Zombies in Köln

… und was man dagegen tun kann
Warm war’s in den vergangenen Tagen. Kann man Schülern da in über 2 Stunden wissenschaftliches Arbeiten und Recherche in Bibliothekskatalogen und Datenbanken zumuten? Und das so kurz vor den Sommerferien?
Kann man, muss man aber nicht. Und so habe ich ein Projekt realisiert, dass mir schon länger durch den Kopf geht: Gamifizierung des Methodentrainings. Mit Zombies!
Das Szenario: Zombies in der Schildergasse
Ausgangspunkt war das Szenario, dass Köln von der Zombieapokalypse bedroht wird. In der Schildergasse wurden schon die ersten Untoten gesichtet, die Schüler haben sich in der Bibliothek verschanzt, und wir haben noch ein wenig Zeit, bevor die Zombies auf uns aufmerksam werden. Wir müssen uns informieren: Woher kommt die Epidemie? Wodurch wird sie verursacht und kann man dagegen etwas tun? Wie verteidigen wir uns? Wie halten wir uns in der Bibliothek am Leben, versorgen uns mit Nahrung, Trinkwasser und Medizin? Können wir fliehen und wenn ja, welches ist der beste Weg?
Themensammlung

Was muss man wissen, um zu überleben?
Was muss man wissen, um zu überleben?

Im ersten Schritt haben wir Themen gesammelt, und die Schüler zeigten sich dabei sehr kreativ und umsichtig. Die Schüler konnten sich aussuchen, zu welchem Thema sie forschen wollten. Sie hatten 10 Minuten Zeit, um sich einen ersten Überblick über ihr Thema zu verschaffen, und danach wurde im Plenum dafür gesorgt, dass jeder auf demselben Stand ist. Wir konnten einige Themen kurz andiskutieren und damit entscheiden, worauf der Fokus einer Recherche liegen sollte.
Followerpower!
Live getwittert, Leben gerettet ...
Live getwittert, Leben gerettet …

Die Gruppe, die sich mit verschiedenen Kommunikationswegen auseinandersetzen wollte, sellte einen Schüler ab, der während der gesamten Zeit für die Echtzeitkommunikation via Twitter zuständig war. Er hatte die Aufgabe, von den Recherchefortschritten zu berichten, Ergebnisse via Twitter zusammenzufassen und mit der Außenwelt zu kommunizieren. Das geschah über den Account der Stadtbibliothek, wobei der Schüler seine Tweets mit Namenskürzel kenntlich machte. Und tatsächlich gab es hilfreiche Follower, die zum Erkenntnisgewinn beitrugen und sich am Geschehen beteiligten!
Falsche Info? Lebensgefährlich!
Nach der Erstinformation sollten die Schüler dann tiefer in ihr Thema einsteigen und in der Bibliothek nach Informationen suchen. Auch das Internet konnte herangezogen werden („Solange wir noch Strom und Netz haben …“). Allerdings habe ich hier deutlich auf die Relevanz verlässlicher Quellen hingewiesen, denn wer mit diesem Thema leichtsinnig umgeht und sich auf unsichere Hinweise verlässt, ist tot. Ein gutes Argument, oder? Also haben wir den Wikipedia-Artikel zu Zombies erst einmal dem Wikibu-Check (www.wikibu.ch) unterzogen und festgestellt, dass er ganz passabel ist – im Gegensatz zu unverlässlichen Zombieseiten im Internet. Einschlägige Fachliteratur gab wichtige Hinweise zur Bekämpfung der Zombies und wurde mithilfe der #followerpower auf Twitter auch diskutiert. In den Datenbanken der Digitalen Bibliothek fanden wir Artikel aus medizinischen Fachquellen ebenso wie statistische Daten zur Ausbreitung von Epidemien.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Der weiß mehr!
Der weiß mehr!

