Who’s that girl? It’s Lena Dunham!

“Reizlos, gewöhnlich, ungeformt.” Das sagte ihr Blick jahrelang, wenn er auf den eigenen Körper fiel. Nicht erfolgreich, nicht selbstbewusst und nicht sexy zu sein, ist nirgendwo krasser als in den USA. Wo Hollywood die weibliche Ideal-Figur und –Ausstrahlung diktiert, gibt es Millionen Verliererinnen. Deren Innenleben interessiert kaum jemand und diese Erfahrung macht eine Generation nach der anderen. Aktuell sind es die Milleniums (die Töchter der Babyboomer), die sich behaupten müssen. Die infolge der Finanzkrise 08 auf der Suche nach Beruf, Beziehung und einer Bleibe harten Belastungen ausgesetzt sind. Ob nun in New York, London oder Köln.

Ikone, Sprecherin und Rollenmodell für 18- bis 28jährige zu werden, gelingt heute am ehesten einem Serien-Star. Lena Dunham ist so ein Star und ihre Show heißt „Girls” (gerade wird die 4. Staffel gedreht). Darin spielt sie die Hauptrolle, schreibt das Drehbuch, führt die Regie und produziert das Ganze. Raketenartig hob sie damit 2012 ab und bekam einen 3,5 Millionen-Dollar-Vorschuss für ein Buch. (In „Girls” geht es übrigens um vier junge Frauen aus Brooklyn, die sich mit schlechten Jobs, schlechtem Essen, schlechten Wohnungen und schlechtem Sex herumschlagen müssen.)

Das Buch (eine Mischung aus Autobiografie und Ratgeber) ist inzwischen auf Deutsch erschienen. Titel: „Not that kind of girl”. Untertitel: “Was ich im Leben so gelernt habe”. Unverblümt berichtet Lena ihren Leserinnen:

  • Meine frühe Erfahrung: „Niemand hört Kindern wirklich zu”.
  • Als Jugendliche hatte ich wenig Spaß an Dingen, die Spaß versprachen (z.B. Partys ).
  • „Bring Dich gar nicht erst in Situationen, aus denen du davon laufen musst.”
  • Wenn du zu oft übersehen und zu wenig geliebt wirst, dann lies „meine hoffnungsvollen Nachrichten von der Front, an der ich kämpfe“.

Lena Dunham trug schon als altkluges Kind das Herz auf der Zunge. Sie denkt und spricht schnell, ist witzig und schlagfertig. Sie steht offen zu ihren Ängsten und ihrem Aussehen und plaudert jedes Geheimnis aus (das bedeutet Schwierigkeiten). Sie ist geradeaus hetero und sieht sich als Feministin. Kein Problem hat sie damit, sich vor der Kamera nackt auszuziehen (vorausgesetzt sie führt die Regie). Erkenntnisse leitet sie aus persönlichen Erfahrungen ab. Befreit von Selbstmitleid lernte sie sich selbst zu lieben.

Und vielleicht am Wichtigsten! Ihr Kampf gegen den amerikanischen (wie hierzulande verbreiteten) Perfektionswahn. Denn ist Dein Körper nicht makellos, dann zeigt er seinen Betrachtern, was mit Dir psychisch nicht stimmt. Meinen zumindest die Betrachter und Du meinst, deren Diagnose zu kennen. Lena Dunham meint, es sei höchste Zeit über mentale Störungen endlich offen zu sprechen. Davon sind wir hier und in den USA noch weit entfernt.

gp

PS: Lenas Buch und die DVD “Girls” sind bei uns im Bestand. Wer sie ausleihen möchte, muss allerdings vorbestellen und braucht Geduld.

PPS: Für Väter von Töchtern, die „Girls” mögen, ist die Lektüre auch empfehlenswert (hört auf Moderator Fredrik Skavlan im Video). Für Väter von altersgleichen Söhnen ebenfalls.

