Impuls Plus – Einführungsworkshop zum Konzert »Night Shift«

Connect: Das Publikum als Künstler

Im Konzert »Night Shift« am 5. März 2023 in der Kölner Philharmonie wird das Publikum selbst zum Akteur. Ausgestattet mit einem Instrumenten-Paket, Stiften und Papier kreiert es gemeinsam mit dem Ensemble Modern und weiteren Künstler*innen eine poetische Klangwelt. Dabei werden die Beziehungen zwischen Komponist*innen, Musikschaffenden und Publikum neu erkundet. Während die erste Konzerthälfte aus einer gemeinsamen Probe mit dem Ensemble Modern besteht, wird das Entstandene in der zweiten Konzerthälfte gemeinsam live aufgeführt. Von Catherine Milliken kommt die Musik zu diesem einmaligen Nachmittag. Sie ließ sich von Texten aus Shakespeares »Sommernachtstraum« inspirieren.

Im »Impuls Plus« in der Stadtbibliothek Köln führt Musiker und Komponist Marco Mlynek in das einzigartige Konzerterlebnis vorab ein. Was kann Musik alles sein? Wie können Klänge mit Ausdrucks- und Gestaltungsmitteln verfremdet werden? Und welchen Inspirationsquellen bedienen sich zeitgenössische Komponist*innen? Über interaktive Elemente möchte der »Impuls Plus« die Sinne für die partizipative Programmgestaltung des Konzerts öffnen.

Link zum Konzert: www.koelner-philharmonie.de/de/programm/night-shift/3193

Video zum Konzert mit Einblicken in die gemeinsame Programmentwicklung

TerminSonntag, 05.03.2023

13:00 – ca. 14.15 UhrEinführungsworkshop mit Marco Mlynek
(Musiker/Komponist) in der Stadtbibliothek
14:15 – 14:45 UhrFührung durch die Musikbibliothek
16:00 UhrKonzertbesuch »Night Shift« in der Kölner Philharmonie
(Einlass ab 60 Minuten vor Konzertbeginn)

Kosten                               

29 €/12 €* pro teilnehmende Person inkl. Einführungsworkshop, Konzertkarte und VVK-Gebühren.

Ein VRS-Ticket ist in der Konzertkarte erhalten.

Informationen zur Online-Buchung und elektronischen Bezahlung erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.

*Ermäßigung für Schüler*innen und Studierende unter 29 Jahren sowie Köln-Pass-Inhabende.

Anmeldeschluss                

15. Februar 2023

Frist der Ticketbuchung       

28. Februar 2023

>>>Für die Anmeldung bitte hier klicken<<<

Beitragsbild © Wonge Bergmann

Eine Kooperation mit der Kölner Philharmonie.

© Kölner Philharmonie

#BookTok – Empfehlungen von TikTok jetzt neu bei der Stadtbibliothek Köln

Spezielle Medienauswahl und -präsentation am Neumarkt und in den Stadtteilen

#BookTok-Aufsteller © Stadtbibliothek Köln

Unter dem Hashtag #BookTok empfehlen sich die vornehmlich jugendlichen Nutzer*innen der Social-Media-Plattform TikTok in kurzen Videoclips ihre Neuentdeckungen auf dem Buchmarkt. Die Autor*innen und unterschiedlichen Genres sind dabei genauso divers wie die Nutzer*innen. Auch die „Darreichungsform“ kennt von gedruckten Büchern über E-Books und Hörbüchern keine Grenzen. Der Trend ist mittlerweile selbst bei den Verlagen und im Einzelhandel angekommen, da sich durch #Booktok eine ganz neue, eigene Zielgruppe formiert hat.

