Zum Outing von Hitz, the Hammer!

9 Jan

Der Rasen bebt, die Torpfosten zittern und Fußball-Deutschland hat nur ein Thema: Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat es getan! Als Erster.

Was eigentlich? Nun… unterm Strich nur zugegeben, dass er sich in einem Punkt mehr zum Mann als zur Frau hingezogen fühlt? Dieser eine Punkt aber, die Sexualität, scheint soviel Explosivkraft zu haben, dass sich die Medien in Sensationsgeilheit überschlagen.

Warum bloß, mögen sich die Fußballunkundigen fragen? Warum haben ausgerechnet die kämpferischsten Stadiongladiatoren in den kurzen Hosen soviel Angst, sich beim gleichgeschlechtlichen Händchenhalten erwischen zu lassen?

Hört man sich um, liegt das an sogenannten „Fans“ aller Vereine und Nationen, die als Vertreter des „gesunden Volksempfindens“ angesichts eines schwulen Kickers (vermutet man) in einen Mob verwandeln würden. So einen armen Kerl würden sie bei jedem Ballkontakt auspfeifen und mit Wer-weiß-was bewerfen. Ihn im Internet einem shit-storm aussetzen, privat verfolgen, gnadenlos fertigmachen und psychisch in den Wahnsinn treiben. Bis hin zur Berufsunfähigkeit. – Vermutet man!

Womit gleichzeitig der Beweis erbracht wäre, als schwuler Vertreter des starken Geschlechtes besser den Mund zu halten.

Thomas Hitzlsperger, der seine Profikarriere 2013 beendete, hält ihn nicht und erfährt heute genau das Gegenteil. Eine Welle der Sympathie überrollt ihn. Bei aller Hochachtung vor seinem Schritt, richtig interessant wird das Thema, wenn der erste schwule Profi dem „Mob“ gegenübertritt. Bis dahin gilt das geflügelte Wort von Adi Preißler:

Grau is alle Theorie – entscheidend is auf’m Platz!“

Am Tag aber, wo der Kampf in der Arena aufgenommen wird, beginnt der lange Weg zur Normalität. An seinem Ende (jetzt fantasiere ich mal) betritt der erste schwarze, schwule, türkischstämmige Fußballspieler im deutschen Nationaltrikot den Rasen und wird jubelnd begrüßt.

gp

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