Big Data mit Reflexion, Theorie, Gesetzen und Maß verbinden

„Um in einer komplexen Welt mit gigantisch wachsenden Informa­tions- und Datenmassen zu überleben, kommt es scheinbar auf Schnelligkeit und Effektivität an. Big Data-Technologie verheißt schnelle Reaktionen, Prognosen und Geschäftsmodelle: Warum sollten wir uns lange mit dem Warum und Wieso aufhalten? Schnel­le Suchmaschinen finden scheinbar Lösungen unserer Probleme, bevor wir die Ursachen und Gesetze verstanden haben.
So taumeln wir effektivitätsversessen und mit rasanter Geschwin­digkeit in eine Zukunft, in der nur noch der schnelle Erfolg zählt. Einflussreiche Propheten der digitalen Welt propagieren bereits „das Ende der Theorie“ (Chris Anderson). Was aber passiert, wenn wir uns nur auf unverstandene Formeln und Eckdaten verlassen, hat die Wirtschaftskrise von 2008 gezeigt. Medikamente in der Me­dizin helfen wenig, wenn wir auf kurzfristige Effekte setzen, ohne die gesetzmäßigen Zusammenhänge verstanden zu haben. Die Vorausberechnung von Kriminalität, Terror und Kriegseinsätzen hilft wenig, wenn wir die zugrunde liegenden Ursachen und Wir­kungszusammenhänge nicht begreifen. Wenn staatliche Sicher­heit in totale Überwachung umschlägt, ist die Demokratie verloren.
Für die Besinnung auf die Grundlagen, die Theorien und Gesetze, die zu der komplexen Welt führen, in der wir heute leben. Wer dieses Gedankengeflecht nicht durchschaut, ist blind für die Leis­tungsmöglichkeiten, aber auch Grenzen unserer Alltags- und Be­rufswelt. Am Ende zielen wir also auf eine Stärkung unserer Ur­teilskraft, d.h. die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, das „Besondere“, wie der Philosoph Kant sagt, mit dem „Allgemeinen“ zu verbinden, in diesem Fall die Datenflut mit Reflexion, Theorie, Gesetzen und Maß, damit eine immer komplexer werdende und von Automatisierung beherrschte Welt uns nicht aus dem Ruder läuft.“
(Klaus Mainzer zum Thema „Big Data und die neue Weltordnung“ in der Zeitschrift VierNull – Magazin für phygitalen Fortschritt 02/2014).

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Foto: Copyright Klaus Mainzer

 
Im Gespräch mit Gert Scobel stellt Klaus Mainzer am Dienstag, 8. April um 20 Uhr in der Kölner Zentralbibliothek sein aktuelles Buch „Von der Weltformel zu Big Data“ vor.
Das Buch erscheint am 10. April im Beck Verlag. Der Stadtbibliothek Köln ist es gelungen, den Autor schon zwei Tage vorher einzuladen. Druckfrische Buchexemplare werden vorhanden sein.
Klaus Mainzer arbeitet als Direktor der Carl von Linde-Akademie an der Technischen Universität München und lehrt dort Philosophie und Wissenschaftstheorie. Seit 2012 ist er Gründungsdirektor des Munich Center for Technology in Society.
Gert Scobel leitet die 3sat-Sendung „scobel“. Wir freuen uns, dass Gert Scobel immer wieder Gesprächspartner in unserer Reihe „Wissenswert – Themen am Puls der Zeit“ ist.
Der Eintritt kostet im Vorverkauf bei KölnTicket sieben Euro, ermäßigt fünf Euro und an der Abendkasse acht Euro, ermäßigt sechs Euro.
Kulturprogramm der Zentralbibliothek

