Stadtbibliothek sucht ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger

Die Stadtbibliothek Köln sucht für die neue minibib im Wasserturm auf dem Gelände des Einkaufszentrums der Köln-Arcaden in Kalk ein kompetentes ehrenamtliches Team. Dabei folgt sie dem Beispiel des erfolgreichen Betreiberkonzepts für das erste Bücherbüdchen im Stadtgarten. Das Aufgabenspektrum umfasst Auskunft und Aufsicht in der minibib und gute Kenntnisse im Umgang mit digitalen Medien. Voraussetzung ist Freude im Umgang mit einem multikulturellen Publikum, besonders mit Kindern und Jugendlichen. Die Beherrschung mehrer Sprachen, vor allem Deutsch und Türkisch, ist willkommen, aber nicht zwingend erforderlich. Der Arbeitszeitrahmen umfasst drei Stunden pro Woche. Mitglieder des künftigen minibib-Teams erhalten einen kostenlosen Mitgliedsausweis der Stadtbibliothek Köln, eine bedarfsgerechte Schulung und Einladungen zu besonderen Veranstaltungen der Stadtbibliothek.
Wie das Bücherbüdchen im Stadtgarten bietet auch die neue minibib einen niederschwelligen Zugang zum Lesen und ist gleichzeitig Werbeträger für die professionellen Angebote der Stadtbibliothek. Die Ausleihe erfolgt unbürokratisch und kostenlos. Die minibib im Wasserturm wird ihren Bestand zusätzlich nach den soziodemografischen Gegebenheiten des Standorts Kalk ausrichten und auch mehrsprachige Medien und Veranstaltungen anbieten. Außerdem gehören digitale Angebote wie iPads und “Games” zu ihrem Portfolio.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger melden sich bitte bis Samstag, 15. Februar 2014, per E-Mail an. Der Förderverein Stadtbibliothek Köln e. V., der auch die zweite minibib ideell und finanziell unterstützt, und die Stadtbibliothek freuen sich auf Rückmeldungen.
Kontakt: petzold@stbib-koeln.de

3 neue Navigationsgeräte zum Ausleihen in der Zentralbibliothek

Ab sofort sind 3 Garmin Dakota 20 zum Ausleihen da.
Vorinstalliert sind die Feierabendtouren Köln, Band 2 von Steffi Machnik und auszugsweise die Freizeitkarte Deutschland.
Die Feierabendtouren sind in Buchform bei der Ausleihe mit dabei.

 Garmin Dakota 20
Garmin Dakota 20

Es besteht die Möglichkeit OSM (OpenStreetMap)-Karten aller Länder abzuspeichern (Micro-SD-Speicherkartenplatz), entweder zuhause oder am PC (CD-ROM-Teststation) auf der 1. Etage der Zentralbibliothek. Auch weitere Touren sind hier mit entsprechender Software zu planen und im gpx-Format auf das Navigationsgerät herunterzuladen.
Außerdem sind digitale Wander- oder Radtourvorschläge aus unseren entleihbaren Reiseführern zu übertragen.
Der nächste Urlaub oder Kurzausflug in die nähere Umgebung kann nun technisch unterstützt per Navigationsgerät erfolgen!
Übrigens die nächste GPS-Schulung mit dem Geologen Sven von Loga findet am Donnerstag, den 13.2. in der Zentralbibliothek statt.
eda

Wieviel Pistazien sind in dieser Bibliothek?

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Mindestens genauso wichtig wie das Ergebnis ist beim jährlichen Superbowl in den USA die Konkurrenz der Werbespots, die in den Spielpausen eingeblendet werden. Die Kreativen legen sich mächtig ins Zeug und die großen Firmen blättern ordentlich was hin, um auf Sendung gehen zu können.

Lag letztes Jahr ein Clip mit einer Bibliothekszerlegung ganz vorne, ist 2014 eine Bibliothek nur Hintergrund eines Spots, der für Pistazien wirbt. Hauptdarsteller Stephen Colbert (einer der bekanntesten Komiker in den Staaten) zerbricht sich den Kopf, um den Couch-Potatoes die Knabberei schmackhaft zu machen. Dazu kommt ein Rätsel, bei dem es einen Koffer voller Dollar zu gewinnen gibt.

