Kirschblüte – Kyoto

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=OLdMpNUiKgo]

Die schönste Kirschblüte Japans, so eine verbreitete Meinung, findet sich in Kyoto. Wer sich also zur Kirschblütenzeit dort aufhält, dem wird oft ein Besuch in der alten Kaiserstadt empfohlen. Das Video zeigt nicht nur einige aktuelle Impressionen aus Kyoto, sondern macht auch etwas von der Ergriffenheit sichtbar, mit der die Japaner der Blütenpracht begegnen. Auch diese Bilder vom letzten Jahr zeugen von der Blütenverbundenheit der Einwohner und Besucher.

Der Kirschblüte in Kyoto hat  der japanische Schriftsteller Yasunari Kawabata besonders gewürdigt. Der Nobelpreisträger von 1968 beschreibt in seinem Roman Kyoto oder Die jungen Liebenden in der alten Kaiserstadt (1962) die Bäume im Heian-Schrein: „Das prächtigste sind die Kirschbäume mit ihrem scharlachroten Blüten und den Zweigen, die tief herabhängen. Sie verleihen dem Garten des Schreines sein Gepräge. Was könnte besser als diese Kirschblüten den Frühling der alten Kaiserstadt versinnbildlichen?” Hier ein aktuelles Bild aus dem Garten.

gp

Das Buch bei uns unter der Signatur  U Kawabata ausleihbar.

Andere Beiträge zur Kirschblüte und Kyoto.

Das Fundlesezeichen der Woche

Regenbogen
Irgendwie vergessen ja am liebsten Kinder ihre Malereien in unseren Medien – oder sind es etwa die Eltern? Hoffentlich gibt’s da keine Tränen. Im Zweifelsfall ist dieses hoffnungsmachende Bild auf der zweiten Etage der Zentralbibliothek am Neumarkt abholbar (kurzer Kommentar vorher hilft!)

(mks)

Kirschblüte – Das Lied

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=8BIBONj1ts8]

Noch immer lässt sich die Kirschblüte vor unserer Haustür nicht blicken. Genug Sonnenlicht war ja da, aber wie sollen bei der Kälte Frühlingsgefühle in den Knospen aufkommen. Zum Trost heute ein Video mit Bildern vom letzten Jahr. Musikalisch unterlegt ist es vom populärsten japanischen Lied „Sakura, Sakura”, das gegen Ende der Edo-Periode  (1603 – 1868) entstand. Das Kirschblüten-Lied kennt jedes japanische Kind, aber auch außerhalb des Landes ist es vielen ein Begriff. Giacomo Puccini hat es in seiner Oper „Madama Butterfly” verarbeitet. Und der renommierte Kammersänger Ernst Haefliger bekannte:  „In der Tat sind mir die japanischen Lieder ein echtes Anliegen, zeichnen sie sich doch durch große Ausdrucksfülle und intensive Stimmungsfarben aus”.

Und hier der Text aus Wikipedia:

Sakura, sakura             Sakura (Kirschblüte), sakura

sakura sakura               Sakura, Sakura,

noyama mo sato mo    in den Feldern und Hügeln und den Dörfern

miwatasu kagiri           So weit das Auge reicht.

kasumi ka kumo ka     Wie Nebel, wie Wolken.

asahi ni niou                Duftend und glänzend in der aufgehenden Sonne,

sakura sakura               Sakura, Sakura

hana zakari                    Die Blütezeit

sakura sakura                Sakura, sakura,

yayoi no sora wa           der Frühlingshimmel

miwatasu kagiri            So weit das Auge reicht

kasumi ka kumo ka     Wie Nebel, wie Wolken.

nioi zo izuru                  Der Duft und die Farben,

izaya izaya                      gehen wir, gehen wir

mi ni yukan                   Uns am Anblick erfreuen

gp

Bisherige Artikel zur Kirschblüte

Yohio – Big in Japan

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=8C49hM_2aOM]

Er ist 17, wuchs in einer Musikerfamilie auf und kommt aus Sundsvall, einem mittelschwedischen Kaff. Und in Japan war er schon eine große Nummer, als ihn in Schweden noch keiner kannte. Früh interessierte er sich für japanische Kultur und visual kei, lernte autodidaktisch die Sprache und wurde Gitarrist und Sänger.

Inzwischen singt er auf Japanisch, trat sieben Mal in Japan auf, und ist in der Szene ein Star. Musikalisch lässt er sich nicht einsortieren: von Dubsteb bis Deathcore bringt er alles, was so grad in seinen Kram passt. Aber was ihn in Europa aus allen Rastern fallen lässt, ist sein Aussehen. Wenn er in die Kunst- und Bühnenfigur „Yohio” schlüpft, verwandelt er sich in ein wunderhübsches Mädchen, dessen blonde Haare rosa Spitzen verzieren.