PPPS: . Mit der prekär-verpeilten Hannah, die sie in “Girls” spielt, hat Lena Dunham nicht mehr viel gemeinsam. Sie ist mittlerweile eine Business-Frau und Selfmade-Millionärin. Aber über ökonomische Fragen erfährt man in ihrem Buch nichts. Schade!

Ein großes Dankeschön an unsere Putzfrauen

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Nein, wir haben ihn nicht vergessen, den „Internationalen Tag der Putzfrau“! Aber der 8. November fiel dieses Jahr auf einen Samstag. Da waren unsere Putzfrauen nicht im Dienst. Am Montag ist die Zentralbibliothek geschlossen und Dienstag kam was anderes dazwischen.

Also heute: Unser nachträglicher herzlicher Glückwunsch zum weltweit gefeierten Putzfrauentag!

“Dünya temizlik günü” Kutlu olsun!

Im Namen des Hauses und stellvertretend für alle, die sich freuen, jeden Tag eine frisch geputzte Bibliothek zu betreten. Vielen Dank Ihr netten und immer freundlichen Frauen Emine Kara, Nurten Yazı, İlkay Kol, Aysel Vahdet, Myunesser Yuseine, Meryen Kaykun, Müjgan Ünlü, Kameliya Spasova.

gp

P.S.: Und noch einen schönen Gruß an die Initiatorin des „Weltputzfrauentages” Gesine Schulz.

100 Jahre Lichtsignalgeber

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Von der Weltöffentlichkeit nahezu unbemerkt, flackerte heute vor 100 Jahren ein Signal auf, das uns längst täglich begleitet. In Cleveland, Ohio, an der Kreuzung von Euclid Avenue und East 105th Street schaltete ein Polizist die erste elektrische Verkehrsampel ein. Anfänglich entschied nur rot und grün über stop and go. 1920 wurden die Ampeln dreifarbig. 1922 stand die erste europäische in Paris. Und ab 1924 „blinkte” es am Potsdamer Platz in Berlin.

Der weltweite Siegeszug der Ampel war nicht mehr aufzuhalten.
Wie vielfältig das Thema ist zeigt der Wikipedia-Eintrag. Wie extrem die Fach-Diskussion geführt wird, belegt die Alle-abschaffen-These und Visionen, in denen Autos und Ampeln über Zentralrechner kommunizieren.
Einer machte in der 100jährigen Ampel-Geschichte eine ganz besondere Karriere. Der (oder besser gesagt das) Ampelmännchen aus der DDR. Unter den weltweit verwendeten Piktogrammen, die einen Fußgänger darstellen sollen, erlangte es Kultstatus. 1961 vom Verkehrspsychologen Karl Peglau geschaffen, leuchtet es nach dem Mauerfall auch im Westen der Hauptstadt ist heute der meistverkaufte Souvenir-Artikel Berlins.

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Die Gleichberechtigung auf der Lichtsignalanlage ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem Vorbild des ostdeutschen Männchens tauchten in verschiedenen Städten auch Ampelfrauen an den Überwegen auf. So auch 2009 in Köln-Ehrenfeld an der Ecke Planten Straße / Venloer Straße. (s. Bilder oben). Erwartungsgemäß diskutierte man/frau ebenfalls in Köln, ob die Frisur und Kleidung des “Mädchens” überhaupt zeitgemäß sind.

gp

Abschied von Nadine Gordimer

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“… by the time I was six years old I was inscribed in the children’s library and that library indeed I still regard as my principle source of education, because without that library I don’t think I would ever have been a writer…” [Quelle]

Nadine Gordimer

* 20. November 1923 – † 13. Juli 2014

Südafrikanische Schriftstellerin

 In ihrem Werk befasste sie sich vor allem mit der  Apartheidpolitik ihres Landes.

1974 erhielt sie den Booker Prize, 1991 den Nobelpreis für Literatur.

gp

 
 

Hello Dolly!