Das aktuelle Ranking aller Spots kann auf der Super-Bowl-Seite verfolgt werden.

gp

Impressionen vom Elektropop-Konzert mit airman

Es geschieht nicht tagtäglich, dass in unseren Räumlichkeiten aufwändige Elektropop-Konzerte stattfinden und Laser zucken. Aber am 27. Januar kam airman! Schon ab 11 Uhr gab es emsiges Treiben in unserer Q-thek. Transporter rollten an, Kisten in allen Größen wurden entladen, Kabel schlängelten sich durch den Raum, Stromkreise wurden angezapft und eine Schar von Beamern ging in Stellung. Langsam nahm alles Gestalt an und die Masse an Equipment zog sich entweder auf die Bühne oder an den Steuertisch zurück. Der ganze Prozess samt anschließender Veranstaltung wurde von einer Webcam in Standbildern aufgezeichnet und live auf airmans Homepage übertragen. Hier der Tag im Zeitraffer:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=2eS9xj8dBCI]
Um 18.30 Uhr begann sich die Q-thek zu füllen. Gleich neben den Merchandise-Artikeln von airman und unserem Getränkestand wartete eine kleine Technikspielerei à la Minority Report auf die Besucher. Wer wollte konnte den Leap Motion Controller ausprobieren, der seit Sommer 2013 auf dem Markt ist. (Test Englisch | Test Deutsch) Ähnlich der Kinect nimmt er Bewegungen im dreidimensionalen Raum wahr und ermöglicht so die Gestensteuerung für einen PC. In der Midnight-App, die den größten Teil des Abends lief, steuerte man Lichtpartikel auf dem Monitor, die je nach Anzahl der benutzten Finger andere Schwarmformen annahmen. Benutzte man alle 5 Finger wurde die gesamte Form in Slow Motion versetzt und konnte ganzheitlich gedreht und gewendet werden. In dieser Form sicherlich eine Spielerei und auch noch nicht ganz ausgereift, aber eine Technologie mit Potential.

Steuermöglichkeiten des Leap Motion Controllers
Steuermöglichkeiten des Leap Motion Controllers

Bevor das Konzert begann, sprach Stefan Vallbracht aka airman zunächst über die Philosophie und die Technik hinter seiner Show. Für elektronische Musik verwenden in Minimalausstattung viele einen Laptop – dabei wird dem Zuschauer jedoch jeder Bezug zu den Klängen genommen und auch optisch hat diese Darbietung wenig zu bieten. Statt bewegungslos auf der Bühne zu sitzen, möchte der Kölner mit seinem Elektropop-Soloprojekt elektronische Musik sichtbar machen und durch seine unzähligen Steuerungsmöglichkeiten ein menschliches Element einbringen. Unter seinen Controllern befinden sich so außergewöhnliche Geräte wie z.B. Wind-Controller, eine Laserharfe und Wiimotes. Die an den Instrumenten ausgeführten Gesten und Tastenanschläge werden über die MIDI-Schnittstelle digitalisiert und an PCs oder Klangerzeuger weitergeleitet – eine Übertragung die auch kabellos über WLAN erfolgen kann. Abgesehen von seinen eigenen Gadgets stellte Stefan noch eine ganze Reihe anderer MIDI-Controller vor: beim Ribbon Controller werden Töne durch Berührungen entlang einer Leiste erzeugt, beim AirPiano reichen Handbewegungen über dem Instrument, die Marimba Lumina wird mit Schlägeln bedient, die Eigenharp enthält sowohl Wind- als auch Ribbon Controller und wertet sogar den Druck und die Fingerbewegungen aus, die der Musiker auf ihren Buttons vollführt. Wer kein fertiges Instrument kaufen möchte, kann sich seinen MIDI-Controller auch basteln, z.B. mit einem Arduino-Mikrocontroller. Für die Zukunft erhofft sich Stefan einen Wechsel von der mittlerweile über 30 Jahre alten MIDI-Schnittstelle auf OSC (Open Sound Control) und eine Standardisierung dieses Datenübertragungsprotokolls. Seine Show soll außerdem durch Pyrotechnik und großflächige, interaktive Bildschirme bereichert werden.
Das 90-minütige Konzert nahm die Zuschauer mit auf eine Reise durch Raum und Zeit – mit Zwischenmoderationen in Form von Flugzeugdurchsagen. Parallel zu einer Mischung aus SynthPop, Trance, Avantgarde und Trip-Hop, zündete airman ein Feuerwerk von Lichteffekten, Laserstrahlen und Projektionen. Je nach Lied schlüpfte er in besondere Kostüme: von seiner weiß-roten Kapitänskombo über den Matrixmantel zum Astronautenhelm. Neben den schon erwähnten MIDI-Controllern steuerte airman bei “Buddhas Puppet” per Datenhandschuh den Gesang eines virtuellen Mönchs und zückte bei mehreren Liedern die Keytar. Ruhigere Töne lieferte der Song “Weitergehen”, der Stefans verstorbener Mutter gewidmet ist. Während des Liedes wurden Blumen im Publikum verteilt. Neben den von ihm selbst komponierten Stücken spielte airman auch “Oxygene 8” von Jean Michel Jarre – natürlich auf der Laserharfe!

