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Backen für Nerds

13 Jun

Nicht jeder ist fürs Backen geschaffen. Ich bin es definitiv nicht, aber ab und zu wage ich mich doch an kleine Experimente. Halloween ist zum Beispiel eine große Ausnahme. Die Leckereien können kreativ verziert werden und es muss noch nicht mal hübsch aussehen. Vor einiger Zeit bin ich auf den YouTube-Kanal von Rosanna Pansino gestoßen. Sie lädt darin regelmäßig Videos zu ihrer „Nerdy Nummies“ Serie hoch. Dazu zählen Backrezepte, die von Serien, Filmen, Games, Technik und Co. inspiriert wurden.

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Copyright: Stadtbibliothek Köln

 

Das hat mich als großer Film- und Serien-Fan sehr angesprochen. Die Videos sind fast nie länger als 10 Minuten und werden von Rosanna immer sehr anschaulich gestaltet. Sie ist außerdem eine leidenschaftliche Cosplayerin und präsentiert in so gut wie jedem Video ein passendes Kostüm. Es ist nicht zu übersehen, dass viel Herzblut in jedes Rezept und in jedes Video mit einfließt. Ihre Videos haben mich sehr inspiriert und ich freue mich deswegen besonders, dass sie auch ein eigenes Backbuch veröffentlichen konnte. Ihre Videos sind für Englisch-Grundkenntnisse durchaus gut verständlich, aber ich bin dennoch dankbar, dass inzwischen eine deutschsprachige Version ihres Backbuchs erschienen ist. Das „Nerdy Nummies“ Backbuch ist bei uns in der Zentralbibliothek im 1. OG zu finden (Vgn *Backen* Pansino).

In dem Buch ist für jeden etwas dabei. Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich hier für Geburtstagspartys vieles abgucken kann. Für diesen Blogeintrag habe ich mich klischeehafterweise für das Rezept „S’mores Bücher“ entschieden. Hierbei handelt es sich um kleine Marshmallow-Keksbücher.

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Copyright: Stadtbibliothek Köln

 

Hierzu ist lediglich die Herstellung einer Marshmallow-Masse erforderlich. Dabei hätte ich nie gedacht, dass es so einfach sein kann. Die Marshmallows werden anschließend mit Butterkeksen zu kleinen Büchern zusammengeklebt. Zuletzt bleibt das Verzieren der Bücher. Das ist keine meiner Stärken, aber ich habe mich sehr bemüht und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Und selbst wenn die Dekoration nicht glückt, alleine die selbstgemachten  Marshmallows schmecken schon sehr lecker.

Das Backbuch ist eine wunderbare Ergänzung zu Rosanna Pansinos YouTube-Kanal. Zu diesem Rezept gibt es auch ein passendes Video. 

Hier noch einige meiner Lieblingsrezepte aus ihrem YouTube-Kanal:

Dornröschen-Torte

Harry Potter Lakritz-Zauberstäbe

Alice im Wunderland Kekse

Game of Thrones Trüffel-Dracheneier

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!

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Quilting in Public

9 Jun

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QUIP-Day – Quilten in der Öffentlichkeit

17.06.2017, 11-14 Uhr

Jedes Jahr am 3. Samstag im Juni treffen sich Quilt- und Handarbeitsbegeisterte an öffentlichen Plätzen, um sich auszutauschen und ihr Hobby anderen zu zeigen.

Die Quilterinnen setzen aus kleinen, verschiedenfarbigen, zugeschnittenen Stoffstücken eine kunstvoll gesteppte Decke – den Quilt –  zusammen.

Im März hat die Stadtbibliothek Köln im Rahmen der Nacht der Bibliotheken in Kooperation mit verschiedenen Quilterinnen auch selbst einen Quilt erstellt, der ebenfalls in diesem Rahmen präsentiert wird.

Weitere Informationen über den QUIP-Day unter https://www.patchworkgilde.de/aktivitaeten/aktionen/quip-day

Mug Cakes – Kuchenbacken in Tassen

6 Jun

Mug Cakes sind Tassenkuchen, die in der Mikrowelle „gebacken“ werden. Es sind nur ein paar Minuten nötig, um sie zu backen, anschließend lässt man sie ein paar Minuten auskühlen, bevor sie verzehrt werden können. Ganz wichtig: die Mug Cakes sollten zeitnah gegessen werden, da sie sonst nicht mehr schmecken. Für Partys mit vielen Leuten sind sie also eher ungeeignet, da man die Mug Cakes schlecht vorbereiten kann. Stattdessen sind Mug Cakes etwas für Spontane und Kurzentschlossene, die mal eben Lust auf einen Kuchen haben. In den meisten Mug Cake-Büchern sind die Zutaten-Angaben für eine Tasse berechnet worden.