Zweite Minibib eröffnet

Kinder besangen sie, der Bürgermeister lobte sie und der Förderverein eröffnete sie…
Die zweite Minibib der Stadtbibliothek ging im Rechtsrheinischen an den Start. Und das einem ganz besonderen Ort. Im denkmalgeschützten Wasserturm der früheren Chemischen Fabrik Kalk. Quasi als Gegenstück zur ersten Minibib im Stadtgarten. Was beide verbindet ist ist originelle Architektur. Einerseits avantgardistisches Ambiente , andererseits originelle Historie. Der Förderverein betrachtet den neuen Standort als ideal, um dort Leseförderung auf breiter Ebene zu betreiben. Große Unterstützung kam vom Einkaufszentrum Köln Arcaden, dem jetzigen Eigentümer des Turms.
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So freute sich Stadtbibliotheksdirektorin Dr. Hannelore Vogt über die Eröffnung durch den Förderverein. Bezirksbürgermeister Markus Thiele würdigte den kulturellen Gewinn für den Stadtteil und Fördervereinsvorsitzender Anton Bausinger das kreative Miteinander aller Beteiligten.
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Prasselnden Applaus gab es bei der Eröffnung für die Kinder der Grüneberg-Grundschule. Mit ihren Lehrerinnen Veronika Franken und Barbara Westermeyer hatten sie ein Lied einstudiert, dessen Text (zu kölscher Melodie) sich eigens auf die Minibib bezog. “Loss mer lese” lautete der Song und im Refrain hieß es: “mer lese all die Bücher, he em Wasserturm, medden in unser’m Veedel”.
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Dann stiegen Luftballons für den jüngsten Sympathieträger der Stadtbibliothek in den Kalker Himmel und für die Gäste wurden erste Führungen durch die Minibib angeboten.
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Öffnungszeiten der Minibib im Wasserturm:
Montag bis Freitag, 14 bis 17 Uhr
Samstag, 12 bis 15 Uhr
Das Projekt wird ehrenamtlich betreut, die Ausleihe erfolgt völlig unbürokratisch, ohne Anmeldung darf jeder darf ein Buch für 2 Wochen ausleihen.
 
Bilder:
1.  Der alte Wasserturm an den Köln Arcaden
2. Eröffnung, von links: Anton Bausinger, Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbibliothek Köln, Dr. Hannelore Vogt und Bezirksbürgermeister Markus Thiele.
3. Die Schulklasse der Grüneberg-Schule
4. Die neue Minibib von innen
 

Pilotprojekt: Google Glass in der Stadtbibliothek

Am Puls der Zeit zu bleiben, ist eine mühsame und aufreibende Arbeit. Doch meist zahlt sich die investierte Energie doppelt und dreifach aus. Und so sind wir sehr stolz, ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt ankündigen zu können, das uns in den letzten Monaten bewegt hat. Und vom dem ihr in den kommenden Monaten profitieren werdet.
Als weltweit erste Bibliothek werden wir in einer einzigartigen Kooperation mit Google jede Bibliotheksmitarbeiterin und jeden Bibliotheksmitarbeiter mit Google Glass ausstatten!

Google Glass (CC-BY-SA 2.0 Ted Eytan, http://www.flickr.com/photos/taedc/8714927697/)
Google Glass (CC-BY-SA 2.0 Ted Eytan, http://www.flickr.com/photos/taedc/8714927697/)

Wer es nicht kennt: Google Glass wird mit der Technik der erweiterten Realität (augmented reality) höchstwahrscheinlich die Welt so grundlegend verändern wie es einst Steve Jobs’ iPhone tat. Es ist ein Miniaturcomputer inklusive Kamera, Spracherkennung, Beschleunigungssensor und Gyroskop, der am Kopf getragen wird. Ein kleines Display projeziert Informationen aus dem Web (wie z.B. Straßenkarten oder Kochrezepte) direkt ins Blickfeld. Der gesenkte Blick aufs Smartphone entfällt endgültig – und damit auch die drohende Kollision mit dem nächsten Laternenmasten.
Anwendungsmöglichkeiten gibt es viele: Den Kindergeburtstag kann ich aus der Ich-Perspektive mitfilmen und live auf YouTube streamen. Das Telefonat mit der Mutter kann ich führen, während ich zwei Hände frei habe um das Bad zu putzen oder Fahrrad zu fahren. Den Tisch für’s Abendessen kann ich per Sprachbefehl reservieren. Und so weiter und so fort. Google Glass erweitert die eigene Wahrnehmung mit einer transparenten Informationsschicht aus dem Internet, die ich überall und jederzeit mit anderen teilen kann.
Derzeit befindet sich das ambitionierte Projekt noch im Entwicklungsstadium, ausgewählte Personen und Institutionen bekommen aber bereits Testversionen ausgeliefert. Es gibt schon einige amerikanische Bibliotheken, die Google Glass an findige Entwickler ausleihen.
Wir aber gehen einen Schritt weiter.
Beginnend ab Juni werdet ihr uns nur noch mit Google Glass antreffen. Das erleichtert uns die Arbeit und steigert die Servicequalität für euch. In enger Kooperation mit Google haben wir das Android-Betriebssystem von Glass an die Bedürfnisse von Bibliotheken angepasst. Das deutsche, selbst programmierte Interface erfasst Kundendaten qua Gesichtserkennung, ortet über eine RFID-Schnittstelle Medien im Haus und informiert die Mitarbeiter automatisch über anstehende Termine. Das integrierte Display erleichtert die Hausaufsicht ungemein, da jeder Kunde als ein Punkt auf einer Karte erscheint.
In einer Galerie haben wir bereits einige Anwendungsmöglichkeiten zusammengefasst.

