Warten auf die Blüte

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Der Eindruck täuscht! Es handelt sich bei den beiden Bäumchen (Bild oben und unten) um zwei Ausreißer. Offensichtlich wurden sie später hinzugepflanzt und es handelt sich um eine andere Art die älteren Kirschblüten-Kollegen. Oder es sind hitzige Jungspunde, die es nicht erwarten können. Im Gesamtbild fallen sie nicht groß auf, aber nichts wird die großen Brüder (bzw. Schwestern) mehr davon abhalten, in Kürze zu explodieren.

Dann wird der Josef-Haubrich-Hof wieder zum rosa Hotspot der Kölner City! Im globalen Herz der der Kirschblüte im japanischen Kyoto wird übrigens seit 1300 Jahren der Beginn der Blütenzeit registriert. Das durchschnittliche Datum dieses Zeitraums war der 15. April. In den letzten 40 Jahren hat sich das allerdings nach vorne verschoben (Erderwärmung?). Wir zeichnen das Datum seit 2013 auf. Letztes Jahr (bibber…) war es erst der 24. April. Im Jahr davor der 4. Diesmal liegen wir auf jeden Fall dazwischen.IMG_2884[1]

gp

 

Günter Grass: “Es gibt keinen Ersatz fürs Lesen!”

https://www.youtube.com/watch?v=ESs9CfB982g

“Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Mutter war zwar Mitglied in einem Buchclub, es gab also ein paar Bücher zu Hause, aber die hatte ich bald durch. Als Zwölfjähriger bin ich dann zur Stadtbibliothek gegangen und habe mir dort die Backen rot gelesen. Diese Eindrücke und Erlebnisse wirken ein ganzes Leben nach.”*

Günter Grass

* 16. Oktober 1927   † 13. April 2015

 Deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker

Nobelpreis für Literatur 1999

* Interview in BuB 5, 2011

Kampagne für Bibliotheken – wir sind dabei!

“Bibliotheken verwandeln das Leben” lautet das Motto der Kampagne Public Libraries 2020.

Die niederländische “Reading & Writing Foundation” mit Sitz in Brüssel und Den Haag will damit die Bedeutung der Öffentlichen Bibliotheken europaweit in den Fokus zu rücken. EU-Parlamentarierinnen und EU-Parlamentarier werden aktive Botschafterinnen beziehungsweise Botschafter für die Arbeit der Bibliotheken in ihren Ländern. Die Stadtbibliothek Köln wurde als Pilotbibliothek ausgewählt und lud den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, ein, sich über die vielschichtigen Angebote einer modernen Öffentlichen Bibliothek zu informieren.

Außerdem werden zwei unserer Projekte als positive Beispiele für integrative und persönlich bereichernde Angebote einer Bibliothek in kurzen Videos vorgestellt. Martin Schulz und unsere Kolleginnen machen nun europaweit Werbung für Bibliotheken – und für die Kölner Stadtbibliothek.



Ich lese gerade…„Sechs Jahre” von Charlotte Link

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Wie bewertet man so ein Buch?

Gar nicht so leicht!
Gefühlvoll beschreibt Charlotte Link den Krebstod ihrer Schwester und das Leben aller Beteiligten und gibt den „Weiterlebenden“ Trost und Lebenshilfe.
Mehr dazu will ich nicht schreiben, sondern eher Textstellen aus dem Buch sprechen lassen:
„Baue eine Hoffnung auf, die vielleicht keinem anderen Zweck dient als dem, mich über diese Zeit zu tragen….“ S. 279
„Wir wollen, dass sie lebt. Aber wir können ihr Leiden fast nicht mehr ertragen…“ S. 288
„Geh jetzt. Es ist in Ordnung. Lass einfach los…Ich komme später nach….“ S. 313
lab

“Vergraemungen 3” am 27. April

Jan-Uwe Fitz
Jan-Uwe macht die Taube.

Twitterer, Blogger und Bewunderer unangepasster Kurzliteratur versammelt euch! Der Autor, Twitterer und Allround-Vergrämer Jan-Uwe Fitz (alias @vergraemer) ist zurück, um am 27. April gewohnte Qualität abzuliefern.
Wie immer schart er ein Heer lesewilliger Twitter-Kollegen um sich. Diesmal dabei sind die famosen @stporombka, @pigeonista, @geruchtekellner, @menschette und @sinnundverstand!
Sie alle lesen aus Texten, die die 140-Zeichen-Grenze bei Twitter sprengen würden. Die Themen sind nicht festgelegt, aber erfahrungsgemäß ist der Wahnsinn nicht weit.  Macht euch selbst ein Bild: beim gebloggten Rückblick auf die Vergraemungen, beim gebloggten Rückblick auf die Vergraemungen 2 oder am besten live am 27. April!
Die Veranstaltung ist kostenlos und startet um 19.30 Uhr im Erdgeschoss der Zentralbibliothek am Neumarkt (Josef-Haubrich-Hof 1). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wenn ihr bei Facebook seid, könnt ihr uns aber mit einem Klick auf “Teilnehmen” bei der Getränkeschätzung helfen: “Vergraemungen 3” bei Facebook.