Die Tassenkuchen sind auch was für Singles, die nicht ¾ des Kuchens einfrieren wollen. Stattdessen könnt ihr euch einen leckeren warmen Marmor Mug Cake machen. Ganz für euch allein!

Ich hatte nach Durchsicht zahlreicher Mug Cake-Bücher Lust auf einen Crumble Mug Cake. Grundvoraussetzung ist natürlich eine Mikrowelle! Dieser Erdbeer-Schoko Tassencrumble ist aus dem Buch Crumble Mug Cakes – (Vgn 1 *Backen* Huet-Gomez).

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Crumble Mug Cakes – Neue fruchtige Tassenkuchen von Christelle Huet-Gomez

So geht’s

Als Zutaten benötigt ihr Butter, Mehl, Zucker, weiße und dunkle Schokolade, einen Apfel und ein paar Erdbeeren.

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Zutaten. Copyright: Stadtbibliothek Köln

Zuerst wird der Apfel kleingeschnitten und in einer Tasse mit Butter und Zucker vermengt.

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Apfelstücke mit Zucker und Butter vermengt. Copyright: Stadtbibliothek Köln

Danach wird die Tasse mit Klarsichtfolie überzogen und diese mit Löchern durchstochen. Anschließend kommt die Tasse bei 800 Watt für eine Minute in die Mikrowelle. Danach ist der Apfel heiß und weich; der Zucker hat sich in der Butter aufgelöst. Auf diese Mischung in der Tasse kommen nun die Erdbeeren in kleinen Stückchen, sowie die dunkle Schokolade. Alles wird gut vermischt.

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Schokolade und Erdbeeren in Stücke schneiden. Copyright: Stadtbibliothek Köln

In einer separaten Schale werden Butter, Zucker, weiße Schokolade, Mehl und etwas Salz vermengt und der daraus entstehende Teig wird in abgezupften Stückchen auf dem Inhalt der Tasse verteilt.

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Teig für den knusprigen Teil des Mug Cakes. Copyright: Stadtbibliothek Köln

Anschließend kommt die Tasse wieder für eine Minute bei 800 Watt in die Mikrowelle. Fertig ist der Crumble Mug Cake! Vorsicht: er ist sehr heiß und sollte eine bis zwei Minuten abkühlen, bevor er genossen wird!

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Copyright: Stadtbibliothek Köln

Dieser Erdbeer-Schoko-Tassencrumble schmeckt wirklich wunderbar, obwohl die Mikrowelle leider nicht imstande war, den Teig knusprig („crumble“) werden zu lassen. Auch ein paar Sekunden länger haben in diesem Fall nichts gebracht, sondern die Schokolade nur heißer werden lassen. Dem Geschmack tat das aber absolut keinen Abbruch.

Ein tolles Dessert, der im Gegensatz zu einem Kuchen im Backofen wesentlich schneller (verzehr -)fertig ist.

Die Mug Cake-Bücher lassen sich im Katalog recherchieren, wenn ihr im Suchfeld „Tasse*“ eingebt.

Alles aus der Tasse

Es gibt aber nicht nur Tassenkuchen, sondern auch Tassensuppen, Tassengärten (echt süß!), Salate im Glas etc. Lasst euch inspirieren!

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Copyright: Stadtbibliothek Köln

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Reale Lizenz für virtuelle Realität

3 Jun

HTV Vive-Nutzerin

Am 20. Juni starten wir ein neues Angebot:

die VR-Lizenz!

Bedeutet: Wir bringen euch in Workshops bei, wie man die Brille und den dazugehörigen Computer richtig bedient – und danach könnt ihr Termine reservieren und unsere HTC Vive kostenfrei und selbstständig nutzen. Bis zu drei Stunden täglich.

Voraussetzungen

  • ein gültiger Bibliotheksausweis
  • ein Mindestalter von 16 Jahren

That’s it. Wenn ihr das erfüllt, steht einer Lizenz für die virtuelle Realität nichts im Wege. Es entstehen keine weiteren Kosten.

Kick-Off

Am 20. Juni findet um 14:00 Uhr die Eröffnung der VR-Station auf der dritten Etage der Zentralbibliothek statt. Wer direkt eine Lizenz erwerben möchte, muss sich anmelden!

Zur Anmeldung

Die Plätze sind für diesen ersten Termin auf 15 beschränkt. Ab Juli wird es dann regelmäßige Termine geben, sodass möglichst viele Leute die Chance erhalten eine Lizenz zu erwerben.