Insgesamt konnten wir eine ganz beeindruckende Menge an Informationen zusammentragen. Die wichtigste Erkenntnis war aber: Wir hatten Spaß! Die Schüler waren während der ganzen Veranstaltung sehr lebhaft bei der Sache und haben ganz nebenbei eine große Menge an verschiedenen Recherchewegen kennengelernt – so nebenbei, dass einigen das noch nicht einmal aufgefallen ist … Vor allem Schüler, die Bibliotheken gegenüber Vorurteile haben und ein „normales“ Recherchetraining eher kritisch sehen, waren hier voll bei der Sache und konnten sogar mit ihrem Fachwissen punkten. Sieg auf ganzer Linie!Ausbaufähig war aus meiner Perspektive noch die Nachnutzbarkeit der Ergebnisse – wir hätten gut alles in einem Wiki sammeln können, so dass die Schüler auch von den Ergebnissen der anderen Kleingruppen profitieren könnten und auch im Nachhinein noch die Möglichkeit hätten, auf die Ergebnisse (und vor allem den Lösungsweg) zuzugreifen. Das hätte aber wiederum mehr Zeit benötigt.
Außerdem wäre noch denkbar, jede Austauschrunde im Plenum mit einer Abstimmung und Punktevergabe zu verbinden. Für gute Diskussionsbeiträge gäbe es dann Bonuspunkte, die in der Summe über Sieg und Überleben entscheiden. So ein Voting würde vermutlich auch beim Zusammentragen der Ergebnisse im Plenum für mehr Aufmerksamkeit sorgen.
Zwei weitere Gruppen haben das Konzept durchgespielt und kleinere Schwachstellen offengelegt. Alle konnten Feedback geben und beim nächsten Mal klappt’s dann halt besser. Wir werden diese Idee bestimmt wieder einsetzen. Und verratet bitte keinem, dass ich erst einen Zombiefilm in meinem Leben gesehen habe …
(cd)

Einbruch in der Bibliothek! – Detektivseminar für Kinder mit einem echten Detektiv!

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Spannendes Detektivseminar für Kinder

Gemeinsam mit Alexander Schrumpf, einem echten Detektiv, können Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren am Mittwoch, 31. Juli 2013, von 14 bis 17 Uhr den Einbrecher in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen anhand seiner Spuren überführen und so den spannenden Fall lösen!
Außerdem lernen sie im Gebäude an der Schillingsrotter Straße 38 Nützliches und Interessantes aus dem Alltag eines Detektivs kennen und erhalten einen Einblick in die Arbeitsweise einer richtigen Detektei. So zeigt Alexander Schrumpf am nachgestellten Tatort in der Bibliothek verschiedene Techniken der Spurensicherung und berichtet Wissenswertes aus seinem Alltag als Detektiv.
Die Teilnahme an dem Seminar ist kostenlos, aber eine Anmeldung unter der 0221 / 221-92370 erforderlich.
Stand 26. Juli: Das Seminar ist mittlerweile ausgebucht.
ck

Hitchcocks bibliothekarisches Vermächtnis: “Im Schatten des Zweifels”