 Die große Bühne in Schweden betrat Yohio kürzlich beim „Melodifestivalen”, der nationalen Ausscheidungsrunde für den Eurovision Song Contest  im Mai in Malmö (s. Video). Äußerst knapp verpasste er mit seinem Song „Heartbreak Hotel” die Chance, sein Land beim ESC-Heimspiel zu vertreten.

 Wäre es nur nach dem schwedischen TV-Publikum gegangen, hätte er gesiegt. Aber eine ebenfalls stimmberechtigte europäisch zusammengesetzte Jury, verwies ihn auf Platz 2. „Europa hat mich gedisst”, meinte Yohio anschließend lakonisch. Offensichtlich waren die kontinentalen Musikexperten noch nicht bereit für einen Typ wie ihn.

Am Song kann es nicht gelegen haben. Der war bereits auf ESC- und Radiotauglichkeit getrimmt. Aber ein enger weißer Lederdress, rosa Federn, Make-up und die androgyne Irritation wollte man vielleicht dem Rest Europas ersparen. Selbstbewusst wischt Yohio jede Vermutung vom Tisch, dass sein Faible für “visual kei” etwas mit Sex zu tun hat. “Manche Leute mögen das denken”, meint er, „aber in Japan, wo die Szene entstand, ist daran nichts Sexuelles! Ein Kerl trägt ein Kleid, na und! Es ist nur eine Bühnenshow.”

 Mit „Heartbreak Hotel” will er nicht in eine Schublade. Diese Woche erschien in Schweden sein erstes Solo-Album „Break the border” und daran soll man ihn messen. Privat ist der bekennende Hetero eher schüchtern, hängt  am liebsten zu Hause mit Freunden ab. Seine Botschaft ist unmißverständlich: „Die nächste Generation nach mir wird schlauer sein. Die Werte der westlichen Musik werden an Dominanz verlieren, ebenso die Demütigung von Frauen durch Sexualisierung und Romantisierung.”

gp

P.S.: Selbst Schuld die Schweden, wenn sie den ESC nicht gewinnen wollen! Der Vollständigkeit halber hier der Siegertitel und schwedische Beitrag für das ESC-Finale. Und hier mal  Yohio auf Japanisch und im Interview.

Der erste Monat mit unserem 3D-Drucker

Seit einem Monat haben wir nun schon unseren 3D-Drucker in der Stadtbibliothek!
In dieser Zeit haben wir viele Menschen kennengelernt, von ihnen und euch gelernt und Wissen rund um 3D-Modellierung und 3D-Druck getauscht.
Wir freuen uns sehr, dass das Interesse an der Technologie des 3D-Drucks so groß ist und wir die Möglichkeit haben, sie euch näher zu bringen!
Di – Fr gibt es jeweils um 11 Uhr und (Edit: ab November 2013 entfällt der 11 Uhr Termin) 17 Uhr eine Druckvorführung, bei der der Druck anhand eines kleinen Objekts demonstriert wird. Wir staunen immer wieder über die Anziehungskraft, die der Drucker ausübt. Besonders freut es uns, dass nicht nur Technikaffine, sondern auch Menschen unterschiedlichsten Alters und mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen neugierig sind und uns besuchen. Da entspinnt sich manch interessantes Gespräch – vor allem über die Möglichkeit Fleisch zu drucken wird heiß diskutiert ;-). Aber auch Gedankenspiele, inwieweit die Technologie des 3D-Drucks Produktion und Vertriebswege von Gütern in Zukunft verändern könnte und vieles mehr bieten immer wieder Diskussionsstoff.