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Was gibt es über Dolly Partons musikalische Erfolge überhaupt noch zu erzählen? Aus ihren Wurzeln (Appalachian folk, country, und bluegrass music) wuchs ein Lebenswerk, bestehend aus rund 3.000 Songs aus ihrer Feder. Damit hatte sie Nr. 1 Hits und Grammys in Serie und verkaufte über 100 Millionen Platten.

Was uns jetzt und hier an Dolly begeistert, ist ihre „Imagination Library”. 1996 startete sie in ihrer Heimatgegend East Tennessee ein weltweit einmaliges Projekt: Vorschulkinder und ihre Familien erhielten monatlich per Post ein Buchgeschenk. Dolly, selber aus armen Verhältnissen stammend, wollte, dass jedes Kind (unabhängig vom Einkommen der Eltern) mit Büchern aufwachsen sollte.

Die Idee war so erfolgreich, dass sie im Jahr 2000 verkündete, dass jede Community in den USA, Canada, Australien bis hin zum United Kingdom sich beteiligen könnte. Inzwischen sind über 1.600 Gemeinden dabei, 700.000 Kinder von 0 bis 5 Jahren erhalten monatlich ihr Buch. Und aus den paar Dutzend Büchern der Anfangstage sind inzwischen fast 40 Millionen geworden. Und das Projekt wird immer größer.

Ein 9jähriges Mädchen, das ganz in der Nähe von Dollys Heimatort aufwächst, ist diesem Traum schon ganz nahe gekommen. Für Emi Sunshine ist Dolly Parton ein großes Vorbild und ihre Band „Rain” (bestehend aus Daddy, Onkel und Bruder) begleitet sie bei ihren Straßenkonzerten. Und im YouTube-Zeitalter geht das bei solchen Talenten ratz fatz… und schon hat man ein Millionen-Publikum. Dabei lässt Emi (hier mit einer Cover-Version von Dollys “Jolene”) keinen Zweifel daran, dass sie noch Großes vorhat.

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Und morgen abend gibt es ein Konzert von Dolly Parton in der Deutzer Arena.

Wir sagen: „Welcome to Cologne!”

Wie taufrisch sie mit ihren 68 Jahr rüberkommt bewies sie letztes Wochenende beim Glastonbury Festival in England. Normalerweise hat Country Music dort kaum eine Heimat, aber… schaut selbst und achtet auf die Security-Leute.

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gp

P.S.: Dolly Parton machte sich auch als Kinderbuch-Autorin einen Namen. In “Coat of many Colours” beschreibt sie ihre Kindheit (angelehnt an den gleichnamigen Song von ihr).

Das Lied zum Juni: “En Kväll I Juni” von Måns Zelmerlöw

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Skandinavien-Fans und besonders die „alten Schweden” unter ihnen kennen das: kaum kommt die Sonne raus, flippt der Schwede aus und ist nicht mehr wieder zu erkennen. Das gilt verstärkt in der Mittsommernacht. Also heute.

Passend dazu „Ein Abend im Juni” der alljährliche Hit von „Allsång på Skansen”. Das Mitsing-Fest im ältesten, schwedischen Open-Air-Museum auf Djurgården verschönt jährlich den Stockholmer Sommer. Es startete 1935 mit 50 Zuschauern. Heute sind es bis zu 25.000 und 2 Millionen sitzen bei der Live-Übertragung vor dem Fernseher und singen mit.

Immer wieder schwedische Lieder.

