Schöne Coverversion: “Somebody That I Used To Know”

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Gotye war in Köln. Ich ging hin und hörte mehr musikalische Einflüsse, als sein Hit vermuten lässt. Auf der Bühne eine Menge obskurer Instrumente, eine ebenso vielseitige Band und mittendrin Sound-Tüftler Gotye, dessen Kompositionen ich unter Art Pop einsortieren würde. Ein hörenswerter origineller Mix, dominiert von vielen Schlaginstrumenten. Und Kimbra lag leider krank im Hotel.
Wer den Gotye-Hit “Somebody….” nicht mehr hören kann, aber ihn trotzem noch gut findet, hier eine schöne Cover-Version des PS22 Chorus der Public School 22 in Graniteville, Staten Island (New York). Super Lead-Sänger Kalihl räumt ab und seine dynamische Begleitung reißt mit. Und wem’s gefällt, das Ganze nochmal in anderer Umgebung:

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gp

Sacha Baron Cohen plant Oscar-Provokation

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Der Mann weiß wie man Offizielle auf die Palme bringt. Für die Oscar-Verleihung am kommenden Sonntag plant er einen Auftritt im Kostüm seines neuen Films “Der Diktator”. Darin spielt er eine nordafrikanische Mischung aus Saddam und Ghaddafi.

Sodom und Gomorrha wittern da die Hollywood-Protokoll-Chefs und wollen die Promo-Show auf dem roten Teppich verhindern. Nach ersten Teppich-Verbots-Meldungen für Cohen rudern die Etikette-Verteidiger zurück: “Er hat kein Auftrittsverbot”, so eine Academy-Sprecher, “wir warten erstmal ab, was er vorhat.” (Quelle).

gp

Sensationelle karnevalistische Foto-Dokumente!

Die Dekoration von Karnevalswagen ist meistens Geschmackssache. Eins wird man wohl kaum darauf antreffen…. oder wer käme auf die Idee, für den Rosenmontagszug eine Bibliothek durch die Stadt zu gondeln? Anders in Brasilien, dort ist man schon einen Schritt weiter.  Beim Karneval in Rio hat sich 2010 die Salgueiro-Samba-Schule Bücher zum Thema ihres Wagens genommen und fuhr gleich eine ganze Bibliothek  spazieren. Interessant auch die Kostümierung der Samba-Tänzerinnen als Bücher.  Bleibt nur die Frage offen, wann kommt in Köln jemand auf die Idee, der Stadtbibliothek einen Wagen zu widmen?
Das brasilianische Ergbnis findet Ihr  Hier!    Und  hier!

gp

Love and Library

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Zum Valentinstag dieses preisgekrönte Video aus der Ukraine. Ein schönes Beispiel dafür, wie man sich dezent in einer Bibliothek verlieben kann.

gp

Leidet hier jemand an Triskaidekaphobie?


Morgen ist wieder Feiertag für die Abergläubigen. Da heißt es: im Bett bleiben, Decke über den Kopf ziehen und regungslos bis Mitternacht Schäfchen zählen! Nur so läßt sich verhindern, dass einen großes Unglück trifft. Ein bis drei Freitage mit der 13 gibt es pro Jahr. 2012 spendiert die volle Dosis. Da kann einem noch im April und im Juli die Decke auf den Kopf fallen.
Wer meint, Aberglaube hätte seit dem Mittalter abgenommen, irrt gewaltig. So seriöse Unternehmen wie Fluggesellschaften bieten keinen Platz 13 im Flieger an, Hotels keine Zimmer mit der Nr. 13 und Aufzüge können nicht auf der 13. Etage halten, weil dieses Stockwerk klammheimlich einfach nicht eingebaut wurde. In der Formel 1 brettert keiner mit der Nr. 13 über die Piste. Und (jetzt schlägt’s 13) in der Welt von Big Business geht die Abergläubigkeit so weit, an diesem Tag keine Geschäfte abzuschließen.
Aufklärung bieten die “Klugscheißer” von DasErste.de, aber wer an schwerer Triskaidekaphobie leidet, dem wird das auch nicht helfen.

Bild: Hausnummer 13 irgendwo in Apeldoorn (wikimedia commons).

gp

‘Selber machen!’ mit der Dingfabrik – bei den Passagen2012

Am kommenden Montag startet wieder die größte Designveranstaltung Deutschlands, direkt vor der Tür, in Köln: die Passagen.
Dass man dort nicht nur Fertiges bestaunen, sondern auch selbst mit Schere und Papier, Holz und Säge oder dem Fotoapparat und professioneller Unterstützung etwas schaffen kann, zeigt uns die Dingfabrik, ein bzw. DAS FabLab in Köln.

