Seit einem Monat haben wir nun schon unseren 3D-Drucker in der Stadtbibliothek!
In dieser Zeit haben wir viele Menschen kennengelernt, von ihnen und euch gelernt und Wissen rund um 3D-Modellierung und 3D-Druck getauscht.
Wir freuen uns sehr, dass das Interesse an der Technologie des 3D-Drucks so groß ist und wir die Möglichkeit haben, sie euch näher zu bringen!
Di – Fr gibt es jeweils um 11 Uhr und (Edit: ab November 2013 entfällt der 11 Uhr Termin) 17 Uhr eine Druckvorführung, bei der der Druck anhand eines kleinen Objekts demonstriert wird. Wir staunen immer wieder über die Anziehungskraft, die der Drucker ausübt. Besonders freut es uns, dass nicht nur Technikaffine, sondern auch Menschen unterschiedlichsten Alters und mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen neugierig sind und uns besuchen. Da entspinnt sich manch interessantes Gespräch – vor allem über die Möglichkeit Fleisch zu drucken wird heiß diskutiert ;-). Aber auch Gedankenspiele, inwieweit die Technologie des 3D-Drucks Produktion und Vertriebswege von Gütern in Zukunft verändern könnte und vieles mehr bieten immer wieder Diskussionsstoff.
Jeden Samstag habt ihr die Möglichkeit von 11-15 Uhr (Edit: ab sofort) 10-15 Uhr eigene kleine 3D-Objekte ausdrucken zu lassen. Als Vorlage benötigt ihr hierfür eine Datei im STL- Format (objekt- oder thing-Format ist auch möglich). Wenn ihr selbst kein 3D-Modell erstellen könnt, habt ihr die Möglichkeit bei Thingiverse STL-Dateien für verschiedenste Objekte kostenfrei herunterzuladen. Thingisverse ist eine Online-Community, in der Privatpersonen ihre Modelle zu Verfügung stellen, solange sie als Urheber genannt werden und die Objekte nicht kommerziell verwendet werden. Neben teuren und professionellen Programmen gibt es auch kostenlose Software, um 3D-Modelle zu erstellen, wie zum Beispiel 123D, SketchUp oder Blender.
Bitte denkt daran, dass wir so vielen von euch wie möglich die Chance geben wollen etwas zu drucken und daher auf den Druck von größeren Objekten verzichten möchten. Sollte eine Vorlage von euch zu groß oder im Druck zu aufwendig sein, können wir diese vor Ort aber noch verkleinern. Der Druck ist übrigens kostenlos.
Wir haben schon ganz tolle Dinge gedruckt: Von Modellbauteilen, selbst modellierten Figuren und Objekten über einen Ring mit Namensgravur. Natürlich geht auch manchmal etwas schief ;-). So bereitet es beim Druck Schwierigkeiten, wenn keine ebene oder genügend große Auflagefläche im Modell vorgesehen ist. Solche Fehler lassen sich beispielsweise mit netfabb analysieren.
Gerade samstags teilen unsere Besucher ihre Erfahrungen mit uns und allen Gästen, worüber wir uns sehr freuen. So hat ein Junge sein bei uns ausgedrucktes Modell mit Modellbaufarbe bemalt. Super Tipp! Acryllack hält auch. Auch ein Bearbeiten der Objektoberfläche mit Feile und Schmirgelpapier ist gut möglich.
Wir sind gespannt, wie alles weiter geht und freuen uns schon auf viele weitere schöne Erlebnisse und Erfahrungen mit unserem Makerbot Replicator 2 und – ganz klar – mit euch!
si & ck
Kirschblüten-Phantasie
Keine andere Blüte der Welt wird so bewundert und verherrlicht wie die japanische Kirschblüte. Ihr Siegeszug erstreckt sich über den ganzen Globus. Ob Washington, Melbourne oder Hamburg, die Zahl der Städte, in denen die Blüte groß gefeiert wird, wächst ständig. Für ihre Fans symbolisiert die japanische Kirschblüte Perfektion. Kein Wunder, dass sie die Phantasie der Poeten besonders entfesselt.
Unzählbar sind die Haiku, die von der Schönheit der Blütenpracht zeugen. Auch die Kirschbäume vor der Zentralbibliothek, die längst blühen sollten, aber noch vor Kälte bibbern, haben unsere Kollegin Rita Rahmann zu Haikus inspiriert. Eine Kostprobe und ein schöner Vorgeschmack auf kommende Tage:
„Kirschblütenreife.