Gesteuert wird Glass per Sprache. Unsere spezielle Bibliotheksversion ist dabei nicht nur mit dem World Wide Web vernetzt, sondern auch mit unserem Katalogsystem und der E-Ausleihe. Die Zusammenführung beider Systeme erfolgte über eine Representational State Transfer-Schnittstelle. Im Ergebnis kann der Servicemitarbeiter z.B. nun folgende Sprachbefehle erteilen:

OK Glass, auf welcher Etage befindet sich die dritte Staffel Breaking Bad?

oder

OK Glass, wie lautet der heutige Toilettencode?

oder

OK Glass, eine Leuchtstoffröhre ist kaputt. Bitte benachrichtige den Hausmeister.

Entweder vernetzt sich Glass dann automatisch mit den jeweiligen Mitarbeitern oder projeziert die angeforderten Informationen direkt ins Sichtfeld. Und wir geben die Info dann an euch weiter. Anders herum merkt sich Glass euer Gesicht und verknüpft die Daten mit eurem Leserausweis. So können wir euch direkt sagen, wie viele Medien ihr noch ausleihen dürft, ob ihr überfällige Lesegebühren habt und auf welcher Etage ihr heute schon wart. Das alles – und mehr. Das System wird laufend weiter entwickelt.
Zuletzt noch eine Ansicht aus der Ego-Perspektive, also das, was der Mitarbeiter im Glass-Display sieht. Der Rotstich ist produktionsbedingt.

So sieht es aus, wenn Glass live Informationen zu einem Kunden abruft.
So sieht es aus, wenn Glass live Informationen zu einem Kunden abruft. Unten rechts eine Übersicht über die jeweilige Etage, rote Punkte markieren Kunden.

Wir sind sehr gespannt auf die Zukunft, wenn wir unseren Arbeitshorizont in die augmented reality erweitern! Und die Zukunft ist jetzt.

 sa

 

Karten gewinnen: Musik & Film in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen

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Das Orchester Amore e Problemi begleitet am 4. April den Stummfilm “Der Vagabund” von Charlie Chaplin mit eigens komponierter Livemusik in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen. Zudem gibt es eine kurzweilige musikalische Einführung in die Stummfilmmusik vergangener Tage.
Und ihr könnt kostenfrei dabei sein! Denn wir verlosen 1×2 Karten für die Veranstaltung unter allen, die diesen Blogbeitrag bis einschließlich Mittwoch, den 2. April, kommentieren.
 
Weitere Informationen zur Veranstaltung: http://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/veranstaltungskalender/stadtteilbibliothek-rodenkirchen-musik-film
Viel Spaß!
ck

Street Art to go

Am Samstag, den 22. März 2014, fand im Rahmen des Makerspace-Programms der Workshop „Street Art“ statt. Geleitet wurde der Kurs von den zwei 18-jährigen Schülerinnen Meret Wellmann und Giannina Bauer des Kaiserin-Augusta-Gymnasiums in Köln. Die beiden hatten Street Art im Rahmen ihres Kunstunterrichts gelernt und gaben ihr Wissen und Können gerne an Interessierte weiter.
Nach einer einleitenden Präsentation zum Thema Street Art mit vielen Beispielen des wohl bekanntesten Street-Art-Künstlers Banksy, befasste sich der Workshop als Erstes mit dem Herstellen einer eigenen Spray-Schablone.
Schablone und fertiges Bild von Wladimir Putin Mittels des Bildbearbeitungs- programms Gimp wurden Bilder so bearbeitet, dass gute Vorlagen zum Sprayen entstanden. Anschließend folgte das Herstellen der Schablone auf Papier, indem man das fertig bearbeitete Bild auf einer Folie ausdruckte und mit Oberlichtprojektor auf eine Pappe projizierte. Mit einem Bleistift wurde die Silhouette auf die Pappe übertragen und die dunklen Flächen per Cuttermesser herausgetrennt, wodurch diese Flächen später schwarz wurden.
Zum Schluss folgte natürlich der Höhepunkt: das Sprayen. Per Schablone wird die Silhouette von Madonna auf Papier gesprayt
Aber im Gegensatz zu den bekannten Künstlern der Street Art Szene benutzten die Workshopteilnehmer keine Wand, sondern große Papierbögen, auch um ihre künstlerischen Werke mitnehmen zu können, eben „Street Art to go“.
Durch kreative Hilfestellungen der Workshopleiterinnen sind, obwohl alle Teilnehmer Neulinge in Sachen Street Art waren, die Ergebnisse sehr gut gelungen. Gesprayt wurden Fußballer Lukas Podolski, der Politiker Wladimir Putin, Sängerin Madonna, die Freiheitsstatue, ein Albumcover der Band „Rage Against The Machine“ und die Schauspielerin Audrey Hepburn.
Eine Auswahl von verschiedenen Street Art Bildern aus dem WorkshopF & H