Statt in Deutz, wo sonst das gesamte Programm der Dingfabrik für alle Interessierten zu besuchen ist, kann man kommende Woche dank der ‘Passagen’ in Ehrenfeld aktiv werden: u.a. beim Bau einer Holzleuchte, bei Origami für Fortgeschrittene, einem Fotoworkshop mit professioneller Unterstützung, dem Bau von PaperToys oder einer Einführung in Arduino.
Wenn da nicht mal für jeden Macher was dabei ist!

(mks)

“Reich und obdachlos” vs. “Berlinfolgen” – ZDF vs. TAZ

flickr: jester.berlin
flickr: jester.berlin

 
Letztes Wochenende liefen auf ZDF drei Folgen der Doku “Reich und obdachlos”, in welcher reiche Probanden das Leben auf der Straße ausprobieren dürfen. Teil 1 habe ich klassisch vorm Fernseher verfolgt, Teil 2 im Onlinestream der ZDF Mediathek (sehr praktisch!), für den dritten Teil reichte mein Atem am Wochenende nicht mehr aus. Das Projekt finde ich sehr interessant, allzu realistisch dürfte das Leben – bei sichtbar mitlaufendem Kamerateam – der zu Obdachlosen umfunktionierten Protagonisten nicht wirklich geraten sein. So gibt es Szenen, in welcher der Testperson willig ein Wischmop oder eine Palette gereicht wird, nachdem diese beim Blumenhändler oder im Imbiss nach etwas Hilfsarbeit fragte. Im echten Leben funktioniert das sicherlich nicht so einfach.  Beim Schnorren auf der Straße haben es die Neu-Obdachlosen dann doch etwas schwerer, auch die Suche nach einem Schlafplatz im Freien wird durch das Filmteam nicht ganz so verzerrt. Neben den Schwächen, welche Realityformate eben so mit sich bringen, wird hier immerhin der Blick von der heimischen Couch auf die Straße gelenkt – und nicht nur auf das Casten von musikalischen Eintagsfliegen oder dem Alltag von mehreren Gelangweilten, die sich in einen Container einsperren lassen.
 
Wer sich nicht 3x 45 Minuten geben möchte, sei auf die Reihe “Berlinfolgen” von 2470media in Kooperation mit taz.de hingewiesen. In gerade mal 3 Minuten und einem exzellenten Wechsel von Video- und Fotosequenzen wird uns der Obdachlose Gero W. vorgestellt – ein Schicksal, welches beispielhaft für viele andere auf der Straße steht.
[vimeo http://vimeo.com/25400775]
 
Die gesamten Slideshows aus der Reihe gibt es hier.
 

mks

Noch 1 Tag: Das neue Jahr und … Sci-Fi-Theorien

Am 1. Januar beginnt nicht nur das neue Jahr, auch die Stadtbibliothek hat etwas Neues auf Lager. Bis es soweit ist, hüllen wir uns jedoch in Schweigen … und in Anspielungen. Morgen lösen wir auf, aber heute erzählen wir euch noch was über Sci-Fi-Theorien.
Science Fiction hat auf mich seit jeher eine große Anziehungskraft. Allerdings nicht die Space Operas mit ihren Weltraumschlachten, sondern die Bücher, Serien und Filme, die sich um ethische und wissenschaftliche Fragestellungen drehen. Sie garantieren einen Blick über den Tellerrand – egal ob sie tatsächliche Fakten aufgreifen oder bloße Gedankenspiele weiterentwickeln. Zu den astronomischen Theorien, die bei mir hängenblieben, zählen zum Beispiel die Dyson-Sphäre und das Terraforming. Zwei Ideen, die in der Wissenschaft diskutiert werden, aber ihre Ursprünge in der Science Fiction haben.
Dyson-Sphäre