Dieses hier handelt vom Opa, der eine Melodie summt, plötzlich aufspringt, um mit der Oma barfuss auf der Wiese einen entfesselten Tanz hinzulegen. Und so wird es auch heute wieder zwischen Malmö und Kiruna sein, wobei (das ist das Schöne daran) alle Generationen zusammen feiern.

gp

Unter Umständen, möglicherweise, ganz sicher!!! Warum wir Weltmeister werden

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Als Deutschland vor 40 Jahren Fußball-Weltmeister wurde, hatte das auch musikalische Gründe. Erstmals trat unsere Nationalmannschaft mit einem offiziellen WM-Lied an: „Fußball ist unser Leben“. Schlagerkomponist Jack White komponierte diesen Gassenhauer, der als „König-Fußball-Lied” bis heute von den Rängen schallt, wenn es ums Eingemachte geht. (Hier in Köln wundert sich niemand über den Doppel-Erfolg, da Jack ja selbst Fußball spielte, von Hennes Weisweiler entdeckt wurde und bei Viktoria Köln seinen ersten Vertrag erhielt).

Anspornt von soviel Siegeswillen kam es bei den folgenden WMs zu neuen Versuchen, die allesamt (zumindest musikalisch) floppten. Auch wenn die nur bedingt stimmbandtauglichen Truppe von Schlager-Stars wie Udo Jürgens, Peter Alexander und Michael Schanze mit Klang-Flanken versorgt wurde.

Den kreativen (manche meinen auch den mentalen) Tiefpunkt erreichte das Team 1994 unter Berti Vogts. Der DFB kam auf die Idee, die Sache ein bisschen aufzupeppen, und heuerte die US-Disco-Band Village People an, um den deutschen Kickern den nötigen Sound-Kick zu verpassen. Angeblich hat Berti erst im Studio gemerkt, wer sich da mit seinen Jungs vermischte. Die „People” kostümiert als Cowboy und Indianer, Soldat, Biker und Bauarbeiter gaben alles, um unsere Männer aus der Reserve zu locken. Bis heute hält sich das Gerücht, dass sich der Indianer untersterblich in Maurizio Gaudino verliebt hätte. Auf jeden Fall wurden das Lied und die WM 94 in den USA für uns zum Debakel.

Seitdem singen deutsche Nationalspieler nicht mehr.

20 Jahre später, d.h. heute tritt Udo Alexander an (in Fachkreisen unter seinem Namen Arnd Zeigler ein Begriff), um mit einen sensationellen Song sämtliches Scharten der letzten 40 Jahre auszuwetzen. „Eventuell, vielleicht, bestimmt” eingespielt mit der Kölner Band Erdmöbel (mit dem genialen Ekki Mass, im Video erkennbar am Bart) hat das Zeug, uns auf den Olymp zu jubeln. Denn Erdmöbel, das muss an dieser Stelle wiederholt werden, ist die beste Band Mitteleuropas!

gp

Ununterbietbar, USA 1994:

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Das muss kesseln in den Ohren

Wenn die Multiversums-Theorie stimmt, müsste es irgendwo und irgendwann in einer Bibliothek zu der folgenden Szene gekommen sein:

 “GUTEN TAG!”
“HALLO!”
“ICH SUCHE DIE HÄCKSELMASCHINEN, WO SIND DIE?”
“HÄ? ICH VERSTEHE SIE NICHT, DER PRESSLUFTHAMMER IST SO LAUT!”
“DIE HÄCKSELMASCHINEN!”
“WIE BITTE? DIE DRECHSEL? ERDGESCHOSS!”
“HÄCKSEL! H-Ä-C-K-S-E-L…!”
“ACH SOOOO. SAGEN SIE DAS DOCH GLEICH! DIE STEHEN AUF DER DRITTEN ETAGE!”
“WAS IST MIT BLAMAGE?”
“ETAGE! DRITTE ETAGE! ZWISCHEN DEN LAUBBLÄSERN!”
“DANKE! UND WANN FINDET DIE VORFÜHRUNG DES DÜSENJETS STATT?”
“WIR VERKAUFEN KEIN KETTENFETT!”
“DÜSENJET!”
“WAS?”