Wenige Tage Schönheit –
Blütenteppich bald.”
Rita Rahmann schreibt seit 1988 Gedichte, seit dem Jahr 2000 auch Haikus. Der zitierte Haiku stammt aus ihrem unveröffentlichten Buch „Chrysanthemenzeit.” von 2002. Ihr Gedichtband „Impressionen” von 1997 aus dem Snayder-Verlag ist unter der Signatur „Ub Rahmann” auffindbar und ausleihbar.
Wer sich für Haikus interessiert, dem sei die Seite der „Deutschen Haiku-Gesellschaft e.V.” empfohlen.
Auch im Bestand der Stadtbibliothek finden sich eine Reihe von Haiku-Büchern, besonders empfehlenswert davon: „Japanische Jahreszeiten” (Signatur: Ubk Japanische Jahreszeiten).
gp
Bild: Sonne da – von Teppich noch keine Spur! Kirschbäume vor der Zentralbibliothek heute um 11.30 Uhr.
Kostenloses Onlinemagazin für Kreative: Eigenwerk-Magazin #09 KIDS
Neben Buchhandel, Bibliothek und der E-Book-Ausleihe gibt es noch eine weitere Möglichkeit, jenseits von Blogs und Co., zu lesen: kostenlose Onlinemagazine, meist veröffentlicht auf issuu.com.

Eine Perle der kreativen Inspiration ist hier seit geraumer Zeit das Eigenwerk-Magazin, welches von Wiebke und Christian (hier wird geduzt) gegründet wurde. Jedes Heft widmet sich einem übergeordneten Thema. Nach beispielsweise “Stoff”, “Erde” und “Wedding” richtet sich das aktuelle Heft nun an alle Eltern unter uns. Da die beiden Gründer hier nicht aus Erfahrung sprechen können, versuchten sie sich an ihre eigene Kindheit zurück zu erinnern und befragten Eltern zu den Herausforderungen des Alltags mit Kind, der Möglichkeit das Bloggen zwischen Nachwuchs und Job zu integrieren oder den Missstand, dass jegliche Kinderprodukte unsere Sprösslinge in “Prinzessinen und Piraten” einordnen wollen. Was mich freut aber natürlich zu erwarten war: Vorgestellt wird auch das (gedruckte) “kleinformat”-Magazin. Hier erscheinen regelmäßig Tipps für kreativ-interessierte Eltern.
Den Direktlink zum Eigenwerk-Magazin auf issuu.com gibt’s hier. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, auch den Blog der beiden Macher zu besuchen.
Inzwischen gibt es das Heft auch gedruckt für alle, welche lieber etwas Handfestes zur Kaffeepause haben.
(mks)
Kyotos Schatzkammer der Mode
Eine der größten Modesammlungen der Welt, eine Phantasie anregende Fundgrube für Designer und Archive mit einer unglaublichen Fülle von Kreationen: das 1978 gegründete Kyoto Costume Intitute ist eine Schatzkammer der Mode. Yoshikata Tsukamoto (President) zur Philosophie des Hauses: „Kleidung ist ein integrale Bestandteil der Art wie wir leben. Sie verändert sich mit jeder Verschiebung in Geschichte und Gesellschaft.”
Das Buch „Fashion. Eine Geschichte der Mode im 20. Jahrhundert” bietet 350 Seiten Augenschmaus für Kenner und Laien. Jedes abgebildete Modell wurde auf maßgefertigten Puppen in Szene gesetzt. Begleitet von historischer, gesellschaftlicher und künstlerischer Analyse der einzelnen Kreationen. Ergänzt durch Essays von Reiko Koga und Rie Nii, die die Geschichte der Mode des 20. Jahrhunderts umreißen. Von der Befreiung der Frau aus dem Korsett bis zum Markenbewusstsein von heute. Von wechselseitigen Einflüssen zwischen Japan und dem Westen, von Chanel bis zum „Power Dressing”, von der Haute Couture bis zum Prêt-à-porter.
„Kleidung symbolisiert den Zustand der Menschheit zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte, damit wirft sie auch ein Licht auf unsere eigene Existenz”, so Yoshikata Tsukamoto. Der 2012 im Kölner Verlag Taschen erschienene Wegweiser spiegelt faszinierend die bahnbrechende Arbeit des Kyoto Costume Institutes.
Das Buch ist bei uns entleihbar (Signatur „Fap 2 Fashion”).
gp
P.S.: Dieses Jahr feiert die Städtepartnerschaft Köln – Kyoto ihr 50jähriges Bestehen. In lockerer Folge wollen wir an dieser Stelle über die vielfältigen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Dom- und Kaiserstadt berichten.