Animation: Karl Bednarik (GNU FDL)
Animierte Dyson-Sphäre

Eine Dyson-Sphäre ist eine künstlich geschaffene Hülle, die einen Stern umschließt, um seine Energie auf ganzer Fläche zu nutzen. Angeregt von dem Roman „Star Maker“ von Olaf Stapledon, brachte der Physiker und Mathematiker Freeman Dyson dieses hypothetische Megakonstrukt 1960 in die Wissenschaft ein. In seinem Artikel „Search for Artificial Stellar Sources of Infrared Radiation” schlug er vor, sich auf der Suche nach extraterrestrischem Leben nicht nur auf Radiosignale zu konzentrieren, sondern auch auf Infrarot-Strahlung zu achten, also auf die Abwärme hochentwickelter Zivilisationen. Als extremsten Fund stellte er sich eine sphärische Objektwolke vor, die in großer Entfernung (am Beispiel unseres Sonnensystems nannte Dyson die doppelte Entfernung zwischen Sonne und Erde, also 2 AE) einen Stern umschließt. Die einzelnen Objekte wären voneinander unabhängig auf einer kontrollierten Umlaufbahn um den Stern. Die so entstehende Hülle wäre bewohnbar und würde der Zivilisation die Ernte eines hohen Prozentsatzes von Sonnenenergie ermöglichen.
In der Science Fiction wurde die Idee der Dyson-Sphäre immer wieder mehr oder weniger realistisch aufgegriffen. Varianten reichen von einem flachen Ring um eine Sonne (Larry Nivens “Ringwelt”) bis zu einer komplett geschlossenen Kugel (Star Trek – Die nächste Generation, Episode “Relikte”).
Terraforming
Bild: Mathew Crisp
Künstlerische Darstellung eines terraformten Mars

Hinter der Theorie des Terraformings steht die Idee, auf einem für menschliches Leben ungeeigneten Planeten erdähnliche Zustände zu schaffen. Es wird vermutet, dass es mit großangelegten chemischen oder physikalischen Eingriffen möglich ist, globale Prozesse in Gang zu setzen, die z.B. den Atmosphärendruck, die Oberflächentemperatur oder die Atmosphärenzusammensetzung verändern. Bei einem Planeten mit zu tiefen Durchschnittstemperaturen könnte das Terraforming auf dem Treibhauseffekt beruhen. Die dazu benötigten Treibhausgase könnten zum Beispiel durch das Abschmelzen von Kohlenstoffeis und Permafrost in die Atmosphäre gelangen. Diesbezügliche Vorschläge reichen von der Erwärmung des Eises durch riesige Weltraumspiegel bis zum Zünden von Nuklearsprengkörpern in Minenschächten.
Den Begriff des Terraformings prägte der Science-Fiction-Autor Jack Williamson 1942 mit seiner Geschichte “Collision Orbit”. Die Idee ist jedoch älter und findet sich bereits 1909 in James B. Alexanders Roman “The Lunarian Professor and His Remarkable Revelations Concerning the Earth, the Moon, and Mars”. Dort wird der Marsmond Deimos mit einem Kabel am Mars befestigt. Besucher die über das Kabel auf den Mond gelangen, sind dazu angehalten, Sauerstoffbehälter mitzubringen und dort auszuleeren. Außerdem sorgen mobile Gärten dafür, dass das ausgeatmete CO2 wieder in Sauerstoff umgewandelt wird. Die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema startete der Astronom Carl Sagan 1961 mit seinem Aufsatz “The Planet Venus”. Darin argumentierte er, dass die hohen Oberflächentemperaturen der Venus und der hohe Kohlenstoffdioxidgehalt ihrer Atmosphäre durch Einbringen von Cyanobakterien verändert werden könnten. Die Bakterien würden sich in der Wolkenschicht des Planeten unter Abbau von Kohlenstoffdioxid vermehren. Dadurch entsteht Sauerstoff, der Treibhauseffekt verringert sich, die Temperaturen fallen. Beim Absinken der Organismen werden sie in den noch heißen Luftschichten “geröstet” und setzen Wasserdampf frei, woraufhin Regen einsetzt. Der Vorschlag stellte sich aus mehreren Gründen als unrealistisch heraus und je mehr Details über die wahre Beschaffenheit der Venus bekannt wurden (z.B. Temperaturmittel von 465 Grad Celsius und Luftdruck von 95 bar) desto geringer wurde die theoretische Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Terraforming. In unserem Sonnensystem gilt -wenn überhaupt- am ehesten der Mars als Kandidat für ein Terraforming-Projekt.
In diesem Sinne,
Khaaaaaan!
Kommt gut ins neue Jahr. 🙂

(ba)

Quellen Dyson-Sphäre:
Interview mit Freeman Dyson
Scholarpedia-Artikel “Dyson Sphere”

Freeman Dyson: „Search for Artificial Stellar Sources of Infrared Radiation” (1960)

Quellen Terraforming:

James B. Alexander: The Lunarian professor and his remarkable revelations concerning the Earth, the moon, and Mars : together with an account of the cruise of the Sally Ann (1909)

Deutsche Raumfahrt Gesellschaft: Terraforming – Die Venus

Deutsche Raumfahrt Gesellschaft: Terraforming – Der Mars

Peter Allon Schmidt, Jr.: “Terraforming: An Investigation of the Boundaries Between Science and Hard Science Fiction” (Dissertation, 2010)

Noch 4 Tage: Das neue Jahr und … rocket science

Am 1. Januar beginnt nicht nur das neue Jahr, auch die Stadtbibliothek hat etwas Neues auf Lager. Bis es soweit ist, hüllen wir uns jedoch in Schweigen … und in Anspielungen. Heute sind es noch 4 Tage und wir erzählen euch was über rocket science.