Nach dem Konzert klang der Abend bei einer Lasershow aus. Abgestimmt zur Musik von “Ameno” oder den “Pirates of the Caribbean” durchschnitten Laserstrahlen den benebelten Raum und erzeugten Farbwände, die fast greifbar schienen.

Unser Dank geht an airman und seine Schar der Helfer (wenn ihr airman im Bereich Booking unterstützen möchtet, kontaktiert ihn über seine Homepage), an KMC Conrad für die Laser und weiteres technisches Equipment und natürlich an das Hochschulradio Kölncampus für ihre PR-Unterstützung!
Das Elektropop-Konzert war Teil der Veranstaltungsreihe geeks@cologne der Stadtbibliothek Köln. Weiter geht es im März mit einem Web-2.0-Thema, die Ankündigung erfolgt demnächst. Alle Infos zur Reihe finden sich auf geekscologne.mixxt.de. Wenn ihr euch auf der Seite anmeldet, werdet ihr immer per E-Mail informiert, wenn eine neue Veranstaltung angekündigt wird.

(ba)

Ausstellung: „The City Speaks – die Stadt spricht“

ERFFNU~1Ausstellung betrachtet künstlerische Veränderungen von Stadtbildern

Eine zweisprachige Schau mit dem Titel „The City Speaks – die Stadt spricht“ zeigt, wie Menschen Stadtbilder durch eigene kreative Ausdrucksformen verändern. Städte inspirieren Künstlerinnen und Künstler durch formelle und informelle Schauplätze. Dadurch können sie sich innerhalb ihrer Interpretationsweisen malerisch ausdrücken. Bedeutende Künstler wie Caravaggio, Bernini und der osmanische Architekt Sinan haben durch Städte ihre ganz persönlichen Ausdrucksformen gefunden. Für zeitgenössische Künstler wie Candy Chang und den Street Artist JR kann ein verlassenes Gebäude etwas Poetisches in sich tragen und zu einer neuen Dichtung der Stadtbewohner über ihre Stadt werden. Auf ähnliche Weise entdeckten Dichter, Komponisten und Philosophen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die europäischen Großstädte als Orte ihres kreativen Schaffens.

Die Ausstellung konzipierte der British Council in Kooperation mit dem Haus der Architektur Köln. Zur Eröffnung sprechen Julia Rawlins vom British Council Berlin und Christian Wendling vom Haus der Architektur. Dr. Gabriele Ewenz, Leiterin des Literatur-in-Köln-Archivs der Stadtbibliothek begrüßt die Gäste. Anschließend wird der Dokumentarfilm „Urbanized“ aus den USA von 2011 vorgeführt. Darin wirft Gary Hustwit einen Blick auf das Design von Städten und dessen Einfluss auf unser alltägliches Leben.

Ausstellungseröffnung:

Dienstag, 4. Februar 2014, 20 Uhr

Zentralbibliothek – Q-thek, Erdgeschoss

Josef-Haubrich-Hof 1

Köln-Innenstadt

Die Ausstellung ist kostenfrei vom 5. bis 22. Februar 2014 im Erdgeschoss der Zentralbibliothek zu sehen.