“Vergraemungen 3″ ist Teil unserer Reihe geeks@cologne, die sich an Technikaffine und Pixelverliebte in und um Köln wendet. Vielen Dank an Kölncampus für die Unterstützung. Mehr Informationen zur Reihe und zur Veranstaltung findet Ihr unter geekscologne.mixxt.de.
(ba)

Drohnen über Köln

Die Nummer mit der Drohne gestern war übrigens ein Aprilscherz.
captain obvious
Dennoch möchten wir noch ein paar Worte dazu sagen: Die beste Idee bringt nichts ohne die Hardware, um sie umzusetzen. Darum bedanken wir uns mega-herzlich bei der Firma CopterTec.de. Die fanden die Idee hinreichend geil und haben uns ganz unbürokratisch mit Drohnen, Piloten und einem Kameramann (für wertvolle Ratschläge) ausgeholfen. Danke, Daniel Toelke, Fabian Briese und Guido Berscheidt!
CopterTec
Hat Spaß gemacht mit Euch.

sa

Service-Innovation: LAT-EX – Medien per Drohne

https://www.youtube.com/watch?v=qHwtHV7LHig?rel=0

Jeder kennt das: der Feierabend oder das Wochenende naht und zum Freizeit-Glück fehlen noch die Medien aus der Stadtbibliothek. Aber jetzt noch mal durch die Stadt quälen, um an den begehrten Stoff zu kommen? Mancher überlegt sich das zweimal.  Derweil haben wir die Lösung für dieses Problem gefunden:

Wer den aktuellen Stand des Drohnen-Frachtverkehrs verfolgt (sei es in den USA oder an der Nordseeküste), erkennt das große Potential der neuen Transportmethode. Die wendigen und flexiblen Flugkörper schlagen sämtliche anderen Liefer-Optionen, was Geschwindigkeit und Punktgenauigkeit von Start und Ziel betrifft.

Aus diesem Grund ist die Stadtbibliothek Köln heute besonders stolz, ihren Start ins Drohnen-Zeitalter bekannt zu geben. Eine kleine hoch motivierte Tech-Unit des Hauses stemmte in den letzten Monaten die Herkulesaufgabe: Galt es doch als weltweit erste Bibliothek einen Leihverkehr durch die Luft zu realisieren. Frei nach dem Motto:

The sky is the limit

In einem langwierigen Einigungsprozess mit den Behörden, der Luftaufsicht und dem ortsansässigen Flughafen gelang es uns schließlich, die notwendigen Genehmigungen einzuholen. Bei der Beschaffung der Flitzer achteten wir auf die spezifischen Anforderungen unserer Medien. Vier Drohnen stehen jetzt zur Verfügung: Vom wendigen „Bee Speeder“ für leichte CDs und DVDs, über zwei „Quadrocopter Air Dogs“ für normale Bücher bis zum „Sky Bull“ für schwere Kunstbände.

Anfang Juli heißt es lift off für das Projekt LAT-EX. Das steht für Library Air Transportation-Express. Im Video oben haben wir die entscheidenden Abläufe zusammengefasst.

Und so wird es funktionieren:

Telefonisch nehmen wir die Bestellung entgegen. Sofern Sie vom Smartphone aus abgesetzt wird, empfangen wir danach die GPS-Daten, sodass wir den genauen Standort des Lesers kennen. Ein Mitarbeiter sucht die Medien im Haus zusammen und schickt sie per interner Logistik an den UAV-Beauftragten.

Dieser bestückt die Drohne, die inzwischen mit den Standortdaten gefüttert wurde. Die Route berechnet der Bordcomputer – und schon geht’s los. Je nach Auslastung kann die Drohne mehrere Ziele im Kölner Stadtgebiet anfliegen, bevor sie zur Zentrale zurückkehrt. Zur Zeit funktioniert jedoch nur die Ausleihe von Medien – die Rückgabe wird wahrscheinlich ab Herbst 2015 zur Verfügung stehen.

gp & sa

P.S.:  Wer sich für den Service interessieren, kann sich ab sofort bei unserem Kundenservice registrieren lassen. Einfach eine Mail mit der Mitgliedsnummer an:  kundenservice@stbib-koeln.de

Dort erfährt man auch, was der Spaß kostet, aber keine Bange, es wird nach Gewicht abgerechnet.

Winnetous Mörder ist tot

Karl May kannte keine Gnade. In seinem Buch „Winnetou III” wird der Häuptling der Mescalero-Apachen von einem Sioux erschossen. So niedergeschrieben im Jahr 1893.