Nun erhalten die durch junge Trendsetter*innen empfohlenen Medien auch bei der Stadtbibliothek Köln ihren ganz eigenen Platz und sind – in der Zentralbibliothek am Neumarkt und in allen 11 Stadtteilbibliotheken – auf den ersten Blick erkennbar: Eine Auswahl an Titeln, die ständig erweitert wird, bekommt spezielle #BookTok-Aufkleber, außerdem werden sie in eigenen Regalen und Aufstellern präsentiert und durch Plakate in frischer Ästhetik beworben. Und gerade auch im virtuellen Raum wird #BookTok selbst ohne eigenen TikTok-Account greifbar: So haben die Kölner Bibliothekar*innen zum Beispiel Stand jetzt schon über 100 E-Books und fast 80 Hörbücher in der App „Libby“ für Audio- und E-Books – die im Rahmen einer Stadtbibliotheks-Mitgliedschaft kostenlos nutzbar ist – entsprechend gekennzeichnet.

Apropos TikTok-Account: Der für die Stadtbibliothek Köln unter dem Kürzel @stbibkoeln ist bereits angemeldet, wird aber Stand jetzt noch ausschließlich für Recherche-Zwecke genutzt. Weil ohne einen einzelnen eigenen Post aber bereits 188 Follower*innen zu verzeichnen sind, ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis man auch selbst aktiv mitmischt – zu beobachten dann auch weiterhin unter dem Hashtag #BookTok.

Eine weitere gute Nachricht – nicht nur für junge Bibliotheksnutzer*innen: Ab dem 01. Februar wird die kostenlose Mitgliedschaft (bisher für alle unter 18) ausgeweitet bis zum 21. Geburtstag und auch alle anderen Mitgliedstarife werden dank der kürzlich vom Rat beschlossenen Benutzungs- und Entgeltordnung günstiger.

#BookTok-Regal in Rodenkirchen © Stadtbibliothek Köln

„Ein Tag voll Musik – offener Aktionstag für die ganze Familie“

Am 12. November fand in unserer Musikbibliothek „Ein Tag voll Musik – offener Aktionstag für die ganze Familie“ statt. Der Tag war Teil unseres Jubiläumsprogramms zu „100 Jahre Musikbibliothek“.

Bereits kurz nach Öffnung der Bibliothek bevölkerte sich die 4. Etage, vor allem mit Familien.

© Stadtbibliothek Köln

Im Erdgeschoss wurden die Besucher*innen bereits mit unserem Bodenklavier empfangen und Klein und Groß probierten sich, mal direkt ohne Scheu, mal nach erstem Zögern, lachend daran aus. 😀 Die entleihbaren Exemplare waren im Nu vergeben. Auch unser dort präsentierte entleihbare Kofferplattenspieler wurde neugierig entdeckt. Für einige Eltern eine Gelegenheit ihren Kindern zu erklären, wie ein Plattenspieler eigentlich funktioniert. Die große Übersichtstafel zu allen weiteren Angeboten machte Lust danach direkt auf die 4. Etage zu gehen.

Dort ging es dann weiter mit:

  • unsere E-Drums, E-Gitarre und Gitarren im Makerspace ausprobieren,
  • mit einer VR-Brille und Beat Saber den Rhythmus im Blut fühlen und ihn mit Lichtschwertern ausleben,
  • mit einer VR-Brille an unserem E-Piano Klavier spielen lernen,
  • mit einer VR-Brille einer virtuelle Zirkusvorstellung von Circe du Soleil beiwohnen,
  • die eigenen Tanzfähigkeiten bei Just Dance testen oder sich einfach mal auszappeln,
  • mit der Nintendo Switch und Taiko no Tatsujin die Trommelfähigkeiten unter Beweis stellen
  • oder eine Pause am Maltisch einlegen, Wissen im Band-Logo-Raten testen und Gedanken zur Musik auf unserer Pinwand aufschreiben,
  • unser offenes Musikzimmer besuchen und das Gefühl genießen auf einem Flügel zu spielen.