Abschied von Kollege Pete

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Er war Sänger, Songwriter und Sammler von amerikanischen Folksongs. Er lebte für diese Musik, bewahrte ihr Erbe und nutzte sie, um für den sozialen Wandel zu kämpfen. Ob für die Arbeiter in den 1940er Jahren, die Bürgerrechtler in den 70er oder für die Umwelt- und Anti-Kriegsbewegung.

Er war der Motor des Folk-Revivals, schrieb Hits wie „Turn, turn, turn,” oder „If I had a hammer” und Hymnen wie „We shall overcome”. Er saß im Gefängnis wegen „unamerikanischer Umtriebe” (1961) und sang zur Amtseinführung von Barack Obama (2009).

Und er war zeitweise ein Kollege: 1938 bekam er einen Job im „Archive of American Folk Song at the Library of Congress”, wo er Musik katalogisierte und transkribierte. Bei einem Konzert zu seinem 90. Geburtstag im Madison Square Garden bezeichnete Bruce Springsteen ihn als „lebendiges Archiv amerikanischer Musik”.

Gestern starb dieses „Archiv” im stolzen Alter von 94 Jahren in New York eines natürlichen Todes.

gp

Harry Potter ist Allen Ginsberg

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Daniel Radcliffe hat gleich mehrere Probleme! Wie wird er sein Harry-Potter-Image los? Warum wird ihm in seinen Filmen immer die Show gestohlen? Welche Rollen soll er mit seiner Körpergröße von 1,65 m spielen? Wie soll aus dem einstigen Kinderstar ein ernst zu nehmender Schauspieler werden?

Sein jüngster Versuch im Fach zu überzeugen geht kommenden Donnerstag in Deutschland an den Kinostart.

Im Biopic-Thriller-Drama „Kill Your Darlings – Junge Wilde” spielt er die Hauptrolle. Es geht darin um die Anfänge der „Beat Generation“. Eine Stilrichtung der US-amerikanischen Nachkriegs-Literatur, vertreten durch Namen wie Jack Kerouac (Jack Huston), William S. Burroughs (Ben Foster) und Allen Ginsberg (Daniel Radcliffe). Während diese Autoren den Literaturfreunden geläufig sind, ist ein vierter weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei war es Lucien Carr (gespielt von Nachwuchs-Star Dane DeHaan), der die Clique 1944 zusammenbrachte und stilbildend inspirierte.

Als Ginsberg und Carr in einer der Auftaktszenen in der Columbia University aufeinander treffen (s. Video oben), wird die Rollenverteilung der beiden schlagartig deutlich. Ginsberg, neu an der Uni, erlebt bei einer Bibliotheksführung die Performance von Carr. Der sucht – Henry Miller rezitierend – die Provokation. Bis die aufsichtsführende Bibliothekarin (zeitgemäß perfekt gespielt von Brenda Wehle) die Security alarmiert.

In „Kill Your Darlings” geht um literarische Revolte, Drogen, sexuelle Selbstfindung, Jazz und Mord. Viele amerikanische Kritiker sahen Ähnlichkeiten zum Film „Der Club der toten Dichter“.

gp

Zum Appetitanregen hier der deutsche Trailer:

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“Der lachende Vagabund” ist friedlich eingeschlafen

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Im Nachkriegs-Deutschland gab es nicht viel zu lachen. Einer, der da tatkräftig abhalf, war Fred Bertelmann. Der Schlagersänger und Schauspieler landete 1957 mit „Der lachende Vagabund” einen Nr. 1 Hit, der sich als pures Balsam in freudloser Zeit millionenfach verkaufte. Das lag weniger an seinem sonoren Bariton und dem simplen Song als an seinem Lachen, das bei seiner Zuhörerschaft stets Lachsalven auslöste und ihn reich und berühmt machte.

Prompt wurde 1958 ein gleichnamiger Film produziert (s. Video oben). In Bertelmanns Heimatstadt Duisburg bekamen alle Kinder zur Premiere schulfrei, was heute ziemlich undenkbar wäre und viel über die Befindlichkeit dieser Zeit aussagt.

„Der lachende Vagabund” ist eine Cover-Version des Country-Songs „Gambler’s Guitar”, der in den USA in seiner erfolgreichsten Version von Rusty Draper nur Platz 6 der Charts erreichte. Kein Wunder, niemand lachte so schön wie unser Fred.

