Hörtipp: Françoise Hardy „L’amour fou“

10 Jan

In den sechziger Jahren waren viele deutsche Jungs in Françoise Hardy verliebt.* Die hübsche Französin sang ihre Chansons auf Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und …. Deutsch. Später fand sie ihre musikalischen Jugendsünden so grottenschlecht, dass sie jahrzehntelang versuchte, deren Wiederveröffentlichung zu verhindern. Inzwischen geht sie auf die 70 zu und zählt (neben Juliette Greco) zu den letzten „grandes dames“ des französischen Chansons. Fast auf den Tag genau veröffentlichte sie 50 Jahre nach ihrer ersten LP ihr dreißigstes Album mit dem Titel „Amour fou“. Nach eigenem Bekunden eines ihrer Lieblingsalben.

„Amour fou“ besingt die leidenschaftliche und unmögliche Liebe. Die Liebe zwischen verblendet und verrückt. Sie erzählt von Anziehungskräften und Verhaltensweisen, von typischen Verläufen, die immer in Fallen münden, die schmerzen. Die Sängerin steht zu ihren Fehlern. In jedem Song illustriert sie dies melancholisch und mit altersloser Stimme. Françoise Hardy hat nie verleugnet, dass sie ein Faible für langsame und romantische Lieder hat. Klavier und Streicher begleiten mit subtilen Facetten, was die Texte reflektieren. Anmutungen von Zerbrechlichkeit und Schwermut, magisch und vollkommen unprätentiös. Musik für eine Bar oder einen Club, feinfühlig-jazzy, ambitioniert. Einzig der letzte Song „Rendez-vous dans une autre vie“ nimmt (von der Gitarrenbegleitung getrieben) Tempo auf. Ein Anflug von Euphorie und Optimismus, der mit dem gelebten Leben versöhnt.

gp

Parallel zur CD „Amour fou“ erschien unter dem gleichen Titel der erste Roman von Françoise Hardy.

Die CD findet sich in unserem Bestand unter der Signatur: 4 71.3  Hardy, Françoise (derzeit nur gegen Vorbestellung ausleihbar)

*Ich gehörte auch dazu. Allein ihr französischer Akzent machte einen ganz wuschig und dazu sah sie einfach umwerfend aus. „Wir hätten sie doch alle sofort geheiratet, damals in den Sechzigern“ sagte Sängerkollege Klaus Hoffmann, der ihr ein Lied widmete. Heute tröstet uns die Erinnerung und YouTube.

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