Natürlich hatten wir auch eine große Auswahl unserer entleihbaren Instrumente vor Ort, die alle Besucher – klein und groß – wie magisch anzogen. Da wurde getrommelt, Akkordeon gespielt, Violine ausprobiert, mit Percussion-Instrumenten und Metallophonen musiziert. Aber auch Tischharfe gespielt, mit dem iPad oder Mini-Synthesizer Musik gemacht oder mit der Populele erste Schritte beim Ukulele spielen getätigt.

© Stadtbibliothek Köln

Manche Familien hielten sich stundenlang bei uns auf und probierten alle Angebote an den Stationen aus. Und es war einfach klasse, wie belebt der gesamte Tag war! 😀

Alle Fotos inkl. Titelbild: © Stadtbibliothek Köln

10-jähriges Jubiläum: “Lichtjahre voraus: Weltraumforschung aus erster Hand”

So nah ist man dem Weltraum selten! Doch seit mittlerweile 10 Jahren setzen wir euch in die erste Reihe der Weltraumforschung! Seid bei unserer Jubiläumsausgabe dabei, wenn euch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bei uns wieder einen exklusiven Einblick in die deutsche und internationale Weltraumforschung gibt.

Ein Mensch in einem dicken, weißen Raumanzug winkt bei einem Außenbordeinsatz im Weltall in die Kamera. Das Gesicht ist nicht zu sehen, weil das Visier des Helms verspiegelt ist.
Abbildung: DLR CC-BY 3.0

Freut euch auf folgende Vorträge:

  • Dr. Lisa Wörner, Leiterin des DLR-Instituts für Quantentechnologien in Ulm. Sie berichtet über heutige und zukünftige Anwendungsszenarien für Quantentechnologien in der Raumfahrt.
  • Dr. Jens Biele vom Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) in Köln berichtet über die DART-Mission bei der eine Weltraumsonde im September 2022 in einen kleinen Asteroiden einschlug, um seine Umlaufbahn zu ändern. Außerdem gibt er einen Ausblick auf die Folgemission Hera.

Nach jedem Vortrag stehen euch die Vortragenden für Fragen zur Verfügung. Im Laufe der Veranstaltung könnt ihr bei unserem Quiz verschiedene Preise aus den Bereichen Astronomie und Raumfahrt gewinnen.

„Lichtjahre voraus“ findet online statt und die Teilnahme ist kostenlos!

Alle Infos zur Veranstaltung und zur Anmeldung findet ihr auf www.geeks.cologne.

(ba)

Von MINT bis Nachhaltigkeit

In diesem Jahr fand zum fünften Mal das MINT-Festival der Stadtbibliothek Köln statt. In den Herbstferien konnten Kinder und Erwachsene verschiedene Veranstaltungen zu den Themen Mathematik, Informatik Naturwissenschaften und Technik besuchen. Wie schon in den Jahren zuvor gab es alles Wissenswerte nicht nur zum Anhören, sondern zum Mitmachen, Experimentieren und Erleben.

Den Abschluss bildete erneut der MINT-Aktionstag in der Zentralbibliothek mit Ratespielen, Vorführungen und einer ganzen Menge Dinge zum Anfassen, Ausprobieren und Ausleihen. Alle Besucher*innen von klein bis groß kamen neugierig zu den Ständen und hatten sichtlich Spaß.

Wer genau hingesehen hat, entdecke dieses Jahr neben den MINT-Themen auch einiges zum Thema Nachhaltigkeit. In Anlehnung an die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung, im Internationalen Raum auf SDG – Sustainable Developement Goals genannt, haben wir das Thema Nachhaltigkeit in unser MINT-Festival integriert. So fragten wir die Besucher*innen des MINT-Aktionstags warum Nachhaltigkeit wichtig ist. Nach und nach klebten so immer mehr bunte Post-its an unserer Fensterscheibe.

Nachhaltigkeit ist wichtig, weil…

Und was mit dem Thema Nachhaltigkeit funktioniert, funktionierte auch mit MINT. So kamen auch viele verschiedene Gründe zusammen, warum MINT gemocht wird.