Kirschblüte – Frühling
Von wegen, Veronika! Der Lenz ist alles andere als da…. Ab 12.02 Uhr zwar astronomisch, die Sonne lauert über dem Äquator. Aber wir können noch so sehr auf den Kalender starren, der Blick aus dem Fenster sagt nur: Ätsch!
Hilfe kommt auch nicht von der Statistik oder der Bauernregel und mit den Prognosen wollen wir uns heute gar nicht erst beschäftigen.
Glückliches Japan, dort feiert man den Frühling vorwiegend phänologisch. Das heißt, wenn die Kirsche blüht. Das tut sie und deshalb gibt es heute doppeltes japanisches Glück: der kalendarische Frühling fällt mit der Kirschblüte zusammen. Da bleibt die Tokioter Börse geschlossen, vor der Tür hats 19 Grad und im Süden des Landes gar 20. Neidvoll blicken wir durchs Internet, wie dort die Kirschblüte den warmen Teil des Jahres einläutet.
Die Blütezeit der Kirsche versinnbildlicht in Japan die verschiedenen Stufen des Lebens: das Aufblühen und die Schönheit bis hin zu Vergänglichkeit und Tod. Das Farbenspektakel des Frühlings steht für Aufbruch und Zerbrechlichkeit.
Den allgemeinen Glückseligkeitstaumel trübt nur die Erinnerung an den Tsunami und die Nuklearkatastrophe im März vor zwei Jahren. Vor einem Jahr begannen die Japaner die Linie, an der die fürchterliche Riesenwelle auslief, mit Kirschbäumen zu bepflanzen. Damit soll künftigen Generationen ein hunderte Kilometer langes Naturmahnmal gesetzt werden.
gp
Bild: Heute 12.02 Uhr, der Blick aus dem Bibliotheksfenster. Trister gehts nimmer. Kein Wunder, dass unsere Kirschblüten nicht aus der Knospe wollen.
Das Fundstück der Woche
Kirschblüten – Der Film
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Um die Wartezeit auf die Kirschblüte vor der Zentralbibliothek zu verkürzen, erinnern wir heute an den Film „Kirschblüten – Hanami” von Doris Dörrie von 2008. Nach “Erleuchtung garantiert” (2000) und “Der Fischer und seine Frau” (2005) spielte auch dieser Film teilweise in Japan.
„Hanami” bedeutet „Blüten betrachten”. Im Film liegt der Blick auf menschlicher Vergänglichkeit, Abschied und Tod. Es geht um die Tragik nicht gelebten Lebens und die Möglichkeit ein letztes Mal aufzublühen, bevor es zu spät ist.
2006 sieht Doris Dörrie zum ersten Mal in ihrem Leben die japanische Kirschblüte in Tokio. „Ein weißer Rausch hatte die Stadt überfallen, die Menschen blieben stehen, um die Kirschblüte zu betrachten und lächelten”.
Für sie stand fest: die Kirschblüte musste in ihren nächsten Film. Als sie ein Jahr später drehbereit vor den Bäumen stand, wäre beinahe alles umsonst gewesen.
„Tatsächlich verhielt sich dann die Kirschblüte 2007 so kapriziös wie nie zuvor. Händeringend standen wir wochenlang unter den winzigen Knospen in Tokio und beschworen die Bäume, sie endlich aufplatzen zu lassen. Ganz Japan war außer sich vor Verzweiflung. Der offizielle Kirschblütenvorhersager wurde gezwungen, sich im Fernsehen öffentlich zu entschuldigen, weil er sich in der seiner Vorhersage um glatte zwei Wochen geirrt hatte. Ich wurde krank vor Kummer über die Kirschblüte.
Und dann, im allerletzten Moment, zwei Tage vor unserer beim besten Willen nicht mehr aufschiebbaren Abreise, blühte sie endlich in all ihrer umwerfenden Schönheit auf und entschädigte uns für die ganze Warterei.”
gp
Der Film “Kirschblüten – Hanami” kann bei uns als DVD oder Blu-ray ausgeliehen werden.
Das Buch zum Film findet Ihr unter der Signatur “Len 3 Dörrie”. (Zitate aus dem Buch)
Kirschblüten-Alarm
Am Samstag platzten in Japan die erst Knospen. 10 Tage früher als normal, 15 Tage eher als letztes Jahr. Ungewöhnlich warme Temperaturen meldeten die Wetterstationen. Des Landes schönster Zeitvertreib, das Betrachten von Kirschblüten, nimmt Fahrt auf. Bis zum 10. April (so die Hoffnung) soll das Vergnügen dauern.
