Lesetipp und Literaturkreis zu “Ostende” von Volker Weidermann

Volker Weidermann: Ostende
Volker Weidermann: Ostende

 
Volker Weidemann, Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, beschreibt mit großem Detailwissen die Freundschaft zwischen Stefan Zweig und Joseph Roth.
Eine Hommage an unsere deutschsprachigen Exilautoren, gleichzeitig auch eine Ode an das Schreiben und Lesen.
Eine schmale, gut lesbare Novelle!
Handlungsort ist Ostende 1936, hier trifft sich eine Gesellschaft der Stürzenden. Bedeutende Autoren wie Hermann Kesten, Egon Erwin Kisch, Ernst Toller, Arthur Koestler… kommen zu Wort. Sie haben alles verloren, ihre Bücher sind verboten, werden auch im Ausland kaum verlegt.
Auch gibt es ein Wiedersehen mit Irmgard Keun, damalige Geliebte von Joseph Roth. Sie lebte zuletzt in Köln und erlebte noch einmal einen kurzen Durchbruch in den 80er Jahren. Ihr Buch „Das kunstseidene Mädchen” wurde 2003 das erste Buch für die Stadt Köln.
Im letzten Kapitel „Mystery Train“ verfolgt Weidermann die Lebenswege der Autoren bis zum Lebensende und das berührt wirklich!
 
Keine Lust selbst zu lesen? Dann lass doch lesen! 😀 Am 9.1.2015 von 10-12 Uhr wird das Buch in der Stadtteilbibliothek Neubrück im Rahmen des Literaturkreises besprochen. Herzliche Einladung dazu.

lab

Literaturtipp: Cecilie Enger – Die Geschenke meiner Mutter

„Ich war schon lange darauf vorbereitet, dass der Tag kommen würde, aber nur als ein Tag in ferner Zukunft.” (1)
So beginnt der neue Roman von Cecilie Enger, wo sie den langsamen geistigen Abbau ihrer Mutter wohltuend vorsichtig beschreibt.
Hierzulande ist Cecilie Enger relativ unbekannt. Sie studierte Geschichte, Norwegisch und Journalismus. 1994 legte sie ihr Romandebüt vor und erhielt seit dem etliche Preise.
Die „Geschenke meiner Mutter” ist ein wunderbarer Roman, leise und berührend. Die Mutter ist an Alzheimer erkrankt und beim Auflösen des mütterlichen Hausrates findet Cecilie einige Erinnerungsstücke und auch eine Liste mit akribisch notierten Weihnachtsgeschenken der letzten Jahrzehnte. Anhand dieser Erinnerungsstücke entsteht mosaikartig das Bild einer norwegischen Familie über mehrere Generationen. Da die Autorin auch Journalistin ist, befinden sich in diesem Roman historische wie auch aktuelle Bezüge zum politischen Leben in Norwegen.
Ein Buch nicht nur für die “Weihnachtszeit”. 🙂

wl

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(1) Zitat aus: Cecilie Enger: Die Geschenke meiner Mutter ; S. 9

Thank You, Joe!

[vimeo http://vimeo.com/12967258]

Über Jo Cockers musikalisches Leben lässt sich heute alles nachlesen. Eher am Rand erscheint da seine „Cocker Kids‘ Foundation“, die er 1998 mit seiner Frau Pam gründete. Die CKF finanziert Kinder- und Jugendprogramme im Heimat-County der Cockers in Colorado. Das Prinzip ist „Nachbarschaftshilfe”. Zu den zahllosen Projekten, die gefördert werden, zählen auch Bücher-Gutscheine für Erstleser und die Ausstattung von Bibliotheken.

Aus unserer Sicht ein höchst löbliches Unterfangen!

Um so trauriger, dass die Welt gestern von Rock-Star Joe Cocker Abschied nehmen musste.

gp

 

Das Lied zum Dezember: “Winter Lady” von Joni Mitchell

https://www.youtube.com/watch?v=W4g3KGvZUsI

48 Jahre war das Lied verschollen, jetzt tauchte es auf CD auf. Am 17. November 1966 gab Joni Mitchell in dem kleinen Club The 2nd Fret in Philadelphia, PA, ein Konzert. Eine Universitäts-Radio-Station übertrug es live. Einige der vorgetragenen Lieder wurde nie im Studio aufgenommen, darunter „Winter Lady”. Dieses Jahr erschien eine CD des kompletten Konzerts. Sie gewährt einen faszinierenden Hörgenuß von O-Tönen aus den Anfangsjahren der Karriere von Joni Mitchell.