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Verschroben, streng, altjüngferlich: eine der klischeehaftesten Darstellungen von Bibliothekarinnen verdanken wir Alfred Hitchcock! Sein Film „Shadow of a doubt“ (Im Schatten des Zweifels) zeigt eine Kollegin als in die Jahre gekommene Fledermaus, die sich in ihrer Kleinstadt zur Hüterin von Kultur und Information aufspielt.
70 Jahre alt ist dieser Krimi, der als einer seiner Besten gilt (am Drehbruch strickte übrigens Thornton Wilder mit). Hitchcock selbst zählt ihn zu seinen Favoriten. Zu Recht! Bis heute thrillt er weniger durch action als durch unheilvolles Wissen. In diesem Sinne spielt die Schlüsselszene, der entlarvende Schock für die Hauptdarstellerin, in einer Bibliothek. Denn die junge hübsche Charlotte (Teresa Wright) entdeckt bei ihrer Recherche, das ihr smarter Onkel Charles (Joseph Cotten) ein Mörder ist (beide werden im Film Charlie genannt).
Die Szene beginnt mit einem ahnungslosen Tipp von Bücherwurm Ann (Edna May Wonacott), der kleinen Schwester von Charlotte. Das lässt Charlie kurz vor 21 Uhr zur Bibliothek eilen (man beachte die amerikanischen Öffnungszeiten von 1943), um einen Zeitungsartikel zu finden. Ins Bild kommt die „Free Public Library“ von Santa Rosa in Kalifornien, ein efeuumranktes Backsteingebäude, eine echte Carnegie-Bibliothek, 1904 gebaut und 1964 abgerissen. Zum Glockenschlag erreicht Charlie die bereits geschlossene Bibliothekstür. Sie läuft ein Stück zurück, um zu sehen, wie die Lichter des Hauses gelöscht werden. Zurück vor der Tür klopft sie erregt an die Scheibe (darauf wieder groß im Bild: die Öffnungszeiten).
Es folgt der Auftritt der Bibliothekarin Mrs Cochran (den Namen lieh sich Hitchcock aus „Our Town“, einem Theaterstück von Thornton Wilder – „Unsere kleine Stadt“). Perfekt ist Mrs. Cochran besetzt durch Eily Malyon, deren schauspielerische Karriere auf der überzeugenden Darstellung von Nonnen, Lehrerinnen und Gouvernanten basierte. Hier verkörpert sie den älteren Drachen mit strengen scharfen Gesichtszügen, weißgrauen Haaren und Dutt. Zwar trägt sie keine Brille, aber einen unvorteilhaft sitzenden dunklen Shirt-Dress, der übers Knie reicht und an einen Bademantel erinnert. Wenig Make-up, ein paar klassische Perlenohrringe und am Handgelenk natürlich eine Uhr. Widerwillig öffnet sie die Tür, um Charlie einen Kurzvortrag über die Bibliotheksregeln zu halten:
„Wirklich, Sie wissen so gut wie ich, die Bibliothek schließt um 9 Uhr! Wenn ich eine Ausnahme mache, muss ich tausend machen. Ich muss mich schon wundern, Charlie, Sie nehmen keine Rücksicht! Sie haben den ganzen Tag Zeit, hierher zu kommen … Ich gebe Ihnen nur 3 Minuten!“
Charlie entschuldigt sich flüchtig und stürzt zum (für eine Kleinstadt-Bibliothek eindruckvoll umfangreichen) Tageszeitungsangebot. Sie findet den Artikel, aus dem sie schlussfolgert, dass ihr Onkel ein Serienmörder ist. Die dramatische Wende unterstreicht die Musik und eine meisterhafte Kamera. Charlie erhebt sich konfus und paralysiert. Die Kamera schwebt in die Vogelperspektive und schenkt uns einen schönen Blick auf die Innenausstattung der Carnegie-Bibliothek. Wir sehen den großen hölzernen Ausleihtresen, Tische und Stühle, klassische Säulen, Türen und Einblicke in die angrenzenden Räume. Die Bibliothek als solides Konzentrat der Kleinstadt-Idylle und einsam und allein darin eine junge Frau, deren Welt durch einen Zeitungsartikel zersplittert.
Aber warum ist die winzige Rolle der Bibliothekarin in diesem Film so wichtig?
Nun sie steigert die Spannung, in dem sie ein Hindernis darstellt, im Wettlauf Charlies gegen die Zeit und Möglichkeit etwas Lebenswichtiges herauszufinden. Mrs Cochran ist die Türhüterin zur Lösung des Rätsels. Ihr Haus verfügt über die Information, die alles verändert. Gleichzeitig ist sie als Inkarnation eines Berufesbildes stilbildend.
Die wenig erfreuliche Erkenntnis der 70jährigen Erfolgsgeschichte dieses Films aus bibliothekarischer Sicht: Bibliotheken haben sich weitreichend verändert, ebenso wie Berufbilder und Qualifikationen. Nur bei Filmemachern scheint sich seit Hitchcock nichts am Bild der Bibliothekarin als Schreckgespenst geändert zu haben. (Wobei Ausnahmen leider die Regel bestätigen!)

  • gp
    Hier die Bibliotheksszene.
    Und wer möchte, gleich der ganze Film!

  • Wie schwul sind die Simpsons?