Uns bleibt an dieser Stelle nur noch zu sagen: MINT ist toll! Mit MINT können wir die Welt entdecken, verstehen und wachsen. Mit MINT kann Neues und Nachhaltiges entstehen. Mit MINT lässt sich die Zukunft gestalten. So wird es auch im nächsten Jahr wieder ein MINT-Festival geben. Wir freuen uns drauf!

Einen großen Dank an alle Partner*innen und Beteiligte, die den MINT-Aktionstag aktiv mitgestaltet haben:

Die Weltretterbande, Ernährungsrat Köln, Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, FAIR.Stärken e.V., Fraunhofer IAIS, Frühes Forschen Langenfeld, Hausdorff Center for Mathematics, Ingenieure ohne Grenzen e.V., KRAKE e.V., RapairCafé Bürgerzentrum Ehrenfeld, AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH, RheinEnergie AG, wanderbaumallee.koeln und die Wasserschule Köln e.V..

Alle Bilder ©Stadtbibliothek Köln

17 Tage – 17 Ziele: die MINTköln 2022

Das sind die 17 SDGs.

Genau jetzt findet zum fünften Mal unsere MINTköln statt – wie jedes Jahr in den Herbstferien. Der Schwerpunkt in diesem Jahr: Nachhaltigkeit. Denn:

Alle Menschen sollen ein Leben in Würde führen können. Das ist das Anliegen der Agenda 2030. Den Weg dahin zeigen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung oder SDGs – kurz für „sustainable development goals“ – auf. Sie gelten für alle Staaten der Welt und richten sich gleichermaßen an Regierungen, Zivilgesellschaft sowie jede*n Einzelne*n.

 
Bibliotheken spielen für das Erreichen der 17 Ziele eine wichtige Rolle – ob durch die Förderung von Alphabetisierung und Medienkompetenzen, die Überbrückung der Kluft beim Zugang zu Informationen oder als Knotenpunkt der Forschungsgemeinschaft.
 
Auch unser MINT-Festival ist ein wichtiger Baustein, denn hier werden alle zu Forscher*innen, Klima- und Ressourcen-Retter*innen – um nicht zu sagen: Überlebenskünstler*innen und Zukunftsheld*innen.

In unseren sozialen Kanälen fandet ihr letzte Woche bereits Beiträge, die ausgewählte Programmpunkte der MINTköln mit dem jeweils passenden Nachhaltigkeitsziel verbinden. Und diese Woche geht es natürlich weiter. Auf Twitter und auf Instagram.

Wir wünschen eine angenehme zweite Festival-Woche!

Auswahl von MINTköln-Highlights mit dem passenden SDG.

Jürgen Becker und der Grüffelo

Sonntags in der Bibliothek

Wie gut inzwischen die Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek und das dazugehörige Kultur-Programm angenommen wird, zeigen beispielhaft Eindrücke zweier Tage, aufgezeichnet von  einem Mitglied des Sonntagsteams, das an diesen Tagen im Einsatz ist. Gefördert werden diese Inhalte durch das “Programm zur Stärkung der Sonntagsöffnung in Bibliotheken” (ProSib) des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Monster, schwer erschöpft, nach seinem Auftritt am Sonntag in der Zentralbibliothek.

21. August, 14:00: An der Absperrung vor dem Lesesaal tauchen im Minutenabstand ältere Damen und Herren auf und fragen, ob hier wirklich gleich Jürgen Becker auftreten werde, und ob man noch reinkäme ohne Vormerkung, oder ob man wirklich keine Tickets benötige. Die Fangemeinde des Kölner Kabarettisten kann es kaum glauben, ihr Idol in einer Stunde bei freiem Eintritt erleben zu dürfen. Jürgen Becker soll in seiner gewohnt scharfzüngigen und witzigen Art über die Marktwirtschaft der Zukunft referieren, und was wir tun müssen, außer möglichst angstfrei nach vorn zu blicken, damit wir die Krisenzeiten überwinden können.