Die Kanadierin gehörte in den 70er und 80er Jahren zu den einflussreichsten Singer-Songwritern Nordamerikas. „Winter Lady” hatte sie ursprünglich für einen männlichen Sänger geschrieben. Aber dann entschied sie sich, es einfach selber zu singen. Schwups – wird aus dem Song ein musikalisches Kleinod für Frauen, die Frauen lieben.

gp

PS: Die CD “Joni Mitchell – Live at The Second Fret 1996” ist bei uns im Bestand.

Und das waren die übrigen Monats-Lieder 2014:

Das Lied zum Januar: “January Song” von Billy Bragg
Das Lied zum Februar: “February Rain” von Susan Levine
Das Lied zum März: “Spring Feaver” von Shelley Fabares und Elvis Presley
Das Lied zum April: “April in Paris” von Sarah Vaughan
Das Lied zum Mai: “Your Mother Should Know” von den Beatles
Das Lied zum Juni: “En Kväll I Juni” von Måns Zelmerlöw
Das Lied zum Juli: “Dancing in the Street” von Martha and The Vandellas
Das Lied zum August: “Hot August Night” von Vaya Con Dios
Das Lied zum September: “September Song” von Sarah Vaughan
Das Lied zum Oktober: “October Song” von Amy Winehouse
Das Lied zum November: “November” von Laleh

“Er spricht die guten Engel in einem an!” Zum Tod von Udo Jürgens

Die deutsche Willkommenskultur steht aktuell im Blickpunkt. Einer, der sich schon vor 40 Jahren seinen eigenen Reim darauf gemacht hat, war Udo Jürgens. Obwohl der Text des Liedes „Griechischer Wein” stammt ja von Michael Kunze, aber Udo hat es komponiert und gesungen. Mittlerweile gehört es zu den Klassikern des volkstümlichen Liedgutes.

Was es bei Griechen ausgelöst hat, verdeutlicht dieses Video. Musiker Markos Koumaris gratulierte vor 3 Monaten Udo Jürgens zum 80. Geburtstag: “Er spricht die guten Engel in einem an!” Heute wurde das interessante Radio-Interview noch einmal auf WDR 2 ausgestrahlt.

Dieser Montag steht im Zeichen des Abschieds. Viel wird heute über Udo Jürgens, der gestern 80jährig starb, erzählt und geschrieben werden. Nicht zuletzt der „Griechische Wein” wird ihn unsterblich machen.

gp

Hier die Reggae-Version von Locomondo und das Original:

https://www.youtube.com/watch?v=55HcPt_pcGc

Erdmöbels Weihnachtsgabe


Heute mal ein bißchen lokale Wirtschaftsförderung! Jährlich beglückt uns die Kölner Band “Erdmöbel” (ursprünglich Imis aus Westfalen) mit einer musikalischen Weihnachtsüberraschung. Wo andere ein Leben lang vergeblich am Karnevalshit basteln, purzelt den Jungs vom Eigelstein jeden Dezember ein Christmas-Kracher aus der Feder und den Saiten.
Zack, Zack wird noch ein Video gedreht, zum dem die “Möbel”-Fans immer eingeladen werden. Dieses Jahr wurde dabei die authentische Ebertplatz-Atmosphäre eingefangen.
Band-Mitglied Ekki Maas über das Projekt: “Weihnachten ist schlimm. Dagegen muss etwas unternommen werden. Die Erwartungen der Menschen an Weihnachten sind so hoch, dass viele zwangsläufig enttäuscht werden müssen. Man sollte sich stattdessen locker machen und das Fest auf seine Art und Weise feiern.”
Gegen ein gutes Geschenk hat Ekki nichts einzuwenden: “Das beste Weihnachtsgeschenk ist ein Musikinstrument, das man sich sehr gewünscht hat. Das ist ja immer teurer, als das, was man sich tatsächlich leisten kann. Wenn man es geschenkt bekommt, ist es das Glück auf Erden.”

gp

Who’s that girl? It’s Lena Dunham!