Was ist die VR-Station?

Zur Zeit bauen wir noch dran, daher gibt es noch keine Bilder. Aber die VR-Station ist ein Ort, der euch alles bietet, was ihr für ausgedehnte Spaziergänge in der virtuellen Realität braucht: Ein Gaming-Rechner ist integriert und wir ermöglichen euch den Zugang zu zwei Vive-Controllern und der Brille. Ihr bedient Hard- und Software selbstständig. Unter Steam findet ihr eine Auswahl von Spielen, die laufend aktualisiert wird.

Noch Fragen? Dann ab in die Kommentare. Wir freuen uns auf den 20. Juni und die Zukunft!

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Wenn Spongebob und Pingu aufeinandertreffen

1 Jun

Laut, quirlig, grell und schnell – Das ist die einstimmige Meinung zu der Kinderserie „Spongebob“ unter den Erwachsenen im Plenum der Veranstaltung Kinderwelten – Medienwelten.

„Die Musik ist sehr hektisch und die Szenen wechseln schnell. Das kann aufregend wirken und das Kind nervös machen. Kann – muss aber nicht. Wichtig ist, dass mit den Kindern über das Gesehene gesprochen wird“, empfiehlt Dr. Bettina Lendzian vom Grimme Institut. Den nur so könne man erfahren, wie das eigene Kind Eindrücke verarbeitet.

Kindermedien als Erwachsener durch die Augen des Kindes wahrnehmen, hieß die Herausforderung des Abends. Damit diese Aufgabe gelingen konnte, ging es auf kurze Entdeckungsreise in die eigene Vergangenheit. Fernsehen geguckt, haben wir alle – und einen ganz persönlichen Helden, hatte jeder:

Wer war mein Medienheld und warum fand ich sie/ihn so toll?

Von Sailor Moon, zu Jim Knopf und über Little Joe zu Michel aus Lönneberga. Jeder der Teilnehmer kannte einen Medienhelden, den er irgendwie „cool“ fand. Aber warum ist das so? „Besondere Kräfte, Spannung, Mystisches und Lustiges zieht Kinder an“, erklärt Dr. Lendzian. Ein Sachverhalt, der für die Kinder der heutigen Generation nicht anders ist.

Vier- bis Fünfjährige sollen am Tag nicht mehr als 30min mit einem Erwachsenen Fernsehen, lautet die Empfehlung. Eine Aussage, die viele der Anwesenden zum Schmunzeln bringt, war doch der eigene Fernsehkonsum in der Kindheit deutlich höher. Doch noch wichtiger als die Frage Wie viel ist die Frage nach dem Was. In der gemeinsamen Analyse erhält die Kinderserie „Pingu“ eine deutlich bessere Kritik als Spongebob. „Spongebob ist für 3-4jährige einfach zu früh“, fasst Dr. Lendzian zusammen. Was hingegen für Pingu spricht, ist der gleichmäßige Ablauf des Spannungsbogens, die ruhige Musik und die nachvollziehbare Handlung.

Dr. Lendzian stellt hilfreiche Internetseiten vor

Bei der Meinung zu Vorleseapps auf iPad und Tablet spaltet sich das Plenum. „Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich kann mich mit diesen Medien nicht anfreunden. Ein Buch bleibt für mich nicht ersetzbar“, erklärt einer der Teilnehmer. Auch dazu hat Frau Dr. Lendzian eine klare Meinung: „Ob App oder Buch, das ist eigentlich egal. Für das Kind geht es um die gemeinsame Zeit, die beim Vorlesen miteinander verbracht wird.“

Das Fazit der Veranstaltung ist die Kommunikation. „Schauen sie sich eine Serie gemeinsam an, beobachten sie ihr Kind und reden sie mit ihm darüber, warum eine Serie oder ein Charakter gut gefunden wird, oder etwas Angst gemacht hat“, empfiehlt Dr. Lendzian.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Initiative Eltern+Medien, einem Angebot der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), statt.

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Lasst die Würfel entscheiden

23 Mai

Am vergangenen Freitag trafen sich in gemütlichem Rahmen Tabletop-Nerds und Neuinteressierte, um gemeinsam Blood Bowl und Warhammer: The End Times zu testen.