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    „Hinter den schwulen Lachern – Homosexualität bei den Simpsons“ heißt das jüngste Buch des Kölner Bibliothekars Erwin In het Panhuis, in dem er sich damit befasst, wie sich die Zeichentrickserie zu schwulen und lesbischen Themen (wie etwa der Homo-Ehe) positioniert. Der Verfasser stellt nicht nur viele Figuren mit ihrer recht flexiblen sexuellen Orientierung vor, sondern auch viele popkulturelle Referenzen. Die Simpsons vermitteln für ein Millionenpublikum ein typisch amerikanisches, aber untypisch aufgeschlossenes Bild von Schwulen und Lesben.
    Wir befragten Erwin In het Panhuis zum Buch:
    1. Wie kommt man darauf ein Buch über die schwulen Seiten der Simpsons zu schreiben?
    Vor einigen Jahren fiel mir beim zappen auf, dass Schwule und Lesben oft vorkommen und dass dabei mit vielen popkulturellen Anspielungen gearbeitet wird. Und weil es in der Sekundärliteratur nur um Themen wie Medien und Politik geht, habe ich hier eine Forschungslücke gesehen.
    2. Gibt es auch Familienmitglieder der Simpson die schwul / lesbisch sind?
    Patty, die Schwester von Marge, ist lesbisch. Über viele Jahre gab’s nur Andeutungen, aber in einer Folge über die Homo-Ehe von 2005 hat sie ihr Coming Out gehabt. Sie ist eine derbe und laute Lesbe und das ist toll.
    3. Welche schwul/lesbischen Figuren gibt es noch in der Serie?
    Der Musiklehrer der Grundschule ist z.B. schwul und viele der Hauptfiguren haben eine recht flexible sexuelle Orientierung. Daneben habe ich noch rund 60 schwule und 10 lesbische Nebenfiguren näher betrachtet, die jedoch meistens nur einmal zu sehen sind.
    4. Was sind Ihre Lieblingszenen und wo lachen Sie?
    Ich mag diesen hintergründigen Humor. Wenn sich Fidel Castro darüber aufregt, welches Image die Castro-Street in San Francisco hat oder Marge fragt: “Wusstest Du, dass bisher jeder US-Präsident ein weißer, heterosexueller Mann war?”
    5. Ist die Serie wegbereitend für mehr Toleranz?
    Ja, aber nur indirekt. Sie setzt sich für gleiche Rechte ein, aber das wird durch das Mittel der Satire in subversiver und nicht moralisierender Form erreicht. Und diese indirekte Form finde ich sogar noch besser.
    6. Was ist Ihr Fazit?
    Ich finde es zwar schade, dass einzelne Themen wie Aids fast vollständig ausgeblendet werden, aber insgesamt ist der Humor in Bezug auf Schwule und Lesben intelligent, fair und sehr unterhaltsam.
    Rund um den Globus ist das Buch schon aufmerksam besprochen worden, von den USA, über Russland bis Georgien.
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    Im Rahmen von ColognePride dem zweiwöchiges Programm rund um den CSD Köln stellt Erwin In het Panhuis heute abend, 20 Uhr, im Café Duddel, Zülpicher Wall 8, sein Buch vor. Der Eintritt ist frei.
    Erwin In het Panhuis: “Hinter den schwulen Lachern – Homosexualität bei den Simspsons” Verlag des Archivs der Jugendkulturen, Berlin 2013.
    gp
    Foto oben: Copyright Axel Bach

    Jubiläum: 10 Jahre Literamus

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    Literamus, der Förderverein der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen, feierte letzten Samstag mit einem stimmungsvollen Musik- und Kabarettprogramm seinen unglaublichen 10. Geburtstag! Auch Bürgermeisterin Angela Spizig gratulierte! Die Bibliothek dankte den beiden Vorstandsliteramusen Gerda Laufenberg und Brigitte Klipper stellvertretend für den ganzen Förderverein mit Blumen und Torte für die tolle Arbeit!
    Unter den Gratulanten, die per Videobotschaft zugeschaltet wurden, befanden sich Dr. Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek Köln, Gerd Köster, die Bläck Fööss und Wilfried Schmickler, sowie bedeutende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Medien.
    Mehr zur Arbeit des Fördervereins Literamus: www.literamus.de
    Alle Fördervereine der Stadtbibliothek Köln : http://www.stadt-koeln.de/5/stadtbibliothek/foerderaktionen/foerdervereine/
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    Bild 1: B. Klipper (links) und G. Laufenberg (rechts) im Kreise der Literamusen.
    Bild 2: Bürgermeistern A. Spizig (Mitte) gratuliert.
    Bild 3: Blumen und Geburtstagstorte – v.l.n.r.: B. Klipper, 2. Vorsitzende Literamus; J. Kossul, Leiterin der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen; G. Laufenberg, 1. Vorsitzende Literamus, C. Nötzelmann, Abteilungsleitung Stadtteilbibliotheken; E. Röttgen, ehemalige Leiterin der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen; C. Reinke, stv. Leiterin der Stadtteilbibliothek.
    Fotos © mit freundlicher Genehmigung: Petra Esser

