Impressionen von „Geeks in Education“

20 Feb

Letzten Freitag hatten wir sie im Haus – die Geeks in Education.

Eli Neiburger war dank der Zukunftswerkstatt und der US-Botschaft auf einer Vortragsreise in Deutschland. Der Associate Director IT & Production der Ann Arbor District Library in Michigan will eine Lanze brechen für das Gaming. Die Freiwilligkeit des Spielens hat für ihn enormes Potential. Um in einem Computerspiel weiter zu kommen, müssen Kinder lesen und das Gelesene verstehen. Sie trainieren ihr Gedächtnis, lernen es, Bildschirminhalte blitzschnell zu erfassen und auszuwerten und agieren innerhalb hochkomplexer Systeme. Wichtig bei alldem: Das Spiel erlaubt es ihnen wieder und wieder Fehler zu machen und aus den Konsequenzen ihrer Fehler zu lernen. Viele Kinder und Jugendliche, die sich in ihrer Freizeit mit Computerspielen beschäftigen, werden darüber hinaus Teil von Online-Communitys, tragen Informationen zu den Spielsystemen zusammen und kommunizieren ihre Spielstrategien. Wer hier von einer antisozialen Beschäftigung spricht, sollte sich zum Vergleich das Lesen eines Buches vor Augen halten. Eli wirbt dafür, dass sich Bibliotheken mit dem Thema Gaming beschäftigen. Seine Kernsätze: „There were libraries before there were books and there will be libraries after there were books“ und „Dismissing games, Wikipedia and such in front of children is dismissing their world.“

Als zweiten Vortragenden hatten wir André Spang eingeladen. Er ist Lehrer an der Kaiserin-Augusta-Schule in Köln und macht in seinem Musik- und Religionsunterricht intensiv Gebrauch von iPads, Apps und Social Media. Sein Leitspruch ist „Explore-Create-Share“ und in seiner Prezi prangt ein Satz des britischen Universitätsprofessors Stephen Heppell: „Turned off devices equals turned off students.“ Seine Klassen produzieren Musik, erstellen E-Books und drehen Videos. Sie kommunizieren über Facebook, präsentieren ihre Projekte in Blogs und füllen Wikis. Darauf aufbauend hat André mit dem SchulWiki eine gemeinsame Lernplattform für die Kölner Schulen initiiert. Sogar eine Klassenarbeit bestand einst darin, Wiki-Artikel auszuarbeiten und anzulegen. Man mag es schon ahnen: Andrés Unterricht ist papierlos. Und für die Vor- und Nachbereitung von Theorie-Inhalten können sich seine Schüler den rar gewordenen Frontalunterricht als Videoclip anschauen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Eli, André und Moderator Christoph Deeg (Zukunftswerkstatt) wurden vor allem Publikumsfragen beantwortet. Nur einige von vielen: Warum unterrichten Sie nicht an der Schule meiner Kinder? Woher kommt das Geld für die Technik? Was ist wenn die Infrastruktur fehlt? Und die moralische Frage: Zu welchem Preis wird solche Technik in anderen Ländern produziert und sollte man dies einem Kind vermitteln?

Die Vorträge und die Diskussionsrunde wurden von der Zukunftswerkstatt aufgezeichnet. Sobald das Video zur Verfügung steht, werden wir es an dieser Stelle verlinken.

EDIT 23.2.13: Hier zunächst der Clip von Elis Vortrag.

EDIT 10.04.13: Hier der Clip zur Diskussionsrunde.

Das Event war Teil der Veranstaltungsreihe geeks@cologne der Stadtbibliothek Köln. Weiter geht es am 24. April mit der Veranstaltung „Lichtjahre voraus – Weltraumforschung in Köln“. DLR und ESA geben Einblicke in aktuelle Projekte. Mehr Details folgen in den nächsten Wochen auf geekscologne.mixxt.de. Übrigens: Wenn ihr euch auf unserer mixxt-Seite anmeldet, werdet ihr immer per E-Mail informiert, wenn eine neue Veranstaltung angekündigt wird.

(ba)

2 Antworten to “Impressionen von „Geeks in Education“”

Trackbacks/Pingbacks

  1. 2 Jahre geeks@cologne | die Stadtbibliothek Köln bloggt - 02/01/2014

    […] im Februar folgte Geeks in Education, um das Image des Bildungssektors aufzumischen. Der US-amerikanische Bibliothekar Eli Neiburger […]

  2. 2 Jahre geeks@cologne | geeks@cologne - 19/06/2015

    […] im Februar folgte Geeks in Education, um das Image des Bildungssektors aufzumischen. Der US-amerikanische Bibliothekar Eli Neiburger […]

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