Lachhafte Konkurrenz kam nur aus Finnland von Komiker Vesa-Matti Loiri:

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Gestern hörte Fred Bertelmann auf zu lachen und ist im Alter von 88 Jahren friedlich eingeschlafen.

gp

P.S.: Für den etwas derberen kölschen Humor gibt es noch eine Zeltinger-Version.

Das Lied zum Januar: Billy Bragg “January Song”

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Der Januar ist ein komischer Monat. Es bleibt wieder länger hell, wird aber (normalerweise) kälter. Die Weihnachtsbäume liegen auf der Straße. Die neuen Kalender hängen an der Wand und trotzdem verschreibt man sich bei der Jahreszahl. Gute Vorsätze (Abspecken) und ein Neubeginn werden geplant, trotzdem fühlt man sich immer müder. Und (jetzt wird’s dramatisch) der Januar ist bei Paaren der Trennungsmonat Nummer 1.*

Da spendet doch unser Januar-Song, der auch noch „January Song” heißt, etwas Trost, Entspannung und Nachdenklichkeit. Billy Bragg, britischer Singer-Songwriter, hat ihn 2013 auf seinem Album „Tooth & Nail” veröffentlicht. Bekannt ist der Gitarrist durch seine Arbeiter- und Protestlieder, aber auch in punkto Liebe ist er nicht auf den Mund gefallen. In „Tooth @ Nail” geht es vor allem um Innerlichkeit, Verluste und Altern. Der „January Song”, da sind wir wieder beim Thema Abschied, ist vom Tod seiner Mutter beeinflusst, aber einen Seitenhieb auf die Politiker kann er sich nicht verkneifen.

gp

 * Woher man das weiß? Fragt doch mal die Scheidungsanwälte, Therapeuten oder Google, wer da Termine oder entsprechende Abfragen macht.

“Tooth & Nail” ist bei uns im Bestand unter der Signatur 4 72.3 Bragg, Billy

Claudio Abbado (†) und die Bibliothekarin

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Für ZEIT ONLINE gehörte er zu den „berühmtesten Dirigenten weltweit”. Der Berliner Tagesspiegel schrieb: “Der große Dirigent war ein Menschenfreund mit unerschütterlichem Idealismus.” Und unter der Überschrift „Der scharfe Rundblick eines Leuchtturmwächters bemerkte die FAZ: „Unter Claudio Abbados Dirigierhänden wurden alte, bekannte Werke zu neuen und aufregenden Offenbarungen.”

Heute starb der italienische Star-Dirigent im Alter von 80 Jahren in Bologna. Stationen seiner Karrieren waren u.a. die Leitung der Mailänder Scala, der Berliner Philharmoniker und der Salzburger Osterfestspiele sowie die Gründung des Lucerne Festival Orchestras.

Eine, die heute ganz besonders trauern wird, ist die Bibliothekarin Sylvia Hoffmann. Als 15jährige erwacht in ihr 1963 bei einem Pariser Konzert der Berliner Philharmoniker unter Karajan die Liebe zur Klassischen Musik. 1978 entdeckt sie beim Hören einer Abbado-Schallplatte (Mahler, vierte Sinfonie), was sie fortan nicht mehr loslassen wird: „Beim dritten Satz der Mahler vier war es um mich geschehen.” 1982 sitzt sie in der Londoner Royal Festival Hall und hört ihr erstes Abbado-Konzert. Die Eintrittskarte wird die Nr. 1 ihrer ersten Konzert-Kartei.

Ein Tagespiegel-Artikel vom 24.06.2013 beschreibt ausführlich, was Sylvia Hoffmann (mittlerweile im Ruhestand) von allen Abbado-Fans unterscheidet: Sie legt ein einzigartiges privates Archiv über ihn an (vermutlich das umfangreichste der Welt, so die Autorin Deike Diening). Sie reist zu allen seinen Konzerten und ihre gut systematisierte Sammlung ist ihr bibliothekarisches Meisterstück: „Eine unordentliche Bibliothek wäre ein Widerspruch in sich.”

Inzwischen hat sie weltweite Kontakte, Biografen fragen bei ihr an und in den nächsten Tagen und Wochen wird sie soviel zu tun haben, wie vielleicht nie zuvor in ihrer Tätigkeit als Archivarin.

„Es ist das Prinzip der Bibliothek auf ein Leben angewendet.”

gp