“Reizlos, gewöhnlich, ungeformt.” Das sagte ihr Blick jahrelang, wenn er auf den eigenen Körper fiel. Nicht erfolgreich, nicht selbstbewusst und nicht sexy zu sein, ist nirgendwo krasser als in den USA. Wo Hollywood die weibliche Ideal-Figur und –Ausstrahlung diktiert, gibt es Millionen Verliererinnen. Deren Innenleben interessiert kaum jemand und diese Erfahrung macht eine Generation nach der anderen. Aktuell sind es die Milleniums (die Töchter der Babyboomer), die sich behaupten müssen. Die infolge der Finanzkrise 08 auf der Suche nach Beruf, Beziehung und einer Bleibe harten Belastungen ausgesetzt sind. Ob nun in New York, London oder Köln.

Ikone, Sprecherin und Rollenmodell für 18- bis 28jährige zu werden, gelingt heute am ehesten einem Serien-Star. Lena Dunham ist so ein Star und ihre Show heißt „Girls” (gerade wird die 4. Staffel gedreht). Darin spielt sie die Hauptrolle, schreibt das Drehbuch, führt die Regie und produziert das Ganze. Raketenartig hob sie damit 2012 ab und bekam einen 3,5 Millionen-Dollar-Vorschuss für ein Buch. (In „Girls” geht es übrigens um vier junge Frauen aus Brooklyn, die sich mit schlechten Jobs, schlechtem Essen, schlechten Wohnungen und schlechtem Sex herumschlagen müssen.)

Das Buch (eine Mischung aus Autobiografie und Ratgeber) ist inzwischen auf Deutsch erschienen. Titel: „Not that kind of girl”. Untertitel: “Was ich im Leben so gelernt habe”. Unverblümt berichtet Lena ihren Leserinnen:

  • Meine frühe Erfahrung: „Niemand hört Kindern wirklich zu”.
  • Als Jugendliche hatte ich wenig Spaß an Dingen, die Spaß versprachen (z.B. Partys ).
  • „Bring Dich gar nicht erst in Situationen, aus denen du davon laufen musst.”
  • Wenn du zu oft übersehen und zu wenig geliebt wirst, dann lies „meine hoffnungsvollen Nachrichten von der Front, an der ich kämpfe“.

Lena Dunham trug schon als altkluges Kind das Herz auf der Zunge. Sie denkt und spricht schnell, ist witzig und schlagfertig. Sie steht offen zu ihren Ängsten und ihrem Aussehen und plaudert jedes Geheimnis aus (das bedeutet Schwierigkeiten). Sie ist geradeaus hetero und sieht sich als Feministin. Kein Problem hat sie damit, sich vor der Kamera nackt auszuziehen (vorausgesetzt sie führt die Regie). Erkenntnisse leitet sie aus persönlichen Erfahrungen ab. Befreit von Selbstmitleid lernte sie sich selbst zu lieben.

Und vielleicht am Wichtigsten! Ihr Kampf gegen den amerikanischen (wie hierzulande verbreiteten) Perfektionswahn. Denn ist Dein Körper nicht makellos, dann zeigt er seinen Betrachtern, was mit Dir psychisch nicht stimmt. Meinen zumindest die Betrachter und Du meinst, deren Diagnose zu kennen. Lena Dunham meint, es sei höchste Zeit über mentale Störungen endlich offen zu sprechen. Davon sind wir hier und in den USA noch weit entfernt.

gp

PS: Lenas Buch und die DVD “Girls” sind bei uns im Bestand. Wer sie ausleihen möchte, muss allerdings vorbestellen und braucht Geduld.

PPS: Für Väter von Töchtern, die „Girls” mögen, ist die Lektüre auch empfehlenswert (hört auf Moderator Fredrik Skavlan im Video). Für Väter von altersgleichen Söhnen ebenfalls.

PPPS: . Mit der prekär-verpeilten Hannah, die sie in “Girls” spielt, hat Lena Dunham nicht mehr viel gemeinsam. Sie ist mittlerweile eine Business-Frau und Selfmade-Millionärin. Aber über ökonomische Fragen erfährt man in ihrem Buch nichts. Schade!

