Nota – der Musiktag

1 Jul

Eine Geschichte von Felix

Es ist noch früh am Morgen und der Notenschlüssel Nota liegt noch halb verschlafen im Bett. Fast gleichzeitig fällt ihm ein, dass heute Musik-Tag ist. Das ist ein Tag, wo man Musik aufnimmt und an den Radiosender schickt. Nota springt aus dem Bett. Er frühstückt, putzt sich die Zähne und zieht sich an. Er schnappt sich sein Aufnahmegerät und drückt auf die Aufnahmetaste. Er setzt sich ans Klavier und beginnt zu spielen. Er spielt sehr schön. Als er fertig ist, drückt er auf „Aufnahme aus“.

Er geht nach draußen und spaziert zu Ludwig van Beethoven. Das ist ein berühmter Pianist. Nota klopft an die Tür. „Wer ist da?“, fragt Ludwig.
„Ich bin es“, antwortet Nota. „Kann ich reinkommen?“, fragt Nota.
„Also gut“, sagt Ludwig.
„Könntest du für mich auf dem Flügel spielen?“, fragt Nota.
„Aber natürlich, heute ist ja schließlich Musik-Tag“, sagt Ludwig. Nota stellt sein Aufnahmegerät hin, drückt auf die Aufnahmetaste. Ludwig spielt wunderbar. Nota drückt auf „Aufnahme aus“. „Tschüss Ludwig“, sagt Nota. „Tschüss Nota“, erwidert Ludwig.

So, weiter geht es, und zwar zu Wolfgang Amadeus Mozart. Das ist ein berühmter Musiker. Er lebt in einem Theater. Nota klopft an die Theatertür. Wolfgang öffnet. „Oh, Nota, was willst du denn hier?“, fragt Wolfgang.
„Heute ist Musik-Tag“, erklärt Nota.
„Ja, komm doch rein“, sagt Wolfgang. Wolfgang geht an seinen Flügel.
„Moment!“, sagt Nota. „Ich muss erst das Aufnahmegerät hinstellen. So, jetzt kannst du“, gibt Nota frei. Wolfgang fängt an zu spielen. Er spielt zauberhaft. Nota drückt auf „Aufnahme aus“.

So, und jetzt muss er noch ins Musikhaus. Nota flitzt dorthin. Im Musikhaus angekommen, stellt er sein Aufnahmegerät auf und drückt auf die Aufnahmetaste. Er schaltet alle Musikgeräte an. Diese Musikgeräte laufen mit Strom. So, die Aufnahme ist fertig.

Jetzt muss er noch zum NDR, also zum Norddeutschen Rundfunk. Der NDR ist in Hamburg. Aber um da hin zu kommen, muss Nota mit dem Zug fahren. Denn Nota hat keinen Autoführerschein. So, jetzt ist Nota beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg angekommen. Er will gerade reingehen.
„HALT! STOPP!“, ruft ein Security-Mann. „Was willst du hier?“, fragt er.
„Ich habe einen Termin beim Norddeutschen-Rundfunk-Orchester“, erklärt Nota.
„Wer bist du überhaupt? Kannst du dich ausweisen?“, fragt der Security-Mann.
In dem Ausweis steht: Nota Note, geboren am 24. Dezember 1954.
„Okay, Nota, du darfst rein“, sagt der Security-Mann.
„Danke“, sagt Nota. Er geht rein.

„Da bist du ja endlich, Nota, wo warst du denn?“, fragt der Dirigent.
„Der Security-Mann wollte mich erst gar nicht reinlassen“, erklärt Nota.
„Aha, dann können wir ja anfangen“, sagt der Dirigent. Nota stellt sein Aufnahmegerät auf und drückt auf die Aufnahmetaste. Der Dirigent hebt seinen Taktstock und das Orchester spielt. Jetzt ist das Orchester fertig und Nota drückt auf „Aufnahme aus“. Er schaut auf die Uhr.
„Ich muss los, sonst verpasse ich meinen Zug“, sagt Nota. Nota eilt zum Bahnhof und rennt in den Zug.

Zuhause angekommen, hört er sich seine Aufnahmen an. Jetzt muss Nota noch zum BR, also zum Bayerischen Rundfunk, und der BR ist in München, das ist in Bayern. Schnell rennt Nota los. Zum Glück findet er eine Taxi-Telefonstelle. Er ruft an. Es ertönt eine Männerstimme: „Taxi Musikhausen.“
„Hallo, ich brauche ein Taxi“, sagt Nota, und da kommt auch schon ein Taxi.
„Wo soll’s denn hingehen?“, fragt der Taxifahrer.
„Ich will nach München“, erklärt Nota.
„Dann steig mal ein“, sagt der Taxifahrer und schon ist das Taxi in München angekommen.

Der Taxifahrer hält beim Bayerischen Rundfunk an und da stehen zwei Sicherheitsleute.
„Stopp, was willst du hier?“, fragt einer von den Beamten.
„Ich habe einen Termin beim Radio“, erklärt Nota.
„Wie heißt du denn?“, fragt der Sicherheitsmann.
„Also ich heiße Nota Note und bin geboren am 24. Dezember 1954 und bin 67 Jahre alt“, erklärt Nota.
„Aha, dann hereinspaziert“, sagt der Sicherheitsmann.
„Wo ist das Radio-Studio?“, fragt Nota.
„Untergeschoss, Zimmer 1072“, sagt ein Mann und Nota fährt mit dem Aufzug ins unterste Stockwerk.
„Ah, da steht es“, sagt Nota, „Radiostudio!“ Nota öffnet die Tür.
„Ah, Nota, da bist du ja“, sagt der Radio-Sendeleiter.
„Hier, ich habe die Musikaufnahmen“,  sagt Nota und legt sein Aufnahmegerät auf den Tisch.
Jetzt muss die Musik zur technischen Abnahme. So, die Musik läuft jetzt in allen Radios.
„Tschüss, Nota!“ sagt der Sendeleiter. „Tschüss!“ erwidert Nota.

Nota fährt jetzt mit der Bahn wieder nach Hause. Zu Hause angekommen, hat Nota keinen Hunger auf Abendessen. Die ganze Lauferei hat ihn total fertig gemacht. Deswegen legt er sich gleich ins Bett. Gute Nacht, Nota!

Diese Geschichte ist im Rahmen des inklusiven Kunstprojekts „Klang und Farbe“ der Paul-Kraemer-Schule und der KGS Lohrbergstraße entstanden. Ausgehend von Paul Klees „Narr in Trance“ haben die Schüler*innen aus Notenschlüsseln Figuren gezeichnet. Felix, ein Schüler der Paul-Kraemer-Schule, hat sich davon zu dieser Geschichte inspirieren lassen.
Die Ausstellung kann bis zum 26.08.2021 auf der 3. Etage der Zentralbibliothek betrachtet werden.

(cd)

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