Sechseck
Foto und Objekt: Michael Winter

Jeden Samstag habt ihr die Möglichkeit von 11-15 Uhr (Edit: ab sofort) 10-15 Uhr eigene kleine 3D-Objekte ausdrucken zu lassen. Als Vorlage benötigt ihr hierfür eine Datei im STL- Format (objekt- oder thing-Format ist auch möglich). Wenn ihr selbst kein 3D-Modell erstellen könnt, habt ihr die Möglichkeit bei Thingiverse STL-Dateien für verschiedenste Objekte kostenfrei herunterzuladen. Thingisverse ist eine Online-Community, in der Privatpersonen ihre Modelle zu Verfügung stellen, solange sie als Urheber genannt werden und die Objekte nicht kommerziell verwendet werden. Neben teuren und professionellen Programmen gibt es auch kostenlose Software, um 3D-Modelle zu erstellen, wie zum Beispiel 123D, SketchUp oder Blender.
Bitte denkt daran, dass wir so vielen von euch wie möglich die Chance geben wollen etwas zu drucken und daher auf den Druck von größeren Objekten verzichten möchten. Sollte eine Vorlage von euch zu groß oder im Druck zu aufwendig sein, können wir diese vor Ort aber noch verkleinern. Der Druck ist übrigens kostenlos.Android_bemalt
Wir haben schon ganz tolle Dinge gedruckt: Von Modellbauteilen, selbst modellierten Figuren und Objekten über einen Ring mit Namensgravur. Natürlich geht auch manchmal etwas schief ;-). So bereitet es beim Druck Schwierigkeiten, wenn keine ebene oder genügend große Auflagefläche im Modell vorgesehen ist. Solche Fehler lassen sich beispielsweise mit netfabb analysieren.
Gerade samstags teilen unsere Besucher ihre Erfahrungen mit uns und allen Gästen, worüber wir uns sehr freuen. So hat ein Junge sein bei uns ausgedrucktes Modell mit Modellbaufarbe bemalt. Super Tipp! Acryllack hält auch. Auch ein Bearbeiten der Objektoberfläche mit Feile und Schmirgelpapier ist gut möglich.
Wir sind gespannt, wie alles weiter geht und freuen uns schon auf viele weitere schöne Erlebnisse und Erfahrungen mit unserem Makerbot Replicator 2 und – ganz klar – mit euch!
si & ck

Kirschblüten-Phantasie

IMGP3485

Keine andere Blüte der Welt wird so bewundert und verherrlicht wie die japanische Kirschblüte. Ihr Siegeszug erstreckt sich über den ganzen Globus. Ob Washington, Melbourne oder Hamburg, die Zahl der Städte, in denen die Blüte groß gefeiert wird, wächst ständig. Für ihre Fans symbolisiert die japanische Kirschblüte Perfektion. Kein Wunder, dass sie die Phantasie der Poeten besonders entfesselt.

Unzählbar sind die Haiku, die von der Schönheit der Blütenpracht zeugen. Auch die Kirschbäume vor der Zentralbibliothek, die längst blühen sollten, aber noch vor Kälte bibbern, haben unsere Kollegin Rita Rahmann zu Haikus inspiriert. Eine Kostprobe und ein schöner Vorgeschmack auf kommende Tage:

„Kirschblütenreife.

Wenige Tage Schönheit –

Blütenteppich bald.”

Rita Rahmann schreibt seit 1988 Gedichte, seit dem Jahr 2000 auch Haikus. Der zitierte Haiku stammt aus ihrem unveröffentlichten Buch „Chrysanthemenzeit.” von 2002. Ihr Gedichtband „Impressionen” von 1997 aus dem Snayder-Verlag ist unter der Signatur „Ub Rahmann” auffindbar und ausleihbar.

Wer sich für Haikus interessiert, dem sei die Seite der „Deutschen Haiku-Gesellschaft e.V.” empfohlen.

Auch im Bestand der Stadtbibliothek finden sich eine Reihe von Haiku-Büchern, besonders empfehlenswert davon: „Japanische Jahreszeiten” (Signatur: Ubk Japanische Jahreszeiten).

gp

Bild: Sonne da – von Teppich noch keine Spur! Kirschbäume vor der Zentralbibliothek heute um 11.30 Uhr.

Kostenloses Onlinemagazin für Kreative: Eigenwerk-Magazin #09 KIDS

Neben Buchhandel, Bibliothek und der E-Book-Ausleihe gibt es noch eine weitere Möglichkeit, jenseits von Blogs und Co., zu lesen: kostenlose Onlinemagazine, meist veröffentlicht auf issuu.com.
Eigenwerk-Magazin_09-2013.indd
Eine Perle der kreativen Inspiration ist hier seit geraumer Zeit das Eigenwerk-Magazin, welches von Wiebke und Christian (hier wird geduzt) gegründet wurde.  Jedes Heft widmet sich einem übergeordneten Thema. Nach beispielsweise “Stoff”, “Erde” und “Wedding” richtet sich das aktuelle Heft nun an alle Eltern unter uns. Da die beiden Gründer hier nicht aus Erfahrung sprechen können, versuchten sie sich an ihre eigene Kindheit zurück zu erinnern und befragten Eltern zu den Herausforderungen des Alltags mit Kind, der Möglichkeit das Bloggen zwischen Nachwuchs und Job zu integrieren oder den Missstand, dass jegliche Kinderprodukte unsere Sprösslinge in “Prinzessinen und Piraten” einordnen wollen. Was mich freut aber natürlich zu erwarten war: Vorgestellt wird auch das (gedruckte) “kleinformat”-Magazin. Hier erscheinen regelmäßig Tipps für kreativ-interessierte Eltern.
Den Direktlink zum Eigenwerk-Magazin auf issuu.com gibt’s hier. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, auch den Blog der beiden Macher zu besuchen.
Inzwischen gibt es das Heft auch gedruckt für alle, welche lieber etwas Handfestes zur Kaffeepause haben.