Der Abend wurde durch Andreas Pfüller – Kapitän der deutschen Blood Bowl Nationalmannschaft – mit einem Kurzvortrag eingeleitet. Was ist eigentlich Blood Bowl? Was macht den Reiz aus? Wie sieht eine Weltmeisterschaft aus? Zum Schluss beschäftigte sich Pfüller ebenfalls mit der Frage, die unserer Veranstaltungsreihe ihren Namen gab: Welcher Unterschiede finden sich zwischen digitaler und analoger Version? Der Vortrag kann auf der Homepage des DBBC abgerufen werden.

Andreas Pfüller – Kapitän der deutschen Blood Bowl Nationalmannschaft und sein Team aus der DBBC beantworteten alle Fragen der Neugierigen und  erleichterten so den Einstieg ins Spiel Blood Bowl. Eine Partie kann dabei locker 2-3 Stunden dauern. Langweilig wurden den Teilnehmer der Veranstaltung trotzdem nicht: Hier wurde über das Bemalen der Figuren diskutiert, im nächsten Satz ging es wieder um Spielstrategie: Wie blocke ich den Spieler, damit er keinen Touchdown schafft? Welcher Würfel wird bei für welche Spielaktion genutzt und warum werden die Figuren nach einem Spielzug umgedreht? Andreas Pfüller und sein Team erklären mit viel Geduld und Witz die Kniffe und Tücken einer Blood Bowl Partie.

Das Team von Hiveworld unterstütze uns dabei mit den Blood Bowl Figuren und Bretten und bestach selbst auch durch Fachwissen und spannende Anekdoten, die es zu erzählen gab.
Im Raum nebenan wurde an den Konsolen gegen mutierte Ratten gekämpft – das Hauptinteresse lag jedoch eindeutig auf dem Tabletop Spiel Blood Bowl.

„Blood Bowl & Warhammer: The End Times“ ist Teil der Reihe „Analog vs. Digital“, in der wir uns mit Spielkonzepten auseinandersetzen, die sowohl analog als auch digital adaptiert wurden.

Vielen Dank für die Unterstützung an Andreas Pfüller & sein Team, FJMK und Hiveworld. Das Konzept wurde von Jan Scheurer im Rahmen seines Praxisphasenpraktikums im Studium der Bibliothekswissenschaft Ende 2016 in der Stadtbibliothek Köln entwickelt.

(si)

Wie ich meinen Horizont erweitere – eine Ehrenamtliche erzählt aus dem sprachraum

18 Mai

Regelmäßig trifft sich einmal in der Woche ein Kreis von Menschen in einer Ecke des sprachraums. Spannend ist es schon zu Beginn – da schreibt jede*r den Vornamen und das Heimatland an die bereitgestellte Tafel. Häufig ist das der Einstieg in die Fragerunde – wie heißt dieses Land, auf welchem Kontinent liegt es, welche Sprache spricht man da eigentlich? Mir kommt es manchmal so vor, als würde sich hier im sprachraum die halbe Welt treffen und genau deshalb bin ich so gerne an Bord.

Vielfältig wie das Leben

Jede Woche haben wir ein anderes Thema, die Gruppe legt es in der Woche zuvor fest. Viele Menschen kommen regelmäßig und sind gut vorbereitet. Es ist dennoch leicht neu einzusteigen, auch ohne Planung, schließlich hat jede*r etwas zu sagen.

Es ist vielfältig was wir besprechen – unsere Themen reichen von Wünschen an die Zukunft, traditionelle Feste (z.B. Weihnachten, Ostern, Zuckerfest oder Nowruz) oder Reisen bis hin zum Kölner Karneval. Auch Alltagsthemen wie das Leben in Deutschland oder die Schule, in jeglicher Form vom Kindesalter bis zum Deutschkurs (und was danach kommt) haben wir schon besprochen .

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Die Themen im sprachraum sind so vielfältig wie das Leben.

Hotel Mama

Bei einigen Themen hatte ich besonders Spaß – als wir über das „Hotel Mama“ sprachen, gab es erst mal eine Menge zu erklären. Dabei stellten wir fest, dass es in vielen Ländern völlig normal ist, dieses Hotel bis zur Hochzeit zu bewohnen – und einige Teilnehmer*innen haben sich dann über das Bestreben der Deutschen gewundert, so früh wie möglich unabhängig zu sein und auf eigenen Beinen zu stehen.