Kirschblüten-Countdown

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Oops! Da hat sich jemand vorgedrängelt. Im Kirschblütengarten Josef-Haubrich-Hof. In eine Lücke der Baumreihe hatte die Kölner Grün Stiftung einen Nachwuchs eingepflanzt. Der Zwerg blüht nun weiß statt rosa. Und das schon seit Tagen. Aber jetzt kann nichts mehr die volle Prachtentfaltung stoppen. Nächste Woche wird wieder ein rosa Teppich vor unserer Bibliothekstür schweben. Drei Wochen früher als letztes Jahr knallen hier die Knospen auf und wie immer bleiben dann nur wenige Tage, um die allerschönsten Fotos zu schießen.

Und den entspanntesten Blick auf unsere japanische Oase hat man natürlich von den Etagen der Zentralbibliothek.

gp

Das war “Inside Wikipedia”: Zwischen “Pipistrellus raceyi” und “Ficken”

Die Pipistrellus raceyi ist eine kleine Zwergfledermaus und lebt auf Madagaskar. Was verbindet das Tierchen mit einem quadratischen Stück Schokolade oder einer TV-Serien-Darstellerin? Über alle und alles lässt sich einiges in Wikipedia erfahren. Aber wollen wir von allem überhaupt Genaueres wissen? Was ist „relevant“? Und was für wen?
geeks@cologne hatte zur Podiumsdiskussion eingeladen und in der Q-thek der Zentralbibliothek nahmen die Beteiligten kein Blatt vor den Mund. Als da waren:

  • auf der Bühne die aktiven Wikipedianer Achim Raschka, Robert Schlappal und Elke Wetzig,
  • die moderierende Alice Wiegand vom Kuratorium der Wikimedia Foundation;
  • und ein interessiertes Publikum, das spontan dazwischen fragen konnte und nach dem Insider-Gespräch auch ausführlicher.

In der Vorstellungsrunde der drei Gäste stellten sich gleich die ersten Gemeinsamkeiten heraus: Sie fotografieren und schreiben gerne; sie sind neugierig und interessieren sich (ungeachtet ihrer Spezialgebiete) für viele Themen und sind alle von Wikipedia begeistert. Das Online-Lexikon ist Teil ihres Alltags geworden.