    Wiedersehen auf DVD: „Im Jahr der Schildkröte“

    Im Jahr der Schildkröte

    Zugegeben, hätte dieser Film von 1988 nicht Szenen, die in unserer Stadtteilbibliothek Kalk spielen, würde er kaum an dieser Stelle Erwähnung finden. Aber eben weil „Im Jahr der SchildkröteEinblicke in die Bibliotheksvergangenheit gewährt und weil die Bibliotheksleiterin Doris Köpping damals dabei war, ist es für uns interessant, ihn jetzt auf DVD im Bestand zu haben. Andere wiederum freuen sich über zusätzliches Kölner Lokalkolorit der achtziger Jahre, etwa das Krankenhaus Holweide, den Kölner Zoo oder das Lokal „Blue Shell” an der Luxemburger Straße.

    In gewisser Weise bildeten die „Stadtbücherei Kalk” und das „Blue Shell” die passenden Gegensätze zur Story des Streifens: der unmöglichen Liebe zwischen dem 60jährigen arbeitslosen Buchhalter Heinz August Kamp (gespielt Heinz Bennent) und der 21jährigen vermeintlichen „Studentin” Claudia (Karina Fallenstein). Als Vorlage diente der Roman von Hans Werner Kettenbach „Sterbetage” (ebenfalls bei uns im Bestand).  „Oldie und Girlie”, schrieb damals die Kritik oder „Opa und Twen” und „bitter-süß”. So richtig konnte man sich nicht entscheiden zwischen Veriss und gelungenem Regiedebüt. Regisseurin Ute Wieland wurde für den Bundesfilmpreis nominiert, aber letztlich ging er an Heinz Bennent, der den drögen kaufmännischen Angestellten überzeugend ins Bild rückte.

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    „Vermutlich wurde die 1957 gebaute Kalker Bibliothek an der Hollwegstraße als Drehort ausgewählt, weil sie auch noch in der Einrichtung an die 50ziger Jahre erinnerte”, meint Doris Köpping im Rückblick. „Aber schon 1987 war klar, dass die Tage dieses Hauses gezählt waren und der Umzug ins Bezirksrathaus anstand.”

    Kalk

    Das Flachdachgebäude verfügte im öffentlichen Bereich über zwei Stockwerke, in denen die rund 30.000 Bände der Erwachsenen- und Kinderbibliothek untergebracht waren. Im lichtdurchfluteten Raum befand sich eine Galerie, zu der eine Treppe hinauf führte. Vor dieser Treppe wurden die Bibliotheksszenen gedreht. U.a. gibt es ein Wiedersehen mit dem Mikrofiche-Gerät und auf der Auskunftstheke steht bereits der erste Computer. Und das Schöne an einer DVD ist ja die Stop-Taste, die ein ausgiebiges Beschäftigen mit den Details ermöglicht. Als diensttuende Bibliothekarinnen bewährten sich die Schauspielerinnen Anke Tegtmeyer („Herta Klose”) und Claudia Burkhardt („Frau Hohlsaum”), s. Bild oben.

    Alles in allem das passende Ambiente für die Recherchen des Heinz August Kamp, der sich (in seinem Bemühen, für die flippige „Studentin” Bafög-Tips zu finden) zum August macht. „Freundin” Claudia wiederum ist freizeit-technisch eher im „Blue Shell” angesiedelt und für alle, die den Laden aus den 80ziger Jahren kennen, gibt es einen flashback in die gruftig-punkige Kneipen-Atmosphäre jener Jahre.