Auch das Thema Pünktlichkeit war sehr bereichernd. So habe ich gelernt, dass es in vielen afrikanischen Ländern gar kein Thema ist, wenn man zu spät kommt. Zu spät heißt aber nicht 15 bis 30 Minuten, das können auch vier oder fünf Stunden sein. Es ist auch niemand böse, wenn man gar nicht kommt. Mein Bild im Kopf war, dass ich mit schön gedecktem Tisch und stundenlanger Arbeit in der Küche da stehe und meine Gäste kommen einfach, wann sie wollen – für einen Menschen aus Afrika gar kein Ding…

(c) Stadtbibliothek Köln

Besonders schön fand ich, als wir über die traditionelle Kleidung zu bestimmt Festen sprachen und unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann ihre Handys auspackten und mich ins Staunen versetzten. Ich sah aufwändige Kleidungsstücke, die liebevoll hergestellt und mit Stolz getragen wurden. Das beeindruckte mich sehr und ich war fast ein bisschen traurig, weil ich hier in Köln so etwas gar nicht habe. Es sei denn, man rechnet das Lappe-Clown-Kostüm, welches mein Vater mir vererbt hat, mit.

 

Respekt!

Spannend fand ich auch, als wir in der Woche des Respekts dieses Thema aufgegriffen haben. Ich habe gelernt, dass in vielen anderen Ländern, vor allem Eltern mit einer ganz anderen Form des Respekts behandelt werden. So darf man in einigen afrikanischen Ländern die Eltern nur auf Knien ansprechen und diese dürfen auch nicht direkt angesprochen werden, sondern nur, wenn man gefragt wird. Wichtig ist dabei, dass man „Sie“ sagt. Dies scheint in vielen Ländern gang und gäbe zu sein – in Deutschland ist das schon seit einigen Generationen nicht mehr üblich, zum Glück wie ich finde.

Als wir über Märchen sprachen, stellten wir fest, dass diese oft gar nicht so unterschiedlich sind. Rotkäppchen scheint auf der ganzen Welt zu Hause zu sein, nur der Name ist jeweils anders.

Es ist auch sehr interessant, dass die meisten Menschen die Deutschen gut und freundlich finden. In der Vergangenheit hatte ich oft das Gefühl, dass besonders die Tugenden wie Fleiß, Ordnung oder Pünktlichkeit als etwas Strenges und Schwieriges empfunden werden – aber inzwischen habe ich gelernt, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

 

Hauptsache: Miteinander reden

Ein bisschen traurig macht es mich, wenn ich höre, dass im Alltag nicht deutsch gesprochen wird, weil es keine Gelegenheit dazu gibt. Es gab schon mehrfach Teilnehmer, die erzählt haben, dass sie nur im Sprachkurs unsere Sprache sprechen.

(c) Stadtbibliothek Köln

Wir haben viele Themen, die uns beschäftigen, aber es gibt einige Dinge, die immer wieder mit einfließen, zum Beispiel das Thema Kultur oder die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf. Egal wie lange die Menschen hier sind, das scheint sich irgendwie – so wie eine geheime Story –, schnell zu verbreiten.

 

Jede Jeck is anders

Die Gruppe ist immer anders und doch haben wir etwas gemeinsam – wir sprechen regelmäßig deutsch miteinander. Manchmal kommen auch Menschen, die einfach nur zuhören – das ist auch in Ordnung. Noch nie hatte ich das Gefühl, dass kein Interesse da war, den aktuellen Redner aussprechen zu lassen oder dass dieser nicht verstanden wurde. Oft stelle ich auch den Fortschritt der Deutschkenntnisse fest – das ist besonders schön. Alle Teilnehmer*innen haben meinen allergrößten Respekt, dass sie, egal welchen Alters, unsere Sprache lernen. Zudem freue ich mich über das Vertrauen in unsere Gruppe, von dem „alten“ Leben zu berichten.

(c) Stadtbibliothek Köln

Für mich ist der Gesprächskreis jedes Mal aufs Neue eine Reise durch die Welt und durch die Kulturen. Ich wünschte, ich hätte die Gelegenheit, die Dinge, die beschrieben werden, auch einmal vor Ort zu erleben.

Mein Fazit ist, dass jede Jeck anders ist, wir haben eine wunderbare Runde, gerade weil wir die Unterschiede beschreiben und anschließend die Gemeinsamkeiten feststellen.

 

Edit (19.05.): Wir wollen euch natürlich nicht unterschlagen, von wem dieser Artikel stammt: 

Martina Thomas, gebürtige Kölnerin, Projektmitarbeiterin in einer Agentur, Mutter von drei Kindern und interessiert an Menschen von nah und fern.

 


Mitmachen?

Wir suchen zurzeit eine Person für das ehrenamtliche 4er-Team des Gesprächskreis. Haben Sie Interesse daran, im Team alle 2 Wochen mittwochs von 17-18 Uhr den Gesprächskreis zu leiten? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf: sprachraum@stbib-koeln.de