Aber wie kommt man zu seinem ersten Wiki-Artikel? Was sind die Qualitätsstandards? Was muss man beachten, wenn man beispielweise eine Person vorstellen will? Viele würden gerne drin stehen und manche, die schon drin sind, würden gerne wieder raus. Um hinein zu kommen, so Robert Schlappal, muss ein gewisser Bekanntheitsgrad vorhanden sein. Die Person muss öffentlich wahrgenommen werden und das sollte durch Quellen belegbar sein. Das gilt natürlich auch für „Berühmtheiten“, deren Promifaktor vorwiegend von der yellow press definiert wird. Worauf die eingangs erwähnte Schaupielerin ins Spiel kam, deren Eintrag von der Moderatorin genüsslich als Negativbeispiel vorgelesen wurde (besonders die Erwähnung ihrer diversen Männerbeziehungen). Ähnliches gilt für die Schokolade. Da wollte einer in leicht durchschaubarer PR-Manier gleich einzelne Sorten per Artikel würdigen. Ihnen gegenüber stand der Eintrag von Achim Raschka, der sein wissenschaftliches Interesse am exotischen Fledermäuschen, durchaus mit Verve begründen konnte.
Was zu den „Löschdiskussionen“ und Rauswürfen von Autoren überleitete. Auch hier zitierte Alice Wiegand kritisch das Niveau solcher Auseinandersetzungen, die bisweilen in persönliche Diffamierungen abgleiten. Für die Frage, was in solchen Fällen eher anheizt bzw. versachlicht, wägten die drei Wikipedianer ausführlich das Pro und Contra von Strafe oder Erziehung ab.
Einheitlichkeit herrschte darüber, das die große Mehrheit der Debatten konstruktiv verläuft und sich Wikipedia um großartige Diskussionskultur verdient gemacht hat. Dies belegte auch der Austausch mit dem Publikum.
P.S.: Das „F“-Wort kam ins Spiel, als ein Zuhörer Beispiele aus der untersten Schublade der Entgleisungen wissen wollte. Solche liefern noch vor dem Frühstück bevorzugt Pubertierende, die Beiträge wie „Kai aus der 7b stinkt“ im Lexikon unterbringen wollen oder einfach nur „F….., f….., f…..!“.

gp

Unser Dank geht an Alice Wiegand, Wikimedia Deutschland (für die Getränke!) und die Kölner Wikipedia-Community rund um den Kölner Stammtisch. (Nochmal als Tipp an Neu-Wikipedianer: Besucht den Stammtisch eurer Stadt oder Region.) Und natürlich auch ein großes Dankeschön an das Hochschulradio Kölncampus für ihre PR-Unterstützung!
“Inside Wikipedia” war Teil der Veranstaltungsreihe geeks@cologne der Stadtbibliothek Köln. Weiter geht es spätestens im Juni bereits im Mai mit einem E-Sport-Turnier und dann im Juni mit einem 3D-Druck-Event – die Ankündigung erfolgt demnächst. Alle Infos zur Reihe finden sich auf geekscologne.mixxt.de. Wenn ihr euch auf der Seite anmeldet, werdet ihr immer per E-Mail informiert, wenn eine neue Veranstaltung angekündigt wird.

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Die Neuentdeckung des Himmels

die-neuentdeckung-des-himmels-48491-1Als im Oktober 1995 der erste Planet entdeckt wurde, der nicht die Sonne umkreist, sondern einen anderen Stern, habe ich gerade probiert, mich an der Universität zurechtzufinden. Ich hatte mein Astronomiestudium gerade erst begonnen und viel zu viel zu erledigen, um mich lange mit dieser Entdeckung zu beschäftigen. Ich musste herausfinden, wo die Einführungsvorlesungen stattfinden, musste mich für Übungskurse eintragen, die überall in Wien verteilten Institute der naturwissenschaftlichen Fakultät finden und für die erste Entdeckung einer fremden Welt blieb da kaum noch Zeit.