    Aber ganz so holzschnittartig überlässt uns Ute Wieland nicht dem Geschehen. Bibliothekarin Herta und Buchhalter Heinz haben Sex und die Bedienung der Männerphantasie von der wesentlich jüngeren Geliebten entpuppt sich als komisch-tragischer Versuch, dem Lebensrest noch etwas Liebenswertes abzugewinnen. Heinz August: „Ich geh’ kaputt daran!” Claudia: „Riskier doch mal was, dann hast Du wenigstens geliebt.”

    „Irre Tage waren das”, erinnert sich Doris Köpping an die Dreharbeiten. „Das ganze fand bei laufendem Betrieb statt, und manchmal schrillte mittendrin das Telefon und die Szene musste wiederholt werden.”

    gp

    P.S.: Für den Film wurde am Bibliothekseingang das Plakat von Klaus Staek aufgehängt, auf dem er den Zensor-Spruch: „Bibliotheken sind gefährliche Brutstätten des Geistes” mit dem Spitzwegschen „Bücherwurm” kombinierte. Dieses Plakat hing damals tatsächlich in der Kalker Stadtbücherei.

    Bild oben: Heinz Bennent, Anke Tegtmeier und Claudia Burkhardt.

    Bild Mitte: DVD Cover

    Diese beiden Bilder oben wurden uns freundlicherweise von der STUDIOCANAL GmbH zur Verfügung gestellt.

    Bild unten: Die ehemalige Kalker Stadtbücherei an der Hollweghstr. 21

    “Was wird eigentlich mit eurem 3D-Drucker gedruckt?”

    Unser lieber 3D-Drucker läuft und läuft und euer Interesse und Spaß an der Sache lässt nicht nach. Wir finden das ganz prima!
    Nun werden wir immer wieder gefragt, was unsere Besucher denn eigentlich bei uns ausdrucken.
    Neben Schlüsselanhängern, Spielfiguren und dem Dom 😉 passiert an den Samstagen noch sehr viel mehr! Eine ganz kleine Auswahl stellen wir euch heute einmal vor.
    Ganz frisch am Samstag zur Neueröffnung unserer “4” entstand diese Duschhalterung. Damit hat der Modellierer beim Duschen wieder beide Hände frei 🙂
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    (Foto und Objekt: David Ziai)
    Wir hatten auch schon verschiedene kreative Modellbauer zu Besuch. So entstanden Bauteile für Modellflugzeuge oder Lokomotiven. Hier eine – wie ich finde wirklich prachtvolle –  Preußische S1.
    Preußische S 1
    Preußische S 1
    Desweiter konnte sich ein Oldtimer-Fan eine Scheinwerferkappe für sein Fahrzeug ausdrucken, das er selbst nachmodelliert hat und welches käuflich nicht mehr zu erwerben ist.
    Auch sportlich ging es schon zu, als eine Kamerahalterung zur Befestigung am Fahrradhelm entstand.
    Wer in letzter Zeit bei uns zur Vorführung des 3D-Druckers war, kennt dieses sympathische bunte Kerlchen schon. Mit Revell-Modellbaufarbe bemalt strahlt er uns jeden Tag entgegen. Vielen Dank an Sebastian, der uns das Modell als Vorführungsstück wieder zur Verfügung gestellt hat.
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    (Fotos: Sebastian Kirchheiner. Sein Blog: bitbastler.info   Modell: http://www.thingiverse.com/thing:52922, von Sebastian Kirchheiner individualisiert)
    Schon dieser kleine Einblick zeigt, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten mit unserem Makerbot Replicator 2 sind und wir sind immer wieder auf’s Neue gespannt und überrascht, welche Ideen unsere Besucher mitbringen.
    Mehr Infos zu unserem 3D-Drucker:
    1. Blogartikel zu unserem 3D-Drucker
    2. Blogartikel zu unserem 3D-Drucker

    ck

    ZAZ: Das Zweite

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    Gar nicht so einfach, derzeit „Recto Verso”, das zweite Album von ZAZ bei uns im Regal zu finden. Sowohl in der Zentrale als auch in den Stadtteilen ist es ständig ausgeliehen. Vormerkung empfohlen! Über zwei Jahre ließ sich die Französin Zeit für ihre 14 neuen Lieder, die von den Kritikern zwar nicht hymnisch gefeiert, aber überwiegend positiv und wohlwollend kommentiert wurden.