Und so weiter. Ihr seht: Es könnte schlimmer sein in einer Bibliothek. Falls es Euch trotzdem zu laut ist bei uns, findet Ihr im Erdgeschoss entsprechendes Gehörschutzequipment. Wir wünschen einen geruhsamen Tag des Lärms.
Lärmschutz á la Bibliothek

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Wenn die Prüfsumme einen Fehler enthält

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Jedem wird das bekannt vorkommen. Irgendetwas stört im Vertrauten. Der Blick fällt auf eine Wand, ein Plakat, eine Ecke. Aber die Normalität bekommt einen Riss, Knick oder Farbverlaufsfehler. Derlei spürt Marcus Becker mit der Kamera auf, ohne immer des Rätsels volle Lösung anzubieten. Welches Handeln dazu führte, der Prüfsumme unserer Wahrnehmung einen Fehler unterzujubeln, bleibt Spekulation.

„checksum error” nennt er sein jüngstes Projekt. Der Student der Fotografie an der FH Dortmund wirft gerne ein mokantes Licht auf Alltägliches. Augenzwinkernd widmet er sich der minimalen Ausnahmesituation. Seine Bilder sind vom 7.5. bis 8.6.2014 in Pasinger Fabrik zu sehen. Studierende der Hochschule München, der Folkwang Uni Essen und der FH Dortmund stellen dort gemeinsam unter dem Thema „Die Krise des Sichtbaren” ihre Werke aus.

gp

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P.S.: Marcus Becker lebt in Köln und samstags arbeitet er bei uns

in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen als studentische Aushilfe.

 Bilder: Copyright Marcus Becker

Lena, Bücher und die Macht der Gesellschaft

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Wenn eine schnöde Sparkasse auf einmal einen tiefer gebauten Automaten hat, damit auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer Geld abheben können, muss das heutzutage immer noch als Errungenschaft gelten. Denn ohne diese Automaten werden behinderte Menschen erst zu Behinderten gemacht. Und wäre es nicht auch denkbar, dass die Stadt wirklich barrierefrei gestaltet ist, damit wirklich jeder Rolli überall hinkommen kann?

Darüber macht sich Lena Gedanken. Die junge Frau, gerade von ihrem 6-wöchigen Schulpraktikum in Gambia zurück, studiert in Bochum Heilpädagogik und weiß schon seit sie 15 ist, dass sie mit behinderten Menschen arbeiten möchte. Nebenbei hat sie ihr Herz komplett an die Stadt Köln verloren und nimmt dafür das Pendeln zum Studium in Kauf. Da sie drei mal im Monat in der Zentralbibliothek vorbeischaut und sich in den Ferien dafür auch immer einen kompletten Tag frei nimmt, könnte man behaupten, dass ihr die Bücherei ebenso mächtig ans Herz gewachsen ist.

Welche Bibliothekarin wäre nicht davon beigeistert zu hören, dass sie lieber im Kochbuch nach Rezepten stöbert, als sich dabei im Internet zu verlieren, oder dass ihr eine Meinung eines Buches lieber ist, als 500 unterschiedliche im Netz? Vor allem über die Auswahl der Fachbücher zeigt sie sich begeistert, da sie dafür nicht durch zig Unibibliotheken rennen muss. Und wenn sie sich dann noch mit neuer Musik versorgt hat, macht sie das ziemlich glücklich. Klingt also logisch, dass sie mit ihrer Begeisterung schon ihre halbe WG angesteckt hat. Im Moment verfolgt sie vor allem die aktuelle Inklusionsdebatte und ist gespannt, wie die Stadt es schafft behinderte und nicht-behinderte Schülerinnen und Schüler zusammenlernen zu lassen. In ihren Augen bekommen behinderte Menschen nicht immer die Betreuung, die sie in einer inklusiven Klasse brauchen. Für sie einer der Gründe sich weiter in dem Bereich zu engagieren.

Text u. Bild: Karen Schierhorn (Gastbloggerin)