Im Laufe der folgenden Jahre verlief mein Studium dann nicht mehr ganz so hektisch – die Erforschung der extrasolaren Planeten dagegen nahm nun erst so richtig Fahrt auf. Ich bin ihnen aber erst 1999 wieder richtig begegnet. Mittlerweile hatte ich den Großteil meines Grundstudiums abgeschlossen und arbeitete an meiner Diplomarbeit. Die beschäftigte sich zwar mit Asteroiden, aber die Mitglieder meiner Arbeitsgruppe waren aktiv an der Erforschung der fremden Planeten beteiligt. Damals kannte man gerade Mal ein paar Dutzend Planeten und jede neue Entdeckung war eine kleine Sensation. Wir kannten die Eigenschaften der fremden Welten fast auswendig und diskutierten in den Kaffepausen und Seminaren intensiv über jeden einzelnen von ihnen.
Es gab zuerst fast jeden Monat neue Entdeckungen; später dann fast jede Woche. Irgendwann waren so viele Planeten bekannt, das man kaum mehr den Überblick behalten konnte. Nach meinem Diplomstudium begann ich selbst an der Erforschung der fremden Planeten zu arbeiten und konnte meine Studienobjekte aus einer Liste von mehr als 100 Himmelskörpern wählen.
Als ich nach meiner Dissertation an der Universität Jena als Wissenschaftler zu arbeiten begann, erregten neu entdeckte Planeten fast keine Aufmerksamkeit mehr. Die Liste der fremden Welten wuchs fast täglich und man diskutierte nur mehr über die spektakuläreren Funde. Im Jahr 2006 begannen die ersten Weltraumteleskope, nach extrasolaren Planeten zu suchen und wurden bald darauf in Massen fündig.
Am 22. Oktober 2013 enthielt die Liste der bekannten extrasolaren Planeten das erste Mal mehr als 1000 Einträge. Und kaum sechs Monate später hatte sich diese Zahl fast verdoppelt!
In nicht einmal zwei Jahrzehnten hat sich unser Weltbild komplett gewandelt. Jahrtausendelang haben wir Menschen uns gefragt, ob es anderswo im Universum auch noch Planeten gibt. 1995 gelang uns der erste Blick auf diese fremden Welten und heute sind sie fast schon zur Normalität geworden. Wir haben den Himmel tatsächlich völlig neu entdeckt und festgestellt, dass da draußen nicht nur unzählige Sterne sind, sondern auch ebenso unzählige Planeten.
Die Suche nach dem fremden Welten im Universum ist eine faszinierende Geschichte. Nach Jahrtausenden voller Spekulationen und nach Jahrzehnten voller Misserfolge haben wir nun innerhalb weniger Jahre auf diesem Gebiet mehr Fortschritte gemacht als irgendwo anders in der Astronomie im gleichen Zeitraum.
In meinem Buch “Die Neuentdeckung des Himmels” haben ich probiert, diese spannende Reise allgemein verständlich zu erzählen. Von den griechischen Gelehrten der Antike über die Theologen des Mittelalters bis hin zu den Forschern der Neuzeit haben die Menschen sich gefragt, ob unsere Welt die einzige Welt im Kosmos ist und wir seine einzigen Bewohnern. Wir haben heute das große Glück, genau in der Zeit zu leben, in der wir auf diese jahrtausendealten Fragen eine Antwort finden können. Den ersten Teil der Reise haben wir schon zurück gelegt. Die fremden Welten sind gefunden und das in einer Anzahl und Vielfalt, die jede Vorstellung sprengt. Ob es auf diesen Planeten irgendwo auch Leben gibt, werden wir im nächsten Abschnitt der Reise herausfinden. Und die Antwort wird diesmal keine Jahrtausende auf sich warten lassen. Wenn es irgendwo dort draußen Leben gibt, dann werden wir es schon in den nächsten Jahrzehnten finden!

Florian Freistetter

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Astronom Florian Freistetter stellt sein aktuelles Buch in der Zentralbibliothek vor.
Die Thesen des aktuellen Buchs von Florian Freistetter diskutiert Ralf Krauter mit dem Autor und dem DLR-Astronom Manfred Gaida am

Mittwoch, 26. März 2014, um 19 Uhr

in der Zentralbibliothek am Neumarkt.

Das Gespräch gehört zur Reihe „Wissenswert – Themen am Puls der Zeit”. Die Stadtbibliothek kooperiert bei der Veranstaltung mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Der Eintritt kostet im Vorverkauf sieben, ermäßigt fünf Euro. An der Abendkasse beträgt der Eintrittspreis acht und ermäßigt sechs Euro. Im Vorverkauf sind die Karten bei „Köln Ticket” im Internet oder telefonisch unter 0221/2801 erhältlich. Unter der Telefonnummer 0221/221-23939 nimmt die Stadtbibliothek auch Reservierungen entgegen.

Bibliothek analog + digital = Quellentaucher

Der vielbeschworene Untergang der Bibliotheken löst immer wieder neue und heiß geführte Debatten aus. Ohnehin, so scheint es, geht jede Woche irgendetwas Neues unter. Oft wegen neuer Medien, meistens wegen dem Internet. Und das Abendland ist eigentlich schon immer untergegangen. Ob man sich nun euphorisch oder eher apokalyptisch – mit Umberto Eco gesprochen – gegenüber neuen Medien verhält: Debattieren kann man viel…
… oder eben handeln.
Wir entscheiden uns prinzipiell lieber für die zweite Option. Und im Team handelt es sich umso besser. So haben wir zusammen mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, der Universät Konstanz (und hier insbesondere der AG Mensch-Computer-Interaktion) und der Bezirksregierung Düsseldorf eine von vielen möglichen Antworten auf den Wandel der Bibliotheken umgesetzt.
Grundgedanke war, dass die sich verändernde Bibliothek stets die Grenzverschiebung zwischen analog und digital verhandelt. Ist sie ein analoger Ort? Funktioniert sie (rein) digital? Wie sehen die Verschränkungen, die Brüche dazwischen aus?
Eine mögliche Antwort auf diese Fragen hat das Team am Mittwoch bei uns vorgestellt. Das Kind des Verbundprojekts namens “Bibliotheksservice digital und real” heißt Quellentaucher.