    „Recto Verso” (franz.: „beiderseitig”) kann in diesem Fall als Kombination von temperamentvoll und nachdenklich gesehen werden. Wie ein roter Faden zieht sich mittlerweile ihr fetziger Zigeunerjazz durch ihr bisheriges Schaffen. Auf dieser Scheibe ergänzt durch stillere und zurückhaltend arrangierte Chansons.

    Ein Ohrwurm wie „Je veux” ist nicht dabei, aber das ändert nichts an der „Gute-Laune-Stimmung”, die der ZAZ-Sound verbreitet. All-age-Musik für alle, die frankophil angehaucht sind. Eine raue, trotzige Stimme, die pop-virtuos die volle Bandbreite beherrscht, eine Musik, die sich von ihrem Elan anstecken lässt und Fans, die ZAZ enthusiastisch feiern. Voilà, un succès!

     Zu Kostprobe hier die Single-Auskoppelung „On ira”:

    Am 3. Juli kann man ZAZ in Bonn wieder live hören.

    gp

    Älterer Beitrag: ZAZ hat’s!

    Unsere Top 10 „Heat”-songs

    [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=s1_8909dNJ0]

     Hot town, summer in the city. Das Temperatur steigt und steigt und morgen wird es noch heißer. Lasst uns die Hitze mit den heißesten songs feiern. Hier unsere all-time-heat-top-ten. Nr. 1, wie jedes Jahr, “Summer in the City” von den Lovin’ Spoonful

     1. “Summer in the City” The Lovin’ Spoonful

    2. Too darn hot” Ella Fitzgerald

    3.  “Too Hot To sleep”  Eilen Jewell

    4. “What a heat” Luciano

    5. “Just a little heat” The Black Keys

    6. “Heatwave” Martha Reeves & the Vandellas

    7.  “Hot In Herre” Nelly

    8.  “Hotter than hell” KISS

    9.  “Great Balls Of Fire” Jerry Lee Lewis

    10. “Cruel Summer” Bananarama

    Weitere Vorschläge immer willkommen!

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    Bücherbus geht wieder auf Fahrt

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    Förderverein Stadtbibliothek beteiligte sich maßgeblich an Reparatur

    Die rollende Bibliothek der Stadtbibliothek Köln ist ab Montag, 17. Juni 2013, wieder regulär nach Fahrplan unterwegs. Als erste von 19 Stationen im Raum Köln bedient der Bücherbus von 13.30 bis 14.30 Uhr die Haltestelle Frankenplatz in Porz-Gremberghoven. Auch die anderen Stationen liegen in Stadtteilen, wo eine öffentliche Bibliothek fehlt. An Bord stehen 7500 aktuelle Medien, darunter 4000 Kinder- und Jugendbücher, zur Ausleihe bereit. Der imposante, 18 Tonnen schwere Bus bedurfte im Alter von zehn Jahren einer umfassenden Instandsetzung. Einen großen Teil der teuren Reparatur finanzierte der Förderverein Stadtbibliothek Köln e.V. Die Verbundenheit des Vereins mit der rollenden Bibliothek hat Geschichte. 2003 bewahrte er den Bus vor der Schließung und betrieb ihn drei Jahre lang in eigener Regie, bis er im November 2007 erneut in städtische Trägerschaft gelangte.

    Der durch die Reparatur bedingte zweimonatige Ausfall des Busses war für die fast 2000 Kundinnen und Kunden in den betroffenen Stadtteilen mit schmerzhaften Einschnitten verbunden. Kinder und Menschen mit Behinderung konnten nicht ohne Weiteres auf weiter entfernte Stadtteilbibliotheken oder die Zentralbibliothek ausweichen. Der Bücherbus passt in das Konzept der Kölner Stadtbibliothek. Sie präsentiert ihre Angebote nicht nur in den eigenen Häusern, sondern auch dort, wo sie die Menschen ganz unmittelbar erreichen. Mit der minibib im Stadtgarten und seit kurzem dem Krimiautomaten in der Neumarktpassage verfolgt sie diese Strategie konsequent weiter.