Frödenberg, NRW, Deutschland
Gestern haben wir etwas Erfreuliches in der Feedbackbox gefunden:
Eure Hinweise in unserer Feedbackbox (sie steht gegenüber der Verbuchungstheken in der Zentralbibliothek) nehmen wir sehr ernst – manches fällt uns vielleicht nicht (mehr) auf oder manchmal kommt die zündende Idee von außerhalb. Dass aber zwischen Anregungen und Kritik auch immer ein Lob für uns ausgesprochen wird, freut uns jedes Mal! Dieses wollen wir euch nicht vorenthalten, immerhin hat uns der anonyme “Fan” sogar extra eine Postkarte dafür gespendet:


mks
Das 14. Bibliothekstürchen
Ich lese gerade… Nino Haratischwili
Mein sanfter Zwilling

Stella und Ivo sind die Protagonisten dieses Romans. Beide werden sie im Kindesalter Mitwisser des Verhältnisses von Stellas Vater und Ivos Mutter. Dieses Geheimnis verbindet sie und mit kindlicher Loyalität hüten sie es vor der Außenwelt. In Rückblenden wird die Geschichte ihrer Familien aus der Sicht Stellas geschildert; ab dem Moment, in dem Ivo in ihr Leben tritt und eine durch nichts zu trennende Freundschaft zwischen beiden beginnt. Sie verlieben sich, trennen sich immer wieder schmerzvoll, da beide die Intensität und Verlorenheit ihrer Beziehung nicht aushalten. Schritt für Schritt wird ein Familiendrama enthüllt, welches den Rahmen des Romans bildet.
Heute ist Stella Mitte dreißig, verheiratet und Mutter eines 5jährigen Sohnes, als Ivo eines Tages wieder auftaucht. Und sofort beginnt ihre Beziehung wieder ihr Leben zu zerstören. Endlich stellt Stella sich ihrer Vergangenheit, schmeißt ihr bisheriges Leben hin und trifft die Entscheidungen, die sie schon längst hätte treffen sollen, um sich von Ivo zu lösen.
Nino Haratischwili erzählt sprachgewaltig, mit einem unglaublichen Sog und einer Radikalität die Geschichte einen leidenschaftlichen und subversiven Liebe, die zu keiner Zeit einen Ort findet.
Dem Roman finden Sie unter “U Haratischwili, Nino” in der Zentralbibliothek.
Das 13. Bibliothekstürchen
Das 12. Bibliothekstürchen
Das 11. Bibliothekstürchen
Kein Schnee…
Nachdem das kleine Reh in der letzten Vorlesestunde vergeblich den “richtigen” Schnee gesucht hat, wird sich beim nächsten Vorlesen Mama Muh mit Weihnachten beschäftigen.
Diesmal schaukelt sie nicht, braucht kein Pflaster…
Nein: “Mama Muh feiert Weihnachten“!
Am 15.12.11 um 15.00 Uhr, hier bei uns in der Stadtteilbibliothek Porz!
Das 10. Bibliothekstürchen
Kia Ora: eine Bibliothekarin am anderen Ende der Welt

Vor ein paar Wochen durfte ich nach Neuseeland auf Dienstreise gehen. Wie es dazu kam? Der Aufenthalt war Teil eines Projektes der Gates Foundation mit dem Titel „INELI“ (International Network of Emerging Library Innovators). Ziel ist es, innovative Entwicklungen im Bibliothekswesen voranzutreiben. Über 2 Jahre hinweg haben 18 Nachwuchsbibliothekare aus 16 Ländern die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und einzelne bibliothekarische Themen in Projektgruppen zu bearbeiten. Die Teilnehmer kommen u.a. aus Kenia, China, Australien, Dänemark, Chile und eben auch Deutschland. Und da eine enge Zusammenarbeit schwer fällt, wenn man sich noch nie zuvor gesehen hat, trafen wir uns für 6 Tage in Neuseelands Hauptstadt: Wellington.
Wellington liegt am südlichen Zipfel der Nordinsel und wird durch seinen Hafen und das bergige Umland geprägt. Der botanische Garten z.B. erstreckt sich über einen großen Hügel, so dass es bei einem Spaziergang immer relativ steil bergauf bzw. bergab geht. Den Grund für Wellingtons Spitznamen „Windy Wellington“ bekamen wir schon bei der Landung deutlich zu spüren. Und auch in den nächsten Tagen zeigte sich der neuseeländische Frühling sehr wechselhaft – schwankend zwischen kaltem Regem und sommerlichen Temperaturen.
Die 3 ersten Tage unseres Aufenthalts nutzen wir, um einander besser kennenzulernen. Alle 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hielten Kurzvorträge und berichteten dabei über sich, über ihr Land und über ihre Bibliothek. Danach diskutierten wir über Themen wie Bibliotheksarchitektur, die Angebote von Bibliotheken und die Aus- und Weiterbildung von Bibliothekaren. Es fanden sich 5 Teams zusammen, die in den nächsten anderthalb Jahren Projekte zu diesen Themen bearbeiten werden. Mein Team (Neuseeland, England, Deutschland) beschäftigt sich unter dem Titel „Reimagine Your Library“ mit der Umgestaltung und Neuerfindung von Bibliotheksräumen.
Die letzten 3 Tage verbrachten wir auf der LIANZA-Konferenz, der jährlichen Konferenz des neuseeländischen Bibliotheksverbandes. Eingeleitet wurde die Tagung ganz traditionell mit einem Powhiri der Maori. Mit diesem Ritual werden Gäste eines anderen Stammes willkommen geheißen, nachdem sie ihre friedlichen Absichten bekundet haben. In unserem Fall hieß das, dass ein Maori-Krieger auf eine zuvor auserwählte Gruppe von Vortragenden und Organisatoren zuging und ein Farnblatt auf den Boden legte. Ein Mitglied der Gruppe hob das Blatt als Zeichen des Friedens auf und die Gruppe wurde in den Konferenzsaal geführt. Zur Begrüßung wurden nicht Hände geschüttelt, sondern Nasen aneinandergepresst (der sogenannte Hongi). Eine Gruppe von Maori tanzte und sang und führte anschließend den Haka vor, einen beeindruckenden kraftvollen Kriegstanz. Die neuseeländische Rugby-Mannschaft “All Blacks” präsentiert ihn vor jedem Spiel, um ihre Gegner einzuschüchtern. Hier eine Kostprobe.
Neben den Vorträgen der Konferenz konnten wir auch die Stadtbibliothek von Wellington besichtigen und hatten viel Gelegenheit, uns mit neuseeländischen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren zu unterhalten. Am beeindruckendsten waren aber immer wieder die Zusammentreffen mit Maori-Neuseeländern. An einem der Tage trafen wir beim Abendessen auf eine Gruppe von Maori – größtenteils Bibliothekare, die wir bereits von der Konferenz kannten. Sie saßen am Nachbartisch und widmeten uns eines ihrer Lieder. Daraufhin war es an uns zurückzusingen – jeder in seiner eigenen Sprache. Und da ich die einzige Deutsche unserer Gruppe war, musste ich allein aufstehen. Zumindest war es beruhigend zu wissen, dass niemand verstand, was ich da von griechischen Wein sang. Udo Jürgens sei Dank.
In diesem Sinne: Kia ora – möge es dir gut gehen!
(ba)