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Der Quellentaucher auf der 3. Etage der Zentralbibliothek

Der Quellentaucher besteht aus zwei Modulen: Expedition und Tiefenrausch. Die Expedition ist bereits in Betrieb, wird im Verlauf des Jahres aber noch weiter ergänzt. Der Tiefenrausch wird bis Ende 2014 installiert. Tritt ein Besucher in die Nähe des großen Touchscreens, stellt ihn eine Tiefenkamera in Form einer dynamischen Silhouette dar. Geht er noch näher heran, erscheint eine Landschaft aus Kacheln mit Informationen zum aktuellen Weltgeschehen. Berührt man nun eine dieser Kacheln, liest man Nachrichtendetails und verwandte Informationen aus dem Web (z.B. Tweets und Wikipedia-Artikel, die die entsprechenden Schlagworte enthalten). Gleichzeitig stellt ein digitales Regal dazu passende Medien aus unserem Bestand dar.

Die Silhouetten regen zum erkunden an. Foto: Uni Konstanz
Die Silhouetten regen zum erkunden an. Foto: Uni Konstanz

Im Ergebnis vereint der Quellentaucher als Hybrid die Vorteile des physischen Regals mit der dynamischen digitalen Welt. Der Bruch zwischen analog/digital ist hier nicht Hindernis, sondern Chance, umgesetzt aus der Perpektive der Mensch-Computer-Interaktion.
Bei unserer Kick-Off-Veranstaltung am Mittwoch in der Q-thek der Zentralbibliothek stellte Petra Büning von der Bezirksregierung ausführlich die Hintergründe des Projekts vor, während Prof. Dr. Harald Reiterer und seine Doktoranden Jens Mueller und Simon Butscher aus Konstanz auf Technik und Umsetzung eingingen. Unsere Direktorin Dr. Hannelore Vogt provozierte mit einer Präsentation zu aktuellen Trends in Bibliotheken ein Werkstattgespräch. Wir konnten rund 80 Kolleginnen und Kollegen bei uns begrüßen und ihnen den Quellentaucher zeigen.
Er steht auf der dritten Etage der Zentralbibliothek, ist nicht zu übersehen und freut sich auf Eure Recherche! Wir sind gespannt, wie es weitergeht.
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(sa)

Weiterführende Links:

Du & Ich inmitten aller Bücher

Skateboard

Meine Liebe zu Stadtbüchereien kennt keine Grenzen. Ich meine, wie großartig ist denn diese Idee, dass man sich Kultur ausleihen kann und dann einfach für andere wiederbringt? Denn niemand braucht doch wirklich alles! Fast schon sozialistisch. 

Und dann ist es auch ein Ort, um Leute kennenzulernen. Manchmal passiert das ja.

So wie heute. So wie Thomas. Thomas muss man sich als grundausgeglichenen und gleichzeitig ziemlich aktiven Menschen vorstellen. Einen Thomas, wie ihn eigentlich jede Stadt gebrauchen kann.

Nach vielen Jahren Recklinghausen ist er nun also am Rhein gelandet. Als Kfz-Mechaniker hat er in seiner Heimatstadt versucht dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Nun will er aber lieber selbst neue Autos mitentwickeln. Deshalb kam er zum Technikstudium nach Köln. Und zum Fotografieren. Und zum Bloggen. Also mehr so zum Fotos bloggen. Noch. Weil eigentlich möchte er natürlich auch – so wie wir alle hier – eine Internetikone werden.

Karen Schierhorn

Foto: Thomas Mengede (tmfepictures.com)
Dieser Text entstand letzten Freitag in unserem Makerspace-Workshop “Kreatives Schreiben für Blogger”. Eine der dort gestellten Aufgaben war ein Gespräch zwischen zwei ausgelosten Teilnehmern, ein anschließender Text über den jeweils anderen. Dieser wurde dann der Gruppe vorgelesen und diskutiert. Karen lernte so Thomas kennen und heraus kam dieser Beitrag, der allen gefiel, und den wir Euch nicht vorenthalten wollen.

gp