40, 50, 60 Personen versammeln sich in der kommenden dreiviertel Stunde, eigentlich sollte jetzt der Einlass beginnen. Nur, Jürgen Becker ist noch nicht aufgetaucht. Hinter den Kulissen beginnt hektische Telefoniererei mit dem Management, die Besucher*innen werden per Durchsage auf dem Laufenden gehalten.

*DING DONG*  „Liebe Gäste, wir sind gerade noch auf der Suche nach Jürgen Becker, nehmen Sie aber bitte schon mal Platz und machen Sie es sich gemütlich. Sobald wir ihn gefunden haben, geben wir Bescheid.“

Um kurz nach drei taucht er endlich auf, entschuldigt sich charmant. Er habe gedacht, er müsse zur Bibliothek in der Südstadt, also der in seinem Veedel, und habe sich dann gewundert, dass dort niemand war. Schnell wird er verkabelt mit dem Headset, nun kann es losgehen mit der Marktwirtschaft!

„Wir sitzen ja gerade in dieser schönen Bibliothek mitten In Köln beisammen, und deswegen habe ich euch heute meine fünf Lieblings-Bücher aus und über Köln mitgebracht, die ich euch vorstellen möchte.“ Ehm, Herr Becker? Ach, ejal, der Mann ist Profi, der kann zu allem kluge und witzige Sachen sagen. Nach der Top 5 dreht er auch nochmal richtig auf und wird (lokal)politisch kreativ:
„Wohnungsnot in Köln? Schauen Sie, die katholische Kirche besitzt in dieser Stadt so viele Immobilien, wenn sie nur einen Teil davon zur Verfügung stellen würde, gäbe es das Problem nicht mehr. Am besten fangen die mit dem Kölner Dom an. Ein paar Mauern eingezogen, Raufaser und Farbe an die Wände, das wirkt Wunder.“

04. September, 14:30: Der Bühnenwald für das Monster Grüffelo und die Maus, das Eichhörnchen, den Fuchs, die Eule und die Schlange steht bereits. Puppenspieler Andreas Blaschke und sein Assistent vom Kölner Figurentheater haben sich für einen kurzen Happen vor dem Auftritt zurückgezogen. Da die Aufbauten mit den bemalten Leinwänden weit in den Raum ragen, können wir nur 110 Stühle aufstellen, aus Sorge um die Sicherheit durch potentiell umstürzende Scheinwerfer können keine Sitzkissen – wie sonst für die Kids – vor der Bühne verteilt werden. Doch am Einlass wächst die Wand mit Eltern, Kindern und Kinderwagen, wie eine schwarze Gewitterfront an. Innerhalb von Minuten sind alle Plätze belegt, noch immer stehen rund 50 Zaungäste wider Willen am Eingang und schauen ganz traurig…

*DING DONG*  „Liebe Eltern, wir haben heute sehr viele Fans des Grüffelos zu Besuch, aber nicht genügend Plätze für alle. Sollten Sie Ihr Kind für die Dauer der Vorstellung allein im Saal lassen können und damit Platz für weitere Kinder schaffen, wäre das wunderbar.“

Der Ruf wird erhört. Da auch die Sauerstoffversorgung im warmen Saal verbesserungsbedürftig ist, öffnen wir schnell noch die Glastüren nach draußen. Cooler Nebeneffekt: Die Eltern können so von zwei Seiten den Nachwuchs samt Bühne im Auge behalten. Zwischendurch heißt es „Vater, verzweifelt gesucht“, ein Kleiner mit frechem Grinsen und enormer Energie, flitzt ständig zwischen Eingang und Stuhlreihen in Richtung Bühne und hält uns ordentlich in Trab.