Bereits in den Zwanziger Jahren flimmerten die ersten Karl-May-Verfilmungen in den Kinos. Die ganz große Welle wurde 1962 mit „Der Schatz im Silbersee” los getreten. Maßgeblichen Anteil am Erfolg der Produktionen für die Leinwand hatte die Musik von Martin Böttcher, der damit auch die Charts stürmte. Obwohl in den Streifen von der literarischen Vorlage oft nicht viel übrig blieb, eins stand fest: in „Winnetou III” musste der „edle, gute Indianer” sterben. Das widersprach nun allen auf „Happy Ending” programmierten Sehgewohnheiten. Entsprechend wurde 1965 in allen deutschen Kinos Rotz und Wasser geheult, als Bösewicht Rollins Winnetou hinterhältig abknallte. Dabei hatte er eigentlich Old Shatterhand im Visier, aber selbstlos warf sich Winnetou in die Schussbahn.

Der Übeltäter wurde vom italienischen Schauspieler Rick Battaglia gespielt. Und in kompletter Verkennung von Schein und Sein hatte er anschließend in Deutschland nicht mehr viel zu melden. Bei Veranstaltungsauftritten wollte niemand etwas mit ihm zu tun haben. Jahrelang war er „der Mann, der Winnteou erschoss”. “Sie haben es mir nie verziehen, dass ich ihren Winnetou erledigt habe. Ich bekam Morddrohungen und wurde selbst von kleinen Kindern böse angeschaut“, sagte Battaglia im Rückblick. “Aber die Bösen kriegen nun einmal die besten Mädels. Also bereue ich gar nichts!”

Als kleine Entschädigung erhielt er 1995 den Karl-May-Preis „Scharlih“. Letzten Freitag starb Rick Battaglia in seinem Heimatort Corbola im Alter von 88 Jahren friedlich in seinem Bett. Und wir sind dankbar, dass er uns verziehen hat: Möge er in Frieden ruhen!

gp

P.S.: Die entscheidende Szene, die die Tränenflut auslöste, kann hier ab  1:20 min gesehen werden.

Ich lese gerade…”Krähenmädchen” von Erik Axl Sund

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Kommissarin Jeanette Kihlberg ist fassungslos. Sie steht vor der schwer misshandelten Kinderleiche eines Jungen in einem Stockholmer Park. Identität unbekannt, ein Flüchtlingskind aus dem Ausland, das niemand vermisst.  Ähnliche Todesfälle mehren sich, aber alle Ermittlungen verlaufen sich im Sand. Kihlberg wendet sich an die Psychologin Sofia Zetterlund, bei der eines der letzten Opfer in Behandlung war. Die Profile zweier Frauen stellen sich gegenüber: Auf der einen Seite Kihlberg, verloren zwischen Arbeit und Ehe, auf der anderen Seite Zetterlund, gefangen in der Verbindung zu ihrer Patientin Victoria Bergmann. In einem Strudel von Gewalt, Grausamkeit und Brutalität öffnen sich immer wieder Einblicke in die Vergangenheit der verletzten Kinderseele Bergmanns und machen aus „Krähenmädchen“ den packenden und sicherlich auch verstörenden Start einer Trilogie.
Es sind die Autoren Jerker Eriksson und Hakan Axlander Sundquist (Zusammengefasst Erik Axl Sund), aus deren Feder die vielschichtigen und fehlbaren Persönlichkeiten aus „Krähenmädchen“ entsprungen sind. Mit ihrer Debüt-Trilogie verlangen sie den Lesern ein mehr als starkes Nervenkostüm ab, denn ihr Krimi ist nichts für Zartbesaitete. Schon direkt von Anfang an wird klar, in welche Richtung die Geschichte tendiert: Es geht um Kindesmissbrauch, um Schattenseiten der Menschen und um die tiefen Abgründe der Psyche. In ihrer Wortwahl sind die Autoren gnadenlos – keine Umschreibungen, keine Aussparungen und das alles auf Kosten von Opfer und Patientin Viktoria Bergmann und ihrer vernichtenden Lebensgeschichte.
„Krähenmädchen“ ist erbarmungslos und genau das mag der Grund sein, wieso sich die Gemüter unter den Rezipienten scheiden. Was der eine als abstoßend bewertet, empfindet der andere als genial.
Spannung, Härte und das Entsetzen, mit dem man zurückgelassen wird, sind die Faktoren, die mir an diesem Buch so gut gefallen haben.
„Krähenmädchen“ sowie die Fortsetzungen „Narbenkind“ gibt es als Buch und Hörbuch in der Stadtbibliothek. Der Abschluss der Reihe „Schattenschrei“ ist bei uns ebenfalls als Buch ausleihbar.

mdr