Das beliebteste Rosa Japans wird sehr ernst genommen. Nachrichtendienste und Wetterberichte senden live von den Blüten-Hotspots.
An den schönsten Aussichtpunkten hängen bereits die Laternen. Stände mit Speisen und Getränke werden vorbereitet. Was schon daraufhin deutet, dass weniger die Kontemplation als das feucht-fröhliche Vergnügen unter der rosa Herrlichkeit bevorsteht.
Kennern schwärmen vom prachtvollen Nachteffekt bei künstlicher Beleuchtung. Der soll den Tageslichtanblick bei weitem in den Schatten stellen.
Auch in unserer Zentralbibliothek herrscht schon fiebrige Erwartung. Steht doch von unserer Haustür ein wunderschönes Ensemble japanischer Kirschbäume. Täglich werden hier die Knospen vermessen, aber (dank überflüssiger Winterverlängerung) müssen wir uns noch wenige Tage gedulden.
gp
P.S.: Bild oben aus unserem Archiv.
Werbung für Kinder – gegen Konsum: Build. Make. Hack. Grow.
Was etwas gegensätzlich klingt – “Werbung gegen Konsum” – gibt es. Völlig produktfrei. Ob unsere Kinder so etwas einmal auf dem Kinderkanal zwischen Lillifee, Barbie und Hello Kitty sehen werden?
[vimeo 51529828 w=500 h=281]
Build. Make. Hack. Grow. from DIY on Vimeo.
Klar ist jedenfalls, was sich inzwischen in der Erwachsenenwelt, jenseits von entwickelnden Geeks und bastelnden Müttern, etabliert hat, könnte ins heimische Kinderzimmer zurückkehren – oder, wo noch nicht von Konsolen und Handys verdrängt, bewahrt bleiben. Packt die Bastelscheren aus, wir bauen uns ein Abenteuer!
Ganz ohne moderne Technik geht es hier aber auch nicht zu. Beworben wird eine Online-Community für kreativ-interessierte Kinder, welche sich hier neue handwerkliche Ideen holen können und zudem die Möglichkeit haben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Wer jetzt wegen seines fortgeschrittenen Alters eifersüchtig werden sollte: für die Reiferen und Strick-/Häkelinteressierten unter uns gibt es die Seite ravelry.com, für alles andere handmadekultur.de.
(mks)
Was mir an Anna Depenbusch gefällt!
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Gedanken zum ihrem Kölner Konzert von dieser Woche.
Der März bescherte minus 10 Grad, als wir vor dem Eltzhof in Porz/Wahn standen. Im Konzertraum war es auch nicht gerade warm. Aber als sie pünktlich auf der Bühne stand, voller Schwung und in einem Matrosenkleidchen, Matrosen-High-Heel-Sandalen ohne Strümpfe, mit unglaublicher Bühnenpräsenz, zog die Wärme in den Saal ein.
Das Motto des Abends lautete „Meer“. Auf der Bühne begleitete sie eine Band (teilweise ebenfalls im Matrosen-outfit, bestehend aus drei Männern und einer Frau, die gleich vier Instrumente spielte und mitsang). Zusätzlich war ein echter Matrosen angeheuert, der sich als stage-hand nützlich machte. Gekommen (und das zu allen Auftritten dieser Tour) waren sie per Schiff. Das Publikum: ausnahmslos Fans, die Anna Depenbusch und ihre Lieder kannten und liebten.
Und das ist das Besondere an dieser Frau: Text und Musik sind stimmig, Inhalte und Melodien erzeugen eine Stimmung, die sich unmittelbar auf die Zuhörer überträgt. Ob Ukulele, Gitarre oder Keyboard: Sie ergänzt ihre Ideen perfekt durch die Instrumente. Ihre musikalischen Geschichten kommen mit Leichtigkeit, Witz und Ironie daher. Wenn sie zur Ukulele greift fühlt man sich nach Hawaii versetzt. Bei ihren Liedern „Kommando Untergang“ und „Tanz mit mir“ auf ein Schiff. Und bei „Tim liebt Tina“ – einen Querschnitt durch ihren Bekanntenkreis – flippte das Publikum aus.
Und das Beste: Sie zaubert den Sommer in den Saal, während draußen alles friert!
wk