Die Story in Kurzform: Eine Maus trifft im Wald das Eichhörnchen, das ihm verspricht, den Weg zum Haselnussbaum zu weisen. Hungrig sind auch Fuchs, Eule und Schlange, die die Maus fressen wollen. Die denkt sich ein grässliches Monster aus, den Grüffelo, um nicht als Mahlzeit zu enden. Und dann taucht plötzlich der Grüffelo tatsächlich auf. Der – nebenbei bemerkt – ein erstaunlich breites Kölsch spricht.

Kinder sind ein dankbares und großartiges Publikum, auch heute. Ohrenbetäubendes Gequietsche, wenn sie die Maus warnen. Die Songs zur Story können sie sowieso mitsingen und ein Junge neben mir grüßt lautstark, als sein Lieblingstier den ersten Auftritt hat: „Halloooo, Eule!“ Die Eule macht „Hu Huu“. Nach dem Happy End gibt es viele fröhliche Gesichter. Der Puppenspieler schaut erschöpft, er hat halt nur zwei Arme für sechs Handpuppen. Abbau, der Bühnenraum wird wieder zum Lesesaal, die letzte Stunde des Sonntags in der Zentralbibliothek bricht an…

*DING DONG* „Liebe Gäste, wir schließen in fünf Minuten. Einen guten Start in die neue Woche! Danke, dass Sie heute hier waren, bis zum nächsten Sonntag…“

Verfasst von Christian Scheuß

Sommerfest im Café Vinok – eine Geste der Unterstützung für ukrainische Geflüchtete

Selbstgebastelte Girlande mit Herzen und Namen

Ein Gastbeitrag der ukrainischen Journalistin Nina Balasanyan

Seit dem 24. Februar, dem Tag des völkerrechtswidrigen Einmarsches in die Ukraine, zerstört Aggressor Russland fortwährend und systematisch ukrainische Städte. Der Krieg, der bald fünf Monate andauert, zwingt viele Menschen, ihre Heimat zu verlassen und im Ausland Zuflucht zu suchen. Die Bundesregierung hat ein großes Programm zur Aufnahme und Integration ukrainischer Staatsbürger aufgelegt. So wird flächendeckend organisatorische Unterstützung geboten, um den Ukrainer*innen ein gutes Ankommen zu ermöglichen.

Menschen vor dem sprachraum während des Sommerfestes
©Stadtbibliothek Köln

Köln ist Vorreiterin bei der Aufnahme von Zuwanderern. Auf allen Ebenen wird daran gearbeitet, die Situation der Geflüchteten zu verbessern. Die Kölner Stadtbibliothek spielt dabei eine bedeutende Rolle. Als Treffpunkt für Frauen und Kinder aus der Ukraine wurde ein Café mit dem symbolischen Namen „Vinok“ – zu Deutsch: „Kranz“ – geschaffen. Es handelt sich bei dem Namen um eine interessante Kombination der damit verbundenen Konzepte in den beiden Ländern. In der Ukraine gilt der Kranz als kulturelles Symbol des ukrainischen Volkes und seine Popularität hat in der modernen Ukraine seit 2014 stark zugenommen. Es existiert auch der Ausspruch: “Ein Kranz heilt die Seele.”

In Deutschland sind Kränze ebenfalls recht weit verbreitet. Zunächst waren sie zumeist religiöses Symbol – das gilt zum Beispiel für den Adventskranz. In der Symbolik eines solchen Kranzes stechen mehrere Bedeutungen hervor: Der Kreis symbolisiert das ewige Leben, das durch die Auferstehung geschenkt wird, Grün ist die Farbe der Hoffnung und Kerzen sind das Licht, das die Welt zu Weihnachten erleuchten wird. Auch im modernen Deutschland wird die Tradition des „Kaffeekränzchens“ zelebriert – beim gemütlichen Kaffee trinken und Kuchen essen.