(mks)

Kyotos Schatzkammer der Mode

51t+EaYAjNL__SL500_AA300_

Eine der größten Modesammlungen der Welt, eine Phantasie anregende Fundgrube für Designer und Archive mit einer unglaublichen Fülle von Kreationen: das 1978 gegründete Kyoto Costume Intitute ist eine Schatzkammer der Mode. Yoshikata Tsukamoto (President) zur Philosophie des Hauses: „Kleidung ist ein integrale Bestandteil der Art wie wir leben. Sie verändert sich mit jeder Verschiebung in Geschichte und Gesellschaft.”

Das Buch „Fashion. Eine Geschichte der Mode im 20. Jahrhundert” bietet 350 Seiten Augenschmaus für Kenner und Laien. Jedes abgebildete Modell wurde auf maßgefertigten Puppen in Szene gesetzt. Begleitet von historischer, gesellschaftlicher und künstlerischer Analyse der einzelnen Kreationen. Ergänzt durch Essays von Reiko Koga und Rie Nii, die die Geschichte der Mode des 20. Jahrhunderts umreißen. Von der Befreiung der Frau aus dem Korsett bis zum Markenbewusstsein von heute. Von wechselseitigen Einflüssen zwischen Japan und dem Westen, von Chanel bis zum „Power Dressing”, von der Haute Couture bis zum Prêt-à-porter.

 „Kleidung symbolisiert den Zustand der Menschheit zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte, damit wirft sie auch ein Licht auf unsere eigene Existenz”, so Yoshikata Tsukamoto. Der 2012 im Kölner Verlag Taschen erschienene Wegweiser spiegelt faszinierend die bahnbrechende Arbeit des Kyoto Costume Institutes.

 Das Buch ist bei uns entleihbar (Signatur „Fap 2 Fashion”).

gp

 P.S.: Dieses Jahr feiert die Städtepartnerschaft Köln – Kyoto ihr 50jähriges Bestehen. In lockerer Folge wollen wir an dieser Stelle über die vielfältigen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Dom- und Kaiserstadt berichten.

Kirschblüte – Frühling

IMGP3470

Von wegen, Veronika! Der Lenz ist alles andere als da….  Ab 12.02 Uhr zwar astronomisch, die Sonne lauert über dem Äquator. Aber wir können noch so sehr auf den Kalender starren, der Blick aus dem Fenster sagt nur: Ätsch!

Hilfe kommt auch nicht von der Statistik oder der Bauernregel und mit den Prognosen wollen wir uns heute gar nicht erst beschäftigen.

Glückliches Japan, dort feiert man den Frühling vorwiegend phänologisch. Das heißt, wenn die Kirsche blüht. Das tut sie und deshalb gibt es heute doppeltes japanisches Glück: der kalendarische Frühling fällt mit der Kirschblüte zusammen. Da bleibt die Tokioter Börse geschlossen, vor der Tür hats 19 Grad und im Süden des Landes gar 20. Neidvoll blicken wir durchs Internet, wie dort die Kirschblüte den warmen Teil des Jahres einläutet.

 Die Blütezeit der Kirsche versinnbildlicht in Japan die verschiedenen Stufen des Lebens: das Aufblühen und die Schönheit bis hin zu Vergänglichkeit und Tod. Das Farbenspektakel des Frühlings steht für Aufbruch und Zerbrechlichkeit.

Den allgemeinen Glückseligkeitstaumel trübt  nur die Erinnerung an den Tsunami und die Nuklearkatastrophe im März vor zwei Jahren. Vor einem Jahr begannen die Japaner die Linie, an der die fürchterliche Riesenwelle auslief, mit Kirschbäumen zu bepflanzen. Damit soll künftigen Generationen ein hunderte Kilometer langes Naturmahnmal gesetzt werden.

gp

Bild: Heute 12.02 Uhr, der Blick aus dem Bibliotheksfenster. Trister gehts nimmer. Kein Wunder, dass unsere Kirschblüten nicht aus der Knospe wollen.

Das Fundstück der Woche

IMG-20130320-WA0000
Heute ein Fundstück aus unseren eigenen Reihen.
Und wer jetzt erzählt, was “gay” alles bedeuten kann: Der richtige Titel des Buches ist “The Joy of…”.  Da hat damals die Einbandstelle wohl nicht ganz aufgepasst.

(mks)