Und wer dann immer noch nicht genug von dieser Welt hat, kann im neuen Roman von Tom Hillenbrand „Qube“ direkt weiterlesen. Hier allerdings erstmal nur als physisches Buch.

Schon gelesen? Teil 17 – „Vom Straßenjungen zum Hollywood-Star“

13 Mai

„Vom Straßenjungen zum Hollywood-Star“ von Tony Curtis mit Peter Golenbock

„Mein ganzes Leben lang hatte ich nur einen Traum: Ich wollte Schauspieler werden.“

Das sagte einst der charismatische Schauspieler Tony Curtis, der als Kind schon lieber ins Kino ging, anstatt die Schule zu besuchen.

In seiner Autobiografie erzählt er, wie er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs und welche Hindernisse er immer wieder überwinden musste, um seinem Traum näher zu kommen.

Nicht nur als Mann machte er eine gute Figur. In seiner Paraderolle als Josephine in „Manche mögen’s heiß“ spielte er meiner Meinung nach Marilyn Monroe an die Wand.

Curtis

Sehr spannend und mitreißend erzählt, mit einem sehr schönen Vorwort seiner letzten Frau, ist dieses Buch ein Muss für jeden Tony Curtis-Fan, oder solche, die es werden wollen.

Schon gelesen? Teil 16 – Fantasy-Trilogie „Nevernight“

8 Mai

„Nevernight“ von Jay Kristoff

Wer Fantasy mag, ist hier genau richtig, denn Jay Kristoff entwirft in seiner Trilogie rund um die Antiheldin Mia Covere eine spannende Welt voller Gefahren.
Richtig gelesen, Mia ist keine Heldin, denn nachdem ihr Vater als Verräter hingerichtet und ihre Mutter eingekerkert wurde, schwor sie Rache an den Männern, die Schuld an seinem Tod sind. Und zu diesem Zweck möchte sie nur eins: eine Attentäterin werden. Deshalb unternimmt sie alles, um bei dem Assassinenorden „Rote Kirche“ aufgenommen zu werden.

Zu dieser spannenden Geschichte kommt noch, dass Jay Kristoff eine fantastische Welt erschafft, in der es drei Sonnen gibt und es nie dunkel wird. Und in der Mia mit Schatten reden kann.

Nevernight

Wenn man Mia erstmal in sein Herz geschlossen hat, hat man ganze drei Bände Zeit, mit ihr zu bangen und zu kämpfen. Wird sie es schaffen, sich zu rächen? Der dritte Teil, der „Die Rache“ heißt, lässt einiges hoffen.

Wer jetzt Lust bekommen hat, in diese – manchmal brutale Welt – einzutauchen, kann neben den Büchern die ersten beiden Teile auch als eBook über die Onleihe ausleihen.

Schon gelesen? Teil 15 – Per Olov Enquists Autobiografie

7 Mai

„Ein anderes Leben“ von Per Olov Enquist

„Ein anderes Leben“ ist keine gewöhnliche Autobiografie. P.O. Enquist wählt für die Schilderung seines Lebens die „Er“-Form. Dieser literarische Handgriff ermöglicht ihm, quasi als Außenstehender sein eigenes Leben mit kritischer Distanz zu betrachten und es zu einem fesselnden Roman zu verarbeiten, der zugleich ein beeindruckendes zeitgeschichtliches Dokument und die erschütternde Chronik einer Alkoholabhängigkeit ist: Literarisch anspruchsvoll, lehrreich, unterhaltsam, überraschend offen und selbstanalytisch (dabei aber angenehm zurückhaltend und nie denunzierend gegenüber Familie und Weggefährten), mit subtilem Humor und zuweilen (selbst)kritischer Ironie.

Als Leser erhält man einen tiefen Einblick in Enquists Kindheit in der nordschwedischen Provinz im tief religiösen Umfeld der Erwecker-Bewegung in den 30er und 40er Jahren. Man erlebt die sportlichen Erfolge als Hochspringer, die ersten literarischen Höhenflüge, den gesellschaftlichen Aufstieg als angesehener Autor, Journalist und Dramatiker in den 50er und 60er Jahren. Mit dem Chronisten Enquist taucht man in die spannende politische und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands und Schwedens in den 60er und 70er Jahren ein und ist auf Tuchfühlung mit deren Protagonisten. Dem angesehenen intellektuellen Kulturschaffenden Enquist blickt man bei seinen intensiven Kontakten in die europäische und amerikanische Kultur- und Politikszene der 70er und 80er Jahre über die Schulter.

Quasi nebenbei erfährt man, wie Enquists Romane in seinem Lebensweg verankert sind und wie wichtig diese biografischen Anker für sein literarisches Schaffen sind.
Dann das Unfassbare: Auf dem Höhepunkt des Ruhms der schier endlose Absturz in die Hölle des Alkoholismus. Man leidet mit. Die „Wiederauferstehung“, als lange schon alle Hoffnung verloren ist, klingt fast wie ein Wunder. Ein neues, ein ‚anderes Leben‘, beginnt.

Mit dem Sieg über den Alkoholismus endet das Buch, aber in diesem „anderen Leben“ schuf Enquist noch viele bedeutende Werke, darunter sein wohl bekanntestes „Der Besuch des Leibarztes“.

Per Olov Enquist

Weitere Werke von Per Olov Enquist

 

Per Olov Enquist starb am 25. April 2020 im Alter von 85 Jahren. Er war einer der großen europäischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine tief berührende Autobiografie „Ein anderes Leben“ macht Lust, sich eingehend mit seinem Werk zu beschäftigen.

Das Buch ist als eBook und (in Auszügen) als eAudio in unserer Onleihe vorhanden.