© Erik Sellgren
Kristian von Bengtson
und Peter Madsen
Foto: Erik Sellgren

Es gibt Menschen, die bauen Modellflugzeuge, wenn sie etwas mit ihren eigenen Händen erschaffen möchten. Es gibt Menschen, die laufen einen Marathon, um ihre Grenzen auszuloten. Und es gibt Menschen wie Kristian von Bengtson und Peter Madsen, die ihre eigene Rakete bauen, um sich damit ins All zu schießen. Die Wege der beiden Dänen kreuzten sich 2008. Architekt Kristian hatte 2 Jahre zuvor in einem postgradualen Studium seinen Masterabschluss in Space Studies abgelegt und kehrte gerade von einem NASA-Projekt zurück. Peter dagegen feierte die Jungfernfahrt seines dritten Do-it-Yourself-U-Bootes. Kein Scherz. Es brauchte nicht viel, um die beiden in neue Bahnen zu lenken. Noch im gleichen Jahr gründeten sie die non-profit Organisation “Copenhagen Suborbitals”. Ihr Ziel: der Bau einer Rakete inklusive bemannter Raumkapsel, die auf ihrem Flug die 100km-Marke und damit die Kármán-Linie überquert: die Grenze zwischen Erdatmosphäre und Weltall. Der Clou dabei: das Projekt sollte gänzlich aus Spenden finanziert werden und auf ganz alltägliche Materialien zurückgreifen. Sie mieteten eine Lagerhalle in einer verlassenen Schiffswerft bei Kopenhagen und begannen mit der Arbeit.
© Thomas Pedersen
Die Tycho Brahe und Randy
Foto: Thomas Pedersen

Drei Jahre später können sich ihre Fortschritte sehen lassen. Allein durch Spenden und Sponsorengelder und mit der nebenberuflichen Unterstützung von 30 Spezialisten wurden mehrere Raketentriebwerke entwickelt und getestet. Für umfangreichere Experimente und Startversuche zieht das Team hinaus auf die Ostsee: in ein militärisches Testgebiet östlich von Bornholm. Als Abschussanlage dient ein (natürlich selbstgebauter) Stahlkatamaran. Die erste so getestete Raumkapsel des Projekts trug den Namen Tycho Brahe. Sie war für 1 Person ausgelegt, die in aufrechter Position, halb stehend halb sitzend, in der Spitze der Rakete Platz fand. Eine Glocke aus durchsichtigem Acryl sorgte für den Rundumblick. Auf welch einfache Lösungen das Team zurückgreift, sieht man zum Beispiel am Hitzeschild der Kapsel, welches aus mehreren Lagen Kork bestand. Nach einem gescheiterten Startversuch im Jahr  2010, kam es im Juni 2011 zum Lift-Off. Das HEAT1X-Triebwerk beförderte die Tycho Brahe und Crash-Test-Dummy Randy auf eine Höhe von 2,8 Kilometern. Triebwerk und Kapsel wurden erfolgreich getrennt, bevor Abweichungen in der Flugbahn schließlich zu einer frühzeitigen Wasserlandung führten.
© Bo Tornvig
Lift-Off im Juni 2011
Foto: Bo Tornvig

Die nächsten Hochseetests wurden erst vor 2 Wochen angekündigt und werden ab Juni 2012 stattfinden. Dabei kommen neue Triebwerke und die neue Raumkapsel Tycho Deep Space zum Einsatz. Kristian und Peter sind trotz allem Realisten. Dass es noch lange dauern wird bis einer von ihnen den Platz des Dummys einnehmen kann, ist ihnen bewusst. Bei aller DIY-Euphorie sollte jedem klar sein, dass es sich hier um ein hochkomplexes und potentiell lebensgefährliches Projekt handelt.
Wer die Fortschritte von Copenhagen Suborbitals mitverfolgen möchte, kann einen Blick auf ihre Homepage werfen. Die aktuellsten Informationen und einen persönlichen Anstrich findet man jedoch in Kristians Blog “Rocket Shop”, den er auf der Blog-Plattform des amerikanischen Geek-Magazins Wired betreibt.
In diesem Sinne:
Hooray for rocket science!

(ba)

Quellen:

Rocket Shop Blog – Welcome to Copenhagen Suborbitals

Rocket Shop Blog – Getting Airborne

Rocket Shop Blog – Launch Campaign 2012

Copenhagen Suborbitals – How we work