Kuchenbuffet
©Stadtbibliothek Köln

Gemeinsam mit der Organisation „Sei stark e.V. Frauen helfen Frauen“ leistet die Kölner Stadtbibliothek im „Café Vinok“ wichtige Arbeit für ukrainische Geflüchtete. Sie fördert nämlich den gegenseitigen Austausch und die Kommunikation; stellt Kontakte zu Frauen her, die ehrenamtlich im Alltag unterstützen; hilft bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz und bei Bewerbungen; unterstützt bei Behördengängen und beim Ausfüllen von Anträgen; motiviert zum Deutschlernen und hilft bei der Suche nach Sprachkursen; ermöglicht es den Kindern, sich kennenzulernen und gemeinsam zu spielen. Jeden Freitag gibt es Treffen für Frauen und Kinder aus der Ukraine. Und auch am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ist der sprachraum der Stadtbibliothek geöffnet. Natürlich engagieren sich auch hier ehrenamtliche Helfer.

Drei musizierende Menschen stehen vor dem Plakat des Sommerfestes.
©Stadtbibliothek Köln

Um den moralischen und psychologischen Zustand der neu angekommenen ukrainischen Gemeinde zu unterstützen, wurde am Freitag, 01. Juli, als „Sommerfest“ eine fröhliche Feier abgehalten. Die Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf, Iryna Shum, die Leiterin der Stadtbibliothek Köln Dr. Hannelore Vogt, die Leiterin des “Sei stark e.V.“, Emitis Pohl, sowie viele andere – insgesamt ca. 150 Gäste – waren zugegen. Während der Veranstaltung kommunizierten die Leiterinnen der Organisationen mit den Teilnehmer*innen und berieten sich zu verschiedenen Themen. Viele Ukrainerinnen hatten die Gelegenheit, sich in einem informellen Rahmen an Generalkonsulin Iryna Shum zu wenden. Es war klar, dass sich viele Fragen angesammelt hatten und es viel zu besprechen gab. Das frisch gegründete Musikensemble „Trio Vinok“ führte ein ukrainisches Musikprogramm auf. Viele Helfer*innen und ein Caterer arbeiteten die ganze Zeit, so dass sich die Besucher*innen mit Getränken, Süßigkeiten und verschiedenen Leckereien verwöhnen lassen konnten. Für Kinder wurden von Freiwilligen verschiedene Spiele angeboten. An einem der Tische webten junge ukrainische Mädchen aus Perlen und Bändern gelb-blaue Souvenirs.

Zwei Menschen, die mithilfe von Gesten kommunizieren
©Stadtbibliothek Köln

Im persönlichen Gespräch mit den Organisator*innen der Veranstaltung fiel deren einfühlsame Art und ihr Wunsch auf, allen in dieser schwierigen Kriegszeit zu helfen. Sowohl drinnen im sprachraum als auch auf dem Platz davor, wo das Sommerfest weitergefeiert wurde, ging es sehr lebhaft zu. Doch auf den Gesichtern der Anwesenden war stets eine leichte Traurigkeit und Besorgnis zu sehen.

Ich verstehe meine Landsleute. Schließlich gibt es jede Nacht systematische Raketenangriffe auf Charkiw, Mykolajiw, Odessa und andere Städte der Ukraine. Es kommt zu Zerstörungen und Menschen sterben, manchmal sind es Familienangehörige und Freunde.

Eine junge Frau mit einem Pullover, auf dem "Solidarity" steht
©Stadtbibliothek Köln

Zum Abschied wollte ich noch ein Foto von den Kindern in der Nähe des Standes mit ukrainischen Symbolen machen. Aber so sehr ich es auch versuchte, die Kinder lächelten nicht. Kinder sind aufrichtig, sie wissen noch nicht, wie sie sich verstellen sollen!

Nina Balasanyan ist eine ukrainische Journalistin und zivilgesellschaftliche Aktivistin aus Charkiw