Arduino zum Ausleihen

Wisst ihr, was ein Arduino ist?
Ein Arduino ist ein Mikrocontroller, der für verschiedenste Anwendungszwecke programmiert werden kann. An ihn können Sensoren angeschlossen werden (z.B. Lichtsensoren) und Bauteile, die Aktionen ausführen können (z.B. Motoren, LEDs, Lautsprecher). Die Anbindung des Arduinos zum PC funktioniert per USB-Kabel.

Arduino in Aktion
Arduino in Aktion

 
Ab sofort haben wir zwei Arduinos in der Stadtbibliothek. Ihr könnt den Arduino zusammen im Paket mit einem Buch für Einsteiger für 2 Wochen bei uns ausleihen und in die Thematik des Programmierens schnuppern!
 

Unser Arduino-Ausleihpaket
Unser Arduino-Ausleihpaket

Vllt. schickt uns ja mal jemand ein Foto oder ein kleines Video von dem, was er programmiert hat 🙂
 
Übrigens werden auch im Frühjahr wieder Workshops zu Arduino bei uns stattfinden.
Viel Spaß beim Tüfteln!
 
 

ck

Führerschein 3D-Druck: neue Termine

Seit Mitte 2014 hat unser guter alter 3D-Drucker einen kleinen Bruder bekommen – den Replicator Mini. Wir haben ihn im September am Maker Day der Öffentlichkeit vorgestellt.
Und sonst? Steht er nicht etwa in der Ecke rum – im Gegenteil. Wir haben in den letzten Wochen einige tolle Dinge mit ihm veranstaltet. Einerseits um selbst Erfahrung zu sammeln, andererseits um die Technologie des 3D-Drucks noch weiter für Euch zu öffnen.
Und zwar kann man bei uns einen Führerschein für den Mini machen!

Akteur im Workshop "Führerschein 3D-Druck": Replicator Mini
Akteur im Workshop “Führerschein 3D-Druck”: Replicator Mini

Das bedeutet konkret: Ihr besucht einen ca. zweistündigen Workshop im Makerspace bei uns. Dort erklären wir Euch wie der Drucker im Detail funktioniert und gesteuert wird. Ihr probiert es selbst aus, wechselt eine Filamentrolle und bekommt am Ende ein Stück Papier mit Nutzungsvereinbarung, das Ihr unterschreibt. Bingo!
Voraussetzung für die Teilnahme an einem solchen Workshop sind ein Mindestalter von 16 Jahren und der Besitz eines gültigen Bibliotheksausweises.
Der Führerscheint erlaubt es Euch dann, den Replicator Mini auf der vierten Etage zu reservieren. Ihr könnt Eure eigenen Druckprojekte realisieren und zahlt keine Gebühren – Reservierung und Nutzung sind kostenlos, es fallen auch keine Materialkosten an.

Neue Termine

Im letzten Makerspace-Programm konnten wir 21 Führerscheine unter’s Volk bringen. Und weil die Nachfrage so groß ist, geht es weiter! Losgelöst vom Makerspace-Programm, dafür dann auch schon ab Januar 2015. Hier die Termine:

  • Mittwoch, 7. Januar 2015, 10:00 bis 12:00 Uhr
  • Freitag, 9. Januar 2015, 15:00 bis 17:00 Uhr
  • Donnerstag, 15. Januar 2015, 16:00 bis 18:00 Uhr
  • Mittwoch, 21. Januar 2015, 10:00 bis 12:00 Uhr
  • Freitag, 23. Januar 2015, 15:00 bis 17:00 Uhr
  • Donnerstag, 29. Januar 2015, 16:00 bis 18:00 Uhr

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich, denn die Kapazitäten sind begrenzt. Schreibt uns bitte dazu eine E-Mail mit Betreff “Anmeldung Führerschein 3D-Druck” an 3d-drucker@stbib-koeln.de. Die E-Mail muss die folgenden Angaben enthalten:

  • Vor- und Nachname
  • Datum des Workshops
  • ggf. Telefonnummer
  • Mitgliedsnummer (zu finden auf Eurer Bibliothekskarte)

Der Workshop findet auf der vierten Etage im Makerspace statt. Fragen gerne in die Kommentare zu diesem Beitrag. Wir freuen uns auf Euch!

sa